Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: lesezeichen Seite 15 von 22

Ins Netz gegangen (28.10.)

Ins Netz gegan­gen am 28.10.:

  • Ein kri­mi­na­lis­ti­sches Lehr­stück – taz​.de – Fas­zi­nie­rend: Die Phy­si­ke­rin Inge Schmitz-Feu­er­ha­ke erzählt Gabrie­le Goett­le in der taz, wie unwis­sen­schaft­lich die Wis­sen­schaft (der Kern­phy­sik und ver­wand­ter Berei­che etwa) lan­ge und oft han­delt und arbeit – und mit wel­chen schreck­li­chen Folgen:

    Ich bin da ganz naiv ran­ge­gan­gen. Es war mir aller­dings auf­ge­fal­len, wie groß­zü­gig die Sicher­heits­be­stim­mun­gen waren. Ich hat­te den Sicher­heits­be­richt ver­fasst, ohne den kei­ne Nukle­ar­an­la­ge betrie­ben wer­den kann, und war über­rascht, wie wohl­wol­lend das Minis­te­ri­um war und wie wohl­wol­lend der TÜV sich gegen­über dem Pro­jekt zeig­te. Spä­ter habe ich dann fest­ge­stellt, dass das­sel­be Wohl­wol­len auch bei den gro­ßen Anla­gen vor­herrscht und dass im Grun­de kei­ne zwei­te unab­hän­gi­ge Kon­trol­le da ist. Das ist die Erfah­rung, die ich dann spä­ter auch mit dem KKW Krüm­mel bzw. mit der Über­wa­chung sei­ner Anla­gen gemacht habe. Es gibt aller­dings doch noch eine unab­hän­gi­ge Über­wa­chung durch die Auf­sichts­be­hör­de, die dar­in besteht, dass im gan­zen Land Detek­to­ren auf­ge­stellt wer­den, die im Gefah­ren­fall dann anzei­gen sol­len. Wir haben aber erlebt bei Krüm­mel, dass wenn ein Detek­tor anschlägt, man erst mal davon aus­geht, dass er kaputt ist und aus­ge­wech­selt wer­den muss. Wenn er dann noch mal anschlägt, wird er wie­der ausgewechselt.

    Dank bio­lo­gi­scher Dosi­me­trie konn­ten wir dann in der Elb­marsch nach­wei­sen, dass Umge­bungs­kon­ta­mi­na­tio­nen tat­säch­lich Leu­te ver­strahlt haben, rund ums KKW Krüm­mel. Krüm­mel war für uns das Lehr­stück. An 20 Erwach­se­nen und 10 Kin­dern haben wir mit­tels bio­lo­gi­scher Dosi­me­trie fest­ge­stellt, die haben tat­säch­lich eine Dosis abge­kriegt. Wir hat­ten zum Teil bis zu zehn­fach erhöh­te Chro­mo­so­men­ab­erra­tio­nen, also Abwei­chun­gen. So war klar, die offi­zi­el­len Dosis­an­ga­ben stim­men nicht! Aber unse­re Befun­de wur­den ener­gisch bestritten!

    und spä­ter erzählt sie:

    Die Auf­sichts­be­hör­de, die selbst den Unfall ver­tuscht hat, war zugleich die Kon­troll­be­hör­de unse­rer Ergeb­nis­se! Der Bock als Gärt­ner, das glaubt kei­ner. Für die wis­sen­schaft­li­chen Kri­ti­ker ist es sehr schwie­rig – selbst ihren Sym­pa­thi­san­ten gegen­über -, das Aus­maß der Kum­pa­nei zwi­schen Behör­den und Betrei­bern glaub­haft zu machen. Aber das ist inter­na­tio­na­ler Standard!

    total cra­zy, das alles …

  • Stre­se­mann-Reden – Gus­tav Stre­se­mann, 1923–1929 – kom­men­tier­te Edi­ti­on von Wolf­gang Elz, bis­her für die Jah­re 1923–1925 (auch) online erschie­nen (zwar „nur“ als pdf-Datei­en, aber immerhin …)
  • Kom­po­nis­tin Adria­na Höl­sz­ky: „Ich muss es ans Licht brin­gen“ | ZEIT ONLINE – Adria­na Höl­sz­ky lässt sich von Chris­ti­ne Lem­ke-Matwey ein paar Stich­wör­ter geben, um über Oper, Bal­lett, Fremd­heit und den Pro­zess des Kom­po­nie­rens zu reden (Inter­view kann man das kaum nennen …)

    Kom­po­nie­ren ist, wenn man ein­mal vor dem lee­ren Noten­blatt am Schreib­tisch sitzt, eine sehr kon­kre­te Arbeit. Die Beschaf­fen­heit eines Klangs spü­re ich kör­per­lich, wie eine Not­wen­dig­keit. Es ist alles da, ich muss es nur ans Licht brin­gen. Und dann hören es viel­leicht auch andere. 

