Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Kategorie: freizeit Seite 3 von 6

venedig: erste eindrücke

übers wochen­en­de (von don­ners­tag nach­mit­tag bis mon­tag mit­tag – also ein sehr groß­zü­gi­ges wochen­en­de) war ich in vene­dig – dank dani­el und sei­ner gast­freund­schaft im deut­schen stu­di­en­zen­trum dort eine sehr kos­ten­güns­ti­ge bildungreise.

heu­te nur ein paar ers­te ein­drü­cke, der kom­plet­te bericht kommt später.

die rei­se­zeit war opti­mal: für vene­zia­ni­sche ver­hält­nis­se war die stadt aus­ge­stor­ben. bis auf den abso­lu­ten kern­be­reich war es wirk­lich sehr leer – über­all. am mon­tag frei­lich nicht mehr ganz so sehr wie am frei­tag zuvor. die tem­pe­ra­tu­ren waren zwar nicht aus­ge­spro­chen ange­nehm, aber durch­aus erträg­lich. zumin­dest für einen heiß­blüt­ler wie mich. und das wet­ter war wun­der­bar: ganz viel son­nen­schein, ein biss­chen leich­te bewöl­kung, über­haupt kein nie­der­schlag. so konn­ten wir die stadt und ihre schät­ze herr­lich erlaufen.

ach ja, das lau­fen: natür­lich bin ich auch in vene­dig jeden tag gelau­fen. aber das ist dafür eine unbarm­her­zi­ge stadt. gleich drei­fach: der boden ist immer nur stein. und wirk­lich nur. (na gut, eine win­zi­ge ecke gar­der­inie gibt es. viel wei­cher ist’s da aber auch nicht). und es gibt ein­fach kei­ne gera­de stre­cken: ecken, kan­ten, schar­fe kni­cke – die gas­sen sind schwer zu ren­nen. und dann noch­die kanä­le. d.h. die brü­cken dar­über. die stö­ren den rhyth­mus auch noch­mal gewal­tig. und wenn dann noch leu­te unter­wegs sind, wird es wirk­lich fast zum par­cour, das lauftraining.

aber des­we­gen war ich ja nicht dort. son­dern um vene­dig zu erle­ben und ken­nen­zu­ler­nen. das ist die stadt: ver­rückt. der reich­tum der ver­gan­gen­heit. und auch noch der gegen­wart. und dann zugleich auch der ver­fall: schon immer – zumin­dest aber lan­ge (man lese nur tho­mas mann) eine mor­bi­de stadt: liebt den tod. das ende. das ver­ge­hen. das ver­fal­len. so sieht es da auch aus: über­all brö­ckelt es. über­all ste­hen hal­be rui­nen rum, die noch bewohnt wer­den. sehr selt­sam. und dann dane­ben oder dar­in die präch­tigs­ten kulturschätze.
die geschich­te: wahn­sinn. die­ses selbst­be­wusst­sein. bzw. die gran­dio­se selbst­über­he­bung und ‑ver­herr­li­chung. da ist jede kon­zern­zen­tra­le heu­te dreck dage­gen. und auch in dubai kann das nur schwer zu top­pen sein. und die dich­te an kunst – das ist ein­fach über­wäl­ti­gend. mir brummt jetzt immer noch der kopf von den gan­zen ein­drü­cken. das muss ich jetzt erst ein­mal alles noch men­tal sor­tie­ren. und hof­fent­lich bin ich noch halb­wegs in der lage, das auseinanderzuhalten …

durch die rheinhessischen weinfelder

das lie­ge­rad ist frisch repa­riert und wie­der ein­satz­fer­tig. also muss­te es stan­des­ge­mäß aus­ge­führt und die neu­en kur­beln und ket­ten­blät­ter getes­tet wer­den. dafür bin ich heu­te vor­mit­tag ein­fach mal los­ge­fah­ren – noch ohne genau­en plan, was kom­men soll­te und wo ich rum­kur­ven woll­te. klar war nur, zunächst geht es rheinaufwärts.da ich aber den rich­ti­gen moment für den ein­stieg in den rad­weg wie­der ver­passt habe, bin ich bis nier­stein vor­wie­gend stra­ße gefah­ren. da war wenigs­tens der unter­grund in ord­nung … dann ging es aber mehr oder wenig rich­tig auf dem „offi­zi­el­len“ rad­weg wei­ter. in gun­ters­blum hat mir das dann erst ein­mal gereicht, vor allem nach dem ewi­gen kreuz und quer gegur­ke durch oppen­heim und dien­heim. also ver­ließ ich, nach eini­gen ver­ge­wis­sern­den bli­cken auf die kar­te, in gun­ters­blum den rad­weg und fuhr auf den land­stra­ßen durch wei­ter durch die kürz­lich gele­se­nen oder bald zu lesen­den wein­fel­der (mit dem ent­spre­chen­den geruch wild ver­gä­ren­der wein­trau­ben) weg vom rhein. der plan war jetzt, in einem grö­ße­ren bogen durch die rhein­hes­si­schen hügel wie­der zurück nach mainz zu fin­den. das hat auch ganz gut geklappt ;-). der weg führ­te mich über uel­vers­heim und wein­ols­heim nach kön­gern­heim, im ste­ti­gen auf und ab dann über sel­zen nach mom­men­heim und harx­heim – lau­ter klei­ne, ziem­lich typi­sche dör­fer: mit den gro­ßen wein­bau­ern­hö­fen an der haupt­stra­ße, teil­wei­se ziem­lich mäch­ti­ge gebäu­de, alles immer schön ummau­ert, kei­ne bau­lü­cke im gan­zen ort … und zwi­schen den orten die hier typi­schen stra­ßen: schnur­ge­ra­de bis zur nächs­ten kup­pe, dann eine klei­ne bie­gung und wie­der schnur­ge­ra­de in den nächs­ten ort. da brau­chen die stra­ßen­äm­ter eine men­ge über­hol­ver­bots­schil­der – immer erst ein­mal set­zen, dann immer­hin das über­ho­len von trak­to­ren gestat­ten, vor kup­pe und kur­ve die aus­nah­me aber jedes mal wie­der recht­zei­tig auf­he­ben … erstaun­lich, wie vie­le über­land­bus­se hier unter­wegs sind – das wun­dert mich immer wie­der. auch wenn sie meist nicht beson­ders gut aus­ge­las­tet sind. dafür sind die stra­ßen natür­lich auch hier voll mit autos, die eine oder maxi­mal zwei per­so­nen beför­dern. dafür aber unbe­dingt deut­lich mehr als 100 ps benö­ti­gen. zum glück hat­ten die aller­meis­ten (eigent­lich mit nur einer aus­nah­me) genü­gend ver­stand, mich mit gehö­ri­gem abstand zu über­ho­len. kurz nach dem ich gau-bischofs­heim streif­te, bog ich wie­der auf den rad­weg in rich­tung mainz ab. der führ­te auch tadel­los bis hechts­heim, wo er an und um die auto­bahn­bau­stel­le dann aber im nichts ver­schwand. aber jetzt wuss­te ich ja auch wie­der so unge­fähr bescheid und mit eini­gen klei­nen abwei­chun­gen fand ich auch gut wie­der zurück ins main­zer zentrum.

wieder auf den rhein

sie sol­len ihn nicht haben
den frei­en deut­schen Rhein
ob sie wie gie­ri­ge Raben
sich hei­ser danach schrein

So lang er ruhig wallend
sein grü­nes Kleid noch trägt
so lang ein Ruder schallend
In sei­ne Woge schlägt

Sie sol­len ihn nicht haben,
den frei­en deut­schen Rhein,
so lang sich Her­zen laben
an sei­nem Feuerwein

so lang in sei­nem Strome
noch fest die Fel­sen stehn,
so lang sich hohe Dome
in sei­nem Spie­gel sehn

Sie sol­len ihn nicht haben
Den frei­en deut­schen Rhein

so schrieb niko­las becker 1840. dar­an muss­te ich den­ken, als ich heu­te nach lan­ger abs­ti­nenz mal wie­der mein boot zu was­ser ließ (es war ziem­lich ein­ge­staubt im boots­haus inzwi­schen …). schön war’s wie­der, gemüt­lich auf dem gro­ßen strom unter­wegs zu sein. auch wenn die blö­den was­ser-motor­rä­der oder wie auch immer sie hei­ßen einen hei­den­lärm ver­st­an­stal­tet haben. mei­ne klei­ne tour führ­te mich nur bis gins­heim und wie­der zurück – knapp zwei stun­den rei­chen für den wie­der­ein­stieg. zumal das wet­ter es span­nend mach­te: beim start war es zwar etwas bewölkt, aber noch sehr freund­lich. der leich­te wind frisch­te dann auf und brach­te regen- und gewit­ter­wol­ken mit sich. schön war das, dem wet­ter­wech­sel zuzu­schau­en: wie der him­mel und die luft die typi­sche vorregen/​gewitterfärbung zwi­schen gelb, grau und stahl­blau annahm. wie dann der rhein­gau im regen ver­schwand. und wie die regen­wand immer näher kam, anfing mainz zu ver­schlu­cken. ich dach­te zunächst noch, ich käme unge­scho­ren davon. aber kurz ober­halb der eisen­bahn­brü­cke süd zog die regen­wol­ke dann auch über mich hin­weg – so schlimm war es aber gar nicht. und kurz vorm anlan­den hör­te es auch schon wie­der auf … jetzt müs­sen sich aus­nahms­wei­se heu­te mal die arme erholen …

skiurlaub 2009, #3

aller guten din­ge sind ja bekannt­lich drei. also habe ich mir in die­ser sai­son den luxus gegönnt, drei mal ski­fah­ren zu gehen. gut, das drit­te mal war etwas kurz und teil­wei­se spar­ta­nisch. aber luxus trotz­dem. nach den ers­ten bei­den trips ins zil­ler­tal und nach ser­faus ging es jetzt zum dies­jäh­ri­gen mono­ski-tref­fen – eigent­lich ein pflicht­ter­min. die­ses jahr auch im zil­ler­tal, aller­dings gleich im ers­ten „rich­ti­gen“ ski­ge­biet, dem hoch­zil­ler­tal. und zwar von kal­ten­bach aus. das hotel der ande­ren lag natür­lich weit jen­seits mei­ner finan­zi­el­len schmerz­gren­ze, aber ein zim­mer mit früh­stück konn­te ich pro­blem­los orga­ni­sie­ren. also fuhr ich am sams­tag gemüt­lich mit der bahn nach öster­reich. das war wirk­lich bequem: in mainz in den euro­ci­ty stei­gen, bis rosen­heim sit­zen blei­ben, noch ein­mal ein stück regio­nal­zug bis jen­bach und dann mit der zil­ler­tal­bahn bis nach kal­ten­bach – ein­fa­cher geht es kaum. und dank des lidl-tickets auch gar nicht teu­er. das war ja auch nötig, denn der ski­pass schlägt natür­lich immer gut zu: 133 euro kos­ten vier tage. dafür gilt er dann auch im gesam­ten zil­ler­tal – was ich ja über­haupt nicht woll­te. streng genom­men hät­te ich noch nicht ein­mal das gesam­te hochzillertal/​hochfügen benö­tigt, das tat­säch­li­che ski­fah­ren spiel­te sich an ganz weni­gen lif­ten ab …

