… war heute der Long-Jog. Mein Trainingsplan sah vor: 39 km @ 5:13. Eine schöne Route hatte ich mir auch schon ausgedacht und wollte dabei gleich mein neues Garmin Etrex auf die Probe stellen: Den Anfang habe ich nämlich vor einigen Wochen schon einmal laufen wollen und mich dabei ziemlich bös verfranzt … Nunja, der Sonntag war also frei, ordentlich gefrühstückt hatte ich auch. Was aber nicht mitspielte, war das Wetter: Seit Freitag hatte es im Odenwald ziemlich heftig geregnet und am Samstag auch noch gestürmt. Von der Warnung vor dem Betreten der Wälder habe ich mcih aber nicht abhalten lassen. Um es gleich zu sagen: Die Sturmschäden waren auch – viel war es auch gar nicht – überhaupt kein großes Problem: Einige Bäume zum drüberklettern, paar mal unten durchgeschlüpft – alles keine große Sache. Schlimmer war das Wasser. Das kam nämlich nach den ersten 15 Minuten fast durchgehend. Und es kam aus allen Richtungen: Von oben, von unten, von der Seite, von vorn und hinten. Das hat mich doch zunehmend zermürbt. Irgendwann waren meine Klamotten dann nämlich dreimal so schwer wie im Normalfall, selbst die Einlegesohlen der Laufschuhe hatten doppeltes Gewicht. Noch nerviger war aber, dass es ja schon drei Tage ausgesprochen heftig regnete. Und die Weg sahen entsprechend aus: Stellenweise waren das eher Bäche als gangbare Wege. Und wo das Wasser nicht in Strömen floss, war entweder der halbe Weg schon abgeschwemmt oder die ganze Breite dermaßen aufgeweicht, dass jeder Abdruck zu einem sehr ausdrucksstarken Bewegungsvorgang führte: Mit Händen und Füßen in allen Richtungen herumeiern, um den Sturz zu vermeiden und das Gleichgewicht wieder zu findne. Ok, das ist jetzt ein klein wenig übertrieben ;-). Aber so widrige Bedingungen hatte ich tatsächlich noch bei keinem Lauf. Zumindest nicht über gut 3,5 Stunden. Und ihr könnt mich jetzt für total verrückt halten: Irgendwie war es am Ende dann doch wieder große Klasse. Denn jetzt bin ich mir sicher, dass mich kaum noch etwas schrecken kann. Und ich weiß, das ich auch bei echtem Mistwetter noch ganz ordentliche Zeiten laufen kann. Es gehört zwar einige gehörige Portion Idiotie dazu, so etwas zu machen – aber stolz darauf, es tatsächlich durchgezogen zu haben und den vielfältigen Versuchen, aufzugeben und vom nächsten Bahnhof aus mit dem Zug weiterzufahren, widerstanden zu haben, bin ich schon. Jetzt kann mich der Rennsteig auch nicht mehr schrecken …
oder besser gesagt umgekehrt: skifahren und laufen. das ist eine anstrengende kombination. das habe ich dieses jahr in galtür wieder sehr gemerkt: nach sieben stunden auch nicht gerade purer entspannung auf den skiern noch gut anderthalb stunden laufen zu gehen – und das in den alpen – ist kein leichtes unterfangen. nach drei tagen hatte ich mich aber so halbwegs daran gewöhnt. ich meinte freilich, den einfluss der höhenluft bereits zu spüren (gestartet bin ich auf ca. 1600 m, es ging hinauf bis knapp 2000 m): ich kam öfters ganz schön ins hecheln und der puls war viel zu schnell viel zu weit oben – da bin ich dann doch lieber vorsichtig geworden. unterwegs war ich vor allem auf der silvretta-hochalpenstraßen, die von wirl aus durch das kleinvermunt-tal zur bieler höhe (wo der silvretta-stausee liegt) hinaufführt. die wird ja nicht geräumt, sondern nur von pistenbullys und scootern verdichtet. dennoch lässt es sich darauf ziemlich gut laufen. weniger gut war die andere idee, der versuch, das jamtal hinauf zu laufen: dort hatte die pistenwalz den schnee so weich gelockert, dass ich unentwegt einsank und beim abstoßen keinen festen halt hatte, also unendlich viel kraft benötigte. deshalb beließ ich es dann bei dem einen versuch, obwohl auch diees seitental sehr sehr schön ist. überhaupt ist die trainingswirkung dieser läufe so eine sache: ich meine zu beobachten, dass ich enorm an geschwindigkeit und schnellkraft verloren habe. dafür aber auch noch eine erhebliche portion ausdauer dazugewonnen habe. naja, schaun mer mal, wie sich das jetzt weiter entwickelt …
ein wahnsinniger spaß war es wieder, das diesjährige treffen der monoisten von mono-ski.org in galtür.