    – wenn ich rich­tig sehe, sind Grund und The­ma des Gesprä­ches zwei Musik­thea­ter­wer­ke, die im Mai des nächs­ten Jah­res (!) urauf­ge­führt wer­den (die also kei­ner kennt und die ziem­lich sicher auch noch gar nicht fer­tig sind …)

  • ARD-Pro­gramm­di­rek­tor ver­hin­dert “Brenn­punkt” zur Späh-Affä­re « Ste­fan Nig­ge­mei­er – ARD-Pro­gramm­di­rek­tor ver­hin­dert »Brenn­punkt« zur Späh-Affä­re (via Published articles)

Ins Netz gegangen (23.10.)

Ins Netz gegan­gen am 23.10.:

  • Frei­zü­gig­keits­miss­brauch » Sozia­les » neu​sprech​.org – Frei­zü­gig­keits­miss­brauch (via Published articles)
  • Untit­led (http://​images​.dan​ge​rous​minds​.net/​u​p​l​o​a​d​s​/​i​m​a​g​e​s​/​i​n​a​s​n​e​j​g​j​g​j​g​j​j​g​j​h​g​.​jpg) – Eine auf­schluss­rei­che Lis­te der Grün­de, im 19. Jahr­hun­dert in eine ame­ri­kan. Irren­an­stalt ein­ge­wie­sen zu werden >
  • (500) https://accounts.google.com/ServiceLogin?service=wise&passive=true&go=true&continue=https%3A%2F%2Fdocs.google.com%2Fspreadsheet%2Flv%3Fkey%3D0Auzhy7U8YwLodEtnZG9GMzdvLXI0N2RfWlV2NHNWNVE%26toomany%3Dtrue%26pref%3D2%26pli%3D1 – Eine schö­ne – und längst über­fäl­li­ge – Idee: Ein Ver­gleich der Fea­tures ver­schie­de­ner #Android-#Roms:
  • Mein Jahr in der Poli­tik: Schei­tern als Chan­ce – FAZ – Nils Mink­mar über sei­ne Leh­ren aus einem Jahr direk­ter Poli­ti­ker­be­ob­ach­tung und ‑bel­gei­tung:

    Das scheint die zeit­ge­mä­ße Hal­tung zu sein: Immer schön auf Sei­ten der Sie­ger ste­hen. Anhän­ger des domi­nie­ren­den Fuß­ball­ver­eins sein, Fan der ewi­gen Kanz­le­rin und vol­ler Inbrunst ver­kün­den, was ohne­hin alle schrei­ben – das ver­schafft offen­bar eine gewis­se Sicher­heit in unüber­sicht­li­chen Zei­ten. Dass auch das Schei­tern eine Leh­re bereit­hal­ten kann, dass es sich lohnt, über „the road not taken“ nach­zu­den­ken, dabei kön­nen vie­le nicht mehr fol­gen, weil sie schon in Schu­le und Stu­di­um gelernt haben, dass das Heil in der Affir­ma­ti­on liegt und dar­in, das Bestehen­de zu optimieren.

    (Am Ende des Wer­be­tex­tes für sein erschei­nen­des Buch steht aller­dings ein schie­fes Bild: „Es war, als ob man einem Depres­si­ven zur Auf­mun­te­rung einen Mara­thon­lauf emp­fiehlt.“ – das funk­tio­niert näm­lich tat­säch­lich und wird auch praktiziert …

Ins Netz gegangen (21.10.)

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Ins Netz gegangen (16.10.)