aber schön der rei­he nach: am sams­tag abend dann gleich noch das ers­te tref­fen mit den zahl­rei­chen ande­ren mono­ski-begeis­ter­ten. dank der fran­zö­si­schen dele­ga­ti­on um jean-phil­ip­pe von duret waren wir die­ses mal über zwan­zig ver­rück­te. gut, vie­le ver­schwan­den in den nächs­ten tagen wie­der. aber trotz­dem, das war schon eine beacht­li­che trup­pe. am sonn­tag ging es dann natür­lich früh los: um halb neun habe ich den ers­ten ski­bus (fast vor der haus­tür) genom­men, der mich im nu zur tal­sta­ti­on der gon­del­bah­nen brach­te. dort hol­te mich die rea­li­tät dann erst­mal ein: der park­platz war schon ziem­lich voll für die frü­he mor­gen­stun­de. vor allem eine men­ge grup­pen stan­den da her­um. aber es soll­te dann im ski­ge­biet doch nicht so schlimm wer­den, die leu­te haben sich wohl ganz gut ver­teilt. schon oben traf ich den ers­ten ver­spreng­ten – die mas­se der mono­skier wür­den erst spä­ter mit den test­skis von duret oben ein­tref­fen. das war auch die haupt­be­schäf­ti­gung an den ers­ten bei­den tagen sozu­sa­gen: das hef­ti­ge aus­pro­bie­ren der ver­schie­de­nen ski­er. ver­bun­den natür­lich mit der übli­chen schrau­berei und kom­pli­zier­ten tausch­ak­tio­nen über meh­rer glie­der. irgend­wie hat­te aber immer jemand einen ski unter den füßen. und mehr ist ja nicht nötig, um glück­lich zu wer­den. zumal das wet­ter mit­spiel­te und uns neben reich­lich wun­der­ba­rem wei­chen, grif­fi­gen schnee auch eine men­ge son­ne bescher­te. ich selbst hielt mich mit dem tes­ten zurück – momen­tan steht eh’ kei­ne neu­an­schaf­fung an. der ers­te tag sieht dann auf dem dia­gramm so aus: skiline 22.3.2009. und abends war natür­lich – nach­dem ich zumin­dest eine klei­ne lauf­run­de gedreht hat­te – gemüt­li­ches bei­sam­men­sein im hotel ange­sagt. schließ­lich muss­ten die test­ski für den nächs­ten tag ver­teilt werden.

den mon­tag begann ich auf dem mono-cross, einem minia­tur-mono­ski mit extre­mer tail­lie­rung (und vor allem hyper­brei­ter schau­fel). ein ganz lus­ti­ges, net­tes gerät, bei dem mir (und nicht nur mir) aber nicht so ganz klar wur­de, wofür das gut sein soll. gut, man kann schon ein biss­chen car­ven damit – aber auch nur, wenn man in ziem­lich hef­ti­ger rück­la­ge unter­wegs ist, sonst stört die brei­te schau­fel. aber die kür­ze macht sich dann doch gera­de bei höhe­ren geschwin­dig­kei­ten, wie ich sie ger­ne fah­re, eher unan­ge­nehm bemerk­bar. irgend­wie hin­ter­ließ er mcih ein wenig rat­los. nach­mit­tags war ich dann auch noch kurz mit dem all-moun­tain 187 von duret unter­wegs, der mir auf der schau­fel aber ein wenig trä­ge war (die gro­ße flä­che vor den füßen, die er in die­ser län­ge hat, kommt mei­nem fahr­stil nicht ent­ge­gen. der 177 hat sich mir da bes­ser prä­sen­tiert). und zum schluss fuhr ich auch den esprit de glis­se noch ein wenig über pis­te und abseits davon. auch kein schlech­ter ski, sehr treu und spur­sta­bil. aber auch nix, was mich gleich begeis­tert hät­te. viel­leicht war ich aber auch inzwi­schen schon ein wenig müde (das merk­te ich gera­de bein den abfahr­ten beim schnee-express zwi­schen den bäu­men mit peter, franz und kal­le ziem­lich …). der mon­tag prä­sern­tiert sich dann so: skiline 23.3.2009. eigent­lich hät­te ich ja ger­ne auch noch den micro von ikso­nom aus­pro­biert, weil der so abso­lut unfahr­bar aus­sieht – aber ihm ist lei­der kurz vor der mit­tags­pau­se die bin­dung ange­ris­sen. er selbst fuhr dann zum schluss – und auch die tal­ab­fahrt – einen alten turm­mo­no – aber so ele­gant und gekonnt, als hät­te er nie etwas ande­res unter den füßen gehabt. und wer so ein ding mal gese­hen hat – ein nor­ma­ler, klas­si­scher ski mti einem gestell, auf dem so ca. 10 cm über dem ski bei­de füße neben­ein­an­der (wie bei einem „nor­ma­len“ mono) ste­hen – kann sich vor­stel­len, was das heißt …

diens­tag ver­rin­ger­te sich die grup­pen­grö­ße dann deut­lich. die fran­zo­sen waren nicht mehr da, auch sonst fehl­ten inzwi­schen eini­ge. das mach­te aber immer­hin die koor­di­na­ti­on zwi­schen den fah­rern ein­fa­cher … über nacht hat­te es oben im ski­ge­biet ca. 10–15 cm geschneit. und das bedeu­tet natür­lich, das wir wie­der in die hän­ge der neben pis­te muss­ten – schließ­lich waren jetzt alle spu­ren der vor­ta­ge weg. und ein gera­de in den obe­ren lagen hef­ti­ger wind sorg­te dafür, dass das auch immer wie­der wie frisch gepu­dert aus­sah (naja, fast immer­hin). mit der übung der letz­ten tage ging das auch mit mei­nem eige­nen ski, der ja kein spe­zia­list für so etwas ist, ziem­lich gut. und es mach­te ein­fach wahn­sin­ni­gen spaß, so weich und locker durch den schnee zu glei­ten – einen spaß, den ich so beim ski­fah­ren sel­ten erlebt hat. das gran­dio­se wet­ter – die früh­mor­gens noch her­um­hän­gen­den wol­ken hat­te der wind schnell ver­trie­ben – nut­zen wir auch gleich noch für eini­ge video-auf­nah­men im tief­schnee. und da muss­te ich natür­lich gleich mal einen spek­ta­ku­lä­ren sturz zei­gen. aus­ge­löst durch das ver­gra­ben mei­ner schau­fel über­schlug ich mich sehr foto­gen, bei­de bin­dun­gen lös­ten aus und der tt ham­mer hing nur am sicher­heits­gurt (und schlug mir ein wenig gegen die bei­ne, was für ein paar klei­ne­re prel­lun­gen sorg­te). das ein­stei­gen im tief­schnee am nicht gera­de fla­chen hang dau­er­te dann ein biss­chen, vor allem weil peter mir mei­nen ski, gera­de als ich ihn schön bereit gelegt hat­te, noch ein­mal einstaubte …
pünk­licht zur mit­tags­pau­se ver­schlech­ter­te sich das wet­ter zuse­hends, nach­mit­tags schnei­te es und war vor allem auf­grund der tief­lie­gen­den wol­ken sehr nebe­lig. da wir kei­ne bess­se­rung sahen und nichts geschei­tes mehr zum fah­ren fan­den, mach­ten wir früh schluss – immer­hin hat­ten wir einen gran­dio­sen vor­mit­tag gehabt: skiline 24.3.2009. dafür bin ich dann zum aus­gleich etwas mehr gelau­fen (wie­der teil­wei­se trail hoch­zil­ler­tal, den ich am mon­tag kom­plett (inklu­si­ve klet­ter­par­tie über die pis­te der tal­ab­fahrt) gelau­fen war.)

der mitt­woch. schon wie­der der letz­te tag des urlaubs. und noch ein­mal neu­schnee, dies­mal aller­dings erheb­lich mehr als am diens­tag – so um die 50 cm dürf­ten es zumin­dest stel­len­wei­se gewe­sen sein. dafür war der schnee jetzt aber schwe­rer und etwas nas­ser als am diens­tag – und dadurch auch wie­der ganz anders zu fah­ren. wir waren wie­eder vor­wie­gend am neu­hüt­ten­lift unter­wegs – die hän­ge unter und neben dem lift waren ein­fach zu ver­lo­ckend. und sie boten den gesam­ten vor­mit­tag genü­gend mög­lich­kei­ten, frei stel­le zu fin­den. so sind wir ein­fach immer hoch und gleich wie­der run­ter (mit eini­gen kur­zen video-inter­mez­zi) gebret­tert. und wie­der wie am diens­tag kam es auch mitt­wochs nach­mit­tags zu einer deut­li­chen wet­ter­ver­schlech­te­rung – die sicht wur­de aller­dings nicht ganz so schlecht wie am diens­tag. inzwi­schen waren wir aber so ziem­lich alle müde in den bei­nen – auch auf der pis­te war es anstren­gend, der vie­le lose, recht schwe­re schnee (trotz der not­prä­pa­ra­ti­on am mor­gen, die eini­ge lif­te erst ver­zö­ger star­ten ließ), der sich zu hau­fen türm­te, sorg­te für ordent­li­che anst­re­gun­gen beim abfah­ren – mehr als im tief­schnee … nach drei abfahr­ten bis zur mit­tel­sta­ti­on waren kal­le, eve­lyn und ich dann so fer­tig, dass wir es gut sein lie­ßen und noch ein wenig in der wedel­stu­be den tag bzw. urlaub aus­klin­gen ließen: skiline 25.3.2009

ich hol­te dann mein gepäck, lief zum bahn­hof, ver­sorg­te mich dabei noch schnell im super­markt und mach­te mich auf den heim­weg. super­pünkt­lich spuck­te mich der ice dann um 0:44 in mainz aus – zuhau­se bin ich dann nur noch ein­fach müde ins bett gefal­len (immer­hin war ich schon kurz nach sechs auf­ge­stan­den, weil ich vor dem früh­stück gelau­fen bin – danach war ja den gan­zen tag kei­ne zeit mehr), das aus­pa­cken ver­schob ich auf den nächs­ten tag. also ein tol­ler urlaub beim mono­ski­tref­fen wie­der ein­mal, bei dem ich eini­ges gelernt habe, vor allem abseits der pis­ten. und natür­lich auch und vor allem viel spaß mit den ande­ren „ver­rück­ten“ gehabt, mit dem aus­tausch und der fach­sim­pe­lei über tech­nik und material …

ergän­zung: hier gibt es ein klei­nes video von mir im tief­schnee (inklu­si­ve sturz …)

skiurlaub 2009, #2

dies­mal ging es zwar wie­der nach tiro, aber nach ser­faus. für mich eine neue erfah­rung – in die­sem ski­ge­biet war ich vor­her noch nie. aber es war bestimmt nicht das letz­te mal. zwar ist der ort ziem­lich teu­er – vor allem die unter­künf­te kos­ten eine men­ge geld – aber das ski­ge­biet ist gro­ße klas­se. schö­ne, eher schma­le pis­ten. eine schö­ne gegend. wun­der­ba­re ver­bin­dun­gen zwi­schen den tei­len (also vor allem zwi­schen ser­faus, fiss und ladis, aber auch inner­halb des recht aus­ge­dehn­ten ser­fau­ser teils).

