»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

mein schlimmster lauf

… war heu­te der Long-Jog. Mein Trai­nings­plan sah vor: 39 km @ 5:13. Eine schö­ne Rou­te hat­te ich mir auch schon aus­ge­dacht und woll­te dabei gleich mein neu­es Gar­min Etrex auf die Pro­be stel­len: Den Anfang habe ich näm­lich vor eini­gen Wochen schon ein­mal lau­fen wol­len und mich dabei ziem­lich bös ver­franzt … Nun­ja, der Sonn­tag war also frei, ordent­lich gefrüh­stückt hat­te ich auch. Was aber nicht mit­spiel­te, war das Wet­ter: Seit Frei­tag hat­te es im Oden­wald ziem­lich hef­tig gereg­net und am Sams­tag auch noch gestürmt. Von der War­nung vor dem Betre­ten der Wäl­der habe ich mcih aber nicht abhal­ten las­sen. Um es gleich zu sagen: Die Sturm­schä­den waren auch – viel war es auch gar nicht – über­haupt kein gro­ßes Pro­blem: Eini­ge Bäu­me zum drü­ber­klet­tern, paar mal unten durch­ge­schlüpft – alles kei­ne gro­ße Sache. Schlim­mer war das Was­ser. Das kam näm­lich nach den ers­ten 15 Minu­ten fast durch­ge­hend. Und es kam aus allen Rich­tun­gen: Von oben, von unten, von der Sei­te, von vorn und hin­ten. Das hat mich doch zuneh­mend zer­mürbt. Irgend­wann waren mei­ne Kla­mot­ten dann näm­lich drei­mal so schwer wie im Nor­mal­fall, selbst die Ein­le­ge­soh­len der Lauf­schu­he hat­ten dop­pel­tes Gewicht. Noch ner­vi­ger war aber, dass es ja schon drei Tage aus­ge­spro­chen hef­tig reg­ne­te. Und die Weg sahen ent­spre­chend aus: Stel­len­wei­se waren das eher Bäche als gang­ba­re Wege. Und wo das Was­ser nicht in Strö­men floss, war ent­we­der der hal­be Weg schon abge­schwemmt oder die gan­ze Brei­te der­ma­ßen auf­ge­weicht, dass jeder Abdruck zu einem sehr aus­drucks­star­ken Bewe­gungs­vor­gang führ­te: Mit Hän­den und Füßen in allen Rich­tun­gen her­umei­ern, um den Sturz zu ver­mei­den und das Gleich­ge­wicht wie­der zu find­ne. Ok, das ist jetzt ein klein wenig über­trie­ben ;-). Aber so wid­ri­ge Bedin­gun­gen hat­te ich tat­säch­lich noch bei kei­nem Lauf. Zumin­dest nicht über gut 3,5 Stun­den. Und ihr könnt mich jetzt für total ver­rückt hal­ten: Irgend­wie war es am Ende dann doch wie­der gro­ße Klas­se. Denn jetzt bin ich mir sicher, dass mich kaum noch etwas schre­cken kann. Und ich weiß, das ich auch bei ech­tem Mist­wet­ter noch ganz ordent­li­che Zei­ten lau­fen kann. Es gehört zwar eini­ge gehö­ri­ge Por­ti­on Idio­tie dazu, so etwas zu machen – aber stolz dar­auf, es tat­säch­lich durch­ge­zo­gen zu haben und den viel­fäl­ti­gen Ver­su­chen, auf­zu­ge­ben und vom nächs­ten Bahn­hof aus mit dem Zug wei­ter­zu­fah­ren, wider­stan­den zu haben, bin ich schon. Jetzt kann mich der Renn­steig auch nicht mehr schrecken …

