die zvolen-fahrt der hans-von-der-au-gruppe brachte es mit sich, dass ich zur erhaltung meiner serie täglichen laufens (so kurz vor der 200-tage-schwelle war an ein aufgeben überhaupt nicht zu denken), letzte woche einige opfer und verrenkungen in kauf nehmen musste. es lief ja noch recht gut an: nach der nachtfahrt bis wien bin ich dann nach dem abendessen im jugendgästehaus an der donau entlang locker und entspannt gerannt (ca. 5 km in 26 minuten). am nächsten morgen allerdings gleich wieder auf die piste zu gehen, war dann schon etwas härter und forderte um 7 uhr zunächst etwas überwindung. dann habe ich das aber auch geschafft und ein wenig tempo zugelegt, so dass – diesmal auf der donauinsel – 7,2 km in 34 minuten dabei herauskamen. die wirkliche herausforderung war allerdings der aufenhalt in zvolen selbst. denn hier war es zunächst etwas schwieriger, eine vernünftige strecke zu finden. klar, laufen geht überall und gottlob verfüge ich ja über einen einigermaßen guten orientierungssinn, der mich immer wieder zurück finden lässt. aber am ersten morgen in zvolen bin ich dann – es war immerhin erst 6 uhr – nach nicht einmal fünf stunden schlaf von dem internat, in dem wir untergebracht waren, nur eine kleine 2,6 km-runde durch die stadt gerannt (in 12 minuten). am nächsten morgen – schon wieder ging es um 6 uhr los, das frühstück war allerdings später, so dass ich mehr zeit hatte -, bin ich dann in eine andere richtung gelaufen. und das war dann auch besser. zwar war der beginn – am schloss vorbei über eisenbahn und schnellstraße – eher trist, doch kurz darauf fand ich den beginn eines wanderweges. der ging dann allerdings unvermutet ziemlich steil einen der um zvolen äußerst zahlreichen hügel hinauf, so dass ich doch recht bald wieder kehrt machte. insgesamt waren dass jetzt immerhin mal 7,2 km in 38 minuten. schon nicht ganz verkehrt. aber der hügel ließ mir natürlich keine ruhe. also am nächsten morgen wieder zum wanderweg – diesmal bewustt locker und langsam angegangen. und beim anstieg musste ich dann etwas überrascht feststellen, dass ich am tag zuvor genau an der richtigen stelle umgekehrt war: erst danach kam nämlich das steilste stück. aber ich konnte durchhalten und kam so die gut 300 höhenmeter laufend hinauf. da es gerade so gut ging, bin ich dann einfach weiter und weiter gerannt – vorbei an einer kürzlich gerodeten lichtung und einen immer schmaler und verwachseneren pfad entlang. bei 4,7 km bin ich dann umgekehrt und den weg gerade wieder zurück gelaufen: bergab war der hügel fast noch schlimmer als bergauf, das war gar nicht einfach, mit meinen new-balance-schuhen auf dem feuchten asphalt… der nächste und letzte morgen vor der frühen abfahrt aus zvolen war dann noch einmal eine besondere herausforderung: um 5:30 uhr aufstehen und gleich loslaufen. es waren dann auch nur 2,5 km durch die innenstadt (sofern man bei zvolen davon sprechen kann) in knapp 11 minuten. aber immerhin: die serie ist auch unter diesen umständen nicht gerissen.
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die ersten tage nach meinem ersten marathon waren ja eher von „erholsamen” läufen (und zwei tage muskelkater) geprägt. aber seit gestern ist das tempo zurück – und nicht nur zurück, sondern noch verbessert. in erbach war es gestern ein fahrtspiel mit sehr hohem grundtempo, das ich erstaunlich lange durchhielt. und heute hier in mainz war ich so schnell wie noch nie auf der winterhafenrunde. gebraucht habe ich gerade einmal 25:59 für die 6,5 km – das ist ein 3:59er-schnitt. irgendwie war ich von anfang an mit einer für mich außergewöhnlich hohen schrittfrequenz unterwegs. zunächst glaubte ich ja nicht, das lange durchhalten zu können. aber irgendwie ging es. zum glück waren auf dem rückweg auch beide ampeln rot, sonst hätte die kraft wohl nicht ganz gereicht. und das atmen war bei der hohen frequenz auch ziemlich anstrengend, ich habe recht bald ganz ordentlich gekeucht. aber naja, ein wenig quälerei muss ja auch sein …
- Das erste Mal ist ja immer etwas Besonderes. Nervös war ich also schon, als es heute morgen um 9.30 Uhr zu meinem ersten Marathon losging.