die anrei­se am sams­tag war aller­dings eher müh­sam. die auto­bah­nen waren in deutsch­land natür­lich wie­der sehr voll, der übli­che rei­se­ver­kehr mit den übli­chen staus – etwa vor & am alb­an­stieg – eben. und der fern­pass war auch so voll, dass es nur noch im stop und go hoch und wie­der run­ter ging. in imst such­ten wir ver­geb­lich den hofer, um unse­re lebens­mit­tel­vor­rä­te für die woche zu ergän­zen, bis joa­chim auf die idee kam, dass der in lan­deck doch viel prak­ti­scher liegt … den hat­ten wir dann tat­säch­lich schnell gefun­den und die autos noch ein wenig vol­ler gela­den. ab dort ging es dann wei­ter ins inn­tal hin­auf, bis zum abzweig nach ser­faus. die stra­ße führt dann am tal­hang in 12 (durch­num­me­rier­ten) keh­ren auf kur­ze stre­cke fast 1000 höhen­me­ter hin­auf auf das ter­as­sen­pla­teau, auf dem ser­faus, fiss und ladis (in umge­kehr­ter rei­hen­fol­ge) lie­gen – mit präch­ti­gem aus­blick über das tal. in ser­faus war gera­de ziem­lich viel betrieb – die ski­fah­rer kamen von der pis­te zurück, die letz­ten urlau­ber ver­schwan­den, neue kamen … unse­re unter­kunft fan­den wir sofort, sie lag ja auch super zen­tral am kirch­platz. und damit direkt an der u‑bahn-sta­ti­on. denn so ver­rückt es klingt, ser­faus hat eine minia­tur-u-bahn unter der haupt­stra­ße, die vom gro­ßen park­platz am orts­ein­gang über zwei sta­tio­nen zur seil­bahn-tal­sta­ti­on am ande­ren dorf­en­de führt – eine wun­der­bar prak­ti­sche und schnel­le mög­lich­keit, mor­gens ins ski­ge­biet zu kom­men und abends zurück. aber auf dem rück­weg war sie nur bedingt nötig, weil man eine tal­ab­fahrt pro­blem­los bis zur dorf­mit­te ver­län­gern konn­te und dann nur noch weni­ge meter zu gehen hat­te. lau­fen muss­te ich an die­sem tag nicht mehr, das hat­te ich mor­gens in darm­stadt erle­digt, um für den ers­ten ski­tag am sonn­tag so aus­ge­ruht wie mög­lich zu sein ;-).

der ers­te tag auf der pis­te also. es soll­te eini­ges pas­sie­ren … wir schaff­ten es trotz kar­ten­kauf etc., ziem­lich genau um 9 uhr in die ers­te gon­del­bahn ein­zu­stei­gen. schnell ori­en­tier­ten wir uns in rich­tung pezid­bahn. dort gibt es zwei sehr schö­ne und teil­wei­se ordent­lich stei­le schwar­ze pis­ten. bei herr­lichs­tem wet­ter – viel son­ne vor allem – stürz­ten wir uns also mehr oder weni­ger schnell die pis­ten hin­un­ter. und ich zusam­men mit mar­kus und hei­ke, die schon sams­tags in ser­faus unter­wegs gewe­sen waren, auch in die unprä­pa­rier­ten hän­ge neben der pis­te. das ging vom ers­ten moment an erstaun­lich gut und mach­te eine men­ge spaß – so lang­sam wer­de ich mit dem mono auch dort immer siche­rer. ich tum­mel­te mich gera­de dort, etwas abseits, als joa­chim schein­bar unfrei­wil­lig beschloss, den geschwin­dig­keits­re­kord auf der pezid­ab­fahrt zu bre­chen. bei einer wel­le kam er dann ordent­lich ins flie­gen, hat­te nach der lan­dung enor­men speed. und beim nächs­ten bogen zer­fetz­te es ihn dann. oder bes­ser gesagt: sei­ne bin­dung. und zwar so ziem­lich total: an bei­den ski­ern waren nur noch trüm­mer übrig – die eine fer­sen­back fehl­te kom­plett, das vor­de­re gehäu­se an meh­re­ren stel­len gebro­chen. und am ande­ren ski hat­te sich der vor­de­re bin­dungs­teil kom­plett vom ski gelöst – die kunst­stoff­ver­bin­dung war gebro­chen. so etwas habe ich noch nie gese­hen … ihm selbst ist dabei zum glück nichts pas­siert und nach eini­gem hin und her glit­ten thors­ten und er auf jeweils einem ski zur tal­sta­ti­on der pezid­bahn hin­un­ter. dort wur­de er dann von einem ski­bob abge­holt – ohne ski­er kommt man von dort näm­lich eigent­lich nicht weg. und der nächs­te ver­leih war an der mit­tel­sta­ti­on der kom­per­dell-lazid-bahn … ansons­ten war der sonn­tag aber ein wun­der­ba­rer ski­tag. der schnee war grif­fig, die pis­ten prä­pa­riert, das wet­ter gut – wie meist in die­ser woche eher warm, eigent­lich nie unter 0 °C.

auch der mon­tag bot eher wenig über­ra­schun­gen. wir erkun­de­ten wei­ter das ski­ge­biet, fan­den noch eine schö­ne vari­an­te zwi­schen pezid und arrez­joch. die car­ver schos­sen sich schon ein wenig auf die pis­ten am plan­segg ein – da bot sich ein schö­nes spiel­feld für sie. der diens­tag zeig­te sich dann mit deut­lich wech­sel­haf­te­rem wet­ter. nach­dem es den gan­zen tag bewölkt und leicht nebe­lig war, setz­te gegen mit­tag noch recht ordent­li­cher schnee­fall ein, der uns dann schon recht früh, gegen 14 uhr, von der pis­te nach hau­se trieb. das bot mir immer­hin gele­gen­heit, mal etwas mehr zeit zum lau­fen zu haben. die ers­ten bei­den tage war da noch nicht viel bei her­um­ge­kom­men – ich such­te noch pas­sen­de wege und ver­such­te mich an die stei­len hän­ge zu gewöh­nen. am diens­tag brach­te ich dann immer­hin knapp 10 kilo­me­ter zusam­men. und fand eini­ge schö­ne stel­len. es macht näm­lich trotz der anstren­gung und selbst bei ver­gleichs­wei­se schlech­tem wet­ter eine men­ge spaß, in ver­schnei­ten ber­gen und wäl­der zu lau­fen – so lan­ge man wege hat, die pla­niert wur­den und man nicht durch tief­schnee stap­fen muss. das pro­pier­te ich für ziem­lich genau fünf schrit­te – jeweils inklu­si­ve ein­sin­ken im schnee bis fast an den schritt: das war der­ma­ßen erschöp­fend, dass ich schnell wie­der halb­wegs fes­ten boden unter den füßen suchte.

der mitt­woch bescher­te uns dann schon wie­der ganz ande­res wet­ter: föhn war ange­sagt. und der brach­te ziem­lich star­ke win­de mit sich, so dass vor allem vor­mit­tags der seil­bahn- und lift­be­trieb doch eini­ges ein­ge­schränkt wur­de. aber ein gutes hat­ten die kräf­ti­gen win­de: sie blie­sen die wol­ken hin­weg. mor­gens war alles noch ziem­lich ver­han­gen. aber spä­tes­tens ab mit­tag über­wog wie­der der blaue him­mel und die strah­len­de son­ne. das mach­te dann so viel spaß, dass wir bis zum end­gül­ti­gen schluss der lif­te auf den pis­ten blie­ben und des­halb erst nach 16 uhr auf die tal­ab­fahrt kamen. da konn­te der don­ners­tag dann über­haupt nicht mit­hal­ten: wie­der war das wet­ter ver­än­dert. aller­dings nicht zum bes­ten. denn dicker und ziem­lich bestän­di­ger nebel hing in den ber­gen. wenn man glück hat­te, war man zur rich­ti­gen zeit am rich­ti­gen ort und konn­te kur­ze, mini­ma­le auf­lo­cke­run­gen genie­ßen. da aber die wol­ken­de­cke ins­ge­samt aus­ge­spro­chen nied­rig hing, war die sicht durch das extrem dif­fu­se licht aus­ge­spro­chen gewöh­nungs­be­dürf­tig, um nicht zu sagen schlecht. dazwi­schen kam immer wie­der leich­ter schnee­fall, der sich zum abend hin noch ver­stärk­te. die pis­ten waren zwar in sehr gutem zustand und es war ziem­lich wenig betrieb, aber auf­grund der ein­ge­schränk­ten sicht war das fah­ren doch recht anstren­gend. auch am frei­tag blieb uns der nebel und der schnee­fall weit­ge­hend erhal­ten. trotz­dem war auf den pis­ten noch eine men­ge spaß zu haben. und auch auf der einen ski­rou­te, die ich dann doch noch gefah­ren bin, der schleif­plat­ten­rou­te an der obe­ren scheid­bahn. die war zwar im obers­ten stück nicht nur sakrisch steil, son­dern auch sehr unan­ge­nehm ungleich­mä­ßig ver­bu­ckelt. da ver­lor ich dann end­gül­tig noch einen tel­ler mei­ner ski­stö­cke, die eh schon stark in mit­lei­den­schaft gezo­gen waren. und ohne tel­ler macht das fah­ren abseits der pis­te doch erstaun­lich wenig spaß ;-). aber die schwar­zen pis­ten waren noch ziem­lich gut zu fah­ren, vor allem die an der obe­ren scheid­bahn und am pezid. und auch die wald­ab­fahrt vom alp­kopf hin­un­ter hat­te noch ihren reiz. zwar war die rote pis­te ziem­lich zer­fah­ren. aber am rand blie­ben so ander­halb meter, wo sich der schö­ne lose und wei­che schnee sam­mel­te – da stürz­te ich mich noch eini­ge male her­ab. aber irgend­wann – lei­der schon vor 16 uhr – waren mei­ne ober­schen­kel dann ein­fach hin­über. das vie­le fah­ren auf schwe­ren, stei­len pis­ten und die nicht gera­de leich­ten lauf­stre­cken mach­ten sich bemerk­bar. zur krö­nung ver­län­ger­te ich mei­ne lauf­run­de dann am frei­tag auch zu einer rich­ti­gen run­de auf über 11 kilo­me­ter: über den beu­tel­kopf­weg zur berg­sta­ti­on des sun­li­ners, von dort über den pan­ora­ma-genuss-wan­der­weg hin­über zum kom­per­dell und nach eini­gen stü­cken ski­pis­te quer zum hang zurück nach ser­faus – mit abstand die schöns­te stre­cke der woche, herr­li­che aus­bli­cke trotz mit­tel­präch­ti­gen schneefalls …