laufen und skifahren

oder bes­ser gesagt umge­kehrt: ski­fah­ren und lau­fen. das ist eine anstren­gen­de kom­bi­na­ti­on. das habe ich die­ses jahr in gal­tür wie­der sehr gemerkt: nach sie­ben stun­den auch nicht gera­de purer ent­span­nung auf den ski­ern noch gut andert­halb stun­den lau­fen zu gehen – und das in den alpen – ist kein leich­tes unter­fan­gen. nach drei tagen hat­te ich mich aber so halb­wegs dar­an gewöhnt. ich mein­te frei­lich, den ein­fluss der höhen­luft bereits zu spü­ren (gestar­tet bin ich auf ca. 1600 m, es ging hin­auf bis knapp 2000 m): ich kam öfters ganz schön ins hecheln und der puls war viel zu schnell viel zu weit oben – da bin ich dann doch lie­ber vor­sich­tig gewor­den. unter­wegs war ich vor allem auf der sil­vret­ta-hoch­al­pen­stra­ßen, die von wirl aus durch das klein­ver­munt-tal zur bie­ler höhe (wo der sil­vret­ta-stau­see liegt) hin­auf­führt. die wird ja nicht geräumt, son­dern nur von pis­ten­bul­lys und scoo­tern ver­dich­tet. den­noch lässt es sich dar­auf ziem­lich gut lau­fen. weni­ger gut war die ande­re idee, der ver­such, das jamt­al hin­auf zu lau­fen: dort hat­te die pis­ten­walz den schnee so weich gelo­ckert, dass ich unent­wegt ein­sank und beim absto­ßen kei­nen fes­ten halt hat­te, also unend­lich viel kraft benö­tig­te. des­halb beließ ich es dann bei dem einen ver­such, obwohl auch die­es sei­ten­tal sehr sehr schön ist. über­haupt ist die trai­nings­wir­kung die­ser läu­fe so eine sache: ich mei­ne zu beob­ach­ten, dass ich enorm an geschwin­dig­keit und schnell­kraft ver­lo­ren habe. dafür aber auch noch eine erheb­li­che por­ti­on aus­dau­er dazu­ge­won­nen habe. naja, schaun mer mal, wie sich das jetzt wei­ter entwickelt …

Monoskitreffen in Galtür

ein wahn­sin­ni­ger spaß war es wie­der, das dies­jäh­ri­ge tref­fen der mono­is­ten von mono​-ski​.org in galtür.

sonn­tags war mei­ne anrei­se – zum haus val­lü­la, fast unmit­tel­bar neben dem hotel cassa­da, wo die meis­ten ande­ren logier­ten. sehr bequem, sonn­tags sind die züge näm­lich ziem­lich leer – und ich hat­te eine direkt­ver­bin­dung von mainz nach lan­deck-zams, wo ich in den bus nach gal­tür umstieg.

am mon­tag ging es dann end­lich los: ski­fahrn!! gleich vorm haus traf ich auf kal­le & eve­lyn. zusam­men sind wir dann schon kurz vor neun an den lif­ten gewe­sen. und es war ein ein­stieg bei traum­wet­ter: son­ne pur. lee­re pis­ten, herr­li­che fahr­ten – so muss ein ski­ur­laub begin­nen. spä­ter stie­ßen dann noch peter und bir­git sowie her­bert und gabrie­le dazu. spä­ter sam­mel­ten wir dann auch noch tilo und ste­fan ein. kreuz und quer jag­ten wir so durch’s ja eigent­lich recht über­schau­ba­re gal­tü­re ski­ge­biet peter zog mich gleich am ers­ten tag mit in die vari­an­ten – aber es lief auch sehr gut, ich muss­te mich eigent­lich über­haupt nicht ein­ge­wöh­nen. irgend­wann am nach­mit­tag stieg peter dann auf sei­nen abge­säg­ten mini-mono­ski um – und bau­te ihn ziem­lich schnell im tief­schnee-hang zum falt­mo­no um: bei einem sturz nach vor­ne schaff­te er es, den ski vor der bin­dung abzu­kni­cken. da er das nicht merk­te, ging es danach natür­lich auch nicht beson­ders gut wei­ter. er ver­such­te dann zwar noch ganz tap­fer, mit dem lädier­ten ski zum lift zu kom­men, gab aber doch bei der nächs­ten hüt­te erschöpft auf und ließ sich von kal­le einen ersatz­ski brin­gen. immer­hin kam er so zum drop­man-award – und es gibt sogar video­auf­nah­men davon!. den abschluss such­ten wir neben der pis­te an der breit­spitz­bahn – erstaun­lich, wie die ande­ren sich durch die bäu­me schlängelten …

auch am diens­tag herrsch­te von mor­gens an immer noch herr­lichs­ter son­nen­schein. wie­der waren wir früh auf der pis­te und viel und aus­ge­spro­chen zügig unter­wegs. mit­tags habe ich dann kal­les geschoss, den moun­tain gun, aus­pro­biert: ein ver­dammt schnel­ler ski, der gera­de bei hohen tem­pi aber wie auf schie­nen läuft, unge­heu­er sicher zu fah­ren ist. da kam ich dann rich­tig in einen geschwin­dig­keits­rausch … nach kur­zer rück­ge­wöh­nung an den tt ham­mer ging es dann mit kal­le in die ski­rou­te 1, eine böse buckel­pis­te. gera­de in den wirk­lich stei­len pas­sa­gen wur­de ich aber nicht so recht glück­lich. nach­mit­tags tum­mel­ten wir uns dann wie­der an der breit­spitz­bahn – auf und neben den pisten.

