»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Westrand: Dieter M. Gräfs vagabundierende Lyrik

tja, das ist das ergeb­nis des mani­schen bücher­kau­fens aus den rest­pos­ten – so etwas rutscht auch immer wie­der hin­ein. denn mit die­sen gedich­ten kann ich nicht viel anfan­gen. das hat meh­re­re grün­de – viel­leicht war ich ja auch nur nicht in der rich­ti­gen stim­mung. aber ein­wän­de habe ich folgende:

  • die stän­di­gen enjam­be­ments: ich ver­ste­he die­se über­frach­tung der gedich­te damit ein­fach nicht, das ist längst vom stil­mit­tel und aus­drucks­form zum manie­ris­mus verkommen
  • die for­cier­te her­me­tik der bil­der: das ist nicht nur voll­kom­men bemüht, son­dern auch so ziel­los, ergeb­nis­los – es erge­ben sich meist nicht ein­mal inter­es­san­te fügun­gen aus der krampf­haf­ten anstren­gung, mög­lichst ver­que­re meta­phern zu bilden…
  • klar, die „ein­fa­che“ lek­tü­re wird durch die dunk­len, ver­blass­ten, ver­schat­te­ten bil­der absicht­lich erschwert, ver­hin­dert und ver­lang­samt bzw. auch nur unter­bro­chen, abge­bro­chen – jeden­falls irgend­wie verbaut
  • das ner­ven­de dar­an ist aber vor allem, dass sich aus den fast nur in zwei­zei­lern (zudem fast immer super kur­zen zei­len) daher­kom­men­den gedich­ten eigent­lich nie ein fluss ein­stellt, schon gar nicht so etwas wie ein flow
  • und die ewi­gen anspie­lun­gen (die er zudem noch meint im appen­dix erklä­ren zu müs­sen, weil sie solo eben doch nicht immer funk­tio­nie­ren) auf helden(-sagen) fan­gen auch nach weni­gen sei­ten an zu nerven
  • kurz­ge­sagt: bil­dungs­hu­be­rei, pseu­do-anspruchs­voll, ohne (erkenn­ba­ren) sinn und zweck und zusam­men­hang – das fängt schon mit dem mot­to (von giord­a­no bru­no, bezeich­nen­der­wei­se zitiert nach rolf die­ter brink­manns rom, bli­cke) an und hört eigent­lich erst mit dem appen­dix (auch der kann natür­lich nicht ein­fach anmer­kun­gen oder anhang hei­ßen) auf.

also: ein­fach ziel­los umher­schwei­fen­de, sich mög­lichst klug geben­de, die bemü­hung dazu aber nie ver­heh­len­de lyrik – ziem­lich lang­wei­lig und spröde…

die­ter m. gräf: west­rand. gedich­te. frankfurt/​main: suhr­kamp 2002.

Der Erlöser und Erretter ist da – Messias in der Christuskirche

also, ich hal­te davon ja nicht so viel, jetzt auch noch die gan­zen bear­bei­tun­gen gezielt auf­zu­füh­ren, als eigen­stän­di­ge kunst­wer­ke sozu­sa­gen. zumal ich mozarts ver­si­on weder not­wen­dig noch – aus heu­ti­ger zuhö­rer­sicht, mit den mög­lich­kei­ten und erfol­gen (–> paul mccree­shs her­aus­ra­gen­de ein­spie­lung bei der archiv-pro­duk­ti­on etwa!) im ohr und kopf, – für gelun­gen erach­te – aus der heu­ti­gen sicht, wohl­ge­merkt und betont. denn zu mozarts zei­ten mag das durch­aus ein ehren­wer­ter ver­such gewe­sen sein, zumal er ja in die makro­struk­tur erfreu­lich wenig ein­ge­grif­fen hat. aber das völ­lig neue orches­ter, die umin­stru­men­tie­run­gen und neu­en stim­men, ändern doch (fast) alles. der bach­chor macht sei­ne sache trotz­dem wun­der­bar, auch wenn ich mich wie so oft für den mes­si­as die­ses mal wie­der nicht unbe­dingt begeis­tern kann – das schaff­te bis­her nur mccree­sh. ok, soviel zum auf­wär­men, jetzt geht es zur sache:

gewöhn­lich wird der „mes­si­as“ von hän­del im advent oder even­tu­ell noch vor den oster­fei­er­ta­gen musi­ziert. ihn am tag der deut­schen ein­heit aufs pro­gramm zu set­zen, führt des­halb zu eini­gen unge­wohn­ten asso­zia­tio­nen. aber es gibt ja jetzt auch schon leb­ku­chen, weih­nach­ten kann also nicht mehr weit sein. ralf otto lässt sich von sol­chen äußer­lich­kei­ten sowie­so nicht beson­ders beein­dru­cken. und gera­de beim „mes­si­as“, den er für das dies­jäh­ri­ge kon­zert des bach­chors am deut­schen natio­nal­fei­er­tag aus­wähl­te, hat er damit ganz beson­ders recht. denn hän­dels ora­to­ri­um ist ja über­haupt kei­ne kir­chen­mu­sik und außer­dem der­ma­ßen abs­trakt und – zumin­dest was den text angeht – so undra­ma­tisch, dass man es für fast jeden anlass nut­zen kann. zumal in der chris­tus­kir­che gar nicht der ori­gi­na­le mes­si­as – von dem es ja auch schon mehr als genü­gend ver­sio­nen gibt – zu hören war, son­dern die von mozart ange­fer­tig­te bear­bei­tung: das ist his­to­ri­sche auf­füh­rungs­pra­xis auf meta-ebe­ne. die­se fas­sung hat aber jeden­falls den vor­teil, dass sie immer schon deutsch ist.

sie klingt dann auch gleich von beginn an völ­lig anders. das liegt vor allem an der geän­der­ten orches­trie­rung, hier hat mozart am stärks­ten ein­ge­grif­fen und ergänzt. in der chris­tus­kir­che ist tat­säch­lich auch ein kom­plet­tes moder­nes sin­fo­nie­or­ches­ter, die staats­phil­har­mo­nie rhein­land-pfalz, am werk – und gar nicht so schlecht. davor ste­hen natür­lich die vier obli­ga­to­ri­schen solis­ten: tenor dani­el sans bleibt in jeder sekun­de sou­ve­rän, die mez­zo­so­pra­nis­tin ger­hild rom­ber­ger, die die­ses mal aller­dings etwas farb­los blieb, lässt sich genau­so wenig aus der ruhe brin­gen wie die bieg­sa­me stim­me der sopra­nis­tin moni­ka mauch. so rich­tig umwer­fend war von den solis­ten allein der bass: aus­ge­rech­net klaus mer­tens, der eigent­lich nur eine recht beschei­de­ne rol­le hat, über­zeug­te mit aus­neh­mend prä­zi­ser und fes­seln­der dar­bie­tung beson­ders. denn damit lag er voll auf der linie von ralf otto. der heiz­te wie­der ein­mal kräf­tig ein: star­ke akzen­te for­der­te er, bau­te die chö­re wun­der­bar zur erha­be­nen grö­ße auf und ent­liess doch das ein­zel­ne wort nie aus sei­ner ver­ant­wor­tung. mit jedem schub­ser, den er sei­nen musi­kern ver­ab­reich­te, setz­te er einen wei­te­ren bau­stein in die sorg­fäl­tig geplan­te archi­tek­tur des klang­doms von hän­del und mozart, hiev­te mäch­ti­ge bro­cken mit viel kraft genau­so sicher an ihren platz wie er feins­te zise­lie­run­gen her­aus­ar­bei­te­te. kunst und dra­ma, hand­werk und inspi­ra­ti­on gin­gen so eine frucht­ba­re ver­bin­dung ein –- egal, ob jetzt gera­de weih­nach­ten, ostern oder der tag der deut­schen ein­heit ist.

schon wieder mozart: notturni und divertimenti

das ist aber, wenn es schon immer mozart sein muss, wenigs­tens ein­mal etwas, was sonst nicht zu fin­den ist: die not­tur­ni für drei sing­stim­men und drei bas­set­hör­ner. ulf roden­häu­ser hat damit wie­der ein­mal ein typi­sches vil­la-musi­ca-pro­gramm gestrickt: klug und schön gleichermaßen…

nachts ist alles anders. was sonst ver­schie­den ist, erscheint nun plötz­lich gleich: die kat­zen sind alle grau. das ist ein per­fek­tes umfeld für mozarts not­tur­ni und die kat­zen­wie­gen­lie­der von igor stra­win­sky. in der vil­la musi­ca war es aller­dings noch hel­ler nach­mit­tag, als die stu­den­ten – sti­pen­dia­ten der vil­la und teil­neh­mer der sin­ging-sum­mer-kur­se – die büh­ne betra­ten. aber hin­der­nis war das kei­nes, sie kön­nen es trotz­dem errei­chen, das klas­sen­ziel – die ver­schmel­zung von mensch­li­cher stim­me und instru­men­ten der kla­ri­net­ten­fa­mi­lie zu einem klang.