Die Vorgeschichte:
Angemeldet hatte ich mich zum Halbmarathon. Meine Zielzeit damals, im September 2006: 1:45:00 (war da schon eher vorsichtig). Also fand ich mich im zweiten Startblock wieder. Seit ich am 1. Dezember mit dem täglichen Laufen begonnen habe, hat sich die form wunderbar entwickelt. Und bald kam die Idee auf: Wenn ich schon das viele Geld bezahle, könnte ich doch auch einen richtigen Marathon probieren. Bis Mitte Februar habe ich mir Bedenkzeit eingeräumt und dann entschieden, die Vorbereitung anzugehen, d.h. das Wochenpensum auf geplante 70 bis 80 km zu erhöhen und vor allem die enstprechenden langen Läufe einzuführen. Das hat so mehr schlecht als recht geklappt, irgendwas kam ziemlich oft dazwischen (der Skiurlaub, eine Woche mit leichtem Tibia-Kanten-Syndrom und entsprechend eingeschränkter Laufffähigkeit, Termine …). Ich habe ja auch immer vorsichtig betont, dass ich nur dann den Marathon laufe, wenn es mir gut geht und die Umstände enstprechend sind ;-). In den letzten zwei, drei Wochen schien sich meine Form dann eher zu verschlechtern. Offenbar zeigten sich auch die ersten Anzeichen einer Allergie (jedenfalls habe ich die letzten 10 Tage wesentlich mehr als sonst geniest und geschnupft). Aber es sollte dann halt doch sein – so viel zeit der Vorbereitung, die anstrengende langen Läufe, das sollte sich ja auch lohnen …So stand ich also heute morgen um 9:15 Uhr im Startfeld und ärgerte mich kurz darauf, nicht noch einmal die Toiletten aufgesucht zu haben – aber jetzt waren mir die Schlangen vor den Dixies doch zu lang geworden. Die 8589 Teilnehmer (bei 10000 Anmeldungen) hatten wohl ähnliche Bedürfnisse (Für die Freunde der Statistik: Marathon: 1653 Männer + 279 Frauen (=1931 (inkl. der Deutschen Marathonmeisterschaft), d.h. noch weniger als 2006, wenn ich die Statistik recht im Kopf habe, ich finde sie gerade nicht – das hätte ich nicht erwartet, diesen großen Unterschied zwischen den Geschlechtern); Halbmarathon: 3931 + 1868 (=5799); 2/3‑Marathon: 654 + 205 (=859); Handbiker (vor den Läufern): 59 + 6; und außerdem noch Schüler-Staffeln – die sind teilweise recht unverschämt kreuz und quer durch die anderen Läufer hindurchgeflitzt – sie waren halt viel schneller auf ihren kurzen Teilstücken).) Die Strecke: Zwei Runden, die sich teilweise unterschieden, fast ausschließlich auf Asphalt (2,x % Pflaster in der Altstadt). Das Wetter: Blauer Himmel, also Sonne pur, am Ende ca. 25 °C, ganz leichter Wind.
- Die Stimmung an der Strecke war schon beeindruckend: Für mich als Neuling bei so großen Veranstaltungen geradezu übewältigend. Vor allem in der ersten Runde war sie fast zu gut: So viel Anfeuerung, schmissige Musik von den unzähligen Spielmannszügen, viel Publikum – da musste ich mich wirklich ständig bremsen. Ab der zweiten Runde, schon ab Kostheim, wurde das doch erheblich weniger – mit deutlichen Hotspots in Mombach und natürlich in der Altstadt aber immer noch toll.
Der Start also: Das ist schon ein Wahnsinn, diese massen an Läufern. Und alle wälzen sich die selbe Strecke entlang, ein ziemlich beeindruckender Lindwurd. So ab km 15 enstspannte es sich aber schon deutlich, nach dem Halbmarathon war es sogar außerordentlich leer.
Der Lauf:
Von Anfang an lief es gleich super, trotz des Gedränges war ich gut im Tempo unterwegs – genauer gesagt: Ich war zu schnell, und ich war von Kilometer zu Kilometer mit ständig wechselnden Tempi unterwegs. Auch die zweite Runde lief zunächst super, mit ausgesprochen schnellem Anfang. Bis km 32 war das auch überhaupt kein Problem, ab dort wurde die Belastung aber allmählich spürbar. Und bei ca. km 36 kamen dann recht überraschend die ersten Magenkrämpfe, die mich zusammen mit den Eindruck eines etwas angespannten Kreislaufs in den Kilometer 38–41 zu mehreren kurzen Gehpausen nötigten.
Aber es ging noch, und die Zeit auf meiner Uhr verhieß immer noch die Möglichkeit, unter vier Stunden zu bleiben. Also raffte ich für die letzten zwei Kilometer alle Kräfte zusammen und kam tatsächlich laufend durch das Ziel – mit einer Traumzeit von 3:56:58.Danach:
So fertig war ich allerdings noch nie, der Heimweg war eine echte Qual. Nicht nur, dass die Wadenmuskeln böse zogen (den Oberschenkeln ging es erstaunlich gut: Die flache Strecke war da doch sehr entlastend): Das war einfach totale Erschöpfung der Muskeln und des Kreislaufs. Also stellte sich doch die Frage: Wie tanke ich jetzt am besten Energie? Cola wäre vielleicht nicht schlecht gewesen – hatte ich aber vergessen und bei der Zielverpflegung nicht gefunden. Dort gabe es zwar Wasser, Bananen und Äpfel – aber schon beim Gedanken an feste Nahrung wurde mir schlecht. Ich habe es dann mit Red Bull probiert, aber das war einfach zu eklig. Also habe ich mich schnell nach Hause gerettet, erst einmal ein Viertelstündchen hingelegt und dann mit Bionade nachgetankt.
Getrunken habe ich wohl während dem Lauf eh‘ zuviel. Dafür haben die Gels kraftmäßig sehr gut funktioniert. Nur die Kombination von 2 Hammergels (bei km 16 und 24) und Powerbar-Gel bei km 30 und – geplant 36) vertrug ich offenbar nicht, weshalb ich das letzte dann ausgelassen und entsprechenden Energie- und Konditionsverlust ab km 38 sehr zu spüren bekommen habe.