die heim­rei­se ver­lief dann eher unspek­ta­ku­lär – da wir rela­tiv früh star­te­ten, waren wir zwar im dich­ten ver­kehr und schnee­fall unter­wegs, blie­ben aber wenigs­tens von grö­ße­ren staus ver­schont. und schon wie­der war eine woche ski­fah­ren vorüber …

fotos habe ich natür­lich doch wie­der nur sehr weni­ge gemacht – das aus­pa­cken etc. ist immer zu umständ­lich … aber ein paar sind hier immerhin:

skiurlaub 2009, #1

am mon­tag, den 5.1., ging es also los. der bus war schon am sonn­tag abend gepackt (und die fra­ge, wem wel­che ski­er gehö­ren, war auch geklärt), mein mono­ski ruh­te sanft in dem hau­fen der duo-lat­ten der ande­ren. früh­mor­gens sam­mel­ten wir uns also um den bus – chris­toph, chris­toph, mai­ke, vol­ker und ich. und etwas ganz außer­ge­wöhn­li­ches in erbach: rich­ti­ger schnee. der mach­te das fah­ren dann ein wenig unlus­tig, denn geräumt war noch erstaun­lich wenig. bis neckar­sulm tucker­ten wir also recht vor­sich­tig unse­res weges. auf der auto­bahn lief es dann aber präch­tig, so dass wir doch schon nach ziem­lich genau sechs stun­den am ende des zil­ler­tals in das tuxer tal hin­auf­fuh­ren und auch ganz pro­blem­los unse­re feri­en­woh­nung auf dem honsn­hof in vor­der­la­ners­bach fan­den. die war mit zwei schlaf­räu­men und gemüt­li­cher wohn­kü­che sehr ange­nehm aus­ge­stat­tet (und vor allem außer­or­dent­lich gut geheizt). schnell hat­ten wir uns ein­ge­rich­tet und chris­toph auch schon die play­sta­ti­on ange­schlos­sen – der urlaub konn­te also so rich­tig los­ge­hen. doch halt – vor­her muss­ten wir für den ande­ren chris­toph noch ski­er und schu­he besor­gen. dafür stat­ten wir ste­fans ski­stall einen besuch ab, wäh­rend der rest der grup­pe schon ein­mal die lift­kar­ten kaufte.
am nächs­ten tag, hei­li­ge drei köni­ge, ging es dann end­lich auf die pis­te. zwar nicht ganz so früh, wie ich das ger­ne gehabt hät­te ;-), aber noch zu einer annehm­ba­ren zeit (und es wur­de mit jedem tag bes­ser …). end­lich konn­te mein snow­shark wie­der schnee schnup­pern! schon die ers­ten schwün­ge mach­ten klar: das funk­tio­niert trotz lan­ger som­mer­pau­se noch bes­tens. gut, die pis­ten auf dem rast­ko­gel und pen­ken, wo wir den ers­ten tag ver­brach­ten, waren auch ordent­lich prä­pa­riert. schnee hat­te es aller­dings eher wenig – 110 cm konn­te ich da nir­gends ent­de­cken. an nicht weni­gen expo­nier­ten stel­len kamen nach­mit­tags gras und stei­ne zum vor­schein. das lag viel­leicht aber auch dar­an, dass rela­tiv viel betrieb war auf den pis­ten. wir hat­ten aber trotz­dem eine men­ge spaß, gleich schon am ers­ten tag. die eher zurück­hal­ten­den ski­fah­rer der grup­pe sorg­ten auch gut dafür, dass ich mich immer wie­der aus­ru­hen konnte …
so sah der ers­te tag also aus: skiline 6.1.

nach dem recht frü­hen schluss auf der pis­te zog ich mir erst ein­mal die lauf­schu­he an (viel wur­de es am ers­ten tag nicht, dafür ein schö­nes stück auf einem wan­der­weg durch den wald am hang ober­halb unse­rer feri­en­woh­nung). und nach dem tafeln war natür­lich wie­der arbeit ange­sagt (zumin­dest für die männer): spueltrupp

auch am mitt­woch star­te­ten wir wie­der am rast­ko­gel. nach eini­gen wun­der­schö­nen (und vor allem schnel­len) abfahr­ten am hor­berg­joch – die pis­ten waren wie­der schön hart und glatt prä­pa­riert, es war recht wenig betrieb – wan­der­ten wir wie­der hin­über zu pen­ken, zum nord­hang und knor­ren sowie ins schnee­kar, wo es eine net­te schwar­ze pis­te gibt. mit­tags­pau­se mach­ten wir an der neu­en hüt­te „check point“, eine sehr schön gele­ge­ne, son­ni­ge hüt­te. denn das wet­ter war nach der leich­ten bewöl­kung des ers­ten tages per­fekt: son­ne pur, kei­ne ein­zi­ge ein­trü­bung, aber noch aus­rei­chend kalt, damit der schnee nicht all­zu weich wur­de und hin­weg schmolz.
so sahen wir am start zur pan­ora­ma­ab­fahrt (wirk­lich eine der schöns­ten pis­ten dort, nicht nur der aus­sicht wegen, son­dern auch ihrer hän­ge wegen): 

gruppenbild

so, das war also schon fast der zwei­te tag (die hara­ki­ri-pis­te sind wir natür­lich auch hin­un­ter gebraust. das war aber kein beson­de­rer spaß, weil auch die gera­de oben, wo sie eh’ nicht so ein­fahc ist, bru­tal hart gefro­ren war. da rut­schen selbst die ski­fah­rer mit ihren zwei lat­ten ganz schön hin und her). denn danach mach­ten wir uns schon bald wie­der auf in rich­tung tal. dies­mal über die ski­rou­te (die eigent­lich kei­ne ist, son­dern ein durch­weg prä­pa­rier­ter ver­bin­dungs­weg) auf die eggalm, weil nur von dort eine tal­ab­fahrt nach vor­der­la­ners­bach führt. auch für die­sen tag wie­der die daten: skiline 7.1.

am don­ners­tag wech­sel­ten wir das ski­ge­biet und erkun­de­ten den tuxer glet­scher. hier war es zwar ein klei­nes biss­chen käl­ter, aber dafür auch garan­tiert weiß … und auch hier gibt es durch­aus eini­ge schö­ne abfahr­ten. vor allem weil ich bei dem herr­lichs­ten son­nen­schein vol­ker und chris­toph dies­mal den schle­geis-lift schmack­haft machen konn­te – dane­ben war auch mal ein klei­nes biss­chen off-pis­te ange­sagt, obwohl der schnee auch dort schon sehr hart, fast schon so fest wie auf der pis­te, und bereits reich­lich zer­fah­ren war. nach dem ski­tag (die ski­li­ne zeigt nicht alle lift­fahr­ten, weil auf dem glet­scher eini­ge lif­te ohne kon­trol­le lau­fen: skiline 8.1.) auch am don­ners­tag war nach dem ski­fah­ren für mich natür­lich lau­fen ange­sagt. chris­toph kam mit und hat­te dann lei­der ziem­li­che pro­ble­me mit einer alten knie­ver­let­zung, die weder den unru­hi­gen unter­grund des win­ter­wan­der­we­ges noch die stär­ke­ren stei­gun­gen hin­auf und hin­ab gut ver­trug – und ihn dann lei­der auch am letz­ten tag beim ski­fah­ren noch einschränkte.

der letz­te tag führ­te uns ein wei­te­res mal auf den rast­ko­gel – wie­der star­te­ten wir am hor­berg­joch, zogen dann über die wangl­spitz wei­ter zu knor­ren und schnee­kar. da hat es mich dann auf der schwar­zen pis­te beim zwei­ten mal tat­säch­lich noch hin­ge­legt: auf­grund eines ziem­lich blöd­sin­nig und unauf­merk­sam falsch plat­zier­ten stock­ein­sat­zes kipp­te ich im steil­hang ein­fach schön nach vorn­über, rut­sche dann ein gutes stück bäuch­lings mit dem kopf vor­an die pis­te hin­un­ter, bis ich end­lich den ski wie­der nach unten bekam. das war bestimmt ein net­tes spek­ta­kel für die leu­te im lift, der natür­lich just in die­sem moment still­stand … unten, am ende der pis­te, hat­te ich dann aber trotz­dem noch genü­gend zeit, mich vom schnee zu säu­bern, bevor die ande­ren wie­der zu mir stie­ßen. auf unse­rem nach­mit­täg­li­chen weg zur eggalm wur­den wir dann lei­der von einer lift­pan­ne am eggalm-nord-ses­sel auf­ge­hal­ten, die das gan­ze ziem­lich ver­zö­ger­te und auch ein wenig die lust nahm, den tag bis zum schluss aus­zu­rei­zen. des­halb sieht die ski­li­ne so aus: skiline 9.1.