die kla­ri­net­te, vor allem aber die bas­sett­hör­ner, ihre tie­fe­ren ver­wand­ten, die man in frei­er wild­bahn kaum mehr antrifft , war schon zu mozarts zei­ten ein scheu­es tier. der hat sie aber trotz­dem geliebt und ihnen nicht nur instru­men­ta­les wie die diver­ti­men­ti kv 439b geschrie­ben, er hat sie auch mit leib­haf­ti­gen sän­gern zusam­men gebracht. schon zu sei­ner zeit sag­te man die­sen blas­in­stru­men­ten beson­de­re nähe zur gesangs­stim­me nach. und genau das war auch in der vil­la musi­ca zu beob­ach­ten: die jun­gen stu­den­ten bemüh­ten sich unter der lei­tung ihrer dozen­ten, ulf roden­häu­ser für die musi­ker und clau­dia eder für die sän­ger, aus­ser­or­den­lich um das mischen der klang­far­ben. und in den sechs minia­tur­dra­men der not­tur­ni, den aufs höchs­te ein­ge­dampf­ten opern­sze­nen, gelang ihnen nicht nur das, sie bewahr­ten sich und ihrem publi­kum aus­ser­dem auch noch ein ganz kla­res klang­bild, dass es den sän­gern leicht mach­te und neben­bei für die zuhö­rer die text­hef­te auch noch über­flüs­sig machte.

auch ohne die sän­ger zeig­ten die kla­ri­net­tis­ten, dass man auch ohne sen­ti­men­ta­len kitsch emo­tio­na­le musik machen kann: mit ver­stand und kön­nen nut­zen sie die rei­chen mög­lich­kei­ten, blei­ben dabei immer gelas­sen und ohne auf­re­gung: so wünscht man sich den mozart: zart anschmieg­sa­mer wohl­klang mit rück­grat sozu­sa­gen, beson­ders berüh­rend aus­ge­führt im ada­gio kv 580a. stra­win­skys kat­zen­wie­gen­lie­der sind genau­so kurz, vor allem aber sehr humor­voll – und das geniesst die mez­zo­so­pra­nis­tis regi­na pät­zer sichtlich.

damit es nicht bei den klei­nig­kei­ten aus der nacht blieb, stand auch noch jens-peter osten­dorfs „1791“ auf dem pro­gramm, eine hom­mage an mozart aus anlass des letz­ten jubi­lä­ums, vor allem aber ein zeug­nis des spie­le­ri­schen umgangs mit klang­ma­te­ria­len aus der musik­ge­schich­te, mit viel­fach gebro­che­nen und reflek­tier­ten motiv­tei­len, die mit gros­sen effek­ten den anspruch auf gross­ar­tig­keit erhe­ben. und die in ermü­den­der aus­führ­lich­keit bis zum ver­stum­mend er musik füh­ren – was roden­häu­ser aber nie dar­an hin­dert, sei­ne schü­ler immer wie­der neu zu gröss­ter musi­ka­li­scher exakt­heit anzutreiben.

nachtrag: so klingt china, wenn es in deutschland zu besuch weilt

und wenn es zei­gen muss, dass die all­ge­mei­nen vor­stel­lun­gen nicht ganz dane­ben lagen.…

der schnei­den­de klang der sheng mischt sich unauf­fäl­lig mit dem näseln der erhu und dem zir­pen der unzäh­li­gen sai­ten von zheng, yang­qin und pipa: im foy­er des swr ist eini­ges anders als sonst. die fünf solis­ten des natio­na­len film­or­ches­ters aus peking sind auf ein­la­dung der vil­la musi­ca und des swr gekom­men, um in mainz zu zei­gen, wie sich „der klang chi­nas“ anhört. „der“ klang meint hier expli­zit den tra­di­tio­nel­ler musik, alter und neu­er, in ver­schie­de­nen beset­zun­gen. und dazu gehö­ren eben vor allem und zuerst ein­mal die exo­ti­schen instru­men­te: die sheng ist eine art mund­or­gel, die erhu ähnelt ent­fernt einer gei­ge mit zwei sai­ten, ohne griff­brett und put­zig klei­nem kor­pus – die ähn­lich­keit besteht im grun­de also nur dar­in, dass es ein streich­in­stru­ment ist. zheng ist ein zither-ähn­li­ches instru­ment, wohin­ge­gen yang­qin bloß die chi­ne­si­sche vari­an­te des hack­bretts und pipa eine lau­te ist.
das ist alles reich­lich selt­sam und unge­wohnt, die foto­ap­pa­ra­te der deut­schen kli­cken und kla­cken auch unent­wegt. und doch ist die musik gar nicht so viel anders: man ver­steht es schon irgend­wie – oder glaubt zumin­dest, es zu tun.
der klang der instru­men­te und die art des zusam­men­spie­lens ist zunächst der größ­te unter­schied. doch je genau­er man hin­hört, des­to ver­trau­ter wird das. das chi­ne­si­sche hack­brett etwa unter­schei­det sich kaum von der euro­päi­schen vari­an­te, wird aller­dings hoch­vir­tu­os ein­ge­setzt: die schle­gel wir­beln über die sai­ten, das kann man kaum noch mit­ver­fol­gen. auch die zheng erscheint nicht ganz so fremd: eigent­lich nur eine etwas unge­wöhn­lich zither. dern ton­hö­hen sich vari­ie­ren las­sen und deren klang mit der zwei­ten hand tief­grei­fend ver­än­dernd wer­den kann: vom zit­tern­den vibra­to bis zum dröh­nen­den brum­men rei­chen die möglichkeiten.
und alles steht im diens­te eines poe­ti­schen musik­ver­ständ­nis. man muss sich nur die titel anschau­en – die sind selbst schon rei­ne poe­sie: „der pfau begrüßt den früh­ling“, „blü­hen­de mond­nacht auf dem früh­lings­fluss“ oder „blü­hen­de blu­men und der voll­mond“. und so erscheint die musik auch: immer sehr beschrei­bend, die natur oder ein mythi­sches gesche­hen abbil­dend, immer in gro­ßer har­mo­nie und ein­tracht – was nicht heißt, dass da stets belang­logs dahin plät­schert: titel wie der „kampf gegen den tai­fun“ oder tanz­mu­si­ken ent­fa­chen auch unge­heu­re wir­bel – mit fünf instru­men­ten kön­nen die chi­ne­sen jeden­falls eine men­ge dampf machen.