sonntags war meine anreise – zum haus vallüla, fast unmittelbar neben dem hotel cassada, wo die meisten anderen logierten. sehr bequem, sonntags sind die züge nämlich ziemlich leer – und ich hatte eine direktverbindung von mainz nach landeck-zams, wo ich in den bus nach galtür umstieg.
am montag ging es dann endlich los: skifahrn!! gleich vorm haus traf ich auf kalle & evelyn. zusammen sind wir dann schon kurz vor neun an den liften gewesen. und es war ein einstieg bei traumwetter: sonne pur. leere pisten, herrliche fahrten – so muss ein skiurlaub beginnen. später stießen dann noch peter und birgit sowie herbert und gabriele dazu. später sammelten wir dann auch noch tilo und stefan ein. kreuz und quer jagten wir so durch’s ja eigentlich recht überschaubare galtüre skigebiet peter zog mich gleich am ersten tag mit in die varianten – aber es lief auch sehr gut, ich musste mich eigentlich überhaupt nicht eingewöhnen. irgendwann am nachmittag stieg peter dann auf seinen abgesägten mini-monoski um – und baute ihn ziemlich schnell im tiefschnee-hang zum faltmono um: bei einem sturz nach vorne schaffte er es, den ski vor der bindung abzuknicken. da er das nicht merkte, ging es danach natürlich auch nicht besonders gut weiter. er versuchte dann zwar noch ganz tapfer, mit dem lädierten ski zum lift zu kommen, gab aber doch bei der nächsten hütte erschöpft auf und ließ sich von kalle einen ersatzski bringen. immerhin kam er so zum dropman-award – und es gibt sogar videoaufnahmen davon!. den abschluss suchten wir neben der piste an der breitspitzbahn – erstaunlich, wie die anderen sich durch die bäume schlängelten …
auch am dienstag herrschte von morgens an immer noch herrlichster sonnenschein. wieder waren wir früh auf der piste und viel und ausgesprochen zügig unterwegs. mittags habe ich dann kalles geschoss, den mountain gun, ausprobiert: ein verdammt schneller ski, der gerade bei hohen tempi aber wie auf schienen läuft, ungeheuer sicher zu fahren ist. da kam ich dann richtig in einen geschwindigkeitsrausch … nach kurzer rückgewöhnung an den tt hammer ging es dann mit kalle in die skiroute 1, eine böse buckelpiste. gerade in den wirklich steilen passagen wurde ich aber nicht so recht glücklich. nachmittags tummelten wir uns dann wieder an der breitspitzbahn – auf und neben den pisten.
