Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: fahrrad Seite 6 von 8

Nette Anarchisten

…, die rück­sichts­voll und ent­spannt mit ihres­glei­chen und ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern umge­hen – das sind die Ams­ter­da­mer Radfahrer:

– nach Copen­ha­ge­ni­ze kommt jetzt eben Ams­ter­da­mi­ze (via itstar­ted­wi­t­ha­fight)

Ins Netz gegangen (7.11.)

Ins Netz gegan­gen am 7.11.:

  • The war dia­ries of Die­ter Fin­zen in both world wars: Ende – Das Tage­buch von Die­ter Fin­zen aus dem Ers­ten und Zwei­ten Welt­krieg ist voll­stän­dig online – mit dem 23. Okto­ber 1940 enden die Ein­tra­gun­gen, und damit ist auch das Blog mit den zeit­ver­setz­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen sei­ner Tages­ein­trä­ge zu einem Ende gekom­men. Span­nend ist die Lek­tü­re trotzdem …
  • Twit­ter /​usmanm: This is a ship-ship­ping ship, … – total ver­rückt: RT @usmanm: This is a ship-ship­ping ship, ship­ping ship­ping ships.
  • Bedeu­tungs­ver­lust des „Spie­gel“: Genug der Dick­ho­dig­keit – taz​.de – Dar­an liegt es also – die taz hat den Grund für die Mise­re des Spie­gels gefunden:

    die Anzahl der Roma­ne, die mitt­ler­wei­le von Spie­gel-Redak­teu­ren neben ihrem Job ver­fasst wer­den, kor­re­liert auf­fäl­lig mit dem Qua­li­täts­ver­lust im Blatt.

  • BMW i3: Car­sha­ring bestimmt das Auto­fah­ren von mor­gen – SPIEGEL ONLINE – Mar­gret Hucko inter­viewt für den Spie­gel den Ver­kehrs­pla­ner Kon­rad Roth­fuchs, der halb­wegs opti­mis­tisch ist, dass die Situa­ti­on in den Städ­ten sich in nächs­ter Zeit doch all­mäh­lich ändern wird – nicht so sehr aus öko­lo­gi­schen oder öko­no­mi­schen Grün­den, son­dern weil Zeit und Raum knap­per werden:

    aber schau­en Sie mal mit wel­cher Selbst­ver­ständ­lich­keit die Autos die Stra­ßen domi­nie­ren. Es ist ja nicht nur Raum weg. Autos stel­len ein gro­ßes Unsi­cher­heits­pro­blem dar
    […] Die der­zeit noch rela­tiv hohe Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit in deut­schen Städ­ten sinkt wei­ter kon­ti­nu­ier­lich. Damit wird ein Umstieg oder ein Rück­schritt aufs Auto eher unwahr­schein­lich. Weni­ger der öko­lo­gi­sche Gedan­ke ver­an­lasst uns, Bus und Bahn zu neh­men. Viel­mehr zählt der Fak­tor Zeit. […] Dem öffent­li­chen Nah­ver­kehr gehört die Zukunft. 

  • Alter Affe Männ­lich­keit – Mann könn­te ja mal … – die​Stan​dard​.at › All­tag – Nils Pickert arbei­tet sich an den Mas­ku­li­nis­ten – hier v.a. Leon de Win­ter – ab (lei­der mal wie­der aus aktu­el­lem Anlass):

    Eigent­lich hat der alte Affe Männ­lich­keit nur Angst. Wenn er ein Mann wäre, wüss­te er, dass das in Ord­nung ist. Aber so wird er manch­mal ziem­lich fies. Dann sagt er Sachen wie „Femi­nis­mus ist hass­erfüllt und ver­hasst – lasst ihn uns töten!“ und merkt nicht ein­mal, wie sehr er sich damit ent­larvt. Denn spä­tes­tens dann weiß man ganz genau, wie man mit ihm umzu­ge­hen hat: Gib dem Affen kei­nen Zucker!/

  • Lie­ge­fahr­rä­der aus Krif­tel: Am Anfang ging das Licht aus – Rhein-Main – FAZ – Ein net­ter klei­ner Bericht über HP-Verlotechnik:

    „Am Anfang bekam die gan­ze Gemein­de mit, wenn wir Metall­rah­men her­stell­ten“, erzählt Hol­lants. „Die Maschi­ne brauch­te so viel Span­nung, dass immer kurz das Licht aus­ging, wenn wir sie ein­ge­schal­tet haben.“

Ins Netz gegangen (3.11.)

Ins Netz gegan­gen am 3.11.:

  • Face­book Histo­ry of the World | Col­lege­Hu­mor – groß­ar­tig und ziem­lich cool (auch wenn’s etwas Ame­ri­ka-las­tig ist): Eine kur­ze Geschich­te der Welt im Facebook-Style
  • Sibyl­le Berg über Kul­tur­pes­si­mis­mus – hach, Sibyl­le Berg hat mal wie­der sehr recht – und bringt das aus­gzeich­net auf den Punkt:

    All die Tex­te, in denen wir, Jahr­gang vor 1990, das Ver­schwin­den der kul­tu­rel­len Wer­te bewei­nen, sind für die Toi­let­te geschrie­ben. Oder noch nicht mal dafür, wir schrei­ben ja online. Es ist das Jam­mern Ster­ben­der, die dum­mer­wei­se zwi­schen zwei Zei­ten leben.