mainzer volkslauf

das war nichts. in einem anfall von über­mut hat­te ich mich nach dem güt­ters­ba­cher halb­ma­ra­thon für die 20km des main­zer volks­lau­fes ange­mel­det. nicht gerech­net habe ich mit den pro­ble­men, mei­ne form wie­der sta­bil zu bekom­men. und irgend­wie war auch gera­de die luft ein biss­chen raus, län­ge­re läu­fe habe ich kaum noch gemacht, jeden­falls in den wochen vor dem 23. 9. viel zu wenig kilo­me­ter gesam­melt. dann habe ich auch erst spät rea­li­siert, dass der lauf zu einer für mich extrem ungüns­ti­gen zeit, näm­lich um 14 uhr, star­tet. naja, jetzt woll­te ich es halt ein­fach durchziehen.

der sams­tag war dann schon nicht ver­hei­ßungs­voll – für mei­ne ver­hält­nis­se viel zu warm (um die 25 °, sehr son­nig). bei der anfahrt zum gro­ßen sand habe ich mich auch noch ver­tan und und gon­sen­heim ver­franst – sehr pein­lich. sonst lief alles pro­blem­los: zur anmel­dung, start­num­mer abge­holt, den cham­pion­chip akti­viert und ein wenig warm­ge­lau­fen, noch schnell ein biss­chen was­ser getankt und fer­tig für den start. der erfolg­te pünkt­lich um 14 uhr. und damit fin­gen die pro­ble­me auch schon sehr bald an. die ers­ten kilo­me­ter waren – wie fast die gesam­te stre­cke – ziem­lich eng. ich hat­te enor­me schwie­rig­kei­ten, ein ver­nünf­ti­ges tem­po zu fin­den. und ich merk­te schnell, dass ich ziem­lich unfit war. die 1:40, die ich so grob ange­peilt hat­te – sub 1:45 soll­ten es auf jeden fall wer­den – waren dann auch schon nach den ers­ten bei­den kilo­me­tern (5:23, 5:5:26) gegessen.

es wur­de aller­dings auch nicht wirk­lich bes­ser. die stre­cke, die ich nicht kann­te, hat mir eigent­lich über­haupt nicht gefal­len, ich hät­te viel­leicht auch mei­ne ande­ren schu­he anzie­hen sol­len. jeden­falls ging mir das stän­di­ge kreuz-und-quer-gekur­ve durch den gon­sen­hei­mer wald rund um die 14-not­hel­fer-kapel­le schon sehr bald auf die ner­ven. der san­di­ge boden war auch nicht so mein ding. vor allem nerv­te micht der stän­dig wech­sel zwi­schen mini­ma­len anstie­gen und leich­ten abwärts­pas­sa­gen viel mehr als ich erwar­te­te – kei­ne ahnung, war­um mir das so ver­flixt schwer vor­kam. so in der mit­te der ers­ten run­de war ich schon kurz davor, nach die­ser run­de abzu­bre­chen. aber dann ging es doch eine wei­le wie­der recht gut und ich raff­te mich auf zum wei­ter­lau­fen – zumal ich auch über­haupt kei­nen plan mehr hat­te, wo ich gera­de war – ich hechel­te nur noch von kilo­me­ter­mar­kie­rung zu kilo­me­ter­mar­kie­rung, bekam bei dem blick auf mei­ne stopp­uhr immer wie­der das kal­te grau­sen (ansons­ten war es ja reich­lich warm…) der ers­te krampf mach­te sich bei der rück­kehr zur kapel­le auch schon bemerk­bar, mit ein paar deh­nun­gen hin­der­te ich ihn aber am mani­fest­wer­den, muss­te die unter­bre­chen­de übung aber noch zwei­mal ins lau­fen ein­flech­ten. und am km 12 wur­de es dann rich­tig quä­lend – jetzt war der mann mit dem ham­mer nur noch für mich da. und als wäre das nicht genug, fing auch noch mein rech­ter fuß blöd­sin­nig zu schmer­zen an – wie ich spä­ter fest­stell­te, habe ich mir eine ziem­lich rie­si­ge bla­se in der nähe de bal­lens gelau­fen (wohl an der kan­te der innen­soh­le – ist mir jeden­falls noch nie pas­siert, so etwas). beim letz­ten anstieg durch die schnei­se (eigent­lich ein klacks für jeman­den, der ab und an im oden­wald läuft…) wur­de jeder schritt zur qual. mit meh­re­ren klei­nen geh­pau­sen und dank der vie­len auf­mun­tern­den anfeue­run­gen der mich nun ste­tig über­ho­len­den läu­fer konn­te ich mich immer­hin noch auf­raf­fen, ins ziel zu tra­ben – glück­lich war ich aber nur über das ende der qual.