am mitt­woch – noch ein­mal son­ne pur, mei­ne nasen­spit­ze hat’s nicht so gefreut, den rest von mir aber umso mehr – wur­de es dann lang­sam voll. ralf und berit kamen noch hin­zu, fred und anne­ma­rie und patric und auch – lei­der nur kurz – jür­gen. vor­mit­tags waren die pis­ten nicht so klas­se wie am diens­tag, dafür haben wir dann so eini­ge vide­os gedreht. lei­der hat­te kal­les helm­ka­me­ra einen aus­set­zer, sonst hät­ten wir schö­nes mate­ri­al mit geschwin­dig­kei­ten von über 80 km/​h (gps-mes­sung) gehabt … nach­mit­tags muss­te dann noch eine fol­ge für dropman’s world mit einem do-it-yours­elf-mono gedreht und noch schnell kurz vor schluss an der breit­spitz­bahn den klas­si­schen nach­mit­tags­ab­schluss gefah­ren. am abend ging es dann wie­der wei­ter: von 19.30 an star­te­te der nach­ski­lauf – dies­mal recht gut besucht, was sich aber auch all­mäh­lich rela­ti­vier­te. spaß gemacht hat es aber auf jeden fall wie­der eine menge.

am don­ners­tag war das wet­ter lei­der schlecht bzw. vor allem die sicht: mor­gens fiel noch ein wenig nas­ser schnee, der wind blies recht ordent­lich bei durch­aus war­men tem­pe­ra­tu­ren. lei­der war mei­ne lieb­lings­pis­te, die schwar­ze 1, nicht prä­pa­riert wor­den – das war dann doch nicht so lus­tig. all­mäh­lich klar­te es aber auf und wir sind noch ein wenig in die buckel­pis­te gefah­ren. mit dem mako von berit ging das doch ein wenig leich­ter – lei­der hat­ten wir beim umstel­len nur ver­ges­sen, den z‑wert anzu­pas­sen. das führ­te dann zu dem blö­den fall, dass er auf ein­mal fast vom fuß fiel und ein gutes stück den berg hin­ab rat­ter­te. durch die vie­len ski­wech­sel war der tag etwas chao­tisch – stän­dig wur­de irgend­wo geschraubt und ange­passt. es waren eben so eini­ge poly­ga­me mono­is­ten da. gefah­ren bin ich: snow­shark von mako, andre­as’ duret moun­tain sl 177 (ein tol­ler, leich­ter all­round-ski), kal­les moun­tain gun (ein 1,94 lan­ges geschoss von snow­shark), noch ein wenig nor­dic­board und dann das yama­tool. abge­schlos­sen haben wir dann mit den höl­lisch schwe­ren mono­ski-prü­fun­gen für dropman’s world im skikindergarten.

am frei­tag lief es sehr rund – ein schö­ner ski­tag bei mit­tel­mä­ßi­gem wet­ter. dafür war der sams­tag dann noch ein­mal so rich­tig klas­se: mit franz und andre­as sowie tilo vor allem über die pis­ten gebret­tert. und dann haben wir auch noch die lift­tras­se der birk­hahn­bahn unter die ski­er genom­men. das war schon ziem­lich geil: dicker, tie­fer wei­cher schnee, der auch im steils­ten hang noch sehr gut hielt und das gan­ze etwas ver­lang­sam­te – was mir sehr ent­ge­gen­kam … etwas blöd und unan­ge­nehm war nur, dass eine gewal­ti­ge ladung bus­tou­ris­ten ange­kom­men war: allein 8 bus­se aus offen­burg in schwa­ben, von irgend einem radio­sen­der. das hat das publi­kum auf der pis­te total ver­än­dert: nicht nur, dass dadurch auf­fäl­lig vie­le mit­tel­mä­ßi­ge und schlech­te ski­fah­rer als leben­dende (und gemüt­lich sich bewe­gen­de) sla­lom­stan­gen unter­wegs waren. natür­lich waren das auch sol­che grüpp­chen, die mor­gens um halb zehn vor der ers­ten lift­fahrt erst mal den gro­ßen flach­mann aus der tasche kram­ten – da krieg’ ich ja schon immer genug. denn schließ­lich ist ski­fah­ren sport – auch wenn man es viel­leicht nicht so for­dernd betreibt wie wir. aber das ver­ges­sen ja immer wie­der vie­le. kein wun­der war es dann auch, dass der kran­ken­wa­gen mehr­mals benö­tigt wur­de. und auch die hub­schrau­ber hat­ten am sams­tag viel zu tun (wenn auch nicht in galtür)