dafür war der sport an die­sem tag noch nicht erle­digt – ich ging selbst­ver­ständ­lich auch wie­der lau­fen. vor allem aber aßen wir auf der grier­alm zu abend und rodel­ten dann die knapp fünf kilo­me­ter nach laners­bach hin­un­ter. ein ziem­lich rup­pi­ges und rasan­tes ver­gnü­gen, aber nicht so ganz mein fall …: rodeln

die rück­rei­se ging dann so pro­blem­los von­stat­ten (sieht man mal von dem zunächst aus­ge­fal­le­nen niveau­aus­gleich der hin­ter­rad­fe­de­rung des bus­ses ab), dass wir auf­grund der frü­hen abfahrts­zeit (6.30) tat­säch­lich schon pünkt­lich zum mit­tag­essen wie­der daheim waren.

laufen und skifahren

oder bes­ser gesagt umge­kehrt: ski­fah­ren und lau­fen. das ist eine anstren­gen­de kom­bi­na­ti­on. das habe ich die­ses jahr in gal­tür wie­der sehr gemerkt: nach sie­ben stun­den auch nicht gera­de purer ent­span­nung auf den ski­ern noch gut andert­halb stun­den lau­fen zu gehen – und das in den alpen – ist kein leich­tes unter­fan­gen. nach drei tagen hat­te ich mich aber so halb­wegs dar­an gewöhnt. ich mein­te frei­lich, den ein­fluss der höhen­luft bereits zu spü­ren (gestar­tet bin ich auf ca. 1600 m, es ging hin­auf bis knapp 2000 m): ich kam öfters ganz schön ins hecheln und der puls war viel zu schnell viel zu weit oben – da bin ich dann doch lie­ber vor­sich­tig gewor­den. unter­wegs war ich vor allem auf der sil­vret­ta-hoch­al­pen­stra­ßen, die von wirl aus durch das klein­ver­munt-tal zur bie­ler höhe (wo der sil­vret­ta-stau­see liegt) hin­auf­führt. die wird ja nicht geräumt, son­dern nur von pis­ten­bul­lys und scoo­tern ver­dich­tet. den­noch lässt es sich dar­auf ziem­lich gut lau­fen. weni­ger gut war die ande­re idee, der ver­such, das jamt­al hin­auf zu lau­fen: dort hat­te die pis­ten­walz den schnee so weich gelo­ckert, dass ich unent­wegt ein­sank und beim absto­ßen kei­nen fes­ten halt hat­te, also unend­lich viel kraft benö­tig­te. des­halb beließ ich es dann bei dem einen ver­such, obwohl auch die­es sei­ten­tal sehr sehr schön ist. über­haupt ist die trai­nings­wir­kung die­ser läu­fe so eine sache: ich mei­ne zu beob­ach­ten, dass ich enorm an geschwin­dig­keit und schnell­kraft ver­lo­ren habe. dafür aber auch noch eine erheb­li­che por­ti­on aus­dau­er dazu­ge­won­nen habe. naja, schaun mer mal, wie sich das jetzt wei­ter entwickelt …

Monoskitreffen in Galtür

ein wahn­sin­ni­ger spaß war es wie­der, das dies­jäh­ri­ge tref­fen der mono­is­ten von mono​-ski​.org in galtür.

sonn­tags war mei­ne anrei­se – zum haus val­lü­la, fast unmit­tel­bar neben dem hotel cassa­da, wo die meis­ten ande­ren logier­ten. sehr bequem, sonn­tags sind die züge näm­lich ziem­lich leer – und ich hat­te eine direkt­ver­bin­dung von mainz nach lan­deck-zams, wo ich in den bus nach gal­tür umstieg.

am mon­tag ging es dann end­lich los: ski­fahrn!! gleich vorm haus traf ich auf kal­le & eve­lyn. zusam­men sind wir dann schon kurz vor neun an den lif­ten gewe­sen. und es war ein ein­stieg bei traum­wet­ter: son­ne pur. lee­re pis­ten, herr­li­che fahr­ten – so muss ein ski­ur­laub begin­nen. spä­ter stie­ßen dann noch peter und bir­git sowie her­bert und gabrie­le dazu. spä­ter sam­mel­ten wir dann auch noch tilo und ste­fan ein. kreuz und quer jag­ten wir so durch’s ja eigent­lich recht über­schau­ba­re gal­tü­re ski­ge­biet peter zog mich gleich am ers­ten tag mit in die vari­an­ten – aber es lief auch sehr gut, ich muss­te mich eigent­lich über­haupt nicht ein­ge­wöh­nen. irgend­wann am nach­mit­tag stieg peter dann auf sei­nen abge­säg­ten mini-mono­ski um – und bau­te ihn ziem­lich schnell im tief­schnee-hang zum falt­mo­no um: bei einem sturz nach vor­ne schaff­te er es, den ski vor der bin­dung abzu­kni­cken. da er das nicht merk­te, ging es danach natür­lich auch nicht beson­ders gut wei­ter. er ver­such­te dann zwar noch ganz tap­fer, mit dem lädier­ten ski zum lift zu kom­men, gab aber doch bei der nächs­ten hüt­te erschöpft auf und ließ sich von kal­le einen ersatz­ski brin­gen. immer­hin kam er so zum drop­man-award – und es gibt sogar video­auf­nah­men davon!. den abschluss such­ten wir neben der pis­te an der breit­spitz­bahn – erstaun­lich, wie die ande­ren sich durch die bäu­me schlängelten …

auch am diens­tag herrsch­te von mor­gens an immer noch herr­lichs­ter son­nen­schein. wie­der waren wir früh auf der pis­te und viel und aus­ge­spro­chen zügig unter­wegs. mit­tags habe ich dann kal­les geschoss, den moun­tain gun, aus­pro­biert: ein ver­dammt schnel­ler ski, der gera­de bei hohen tem­pi aber wie auf schie­nen läuft, unge­heu­er sicher zu fah­ren ist. da kam ich dann rich­tig in einen geschwin­dig­keits­rausch … nach kur­zer rück­ge­wöh­nung an den tt ham­mer ging es dann mit kal­le in die ski­rou­te 1, eine böse buckel­pis­te. gera­de in den wirk­lich stei­len pas­sa­gen wur­de ich aber nicht so recht glück­lich. nach­mit­tags tum­mel­ten wir uns dann wie­der an der breit­spitz­bahn – auf und neben den pisten.

am mitt­woch – noch ein­mal son­ne pur, mei­ne nasen­spit­ze hat’s nicht so gefreut, den rest von mir aber umso mehr – wur­de es dann lang­sam voll. ralf und berit kamen noch hin­zu, fred und anne­ma­rie und patric und auch – lei­der nur kurz – jür­gen. vor­mit­tags waren die pis­ten nicht so klas­se wie am diens­tag, dafür haben wir dann so eini­ge vide­os gedreht. lei­der hat­te kal­les helm­ka­me­ra einen aus­set­zer, sonst hät­ten wir schö­nes mate­ri­al mit geschwin­dig­kei­ten von über 80 km/​h (gps-mes­sung) gehabt … nach­mit­tags muss­te dann noch eine fol­ge für dropman’s world mit einem do-it-yours­elf-mono gedreht und noch schnell kurz vor schluss an der breit­spitz­bahn den klas­si­schen nach­mit­tags­ab­schluss gefah­ren. am abend ging es dann wie­der wei­ter: von 19.30 an star­te­te der nach­ski­lauf – dies­mal recht gut besucht, was sich aber auch all­mäh­lich rela­ti­vier­te. spaß gemacht hat es aber auf jeden fall wie­der eine menge.

am don­ners­tag war das wet­ter lei­der schlecht bzw. vor allem die sicht: mor­gens fiel noch ein wenig nas­ser schnee, der wind blies recht ordent­lich bei durch­aus war­men tem­pe­ra­tu­ren. lei­der war mei­ne lieb­lings­pis­te, die schwar­ze 1, nicht prä­pa­riert wor­den – das war dann doch nicht so lus­tig. all­mäh­lich klar­te es aber auf und wir sind noch ein wenig in die buckel­pis­te gefah­ren. mit dem mako von berit ging das doch ein wenig leich­ter – lei­der hat­ten wir beim umstel­len nur ver­ges­sen, den z‑wert anzu­pas­sen. das führ­te dann zu dem blö­den fall, dass er auf ein­mal fast vom fuß fiel und ein gutes stück den berg hin­ab rat­ter­te. durch die vie­len ski­wech­sel war der tag etwas chao­tisch – stän­dig wur­de irgend­wo geschraubt und ange­passt. es waren eben so eini­ge poly­ga­me mono­is­ten da. gefah­ren bin ich: snow­shark von mako, andre­as’ duret moun­tain sl 177 (ein tol­ler, leich­ter all­round-ski), kal­les moun­tain gun (ein 1,94 lan­ges geschoss von snow­shark), noch ein wenig nor­dic­board und dann das yama­tool. abge­schlos­sen haben wir dann mit den höl­lisch schwe­ren mono­ski-prü­fun­gen für dropman’s world im skikindergarten.

am frei­tag lief es sehr rund – ein schö­ner ski­tag bei mit­tel­mä­ßi­gem wet­ter. dafür war der sams­tag dann noch ein­mal so rich­tig klas­se: mit franz und andre­as sowie tilo vor allem über die pis­ten gebret­tert. und dann haben wir auch noch die lift­tras­se der birk­hahn­bahn unter die ski­er genom­men. das war schon ziem­lich geil: dicker, tie­fer wei­cher schnee, der auch im steils­ten hang noch sehr gut hielt und das gan­ze etwas ver­lang­sam­te – was mir sehr ent­ge­gen­kam … etwas blöd und unan­ge­nehm war nur, dass eine gewal­ti­ge ladung bus­tou­ris­ten ange­kom­men war: allein 8 bus­se aus offen­burg in schwa­ben, von irgend einem radio­sen­der. das hat das publi­kum auf der pis­te total ver­än­dert: nicht nur, dass dadurch auf­fäl­lig vie­le mit­tel­mä­ßi­ge und schlech­te ski­fah­rer als leben­dende (und gemüt­lich sich bewe­gen­de) sla­lom­stan­gen unter­wegs waren. natür­lich waren das auch sol­che grüpp­chen, die mor­gens um halb zehn vor der ers­ten lift­fahrt erst mal den gro­ßen flach­mann aus der tasche kram­ten – da krieg’ ich ja schon immer genug. denn schließ­lich ist ski­fah­ren sport – auch wenn man es viel­leicht nicht so for­dernd betreibt wie wir. aber das ver­ges­sen ja immer wie­der vie­le. kein wun­der war es dann auch, dass der kran­ken­wa­gen mehr­mals benö­tigt wur­de. und auch die hub­schrau­ber hat­ten am sams­tag viel zu tun (wenn auch nicht in galtür)

daz­tu kam dann natür­lich noch jeden nach­mit­tag – nach kur­zem ein­kehr­schwung – das lau­fen (doch dazu habe ich einen eige­nen ein­trag geschrie­ben): meist auf der sil­vret­ta-hoch­al­pen­stra­ße (d.h. auf fes­tem schnee­grund). dadurch war ich dann fast gar nicht in mei­nem zim­mer – denn abends haben wir uns natür­lich auch noch ein­mal zusam­men­ge­setzt. das gehört näm­lich unbe­dingt dazu beim mono­ski­tref­fen: das gemüt­li­che zusam­men­sit­zen mit mehr oder min­der hit­zi­gen dis­kus­sio­nen und gesprä­chen rund um den mono oder auch nicht … mit so viel net­ten leu­ten zusam­men macht das fast so viel spaß wie das ski­fah­ren tagsüber …

