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Kategorie: freizeit Seite 5 von 6

5. mono-ski.org-treffen in galtür

es war das ers­te mal für mich, das fünf­te ins­ge­samt: das dies­jäh­ri­ge tref­fen der mono​-ski​.org in gal­tür. ich war übri­gens nicht der ein­zi­ge, der zum ers­ten mal dabei war. aber die meis­ten die­ser aus­ge­pro­chen net­ten trup­pe (d.h. streng genom­men sogar alle) fah­ren schon län­ger mono­ski als ich. so konn­te ich mir noch eini­ges an- und abschauen.

die anrei­se am 3.3.nach gal­tür war zwar lang­wie­rig (v.a. der bus ab dem bahn­hof lan­deck-zams braucht eine ziem­li­che wei­le – das paz­naun­tal ist halt ein­fach ewig lang), aber voll­kom­men unpro­ble­ma­tisch. auch mein zim­mer habe ich schnell gefun­den – sehr schön, geräu­mig, nett ein­ge­rich­tet mit couch …

am nächs­ten tag ging es dann gleich um 9 uhr auf die pis­te – schließ­lich woll­te ich die ande­ren mono­is­ten tref­fen. und es war ein herr­li­cher ski­tag: wun­der­bar son­ni­ges wet­ter (was sich in mei­nem gesicht deut­lich bemerk­bar mach­te, da ich mor­gens ver­ges­sen hat­te, die son­nen­creme auf­zu­tra­gen), fri­scher schnee, schön locker und leicht, trotz sonn­tag aus­ge­spro­chen wenig betrieb auf den pis­ten – also alles, was das ski­fah­rer­herz begehrt. unter­wegs war ich vor allem an der breit­spitz­bahn, wo es eine sehr schö­ne schwar­ze abfahrt hat. dort traf ich auch die ande­ren gegen mit­tag, wor­auf wir unse­re kräf­te ver­ein­ten und die pis­ten unsi­cher machten.

auch am mon­tag, 5.3., war das wet­ter zunächst wie­der wun­der­bar. ab mit­tag zogen aller­dings zuneh­mend wol­ken auf, die die gip­fel des ski­ge­biets in nebel hüll­ten. es war ein weit­ge­hend gemüt­li­ches ski­fah­ren an die­sem tag: selbst mor­gens waren die pis­ten wun­der­bar, über­haupt nicht hart – kein wun­der bei den früh­lings­haf­ten tem­pe­ra­tu­ren. nach­mit­tags haben wir dann die schwar­ze pis­te an der birk­hahn­bahn für uns ent­deckt – sehr schö­ne, kräf­ti­ge steil­stü­cke mit fla­chem aus­lauf am ende.

am diens­tag, 6.3., ging es selbst­ver­ständ­lich auch gleich mor­gens auf die pis­te. wie­der hat­ten wir schö­nes wet­ter mit wech­seln­der bewöl­kung und wei­chem, nas­sen schnee, den wir für aus­ge­spro­chen ange­neh­me abfahr­ten (vor allem an der breit­spitz­bahn) nutz­ten. dort habe ich dann auch die ers­ten ver­su­che im unprä­pa­rier­ten gelän­de gemacht, die aber fast alle frü­her oder spä­ter schei­ter­ten (was aller­dings auch kaum anders zu erwar­ten war, bei mei­ner reich­hal­ti­gen erfah­rung auf die­sem gebiet ;-)). doch nach­dem ich gese­hen hat­te, das selbst für schlei­bi an den ers­ten bei­den tagen jede (aber auch wirk­lich jede) fahrt in den tief­schnee mit einem sturz ende­te (oder ihren höhe­punkt fand – je nach stand­punkt halt – für uns war das immer eine mords­gau­di, wes­halb er ja auch zu recht den drop­man-award erhielt), konn­te ich wohl kaum hin­ten­an­ste­hen. und irgend­wann muss ich es ja auch mal ler­nen. und dass geht halt nicht ohne übung und die ent­spre­chen­den miss­erfol­ge. zum abschluss gab es dann noch zwei sehr har­mo­ni­sche abfahr­ten auf der roten pis­te von der ball­un­spit­ze bis in die alm­hof-ten­ne. die run­de lös­te sich dann nur sehr kurz­zei­tig auf, um sich im klei­nen kreis zum gemein­sa­men ski-prä­pa­rie­ren im hotel wie­der zu tref­fen. und abends gab es dann noch das außer­or­dent­lich amü­san­te (zumin­dest für die zuschau­er) fassdaubenrennen.

am 7.3., mitt­woch, war das wet­ter dann nicht mehr so gut. zwar war es immer noch aus­ge­spro­chen mild, aber sehr neb­lig und vor­mit­tags schnei­te es auch noch ein wenig. des­halb fuh­ren wir meis­tens unten an der alp­ko­gel­bahn, mit kur­zen abste­chern bei klei­nen auf­hei­te­run­gen hoch zur ball­un­spit­ze. nach­mit­tags locker­te die nied­rig hän­gen­de bewöl­kung zeit­wei­se etwas auf und wir konn­ten die wun­der­ba­re pis­te an der breit­spit­ze noch eini­ge male fah­ren. und wir konn­ten dort schon ein­mal anfan­gen, das for­ma­ti­ons­fah­ren für die ski-show im rah­men des nacht­s­ki­fah­rens zu üben. das hat bei ingo und mir erstaun­lich (zumin­dest für mich erstaun­lich, ich hab so etwas ja noch nie gemacht) schnell ganz gut geklappt, nur schlei­bi und mal­colm hat­ten eini­ge pro­ble­me bei der syn­chro­ni­sa­ti­on, ihre fahr­wei­se war zu unter­schied­lich. mit mar­kus als ersatz für mal­colm klapp­te das dann aber auch. dum­mer­wei­se konn­ten wir das dann gar nicht vor­füh­ren, denn die ski­show wur­de – wohl wegen der um 19 uhr wie­der kas­ta­stro­pha­len sicht – abge­sagt. zum nachts­ki­lauf sind wir aber natür­lich trotz­dem – schließ­lich hat­te tilo die kar­ten orga­ni­siert. und es war auch ein gro­ßer spaß. bei der ers­ten abfahrt lag die gelb-oran­ge beleuch­te­te pis­te noch ganz im nebel. im ses­sel­lift sah man kaum bis zum vor­her­ge­hen­den ses­sel. aber inzwi­schen kann­ten wir die abfahrt ja schon und so fuh­ren wir unver­dros­sen los. aber der zwei­ten abfahrt riss die bewöl­kung aller­dings rasant auf, die sicht wur­de immer bes­ser. und die pis­ten waren herr­lich leer – frisch prä­pa­riert, noch wun­der­bar weich. und so sind wir immer schnel­ler und schnel­ler die pis­te hin­un­ter­ge­düst – bis wir nach zwei stun­den die not­brem­se zogen und in die ten­ne abbo­gen (das letz­te stück auch ohne licht kein pro­blem). nur alex und baro, die bei­de erst am abend ange­kom­men waren, nutz­ten noch die letz­te hal­be stun­de. auf jeden fall war’s eine mords-gau­di, so im dun­keln (naja, rich­tig dun­kel war es nicht ein­mal auf den unbe­leuch­te­ten pis­ten) ski zu fahren.