daz­tu kam dann natür­lich noch jeden nach­mit­tag – nach kur­zem ein­kehr­schwung – das lau­fen (doch dazu habe ich einen eige­nen ein­trag geschrie­ben): meist auf der sil­vret­ta-hoch­al­pen­stra­ße (d.h. auf fes­tem schnee­grund). dadurch war ich dann fast gar nicht in mei­nem zim­mer – denn abends haben wir uns natür­lich auch noch ein­mal zusam­men­ge­setzt. das gehört näm­lich unbe­dingt dazu beim mono­ski­tref­fen: das gemüt­li­che zusam­men­sit­zen mit mehr oder min­der hit­zi­gen dis­kus­sio­nen und gesprä­chen rund um den mono oder auch nicht … mit so viel net­ten leu­ten zusam­men macht das fast so viel spaß wie das ski­fah­ren tagsüber …

Erste Eindrücke vom Yamatool

Beim dies­jäh­ri­gen Tref­fen der Mono​-Ski​.org in Gal­tür hat­te ich am letz­ten Tag noch die Mög­lich­keit, ein brand­neu­es (und daher von mir nur behelfs­mä­ßig prä­pa­rier­tes) Yama­tool zu fah­ren. Das waren mei­ne Eindrücke:

Der Ski: Ein Yama­tool (heißt es eigent­lich das Yama­tool? oder der? ich fin­de das irgend­wie pas­sen­der) fällt immer auf: Schon durch die Tei­lung des hin­te­ren Skis ab der Bin­dung (einer sehr sta­bi­len und mas­si­ven Non-Secu­re-Bin­dung), die bei­den Enden sind dann aber wie­der durch ein Draht­seil ver­bun­den (Das in der „Ruhe­stel­lung“ durch­hängt, beim Bogen auf der Pis­te aber unter Span­nung gesetzt wird)
„Unser“ Modell ist ein V.2–10, wenn ich das rich­tig ent­zif­fert habe [da müss­te Tilo noch ein­mal nach­schau­en …], mit einer Län­ge von 170 cm und einem nomi­nel­len Radi­us von 10 m ein ech­ter Car­ver (und damit bin ich als Tes­ter eigent­lich schon halb dis­qua­li­fi­ziert …). An der Stel­le der Bin­dun­gen ist er jeden­falls nicht sehr breit, Tilo pass­te mit sei­nen Schu­hen nur sehr knapp dar­auf, ich hat­te auch nicht mehr viel Luft zwi­schen den Füßen.
Die Ver­ar­bei­tung – alle Yama­tools wer­den hand­ge­fer­tigt – ent­täusch­te mich zunächst ein wenig: Die Ober­kan­ten waren durch­weg rauh und nicht ent­gra­tet, die Bie­gung der Schau­fel recht grob­schläch­tig ein­ge­fügt. Mög­li­cher­wei­se lag es ja an der beson­de­ren Eile – der Ski soll­te schieß­lich noch nach Gal­tür kom­men. Das hat er immer­hin gera­de noch geschafft (Frei­tag nach­mit­tag kam er im Hotel an). Aber im Finish sind die ande­ren Her­stel­ler sorg­fäl­ti­ger. Und die Folie war auch nicht exakt mit­tig pla­ziert. Damit sind wir schon beim nächs­ten Punkt:
Das Design: Das ist ech­tes „Made by Drop­man“, spe­zi­ell für die­sen Ski: Mit gro­ßen Hin­wei­sen auf die­se Sei­ten hier ist der Ski ver­ziert. Und einer net­ten Design-Idee: An der Ober­sei­te täuscht das Yama­tool Ste­reo­lat­ten vor, die mit­ein­an­der ver­schraubt sind. Sehr schön fand ich auch die platt­ge­fah­re­ne Maus mit Blut­spu­ren unter der Schaufel ;-)