Und obwohl es im letzten Teil nicht gerade perfekt lief – aber das wäre beim ersten Mal ja auch arg viel erwartet – kam trotzdem eine Superzeit heraus: Brutto knapp unter 4 Stunden, netto also genau 3:56:58, wie mir die offizielle Ergebnisliste verriet (Meine Uhr habe ich wieder vergessen anzuhalten, vor lauter Erleichterung und Freude über das Ende der Strapazen). Das ist immerhin Platz 63 der altersklasse (MH) – und Platz 925 insgesamt – womit ich immerhin einige Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft hinter mir gelassen habe. Und mir gelang tatsächlich, trotz der ausgesprochen chaotischen Splits, ein negativer Gesamtsplit – aber knapp: Der Halbmarathon 1 dauert 01:58:40,der zweite nur 1:58:19.Und noch die einzelnen Splits:
1/2: 11:45 (mit kurzer Pause im Gebüsch – ich war zu früh in die Startaufstellung gegangen und die Dixies waren eh alle sehr belagert beim Start)
3: 5:50
4; 5:41 (bei 5:45 wollte ich anfangen)
5: 5:34
6: 5:36
7: 5:24 (so schnell sollte eigentlich überhaupt kein kilometer werden …)
8: 5:46
9/10 :11:28
11: 5:34
12: 5:34
13: 5:22 (und noch schneller …)
14: 5:41
15: 5:23 (ab km 15 wollte ich auf 5:35 steigern)
16: 5:46
17: 5:45
18: 5:32
19: 5:27
20: 5:11 (ich glaube, später kommt ein noch schnellerer – hier macht sich das Hammergel sehr bemerkbar)
21: 5:44 (da hab‘ ich dann zu stark abgebremst)
21,1 1:58:40
22: 5:10 (die Brücke hoch hat so Spaß gemacht – etwas Abwechslung in der flachen Einöde von Mainz)
23: 5:16
24: 5:21
25: 5:02 (der schnellste Kilometer – da lief‘s wirklich wunderbar, in Kostheim)
26: 5:22
27: 5:29
28: 5:18 (ab 28 sollte sich das Tempo auf 5:28 erhöhen (bis zum Schluss eigentlich!))
29/30: 10:41
31: 5:42
32: 6:22 (das hab‘ ich nicht kapiert, kam mir überhaupt nicht langsam vor)
33: 4:41 (offensichtlich war da doch das 32er Schild zu weit hinten (ich glaube, das war wegen der Verpflegungsstelle von Coca Cola))
34: 5:15
35: 5:31
36: 5:36
37: 5:32
38: 6:07 (die erste kurze Gehpause)
39: 6:29 (und noch mehr davon …)
40: 6:05
41: 6:43 (da haben auch die Zuschauer nicht geholfen – inzwischen war mir die Blamage des Gehens eh egal, es ging gerade einfach nicht)
42: 5:55 (die letzt Kräfte mobilisieren für die lange Zielgerade) - gesamt: 3:56:58
Von der Organisation des Marathons war ich fast ein wenig enttäuscht. Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung hätte ich mehr erwartet. Z.B. ordentliche km-Schilder, die man auch sieht, wenn man von Läufern umgeben ist. Oder eine ordentliche Startaufstellung, die war doch reichlich chaotisch. Und vor allem besser Verpflegung im Ziel, Auch ein gescheiter Streckenplan mit mehr als ungefährer Kennzeichnung der Verpflegungsstellen wäre hilfreich gewesen. Und Frubiase Sport Plus halte ich nicht gerade für besonders geeignet während des Wettkampfs (ich habe auch eher den Eindruck, das ist primär als Nahrungsergänzung entwickelt) – es schmeckt einfach nicht und als Energielieferant ist es eh‘ zu schwach. So wie ich das gesehen habe, wurde es auch nur sehr wenig getrunken – ich habe mal ein paar Schlucke probiert, weil ich das Wasser leid war, aber gemocht habe ich es in dem Moment überhaupt nicht.
Immerhin hat sich meine eigene Ausrüstung sehr bewährt. Die Schuhe (meine geliebten New Balance 766) funktionieren auch so lange – nur ihren Hauptnachteil habe ich kurz gemerkt: die Rutschigkeit der Sohlen auf nassem Asphalt, wie er bei den Verpflegungsstellen immer vorzufinden war – und bei einer wollte ich noch schnell jemand ausweichen und hab gerade noch den Sturz verhindert – das war aber noch recht am Anfang. Die Hose und Unterhose von Skinfit war wunderbar, die Nässe (triefend nass teilweise, etwa bei dem wunderbar kräftigen Beregner bei Schott in der zweiten Runde) war gar nicht zu merken, gerieben hat auch nix. das Achselshirt von Runners Point hat sich nass immer schön an die Haut gepappt (da konnte es wenigstens nicht reiben) – das hatte ich ganz vergessen. Nur in den Achseln hat es dummerweise etwas gescheuert, aber das war nicht so schlimm. Und das Laufen mit Startnummernband war auch sehr angenehm, die Nummer hatte ich meist hinten, da hab‘ ich sie gar nicht gemerkt. Und mein Geltäschen konnte ich daran auch noch befestigen – wunderbar.
Meine Lehren aus dem ersten Marathon: (für das nächste Mal – falls es das gibt – demnächst jedenfalls nicht, jetzt wird erstmal eine neue Bestzeit für den Halbmarathon in Angriff genommen):
- man kann durchaus zuviel trinken;
- mehr richtig lange Läufe machen in der Vorbereitung (d.h. über 32 km)
- lernen, ein bestimmtes Tempo halbwegs stabil zu laufen – auch über mehrere Kilometer;
- in dieser Preisklasse ist Marathon eine große Geduldsaufgabe: Man muss ungeheuer lange ungeheuer überlegt und zurückhaltend laufen, um die letzten 6 Kilometer noch zu überstehen …;
- das mit den Gels muss ich nochmal testen – vielleicht ist es doch sinnvoller, bei Hammergel zu bleiben – auch wenn es kurzfristig nicht ganz so stark puscht wie die Powerbar-Gels mit Koffein (dafür aber verträglicher ist und auch länger anhält). Die Kombination aus beiden hat sich offenbar nicht bewährt.