die zei­ten sahen dann so aus:
5:23
5:26
5:01 (ein ver­such, das gan­ze noch zu retten ;-))
5:20
5:05
10:50 (km-schild übersehen)
5:15
5:10
10:58 (km-schild übersehen)
5:24
5:37
5:42
6:56 (das muss die ers­te bei­nah-krampf-pau­se gewe­sen sein)
5:31
6:09
5:54
6:01
5:52
macht zusam­men nach mei­ner stopp­uhr eine gesamt­zeit von 1:51:43 – das offi­zi­el­le ergeb­nis woll­te ich nicht mehr abwar­ten, im inter­net ist es jetzt auch end­lich: 1:51:17. und damit war ich sogar noch drit­ter in mei­ner alters­klas­se – sehr verwunderlich…

kurz zusam­men­ge­fasst: gut erklärt (viel­leicht ein wenig anspruchs­voll und viel, aber immer­hin…), schlecht gespielt. das orches­ter ist offen­bar noch mit­ten im urlaub…

kon­zen­tra­ti­on auf das wesent­li­che ist ange­sagt: eine sin­fo­nie – sonst nichts stand auf dem pro­gramm­zet­tel für das ers­te kon­zert für jun­ge leu­te die­ser spiel­zeit im staats­thea­ter. dafür war es aber auch nicht irgend­ei­ne sin­fo­nie: beet­ho­vens fünf­te, eines der berühm­tes­ten und bekann­tes­ten exem­pla­re die­ser gat­tung hat­te sich die diri­gen­tin cathe­ri­ne rück­wardt aus­ge­sucht, um der jugend mal zu zei­gen, wie das funk­tio­niert. und wo die vier berühm­tes­ten töne der musik­ge­schich­te her­kom­men, was sie für ein gewal­ti­ges werk in gang setzen.

denn die fünf­te ist und bleibt ein mords­bro­cken, der nor­ma­ler­wei­se recht schwer ver­dau­lich ist. aber rück­wardt mach­te ihren fans im thea­ter die sache ein gutes stück leich­ter: sie zer­glie­der­te die form, trö­sel­te the­men und moti­ve auf, zer­leg­te die sät­ze in klei­ne bruch­stü­cke und lau­ter schöns­te, bes­te, groß­ar­tigs­te stel­len. sie zeig­te beet­ho­vens genia­li­tät bei der ent­wick­lung und ver­ar­bei­tung von mini­mal­mo­ti­ven, erklär­te den „längs­ten schluss­ak­kord aller zei­ten“ und ließ das orches­ter zur demons­tra­ti­on der sin­gu­la­ri­tät der beet­ho­ven­schen sin­fo­nik auch mal schnell einen hal­ben satz mozart spie­len. denn zwei sachen nahm sie ganz beson­ders wich­tig: den form­auf­bau und die dra­ma­tur­gie die­ser sin­fo­nie. nur auf das gebiet der deu­tung wag­te sie sich kaum vor. das ist ja auch das gute recht der prak­ti­ker, die genau das in tönen­der wei­se, in der voll­stän­di­gen auf­füh­rung der sin­fo­nie, erledigt.

aber ganz ehr­lich, die leis­tun­gen des orches­ters bei den klang­bei­spie­len lie­ßen wenig gutes hof­fen. und so kam es dann auch tat­säch­lich: die som­mer­pau­se – die fünf­te war ihr ers­tes kon­zert in die­ser sai­son – scheint den musi­kern noch sehr in den kno­chen zu ste­cken. schon lan­ge hat das phil­har­mo­ni­sche orches­ter nicht mehr so unkor­di­niert, so grob und unge­nau gespielt. vom main­zer klang, der sich in den letz­ten jah­ren gera­de anfing zu ent­fal­ten, waren da nur noch rui­nen übrig. hof­fent­lich ändert sich das schnell wieder.