  • Bil­der im digi­ta­len Zeit­al­ter – Abge­schos­sen – Süddeutsche.de – Peter Rich­ter denkt in der Süd­deut­schen über den Umgang mit die­ver­sen For­men von Por­trät­fo­tos nach – beim Erstel­len wie beim Anschau­en und – wil­lent­li­chen oder unwil­lent­li­chen – Verbreiten

    Halb­wüch­si­ge mai­len wie wild Sel­fies her­um, Frau­en weh­ren sich auf Reven­ge Porn gegen im Web kur­sie­ren­de frei­zü­gi­ge Bil­der von sich selbst und Hugh Grant fun­giert als Mona Lisa der Mugshots. Neue digi­ta­le Bild­for­ma­te zer­stö­ren unse­ren Ruf, set­zen gan­ze Exis­ten­zen aufs Spiel. Das Phä­no­men ist nicht neu. Aber Weg­schau­en hilft nicht.

  • Wacken-Fes­ti­val nutzt Car­go-Bikes « Velo­phil – Nicht nur das Wacken-Fes­ti­val, auch öko­no­misch kal­ku­lie­ren­de Unter­neh­men ent­de­cken die Vor­tei­le von Lastenrädern:

    In gro­ßen Indus­trie­an­la­gen wer­den Las­ten­rä­der bereits seit Jahr­zehn­ten ein­ge­setzt. Timo Mes­ser­schmidt von der Fir­ma Wisag mach­te auf der Las­ten­rad­ta­gung in Ham­burg deut­lich, dass Unter­neh­mer mit den Car­go-Bikes auch rich­tig Geld sparen.

  • Edward Snow­den: Ein Flücht­ling, wie er im Buche steht – Poli­tik – Süddeutsche.de – Heri­bert Prantl spricht in sei­nem Kom­men­tar mal wie­der deut­li­che und wah­re Wor­te (die ver­mut­lich an den ent­schei­de­nen Stel­len aber wie­der mal nicht gehört und beach­tet wer­den werden):

    Man kann die Art von Spio­na­ge, die der NSA betrie­ben hat und wohl immer noch betreibt, als Staats­kri­mi­na­li­tät beschrei­ben. Snow­dens Han­deln mag in den USA straf­bar sein, weil er US-Geset­ze ver­letzt hat; wirk­lich kri­mi­nell sind die Zustän­de und die Machen­schaf­ten, die er anpran­gert.[…] Deutsch­land braucht Auf­klä­rung über die umfas­sen­den Lausch­an­grif­fe der USA. Die­ser Auf­klä­rung ist nur mit der Hil­fe von Snow­den mög­lich. Und Auf­klä­rung ist der Aus­gang aus selbst­ver­schul­de­ter Unmündigkeit.

Mit dem Tsunami an den Bodensee

Mainz – Stah­rin­gen: Eine klei­ne Mehr­ta­ges­tour mit mei­nem „Tsu­na­mi“ genann­ten Lie­ge­rad (so wild ist es aber gar nicht …) von Mainz bis (fast) an den Boden­see. Das war zugleich mei­ne längs­te Fahrt mit dem Lie­ge­rad: 360 Kilo­me­ter in drei Tagen, so viel habe ich noch nie gemacht. Geplant habe ich die Stre­cke mit zwei prak­ti­schen Sei­ten für Rad­ler: rad​weit​.de und rad​rei​se​-wiki​.de. Ulrich Lamm hat auf Rad­weit eine sehr gute und umfang­rei­che Samm­lung von erprob­ten Rou­ten. Die haben gegen­über den „nor­ma­len“ Rad­we­gen den Vor­teil, dass sie wo immer mög­lich auf asphal­tier­te Wege oder Stra­ßen set­zen, bei feh­len­den Rad­we­gen Rou­ten mit mög­lichst gerin­ger Ver­kehrs­be­las­tung auf Neben­stra­ßen nut­zen und das gan­ze in eine ziem­lich augeklü­gel­te Kar­te über­tra­gen. Da ich fürs Fahr­rad kein ver­nünf­ti­ges GPS-Rou­ten­sys­tem habe, schien mir das die bes­te Navi­ga­ti­ons­mög­lich­keit. Und es hat auch ziem­lich gut geklappt. Benutzt habe ich die Rou­ten Mainz-Hei­del­berg, Hei­del­berg-Karls­ru­he und Karls­ru­he-Kon­stanz von Rad­weit, ergänzt um die Hei­del­berg-Umfah­rung aus dem Radreise-Wiki.

Tag 1: Mainz-Karlsruhe

Am lan­gen ers­ten Tag mit einer fla­chen Etap­pe, die dafür die meis­ten Kilo­me­ter hat – nach mei­ner Rech­nung 140 Kilo­me­ter – ging es nach einem locke­ren und kur­zen Mor­gen­lauf um 8.15 in Mainz los. Das Wet­ter war noch ver­hal­ten freund­lich: Wol­ken mit eini­gen kur­zen Son­nen­fens­tern, aber immer­hin kein Regen. Und mit um die 15 °C am Mor­gen auch ange­neh­me Temperaturen.
Den Anfang der Stre­cke kann­te ich immer­hin schon, so dass ich zunächst mei­ne Kar­te gar nicht brauch­te. Die steck­te prak­tisch und griff­be­reit in der Ober­schen­kel­ta­sche – auf dem Lie­ge­rad kann ich die ja nicht so ein­fach am Len­ker befestigen …

So ging es also los: Über Mainz-Kost­heim nach Gus­tavs­burg, wo ich mich erst ein­mal durch eine rie­si­ge, aber lang­sa­me Rad­ler­grup­pe drän­geln muss­te, die auf mein Klin­geln so über­haupt nicht reagier­te, nach Gins­heim, wo ich den Rhein­rad­weg schon wie­der ver­ließ. Denn mei­ne Rou­te kürz­te sozu­sa­gen ab, um erst in Erfel­den wie­der auf den (Alt-)Rhein zu sto­ßen. Von dort ging es ohne Pro­ble­me wei­ter nach Stock­stadt, Gerns­heim in Rich­tung Berg­stra­ße. Bei Erfel­den, wo ich eine klei­ne Frü­stücks­pau­se mach­te, merk­te ich dann auch: Mist, das Han­dy ist gar nicht in der Pack­ta­sche! Das lag fried­lich noch in Mainz auf dem Schreib­tisch … Blöd, damit hat­te ich nicht nur kei­nen Foto, son­dern auch mei­ne „Not-Navi­ga­ti­on“ fiel aus.