und noch ein paar bilder (von sportonline-foto):
… da musste ich einfach laufen. und da es draußen so herrlich war (ca. 15 °C, keine wolke am himmel, leichter bis mittlerer wind), bin ich etwas länger gelaufen als ich eigentlich geplant hatte. es wurden dann fast 27 km (laut gmap-pedometer, wo man sich die strecke auch anschauen kann (mein gps hatte ich nämlich nicht dabei)). denn kurz entschlossen bin ich einfach immer weiter am rhein entlang gerannt, bis ich in nackenheim angelangt war (dort, wo wir gestern mittagspause machten). da reichte es mir dann doch und ich bin geradewegs umgekehrt und den selben weg zurück. der kam mir zunächst viel kürzer vor. doch ab der weisenauer autobahnbrücke wurde es dann ziemlich plötzlich ausgesprochen anstrengend. die letzen kilometer ab dem winterhafen sogar richtig schwer. wahrscheinlich lag das vor allem daran, dass ich wieder einmal recht schnell unterwegs war: 2:17:02 habe ich für die gesamte strecke gebraucht – ein schnitt von ca. 5:10 und damit eigentlich zu schnell. aber es hat, bis kurz vor schluss, einfach so viel spaß gemacht, dass ich mich kaum bremsen konnte. denn der weg ist eigentlich sehr schön. nur leider liegen da immer noch sehr viele gefällte bäume. mehrmals war der weg deshalb offiziell gesperrt, was aber offenbar niemand kümmert. denn um die absperrgitter und um die auf dem weg liegenden bäume waren bereits richtige kleine trampelpfade. gegen ende merkte ich dann auch die spontaneität ziemlich: ausgetrocknet und ausgehungert kam ich zuhause an und benötigte eine weile, bis ich wieder halbwegs fit war.
zumindest ganz kurz, aber immerhin halbwegs knackig. in erbach hatte es donnerstag und freitag ordentlich geschneit. es war zwar viel zu warm, es taute und tropfte an allen ecken und enden. aber für einen lauf im unberührten schnee hat es dann gestern doch noch gereicht. und das war wieder einmal herrlich. ich habe mir einfach die trailfüchse angeschnallt und bin den buchwaldskopf hinaufgestürmt. da oben war dann zunächst noch ein jäger gewesen (natürlich mit dem auto!), der hat aber nur den weg zu seinem hochsitz gebahnt. danach war unberührter, frischer schnee – immerhin gut 10 zentimeter. ok, an einigen stellen, dort, wo die sonne etwas stärker eingestrahlt hatte, war vom schnee nur noch der bis zum kinn spritzende matsch übrig. aber es war trotzdem wunderbar, so ganz allein – unterwegs war natürlich auch überhaupt niemand – im verschneiten wald umherzurennen. das gab es in diesem winter einfach viel zu selten …
nun ja, der ganze odenwald ist es noch nicht … aber immerhin, einen großen teil des odenwaldkreises habe ich am samstag laufend (d.h. rennend) umrundet. die neu ausgedachte runde startet natürlich in erbach, führt über den buchwaldskopf und sonnenweg zum bullauer bild hinauf. von dort geht es dann zur gebhardtshütte, vorbei an den freilaufenden ziegen wieder in den wald in richtung krähberg. der wird knapp unterhalb des gipfels (und des schlosses) halb umrundet, um dann hinab zum reußenkreuz zu rennen. von dort führt der wanderweg über den eingang des sensbachtals zurück ins mümlingtal, wo der abstieg, der ganz schön lang und ganz schön tief wird, in richtung beerfelden beginnt. vorbei am skilift geht es dann über die bundesstraße durch den ort zum metzkeil, den man noch ein stück hinunterlaufen muss. dann führt der weg wieder aus beerfelden hinaus – dieses mal aber auf der anderen seite, nämlich in richtung etzean. bis dorthin sind es aber noch einmal ein paar höhenmeter. durch etzean schnell hindurch, geht es weiter in richtung marbach, vorbei am hetzbacher golfplatz und dann wieder steil hinab. ab der villa sonnenschein die letzten meter bis zur marbach auf der bundesstraße, die dann überquert wird, um auf der anderen seite wieder den – verdammt steilen – hang in richtung haisterbach hinaufzuklettern. oder zu gehen … der hügel ist dann doch wieder recht hoch, aber man ist ja jetzt schon auf dem heimweg … über haisterbach geht es, in einer kleinen schleife, nach günterfürst. dort noch schnell durch den ort, am sportplatz vorbei und damit wieder auf die nächste kuppe. die wird aber schnell wieder verlassen, denn es geht hinab nach lauerbach – wiederum verflixt steil hinab. dann wird’s aber einfach: nur noch die b45 durch erbach und fix nach hause. auf der karte sieht das so aus (die karte ist mit sporttracks aus meinen gps-daten und dem kartenmaterial von google-maps erstellt worden):
beim ersten versuch für diese 34 km habe ich am samstag 3:21:00 gebraucht – und war ganz schön geschafft. bis beerfelden lief es ziemlich gut, der abstieg vom reußenkreuz hinunter hat allerdings schon ziemlich genervt. überhaupt sind die bergabpassagen ganz schön kräftezehrend. ab etzean hat es dann auch noch mehr oder weniger stark geregnet, das war natürlich kein besonderer genuss. von haisterbach aus wurde es dann wirklich anstrengend – nach günterfürst hinüber noch einmal kräftiger gegenwind. durch erbach dann schwer gekämpft, um nicht kurz vom ziel doch aufzugeben … gestört hat vor allem der linke fuß: schon ab kurz vor bullau hatte ich nämlich leichte krämpfe in der fußunterseite. die haben das laufen zwar nicht verhindert, aber immer wieder unangehm gemacht. heute habe ich auch gemerkt, was besonders ungewohnt war: die an- und abstiege. denn meine oberschenkel sind noch nicht wieder ganz erholt von der tortur, die waden sind allerdings bereits wieder schön locker gewesen beim heutigen kleinen lauf.
es war das erste mal für mich, das fünfte insgesamt: das diesjährige treffen der mono-ski.org in galtür. ich war übrigens nicht der einzige, der zum ersten mal dabei war. aber die meisten dieser ausgeprochen netten truppe (d.h. streng genommen sogar alle) fahren schon länger monoski als ich. so konnte ich mir noch einiges an- und abschauen.