rück­wardt bemüht sich zwar sehr, aus dem klang­mas­sen ein gro­ßes dra­ma zu for­men. und die musi­ker las­sen sich offen­bar so sehr mit­rei­ßen, dass sie sich schon das eine oder ande­re mal gehen las­sen. die gro­ßen zusam­men­hän­ge, die dra­ma­tur­gie der kom­plet­ten sin­fo­nie wer­den so immer­hin recht deut­lich. aber dafür müs­sen eben alle klang­li­chen fines­sen, alle dif­fi­zi­len fein­hei­ten und hin­ter­sin­ni­gen ent­wick­lun­gen geop­fert wer­den. die paar weni­gen lich­ten momen­te, vor allem in den eck­sät­zen, rei­chen da ein­fach nicht aus: freu­de macht das so nicht.

benjamin lebert kann nicht

das war wohl nichts. dem kri­ti­ker so eine steil­vor­la­ge zu lie­fern mit die­sem titel, das ist wohl das mutigs­te an die­sem büch­lein. natür­lich (alles ande­re hät­te zumin­dest mich sehr über­rascht) „kön­nen“ weder lebert noch sein held und alter ego tim grä­bert. zumin­dest nicht in dem sinn, in dem es hier ver­wen­det wird: näm­lich schrei­ben kön­nen. zumin­dest die lite­ra­ri­sche figur kann ande­rer­seits doch – sex haben. sonst treibt sie aller­dings auch nicht viel an. ein jun­ger schrift­stel­ler, der vor eini­gen jah­ren einen gro­ßen erfolg hat­te mit sei­nem ers­ten roman und nun nichts mehr zu papier bringt – wen das an ben­ja­min lebert erin­nert, der ist nicht völ­lig schief gewi­ckelt. und ent­spre­chend geht es wei­ter: er vögelt lus­tig vor sich hin, ist aber – kli­schee, kli­schee – trotz­dem und immer noch nur ein armer ein­sa­mer hund… der kerl trifft über eine bekann­te (natür­lich aus dem ver­lag, wo anders als im medi­en­zir­kus treibt er sich gar nicht her­um) ein noch jün­ge­res mäd­chen, abitu­ri­en­tin aus bre­men, die gera­de in ber­lin prak­ti­kan­tin ist und die sich wohl inein­an­der ver­lie­ben sol­len (was natür­lich nicht so ganz klar wer­den darf, weder den prot­ago­nis­ten noch den lesern). gemein­sam gehen sie auf eine rei­se durch skan­di­na­vi­en, eti­ket­tiert als ruck­sack­trip, fah­ren aber mun­ter die gan­ze zeit taxi oder wenigs­tens bus… das gan­ze endet in einem ziem­li­chen fias­ko: das mäd­chen dreht immer mehr durch, ist offen­bar schwer geschä­digt durch abwe­sen­den vater und über­ehr­gei­zi­ge mut­ter, was schließ­lich in einer selbst­ver­stüm­me­lungs­or­gie endet, die wie­der­um über ein paar ver­wick­lun­gen dazu führt, das der „held“ grä­bert sich mit einem ande­ren („gro­ßen“) schrift­stel­ler anlegt und selbst von einem schwert ver­letzt wird. und danach end­lich kein bock mehr hat, nach ams­ter­dam fährt und sich fröh­lich oder trau­rig bei den pro­sti­tu­ier­ten dort ver­gnüg um schließ­lich sei­ne freun­din bei deren eltern abzu­lie­fern, damit er das pro­blem end­lich los ist.

das lek­to­rat hat sich dann tat­säch­lich erblö­det, das gan­ze „ein roman über ein­sam­keit und hel­den­haf­te ver­su­che, die­se zu über­win­den“ zu titu­lie­ren – auf so einen schmarrn muss man erst­mal kom­men. was mich aber viel mehr geär­gert hat (und schließ­lich las ich das auf­grund einer posi­ti­ven rezen­si­on, deren tenor unge­fähr war: jetzt ist lebert end­lich zu einem ernst zu neh­men­den schrift­stel­ler gereift), das der gan­ze ser­mon ein­fach unglaub­lich schlecht geschrie­ben ist. lebert kann weder ver­nünf­tig beob­ach­ten noch ordent­lich beschrei­ben – ver­steht also noch nicht ein­mal sein hand­werk. das ist alles schreck­lich blass und unspe­zi­fisch, die figu­ren reden furcht­bar gestelz­tes zeug daher etc. etc. for­mal ist das sowie­so der­ma­ßen pri­mi­tiv – schön hübsch der rei­he nach erzählt, ein paar völ­lig durch­schau­ba­re andeu­tun­gen sol­len wohl so etwas wie span­nung auf­bau­en (etwa der strang mit dem bru­der des hel­den, der behin­dert ist – rein zufäl­lig natür­lich genau­so wie der held von „cra­zy„…. – und sich kürz­lich umge­bracht hat), in 47 kapi­teln, die aber auch nur eine struk­tur sug­ge­rie­ren, die gar nicht vor­han­den ist, weil sie voll­kom­men will­kür­lich gesetzt sind.