am mittwoch – noch einmal sonne pur, meine nasenspitze hat’s nicht so gefreut, den rest von mir aber umso mehr – wurde es dann langsam voll. ralf und berit kamen noch hinzu, fred und annemarie und patric und auch – leider nur kurz – jürgen. vormittags waren die pisten nicht so klasse wie am dienstag, dafür haben wir dann so einige videos gedreht. leider hatte kalles helmkamera einen aussetzer, sonst hätten wir schönes material mit geschwindigkeiten von über 80 km/h (gps-messung) gehabt … nachmittags musste dann noch eine folge für dropman’s world mit einem do-it-yourself-mono gedreht und noch schnell kurz vor schluss an der breitspitzbahn den klassischen nachmittagsabschluss gefahren. am abend ging es dann wieder weiter: von 19.30 an startete der nachskilauf – diesmal recht gut besucht, was sich aber auch allmählich relativierte. spaß gemacht hat es aber auf jeden fall wieder eine menge.
am donnerstag war das wetter leider schlecht bzw. vor allem die sicht: morgens fiel noch ein wenig nasser schnee, der wind blies recht ordentlich bei durchaus warmen temperaturen. leider war meine lieblingspiste, die schwarze 1, nicht präpariert worden – das war dann doch nicht so lustig. allmählich klarte es aber auf und wir sind noch ein wenig in die buckelpiste gefahren. mit dem mako von berit ging das doch ein wenig leichter – leider hatten wir beim umstellen nur vergessen, den z‑wert anzupassen. das führte dann zu dem blöden fall, dass er auf einmal fast vom fuß fiel und ein gutes stück den berg hinab ratterte. durch die vielen skiwechsel war der tag etwas chaotisch – ständig wurde irgendwo geschraubt und angepasst. es waren eben so einige polygame monoisten da. gefahren bin ich: snowshark von mako, andreas’ duret mountain sl 177 (ein toller, leichter allround-ski), kalles mountain gun (ein 1,94 langes geschoss von snowshark), noch ein wenig nordicboard und dann das yamatool. abgeschlossen haben wir dann mit den höllisch schweren monoski-prüfungen für dropman’s world im skikindergarten.
am freitag lief es sehr rund – ein schöner skitag bei mittelmäßigem wetter. dafür war der samstag dann noch einmal so richtig klasse: mit franz und andreas sowie tilo vor allem über die pisten gebrettert. und dann haben wir auch noch die lifttrasse der birkhahnbahn unter die skier genommen. das war schon ziemlich geil: dicker, tiefer weicher schnee, der auch im steilsten hang noch sehr gut hielt und das ganze etwas verlangsamte – was mir sehr entgegenkam … etwas blöd und unangenehm war nur, dass eine gewaltige ladung bustouristen angekommen war: allein 8 busse aus offenburg in schwaben, von irgend einem radiosender. das hat das publikum auf der piste total verändert: nicht nur, dass dadurch auffällig viele mittelmäßige und schlechte skifahrer als lebendende (und gemütlich sich bewegende) slalomstangen unterwegs waren. natürlich waren das auch solche grüppchen, die morgens um halb zehn vor der ersten liftfahrt erst mal den großen flachmann aus der tasche kramten – da krieg’ ich ja schon immer genug. denn schließlich ist skifahren sport – auch wenn man es vielleicht nicht so fordernd betreibt wie wir. aber das vergessen ja immer wieder viele. kein wunder war es dann auch, dass der krankenwagen mehrmals benötigt wurde. und auch die hubschrauber hatten am samstag viel zu tun (wenn auch nicht in galtür)
daztu kam dann natürlich noch jeden nachmittag – nach kurzem einkehrschwung – das laufen (doch dazu habe ich einen eigenen eintrag geschrieben): meist auf der silvretta-hochalpenstraße (d.h. auf festem schneegrund). dadurch war ich dann fast gar nicht in meinem zimmer – denn abends haben wir uns natürlich auch noch einmal zusammengesetzt. das gehört nämlich unbedingt dazu beim monoskitreffen: das gemütliche zusammensitzen mit mehr oder minder hitzigen diskussionen und gesprächen rund um den mono oder auch nicht … mit so viel netten leuten zusammen macht das fast so viel spaß wie das skifahren tagsüber …
Beim diesjährigen Treffen der Mono-Ski.org in Galtür hatte ich am letzten Tag noch die Möglichkeit, ein brandneues (und daher von mir nur behelfsmäßig präpariertes) Yamatool zu fahren. Das waren meine Eindrücke:
Der Ski: Ein Yamatool (heißt es eigentlich das Yamatool? oder der? ich finde das irgendwie passender) fällt immer auf: Schon durch die Teilung des hinteren Skis ab der Bindung (einer sehr stabilen und massiven Non-Secure-Bindung), die beiden Enden sind dann aber wieder durch ein Drahtseil verbunden (Das in der „Ruhestellung“ durchhängt, beim Bogen auf der Piste aber unter Spannung gesetzt wird)
„Unser“ Modell ist ein V.2–10, wenn ich das richtig entziffert habe [da müsste Tilo noch einmal nachschauen …], mit einer Länge von 170 cm und einem nominellen Radius von 10 m ein echter Carver (und damit bin ich als Tester eigentlich schon halb disqualifiziert …). An der Stelle der Bindungen ist er jedenfalls nicht sehr breit, Tilo passte mit seinen Schuhen nur sehr knapp darauf, ich hatte auch nicht mehr viel Luft zwischen den Füßen.