der don­ners­tag war dann ent­spre­chend anstren­gend, die zwei zusätz­li­chen stun­den rase­rei mach­ten sich in den ober­schen­keln bemerk­bar. außer­dem war das wet­ter noch ein­mal extrem neb­lig, meist auch noch mit leich­tem schnee­fall. des­we­gen waren wir fast aus­schließ­lich an der alp­ko­gel­bahn unter­wegs. dort hat­te es zwar aus­ge­spro­chen wei­chen schnee, aller­dings gar kei­ne sicht. und es wur­de eher schlim­mer als bes­ser. kurz habe ich in die­ser sup­pe auch noch den tigershark von schlei­bi getes­tet (sie­he unten). aber so im blind­flug strengt das ski­fah­ren doch deut­lich mehr an, wes­halb wir schon gegen halb drei schluss machten.

dafür hat uns dann der frei­tag, 9.3., aber wie­der voll­kom­men ent­schä­digt: strah­len­der son­nen­schein von mor­gens bis abends, nicht mehr so sehr warm (mor­gens um minus 5 grad). ent­spre­chend hart waren denn auch die pis­ten, beson­ders dort, wo die son­ne mor­gens (noch) nicht hin­kam, wir aber fah­ren woll­ten: an der breit­spitz­bahn. aus­ge­rech­net eine der bes­ten stel­len der schwar­zen pis­te, die schma­le rin­ne in der unte­ren hälf­te, war heu­te aus­ge­spro­chen schlecht prä­pa­riert: fast nur dicke, gefro­re­ne schnee­bro­cken. dafür habe ich mich nun, nach einer wei­te­ren woche der zuneh­men­den ver­traut­heit mit dem mono­ski, mehr aus den pis­ten ins unprä­pa­rier­te gelän­de gewagt. und das ging auch immer bes­ser – bis ich mei­nen tt ham­mer bei­na­he den tief­schnee-göt­tern geop­fert hät­te: irgend­wann blieb er mir näm­lich auf ein­mal im schnee ste­cken, kata­pul­tier­te mich mir­nix dir­nix aus der bin­dung und mach­te sich dann allein auf den weg. als ich mich gera­de aus dem schnee auf­rap­pel­te, sah ich in rich­tung pis­te und stau­see los­zie­hen und schrie nur noch „mein ski!“. zum glück hör­te baro, der wei­ter unten auf der sei­te des tief­schnee­fel­des stand das, und stopp­te mei­nen ski (wobei er es zum ers­ten mal schaff­te, sei­ne bin­dun­gen zu lösen …). das hat mir dann erst ein­mal gereicht, nach­mit­tags habe ich monobla­de und nor­dic­board getes­tet (und bin mit vor allem mit dem monobla­de noch sehr schön abseits der pis­te unter­wegs gewe­sen). abends konn­ten wir uns dann im hotel noch so eini­ge groß- und schand­ta­ten auf video und foto anschau­en – sehr inter­es­sant, die unter­schied­li­chen fahr­sti­le mal so direkt im ver­gleich zu sehen.

das ski­ge­biet gal­tür war eine ange­neh­me über­ra­schung für mich. gemüt­lich trifft es ganz gut: kein hal­li-gal­li, sehr zurück­hal­ten­des aprés-ski. kei­ner­lei war­te­zei­ten an lif­ten. wenig betrieb auf den pis­ten. aller­dings auch kei­ne extre­men pis­ten, kei­ne aus­ge­spro­chen stei­le hän­ge etwa. dafür wie­der­um vie­le mög­lich­kei­ten, mal eben von der pis­te weg­zu­kom­men. und, was mich auch über­rascht hat: die pis­ten sind wirk­lich (fast) alle sehr gut und schön, es gibt lan­ge nicht so vie­le aus­fäl­le, lang­wei­ler, wie in ande­ren, grö­ße­ren ski­ge­bie­ten. die prä­pa­rie­rung war auch in ord­nung, nur an weni­gen stel­len manch­mal etwas schlam­pig (und am letz­ten tag, da hat­ten sie es zu eilig und hin­ter­lie­ßen zu vie­le klum­pi­ge, mor­gens sehr hart gefro­re­ne stellen).

gefah­ren bin ich – neben mei­nem tt ham­mer von snow­shark – in die­ser woche dank der vie­len net­ten leu­te, die mir ihre ski gelie­hen haben, unter ande­rem fol­gen­de mono­skier:

  • duret best off: ein angeh­mer car­ver. nicht zu sehr auf die gecarv­ten bögen fixiert, lässt er sich doch recht leicht auf die kan­te set­zen und ist dort nicht so extrem wie monobla­de oder nor­dic­board. dafür lässt er sich auch recht ange­nehm und unpro­ble­ma­tisch mit kurz­schwün­gen fah­ren, ohne je bös­ar­tig zu wer­den – dafür ist das brett ein­fach viel zu weich abgestimmt.
  • snow­shark tigershark: kommt nicht ganz an mei­nen tt ham­mer her­an. zumin­dest für mei­ne fahr­wei­se nicht. weil er etwas här­ter und (in schlei­bis ver­si­on) län­ger ist. das merkt man näm­lich recht deut­lich: wesent­lich weni­ger agil, braucht mehr schub, vor allem die front hing mir immer schwer auf dem schnee, die muss­te ich immer kräf­tig her­um­schie­ben. dafür schluckt er mehr uneben­hei­ten – was ich nicht unbe­dingt mag, ich bevor­zu­ge den direk­te­ren zugang zur piste.
  • monobla­de: ein lus­ti­ges gerät. als ein­zi­ger ski frei­lich nicht zu gebrau­chen, weil er auf der pis­te für zügi­ges, schnel­les, nach unten ori­en­tier­tes gerät über­haupt nicht funk­tio­niert. auf har­tem unter­grund lei­tet er jede uneben­heit bis in den rücken wei­ter, was nach einer wei­le ziem­lich anstren­gend wird. dafür lässt sich das, wofür er gemacht ist, aber gut ver­wirk­li­chen: rum­spie­len. und off-pist fand ich ihn aus­ge­spro­chen leicht und gut­mü­tig. wegen der gro­ßen fle­xi­bi­li­tät und der sym­me­trie von front und heck ver­zeiht er unheim­lich viel, ins­be­son­de­re unbe­ab­sich­tig­te wech­sel von front- in rück­la­ge (oder umge­kehrt). als zweit- oder dritt­ski könn­te ich ihn mir schon vor­stel­len. dann müss­te ich mich frei­lich an die fes­ten bin­dun­gen ohne aus­lö­se­mög­lich­keit gewöh­nen – so ganz behagt mir das nicht.
  • nor­dic­board: nicht mein ski (und das nicht nur wegen des lei­der viel zu hohen prei­ses). aber des­we­gen nicht unbe­dingt schlecht: sehr dreh­freu­dig, denoch äußerst sta­bil, sehr guter kan­ten­griff – aber in ers­ter linie ein car­ver. und das will ich (zumin­dest im moment noch) nicht. beim kur­zen test off-pist hat er mich auch nicht beson­ders über­zeugt, da hat er viel kraft zum dre­hen ge/​verbraucht. ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob der enor­me auf­wand mit der ver­bin­dung von einer sicher­heits­bin­dung und den zwei fes­ten bin­dun­gen wirk­lich not­wen­dig ist. und ob die kon­struk­ti­on, wie es otto eder wohl beab­sich­tig hat (wenn ich rich­tig ver­stan­den hab), dem mono­ski zu neu­er popu­la­ri­tät ver­hilft, scheint mir auch eher frag­lich. aber das ist ja eine ande­re baustelle.

ski fahren im montafon 2007

mein dies­jäh­ri­ger ski­ur­laub – zugleich test- und ein­ge­wöh­nungs­wo­che mit dem neu­en mono­ski – führ­te mich ins mon­ta­fon in vor­arl­berg. gewohnt habe ich in tschag­guns. oder bes­ser gesagt, leicht ober­halb des eigent­li­chen ortes, mit ski­bus­hal­te­stel­le direkt vor der haus­tür. das war auch wich­tig, denn die ski­ge­bie­te des mon­ta­fon (vier gro­ße und noch ein paar pil­le-pal­le-lif­te) lie­gen recht ver­teilt, so dass man ohne bus oder pkw ziem­lich auf­ge­schmis­sen ist.

am ers­ten tag, 28–1, ging es auf die golm, das lag prak­tisch direkt vor der haus­tür (5 minu­ten mit dem bus). die ers­te ent­täu­schung stell­te sich aller­dings schon gleich am beginn her­aus: das berüh­rungs­lo­se ticket­sys­tem im mon­ta­fon ist aus­ge­spro­chen schlecht. gleich an der ers­ten schran­ke zur golm­erbahn, die mich auf den berg brin­gen soll­te, hab‘ ich ewig rum­ge­zop­pelt, bis der mein ski­pass, der in der jacken­ta­sche steck­te, end­lich mal gele­sen hat­te. und das ging den gan­zen tag so wei­ter … aber so etwas ist irgend­wie typisch, ser­vice-mäßig rei­ßen die im mon­ta­fon sich über­haupt kein bein aus. die lift­ty­pen etwa hocken, oft genug auch noch zu zweit, schön bequem in ihren abge­schirm­ten kabäuz­chen, bewe­gen sich mög­lichst wenig. die ein- und aus­stie­ge waren, obwohl es gar nicht so wahn­sin­nig voll war, ziem­lich schnell ziem­lich schlecht – das blieb die gan­ze woche so. auch etwa die git­ter an den ein­stie­gen waren immer wie­der nicht ordent­lich auf­ge­stellt, man blieb stän­dig irgend­wo hän­gen. die pis­ten waren auf der golm schlecht prä­pa­riert – es hat­te über nacht geschneit. das war für den ers­ten tag nicht gera­de opti­mal, zumal die pis­ten – fast nur rotes, die schwar­ze dia­bo­lo war mit­samt dem außer­golm-lift geschlos­sen – doch ziem­lich hef­ti­ge steil­stü­cke drin hat­ten, bei denen – oder bevor­zugt nach denen – ich ziem­lich oft hin­ge­knallt bin. denn auf der har­ten (kunst-)schnee grund­la­ge bil­de­te der tro­cke­ne neu­schnee ziem­lich schnell die schöns­ten buckel­pis­ten mit wan­dern­den buckeln.

vor­mit­tags war ich vor allem an der räti­kon­bahn, neben der die soge­nann­te „welt­cup-abfahrt“ ver­läuft – schön schmal und sakrisch steil. spä­ter bin ich vor allem an der mat­schwitz­bahn unter­wegs gewe­sen, da war weni­ger los. die blaue pis­te dort aller­dings ist sehr lang­wei­lig, die rote aber hat auch anspruchs­vol­le sei­ten. kurz war ich auch am 2er-ses­sel der hüt­ten­kopf­bahn, doch die rote pis­te dort war schon in sehr schlech­tem zustand: oben eisig, unten kein schnee, son­dern steine.

am zwei­ten tag, 29–1, ging es dann auf die ande­re tal­sei­te ins hoch­joch. mor­gens war ich noch ziem­lich kaputt gewe­sen, aber auf dem ski ging’s dann doch sehr ordent­lich. ich bin über die zamang­bahn hoch­ge­fah­ren (das war bus­tech­nisch am ein­fachs­ten), die war um kurz nach neun noch ganz leer – auch auf der pis­te noch nix los – hier kom­men die leu­te erst spä­ter … lei­der war das kreuz­joch geschlos­sen – der ver­bin­dungs­lift hat­te einen getrie­be­scha­den. des­halb war ich fast den gan­zen tag am seebli­ga-sesel­lift. der hat zwei sehr schö­ne rote vari­an­ten, deren eine oben einen supers­tei­len, tief­schwar­zen ein­stieg hat: direkt am lift her­un­ter. das ers­te mal bin ich wie­der umge­kehrt … spä­ter dann aber doch eini­ge male da run­ter, bis es zu glatt wur­de. einen aus­flug hab‘ ich auch zum krop­fen-ses­sel­lift gemacht. eine lan­ge blaue abfahrt führt dahin (zur mit­tel­sta­ti­on der hoch­joch-bahn), die offen­sicht­lich am abend zuvor prä­pa­riert wur­de, auf der dann aber wohl die gan­ze nacht schnee gemacht wur­de, der nicht mehr befes­tigt wor­den ist – mit den ent­spre­chen­den ergeb­nis­sen. und der lift braucht ewig, bis er oben ist …