In Lorsch hat­te ich das ers­te klei­ne Navi­ga­ti­ons­pro­blem, weil ich wohl ein­fach zu schnell durch die Innen­stadt rausch­te und dabei den Abzweig ver­pass­te. Das konn­te ich aber schnell kor­ri­gie­ren und den Rad­weg nach Hüt­ten­feld und Viern­heim wie­der fin­den. Da pas­sier­te wie­der ähn­li­ches: In den Städ­ten ist die Navi­ga­ti­on mit einer Kar­te im Maß­stab 1:100.000 gewöh­nungs­be­dürf­tig, das hat­te ich noch nicht so recht raus. Auch in Viern­heim ver­pass­te ich jeden­falls wie­der einen Abzweig, merk­te das aber zum Glück auch sehr bald, so dass ich nur wenig zurück­fah­ren muss­te. Hin­ter Viern­heim war es dann ein­fach, durch die Fel­der vor­bei an Muckens­turm, durch Hed­des­heim nach Laden­burg, wo ich am Neckar erst ein­mal Mit­tags­pau­se mach­te. Von dort folg­te ich dann der Rad­rei­se-Wiki-Rou­te, die mich über Plank­stadt und Ofters­heim nach Wall­dorf führ­te, wo ich wie­der auf eine Rad­rei­se-Rou­te (Hei­del­berg-Karls­ru­he) sto­ßen woll­te. Zwi­schen Ofters­heim und Wall­dorf muss­te ich noch ein­mal kurz pau­sie­ren, weil ich den Wol­ken­bruch abwar­ten woll­te. Das war ziem­lich hef­tig, dau­er­te aber zum Glück nicht lan­ge, so dass ich bald wie­der auf dem Rad saß und durch Wall­dorf radel­te. Das erwies sich aber als schwie­rig, weil das Orts­zen­trum von Wall­dorf eine gro­ße Bau­stel­le war, die mich ziem­lich durch­ein­an­der brach­te. Dann waren die Rad­weg-Schil­der auch noch so selt­sam auf­ge­stellt, dass ich an der SAP vor­bei kom­plett in die fal­sche Rich­tung radel­te und mir wie­der ein biss­chen Umkehr­weg ein­fing. Aus der ande­ren Rich­tung kom­mend waren die Rad­weg-Schil­der durch die SAP-AG etwas bes­ser zu erken­nen, auch wenn die Weg­füh­rung eine gro­ße Kata­stro­phe war – kreuz und quer durch das Fir­men­ge­län­de bzw. sei­ne Rän­der, mit stän­di­gen Rich­tungs­wech­seln und Abzwei­gun­gen … Aber nach­dem ich da durch war, ging es dann wie­der etwas vor­an – durch St. Leon-Rot (mit einer kuri­os-kata­stro­pha­len Brü­cke über die A6), und dann ers­te ein­mal lan­ge – kilo­me­ter­weit – schnurgeradeaus.

Karls­dorf und Spöck (wo ich noch ein­mal kurz pau­sier­te und mei­ne Geträn­kevor­rä­te auf­frisch­te) sorg­ten noch ein­mal für ein paar Kur­ven, bevor es von Fried­richs­thal aus wie­der kilo­me­ter­weit gera­de­aus durch den Wald nach Karls­ru­he ging. Dort stieß ich dann auf den Kon­rad-Ade­nau­er-Ring und ver­such­te mein Glück, den Haupt­bahn­hof zu fin­den. Wäre die ent­schei­den­de Kreu­zung (wo ich abbie­gen muss­te) nicht wie­der eine gro­ße Bau­stel­le gewe­sen, hät­te ich das viel­leicht ohne Nach­fra­gen geschafft. Aber auch so ging es dann und ich lan­de­te am Bahn­hof, wo mein Bett im A&O‑Hostel war­te­te. Das ist zwar ver­gleichs­wei­se güns­tig, aber auch sehr laut (durch die Stra­ßen­bah­nen vor allem) und ein biss­chen abzo­cke­risch: Statt dem gebuch­ten 4er-Zim­mer war ich im 6er ohne ver­nünf­ti­gen Schrank, Lam­pen oder Steck­do­sen … Aber für eine Nacht reich­te es. Und es gab immer­hin die Mög­lich­keit, mein Rad in der Gara­ge unterzustellen.