Die Verarbeitung – alle Yamatools werden handgefertigt – enttäuschte mich zunächst ein wenig: Die Oberkanten waren durchweg rauh und nicht entgratet, die Biegung der Schaufel recht grobschlächtig eingefügt. Möglicherweise lag es ja an der besonderen Eile – der Ski sollte schießlich noch nach Galtür kommen. Das hat er immerhin gerade noch geschafft (Freitag nachmittag kam er im Hotel an). Aber im Finish sind die anderen Hersteller sorgfältiger. Und die Folie war auch nicht exakt mittig plaziert. Damit sind wir schon beim nächsten Punkt:
Das Design: Das ist echtes „Made by Dropman“, speziell für diesen Ski: Mit großen Hinweisen auf diese Seiten hier ist der Ski verziert. Und einer netten Design-Idee: An der Oberseite täuscht das Yamatool Stereolatten vor, die miteinander verschraubt sind. Sehr schön fand ich auch die plattgefahrene Maus mit Blutspuren unter der Schaufel ;-)
Der Test in der Praxis: Die ersten Meter und die ganze erste Abfahrt waren eine herbe Enttäuschung – mit draufstellen und wohlfühlen war da nix. Der Ski, der sich schon beim Präparieren als ausgesprochen steif und hart zeigte, reagierte auf meine Bemühungen ganz und gar nicht so wie ich das wollte. Die Schaufel schien mir extrem schwer (sie ist ja auch vergleichsweise breit gebaut) und erst einmal kaum bzw. nur mit gewaltigem Aufwand in die Kurve zu zwingen. Das seltsame war dann, dass das ab der zweiten Abfahrt gar nicht mehr auffiel – ob ich da irgend etwas anders gemacht habe, kann ich nicht mehr rekonstruieren. Jedenfalls wurden wir schnell ein eingespieltes Team: Im zum Testzeitpunkt recht sulzigen Schnee der Galtürer Pisten ließ sich mit dem Yamatool so einiges anstellen: Extrem kurze Schwinge, Kippschwünge, breite Bögen und sogar einige Carvingversuche gelangen dann doch sehr schnell sehr gut und sicher. Besonders beeindruckt hat mich die extreme Präzision, mit der sich dieser Ski in allen Lagen steuern lässt – er verlangt allerdings auch Genauigkeit und aufmerksame Kontrolle vom Fahrer. Nach der kurzen Eingewöhnungszeit schien er mir jedenfalls deutlich agiler, wendiger und auch ein wenig genauer als mein Snowshark TT Hammer. Der Vergleich mit dem Nordicboard zeigte dann noch einmal die Unterschiede: Im Gegensatz zu Ottos Ski dreht er nicht fast von alleine, sondern erfordert deutliche Akzente des Fahrers. Dafür ruht er aber auch viel sicherer und gelassener auf der Piste, bzwl. geradezu fest im Schnee. Gerade bei hohen Tempi macht sich einerseits die enorme Steifigkeit natürlich bezahlt (bei immer noch vergleichsweise niedrigem gefühlten (gewogen haben wir ihn nicht) Gewicht), andererseits beeindruckte mich immer wieder neu, wie präzise sich damit die Kurven selbst in hohen Tempi noch fahren ließen und dabei das Tempo ausgesprochen harmonisch zu kontrollieren war. Den Ski wirklich auf die Kante zu setzen fand ich etwas mühsamer als beim Nordicboard (gut, die Bedingungen waren dafür auch nicht mehr opimal, die Pisten inzwischen schon sehr ungleichmäßig), aber der Eindruck blieb schon, dass das Yamatool bei etwas zögerlichem Verhalten leicht wieder ins Abrutschen hineingleitet – was man aber auch gezielt einsetzen kann.