Der Test in der Pra­xis: Die ers­ten Meter und die gan­ze ers­te Abfahrt waren eine her­be Ent­täu­schung – mit drauf­stel­len und wohl­füh­len war da nix. Der Ski, der sich schon beim Prä­pa­rie­ren als aus­ge­spro­chen steif und hart zeig­te, reagier­te auf mei­ne Bemü­hun­gen ganz und gar nicht so wie ich das woll­te. Die Schau­fel schien mir extrem schwer (sie ist ja auch ver­gleichs­wei­se breit gebaut) und erst ein­mal kaum bzw. nur mit gewal­ti­gem Auf­wand in die Kur­ve zu zwin­gen. Das selt­sa­me war dann, dass das ab der zwei­ten Abfahrt gar nicht mehr auf­fiel – ob ich da irgend etwas anders gemacht habe, kann ich nicht mehr rekon­stru­ie­ren. Jeden­falls wur­den wir schnell ein ein­ge­spiel­tes Team: Im zum Test­zeit­punkt recht sul­zi­gen Schnee der Gal­tü­rer Pis­ten ließ sich mit dem Yama­tool so eini­ges anstel­len: Extrem kur­ze Schwin­ge, Kipp­schwün­ge, brei­te Bögen und sogar eini­ge Car­ving­ver­su­che gelan­gen dann doch sehr schnell sehr gut und sicher. Beson­ders beein­druckt hat mich die extre­me Prä­zi­si­on, mit der sich die­ser Ski in allen Lagen steu­ern lässt – er ver­langt aller­dings auch Genau­ig­keit und auf­merk­sa­me Kon­trol­le vom Fah­rer. Nach der kur­zen Ein­ge­wöh­nungs­zeit schien er mir jeden­falls deut­lich agi­ler, wen­di­ger und auch ein wenig genau­er als mein Snow­shark TT Ham­mer. Der Ver­gleich mit dem Nor­dic­board zeig­te dann noch ein­mal die Unter­schie­de: Im Gegen­satz zu Ottos Ski dreht er nicht fast von allei­ne, son­dern erfor­dert deut­li­che Akzen­te des Fah­rers. Dafür ruht er aber auch viel siche­rer und gelas­se­ner auf der Pis­te, bzwl. gera­de­zu fest im Schnee. Gera­de bei hohen Tem­pi macht sich einer­seits die enor­me Stei­fig­keit natür­lich bezahlt (bei immer noch ver­gleichs­wei­se nied­ri­gem gefühl­ten (gewo­gen haben wir ihn nicht) Gewicht), ande­rer­seits beein­druck­te mich immer wie­der neu, wie prä­zi­se sich damit die Kur­ven selbst in hohen Tem­pi noch fah­ren lie­ßen und dabei das Tem­po aus­ge­spro­chen har­mo­nisch zu kon­trol­lie­ren war. Den Ski wirk­lich auf die Kan­te zu set­zen fand ich etwas müh­sa­mer als beim Nor­dic­board (gut, die Bedin­gun­gen waren dafür auch nicht mehr opi­mal, die Pis­ten inzwi­schen schon sehr ungleich­mä­ßig), aber der Ein­druck blieb schon, dass das Yama­tool bei etwas zöger­li­chem Ver­hal­ten leicht wie­der ins Abrut­schen hin­ein­glei­tet – was man aber auch gezielt ein­set­zen kann.
Ins­ge­samt hat­te ich also den Ein­druck, das das Yama­tool ein sehr schnel­ler und aus­ge­spro­chen kraft­vol­ler Ski ist, an des­sen Gren­zen ich wahr­schein­lich noch lan­ge nicht her­an­kam. Ja, man könn­te ihn fast aggre­siv nen­nen. Denn er for­dert auf­grund sei­ner Prä­zi­si­on gera­de­zu zum rasan­ten Angriff auf die Hän­ge auf – und beacht­lich ist, wie wenig er bei hohen Geschwin­dig­kei­ten nach­lässt: Er greift durch­weg (mit einer Aus­nah­me: bei gaaa­anz lang­sa­men Geschwin­dig­kei­ten ist er eben trä­ge und schwer­fäl­lig) noch gut in die Kur­ve, lässt sich auch dann noch sehr dosiert und fein abge­stuft dre­hen und damit auch ins­ge­samt über­durch­schnitt­lich kon­trol­liert fah­ren. Ich bin jeden­falls gespannt, was Tilo dann von sei­nen nächs­ten Ski­ta­gen mit dem Yama­tool berichtet …