Im Hos­tel merk­te ich dann erst so rich­tig, wie anstren­gend der Tag doch war: Knapp 160 Kilo­me­ter waren es gewor­den, außer den Brü­cken fast topf­eben, aber den­noch ein­fach ziem­lich lang … Mei­ne Ober­schen­kel waren ziem­lich kaputt, was mich den nächs­ten Tag mit etwas Ban­gig­keit erwar­ten ließ. Denn dann soll­te es eigent­lich erst anstren­gend wer­den, weil mei­ne Rou­te mich dann in den Schwarz­wald füh­ren sollte …

Aber mit viel Nacht­ru­he wür­de das schon klap­pen … Dar­aus wur­de es dann aber nicht so recht etwas, ich bin zwar früh im Bett gewe­sen, aber auch super früh auf­ge­wacht, näm­lich schon gegen 5 Uhr. Frück­stück gab es da noch nicht, aber schla­fen konn­te ich auch nicht mehr … Das Früh­stück habe ich dann genos­sen, das war auch ganz soli­de. Um kurz nach 8 war ich dann aber doch wie­der auf dem Rad, die Taschen gepackt und start­be­reit für einen neu­en Tag.

Die gefah­re­ne Stre­cke (mit­samt den Ver­fah­rern) als gpx-Datei: Mainz-Karls­ru­he

Tag 2: Karlsruhe-Schömberg

Der zwei­te Tag wur­de hart. Der Start in Karls­ru­he war aber noch harm­los. Erst ein­mal durch die frem­de Stadt. Das ist mit dem Lie­ge­rad nicht immer das größ­te Ver­gnü­gen, weil die Über­sicht über Ver­kehr und Schil­der doch etwas weni­ger gut ist. Die­ses Mal hat es aber ohne Ver­fah­ren gut geklappt, ich habe den Weg durch den Park gefun­den und war schnell in Ober­reut, wo mir der Wind ganz schön kräf­tig ent­ge­gen­blies. Über­haupt war das Wet­ter nicht mehr ganz so schön: Die Tem­pe­ra­tu­ren waren nied­ri­ger, die Wol­ken bedroh­li­cher und dich­ter, der Wind deut­lich fri­scher. Hin­ter Neu-Forch­heim ver­schwand ich dann im Hardt­wald – so ziem­lich die schlech­tes­te Teil­stre­cke, weil der Wald­weg unbe­fes­tigt war und mich des­we­gen etwas aus­brems­te. Zum Glück ging es bei Malsch wie­der auf die Land­stra­ße, da kommt man ein­fach zügi­ger vor­an. Hin­ter Mug­gen­sturm muss­te ich dann aller­dings anhal­ten und die Klei­dung wech­seln: Es fing an zu reg­nen. Dabei hat mir der Wind dann auch noch das etwas unsta­bil abge­stell­te Rad umge­schmis­sen und mei­ne Klin­gel zer­dep­pert (naja, von beson­ders gro­ßem Nut­zen war sie eh nicht …). Den rest­li­chen Tag bin ich dann in Regen­ja­cke gefah­ren – so rich­tig hör­te das näm­lich nicht mehr auf mit dem Nie­seln und Reg­nen. Viel Was­ser war das zwar nicht, was von oben kam – aber von unten kam es auch, und von vor­ne. Mei­ne Bril­le jeden­falls wur­de nicht mehr tro­cken – das ist fast das ner­vigs­te an dem Wet­ter gewe­sen, dass die Sicht immer so beschei­den war.

Vor mir sah ich jetzt schon den Schwarz­wald ganz schön bedroh­lich auf­stei­gen. Und es wur­de auch hüge­li­ger. Hin­ter Mug­gen­sturm (nicht zu ver­wech­seln mit dem Muckens­turm bei Viern­heim!) ging es über Bei­schwei­er nach Gag­ge­nau, wo ich auf die Murg stieß. Und damit war ich auch auf der „Tour de Murg“, dem Rad­weg, der den gesam­ten Fluss­ver­lauf beglei­tet, mehr oder weni­ger nah am Was­ser. Und jetzt ging es berg­auf, kon­ti­nu­ier­lich fast den gan­zen Tag. Manch­mal fla­cher, manch­mal stei­ler – und manch­mal sehr steil: so steil, dass ich gescho­ben habe. Von Gag­ge­nau aus bin ich dann erst Mal eini­ge Zeit dem Rad­weg gefolgt, durch Gerns­bach und Wei­sen­bach bis Lan­gen­brand. Da habe ich mich dann ver­tan auf mei­ner Rad­weit-Kar­te und bin auf dem Rad­weg geblie­ben, obwohl der Rou­ten­vor­schlag hier ein Stück Stra­ße vor­schläg – zu Recht, denn der Rad­weg ist zunächst im Ort saus­teil (habe ich gescho­ben …) und führt dann auch außer­halb des Ortes sehr weit hoch in den Wald bei ent­spre­chend beschei­de­nem Weg­zu­stand. Und die gan­zen Höhen­me­ter ver­liert man dann wie­der in einer Abfahrt nach Gaus­bach hin­un­ter, die wegen des holp­ri­gen Weges aber auch nicht beson­ders schnell war. Nun ja, jetzt schau­te ich wenigs­tens wie­der genau­er auf die Karte …