Erste Eindrücke vom Yamatool

Beim dies­jäh­ri­gen Tref­fen der Mono​-Ski​.org in Gal­tür hat­te ich am letz­ten Tag noch die Mög­lich­keit, ein brand­neu­es (und daher von mir nur behelfs­mä­ßig prä­pa­rier­tes) Yama­tool zu fah­ren. Das waren mei­ne Eindrücke:

Der Ski: Ein Yama­tool (heißt es eigent­lich das Yama­tool? oder der? ich fin­de das irgend­wie pas­sen­der) fällt immer auf: Schon durch die Tei­lung des hin­te­ren Skis ab der Bin­dung (einer sehr sta­bi­len und mas­si­ven Non-Secu­re-Bin­dung), die bei­den Enden sind dann aber wie­der durch ein Draht­seil ver­bun­den (Das in der „Ruhe­stel­lung“ durch­hängt, beim Bogen auf der Pis­te aber unter Span­nung gesetzt wird)
„Unser“ Modell ist ein V.2–10, wenn ich das rich­tig ent­zif­fert habe [da müss­te Tilo noch ein­mal nach­schau­en …], mit einer Län­ge von 170 cm und einem nomi­nel­len Radi­us von 10 m ein ech­ter Car­ver (und damit bin ich als Tes­ter eigent­lich schon halb dis­qua­li­fi­ziert …). An der Stel­le der Bin­dun­gen ist er jeden­falls nicht sehr breit, Tilo pass­te mit sei­nen Schu­hen nur sehr knapp dar­auf, ich hat­te auch nicht mehr viel Luft zwi­schen den Füßen.
Die Ver­ar­bei­tung – alle Yama­tools wer­den hand­ge­fer­tigt – ent­täusch­te mich zunächst ein wenig: Die Ober­kan­ten waren durch­weg rauh und nicht ent­gra­tet, die Bie­gung der Schau­fel recht grob­schläch­tig ein­ge­fügt. Mög­li­cher­wei­se lag es ja an der beson­de­ren Eile – der Ski soll­te schieß­lich noch nach Gal­tür kom­men. Das hat er immer­hin gera­de noch geschafft (Frei­tag nach­mit­tag kam er im Hotel an). Aber im Finish sind die ande­ren Her­stel­ler sorg­fäl­ti­ger. Und die Folie war auch nicht exakt mit­tig pla­ziert. Damit sind wir schon beim nächs­ten Punkt:
Das Design: Das ist ech­tes „Made by Drop­man“, spe­zi­ell für die­sen Ski: Mit gro­ßen Hin­wei­sen auf die­se Sei­ten hier ist der Ski ver­ziert. Und einer net­ten Design-Idee: An der Ober­sei­te täuscht das Yama­tool Ste­reo­lat­ten vor, die mit­ein­an­der ver­schraubt sind. Sehr schön fand ich auch die platt­ge­fah­re­ne Maus mit Blut­spu­ren unter der Schaufel ;-)
Der Test in der Pra­xis: Die ers­ten Meter und die gan­ze ers­te Abfahrt waren eine her­be Ent­täu­schung – mit drauf­stel­len und wohl­füh­len war da nix. Der Ski, der sich schon beim Prä­pa­rie­ren als aus­ge­spro­chen steif und hart zeig­te, reagier­te auf mei­ne Bemü­hun­gen ganz und gar nicht so wie ich das woll­te. Die Schau­fel schien mir extrem schwer (sie ist ja auch ver­gleichs­wei­se breit gebaut) und erst ein­mal kaum bzw. nur mit gewal­ti­gem Auf­wand in die Kur­ve zu zwin­gen. Das selt­sa­me war dann, dass das ab der zwei­ten Abfahrt gar nicht mehr auf­fiel – ob ich da irgend etwas anders gemacht habe, kann ich nicht mehr rekon­stru­ie­ren. Jeden­falls wur­den wir schnell ein ein­ge­spiel­tes Team: Im zum Test­zeit­punkt recht sul­zi­gen Schnee der Gal­tü­rer Pis­ten ließ sich mit dem Yama­tool so eini­ges anstel­len: Extrem kur­ze Schwin­ge, Kipp­schwün­ge, brei­te Bögen und sogar eini­ge Car­ving­ver­su­che gelan­gen dann doch sehr schnell sehr gut und sicher. Beson­ders beein­druckt hat mich die extre­me Prä­zi­si­on, mit der sich die­ser Ski in allen Lagen steu­ern lässt – er ver­langt aller­dings auch Genau­ig­keit und auf­merk­sa­me Kon­trol­le vom Fah­rer. Nach der kur­zen Ein­ge­wöh­nungs­zeit schien er mir jeden­falls deut­lich agi­ler, wen­di­ger und auch ein wenig genau­er als mein Snow­shark TT Ham­mer. Der Ver­gleich mit dem Nor­dic­board zeig­te dann noch ein­mal die Unter­schie­de: Im Gegen­satz zu Ottos Ski dreht er nicht fast von allei­ne, son­dern erfor­dert deut­li­che Akzen­te des Fah­rers. Dafür ruht er aber auch viel siche­rer und gelas­se­ner auf der Pis­te, bzwl. gera­de­zu fest im Schnee. Gera­de bei hohen Tem­pi macht sich einer­seits die enor­me Stei­fig­keit natür­lich bezahlt (bei immer noch ver­gleichs­wei­se nied­ri­gem gefühl­ten (gewo­gen haben wir ihn nicht) Gewicht), ande­rer­seits beein­druck­te mich immer wie­der neu, wie prä­zi­se sich damit die Kur­ven selbst in hohen Tem­pi noch fah­ren lie­ßen und dabei das Tem­po aus­ge­spro­chen har­mo­nisch zu kon­trol­lie­ren war. Den Ski wirk­lich auf die Kan­te zu set­zen fand ich etwas müh­sa­mer als beim Nor­dic­board (gut, die Bedin­gun­gen waren dafür auch nicht mehr opi­mal, die Pis­ten inzwi­schen schon sehr ungleich­mä­ßig), aber der Ein­druck blieb schon, dass das Yama­tool bei etwas zöger­li­chem Ver­hal­ten leicht wie­der ins Abrut­schen hin­ein­glei­tet – was man aber auch gezielt ein­set­zen kann.
Ins­ge­samt hat­te ich also den Ein­druck, das das Yama­tool ein sehr schnel­ler und aus­ge­spro­chen kraft­vol­ler Ski ist, an des­sen Gren­zen ich wahr­schein­lich noch lan­ge nicht her­an­kam. Ja, man könn­te ihn fast aggre­siv nen­nen. Denn er for­dert auf­grund sei­ner Prä­zi­si­on gera­de­zu zum rasan­ten Angriff auf die Hän­ge auf – und beacht­lich ist, wie wenig er bei hohen Geschwin­dig­kei­ten nach­lässt: Er greift durch­weg (mit einer Aus­nah­me: bei gaaa­anz lang­sa­men Geschwin­dig­kei­ten ist er eben trä­ge und schwer­fäl­lig) noch gut in die Kur­ve, lässt sich auch dann noch sehr dosiert und fein abge­stuft dre­hen und damit auch ins­ge­samt über­durch­schnitt­lich kon­trol­liert fah­ren. Ich bin jeden­falls gespannt, was Tilo dann von sei­nen nächs­ten Ski­ta­gen mit dem Yama­tool berichtet …