ach ja, das „kannst du“ ist übri­gens ein zitat aus „mise­ry“ von ste­phen king (womit der refe­renz­rah­men ja auch geklärt wäre…) und bezieht sich hier ganz kon­kret auf die fähig­kei­ten der haupt­fi­gur, für sei­ne freun­din eine lie­bes­ge­schich­te zu schrei­ben. das miss­lingt – wen über­rascht es – natür­lich auch wie­der äußerst wort­reich. genau­so wie leberts text ein schreck­li­cher fehl­griff ist – das war wohl nichts.

ben­ja­min lebert: kanst du. köln: kie­pen­heu­er & witsch 2006.

nett: das quator ardeo aus paris gastiert im maison de france

eigent­lich soll­ten sie ja im wei­her­gar­ten spie­len, aber glück­li­cher­wei­se war der him­mel ziem­lich grau, so dass sie in den saal des mai­son de france umzie­hen durf­ten. denn im frei­en wäre das ver­gnü­gen sicher nur halb so schön gewe­sen, auch wenn es so ein wenig hit­zig und sti­ckig wur­de… aber was nimmt man nicht alles für das erleb­nis guter kunst in kauf.

zar­te arbes­ken schwe­ben durch das mai­son de france, fein wie spinn­we­ben – nur ungleich ange­neh­mer – ver­brei­ten sich die klän­ge von charles koech­lins ers­tem streich­quar­tett. das ardeo-quar­tett ist es, das die­se traum­wel­ten aus klang in mainz ent­ste­hen lässt, ein jun­ges streich­quar­tett aus paris. bei koech­lins ers­tem quar­tett wech­seln die erup­ti­ven klang­bal­lun­gen wüs­ter dra­ma­ti­scher aus­brü­che immer wie­der mit weit aus­ge­spon­ne­nen, zer­brech­lich dün­nen melo­dien. stets fin­det sich noch eine unbe­kann­te rich­tung, noch ein uner­forsch­tes klang­feld für den kom­po­nis­ten an der schwel­le vom 19. zum 20. jahr­hun­dert. und die vier musi­ke­rin­nen des ardeo-quar­tett sprin­gen mit sou­ve­rä­ner anmut und beweg­lich­keit von einer klang­welt in die nächs­te, ohne jedes zögern und ohne jeden bruch.

das ein streich­quar­tett über­haupt so viel­fäl­tig klingt wie das drit­te aus koech­lins feder, ist ganz und gar nicht selbst­ver­ständ­lich. aber wenn es einen kom­po­nis­ten gibt, bei dem das nicht so sehr über­ra­schend ist, dann ist es eben die­ser charles koech­lin. denn er, des­sen vie­le vie­le wer­ke aus sei­nen lan­gen jah­ren des schaf­fens heu­te kaum noch zu hören sind, setzt nicht nur in den quar­tet­ten genau die­sen effekt, die beto­nung der klang­far­ben und klin­gen­den gestal­ten, stän­dig als eigen­wer­ti­ges kom­po­si­to­ri­sches mit­tel ein. und die vier fran­zö­sin­nen haben das nicht nur begrif­fen, son­dern kön­nen es auch in schall­wel­len, in ein ech­tes erleb­nis verwandeln.

sogar beim quar­tett op. 13 von felix men­dels­sohn bar­thol­dy blie­ben sie in ähn­li­cher wei­se klang­for­sche­risch tätig. schon die tat­sa­che, dass sie das taten, ist ein wenig unge­wöhn­lich. wirk­lich über­ra­schen ist aber, dass sie mit die­sem mate­ri­al zu noch stär­ke­ren und ein­drucks­vol­le­ren ergeb­nis­sen kom­men. so ver­rückt es schein mag: die deut­sche musik scheint ihnen mehr als nur ein quänt­chen mehr zu lie­gen als die des fran­zo­sen koech­lin. men­dels­sohns quar­tett haben sie so ver­in­ner­licht, dass es schon fast impro­vi­siert anmu­tet: so unge­zwun­gen ergibt sich eines aus dem ande­ren, so viel natür­li­che kraft und begeis­te­rung tut eben jeder musik gut. ein klei­nes biss­chen unfair ist das aller­dings schon, denn koech­lin hat die­ses power­pa­ket nur in abge­speck­ter form genie­ßen dürfen.