am 30–1 hat­te ich dann einen herr­li­chen ski­tag an der sil­vret­ta nova: son­ne pur, nur viel zu warm, gute pis­ten: vor allem vie­le car­ver-auto­bah­nen. denn hier in der sil­vret­ta ist ein­deu­tig am meis­ten pla­niert wor­den. schön anzu­se­hen ist das nicht. aber die leu­te ver­tei­len sich so ganz gut. mor­gens zunächst am älpli unter­wegs gewe­sen, auch zur mit­tel­sta­ti­on der vali­se­ra­bahn (aber das war nicht sehr schön: die blaue bis­te erstaun­lich schmal und erstaun­lich steil). nicht sehr inter­es­sant auch der aus­flug auf die nova, wo ich für die­sen tag aller­dings die schwar­zen pis­ten aus­ge­las­sen habe. auch die rück­sei­te von der rin­der­hüt­te (dort eine ganz net­te abfahrt, oben lei­der ers­te ein stück weg), die heim­spitz­bahn, konn­te mich nicht begeis­tern: ein ewig lan­ger zieh­weg für eine kur­ze, unspek­ta­ku­lä­re piste.

gar­gel­len hieß das ziel am wie­der­um wun­der­bar son­ni­gen 31–1. das ist von tschag­guns noch ein gan­zes stück (liegt aber auch dop­pelt so hoch, näm­lich auf über 1400 m), der ski­bus braucht mit umstei­gen fast eine stun­de dahin. dafür war ich dann vom eigent­li­chen ski­ge­biet, das sonst immer so hoch gelobt wird, eher ent­täuscht. zwar war sehr wenig los, aber viel aus­wahl gibt es nicht und vor allem nur wenig span­nen­des für mich. die rote pis­te neben dem vie­rer­ses­sel, dem haupt­lift dort, ist im obe­ren teil sehr sehr schräg, dafür aber ziem­lich flach. erst unter­halb des ses­sel­lif­tes, zum schlep­per hin, wird es kna­cki­ger. sonst gibt es da oben vor­wie­gend blaue, fla­che und brei­te bis­ten (und eini­ge ski­rou­ten, die ich aber nicht erkun­det habe). die tal­ab­fahrt war vor­mit­tags noch in ord­nung, aber auch ziem­lich lang­wei­lig. und obwohl ich schon ziem­lich gebret­tert bin, muss­te ich dann doch noch ein stü­cken schie­ben. nach­mit­tags war ich dann öfters zwi­schen den pis­ten unter­wegs – wenn ich schon einen mono­ski hab … und kurz vor schluss, als kaum noch jemand auf der pis­te war, hab‘ ich den ski auch noch zum car­ven gebracht – sau­geil, super schnell und anstrengend …

am 1–2 war ich noch ein­mal in der sil­vret­ta, dies­mal bei wei­tes­ge­hend bedeck­tem him­mel (warm war’s trotz­dem). es war kaum jemand da. dies­mal noch aus­gie­bi­ger den nova-teil erkun­det – aber dort ist nur kur­zes rotes oder lah­mes blau­es mit vie­len wegen zu fin­den – also nix für mich. dafür bin ich mehr­mals die schwar­ze pis­te direkt am ses­sel­lift hin­un­ter – die ist nicht über­mä­ßig schwer, hat­te aller­dings etwas viel stein­zeug im schnee, was dann doch für abwech­se­lung sorg­te. nach­mit­tags war ich vor allem wie­der an madri­sel­la und dem 3er-ses­sel neben­dran ind allen varianten.

zum schluss, am 2–2, bin ich noch ein­mal ins hoch­joch. schließ­lich war­te­ten kreuz- und gras­joch noch auf die erkun­dung. dazu muss man zunächst über den sen­ni­grät-lift, der ganz selt­sam schräg über den hang läuft, hin­auf. und bis man end­lich drü­ben ist, sitzt man eine gute wei­le im lift. dafür gibt es dann aber gar nicht so viel so erkun­den: da hin­ten nur blaue pis­ten, lau­ter sehr hüge­li­ge, wel­li­ge bän­der, die immer wie­der schuss­fahr­ten benö­ti­gen – das macht mit dem mono­ski nicht so sehr viel spaß. des­halb bin ich dann nach einer wei­le doch wie­der zum seebli­ga-lift und hab mich da ver­gnügt – im ste­ten wech­sel zwi­schen har­ten, kur­zen bögen und wei­ten, sehr tem­po­rei­chen schwün­gen. immer mehr kam aller­dings das eis raus – und immer mehr unter­schied sich die spreu vom wei­zen: eini­ge sehr gute fah­rer bret­ter­ten über die pis­te, ande­re rutsch­ten ziem­lich selt­sam her­um oder lan­de­ten im akia und hub­schrau­ber, den ich in die­ser woche jeden tag min­des­tens ein­mal gese­hen hab. schnee war halt doch sehr wenig – im tal wur­den die hän­ge von tag zu tag immer grüner.

dieser ski ist der hammer!

er heißt ja auch so: der „tt ham­mer“ von snow­shark in den usa, mein neu­er mono­ski. das ist ein ech­tes prä­zi­sion­in­stru­ment, bei jeder geschwin­dig­keit – nur zu lang­sam darf’s nicht wer­den. für angst­ha­sen ist das nichts, mit ordent­lich tem­po lässt er sich ein­deu­tig am bes­ten fah­ren. feh­ler darf man aller­dings auch nicht machen, fahr­feh­ler ver­zeiht er kaum bis gar nicht. als ech­tes prä­zi­si­ons­in­stru­ment macht er genau das, was er soll. und wenn’s falsch ist, dann macht er es auch – ver­zei­hen, ver­schlu­cken tut er nix. man merkt auch jeden huckel der pis­te dem­entspre­chend. das ist eben ein hoch­ge­züch­te­tes sport­ge­rät. und das heißt v.a.: er braucht kraft und kon­zen­tra­ti­on – ent­spann­tes glei­ten ist damit nicht an der tages­ord­nung. schon klei­ne nach­läs­sig­kei­ten, etwa in der hal­tung der knie, kön­nen sich unan­ge­nehm bemerk­bar machen – das war für mich zunächst sehr gewöh­nungs­be­dürf­tig. dafür belohnt er mit her­vor­ra­gen­der sta­bi­li­tät bei jedem tem­po: genau­ig­keit eben.