Ins Netz gegan­gen am 16.10.:

  • Jetzt doch: Kos­ten­los-Kul­tur im Netz – die deut­sche Huf­fing­ton Post « Mich­a­lis Pan­te­lou­ris – Mich­a­lis Pan­te­lou­ris zum „Pro­blem“ Huff­ting Post:

    Das ist alles gut. Aber kein Jour­na­lis­mus, son­dern poli­ti­sche PR. […] Das kann nicht die Zukunft des Jour­na­lis­mus sein, weil es eben kein Jour­na­lis­mus ist.

    inter­es­sant fin­de ich ja auch die Leu­te, die – wie Loh­mey­er – mei­nen, das sei so toll, weil hier tech­nisch etwas neu­es aus­pro­biert wür­de. für micht sieht die huff­ting­ton post eher wie schlech­te web­sites der 90er aus als neu und/​oder tech­nisch inno­va­tiv. und mei­nungs­sei­ten gibt es doch auch schon eini­ge – z.b. car­ta, euro­pean etc. pp.

  • Well­ness für Deutsch – Sprach­log – „Well­ness kann mit ziem­li­cher Sicher­heit von der Lis­te der Pseu­do­an­gli­zis­men gestri­chen werden.“ >
  • Zwi­schen den Wel­ten | … ach, nichts. – Chris­ti­an Wöhrl bringt es auf den Punkt:

    Social Rea­ding wäre also das nächs­te gro­ße Ding. Au weia, die Wort­schöp­fung selbst macht doch schon klar, dass die­se Idee direk­ten Wegs aus der Höl­le kommt: Ent­we­der lese ich, oder ich bin ein sozia­les Wesen, aber doch nicht bei­des gleich­zei­tig! Ein Buch, das zugleich Schnitt­stel­len in die sozia­len Netz­wer­ke hat, um dort Reak­tio­nen ande­rer Leser abzu­fra­gen oder mein eige­nes Lek­tü­re­er­le­ben dort­hin ein­zu­spei­sen, muss wohl Min­der­wer­tig­keits­kom­ple­xe haben: Bücher näm­lich, die es nicht schaf­fen, mich in ihrer eige­nen Welt gefan­gen zu hal­ten bis zur letz­ten Sei­te, sind ein­fach nicht gut genug geschrie­ben. Drü­ber dis­ku­tie­ren kann ich hin­ter­her immer noch, aber dazu brau­che ich doch kei­ne Heat Maps auf jeder Seite … 

    das ist genau der Punkt, war­um ich da immer (noch) sehr skep­tisch bin, bei den gan­zen Ideen, ein „neu­es“ Lesen zu ermög­li­chen. Und mir scheint, dass da oft ein sehr uti­li­ta­ris­ti­sches Lesen gedacht wird, kein künst­le­ri­sches oder kunst-erfah­ren­des lite­ra­ri­sches Lesen …

  • Der Luft­ver­kehr ist die welt­größ­te und sinn­lo­ses­te ABM-Maß­nah­me | Tele­po­lis – Alex­an­der Dill ran­tet in der „Tele­po­lis“ sehr schön über die Unsin­nig­keit des Flug­ver­kehrs und sei­ne (sub­ven­tio­nier­ten) Kosten:

    Aber wer sol­cher­ma­ßen reist, bringt die nöti­ge Opfer­be­reit­schaft mit, dient er doch einem höhe­ren Zweck, näm­lich der För­de­rung euro­päi­scher Hoch­tech­no­lo­gie, der Glo­ba­li­sie­rung und dem Wachs­tum. Zwar ist bis heu­te nicht geklärt, wie 168 Men­schen in weni­ger als 30 Minu­ten in ein Flug­zeug ein­stei­gen sol­len, wie und wo sie pin­keln kön­nen, aber die Trieb­wer­ke und das Radar funk­tio­nie­ren der­art gut, dass das Flug­zeug als sichers­tes aller Ver­kehrs­mit­tel gilt.

Ins Netz gegangen (14.10.)

Ins Netz gegan­gen am 14.10.:

  • Ener­gie­bran­che: Oet­tin­ger schönt Sub­ven­ti­ons­be­richt – Wirt­schaft – Süddeutsche.de – Über die Mär, Eneu­er­ba­re Ener­gien wür­den zu hoch subventioniert:

    Akri­bisch wie Beam­te sind, lis­ten sie auf Sei­te 2 ihres Ent­wurfs der Voll­stän­dig­keit hal­ber alle Mil­li­ar­den auf, mit denen die Bran­che euro­pa­weit bereits gehät­schelt wird. Die schlich­ten Zah­len ber­gen eini­gen Spreng­stoff. Zudem las­sen sie Oet­tin­gers Argu­ment für eine Ände­rung der Ver­ga­be­pra­xis in sich zusam­men­fal­len. Der EU-Kom­mis­sar hat­te stets ange­führt, erneu­er­ba­re Ener­gien wür­den viel zu hoch geför­dert, wes­halb die Kos­ten für die Bür­ger ins Uner­mess­li­che stie­gen. In dem Papier aus der eige­nen Gene­ral­di­rek­ti­on muss Oet­tin­ger plötz­lich nach­le­sen, dass nicht erneu­er­ba­re Ener­gien das meis­te Geld erhal­ten, son­dern Koh­le- und Gas­kraft­wer­ke sowie die Atombranche.