die anreise am 3.3.nach galtür war zwar langwierig (v.a. der bus ab dem bahnhof landeck-zams braucht eine ziemliche weile – das paznauntal ist halt einfach ewig lang), aber vollkommen unproblematisch. auch mein zimmer habe ich schnell gefunden – sehr schön, geräumig, nett eingerichtet mit couch …
am nächsten tag ging es dann gleich um 9 uhr auf die piste – schließlich wollte ich die anderen monoisten treffen. und es war ein herrlicher skitag: wunderbar sonniges wetter (was sich in meinem gesicht deutlich bemerkbar machte, da ich morgens vergessen hatte, die sonnencreme aufzutragen), frischer schnee, schön locker und leicht, trotz sonntag ausgesprochen wenig betrieb auf den pisten – also alles, was das skifahrerherz begehrt. unterwegs war ich vor allem an der breitspitzbahn, wo es eine sehr schöne schwarze abfahrt hat. dort traf ich auch die anderen gegen mittag, worauf wir unsere kräfte vereinten und die pisten unsicher machten.
auch am montag, 5.3., war das wetter zunächst wieder wunderbar. ab mittag zogen allerdings zunehmend wolken auf, die die gipfel des skigebiets in nebel hüllten. es war ein weitgehend gemütliches skifahren an diesem tag: selbst morgens waren die pisten wunderbar, überhaupt nicht hart – kein wunder bei den frühlingshaften temperaturen. nachmittags haben wir dann die schwarze piste an der birkhahnbahn für uns entdeckt – sehr schöne, kräftige steilstücke mit flachem auslauf am ende.
am dienstag, 6.3., ging es selbstverständlich auch gleich morgens auf die piste. wieder hatten wir schönes wetter mit wechselnder bewölkung und weichem, nassen schnee, den wir für ausgesprochen angenehme abfahrten (vor allem an der breitspitzbahn) nutzten. dort habe ich dann auch die ersten versuche im unpräparierten gelände gemacht, die aber fast alle früher oder später scheiterten (was allerdings auch kaum anders zu erwarten war, bei meiner reichhaltigen erfahrung auf diesem gebiet ;-)). doch nachdem ich gesehen hatte, das selbst für schleibi an den ersten beiden tagen jede (aber auch wirklich jede) fahrt in den tiefschnee mit einem sturz endete (oder ihren höhepunkt fand – je nach standpunkt halt – für uns war das immer eine mordsgaudi, weshalb er ja auch zu recht den dropman-award erhielt), konnte ich wohl kaum hintenanstehen. und irgendwann muss ich es ja auch mal lernen. und dass geht halt nicht ohne übung und die entsprechenden misserfolge. zum abschluss gab es dann noch zwei sehr harmonische abfahrten auf der roten piste von der ballunspitze bis in die almhof-tenne. die runde löste sich dann nur sehr kurzzeitig auf, um sich im kleinen kreis zum gemeinsamen ski-präparieren im hotel wieder zu treffen. und abends gab es dann noch das außerordentlich amüsante (zumindest für die zuschauer) fassdaubenrennen.
am 7.3., mittwoch, war das wetter dann nicht mehr so gut. zwar war es immer noch ausgesprochen mild, aber sehr neblig und vormittags schneite es auch noch ein wenig. deshalb fuhren wir meistens unten an der alpkogelbahn, mit kurzen abstechern bei kleinen aufheiterungen hoch zur ballunspitze. nachmittags lockerte die niedrig hängende bewölkung zeitweise etwas auf und wir konnten die wunderbare piste an der breitspitze noch einige male fahren. und wir konnten dort schon einmal anfangen, das formationsfahren für die ski-show im rahmen des nachtskifahrens zu üben. das hat bei ingo und mir erstaunlich (zumindest für mich erstaunlich, ich hab so etwas ja noch nie gemacht) schnell ganz gut geklappt, nur schleibi und malcolm hatten einige probleme bei der synchronisation, ihre fahrweise war zu unterschiedlich. mit markus als ersatz für malcolm klappte das dann aber auch. dummerweise konnten wir das dann gar nicht vorführen, denn die skishow wurde – wohl wegen der um 19 uhr wieder kastastrophalen sicht – abgesagt. zum nachtskilauf sind wir aber natürlich trotzdem – schließlich hatte tilo die karten organisiert. und es war auch ein großer spaß. bei der ersten abfahrt lag die gelb-orange beleuchtete piste noch ganz im nebel. im sessellift sah man kaum bis zum vorhergehenden sessel. aber inzwischen kannten wir die abfahrt ja schon und so fuhren wir unverdrossen los. aber der zweiten abfahrt riss die bewölkung allerdings rasant auf, die sicht wurde immer besser. und die pisten waren herrlich leer – frisch präpariert, noch wunderbar weich. und so sind wir immer schneller und schneller die piste hinuntergedüst – bis wir nach zwei stunden die notbremse zogen und in die tenne abbogen (das letzte stück auch ohne licht kein problem). nur alex und baro, die beide erst am abend angekommen waren, nutzten noch die letzte halbe stunde. auf jeden fall war’s eine mords-gaudi, so im dunkeln (naja, richtig dunkel war es nicht einmal auf den unbeleuchteten pisten) ski zu fahren.
der donnerstag war dann entsprechend anstrengend, die zwei zusätzlichen stunden raserei machten sich in den oberschenkeln bemerkbar. außerdem war das wetter noch einmal extrem neblig, meist auch noch mit leichtem schneefall. deswegen waren wir fast ausschließlich an der alpkogelbahn unterwegs. dort hatte es zwar ausgesprochen weichen schnee, allerdings gar keine sicht. und es wurde eher schlimmer als besser. kurz habe ich in dieser suppe auch noch den tigershark von schleibi getestet (siehe unten). aber so im blindflug strengt das skifahren doch deutlich mehr an, weshalb wir schon gegen halb drei schluss machten.