Insgesamt hatte ich also den Eindruck, das das Yamatool ein sehr schneller und ausgesprochen kraftvoller Ski ist, an dessen Grenzen ich wahrscheinlich noch lange nicht herankam. Ja, man könnte ihn fast aggresiv nennen. Denn er fordert aufgrund seiner Präzision geradezu zum rasanten Angriff auf die Hänge auf – und beachtlich ist, wie wenig er bei hohen Geschwindigkeiten nachlässt: Er greift durchweg (mit einer Ausnahme: bei gaaaanz langsamen Geschwindigkeiten ist er eben träge und schwerfällig) noch gut in die Kurve, lässt sich auch dann noch sehr dosiert und fein abgestuft drehen und damit auch insgesamt überdurchschnittlich kontrolliert fahren. Ich bin jedenfalls gespannt, was Tilo dann von seinen nächsten Skitagen mit dem Yamatool berichtet …
schon wieder ein oolong-tee – die laufen den darjeelings (meiner bisherigen lieblings-sorten) in meiner internen hitparade bald den rang ab … vor allem, weil man sie mehrmals aufgießen kann (sogar muss, um den vollen genuss zu entdecken!). der hier (wieder einmal von kolodziej & lieder) ist ein genuss auf mehreren ebenen. denn schon der duft, der aus der recht dunklen, bronzenen tasse emporsteigt, verrät den charakter: sehr fruchtig umschmeichelt er riech- und geschmacksinne. und so sanft und unaufdringlich trinkt er sich dann auch – mit viel klasse, aber ohne anzugeben und mit irgendwelchen raffinierten tricks aufzuwarten. ein wunderbarer tee für den entspannten abend, mit der richtigen musik (etwa, wie bei mir gerade wieder und wieder: cecil taylor, willisau concert (intakt)).
zubereitung: 12g tee, 1,5 liter wasser bei 90 °C, 4 minuten ziehen lassen.
ein schwieriges unterfangen: das semesterabschlusskonzert. viel gutes war dabei, aber auch viel mist und verwerfliche ideen… das ist dabei herausgekommen:
Das erste gesungene Wort ist Programm: „Tröstet“ beginnt der „Messias“ von Händel. Denn Trost und Freude über die Ankunft des Erlösers sind es, die das Oratorium bestimmen. Selten wird das so deutlich wie beim Semesterabschlusskonzert von Chor und Orchester des Collegium musicum in der Phönixhalle. Denn hier kommt diese Initialzündung aus dem Mund von Daniel Sans – nicht nur aus dem Mund, aus tiefster Seele scheint sich die Gewissheit Bahn zu brechen. Ganz zart und weich setzt der Mainzer Tenor damit ein, entwickelt das eine, immer wieder wiederholte Wort dann mit genau dosierter, nie übertriebener Überzeugung mit sanfter Nachdrücklichkeit bis zur festen Gewissheit und Bestätigung: Der Trost ist gerechtfertigt, der Messias erschienen.