  • Das gene­ri­sche Femi­ni­num und die Geg­ner des Femi­ni­nums – Sprach­log – Ana­tol Ste­fa­no­witsch wider­legt mal wie­der ein paar Argu­men­te der Geg­ner eines gene­ri­schem Fimi­n­ums, z.B. das der Unmarkiertheit:

    Am Ende gibt es nur zwei Mög­lich­kei­ten: Ent­we­der, die Mar­kiert­heits­ver­hält­nis­se las­sen sich durch den Gebrauch ändern, dann kann das gene­ri­sche Femi­ni­num ein Weg dort­hin sein. Oder, sie las­sen sich nicht ändern, dann schei­tert das gene­ri­sche Femi­ni­num eben. Aber Angst vor dem gene­ri­schen Femi­ni­num brau­chen nur die­je­ni­gen zu haben, die glau­ben, es könn­te Erfolg haben, und die sich vor die­sem Erfolg fürchten.

  • Blit­zer-Mara­thon in Deutsch­land – Auto & Mobil – Süddeutsche.de – RT @SZ: #Blit­zer-Mara­thon, die Kari­ka­tur einer Kon­trol­le: Rasen ist zum All­tag gewor­den und Rechts­bruch zum Kavaliersdelikt

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  • Bodo Rame­lows Tri­umph und die Gren­zen der streit­ba­ren Demo­kra­tie – Das Ver­fas­sungs­blog zur Ent­schei­dung des BVerfG, dass die Über­wa­chung Rame­lows nicht rech­tens war:

    Noch schö­ner wäre es, wenn wir Ver­fas­sungs­schutz­be­hör­den und ein Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt besä­ßen, die da von sel­ber drauf kommen.

    – dem ist kaum etwas hin­zu­zu­fü­gen. Aber schön auch, was eini­ge Absät­ze spä­ter steht:

    Der Zwei­te Senat hat sich dabei zunächst ein­mal die Gele­gen­heit nicht ent­ge­hen las­sen, ein wei­te­res Kapi­tel für das monu­men­ta­le Hand­buch zur All­ge­mei­nen Demo­kra­tie- und Staats­leh­re zu schrei­ben, das in Karls­ru­he unter dem unschein­ba­ren Titel “Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts” in 130 Bän­den erscheint. Die­ses Kapi­tel ist für jeden, der etwas Klu­ges über Par­la­men­ta­ris­mus erfah­ren will, eine aus­ge­spro­chen erhe­ben­de Lektüre.

    Scha­de nur, dass aus­ge­rech­net die Jus­tiz die­se Auf­ga­be erle­di­gen müs­sen. Gäbe es da nicht auch (noch) ein paar ande­re Zuständige?

  • Aben­teu­er­li­che Seil­bahn-Stadt in Geor­gi­en – Wirt­schaft – Süddeutsche.de – Beein­dru­cken­de Bil­der: Die @SZ zeigt ver­fal­len­de Infra­struk­tur in Tsch­ia­tu­ra (Geor­gi­en) >
  • Twit­ter /​KereT_​TereK: Dear Mr Moto­rists! Plea­se dont … – RT @KereT_TereK: Dear Mr Moto­rists! Plea­se dont dri­ve at all if U are­nt able to reco­g­ni­se kids wit­hout stu­pid hi-vis in our city. THX!
  • Fritz Bau­er Insti­tut: Mit­schnit­te Pro­zess­pro­to­kol­le – Ton­band­mit­schnitt des 1. Frank­fur­ter Aus­schwitz-Pro­zes­ses 1963/​64, mit Tran­skrip­tio­nen und Materialien