ganz unver­dros­sen und wie selbst­ver­ständ­lich beißt er sich aber an jedem hang fest. selbst bei den für mono­ski eher ungüns­ti­gen ver­hält­nis­sen im mon­ta­fon (sehr har­te grund­la­ge, teil­wei­se eisig) bleibt er über­ra­schend gut zu kon­trol­lie­ren und beherr­schen. und auch car­ven kann er – wenn der fah­rer es sich traut. ich schaff­te das nur kurz: denn so zu fah­ren, ist anstren­gend und bru­tal schnell – eigent­lich schon fast waf­fen­schein­pflich­tig. denn dann dür­fen weder ande­re ski­fah­rer in die que­re kom­men noch unvor­her­ge­se­he­ne löcher oder kan­ten in der pis­te auf­tau­chen. ech­te car­ver-monos kön­nen das aller­dings bes­ser (und einfacher).

lei­der taugt die bei mir mon­tier­te tyro­lia-bin­dung für die­sen ein­satzweck nur wenig (aber ich war ja noch nie ein gro­ßer freund der tyro­lia …): immer wie­der hat­te ich das pro­blem – obwohl ich sie fast am anschlag der ein­stel­lung habe – dass bei (beinah-)stürzen ein schuh an der spit­ze ein wenig ver­rutscht – noch in der bin­dung hält, aber nach außen ver­scho­ben ist. damit lässt sich dann, wenn man es nicht merkt und gleich kor­ri­giert, wun­der­bar wie­der auf die nase fal­len, denn die nächs­te kur­ve wird dann zur ech­ten über­ra­schung. außer­dem hat der mon­teur beim einen teil auch noch zu tief gebohrt – abso­lu­ter mist also. aber das wird sich hof­fent­lich bald ändern.

der lahnhöhenweg

die ers­te „rich­ti­ge” wan­de­rung 2006: ein teil­stück des lahnhöhenweges.

weg: lahn­hö­hen­weg (rechts und links der lahn) 
stre­cke
: lim­burg – lahnstein 
kar­te: natur­park lahn nas­sau. 1:50000. isbn 3−89637−305−6
etap­pen
:

  1. lim­burg – schloss langenau
  2. schloss lan­ge­nau – fachbach
  3. fach­bach – lahnstein

beschrei­bung
1. etap­pe
: auf­grund mei­ner schlech­ten pla­nung geriet gleich der ers­te tag ein wenig lang. je nach­dem, wel­chen schil­dern ich glau­ben schen­ke, sind das ca. 28 oder ca. 33 km. auf jeden fall sind eini­ge höhe­me­ter dabei – in form ziem­lich kna­cki­ger anstie­ge. lim­burg ist zwar mit der bahn gut zu errei­chen, als start emp­fiehlt es sich aber nicht unbe­dingt, der links­sei­ti­ge lahn­hö­hen­weg führt zunächst v.a. über asphal­tier­te feld­we­ge nach diez, dort quer durch den ort und an der stra­ße ent­lang nach fach­in­gen, durch das man auch noch durch muss. dann wird es inter­es­san­ter: mit dem ers­ten kräf­ti­gen anstieg auf engen keh­ren von der lahn auf die höhe, ein wun­der­schö­ner weg durch den wald am steil­hang nach bal­du­in­stein. da geht es erst mal wie­der zügig hin­un­ter zur lahn und im ort bal­du­in­stein. dann auch gleich wie­der hin­auf in rich­tung schloss schaum­burg – ein mus­ter, das auf dem lahn­hö­hen­weg noch öfters begeg­net. dann geht es in einem gro­ßen bogen um das eben­so gro­ße schloss, wobei zum ersten­mal auf­fällt, dass die mar­kie­rung des lahn­hö­hen­we­ges nicht immer opti­mal ist: auf dem weg von schaum­burg wie­der hin­ab feh­len meh­re­re mar­kie­run­gen – oder sie waren so gut ver­steckt, dass ich sie nicht fand. dann geht es schön durch die fel­der und über steins­berg in rich­tung bahn­haus. dort muss man sich dann einen kilo­me­ter direkt an den glei­sen ent­lang quet­schen, um den auf­stieg vom hau­ser­hof durch eine wun­der­schö­ne, aber die bein­mus­kel stra­pa­zie­ren­de klamm zur runi­ne brun­nen­burg zu neh­men. von dort aus führt der weg über den soge­nann­ten vier­seen­blick auf unge­fähr hal­ber höhe wei­ter bis kurz vor obern­hof. der abstieg in den ort ist zunächst recht steil, wird zum schluss aber glück­li­cher­wei­se etwas fla­cher. an der lahn dann, nach neun stun­den marsch, die böse über­ra­schung: der cam­ping­platz ist heu­te nicht besetzt – und die sani­tä­ren anla­gen sind alle gut ver­rie­gelt. also wech­se­le ich gleich hier die lahn­sei­te und stap­fe an der bun­des­stra­ße ent­lang zum nächs­ten cam­ping­platz in schloss lan­ge­nau, der immer­hin offen ist. dadurch ändern sich aller­dings mei­ne plä­ne. denn weil ich sowie­so ziem­lich fer­tig bin, ent­schei­de ich mich, am nächs­ten tag nicht wie­der zurück nach obern­hof und von dort auf der lin­ken sei­te durch das jam­mer­tal dem lahn­hö­hen­weg bis nas­sau zu fol­gen. statt des­sen begin­ne ich gleich mor­gens mit der nächs­ten etap­pe.
2. etap­pe
: auf der rech­ten lahn­sei­te – eine glück­li­che fügung. denn hier ist ein wun­der­schö­ner wan­der­weg, zum gro­ßen teil nur ein schma­ler pfad. der führt zunächst von schloss lan­ge­nau über die paar häu­ser mied­zian­kit an den hang der hohen lay hin­über nach nas­sau. dort darf man dann wie­der ein­mal quer durch den gesam­ten ort – das zieht sich doch recht weit hin – und natür­lich wie­der in der vol­len son­ne eine schön stei­le stra­ße auf­stei­gen, um wie­der auf die höhe und in den wald zu kom­men. so kommt man hin­über nach dau­s­e­nau – und da muss man unbe­dingt die kar­te benut­zen, da min­des­tens an zwei abzwei­gen die mar­kie­run­gen feh­len. und auch nach dau­s­e­nau gilt wie­der: auf­pas­sen und das wei­ße l suchen. denn es geht auch so schon steil genug hin­auf zum höhen­haus – ich hab’ das gan­ze noch ein wenig ver­schärft, sonst wäre es ja zu lang­wei­lig gewor­den. vom höhen­haus geht es dann wie­der weit­ge­hend ohne mar­kie­run­gen über die fel­ders des rep­sel­s­kopf zum con­cor­dia­turm. dort wird es dann wie­der anstren­gend: ein sehr stei­ler abstieg auf dem offen­lie­gen­den schie­fer nach bad ems, wo der weg ins trep­pen­haus eines park­hau­ses mün­det. dann geht es nach dem obli­ga­to­ri­schen auf­stieg am obe­ren rand von bad ems in rich­tung fach­bach. dort ist man auch gleich auf dem cam­ping­platz direkt an der lahn – schön gele­gen, aber der reins­te abzockerverein. 
3. etap­pe
: das war dann nur noch ein spa­zier­gang: von fach­bach geht es recht gemüt­lich am hang über den gei­er­kopf und den mehrs­berg auf wald-auto­bah­nen in die rup­perts­klamm. die wird zwar immer wahn­sin­nig gelobt, ist aber ziem­lich lang­wei­lig – v.a. im ver­gleich zu den tälern der 2. etap­pe. dafür sind die wege schön fest geschot­tert, das auch jedes auto den weg fin­det … mei­ne füße fin­gen lang­sam an zu schmer­zen, die bla­sen an den fuß­bal­len an zu ner­ven. aber von hier aus ist es nicht mehr weit nach lahn­stein – dort muss man aller­dings noch ein­mal ein gutes stück durch die stadt schrei­ten, um zum bahn­hof zu kom­men. immer­hin war das wet­ter an die­sen drei tagen klas­se: mor­gens jeweils strah­lend blau­er him­mel, der sich gegen nach­mit­tag etwas bewölk­te. am ers­ten tag fie­len auch noch ein paar trop­fen regen, aber das war nichts zum nass­wer­den. viel wär­mer soll­te es aller­dings nicht sein, dann wer­den die stel­len­wei­se eben sehr son­ni­gen auf­stie­ge doch über­mä­ßig anstrengend.