Auch sonst ist es ein Abend der Details. Die waren schon immer die besondere Spezialität von Joshard Daus. Dieses Mal übertreibt er es damit allerdings ein wenig. Denn die geradezu mikroskopische Genauigkeit ermöglicht zwar Klangstudien von besonderer Güte, führte aber andererseits zum Verlust von Klarheit und Struktur. Akzente gab es etwa fast gar nicht. Auch Händelsche Idee lassen sich kaum noch finden – dieser Messias ist viel mehr Mozart als Händel. Denn Daus hat sich für die Mozart’sche Bearbeitung des Oratoriums entschieden. Die hat unter anderem den Vorteil, dass man auf deutsch singen darf. Und das geschieht hier ausgezeichnet. Sowohl die Solisten als auch der Chor sind ganz besonders gut verständlich. Und gerade der Chor ist das Zentrum dieser Aufführung. Unentwegt strahlt er Besinnlichkeit und Andacht aus. Überhaupt spielt die Reinheit des Klanges eine ganz große Rolle für Daus. So vorsichtig nähert er sich dem Werk, als wäre die Musik selbst schon etwas Heiliges. Andererseits scheint der Dirigent bedacht zu sein, immer eine gewisse Mindestdistanz zum Werk und seiner Überzeugung der Erlösung zu wahren. Das wird vor allem dann deutlich, wenn einer der Solisten – etwa der impulsive Bass Ulf Bästlein – diesen Abstand überwindet.
Und so großartige Klangstillleben Joshard Daus dabei auch gelingen, voller feinste Schattierungen und unglaublichster Nuancen, umso stärker fallen die Nachlässigkeiten an anderen Stellen auf. Etwa die grausam unterbelichteten Holzbläser. Aber auch das strukturelle Problem seines Ansatzes liegt immer wieder deutlich zu Tage: Seine Klangbilder sind eben Stillleben im wahrsten Sinne des Wortes – ohne Bewegung und Entwicklung führen sie nirgends hin, sondern bleiben reine Momentaufnahmen. Das Oratorium wird deshalb zu einer langen Reihe von – an sich wunderschönen – Standbildern, die den eigentlich beabsichtigten Film aber nicht ersetzen können.
so, mittlerweile ist auch in mainz die fastnacht vorbei und der ernst des lebens wieder eingekehrt ;-)
mein verzichtplan in diesem jahr:
kein alkohol. keine süßigkeiten, schokolade, knabberzeugs, kuchen, kekse. und kein fast-food.
mal sehen, wie ich das durchhalte …
und warum gibt sie dafür noch eine menge geld aus? warum lockt sie tausende unbedarfte schüler auf den campus? lauter fragen, auf die ich partout keine antworten finde. denn heute ist „tag der offenen tür” an der mainzer universität. wenn man sich das anschaut, könnte man meinen, sie leide an akuter auszehrung und studentenmangel, wo doch das gegenteil der fall ist (und mittlerweile wahrlich überhaupt nicht mehr zu übersehen ist). wozu also immer noch mehr und mehr studenten hierher locken? den offiziellen grund, bei der wahl des faches zu helfen, wird man so wohl überhaupt nicht erreichen. denn was bekommt der schüler denn mit, wenn er sich jetzt, am ende des semesters, in eine vorlesung setzt und die vorletzte sitzung etwa der vorlesung „die grundlegung europas im frankenreich. i: politische geschichte” über sich ergehen lässt? fächerwahl und ‑beratung könnte man doch ganz bestimmt viel sinnvoller und ergebnisreicher dezentral organisieren …
schon der duft ist betörend, der nach knapp zwei minuten der teeschale entsteigt: frisch und fruchtig zugleich, wunderbar aromatisch. und genauso lecker schmeckt’s dann auch. spritzig ist genau das richtige wort. der ideale tee, um wieder energie zu tanken. denn trotz seiner raffinesse hat er auch einen ausgezeichnet präzis definierten kern, ein klares geschmackszentrum. große klasse. auch diesen wunderbaren genießer-tee habe ich von kolodziej & lieder, dem tee-händler meines vertrauens.