und ich muss mir den schmarrn auch noch anhö­ren – und mit mei­nem stu­ren pflicht­be­wusst­sein blei­be ich auch noch bis zum ende – man hofft ja doch, dass es nohc bes­ser wer­den könn­te. wur­de es aber über­haupt nicht: der charme der sin­gen­den kreis­sä­ge war eh’ schon nach weni­gen sekun­den ver­braucht… und das pro­gramm war so ama­teur­haft zusam­men­ge­stüm­pert, das könn­te wahr­schein­lich sogar ich bes­ser hin­be­kom­men – obwohl ich ja kein gro­ßer show-pro­gramm-ent­wick­ler bin… naja, die meis­ten main­zer waren ver­nünf­tig genug, sich das nicht anzu­tun (wahr­schein­lich aber vor allem, weil sie’s gar nicht mit­be­kom­men haben…). ok, soweit das inof­fi­zi­el­le gejam­me­re, jetzt der offi­zi­el­le teil (in dem ich aller­dings auch noch ordent­lich zur sache kom­men musste)

passt das über­haupt zusam­men – der unbarm­her­zigs­te gesell­schafts­kri­ti­ker unter den dich­tern des zwan­zigs­ten jahr­hud­nerts und eine musi­ka­li­sche revue? amy leve­renz und mar­kus flei­scher mei­nen schon, die main­zer sind da offen­bar eher gegen­tei­li­ger auf­fas­sung. und sie haben in gewis­ser wei­se recht.

„die kunst­ken­ner blie­ben weg“ heißt es in einem der gedich­te brechts, die leve­renz sich aufs noten­pult gelegt hat. und trifft damit auf die main­zer situa­ti­on zu. als hät­ten sie es vor­her gewusst, waren zu die­ser revue im frank­fur­ter hof, ver­an­stal­tet vom main­zer lite­ra­tur­bü­ro und dem kul­tur­som­mer rhein­land-pfalz, ziem­lich wenig leu­te gekom­men und noch weni­ger bis zum ende geblie­ben. ein „hap­py end“ soll­te das sein, so behaup­te­te der titel. und die hoff­nung dar­auf war wohl so das ein­zi­ge, was die ver­streu­ten zuhö­rer auf­recht hielt.

denn die­ser revue fehlt so ziem­lich alles, was sie zu einem span­nen­den, unter­halt­sa­men oder wenigs­tens inter­es­san­ten abend gemacht hät­te. zum bei­spiel eine dramt­ur­gie – fehl­an­zei­ge: leve­renz stol­pert sich durch brechts leben, ver­fehlt dabei auch noch wich­ti­ge sta­tio­nen und ver­trö­delt sich dann im ame­ri­ka-teil mit neben­säch­li­chen schla­gern. die musik – vor­wie­gend belang­lo­se arran­ge­ments. mar­kus flei­scher bemüht sich, mög­lichst wenig zu stö­ren und sorgt mit sei­ner ana­chro­nis­ti­schen strom­gi­tar­re für wei­chen klang­tep­pich ohne höhen oder tie­fen. die sän­ge­rin und ihre stim­me – ein ganz gro­ßes pro­blem. denn die passt viel bes­ser in ver­rauch­ten club als in die nüch­tern-kon­zen­trier­te atmo­sphä­re des frank­fur­ter hofs. hier offen­ba­ren sich alle unzu­läng­lich­kei­ten, alle brü­chig­kei­ten und quä­le­rei­en viel zu erbar­mung­los. und auch die büh­nen­prä­senz – nur noch eine wei­te­re leerstelle.

und wenn man das nun addiert, bleibt ledig­lich die fra­ge: wie­so hat nie­mand der sän­ge­rin die­se pein­lich­keit erspart? oder um es mit brecht zu sagen: „ich rate lie­ber mehr zu kön­nen als man macht, als mehr zu machen als man kann“ – hät­te amy lever­nez des meis­ters rat doch nur befolgt.

die mutter aller wanderflüsse: zwei tage an & auf der lahn

so, immer­hin zwei tage wan­der­pad­deln habe ich die­ses jahr noch geschafft. ges­tern und vor­ges­tern mal wie­der, nach län­ge­rer pad­del­tech­ni­scher abs­ti­nenz, auf der lahn gewe­sen. um die­se jah­res­zeit ist es da herr­lich ruhig – und wir hat­ten traum­haf­tes wet­ter, herr­lichs­ten son­nen­schein, fast noch zu warm. denn wir sind ja auch recht zügig gepad­delt. die 31,5 km von wetz­lar bis kurz hin­ter weil­burg am ers­ten tag haben wir mit schleusen/​wehren und mit­tags­pau­se in 6 stun­den hin­ter uns gebracht. und auch am zwei­ten tag waren wir noch ganz gut dabei, schließ­lich fließt die lahn dann inzwi­schen wesent­lich lang­sa­mer. mehr zum fluss im mei­nem tou­ren­buch.

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