Die „Tour de Murg“ führ­te mich nun in lan­gen, halb­wegs sanf­ten Stei­gun­gen vor­bei an For­bach und Raum­ünz­ach über Schön­münz­ach nach Bai­er­s­bronn, wo ich mich noch ein­mal ver­pfleg­te, bevor ich mich auf den Rest des Weges mach­te. Nun ging es erst ein­mal nach Freu­den­stadt. Und so lang­sam wur­de es wirk­lich hart, die Stei­gun­gen wur­den wirk­lich anstren­gend für mei­ne Bei­ne … Bei Freu­den­stadt bin ich mir auch nicht sicher, ob Ulrich Lamm den bes­ten Weg gefun­den hat: Um eine stei­le Stre­cke zu ver­mei­den, blieb ich auf der Tal­stra­ße im Chris­tophs­tal, die aber auch weit und hoch berg­auf ging. Man, das zog sich viel­leicht, die­ses klei­ne Tal! Dafür führ­te sie mich an Freu­den­stadt vor­bei. In Freu­den­stadt war aber noch nicht Schluss für mich, 8 Kilo­me­ter lagen noch zwi­schen mir und dem Tages­ziel. Und die waren extrem hart. In Freu­den­stadt ging es ein­fach immer noch wei­ter berg­auf, da bin ich schwer ins Schwit­zen und Keu­chen gekom­men. Immer­hin hat­te ich mich jetzt schon auf über 800 Meter hoch gear­bei­tet. Und da oben war es auch nicht flach, son­dern hüge­lig – Schwarz­wald eben. Aber auch die letz­ten Kilo­me­ter schrumpf­ten, die letz­ten klei­nen Hügel erklomm ich in noch klei­ne­ren Gän­gen und erreich­te schließ­lich Schöm­berg, wo ich in der „Son­ne“ übernachtete.

Vor dem Schlaf stand aber noch ein kur­zer Lauf auf dem Pro­gramm, rund ums Dorf, das ja nicht so beson­ders groß ist. Das war zwar super­lang­sam, aber für die Bei­ne doch mal eine ganz net­te Abwechs­lung und wenigs­tens ein klei­nes biss­chen Lockerung.

Danach bin ich dann aber auch ziem­lich schnell weggedämmert …

Die gefah­re­ne Stre­cke als gpx-Datei: Karls­ru­he-Schöm­berg

Tag 3: Schömberg-Stahringen

Der drit­te und letz­te Tag soll­te eigent­lich wie­der easy wer­den, so hat­te ich mir das gedacht. Schon beim Auf­ste­hen und der klit­ze­klei­nen Mor­gen­lauf­run­de war aber klar, dass es so ganz ein­fach nicht wer­den wür­de: Die Bei­ne waren jetzt so rich­tig müde, viel Rest­kraft war da offen­bar nicht mehr vor­han­den. Dafür war es rich­tig frisch auf dem klei­nen Hoch­pla­teau von Schöm­berg – als ich um halb neun auf mei­nem Lie­ge­rad Platz nahm, waren es gera­de mal 8 °C. Und so rich­tig warm wur­de es den gan­zen Tag auch nicht mehr. Dafür erfrisch­te mich der Mor­gen erst ein­mal: Mit einer span­nen­den Abfahrt nach Loß­burg hin­un­ter begann die Fahrt auf der schlech­ten Land­stra­ße rich­tig auf­re­gend. Und kurz hin­ter Loß­burg fing es dann in den wel­li­gen Hügeln des Schwarz­wald erst ein­mal kräf­tig an zu reg­nen. Und es reg­ne­te eine gute Stun­de ziem­lich viel. Aber immer­hin hör­te es dann auch wie­der auf und blieb den Rest des Tages zwar trüb und feucht-kalt, aber wenigs­tens regen­frei. Von Loß­burg aus fuhr ich auf klei­nen und nicht ganz so klei­nen Stra­ßen – in man­chen Abschnit­ten waren da erstaun­lich vie­le LKWs unter­wegs – dann durch die Hügel­land­schaft des Schwarz­wal­des. Eine sehr schö­ne Stre­cke eigent­lich, nur mach­te es wegen dem Regen zunächst nicht ganz so viel Spaß. Von Loß­burg aus ging es über Fluorn-Win­zeln und Dun­nin­gen dann zwi­schen Vil­lin­gen-Schwen­nin­gen und Tros­sin­gen vor­bei in Rich­tung Tutt­lin­gen. Da waren zwar kei­ne wirk­lich har­ten Stei­gun­gen dabei (bis auf das Stück in Nie­de­reschach, das ich nur schie­bend bewäl­tig­te), aber es ging eben doch immer mal wie­der berg­auf. Dafür waren auch schö­ne Abfahr­ten dazwi­schen, so dass die Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit nicht ganz in den Kel­ler sank. Denn bei den „Berg“-Fahrten merk­te ich zuneh­mend, das die Kraft in den Bei­nen zu Nei­ge ging.

Nach der Mit­tags­pau­se in Tutt­lin­gen nahm ich dann den letz­ten Anstieg in Angriff: Hin­auf zum Wind­egg, noch ein­mal auf knapp 850 Meter hoch. Das war bru­tal … Oben ange­kom­men, begrüß­te mich eine stei­fe Bri­se, die dem Namen alle Ehre mach­te. Und das Wis­sen, dass es ab jetzt fast nur noch berg­ab gehen wür­de. Und zwar rich­tig schön: Zunächst führ­te mich der Rad­weg nach Emmin­gen udn von dort durch den Wald nach Eigel­tin­gen. Die Stra­ße dort hin­un­ter war zwar eigent­lich wegen Bau­ar­bei­ten gesperrt, der Rad­weg aber offi­zi­ell nicht – obwohl er auf der Stra­ße ver­läuft ;-). Also habe ich mich ein­fach nicht um die Sper­rung geschert und mein Glück ver­sucht. Und das war auch gut so, die Stra­ße war näm­lich gera­de kom­plett neu gemacht wor­den – und schon fer­tig. Nur ein paar Bäu­me wur­den am Stra­ßen­rand noch besei­tigt – aber das stör­te mich nicht wei­ter, ich genoss es, die gan­ze neue glat­te Stra­ße für mich allein zu haben. Und dann war ich ja auch schon fast am Ziel: Hin­ter Eigel­tin­gen geht es noch durch ein paar klei­ne Dör­fer und dann ist man schon in Stah­rin­gen ange­langt. Und ich war froh, dass ich am nächs­ten Tag nicht mehr wei­ter­fah­ren muss­te: Mei­ne Bei­ne brauch­ten drin­gen mal etwas Ruhe.

Die gefah­re­ne Stre­cke als gpx-Datei: Schöm­berg-Stah­rin­gen

Sonntagsausfahrt

Am Sonn­tag­nach­mit­tag war ich noch kurz mit dem Lie­ge­rad im Oden­wald unter­wegs. Dass es der Oden­wald war, sieht man sofort am Geschwindigkeitsdiagramm:

Tempodiagramm

Tem­po­dia­gramm

Auf­grund des Wet­ters wur­de es kei­ne beson­ders lan­ge Aus­fahrt. Dabei hat­te es ganz gut ange­fan­gen: Von Erbach aus über Erbuch nach Bull­au hinauf—fast die gan­ze Zeit hat­te ich zwei Renn­rad­ler im Blick­feld vor mir, mal etwas näher, dann wie­der etwas wei­ter weg. Aber die hat­ten es ganz offen­bar nicht beson­ders eilig, sonst hät­te sie mich bei den Berg­auf­fahr­ten eigent­lich locker abhän­gen kön­nen und sol­len. Kurz vor Bull­au haben sie es dann geschafft—da war ich schon etwas aus­ge­powert und fuhr eine Wei­le in einem sub­op­ti­ma­len Gang …

Von Bull­au bin ich dann durch den Wald am Bullau­er Bild hin­über zum Würz­ber­ger Jägertor—das war eine aben­teu­er­li­che Sache. Das ist zwar ein offi­zi­el­ler Rad­weg. Aber mit einem Fahr­rad kaum ver­nünf­tig zu befah­ren, zumin­dest nicht in einem halb­wegs ordent­li­chen Tem­po. Drei Voll­brem­sun­gen mit ein­mal bei­de Füße auf den Boden habe ich gebraucht: Wenn die­ser Weg nicht total hän­gend nach allen Sei­ten ist, dass man kaum einen Pfad zum Fah­ren fin­det, ist er mit Schlag­lö­chern über­setzt. Und die Schlag­lö­cher sind hier rich­ti­ge Gru­ben, in denen ich pro­blem­los mein Hin­ter­rad ver­sen­ken hät­te können—nur wäre ich dann wohl nciht mehr hin­aus­ge­kom­men. Zum Glück hat es aber immer noch gera­de so geklappt. Nur die bei­den älte­ren Damen kurz vor Würz­berg waren dann total über­rascht, als ich von hin­ten anrauschte—obwohl ich kräf­tig (soweit das ging …) klin­gel­te und mein Rad auf der schlech­ten Schot­ter­pis­te ganz schön schepperte …

Kaum war ich wie­der auf asphal­tier­ten Wegen, fing es dann an zu regnen—und zwar ziem­lich kräf­tig. Am Abzweig zur Man­gels­bach habe ich dann sozu­sa­gen die Not­brem­se gezo­gen und mich erst ein­mal eine knap­pe hal­be Stun­de in die Bus­hal­te­stel­le ver­krü­melt. Denn als nächs­tes stand die Abfahr über die B47 nach Michel­stadt hin­un­ter auf dem Plan—und die ist selbst bei guten Ver­hält­nis­sen anstren­gend: Schnell, eini­ge enge Kurven—und vor allem viel Ver­kehr. Zum Glück hat es dann irgend­wann deut­lich nach­ge­las­sen, mei­ne Geduld war näm­lich längst am Ende. Also zog ich mei­ne Jacke über und habe es gewagt. Die Abfahrt war dann stel­len­wei­se heikel—oder kam mir zumin­dest so vor. Mit knapp 60 km/​h auf regen­nas­ser Fahr­bahn, teil­wei­se noch von den Autos ein­ge­ne­belt: Das war für mei­ne beschei­de­nen Fahr­küns­te grenz­wer­tig. Es hat aber alles geklappt, ich bin heil und glück­lich unten ange­kom­men und war ja dann auch kurz dar­auf schon wie­der zu Hau­se. Aber die dunk­len Wol­ken am Him­mel hat­ten mir die Lust auf die eigent­lich geplan­te wei­te­re Schlei­fe ausgetrieben …

Mainz – die Stadt, die Fahrräder liebt & hasst

Mainz hat mit dem Ange­bot der MVG („MVGmein­Rad“) eine sehr schö­ne Sache für (Gelegenheits-)Radler ins Leben geru­fen. Man könn­te also mei­nen, da die MVG ein städ­ti­sches Unter­neh­men ist, dass die Stadt Mainz Fahr­rä­der und ihre Nut­zer, die Rad­le­rin­nen und Rad­ler, för­dern möch­te. Das gilt aber immer nur so lan­ge, wie die Fahr­rä­der und ihre Benut­ze­rin­nen nicht in Bewe­gung sind (oder am Bahn­hof par­ken wol­len, aber das ist eine ande­re Sache …). Um die Rad­we­ge küm­mert die Stadt sich näm­lich höchs­tens stief­müt­ter­lich. Das merkt man nicht nur an deren Anla­ge, Brei­te und bau­li­chem Zustand, son­dern vor allem immer dann, wenn Bau­ar­bei­ten anste­hen: Regel­mä­ßig sind die Rad­fah­re­rin­nen – die ja eigent­lich gleich­be­rech­tig­te Ver­kehrs­teil­neh­mer sind – dann die Leid­tra­gen­den. Für Pkws wer­den Aus­weich­mög­lich­kei­ten geschaf­fen, wer­den Vor­warn- und Warn­schil­der geschaf­fen. Die Rad­fah­rer ste­hen in der Regel auf ein­mal vor einem gesperr­ten Rad­weg – immer­hin wird dann die Benut­zungs­pflicht groß­zü­gig auf­ge­ho­ben. Aber selbst das geschieht nicht immer. Auch „wil­de“ Bau­stel­len wie die heu­ti­ge an der Gro­ßen Blei­che pas­sie­ren immer wie­der: Da parkt ein­fach ein Bau­stel­len­las­ter auf dem Rad­weg – und die Fahr­rad­fah­rer kön­nen selbst sehen, wo sie bleiben.