zubereitung: ca. 14 g tee für knapp 1,5 liter kochendes wasser, maximal 2 minuten ziehen lassen.
endlich! der erste lauf im schnee! zumindest fast. denn in erbach war am sonntag mittag der meiste schnee von samstag vormittag schon wieder verschwunden – geschmolzen von der kräftigen sonne und den zu hohen temperaturen. doch auf dem weg nach bullau wurde die schneedecke immer dichter und höher. und als ich dann am wasserwerk aus dem wald kam, belohnte mich ein wunderbarer blick (das wetter war ja auch herrlich: strahlender sonnenschein) über die verschneite bullauer ebene für den langen und recht zähen (die waden fühlten sich sehr hart an dieses mal) aufstieg. das hat mich so beflügelt, dass ich viel zu schnell übers bullauer bild zum jägertor und nach würzberg gedüst bin. auch die würzberger ebene war wunderschön mit dem schnee und der vielen sonne. deshalb waren wahrscheinlich auch so wahnsinnig viele spaziergänger mit ihren autos angereist … vorbei am friedhof ging es vor zur mangelbach – kurz davor war auch das erste stück im wald, das mich richtig forderte: der schmale weg, der schnee, die tief hängenden zweige – ein richtiger hindernisparcour. durch die mangelsbach ging es dann weiter recht flott vorbei am lochbrunnen und hinab ins lochbrunnental. dem folgte ich bis fast an die hainstermühle. dort geht dann der etwas versteckte weg ab hinunter zum bächlein, der den anschluss an das boxbrunner wegenetz sichert. da hatte ich dann gut 22 kilometer in den beinen. und mich erwartete noch ein ziemlich heftiger aufstieg: der weg nach boxbrunn war doch einiges steiler und auch etwas länger als ich nach dem kartenstudium vermutet hatte (da merke ich immer wieder meine mangelnde kartenerfahrung …) aber irgendwann hatte ich mich dann keuchend den berg hochgequält und war in boxbrunn angelangt. dort ging es schnell über die b 47 und wieder in den wald, um mit einigen windungen und kurven den bogen nach eulbach zu schlagen. hier wurde es richtig winterlich: kalt und weiß. der schnee lag hier ziemlich hoch, gut 15 zentimeter feinstes pulver. und bald traf ich auch – das erste mal an diesem tag – auf quasi jungfräuliche wege: außer ein oder zwei rehen hatte noch kein lebewesen die schneedecke durchbrochen. hier, in dem immer ziemlich sumpfigen waldstück, geschah mir dann auch noch ein kleines, ziemlich blödes ungeschick: ich stand auf einmal bis über den knöchel mit dem rechten fuß in einem wasserloch. das war dann eine ganze weile verdammt kalt – so knapp zwanzig minuten hat es gedauert, bis der fuß wieder betriebstemperatur hatte. da war ich dann inzwischen schon durch eulbach hindurch und auf dem weg zum habermannskreuz hinunter. inzwischen machte sich auch das hohe tempo ab bullau bemerkbar: obwohl es stetig bergab ging, wurde es doch allmählich recht anstrengend. und ab dem habermannskreuz kam dann noch eine gewaltige schlammschlacht hinzu: der weg war dermaßen glitschig und rutschig, dass ich eigentlich nur von einer seiter zur anderen getaumelt bin. aber irgendwie ging’s dann doch noch vorwärts und der gräsig rückte immer näher. von dort ist es dann ja nur noch ein katzensprung nach hause – so langsam hat es mir aber auch gereicht. zumal es, nachdem die sonne jetzt verschwunden war, doch ziemlich kühl wurde. das waren dann ingesamt ziemlich genau 35 kilometer, die ich in 3:15:45 hinter mich brachte.
und weil das wetter so schön war, hatte ich sogar mal den foto dabei:
