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Kategorie: laufen Seite 7 von 9

das erste mitternachts-doppel

gera­de habe ich mein ers­tes mit­ter­nachts-dop­pel hin­ter mich gebracht. weil ich mei­ne serie des täg­li­chen lau­fens, die jetzt schon über 275 tage läuft, nicht unter­bre­chen will und trotz­dem mei­ner mitt­ler­wei­le zwei wochen alten bla­se mög­lichst viel zeit zur hei­lung geben möch­te (nach­dem ich das am boden­see ja durch die mischung aus was­ser und lau­fen tat­kräf­tig ver­hin­dert habe), beschloss ich, mei­ne pflich­ten für den sonn­tag und den mon­tag mit einem mit­ter­nachts-dop­pel (mid­night-dou­ble in der inter­na­tio­na­len spra­che der strea­k­er) zu absol­vie­ren. das heißt: ich bin um 23:47 los­ge­rannt, habe nach 3,2 km und 11:34 Minu­ten ren­nens pau­se gemacht, bis der dom und mei­ne uhr mir den beginn des mon­tags ange­zeigt haben und bin dann die 3,2 km in 12:32 minu­ten wie­der zurück gelau­fen – und das alles mit erstaun­lich wenig schmer­zen an der bla­se: das com­peed-pflas­ter scheint doch lang­sam zu helfen.

projekt neue halbmarathon-bestzeit: geschafft! (in 1:40:17)

es soll­te am glei­chen ort, mit dem glei­chen lauf gesche­hen: letz­tes jahr bin ich in güt­ters­bach bei mei­nem ers­ten halb­ma­ra­thon 1:49:33,3 gelau­fen. die­se jahr soll­te es, nach dem gestei­ger­ten trai­ning, eine neue best­zeit wer­den. der güt­ters­ba­cher lauf ist nicht ganz ein­fach, das stre­cken­pro­fil weist doch eini­ge höhen­me­ter auf. die wege sind aber gut lauf­bar (trotz des vie­len regens waren sie nur an eini­gen stel­len etwas mat­schig), die stre­cke führt fast kom­plett durch den wald – sehr schön ist das.

vor­ge­nom­men hat­te ich mir also für den 12. güt­ters­ba­cher volks­lauf (in die­ser rei­hen­fol­ge): neue best­zeit, unter 1:45:00, so weit wie mög­lich an die 1:40:00. Vic­sys­tem, mein Trai­nings­plan, sag­te mir für eine fla­che Stre­cke eine 1:34:00 vor­aus – das soll­te also schon hin­hau­en. Mir schien das aber ein sehr hoch­ge­steck­tes Ziel, es kam mir doch sehr schnell vor. Aber nach dem ordent­lich Tape­ring war mein Gefühl für das eige­ne Tem­po eh’ erst ein­mal wie­der ruiniert.

Die anmel­dung war dank der online-vor­mel­dung kein pro­blem, mei­ne start­num­mer war sofort griff­be­reit (offen­sicht­lich wur­de die nach der rei­hen­fol­ge der anmel­dung ver­ge­ben, ich hat­te näm­lich die 15 – so nied­rig war ich noch nie …). auch noch das t‑shirt bekom­men – dies­mal mit schö­nem rosa­far­be­nem auf­druck … vor dem start hielt ich noch aus­schau nach majon und rit­chy vom streak­run­ner-forum aus­chau, konn­te sie aber nir­gends aus­fin­dig machen. wie ich spä­ter erfuhr, kamen sie zu spät nach güt­ters­bach und ver­pass­ten den start. nach dem kur­zen ein­lau­fen fand mich unver­se­hens ziem­lich weit hin­ten in der start­auf­stel­lung. pünkt­lich um 17.10 fiel dann der start­schuss – und es ging ein wenig lang­sa­mer los als ich geplant hat­te. die stre­cke war zunächst doch noch voll, ich muss­te auf den ers­ten drei kilo­me­tern noch ziem­lich viel über­ho­len. das war unnö­tig müh­sam, denn die stre­cke geht gleich zur sache: die ers­ten kilo­me­ter füh­ren ste­tig berg­an, in wech­seln­den stei­gun­gen – oder wie der ver­an­stal­ter sag­te: „es ist eine schwe­re stre­cke. wir konn­ten sie nur im ers­ten und zwei­ten gang abfahren …“