Radweg-Blockade mit Lastwagen

Rad­weg-Blo­cka­de mit Lastwagen

(Neben­bei sieht man auf dem Bild auch, dass der Rad­weg an die­ser Stel­le – einer nicht gera­de unwich­ti­gen Ver­bin­dung in Mainz – sowie­so schon schmal und ungüns­tig ange­legt ist – gedoort wer­den kann ich, wenn ich’s dar­auf anle­ge, an die­ser Stel­le alle paar Tage …)

In die­sem Fall führt das übri­gens dazu, das (fast) alle ein­fach auf dem Bür­ger­steig um das Hin­der­nis her­um­fah­ren. Denn auf die Stra­ße aus­zu­wei­chen ist nicht mög­lich, da par­ken ja noch die Autos. Und abstei­gen mögen die meis­ten halt auch nicht, das machen Auto­fah­rer ja auch nie. Ja, das ist zunächst mal eine Klei­nig­keit. Aber gera­de die­se Klei­nig­kei­ten zei­gen eben, ob eine Stadt, ein Land ihr Bekennt­nis zum Rad­ver­kehr ernst nimmt. So macht man das jeden­falls nicht …

Noch mehr Kopenhagen …

Copen­ha­ge­ni­ze hat noch mehr kur­ze Vide­os zu den Prin­zi­pi­en & Mit­teln, mit denen in Kopen­ha­gen der Rad­ver­kehr geför­dert wur­de und wird, pro­du­ziert (das ers­te habe ich hier schon vor­ge­stellt). Zum Bei­spiel zur grü­nen Wel­le für Rad­fah­rer (beson­ders schick fin­de ich ja die Boden­lich­ter, die den Rad­le­rin­nen signa­li­sie­ren, ob sie noch/​schon in der grü­nen Wel­le sind …):

Epi­so­de 3 dreht sich um „Inter­mo­da­li­tät“, also die Mög­lich­keit, mög­lichst immer, also in allen ande­ren Ver­kehrs­mit­teln, mit­neh­men und auch pro­blem­los par­ken zu können:

Auch die Sicher­heit der Rad­fah­rer kann mit vie­len, oft nur klei­nen Details ver­bes­sert wer­den – z.B. schal­ten die Rad­am­peln vor den Auto­am­peln auf Grün:

Wobei Kopen­ha­gen aber auch vor grö­ße­ren Umge­stal­tun­gen nicht zurückschreckt …:

Ins Netz gegangen (16.7.)

Ins Netz gegan­gen (15.7.–16.7.):

  • „Wahr­schein­lich habe ich ein­fach ein Ohr dafür“ – Ver­le­ger Enge­ler über sei­ne Lie­be zur Lyrik und | The­ma | Deutsch­land­ra­dio Kul­tur – Gespräch mit Urs Enge­ler, u.a. über gute Gedichte:

    Inter­es­san­te Gedich­te, die haben bei jedem Lesen neue Erleb­nis­se auf Lager für uns. Es gibt ganz vie­le Din­ge zu beob­ach­ten, das heißt, man muss schon sehr gedul­dig sein, um hin­ter die­se Qua­li­tä­ten zu kom­men, aber qua­si je nach­hal­ti­ger ich beschäf­tigt wer­de durch einen Text, des­to inter­es­san­ter scheint er mir, und unterm Strich wür­de ich dann auch sagen, des­to mehr Qua­li­tä­ten scheint er mir zu haben, sprich, des­to bes­ser ist er.

  • 100 Jah­re Tour de France | ZEIT ONLINE – Schnee­fall im Juli: „Die Zeit“ berei­tet ihre Tour-de-France-Reportage(n) nach dem Snow-Fall-Modell der New York Times hübsch auf (trotz des klei­nen Feh­lers in der Überschrift …)
  • 30 Jah­re Spex – taz​.de – Died­rich Diede­rich­sen im taz-Inter­view über den Jubi­lä­ums­band der „Spex“ und die „Spex“ überhaupt:

    Etwas war so begeis­ternd, es gibt so viel dar­über zu wis­sen, man muss viel wei­ter in die Tie­fe gehen. Wenn man eine Güter­ab­wä­gung macht zwi­schen gelun­ge­ner Kom­mu­ni­ka­ti­on, also zwi­schen soge­nann­ter Ver­ständ­lich­keit und der Treue zum Gegen­stand, oder der Treue gegen­über der eige­nen Begeis­te­rung, bin ich für Letz­te­res. Die Rezep­ti­ons­ek­sta­se hat bei mir immer Vor­rang vor dem gelun­ge­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­vor­gang. Einer, der in eine Rezep­ti­ons­ek­sta­se gerät, ist doch viel inter­es­san­ter zu beob­ach­ten als jemand, der Infor­ma­tio­nen verteilt.