dafür hat uns dann der freitag, 9.3., aber wieder vollkommen entschädigt: strahlender sonnenschein von morgens bis abends, nicht mehr so sehr warm (morgens um minus 5 grad). entsprechend hart waren denn auch die pisten, besonders dort, wo die sonne morgens (noch) nicht hinkam, wir aber fahren wollten: an der breitspitzbahn. ausgerechnet eine der besten stellen der schwarzen piste, die schmale rinne in der unteren hälfte, war heute ausgesprochen schlecht präpariert: fast nur dicke, gefrorene schneebrocken. dafür habe ich mich nun, nach einer weiteren woche der zunehmenden vertrautheit mit dem monoski, mehr aus den pisten ins unpräparierte gelände gewagt. und das ging auch immer besser – bis ich meinen tt hammer beinahe den tiefschnee-göttern geopfert hätte: irgendwann blieb er mir nämlich auf einmal im schnee stecken, katapultierte mich mirnix dirnix aus der bindung und machte sich dann allein auf den weg. als ich mich gerade aus dem schnee aufrappelte, sah ich in richtung piste und stausee losziehen und schrie nur noch „mein ski!“. zum glück hörte baro, der weiter unten auf der seite des tiefschneefeldes stand das, und stoppte meinen ski (wobei er es zum ersten mal schaffte, seine bindungen zu lösen …). das hat mir dann erst einmal gereicht, nachmittags habe ich monoblade und nordicboard getestet (und bin mit vor allem mit dem monoblade noch sehr schön abseits der piste unterwegs gewesen). abends konnten wir uns dann im hotel noch so einige groß- und schandtaten auf video und foto anschauen – sehr interessant, die unterschiedlichen fahrstile mal so direkt im vergleich zu sehen.
das skigebiet galtür war eine angenehme überraschung für mich. gemütlich trifft es ganz gut: kein halli-galli, sehr zurückhaltendes aprés-ski. keinerlei wartezeiten an liften. wenig betrieb auf den pisten. allerdings auch keine extremen pisten, keine ausgesprochen steile hänge etwa. dafür wiederum viele möglichkeiten, mal eben von der piste wegzukommen. und, was mich auch überrascht hat: die pisten sind wirklich (fast) alle sehr gut und schön, es gibt lange nicht so viele ausfälle, langweiler, wie in anderen, größeren skigebieten. die präparierung war auch in ordnung, nur an wenigen stellen manchmal etwas schlampig (und am letzten tag, da hatten sie es zu eilig und hinterließen zu viele klumpige, morgens sehr hart gefrorene stellen).
gefahren bin ich – neben meinem tt hammer von snowshark – in dieser woche dank der vielen netten leute, die mir ihre ski geliehen haben, unter anderem folgende monoskier:
- duret best off: ein angehmer carver. nicht zu sehr auf die gecarvten bögen fixiert, lässt er sich doch recht leicht auf die kante setzen und ist dort nicht so extrem wie monoblade oder nordicboard. dafür lässt er sich auch recht angenehm und unproblematisch mit kurzschwüngen fahren, ohne je bösartig zu werden – dafür ist das brett einfach viel zu weich abgestimmt.
- snowshark tigershark: kommt nicht ganz an meinen tt hammer heran. zumindest für meine fahrweise nicht. weil er etwas härter und (in schleibis version) länger ist. das merkt man nämlich recht deutlich: wesentlich weniger agil, braucht mehr schub, vor allem die front hing mir immer schwer auf dem schnee, die musste ich immer kräftig herumschieben. dafür schluckt er mehr unebenheiten – was ich nicht unbedingt mag, ich bevorzuge den direkteren zugang zur piste.
- monoblade: ein lustiges gerät. als einziger ski freilich nicht zu gebrauchen, weil er auf der piste für zügiges, schnelles, nach unten orientiertes gerät überhaupt nicht funktioniert. auf hartem untergrund leitet er jede unebenheit bis in den rücken weiter, was nach einer weile ziemlich anstrengend wird. dafür lässt sich das, wofür er gemacht ist, aber gut verwirklichen: rumspielen. und off-pist fand ich ihn ausgesprochen leicht und gutmütig. wegen der großen flexibilität und der symmetrie von front und heck verzeiht er unheimlich viel, insbesondere unbeabsichtigte wechsel von front- in rücklage (oder umgekehrt). als zweit- oder drittski könnte ich ihn mir schon vorstellen. dann müsste ich mich freilich an die festen bindungen ohne auslösemöglichkeit gewöhnen – so ganz behagt mir das nicht.
- nordicboard: nicht mein ski (und das nicht nur wegen des leider viel zu hohen preises). aber deswegen nicht unbedingt schlecht: sehr drehfreudig, denoch äußerst stabil, sehr guter kantengriff – aber in erster linie ein carver. und das will ich (zumindest im moment noch) nicht. beim kurzen test off-pist hat er mich auch nicht besonders überzeugt, da hat er viel kraft zum drehen ge/verbraucht. ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob der enorme aufwand mit der verbindung von einer sicherheitsbindung und den zwei festen bindungen wirklich notwendig ist. und ob die konstruktion, wie es otto eder wohl beabsichtig hat (wenn ich richtig verstanden hab), dem monoski zu neuer popularität verhilft, scheint mir auch eher fraglich. aber das ist ja eine andere baustelle.
Diesmal habe ich sogar etwas … Also, eigentlich wollte ich ja die letzte Woche für intensives Training in den Alpen nutzen, um so richtig auf meinen ersten Berglauf vorbereitet zu sein. In Galtür habe ich aber schon mal gar keine ordentlichen Strecken dafür gefunden: Die wenigen Pfade, die an den Seiten des Tals hochgingen, waren alle noch so tief verschneit oder unten so matschig, das ich da überhaupt keine Lust drauf hatte. Außerdem kam noch dazu: Das Skifahren mit den anderen Monoisten vom Monoski-Treffen hat natürlich auch einiges an Kraft gekostet. Und beim Laufen hatte ich dann seltsamerweise jeden Tag große Probleme mit der Atmung, ich bekam immer wieder, selbst bei eigentlich ganz gemütlichem Tempo, Seitenstechen – das habe ich sonst nie. Ob das schon an der Höhenluft lag? Und dann hat sich gestern auch noch ein leichter Schnupfen eingeschlichen. Ich war also sehr skeptisch.