china oolong qilan 1st grade

schon wie­der ein oolong-tee – die lau­fen den dar­jee­lings (mei­ner bis­he­ri­gen lieb­lings-sor­ten) in mei­ner inter­nen hit­pa­ra­de bald den rang ab … vor allem, weil man sie mehr­mals auf­gie­ßen kann (sogar muss, um den vol­len genuss zu ent­de­cken!). der hier (wie­der ein­mal von kolod­ziej & lie­der) ist ein genuss auf meh­re­ren ebe­nen. denn schon der duft, der aus der recht dunk­len, bron­ze­nen tas­se empor­steigt, ver­rät den cha­rak­ter: sehr fruch­tig umschmei­chelt er riech- und geschmacksin­ne. und so sanft und unauf­dring­lich trinkt er sich dann auch – mit viel klas­se, aber ohne anzu­ge­ben und mit irgend­wel­chen raf­fi­nier­ten tricks auf­zu­war­ten. ein wun­der­ba­rer tee für den ent­spann­ten abend, mit der rich­ti­gen musik (etwa, wie bei mir gera­de wie­der und wie­der: cecil tay­lor, wil­li­s­au con­cert (intakt)).

zube­rei­tung: 12g tee, 1,5 liter was­ser bei 90 °C, 4 minu­ten zie­hen lassen.

schwierig: viel gutes und viel schlechtes beim „messias“

ein schwie­ri­ges unter­fan­gen: das semes­ter­ab­schluss­kon­zert. viel gutes war dabei, aber auch viel mist und ver­werf­li­che ideen… das ist dabei herausgekommen:

Das ers­te gesun­ge­ne Wort ist Pro­gramm: „Trös­tet“ beginnt der „Mes­si­as“ von Hän­del. Denn Trost und Freu­de über die Ankunft des Erlö­sers sind es, die das Ora­to­ri­um bestim­men. Sel­ten wird das so deut­lich wie beim Semes­ter­ab­schluss­kon­zert von Chor und Orches­ter des Col­le­gi­um musi­cum in der Phö­nix­hal­le. Denn hier kommt die­se Initi­al­zün­dung aus dem Mund von Dani­el Sans – nicht nur aus dem Mund, aus tiefs­ter See­le scheint sich die Gewiss­heit Bahn zu bre­chen. Ganz zart und weich setzt der Main­zer Tenor damit ein, ent­wi­ckelt das eine, immer wie­der wie­der­hol­te Wort dann mit genau dosier­ter, nie über­trie­be­ner Über­zeu­gung mit sanf­ter Nach­drück­lich­keit bis zur fes­ten Gewiss­heit und Bestä­ti­gung: Der Trost ist gerecht­fer­tigt, der Mes­si­as erschienen.

Auch sonst ist es ein Abend der Details. Die waren schon immer die beson­de­re Spe­zia­li­tät von Jos­hard Daus. Die­ses Mal über­treibt er es damit aller­dings ein wenig. Denn die gera­de­zu mikro­sko­pi­sche Genau­ig­keit ermög­licht zwar Klang­stu­di­en von beson­de­rer Güte, führ­te aber ande­rer­seits zum Ver­lust von Klar­heit und Struk­tur. Akzen­te gab es etwa fast gar nicht. Auch Hän­del­sche Idee las­sen sich kaum noch fin­den – die­ser Mes­si­as ist viel mehr Mozart als Hän­del. Denn Daus hat sich für die Mozart’sche Bear­bei­tung des Ora­to­ri­ums ent­schie­den. Die hat unter ande­rem den Vor­teil, dass man auf deutsch sin­gen darf. Und das geschieht hier aus­ge­zeich­net. Sowohl die Solis­ten als auch der Chor sind ganz beson­ders gut ver­ständ­lich. Und gera­de der Chor ist das Zen­trum die­ser Auf­füh­rung. Unent­wegt strahlt er Besinn­lich­keit und Andacht aus. Über­haupt spielt die Rein­heit des Klan­ges eine ganz gro­ße Rol­le für Daus. So vor­sich­tig nähert er sich dem Werk, als wäre die Musik selbst schon etwas Hei­li­ges. Ande­rer­seits scheint der Diri­gent bedacht zu sein, immer eine gewis­se Min­dest­di­stanz zum Werk und sei­ner Über­zeu­gung der Erlö­sung zu wah­ren. Das wird vor allem dann deut­lich, wenn einer der Solis­ten – etwa der impul­si­ve Bass Ulf Bäst­lein – die­sen Abstand überwindet.