aber war noch war alles recht locker. aller­dings bliebt mir doch ein rest unsi­cher­heit, wel­ches tem­po ich ein­schla­gen soll­te. mei­ne idee war: über die gesam­te ers­te run­de nicht lang­sa­mer als eine 5er-schnitt zu lau­fen. aber mir war noch ziem­lich unklar, wie­viel ich auf den berg­ab-pas­sa­gen raus­ho­len konn­te und wie lang­sam ich also berg­auf wer­den durf­te. des­halb ver­such­te ich, mög­lichst nahe an der magi­schen 5 zu blei­ben. lang­sam locker­te sich das feld immer mehr auf. ab der ers­ten kup­pe gab es dann kaum noch über­ho­lun­gen, die rei­hen­fol­ge stand jetzt und die abstän­de wur­den spä­tes­tens ab dem sieg­frieds­brun­nen auch all­mäh­lich grö­ßer. berg­ab sam­mel­ten mich wie­der zwei oder drei ein, aber deut­lich weni­ger als im letz­ten jahr. und ich bemüh­te mich auch sehr, dran zu blei­ben und das tem­po so hoch wie mög­lich zu hal­ten. das klapp­te auch ganz gut. aber die bei­ne wur­den doch schon ab kilo­me­ter 10 ein wenig schwe­rer – noch war das aber kein pro­blem. also habe ich mich denn auch todes­mu­tig run­ter­ge­stürzt, den letz­ten sturz zurück nach güt­ters­bach, wo bei km 14,5 die start-/ziel-linie wie­der über­quert wurde.

dann kam der gro­ße schre­cken die­ser stre­cke, der mich bei mei­nem ers­ten ver­such 2006 böse über­rascht hat: denn sofort nach dem lan­gen und teil­wei­se ziem­lich stei­len berg­ab-lauf ging es wie­der in den anfang der ers­ten run­de, also gleich wie­der kräf­tig berg­auf. mir kam es wie­der vor, als wür­de ich fast ste­hen­blei­ben. das tem­po war aber doch noch in ord­nung. die schritt­län­ge ging frei­lich merk­lich zurück und es wur­de jetzt ziem­lich anstren­gend. aber noch hielt ich durch. doch dann kamen bei km 16 auf ein­mal drei plötz­li­che, blitz­ar­tig auf­zu­cken­de ring­för­mi­ge schmer­zen direkt unter dem lin­ken knie – was war das? kei­ne ahnung, aber ich bekam es doch ein wenig mit der angst zu tun. denn noch ging es ca. 2 km berg­auf, bevor es über kur­ze halb­wegs ebe­ne pas­sa­ge wie­der in den schluss­ab­stieg führ­te. ich wur­de extrem vor­sich­tig, horch­te bei jedem schritt in mei­ne bei­ne – aber es tat sich nichts mehr. sehr selt­sam, das alles. auch seit­dem habe ich nichts mehr davon gespürt – offen­bar ist noch ein­mal alles gut gegan­gen. jeden­falls hat­te ich dann einen kilo­me­ter mit fast 6 minu­ten auf der uhr ste­hen. der letz­te läu­fer vor mir war jetzt uner­reich­bar davon gezo­gen, nach­dem er mich die letz­ten kilo­me­ter durch sein tem­po gut gezo­gen hat­te. ich ver­such­te, noch­mal drauf­zu­le­gen – viel ging aber nicht mehr. immer­hin bin ich wie­der zu mei­nen ziel­zei­ten zurück gekommen.

im berg­ab-teil dann noch ein­mal alles gege­ben, bis kurz vor dem plat­zen der ober­schen­kel. böse knall­ten die füße inzwi­schen auf den boden – schön ist das nicht, auf dem asphalt so run­ter­zu­bret­tern. und gesund bestimmt auch nicht. immer­hin hat­ten mich die schu­he nicht im stich gelas­sen: die mizu­nos (wave inspi­re 2) waren ein gute wahl, letz­tes jahr bin ich mit den brooks adre­na­line gera­de für die berg­ab-pas­sa­gen zu weich unter­wegs gewe­sen. bei km 21 stan­den immer noch kei­ne 1:40:00 auf mei­ner uhr – ein letz­ter end­spurt also. doch was ist das: das ziel kommt und kommt nicht näher, obwohl es immer noch berg­ab geht und ich gutes tem­po drauf habe. erst nach wei­tern 1:43 über­que­re ich die ziel­li­nie: das 21er-schild muss also defi­ni­tiv falsch auf­ge­stellt wor­den sein. oder der lauf ist zu lang. mei­ne brut­to­zeit ist 1:40:29,8, mei­ne selbst gestopp­te net­to­zeit (der ers­te wett­kampf, bei dem ich dar­an dach­te, die uhr auch zu stop­pen ;-)) war 1:40:17 – scha­de, unter 1:40:00 wäre natür­lich noch schö­ner gewe­sen. das ist sogar schon der fünf­te platz in der ak-wer­tung (weil die ak 20 sepa­rat gewer­tet wird) – aller­dings mit gut 10 minu­ten rück­stand auf platz 4 … in der gesamt­wer­tung war ich damit auf platz 42 – von 173 halb­ma­ra­thon-finis­hern. das Trai­ning hat sich also bewährt: zwar habe ich in der letz­ten zeit kaum Hügel-/Berg­läu­fe gemacht. und trotz­dem bin ich gut durch­ge­kom­men. Dafür danach aber auch sehr ordent­lich Mus­kel­ka­ter in den Ober­schen­keln – die Waden las­sen aller­dings nichts von sich hören. Die pro­gnos­ti­zier­te Zeit des Trai­nings­plans scheint mir nun auch nicht mehr uto­pisch: Auf einer fla­chen Stre­cke könn­te das durch­aus hinhauen.

im ziel bekam ich dann sogar zusätz­lich zu dem t‑shirt, das ich ja schon bei der anmel­dung erhielt, noch finis­her-medail­le aus­ge­hän­digt – für sie­ben euro start­geld bekommt man in güt­ters­bach wirk­lich viel gebo­ten. denn auch die ver­pfle­gung ist voll­kom­men in ord­nung: reich­lich gele­gen­heit auf der stre­cke, was­ser auf­zu­tan­ken. ich habe das aber haupt­säch­lich zur abküh­lung genutzt: die ca. 25 °C waren doch mehr als genug, die son­ne kam natür­lich auch kurz vor dem start noch her­aus… und das trin­ken wird für mich bei dem tem­po auf den wald­we­gen auch schon schwer … dafür gab es im zeil dann auch noch reich­lich gesüß­ten tee – sehr lecker, nach so einem lauf.

ande­re bericht von die­sem lauf: ger­hard grü­ne­wald (selbst mit­ge­lau­fen) für das oden­wäl­der echo, bericht bei lauf​re​port​.de

und nun natür­lich noch die splits, deren unbe­stän­dig­keit gut das auf und ab der stre­cke wiederspiegelt:

  1. 5:19
  2. 5:10
  3. 4:55
  4. 5:00
  5. 5:03
  6. 4:37
  7. 4:00
  8. 4:04
  9. 5:05
  10. 4:14
  11. 4:20
  12. 4:36
  13. 4:15
  14. 3:45
  15. 4:30
  16. 5.05
  17. 5.59
  18. 5:15
  19. 4:26
  20. 4:31
  21. 4:25
  22. 1:43

beim lauf selbst hat­te ich kei­nen foto­ap­pa­rat dabei. aber so sehen start­num­mer und medail­le aus: 