zum steindamm, die erste

heu­te war ich zum ers­ten mal mit den leu­ten vom main­zer kanu­ver­ein unter­wegs, auf ihrer stan­dard­tour: den rhein hoch bis kurz hin­ter die auto­bahn­brü­cke, dort dann in den gins­hei­mer alt­rhein bis zu des­sem ende, dem soge­nann­ten stein­damm, wo immer ein paar spie­ler mit ihren minia­tur­boo­ten her­um­wu­seln, weil es beim ein­fluss des rheins in den alt­rhein eine klei­ne wel­le, je nach was­ser­stand wohl auch mit klei­ner wal­ze, gibt. heu­te war recht wenig was­ser, also rela­tiv harm­los – nur eben mit ordent­li­cher strö­mung. vom rhein aus hät­te man durch­aus auch mit mei­nem boot durch­fah­ren kön­nen, also recht unspek­ta­ku­lär. wir sind dann aller­dings nicht über den damm geklet­tert und den rhein mit dem fluss hin­un­ter, son­dern im alt­rhein­arm wie­der zurück­ge­fah­ren. eine sehr schö­ne, sehr ruhi­ge stre­cke. und das wet­ter war wun­der­bar: son­nig mit nur leich­ter bewöl­kung, wie­der viel zu warm für ende novem­ber… ich bin bar­fuss und mit kur­zer hose gefah­ren, was auf dem rück­weg frei­lich dann doch zunehmd etwas kalt wur­de, mei­ne füße waren sehr schön durch­ge­fro­ren. außer­dem habe ich fest­stel­len müs­sen, dass mir für sol­che fahr­ten noch etwas wesent­li­ches fehlt: eine boots­be­leuch­tung, eine rund­um­lam­pe wie sie immer­hin eini­ge der ande­ren (selbst­ge­baut aus taschen­lam­pen.…) auf ihr heck setz­ten. denn bis wir aus dem alt­rhein wie­der in den rhein kamen, war es tat­säch­lich schon fast ganz dun­kel – das ist so ganz ohne lam­pe dann ziem­lich ris­kant. die was­ser­po­li­zei ist zwar an uns vor­bei­ge­rauscht, hat aber nicht geme­ckert, dass wir immer­hin zwei von sechs boo­ten ohne beleuch­tung hat­ten… nun, auf die idee war ich bis­her auch noch gar nicht gekommen.

schiller, ach schiller

war­um hast du nur so lan­ge dra­men geschrie­ben? aber da muss man ja erst ein­mal drauf kom­men: schil­lers „räu­ber“ am stück und voll­stän­dig, von der „unter­drück­ten vor­re­de“ bis zum „dem mann kann gehol­fen wer­den“ sich gegen­sei­tig vor­le­sen. dani­el hat­te die idee und hat heu­te dazu neun leu­te in sei­nem wohn­zim­mer ver­sam­melt – und vor­züg­lich bewir­tet. um die schnö­den leib­li­chen begier­den brauch­ten wir uns also nicht küm­mern, son­dern konn­ten uns ganz dem hei­li­gen text von schil­lers ers­ten dra­ma zuwen­den. die idee, das ein­fach mal laut und mit ver­teil­ten rol­len zu lesen, ist ja schon ein wenig splee­nig – und natür­lich typisch für dani­el… beson­ders schön fand ich ja auch die idee der aus­lo­sung der rol­len, und zwar für jede sze­ne neu: so kam es gar nicht erst zu iden­ti­fi­ka­tio­nen, der abstand zum text blieb immer gewahrt und ermög­lich­te ihm gera­de dadurch eine beson­de­re eigen­stän­dig­keit. denn eigent­lich ist es nur eine schwund­form sei­ner eigent­lich gestalt, der auf­füh­rung auf der büh­ne. dafür aber voll­stän­dig, um kein wort gekürzt – und auch ent­spre­chend lang. mit eini­gen klei­nen pau­sen haben wir immer­hin so etwa sechs stun­den gebraucht – das macht im thea­ter ja kaum noch ein publi­kum heu­te mit. über­haupt ist es inter­es­sant und mir hier wie­der ein­mal sehr deut­lich gewor­den, wie sehr sich das zeit­ge­fühl um 1800 von dem heu­ti­gen unter­schie­den haben muss. inzwi­schen sind ja auch vie­le thea­ter dem dik­tat des kinos und sei­ner neun­zig­mi­nü­ti­gen stan­dard­län­ge für jedes the­ma gefolgt und for­dern die aus­dau­er des publi­kums, sich über meh­re­re stun­den zu kon­zen­trie­ren und sich so ganz und gar einer erfah­rung eines kunst­wer­kes, und zwar nur eines ein­zi­gen, nicht eines gan­zen rei­gens ver­schie­de­ner, hin­zu­ge­ben. das stück selbst ent­hüllt, wenn man es so stur und unver­dros­sen liest, durch­aus eini­ge unge­woll­te komik. vor allem dann näm­lich, wenn das hier manch­mal noch etwas über­schüs­si­ge, noch nicht so fein (wie es schil­ler spä­ter ver­stand) aus­ge­form­te pathos der rede mit dem zwang des vom-blatt-lesens kol­li­diert, wenn die hohen wor­te nur eine bei­läu­fi­ge stimm­li­che ver­kör­pe­rung efah­ren – dann offen­bart sich doch eini­ges an witz und humor. über­haupt hat mich erstaunt, wie frisch und leben­dig der text allein durch sei­ne sprach­li­che mate­ria­li­sa­ti­on noch heu­te, immer­hin mehr als zwei­hun­dert jah­re nach sei­ner nie­der­schrift, sein kann. gut, im fünf­ten akt wur­de es dann ab und an etwas holp­rig, die kon­zen­tra­ti­on ließ am trü­ben, ver­reg­ne­ten novem­ber­nach­mit­tag spür­bar nach – da konn­te auch der prompt ser­vier­te kaf­fee nicht mehr viel hel­fen. aber trotz­dem: das ist eine angeh­me erfah­rung gewe­sen. umso mehr, als ich zunächst durch­aus skep­tisch (wenn auch sofort wil­lens, das wag­nis aus­zu­pro­bie­ren) war, was die rea­li­sie­rung von dani­els plan anging und vor allem zwei­fel hat­te, ob der und gera­de die­ser text so etwas über­haupt sinn­voll zulässt. doch er lässt es nicht nur zu, es macht auch nicht nur spaß, son­dern för­dert auch gute ein­drü­cke (viel­leicht nicht so tief­ge­hend wie die einer wirk­lich guten insze­nie­rung), aber auf jeden fall blei­ben­de ein­drü­cke. und jetzt – womög­lich machen wir das noch öfter, viel­leicht aber doch mit ten­den­zi­ell kür­ze­ren texten.…