Und so groß­ar­ti­ge Klangstill­le­ben Jos­hard Daus dabei auch gelin­gen, vol­ler feins­te Schat­tie­run­gen und unglaub­lichs­ter Nuan­cen, umso stär­ker fal­len die Nach­läs­sig­kei­ten an ande­ren Stel­len auf. Etwa die grau­sam unter­be­lich­te­ten Holz­blä­ser. Aber auch das struk­tu­rel­le Pro­blem sei­nes Ansat­zes liegt immer wie­der deut­lich zu Tage: Sei­ne Klang­bil­der sind eben Still­le­ben im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes – ohne Bewe­gung und Ent­wick­lung füh­ren sie nir­gends hin, son­dern blei­ben rei­ne Moment­auf­nah­men. Das Ora­to­ri­um wird des­halb zu einer lan­gen Rei­he von – an sich wun­der­schö­nen – Stand­bil­dern, die den eigent­lich beab­sich­tig­ten Film aber nicht erset­zen können.

fasten

so, mitt­ler­wei­le ist auch in mainz die fast­nacht vor­bei und der ernst des lebens wie­der eingekehrt ;-)

mein ver­zicht­plan in die­sem jahr:
kein alko­hol. kei­ne süßig­kei­ten, scho­ko­la­de, knab­ber­zeugs, kuchen, kek­se. und kein fast-food.
mal sehen, wie ich das durchhalte …

und war­um gibt sie dafür noch eine men­ge geld aus? war­um lockt sie tau­sen­de unbe­darf­te schü­ler auf den cam­pus? lau­ter fra­gen, auf die ich par­tout kei­ne ant­wor­ten fin­de. denn heu­te ist „tag der offe­nen tür” an der main­zer uni­ver­si­tät. wenn man sich das anschaut, könn­te man mei­nen, sie lei­de an aku­ter aus­zeh­rung und stu­den­ten­man­gel, wo doch das gegen­teil der fall ist (und mitt­ler­wei­le wahr­lich über­haupt nicht mehr zu über­se­hen ist). wozu also immer noch mehr und mehr stu­den­ten hier­her locken? den offi­zi­el­len grund, bei der wahl des faches zu hel­fen, wird man so wohl über­haupt nicht errei­chen. denn was bekommt der schü­ler denn mit, wenn er sich jetzt, am ende des semes­ters, in eine vor­le­sung setzt und die vor­letz­te sit­zung etwa der vor­le­sung „die grund­le­gung euro­pas im fran­ken­reich. i: poli­ti­sche geschich­te” über sich erge­hen lässt? fächer­wahl und ‑bera­tung könn­te man doch ganz bestimmt viel sinn­vol­ler und ergeb­nis­rei­cher dezen­tral organisieren …

darjeeling gopaldhara ftgop1 f.f.cl

schon der duft ist betö­rend, der nach knapp zwei minu­ten der tee­scha­le ent­steigt: frisch und fruch­tig zugleich, wun­der­bar aro­ma­tisch. und genau­so lecker schmeckt’s dann auch. sprit­zig ist genau das rich­ti­ge wort. der idea­le tee, um wie­der ener­gie zu tan­ken. denn trotz sei­ner raf­fi­nes­se hat er auch einen aus­ge­zeich­net prä­zis defi­nier­ten kern, ein kla­res geschmacks­zen­trum. gro­ße klas­se. auch die­sen wun­der­ba­ren genie­ßer-tee habe ich von kolod­ziej & lie­der, dem tee-händ­ler mei­nes vertrauens.

zube­rei­tung: ca. 14 g tee für knapp 1,5 liter kochen­des was­ser, maxi­mal 2 minu­ten zie­hen lassen.