heute: mal wieder ein sporttag

das muss­te ein­fach sein: das wet­ter war so schön – herr­lich blau strah­len­der him­mel, nur ganz sel­ten ein ver­wisch­tes wol­ken­fetz­lein, dau­ern­der son­nen­schein bei ange­neh­men 25 „C und ein fri­scher Wind dazu – und der ter­min­ka­len­der für heu­te nach­mit­tag leer. also habe ich mich nach dem mit­tag­essen schnell auf­ge­macht zum mkv-boots­haus und war um 13.50 Uhr auf dem was­ser. und ich war nicht allei­ne auf dem rhein. vom mkv waren schon eini­ge aus­ge­flo­gen, auch sonst waren etli­che padd­ler heu­te unter­wegs. vor allem im gins­hei­mer alt­rhein sind sie mir begeg­net bzw. von mir über­holt wor­den. lei­der waren auch wie­der eini­ge blö­de motor­boo­te unter­wegs – das lässt sich halt auf dem rhein kaum umge­hen. ich war auch recht zügig unter­wegs. der anfang bis zur eisen­bahn­brück und die fluss­que­rung zogen sich natür­lich wie­der mal, dann ging es aber doch recht flott den rhein hin­auf und ab in den alt­rhein. hin­ter gins­heim wur­de es dann rich­tig schön ruhig und gemüt­lich – bei fast spie­gel­glat­tem was­ser glitt ich aus­ge­spro­chen zügig dahin – allei­ne mit mir und dem geräusch mei­ner pad­del (und den blö­den flug­zeu­gen im lan­de­an­flug natür­lich …). beim umset­zen am stein­damm war es dann nicht der obli­ga­to­ri­sche ang­ler, son­dern des­sen beglei­tung, die mein­te, mich dar­auf hin­wei­sen zu müs­sen, dass die ande­ren padd­ler neben­an aus­stie­gen. das fand ich aber nicht so schön, weil enger und stei­ler. was solls, so lan­ge nur eine angel aus­liegt, kann man da noch pro­blem­los anlan­den. und ich bin ja gleich wie­der ver­schwun­den. nach einer kur­zen pau­se – mein rech­tes bein war heu­te ums knie her­um recht kramp­fig – ging es gleich wie­der den rhein hin­ab. der war da oben auf dem ers­ten kilo­me­ter aus­ge­spro­chen unru­hig, mit ziem­lich vie­len ste­hen­den wel­len (eini­ge locker 70–80 zen­ti­me­ter hoch). doch das gab sich bald wie­der … und dann war ich auch schon gleich wie­der in mainz zurück: 2 stun­den 35 minu­ten pad­del­zeit waren es heu­te nur. dafür gab es außer­ge­wöhn­lich vie­le bla­sen an den hän­den: mehr als ein hal­bes dut­zend, und an den ver­rück­tes­ten stel­len. wie ich etwas die bla­se an der sei­te der kup­pe des rech­ten zei­ge­fin­gers hin­be­kom­men habe, ist mir völ­lig schlei­er­haft. lus­tig sehen jetzt auch mei­ne ober­schen­kel aus: bis­her kaum son­ne gese­hen (wegen den lauf-tights), haben sie jetzt selt­sa­me mus­ter und schrä­ge lini­en – dort näm­lich, wo der rand der luke verlief.

und weil mir das noch nicht reich­te, bin ich dann gleich im anschluss noch lau­fen gegan­gen: eine halb­wegs gemüt­li­che drei­brü­cken­run­de stand auf dem plan, mit ein­ge­streu­ten stei­ge­run­gen. das war heu­te aber nicht so opti­mal: irgend­wie fand ich nie ein gleich­mä­ßi­ges tem­po, das hat­te immer wie­der bewuss­tes anzie­hen nötig. und die stei­ge­run­gen brach­ten mich dann immer wie­der aus dem rhyth­mus – auch der lauf­stil war heu­te sehr unru­hig. naja, kann ja nicht immer so klas­se lau­fen wie am mon­tag
 

der halbmarathon hat eine neue trainings-bestzeit

heu­te muss­te es sein: denn schon von anfang an lief der lan­ge lauf nach trai­nings­plan aus­ge­spro­chen gut. und ich konn­te ab hoch­heim – da war ich schon ein wenig vor der geplanten/​geforderten zeit – noch­mal ganz ordent­lich zule­gen. also habe ich mal noch den halb­ma­ra­thon gestoppt: bei 1:44:25, am anfang der theo­dor-heuss-brü­cke, war es geschafft. und das heißt: neue trai­nings-best­zeit. das ver­heißt ja eigent­lich nur gutes für den güt­ters­ba­cher volks­lauf: da soll­te auch eine zeit sub 1:45 bei rum­kom­men (der hat aller­dings ein paar höhen­me­ter mehr als mei­ne schleu­sen­run­de mit dem abste­cher durch hochheim).

ein echtes konditionstraining

mon­tag ist der tag mei­ner lan­gen läu­fe. und die­se woche stan­den also 28 km auf dem plan. die hit­ze war frei­lich nicht ein­ge­plant. um 20 uhr, als ich dann end­lich los­lief, waren es schlapp 37 °C in der stadt. und am rhein ent­lang, über die auto­bahn­brück nach gins­heim war es auch nicht viel küh­ler. dort durf­te ich dann erst­mal eini­ge minu­ten an der bahn­schran­ke war­ten. wei­ter ging’s dann, immer noch recht locker wenn auch ten­den­zi­ell einen tick zu lang­sam über die kost­hei­mer schleu­se in rich­tung hoch­heim. und das war dann doch ein feh­ler. denn in hoch­heim war noch wein­fest – das hat­te ich ver­ges­sen. also durf­te ich mich trief­nas­ser lauf­klei­dung mit käp­pi und trink­ruck­sack durch die ver­stopf­ten stra­ßen von hoch­heim drän­geln – ich glau­be, die leu­te hiel­ten mich für ziem­lich bescheu­ert. nun ja, egal, wei­ter ging es auf der main­zer stra­ße nach kost­heim, durch den ort bis an den bahn­hof. dort sah ich gera­de einen zug durch­fah­ren und dach­te, die schran­ke gin­ge jetzt bald hoch und stell­te mich also brav davor. doch pus­te­ku­chen, da durf­ten erst noch vier wei­te­re züge pas­sie­ren – das dau­er­te ewig. dann war es nciht mehr so ganz locker, wie­der ins ordent­li­che lau­fen zu kom­men. aber jetzt war ja nur noch die drei­brü­cken­run­de zu schaf­fen – und das ging dann tat­säch­lich auch noch gera­de­so. zwar war es inzwi­schen ziem­lich dun­kel gewor­den, aber den weg ken­ne ich ja mitt­ler­wei­le. und an der main­spit­ze loder­te selt­sa­mer­wei­se auch ein rie­si­ges feu­er, das mir den weg wies. bis ich da hin kam, war auch die feu­er­wehr mit tatü-tata ein­ge­trof­fen und hat­te mit dem löschen begon­nen. kei­ne ahnung, was da in flam­men auf­ging – es sah aber so aus, als wäre das absicht gewe­sen – könn­te auch eine übung gewe­sen sein… naja, bis ich dann zu hau­se war, war ich wirk­lich fix und fer­tig – und die zwei liter was­ser im ruck­sack waren auch schon eine wei­le alle. aber jetzt kann mich kei­ne hit­ze mehr schrecken …

gibt es marxistisches laufen?

ja, das gibt es. und das sieht dann so aus bzw. liest sich so (zum the­ma: wahl des trai­nings­plans für mara­thon bei ca. 4:30 stunden):

Der Umschlag von Quan­ti­tät in Qua­li­tät, den schon Sta­lin in sei­ner Schrift „Über den Dia­lek­ti­schen und His­to­ri­schen Mate­ria­lis­mus“ als Grund­zug der mar­xis­ti­schen dia­lek­ti­schen Metho­de beschrieb, dürf­te mei­ner Schät­zung nach bei Män­nern im bes­ten Alter knapp unter 4 Stun­den liegen.

so schrieb e. braun heu­te in drsl (mes­sa­ge-id: <slrn4f9bu6e.e9c0.p2h56vc7@pax07e3.mipool.uni-jena.de>)

neue schuhe sind etwas wunderbares

vor allem, wenn es so tol­le schlap­pen wie mei­ne gera­de bei wild­wech­sel (dem sport-laden mei­nes ver­trau­ens hier in mainz …) erwor­be­ne new balan­ce 1223 sind. damit macht das lau­fen gleich noch ein­mal so viel spaß: beque­me dämp­fung, super pass­form (wesent­lich bes­ser etwa als die ande­ren, die ich anpro­bier­te: new balan­ce 767 und brooks adre­na­line gts 7) – sogar mei­ne gro­ßen zehen haben dar­in genü­gend platz. vor allem aber haben sie nicht nur einen aus­ge­zeich­ne­ten und beque­men sitz, son­dern lau­fen auch ganz her­vor­ra­gend: beson­ders das außer­or­dent­lich har­mo­ni­sche abroll­ver­hal­ten hat mich begeis­tert. und ich bin noch nie mit einem schuh unter­wegs gewe­sen, der den spa­gat zwi­schen dämp­fung und direk­tem lauf­ge­fühl und boden­kon­takt so über­zeu­gend hin­be­kom­men hat. höchs­tens die spren­gung scheint mir ein tick zu groß (das kann aber auch täu­schen, weil sie am fuß­bal­len so klar und prä­zi­se ablau­fen). gespannt bin ich nun nur, ob sie nicht ein wenig warm sind – das gewe­be gera­de am vor­fuß scheint doch recht dicht zu sein. aber ihr geld sind sie auf jeden fall schon wert – auch wenn das ganz schön viel ist, was man dafür berap­pen muss. der schuh ist auch noch so neu, dass er noch nicht ein­mal auf der new-balan­ce-home­page auftaucht …