[Wettkampftag]Schon wieder so früh aufstehen … Dann habe ich noch so lange überlegt, was ich zum Laufen anziehe, das ich beinahe meine S‑Bahn nach Wiesbaden verpasst hätte. Denn die Sonne scheint zwar vom wolkenlosen Himmel, aber um 7 Uhr ist es doch noch ziemlich frisch. Ich entscheide mit für die dünne, 3/4‑Hose und ein dünnes langärmliges Shirt – nicht ganz verkehrt, ein T‑Shirt hätte es aber auch getan. Die Anreise war dann gerade noch so gesichert, der Bus war auch pünktlich und hat mich mit zwei Mitläufern zur Talstation der Nerobergbahn gebracht. Dort dann das Meldebüro gesucht – einfach den Massen nach -, mein Startgeld bezahlt (für die 6 Euro gab’s im Ziel eine Tafel Schokolade (die ich jetzt bis Ostern aufheben muss …), schön süßen warmen Tee und Wasser, leider nur mit Kohlensäure, sowie den Transport des Kleiderbeutels ins Ziel und den Rücktransport der Läufer mit dem Bus in den Startbereich) und die Nummer in Empfang genommen. Seltsamerweise war ich 896 bei einem Teilnehmerlimit von 500 Läufern … Dann den Rucksack im Bus deponiert, ein wenig (sehr wenig) eingelaufen und langsam zum Start getrabt.
[Wettkampf]So, nun geht’s endlich zur Hauptsache ;-). Den Start hätte ich beinahe verpasst, weil ich vorher schnell noch einen Baum bewässern musste. Deshalb stand ich dann fast ganz hinten. Eigentlich fange ich ja gerne etwas langsamer an, hier war das aber nicht so praktisch. Denn nach einem kurzen Stück abwärts ging es den engen Waldweg in Serpentinen auf den Neroberg hoch. Und da war ich dann ständig am Überholen, was zu einiger unnötiger Kraftverschwendung führte. Aber bisher ging es mir wunderbar: Der erste Berg war überhaupt nicht schlimm, ich bin ziemlich flott und locker hochgekommen. Leider habe ich erst bei Kilometer 4 gemerkt, dass ich ja eine Stoppuhr am Arm habe und die Zwischenzeiten hätte nehmen können – aber dann hab’ ich es halt ganz gelassen. Nach dem Neroberg geht es ersteinmal gemächlich und bald weniger gemächlich bergab – da wurde ich natürlich wieder überholt, weil ich mit meine Knie mit meinem Übergewicht beim Bergablaufen nicht allzu sehr belasten mag und deshalt immer etwas verhalten unterwegs bin. Aber es kamen ja noch einige Höhenmeter nach oben auf uns zu – bei jedem Kilometerschild haben die freundlichen Helfer vom LC Olympia die noch zu erklimmenden Meter notiert. Und die wurden seltsamerweise nur sehr langsam weniger. Denn es ging erstmal recht gemütlich und sanft bergauf – bis kurz nach Kilometer 7. Da knickt die Strecke ab und wendet sich dem Endspurt auf die Platte zu. Und da hängt noch ein nettes Schild: „Jetzt geht’s los”. Losgeht nämlich die so genannte Rodelbahn: Unter der Stromleitung senkrecht den Hang hoch. Zum Glück war es nicht übermäßig rutschig (die Strecke war auch sonst fast ganz trocken, das war in den letzten Jahren wohl auch schon anders, mit Schnee und Eis und so …). Die erste Hälfte bin ich noch gelaufen, dann aber doch ins schnelle Gehen übergegangen. Das ist bei dem Stück, wie ich bald merkte, auch sinnvoller. Denn selbst gehend hab’ ich noch zwei unverdrossen den Steilhang hinauflaufende Mitkämpfer überholt. Oben angekommen, geht es dann noch die letzten Meter bis auf die Kuppe der Platte – für mich das schlimmste Stück, weil nach solchen Steilhängen mein Kreislauf immer erst einmal kräftig einsackt. So keuchte ich dann noch schnell ins Ziel nach 8,2 km und ca. 450 Höhenmetern, wo ich selbstverständlich völlig vergaß, meine Stoppuhr anzuhalten. Nun ja, dafür gibt es ja die offizielle Zeitmessung: 46:59. Mein Ziel war es, möglichst weit unter 50 Minuten zu bleiben – das hat ja ganz gut hingehauen. Und ganz bescheiden muss ich sagen: Ich hätte durchaus schneller sein können – wenn ich die Strecke besser im Kopf gehabt hätte und meiner Form mehr getraut hätte. Aber überhaupt scheinen so „kurze” Strecken im Moment nicht so das richtige für mich zu sein … Aber es war ein wunderbarer Lauf bei herrlichem Wetter.
bingen – mainz: das sind genau diese 31,17 km. für mich sind das 2:41:03 laufen – laufen, laufen, laufen ohne ende. naja, zwei kleine pausen gab es schon, zum pinkeln in der nähe von budenheim und dann leider ein ampelstopp in mainz. da war so etwas nämlich schon etwas schmerzhaft. aber der reihe nach. zuerst die karte mit route:
und jetzt der text: ich bin mit dem zug nach bingen gefahren – 30 minuten, fährt jede stunde, einfacher geht es kaum. in bingen-stadt bin ich dann losgezogen: immer direkt am rhein entlang (also nicht den ausgeschilderten fahrradweg, den hatte ich nur sehr kurzzeitig), den wirtschaftsweg des wasser-dingsbums-amtes. der hat den vorteil, nicht gepflastert oder geteert zu sein. heute war er allerdings stellenweise auch etwas matschig. und an einer stelle von baumfällarbeitern blockiert (gesperrt war natürlich nur die andere richtung …), aber über den deich konnte ich mich gerade noch so durchschlängeln. an zwei oder drei stellen lagen auch noch bäume auf dem weg, aber irgendwie kam man immer vorbei. mein plan war, möglichst konstant zwischen 5er und 5:30er schnitt zu bleiben. und wenn ich mir die aufzeichnung meiner timex so anschaue, hat das (von wenigen ausreißern abgesehen), auch ganz gut geklappt. am auffälligsten ist noch, dass die varianz auf den letzten kilometern doch etwas größer wurde. gemerkt hab’ ich das beim laufen nicht so sehr.