schnee und matsch allerorten

end­lich! der ers­te lauf im schnee! zumin­dest fast. denn in erbach war am sonn­tag mit­tag der meis­te schnee von sams­tag vor­mit­tag schon wie­der ver­schwun­den – geschmol­zen von der kräf­ti­gen son­ne und den zu hohen tem­pe­ra­tu­ren. doch auf dem weg nach bull­au wur­de die schnee­de­cke immer dich­ter und höher. und als ich dann am was­ser­werk aus dem wald kam, belohn­te mich ein wun­der­ba­rer blick (das wet­ter war ja auch herr­lich: strah­len­der son­nen­schein) über die ver­schnei­te bullau­er ebe­ne für den lan­gen und recht zähen (die waden fühl­ten sich sehr hart an die­ses mal) auf­stieg. das hat mich so beflü­gelt, dass ich viel zu schnell übers bullau­er bild zum jäger­tor und nach würz­berg gedüst bin. auch die würz­ber­ger ebe­ne war wun­der­schön mit dem schnee und der vie­len son­ne. des­halb waren wahr­schein­lich auch so wahn­sin­nig vie­le spa­zier­gän­ger mit ihren autos ange­reist … vor­bei am fried­hof ging es vor zur man­gel­bach – kurz davor war auch das ers­te stück im wald, das mich rich­tig for­der­te: der schma­le weg, der schnee, die tief hän­gen­den zwei­ge – ein rich­ti­ger hin­der­nis­par­cour. durch die man­gels­bach ging es dann wei­ter recht flott vor­bei am loch­brun­nen und hin­ab ins loch­brun­nen­tal. dem folg­te ich bis fast an die hains­ter­müh­le. dort geht dann der etwas ver­steck­te weg ab hin­un­ter zum bäch­lein, der den anschluss an das box­brun­ner wege­netz sichert. da hat­te ich dann gut 22 kilo­me­ter in den bei­nen. und mich erwar­te­te noch ein ziem­lich hef­ti­ger auf­stieg: der weg nach box­brunn war doch eini­ges stei­ler und auch etwas län­ger als ich nach dem kar­ten­stu­di­um ver­mu­tet hat­te (da mer­ke ich immer wie­der mei­ne man­geln­de kar­ten­er­fah­rung …) aber irgend­wann hat­te ich mich dann keu­chend den berg hoch­ge­quält und war in box­brunn ange­langt. dort ging es schnell über die b 47 und wie­der in den wald, um mit eini­gen win­dun­gen und kur­ven den bogen nach eul­bach zu schla­gen. hier wur­de es rich­tig win­ter­lich: kalt und weiß. der schnee lag hier ziem­lich hoch, gut 15 zen­ti­me­ter feins­tes pul­ver. und bald traf ich auch – das ers­te mal an die­sem tag – auf qua­si jung­fräu­li­che wege: außer ein oder zwei rehen hat­te noch kein lebe­we­sen die schnee­de­cke durch­bro­chen. hier, in dem immer ziem­lich sump­fi­gen wald­stück, geschah mir dann auch noch ein klei­nes, ziem­lich blö­des unge­schick: ich stand auf ein­mal bis über den knö­chel mit dem rech­ten fuß in einem was­ser­loch. das war dann eine gan­ze wei­le ver­dammt kalt – so knapp zwan­zig minu­ten hat es gedau­ert, bis der fuß wie­der betriebs­tem­pe­ra­tur hat­te. da war ich dann inzwi­schen schon durch eul­bach hin­durch und auf dem weg zum haber­manns­kreuz hin­un­ter. inzwi­schen mach­te sich auch das hohe tem­po ab bull­au bemerk­bar: obwohl es ste­tig berg­ab ging, wur­de es doch all­mäh­lich recht anstren­gend. und ab dem haber­manns­kreuz kam dann noch eine gewal­ti­ge schlamm­schlacht hin­zu: der weg war der­ma­ßen glit­schig und rut­schig, dass ich eigent­lich nur von einer sei­ter zur ande­ren getau­melt bin. aber irgend­wie ging’s dann doch noch vor­wärts und der grä­sig rück­te immer näher. von dort ist es dann ja nur noch ein kat­zen­sprung nach hau­se – so lang­sam hat es mir aber auch gereicht. zumal es, nach­dem die son­ne jetzt ver­schwun­den war, doch ziem­lich kühl wur­de. das waren dann inge­samt ziem­lich genau 35 kilo­me­ter, die ich in 3:15:45 hin­ter mich brachte.

und weil das wet­ter so schön war, hat­te ich sogar mal den foto dabei: 

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