brooks kann keine haltbaren schuhe bauen

zumin­dest kei­ne, die bei mir län­ger als 600 km hal­ten, ohne deut­li­che bles­su­ren davon zu tra­gen. die ers­ten an mei­nen füßen waren die adre­na­line gts 5. die hat­ten nach ca. 500 km (in 10 mona­ten) das pro­blem, dass alle vier obe­ren schnür­sen­kel­lö­cher weit aus­ge­ris­sen waren. run­ners point hat mir die dann nach eini­gen ver­hand­lun­gen auch umge­tauscht – auch wenn sie das pro­blem nicht kann­ten. als ersatz bekam ich dann die adre­na­line gts 6. die haben jetzt 670 km drauf und das ers­te loch fängt schon wie­der an aus­zu­rei­ßen. und die­ses mal ist auch schon das innen­fut­ter an der einen fer­se durch­ge­scheu­ert. schu­he, die der­ma­ßen viel geld kos­ten und aus­schließ­lich für das lau­fen gebaut wer­den, soll­te doch ein paar kilo­me­ter mehr aus­hal­ten. mei­ne new balan­ce 766 haben jetzt immer­hin 1000 km unter der soh­le gehabt und zei­gen noch kei­ner­lei abnut­zungs­er­schei­nun­gen – so wird das gemacht …

das erste intervall-training

so, heu­te war es soweit: mein neu­er trai­nings­plan sah heu­te das ers­te inter­vall­trai­ning vor. ich war ja doch etwas gespannt, wie das lau­fen wür­de – aber es lief ziem­lich gut. ok, ich war eigent­lich immer zu schnell (für mich eher unge­wöhn­lich …), sowohl in den fünf schnel­len 1,2 km als auch in den 600m-trab­pau­sen. immer­hin ken­ne ich jetzt auch das main­zer hoch­schul­sta­di­on – das wur­de ja auch zeit … heu­te abend war wenig los, immer so 2 bis 5 leu­te neben mir. und es ist, wie ich fest­stel­len konn­te, gar nicht so unan­ge­nehm, auf der tar­tan­bahn zu lau­fen. das ist doch erheb­lich wei­cher als asphalt oder gar pflas­ter­stei­ne. klar, es wird mit der zeit ein wenig stu­pi­de, immer in 400-meter-run­den im kreis zu tra­ben. aber es gibt ja zur abwechs­lung auch noch die fin­nen­bahn. die hart zwar einen ande­ren unter­grund, der auch sehr ange­nehm ist: wei­cher mulch­bo­den. aber an der tat­sa­che, das man immer mun­ter im kreis her­um­rennt, ändert das auch wei­ter nichts – der kreis ist jetzt halt 100 meter länger …

laufen nach plan

auch wenn ich zunächst in der ver­gan­gen­heit eine ande­re mei­nung ver­tre­ten habe: seit zwei tagen lau­fe ich nach einem trai­nings­plan. genau­er gesagt, dem trai­nings­plan-sys­tem von vic­tor röth­lin, genannt vic­sys­tem. ich weiß jetzt zwar, dass ich es auch ohne kann – der mara­thon hat ja auch so geklappt. aber in den letz­ten wochen habe ich immer wie­der mal über­legt, was für zie­le ich mr läu­fe­risch noch set­zen kann und soll, nach­dem ich den mara­thon so über­ra­schend schnell und gut schon abge­hakt habe … und da schien er mir doch inter­es­sant, mal aus­z­pro­bie­ren, wie­viel leis­tung ich aus mir mit einem trai­nings­plan her­aus­ho­len kann. das nächs­te ziel ist jetzt auf jeden fall eine neue best­zeit beim halb­ma­ra­thon in güt­ters­bach am 11. august. und dafür heißt es jetzt erst ein­mal, wie­der tem­po zu trai­nie­ren, nach­dem ich vor dem mara­thon vor allem auf die fähig­keit, lan­ge halb­wegs gleich­mä­ßig zu lau­fen, wert gelegt hat­te. das vic­sys­tem habe ich gewählt, weil mir die plä­ne recht ver­nünf­tig schei­nen – nicht so schnell an anspruchs­voll wie die greif-trai­nings­plä­ne (vor allem nicht mit des­sen doch sehr gewöh­nungs­be­dürf­ti­gen pseu­do-moti­va­tions-geschreib­seln); weil sie sich dyna­misch mei­nem lauf­ver­hal­ten anpas­sen und nicht zuletzt, weil sie im ver­gleich sehr güns­tig sind.

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