  • 7 Tage – 7 Fra­gen – FIX​POET​RY​.com – Nora Gom­rin­ger beant­wor­tet sie­ben Fra­gen Ulri­ke Draes­ners – z.B. so:

    Die Stim­me ist die Schlan­ge im Hals.

Copenhagenize

Wie macht man eine Stadt fahr­rad­freund­lich und lebens­wert? Wie über­win­det man 100 und mehr Jah­re ver­fehl­ter Ver­kehrs­pla­nung, die fast aus­schließ­lich auf das Auto zen­triert war (und ist)? Die däni­sche Agen­tur Copen­ha­ge­ni­ze macht – natür­lich mit dem Bei­spiel Kopen­ha­gen, das ja auch nicht immer so aus­sah wie heu­te, vor Augen – eini­ge Vor­schlä­ge. Am wich­tigs­ten: das gro­ße Gan­ze – oder wie es bei ihnen heißt: The Big Pic­tu­re. Und legt dabei erst ein­mal den Fokus auf die „Uni­for­mi­tät der Infra­struk­tur“ (mit einer Bevor­zu­gung der sepa­rier­ten Rad­we­ge). Die wich­tigs­te Lek­ti­on ist dabei aber die ein­fachs­te: Prio­ri­ti­ze the bike – and the peo­p­le will ride.


(via Velo­phil)

Ins Netz gegangen (6.7.)

Ins Netz gegan­gen (4.7.–6.7.):

  • Hack­ing: Wahl­be­trug leicht gemacht – Golem​.de – Armin Rupp zeigt, wie über­ra­schend ein­fach es ist, Brief­wah­len zu fäl­schen – in der BRD:

    1989 beschloss die Bun­des­re­gie­rung, die Brief­wahl nicht nur zu ver­ein­fa­chen, son­dern auch hier und dort dabei ein­zu­spa­ren. Das hat der Alter­na­ti­ve zum Besuch im Wahl­lo­kal zwar tat­säch­lich eini­ge Hür­den genom­men, aber die Mög­lich­keit zur Wahl­fäl­schung deut­lich erhöht. Das hat der Sicher­heits­exper­te Armin Rupp auf der Sicher­heits­kon­fe­renz Sig­int 2013 in Köln aus­führ­lich gezeigt. Auch die Orga­ni­sa­ti­on für Sicher­heit und Zusam­men­ar­beit in Euro­pa (OSZE) bemän­gelt inzwi­schen die Brief­wahl in Deutschland.

  • Ach übri­gens, er ist Autist – DIE WELT – David Mit­chell über das Leben mit einem autis­ti­schen Sohn:

    Sie ver­spü­ren plötz­lich Mit­leid mit den Kran­ken im Mit­tel­al­ter, die in der Hoff­nung, den für ihr Lei­den zustän­di­gen Hei­li­gen zu fin­den, von einem Schrein zum ande­ren hum­pel­ten, obwohl sie eigent­lich einen Quan­ten­sprung in der Medi­zin gebraucht hätten.

  • Beleuch­tungs­vor­schrif­ten am Fahr­rad: Nichts genau­es weiß man nicht | Rad­ver­kehrs­po­li­tik – Rad­ver­kehrs­po­li­tik setzt sich auch mit dem geän­der­ten Ände­rungs­vor­schlag zu den Fahr­rad­be­leuch­tungs­pa­ra­gra­phen in der StV­ZO aus­ein­an­der – und zeigt, wie schwie­rig so eine ein­fach Anpas­sung offen­bar sein kann …

    So rich­tig Freu­de kommt ange­sichts des Durch­ein­an­ders nicht auf: Viel­leicht sind abnehm­ba­re Lam­pen künf­tig erlaubt, viel­leicht auch nicht—das ist im End­ef­fekt Interpretationssache.

  • Die Schwu­len brin­gen uns allen den Tod: Die Lust des “Spie­gel” an der Apo­ka­lyp­se durch Aids « Ste­fan Nig­ge­mei­er -

    Den­noch ist es schwer, in der Aids-Bericht­erstat­tung des »Spie­gel« die­ser Zeit einen Aus­druck von Ver­ant­wor­tung zu sehen—und nicht von rasen­der Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit. Dazu trägt die offen­kun­di­ge Lust bei, mit der Hal­ter die grau­sa­men Mecha­nis­men aufs Gru­se­ligs­te ausmalt

  • Pofall­as Brief­kopf – Akten­kun­de und zeit­ge­nös­si­sche Doku­men­ten­fäl­schun­gen | Akten­kun­de – Diplo­ma­tik kann auch in der Zeit­ge­schich­te wich­tig sein – Hol­ger Ber­win­kel zeigt, war­um „Dis­cri­men veri ac fal­si“ auch eine Auf­ga­be „der zeit­ge­schicht­li­chen Akten­kun­de“ sein kann und wie sie kon­kret funktioniert.
  • Unter dem Tep­pich der HRK | Schma​len​stroer​.net -

    Die HRK will ein erstaun­lich gut funk­tio­nie­ren­des Sys­tem gegen ein klan­des­ti­nes, weni­ger gutes Sys­tem erset­zen. Die bekann­ten Pla­gia­te-Wikis wer­den damit auto­ma­tisch zum wis­sen­schaft­li­chen Fehl­ver­hal­ten, da sie ja grund­sätz­lich öffent­lich sind. Wer das nicht in Ord­nung fin­det, darf ger­ne die­se Peti­ti­on mit­zeich­nen. Und wis­sen­schaft­li­ches Fehl­ver­hal­ten auch zukünf­tig öffent­lich machen.

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