so lief ich denn also am rhein entlang, immer schön im traben bleiben. pausen hab’ ich keine gemacht, das liegt mir nicht so, danach komme ich meist nur schlecht wieder in den rhythmus. ich hatte meinen camelbak dabei, der vor allem auf den letzten kilometern, so ab der 20er marke, immer schneller leer wurde, aber gut gereicht hat. meine power-bars habe ich lange in der tasche gelassen (waren ja auch nur als notverpflegung dabei), beim mombacher kreisel habe ich dann aber doch den banane-riegel mal angeknappert. das ging aber gar nicht gut, der war von der kälte (so ca. 5–6° C, manchmal auch kälter gefühlt) dermaßen hart. aber er hat sowieso schnell sehr eklig geschmeckt, das meiste ist im mülleimer gelandet. aber gegen das flaue gefühl im magen hat er immerhin geholfen.
zum glück hatte ich doch langes shirt und jacke angezogen. das erschien mir beim bahnfahren zwar etwas warm, auf der strecke war es aber angenehm – ok, in’s schwitzen bin ich doch recht ordentlich gekommen, aber viel weniger hätte ich nicht gerne anhaben mögen.
tja, und wie lief’s? überraschend problemlos. bis km 20 keine besonderen vorkommnisse (außer das mir die ersten 10 sehr lange vorkamen). so gegen km 25 fingen sich die beine dann schon an, bemerkbar zu machen. und die letzten zwei bis drei kilometer auf der rheinallee haben dann noch ein bisschen weh getan. interessanterweise waren es vor allem die oberschenkel (innen und außen, weniger die vorderseiten), die mir leichten kummer bereiteten. gut, die waden waren danach natürlich auch ordentlich verkürzt, dehnen ging überhaupt nicht gut, haben auch gar nicht geschmerzt. diese muskeln scheinen das laufen inzwischen doch geübt zu sein. wohingegen die oberschenkel bei mir sonst, bei den kurzen oder mittellangen läufen gerade in mainz, ohne jeden berg, nicht besonders gefordert werden. wahrscheinlich lag es daran, dass sie – zusammen mit den zwischenzeitlich etwas nervenden knöcheln (aber das ist bei mir eigentlich bisher bei jedem längeren lauf so gewesen) die haupt-beschwerdestelle waren. insgesamt war ich aber selbst überrascht, wie gut das alles lief, wie spät ich überhaupt erst ermüdungserscheinungen bemerkte. die trepppen in meine wohnung im vierten stock waren natürlich die letzte qual – aber das kenne ich ja schon …
und so nebenbei: gewundert hat mich, wie wenig läufer auf der strecke unterwegs waren. auch in der nähe der orte, wo die hundebesitzer massiv auftraten – kein einziger läufer. erst in mainz, beim zollhafen, habe ich zwei oder drei sichten können. allerdings waren auch die radfahrer kaum vertreten – fastnachtdienstag nachmittag ist wohl für die meisten alkohlabbau und nicht sport angesagt.
dafür habe ich auch noch ein paar spezielle schuhe: die puma trailfox, die es vor kurzem bei walmart im sonderangebot für 39 euro gab (120 hätte ich halt nicht für einen reinen schlechtwetterschuh ausgegeben). die passform ist nicht ganz 100%ig meine sache, eigentlich sind sie im vorderfuß ein wenig schmal. nach ein paar minuten hatte ich mich aber gestern, bei meinem ersten testlauf (gleich über 20 km) daran gewöhnt. das design ist dagegen mal ohne tadel, zum glück auch nicht im obligatorischen weiß – bei solchen schuhen, die dezidiert für matsch, schlamm und schnee gebaut sind, wäre das ja auch noch blödsinniger als es sowieso schon ist. gekauft habe ich mir die füchse vor allem, weil ich in diesem winter im odenwald, in den wäldern und auf den wiesen, einige male bös herumgeschlittert bin – nicht weil so viel schnee gelegen hätte, sondern weil es so matschig war. gestern durften die neuen schuhe dann ihre qualitäten gleich vielfältig unter beweis stellen: nach dem kurzen anlauf bis zum kreisel am kreuzweg auf der straße – mit diesen schuhen kein spaß, dafür ist die sohle natürlich viel zu sehr profiliert und die dämpfung für mein geschmack auch ein wenig zu gering – ging es gleich über die wiesen zum buchwaldskopf. obwohl der boden nach den regenfällen der letzen tage/wochen wirklich mehr als aufgeweicht war – überhaupt kein problem, der grip mit diesen schuhen ist unwahrscheinlich. im buchwaldskopf und auf dem weg übers bullauer bild nach würzberg ging es dann weiter: downhillspuren, reiterpfade, rückwege, verschlammte forstwege und knöcheltiefe matschlöcher – alles überhaupt kein problem. auch die dichtigkeit ist überraschend angenehm: besonders viel mehr als schonst schwitzt man nicht – und es ist schon etwas luxuriöser zu laufen, wenn der fuß nicht bei jeder pfütze zwangsgekühlt wird. jetzt fehlt nur noch der schnee, um sie auch damit zu testen – aber überzeugt bin ich von dem trailfox schon jetzt: für wirkliche schlechtwetter-bedingungen bin ich noch keinen besseren schuh gelaufen.