einmal rund um den bodensee

eine kom­plet­te umrun­dung des schwä­bi­schen mee­res soll­te es sein, mei­ne dies­jäh­ri­ge gro­ße (und ein­zi­ge) tour mit dem kajak. ange­lehnt an den vor­schlag des boden­see-kanu-rings hat­te ich dafür acht pad­del-etap­pen vor­ge­se­hen. los ging es aber ganz prag­ma­tisch am mon­tag mit vor­be­rei­tun­gen und anrei­se: in darm­stadt den bus abge­holt, nach mainz getu­ckert und den gan­zen krem­pel ein­ge­la­den – das ist doch eine gan­ze men­ge zeugs, was ich da mit­ge­nom­men habe. dann beim boots­haus vor­bei, den sere­nus aufs dach geschnallt und ab auf die auto­bahn – wie­der zurück in rich­tung darm­stadt, dann über die a5 bis karls­ru­he, die a8 zum stutt­gar­ter kreuz und von dort die a81 bis kurz vor radolf­zell. da war es dann gera­de ein­mal 16 uhr – nach knapp vier stun­den fahrt­zeit (ohne staus), so dass ich zunächst ein­mal in aller ruhe den start­punkt besich­tig­te, das gelän­de des kanu-clubs radolf­zell. dann bin ich erst ein­mal zu micha­el nach mög­gin­gen hin­auf­ge­fah­ren, wo ich nach einem gemein­sa­men lauf um den min­del­see auch über­nach­te­te. das hat­te den „nach­teil”, dass ich schon gegen sechs uhr auf­ge­stan­den bin … weil ich so früh wach war, schaff­te ich es dann tat­säch­lich trotz der ers­ten gro­ßen packe­rei, bereits um 8:45 in radolf­zell auf dem was­ser zu sein. der bus park­te der­weil schön auf dem her­zen­park­platz ganz in der nähe des kanu-club-gelän­des – sehr prak­tisch. um halb elf war ich dann auch schon an mett­nau­spit­ze und lie­bes­in­sel vor­bei­ge­pad­delt und an der schiffs­län­de rei­chen­au, gegen 11:15 schon fast am ende der insel. dort mach­te ich dann erst ein­mal gegen­über von erma­tin­gen gemüt­li­che mit­tags­pau­se. nach der stär­kung ging es bei wei­ter­hin ordent­li­chen, aber nicht gera­de übewäl­ti­gen­dem wet­ter (duns­tig, mit ein­zel­nen lücken recht bewölkt) hin­über über den spie­gel­glat­ten see an schwei­zer ufer bei erma­tin­gen. demufer dort, sehr flach und recht lang­wei­lig, folg­te ich bis in den see­rhein, der mich mit leicht spür­ba­rer gegen­strö­mung emp­fing. pas­send frisch­te auch der wind, der mir nun genau ins gesicht blies, etwas auf. bis zum ende (aus mei­ner sicht) von kon­stanz, also an der brück zum kon­stan­zer trich­ter, stei­ger­te sich das zu einem über­ra­schend kräf­ti­gen gegen­strom und auch durch­aus beweg­ten was­ser – erstaun­lich, was sich hier an ste­hen­den wel­len ansam­mel­te. die strö­mung mach­te sich auch tat­säch­lich bis kurz vor dem kon­stan­zer horn immer noch bemerk­bar. dort umrun­de­te ich auch das ewig lan­ge strand­bad und fand schließ­lich das schild des dkv-zelt­plat­zes. der ist, typisch für die­sen ver­band, aus­ge­spro­chen padd­ler­un­freund­lich. zunächst ein­mal schwer zu fin­den und ein gutes stück weg vom ufer. vor allem aber ganz ohne ver­nünf­ti­ge lan­de­mög­lich­keit – kein steg, kein slip, gar nichts. nur eine klei­ne trep­pe – aber jeder padd­ler, der mal ein boot mit gepäck für acht tage trans­por­tiert hat, kann über so einen witz nur lachen. und wie heißt es so schön auf der dkv-home­page: Seit 1995 ver­fügt der DKV in Kon­stanz am Foh­ren­bühl über einen neuen, moder­nen, her­vor­ra­gend gele­ge­nen Platz. Er bie­tet sich für Kanu­fahr­ten im Bereich Boden­see”. nun­ja. der platz selbst ist auch nicht gera­de der schöns­te: vor­wie­gend schrä­ge, buck­li­ge wie­sen, kreuz und quer voll­ge­stellt (aber fast kei­ne padd­ler dar­un­ter), spär­li­che sani­tär­an­la­gen mit aus­ge­spro­chen pri­mi­ti­ven gemein­schafts­du­schen – nir­gends­wo sonst am boden­see habe ich so unkom­for­ta­bel über­nach­tet. kaum war ich vom lau­fen zurück – mei­ne serie des täg­li­chen lau­fens woll­te ich auch wäh­rend der boden­see-umrun­dung fort­set­zen – fing es an zu reg­nen – gera­de woll­te ich den kocher in gang set­zen. zum glück gab es eini­ge halb­wegs tro­cke­ne pau­sen, so dass ich mein essen noch warm­ma­chen konn­te. gereg­net hat es aber mit unter­bre­chun­gen die gan­ze nacht.

und es woll­te auch am nächs­ten mor­gen nicht auf­hö­ren. nach­dem ich mir das also eine wei­le ange­schaut hat­te, bau­te ich eben im regen ab und pack­te mein boot. kaum war das gesche­hen, hör­te es natür­lich auf zu reg­nen – aber nur kurz. denn kaum war ich auf dem was­ser, fing es wie­der an. und hör­te so schnell nicht mehr auf. dafür war ich, von der kurs­schiff­fahrt abge­se­hen, ganz allei­ne auf dem see. heu­te führ­te mei­ne rou­te mich zurück in den kon­stan­zer trich­ter, den ich wegen des unge­müt­li­chen wet­ters aber etwas abkürz­te, nach kreuz­lin­gen. von dort ging es immer schön unter land am schwei­zer ufer wei­ter. gegen mit­tag ließ der regen nach und hör­te sogar auf – so kam ich immer­hin zu einer halb­wegs gemüt­li­chen mit­tags­rast in kess­wil. gegen 14:30 war ich dann aber auch schon in arbon am cam­ping­platz – zum rum­düm­peln und rum­lun­gern am strand war es ein­fach zu unte­müt­lich heu­te. der (pri­va­te) cam­ping­platz (am buch­horn, nach dem gro­ßen arboner strand­bad) emp­fing mich mit einer der steils­ten ram­pen, die ich bis­her gese­hen habe. dafür aber mit aus­ge­spro­chen net­ten betrei­bern. nur wie­sen die mir lei­der den fal­schen platz auf der zelt­wie­se an. denn auch heu­te ging es wie­der so: kaum vom lau­fen zurück und unter die dusche gesprun­gen, hör­te ich schon wie­der das unver­kenn­ba­re geräusch des pras­seln­den regens auf dem dach. dies­mal aber rich­tig: die reins­ten stürz­bä­che waren das. nach­dem ich ver­geb­lich lan­ge auf ein nach­las­sen des unwet­ters gewar­te­tet hat­te, rann­te ich schnell zum zelt. das stand dum­mer­wei­se mitt­ler­wei­le schon in einem klei­nen see: der teil der wie­se hat­te inzwi­schen 5–10 cm hohes was­ser. also habe ich wenig spä­ter mein auf­ge­bau­tes zelt mit dem gan­zen krem­pel umge­zo­gen, an das ande­re ende, unter einen baum, wo ich wenigs­tens nicht weg­schwamm. das zelt hat das alles erstaun­lich gut über­stan­den. am nächs­ten mor­gen frei­lich – der regen ließ mir kei­ne pau­se – schüt­te­te es immer noch. mitt­ler­wei­le war so ziem­lich alles feucht: zwei­mal im regen ein- und aus­ge­packt, nichts trock­ne­te mehr. und der wind blies an die­sem mor­gen recht ordent­lich – natür­lich genau aus der fal­schen rich­tung. ich schau­te mir das eine wei­le so an und beschloss dann doch, lie­ber nicht ins was­ser zu stei­gen. im rück­blick ärgert mich das immer noch, aber an dem mor­gen hat­te ich ein­fach kei­ne lust. die etap­pe arbon-bre­genz-lin­dau bin ich also nicht gepad­delt. immer­hin klar­te es gegen abend etwas auf, so dass ich in lin­dau tro­cke­nen fußes zwei­mal um die insel ren­nen konnte.

am frei­tag ging es dann von lin­dau nach fried­richs­ha­fen. und der mor­gen begrüß­te mich mit so schö­nem wet­ter, dass ich erst ein­mal eine run­de um die lin­dau­er insel pad­deln muss­te: die son­ne kam jetzt, kurz vor neu­ne, hera­de aus den letz­ten wol­ken her­aus und es wur­de sogar ein wenig kla­rer. das gute wet­ter nütz­te ich zu eini­gen fotos (sie­he unten). trotz­dem ich mich also nicht gera­de beeil­te, war ich wie­der ruck­zuck in was­ser­burg, wo die ers­te kur­ze toi­let­ten­pau­se anstand. und dann ging es auch schon wie­der wei­ter zum non­nen­horn und nach lan­genar­gen, wo ich eine aus­ge­dehn­te mit­tags­pau­se ein­leg­te. bei wei­ter­hin immer bes­ser wer­den­dem wet­ter war das letz­te stück am eris­kir­cher ried (natur­schutz­ge­biet) vor­bei nach fried­richs­ha­fen auch nur noch ein kat­zen­sprung. von fried­richs­ha­fen zog es sich aller­dings noch ein wenig bis zum boots­haus des orts­an­säs­si­gen kanu-clubs. das lag auch an dem aus­ge­spro­chen fla­chen ufer, dass ab dem fried­richs­ha­fe­ner schloss auch eine selt­sa­me leich­te gegen­strö­mung hat­te. beim fried­richs­ha­fe­ner kanu-club (sehr renn­sport-ori­en­tiert) hat­te ich dann noch einen herr­li­chen ruhi­gen abend mit wun­der­ba­rem see­blick und lich­ter­ge­flim­mer am schwei­zer ufer …

am nächs­ten mor­gen war ich wie­der früh auf den bei­nen. mitt­ler­wei­le war mir ja auch klar, war­um ich so „schlecht” schlief: wenn man um neun oder halb zehn in den schlaf­sack kriecht, muss man eben nicht unbe­dingt bis 7 uhr schla­fen … die rou­ti­ne mach­te inzwi­schen auch das abbau­en und boot-packen leich­ter und schnel­ler. mor­gens war der see wie­der herr­lich glatt und still. aber das änder­te sich bald: nacht der ers­ten bucht kam zuneh­mend wind auf, der das was­ser in bewe­gung brach­te und mich dazu nötig­te, viel auf­wand zu betrei­ben, um nicht all­zu­viel was­ser ins boot zu bekom­men, denn ich war ohne spritz­de­cke unter­wegs. das wet­ter wuss­te zwar noch nicht so recht was es will: dicke wol­ken, kaum son­ne, aber auch kein regen). bei hag­nau reich­te es mir dann end­gül­tig, ich lan­de­te kurz an und zog mich rich­tig an: pad­del­ja­cke und spritz­de­cke – und ab ging’s durch die wel­len, so macht das gleich wie­der dop­pelt so viel spaß. bis meers­burg blieb es frisch. ab dem ein­gang zum über­lin­ger see wur­de es merk­lich ruhi­ger und es ging wie­der ohne über­mä­ßi­ge anstren­gun­gen zügig vor­an. so war ich also schon wie­der gegen 14 uhr in über­lin­gen, beim sehr schö­nen platz des pad­del-clubs (direkt am strand­bad ost). die abend­li­chen läu­fe wer­den inzwi­schen immer kür­zer: die bla­se an der rech­ten fer­se wird zuneh­mend tie­fer und schmerzhafter.