die mutter aller wanderflüsse: zwei tage an & auf der lahn

so, immer­hin zwei tage wan­der­pad­deln habe ich die­ses jahr noch geschafft. ges­tern und vor­ges­tern mal wie­der, nach län­ge­rer pad­del­tech­ni­scher abs­ti­nenz, auf der lahn gewe­sen. um die­se jah­res­zeit ist es da herr­lich ruhig – und wir hat­ten traum­haf­tes wet­ter, herr­lichs­ten son­nen­schein, fast noch zu warm. denn wir sind ja auch recht zügig gepad­delt. die 31,5 km von wetz­lar bis kurz hin­ter weil­burg am ers­ten tag haben wir mit schleusen/​wehren und mit­tags­pau­se in 6 stun­den hin­ter uns gebracht. und auch am zwei­ten tag waren wir noch ganz gut dabei, schließ­lich fließt die lahn dann inzwi­schen wesent­lich lang­sa­mer. mehr zum fluss im mei­nem tou­ren­buch.

wm vorzeitig beendet

guten tag, mei­ne damen und herren.

die euro­päi­sche kom­mis­si­on hat am spä­ten sams­tag­abend in einer eil­ver­ord­nung die fifa wm 2006 in deutsch­land für been­det erklärt. wie die kom­mis­si­on in einer pres­se­er­klä­rung mit­teil­te, sei nach dem aus­schei­den von bra­si­li­en die fort­füh­rung des tur­niers hin­fäl­lig: da nur noch euro­päi­sche staa­ten um den titel kämp­fen wür­den, sei­en wei­te­re k.-o.-spiele nicht nötig. die eu sei ohne­hin bereits sie­ger. klein­lich halb­fi­nal- und final­spie­le sei­en der euro­päi­schen inte­gra­ti­on abträg­lich und zudem ange­sichts der höchst ange­spann­ten gesamt­eu­ro­päi­schen finanz­la­ge nicht zu ver­tre­ten. die ein­ge­spar­ten mit­tel sol­len für agrar­sub­ven­tio­nen genutzt werden.

wir sind welt­meis­ter … hur­ra, hurra.

(damit also doch noch ein ein­trag zur wm – steht heu­te im „ver­bo­ten“ der taz.)

kajak-videos

aus irgend einem grun­de fällt mir das hier gera­de ein – jeder, der schon ein­mal (oder gar öfter) so ein video gese­hen hat, wird die­se schil­de­rung kennen…

gunnar homann

how to have some fun with some friends: szenen eines videoabends

ich bin ja kein padd­ler. aber ich ken­ne padd­ler. und die padd­ler, die ich ken­ne, schau­en manch­mal pad­del­vi­de­os. da schau ich mit. gar nicht so sehr aus sozio­lo­gi­schem inter­es­se, son­dern eher weil ich es unter gar kei­nen umstän­den ver­pas­sen will, wenn mit­tel-irr­sin­ni­ge voll­kom­men irr­sin­ni­gen zuschau­en. allein die fach­sim­pe­lei über boo­te! es gibt blaue. und es gibt grü­ne. und gel­be. es gibt sol­che von einer fir­ma, sol­che von einer ande­ren und sol­che von noch mal ande­ren fir­men. die mit­tel-irr­sin­ni­gen, mit denen ich pad­del-vide­os schaue, erken­nen die mar­ke immer sofort. was aber noch viel unglaub­li­cher ist: sie erken­nen sogar die voll­kom­men irr­sin­ni­gen, die in den boo­ten sit­zen, und zwar nur am helm!
jemand schiebt den ers­ten video rein. ach, den­ke ich, jetzt geht es gleich wie­der los: eine unter­neh­mungs­lus­tig klin­gen­de stim­me wird erklä­ren, wo sich irr­sin­ni­ge was­ser­fäl­le run­ter­stür­zen wer­den. und tat­säch­lich: eine unter­neh­mungs­lus­ti­ge stim­me erklärt, wo sich gleich ein paar irr­sin­ni­ge die was­ser­fäl­le hin­un­ter­stür­zen wer­den. der ort ist aber nicht so wichtig.
wich­ti­ger ist, was jetzt kommt: men­schen­fress­ermu­sik. uah! bamm-bamm. uah! uah! bammbamm-bamm. und hier der ers­te irr­sin­ni­ge. er fährt an, macht alles falsch, über­schlägt sich, haut sich an fel­sen an, fällt in ein tosen­des becken. so einen scheiß wür­de ich nie machen. die machen das aber. ein paar von den mit­tel-irr­sin­ni­gen, mit denen ich das video schaue (und die momen­tan übri­gens nicht sehr intel­li­gent auf den bild­schirm star­ren), auch. aber wenigs­tens las­sen sie sich dabei nicht filmen.