der sonn­tag bescher­te mir dann herr­lichs­tes pad­del­wet­ter: fast kein wölk­chen trüb­te den blau­en him­mel. da heu­te nur eine rund­fahrt um den über­lin­ger see auf dem plan stand, war ich ohne gepäck unter­wegs. mor­gens, so gegen halb neun, hat­te ich den see noch fast für mich allei­ne: ein paar ang­ler und die ers­ten kurs­schif­fe, sonst ist nie­mand auf dem was­ser. das änder­te sich spä­ter erheb­lich, bei dem schö­nen wet­ter waren alle die son­nen­an­be­ter mit motor- und segel­boot natür­lich auch auf dem see. wie­der ist der see spie­gel­glatt, heu­te soll­te er es auch den gan­zen tag blei­ben. zunächst stand die see­que­rung nach din­gels­dorf an, dann ging es dart immer dicht unter land am schöns­ten ufer­stück des boden­sees ent­lang nach bod­man – heu­te im gemüt­li­chen sonn­tags­tem­po. da war es erst 11 uhr, so dass ich noch viel, viel zeit hat­te, nach lud­wigs­ha­fen zu pad­deln, wo ich micha­el und anke traf, die mit den fahr­rä­dern unter­wegs waren. die gele­gen­heit nut­ze ich gleich zu gemüt­li­cher mit­tags­pau­se, bevor ich mich auf den trö­del­weg zurück nach über­lin­gen mach­te. obwohl ich den gan­zen tag nur locker her­um­gon­del­te, war ich auch heu­te schon um halb drei wie­der am zelt. den rest des tages lag ich dann nach einem kur­zen streak-erhal­tungs­lauf und dem erfri­schen­den bad im boden­s­se faul mit tho­mas ber­hards aus­lö­schung am see.

auch am mon­tag klin­gel­te mein wecker wie­der um 7 uhr. nach dem übli­chen gemüt­li­chen früh­stück, abbau­en und boot packen ging es kurz vor neun wie­der hin­über nach din­gels­dorf. dies­mal dann aller­dings in die ande­re rich­tung wei­ter: vor­bei an der insel main­au über staad und das kon­stan­zer horn in den trich­ter. kaum um die horn­spit­ze gebo­gen, traf mich der wind voll. natür­lich war ich wie­der ein­mal ohne spritz­de­cke unter­wegs (das letz­te mal, das mir das pas­sie­ren soll­te!) und hat­te also wie­der genug zu tun, das über­kom­men­de was­ser in gren­zen zu hal­ten. der gegen­wind war inzwi­schen recht kräf­tig, das vor­an­kom­men schon ziem­lich beschwer­lich. und es wur­de auch im see­rhein nur unwe­sent­lich leich­ter: der floss heu­te ein­fach in die fal­sche rich­tung. zwi­schen kon­stanz und gott­lie­ben immer­hin etwas geschützt vor der vol­len wucht des win­des, so dass ich mich ein wenig erho­len konn­te – anstren­gend war das pad­deln heu­te aber immer. in gott­lie­ben, bei der mit­tags­pau­se, rüs­te­te ich dann klei­dungs­mä­ßig wie­der alles auf – gera­de noch recht­zei­tig. denn am wöll­ma­tin­ger ried war der wind inzwi­schen mehr als frisch: eine stei­fe bri­se mit recht ordent­li­chen böen war das inzwi­schen. nach einer wei­le wur­de mir dann auch klar, was da in erma­tin­gen die gan­ze zeit blink­te: das waren die sturm­warn­leuch­ten. da ich aber – noch – immer ein ufer in der nähe hat­te, pad­del­te ich unver­dros­sen gegen den wind ankämp­fend wei­ter. auf der gna­densee-sei­te der insel rei­chen­au war dann immer­hin ein wenig wind­schat­ten, so dass ich noch ein­mal etwas kraft spa­ren konn­te. denn das war mir mitt­ler­wei­le klar: der rest der stre­cke wür­de hart wer­den. vor allem das freie stück zwi­schen der rei­chen­au und der mett­nau, wo der wind ordent­lich kraft sam­meln konn­te und ich auf schüt­zen­des ufer ver­zich­ten muss­te. es war auch ein har­tes stück arbeit, die­ser abschnitt. immer­hin war ich nicht allei­ne, eini­ge seg­ler waren noch unter­wegs und presch­ten hin und her vor mei­nem klei­nen boot. das wur­de in den inzwi­schen recht beacht­lich­ten wel­len irgend­wie immer klei­ner. und der wind zerr­te und drück­te immer stär­ker an mei­nem pad­deln. schlag für schlag näher­te ich mich aber unbe­irr­bar und fast unmerk­lich der mett­nau – vor­an ging es kaum noch, jetzt ging es all­mäh­lich an die reser­ven. doch auch das war irgend­wann geschafft. von aus­ru­hen war aber noch lan­ge nicht zu reden: im zel­ler see war wei­ter­hin kräf­ti­ger gegen­wind, der mei­ne letz­ten kraft­re­ser­ven for­der­te. und natür­lich fing es auch noch an zu reg­nen. zum glück konn­te ich aber mein gepäck halb­wegs tro­cken ins auto schaf­fen – und mich total zer­schla­gen erst ein­mal aus­stre­cken und von den stra­pa­zen des gegen den wind ankämp­fens erholen.

am diens­tag ging es gegen halb acht los zur letz­ten etap­pe: zunächst brach­te ich das auto nach schaff­hau­sen, park­te es am salz­sta­del und fuhr mit dem zug zurück. bis ich dann end­lich im was­ser war, zeig­te die uhr schon nach 10 an. lan­ge über­leg­te ich, was ich heu­te zum pad­deln anzie­hen soll­te. das t‑shirt stell­te sich schon nach weni­gen minu­ten als feh­ler her­aus. also nutz­te ich die letz­te chan­ce und zog im boot auf dem was­ser schnell noch jacke und spritz­de­cke an – gera­de recht­zei­tig, bevor es mal wie­der zu reg­nen begann. der schau­er blieb dann zum glück der ein­zi­ge, aber bewölkt und aus­ge­spro­chen kalt war es den gan­zen tag. mei­ne heu­ti­ge rou­te führ­te mich durch den unter­see, vor­bei an wan­gen nach stein am rhein, wo ich gegen 13 uhr end­lich mei­ne besich­ti­gungs- und mit­tags­pau­se ein­leg­te. eigent­lich soll­te es jetzt leich­ter gehen – das ging es auch, strö­mung war da, aber so rich­tig flüs­sig lief es heu­te nicht mehr. wahr­schein­lich die erschöf­pung vom mon­tag auch noch. aber schön ist das den­noch, wie der rhein hier, ein ganz fla­cher und brei­ter fluss, vor sich hin mäan­dert, noch ganz gemüt­lich und ohne sei­ne spä­te­re macht und kraft. gegen 16 uhr war ich dann in schaff­hau­sen und beeil­te mich, mein gepäck und boot ins und aufs auto zu brin­gen, denn es fing schon wie­der an zu tröp­feln. viel mehr wur­de es die­ses mal nicht, so dass ich tro­cke­nen fußes nach einem klei­nen stadt­rund­gang und einem aus­flug zum munot lau­fen gehen konn­te. abends traf ich dann am schloss lau­fen beim rhein­fall nach kurz mar­tin vom streak­run­ner-forum, der mich für den nächs­ten tag auch noch zum mit­tag­essen ein­lud. das war ein sehr schö­ner abschluss mei­ner rund­rei­se, nach dem ich mich dann frisch gestärkt und erholt ins auto setz­te, um wie­der nach mainz zu tuckern. das ging erheb­lich zäher als bei der hin­rei­se, aber so schlimm war das auch nicht …

aus­rüs­tung

  • boot: lett­mann com­bi 2000 – hat sich ein wei­te­res mal wun­der­bar bewährt, in jeder lage… per­fekt aus­zu­ta­rie­ren in jeder gewichts­klas­se mit ein bis zwei 1,5‑liter-pet-flaschen.
  • pad­del: kober exkur­si­on – das klei­ne gewicht hat sich sehr posi­tiv bemerk­bar gemacht. auch sonst ein soli­des, zuver­läs­si­ges paddel
  • schwimm­west: hiko sal­ty dog – ange­nehm zu tra­gen. prak­tisch durch einer­seits die tasche für die trink­bla­se zwi­schen den schul­tern (v.a. bei fahr­ten mit geschlos­se­ner spritz­de­cke), ande­rer­seits die front­ta­schen (für „not”-nahrung, müt­ze und dergleichen)
  • zelt: vau­de tau­rus ultra­light – die ers­ten wirk­li­chen regen­näch­te und ‑tage unbe­scha­det über­stan­den. lässt sich auch im regen ziem­lich tro­cken auf- und abbauen
  • schlaf­sack: deu­ter dream­li­te 500 – auch mit inlet stößt er zu die­ser jah­res­zeit deut­lich an sei­ne gren­zen: mor­gens wirds halt schon ziem­lich kalt
  • koch­ker: pri­mus mul­ti­fuel – wun­der­bar, wie schnell das alles geht – auch wenns laut und dre­ckig ist …
  • ver­pfle­gung: das abpa­cken der täg­li­chen müs­li-por­ti­on mit zuge­hö­ri­gem milch­pul­ver ist sehr prak­tisch. die fer­tig­ge­rich­te für den abend auch – zwar kein kuli­na­ri­scher hoch­ge­nuss, aber ausreichend

tour­pla­nung
benutzt habe ich die sei­ten des boden­see-kanu-rings, die dkv-füh­rer (fluss-wan­der­buch, deutsch­land süd­west), die aber kaum infor­ma­tio­nen bie­ten, und die­ses buch: hans georg all­gö­wer: kanu­wan­dern am boden­s­se. kajak- und urlaubs­füh­rer. ober­schleiß­heim: poll­ner-ver­lag 2006. das ist zwar in einem spe­zi­al­ver­lag erschie­nen, aber aus­ge­spro­che­ner mist: vol­ler feh­ler (selbst in den kar­ten sind orte falsch geschrie­ben), total inkon­se­quent auf­ge­baut, fast kei­ne infor­ma­tio­nen zu den tou­ren, zu dem gebiet, zu sehens­wür­dig­kei­ten – nur lee­res geblub­ber und net­te fotos. weder als urlaubs­füh­rer noch als kajak­füh­rer wirk­lich brauch­bar. die rou­ten sind – nun­ja, ein­falls­los, um es mal so zu sagen. zudem so schlecht ent­wi­ckelt, dass sie alle nur als tages­tou­ren fahr­bar sind. und wenn ich dann noch die irrele­van­ten abzie­he (z.b. die boden­see­que­rung in zwei tagen à 65 km oder die eis­fahrt, die wohl nur für spe­zia­lis­ten inter­es­sant sind, die dafür wie­der­um nicht die­ses büch­lein brau­chen), dann bleibt außer der umfang­rei­chen wer­bung nichts mehr übrig. zumin­dest nichts mehr, was den preis recht­fer­ti­gen würde.
gemerkt habe ich auch: mei­ne tou­ren­pla­nung war recht kon­ser­va­tiv (in der regel um die 30 km am tag). die stre­cken hät­ten ruhig ein wenig län­ger sein können …
hier gibt es die gps-daten der stre­cken: tag 1, tag 2, tag 4, tag 5, tag 6, tag 7, tag 8

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