menschenfressermusik

wenn dann der ers­te depp end­lich run­ter­ge­pol­tert ist, kommt der moment, auf den ich in wirk­lich­keit gewar­tet habe: mei­ne lieb­lings­pas­sa­ge in pad­del­vi­de­os, das sah­ne­häub­chen, die ama­rena­kir­sche auf der eis­creme­tor­te. denn jetzt sehen wir den irr­sin­ni­gen, der sich gera­de alles kaputt­ge­hau­en hat, beim inter­view auf der inten­siv­sta­ti­on, quatsch, am ufer. er tropft, lacht und ist sehr leben­dig. mit ande­ren wor­ten: wir sehen irgend einen­jun­gen mann von der stra­ße, für fünf dol­lar vor die kame­ra gelockt, in ned­pren gesteckt, mit einem eimer was­ser über­gös­sen und vor einer foto­ta­pe­te auf­ge­stellt, um den klaps­kal­li zu erset­zen, der sich eben in den tod gestürzt hat.
na gut, viel­leicht irre ich mich. aber wenn der jun­ge mann, den wir sehen, wirk­lich der jun­ge drauf­gän­ger ist, macht das die fol­gen­de sze­ne umso erschüt­tern­der. denn jetzt fühlt ein unsicht­ba­rer inter­view­er dem drauf­gän­ger knall­hart auf den zahn und hin­ter­fragt den gan­zen wahn­sinn mal so rich­tig und gesamt­kri­tisch. man hört die fra­ge zwar nie, aber aus der ant­wort kann man schlie­ßen, dass sie ziem­lich genau so lau­ten muss: „sag mal ste­ve, alte hüt­te, das ist zwar doof, aber in den ande­ren vide­os fra­gen die das auch immer. also, wie­so pad­delst du eigentlich?“
und was ant­wor­tet der drauf­gän­ger? etwa: „och, weiß nich, aber da wo ich her­kom­me, sind eigent­lich alle gestört“? ach woher. der drauf­gän­ger strahlt, ham­pelt ein biss­chen rum und ver­fällt in einen dem ohr schmei­cheln­den sing­sang, in dem sich neun wor­te unun­ter­bro­chen wie­der­ho­len: yeah. it’s. gre­at have. some. fun. with. some. fri­ends. fünf minu­ten geht das so. gera­de, wenn alle ein­schla­fen, kommt wie­der men­schen­fress­ermu­sik und völ­lig über­ra­schend: der zwei­te padd­ler. obwohl er ganz genau gese­hen hat, wie es sei­nen vor­gän­ger zer­brö­selt hat, fährt er an den fall ran, macht alles falsch, über­schlägt sich, haut sich an, fällt in ein tosen­des becken, dann wie­der bammbamm­ha­ve­som­e­fun-with­som­e­fri­ends. plötz­lich und wie aus hei­te­rem him­mel: der drit­te paddler.
bevor ich auf ihn, sein boot, sei­nen helm sowie sein gesam­tes ver­hal­ten genau­er ein­ge­hen wer­de, soll­te ich viel­leicht kurz reka­pi­tu­lie­ren, was sich bis­her im ers­ten von den 23 hier zu behan­deln­den vide­os abge­spielt hat, damit auch die zu spät gekom­me­nen gäs­te auf dem lau­fen­den sind. also: bis­her sind zwei padd­ler einen fall gefah­ren, haben alles falsch gemacht, sich über­schla­gen, um her­nach in ein tosen­des becken zu fal­len. dann haben sie gemur­melt, es sei schön. spaß mit freun­den zu haben, und mei­ne mit­gu­cker haben blöd genickt.

pro video 18.000.000 mal

nun aber wie ver­spro­chen zum drit­ten paddler…nein, halt, es gibt eine über­ra­schung: es mel­det sich näm­lich wie­der die stim­me. sie ver­kün­det, dass sich die padd­ler jetzt woan­ders anhau­en wer­den! und die­ses mal fährt der padd­ler, der beim ers­ten mal zuerst gefah­ren ist, viel­leicht als drit­ter! dann aber wie­der der zwei­te, der drit­te, dann kommt der vier­te, dann der fünf­te. die­ser zyklus wird in gut gemach­ten vide­os min­des­tens 18 mil­lio­nen mal durch­lau­fen. dann kommt das nächs­te video. und dann alle vide­os hin­ter­ein­an­der weg. ich schaue ger­ne pad­del­vi­de­os with some fri­ends. yeah. it’s gre­at. eat some chips, have some fun, bammbammbamm. was dar­an gut
ist? kei­ne ahnung. ich bin ja kein paddler.

(aus dem kanumagazin)

saisoneröffnung auf dem altrhein

23. april 2006: – so, die neue sai­son ist end­lich eröff­net, ganz klas­sisch mit einer küh­kopf-run­de. (das reicht für mei­ne arme und schul­tern nach der lan­gen win­ter­pau­se auch mehr als genug). auf der hin­fahrt erhei­tern wir uns an einem hüb­schen text aus dem kanu­ma­ga­zin, den thors­ten mit­ge­bracht hat: sze­nen eines video­abends unter padd­lern. da joa­chim sein boot inzwi­schem im ver­eins­heim des kc darm­stadt in erfel­den lagert, erweist sich die gan­ze unter­neh­mung als herr­lich unkom­pli­ziert. und da mein com­bi noch in erbach im win­ter­schlaf liegt, war ich im pri­jon bar­ra­cu­da von thors­ten unter­wegs – ein wenig eng für mich, aber eigent­lich ein sehr schö­nes boot, wenn es nur nicht so blöd­sin­nig schwer wäre. auf der stre­cke kei­ne beson­de­ren vor­komm­nis­se, der rhein hat immer noch sehr viel was­ser, so dass die rast­plät­ze man­gel­wa­re sind. aber wir fin­den trotz­dem einen. und geben so dem zwei­er, der fast zeit­gleich mit uns gestar­tet ist, eine chan­ce, uns wie­der zu über­ho­len… mit knapp drei stun­den waren wir dann doch recht flott unter­wegs. und die kraft reich­te auch noch für einen kur­zen test von joa­chims stream­li­ner, der mir aller­dings nicht so beson­ders zusagt, weil er zwar ohne zwei­fel ein her­vor­ra­gen­des boot ist, aber für mich zu viel geschwin­dig­keit ver­langt – im lang­sa­men tem­po ist er doch arg unru­hig und kip­pe­lig, das macht (mir) kei­nen beson­de­ren spaß.

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