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  • Ili­ja Tro­ja­now: „Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung nichts zu tun haben“ | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat mit Ilja Tro­ja­now gespro­chen. Der ist auf­ge­bracht – nicht so sehr über die ame­ri­ka­ni­sche, son­dern – zu Recht – vor allem über die deut­sche Regie­rung. Denn die hät­te ja eigent­lich die Auf­ga­be, ihn – und uns alle – vor sol­chen Schi­ka­nen und Über­wa­chun­gen zu schüt­zen. Wenn sie denn ihre Ver­pflich­tung auf die Ver­fas­sung ernst näh­me. Aber dass sie das nicht immer tut, ist ja kei­ne Neuigkeit …

    Die Taten­lo­sig­keit der Regie­rung macht mich wütend. Viel wüten­der als das Ein­rei­se­ver­bot. Die Bun­des­re­gie­rung hat die Pflicht, die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te ihrer Bür­ger zu schüt­zen. Und ich als deut­scher Staats­bür­ger füh­le mich ange­sichts die­ser in ihrem Umfang ja immer noch nicht über­schau­ba­ren Über­wa­chungs­sys­te­me in mei­nen Rech­ten abso­lut ange­grif­fen. Eine Bun­des­re­gie­rung, die einen Eid geschwo­ren hat, die­se Ver­fas­sung zu schüt­zen und über­haupt nichts unter­nimmt, hal­te ich für mehr als skan­da­lös. Das ist ein rich­ti­ger Ver­rat am eige­nen Volk
    […] Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung gar nichts zu tun haben. Sie ist so völ­lig unsen­si­bel gegen­über Bür­ger­rech­ten und Frei­heits­rech­ten. Sie ver­tritt mich nicht und des­we­gen will ich sie auch zu nichts auffordern.

  • Schrift­stel­ler als Netz­ver­äch­ter: Vom Gen­re der Bes­ser­halb­wis­se­rei – FAZ – Sascha Lobo nutzt die Aus­ein­an­der­set­zung mit Botho Strauß’ „Plu­ri­mi-Fak­tor“, um sei­ne eige­ne Hoff­nung für das Inter­net als gro­ße Auf­klä­rungs-/Fort­schritts-/Bil­dungs­ma­schi­ne end­gül­tig zu begraben

    Das Netz und vor allem die sozia­len Netz­wer­ke haben unter Schrift­stel­lern vie­le Ver­äch­ter. Jüngst wag­ten sich Gün­ter Grass und Botho Strauß her­vor. Der eine hat’s ver­geigt. Der ande­re weiß: Das Inter­net ist kein Bil­dungs­au­to­mat – man muss schon Bil­dung mitbringen. 

  • Ili­ja Tro­ja­nows Ein­rei­se­ver­bot: Will­kür und Frei­heit – FAZ – Ilja Tro­ja­now anläss­lich der Wei­ge­rung der USA, ihn ein­rei­sen zu lassen:<blockqutoe>Es ist mehr als iro­nisch, wenn einem Autor, der sei­ne Stim­me gegen die Gefah­ren der Über­wa­chung und des Geheim­staa­tes im Staat seit Jah­ren erhebt, die Ein­rei­se in das „land of the bra­ve and the free“ ver­wei­gert wird. Gewiss, ein klei­ner Ein­zel­fall nur, aber er illus­triert die Fol­gen einer desas­trö­sen Ent­wick­lung und ent­larvt die naï­ve Hal­tung vie­ler Bür­ger, die sich mit dem Man­tra „Das betrifft mich doch nicht“ beru­hi­gen. Das mag ja noch zutref­fen, aber die Ein­schlä­ge kom­men näher. Gegen­wär­tig erhal­ten die­se Bür­ger nur stil­le Post von den Geheim­diens­ten, aber eines nicht so fer­nen Tages wer­den sie die Rech­nung für ihre Arg­lo­sig­keit zuge­stellt bekommen.</blockqutoe>
  • AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fra­gen – Inland – FAZ – RT @netzpolitik: FAZ über die Bie­der­män­ner und Brand­stif­ter der AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fragen .
  • Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 | Schma​len​stroer​.net – Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 (via Published articles)
  • Kom­men­tar Grü­ne Wahl­kampf­feh­ler: Das Rich­ti­ge falsch ver­kauft – taz​.de – Ulrich Schul­te ana­ly­siert für die taz in mei­nen Augen sehr schlüs­sig und über­zeu­gend, war­um die Grü­nen bei der Bun­des­tags­wahl so schlecht abschnitten:

    Den Grü­nen kann nun man vor­wer­fen, dass sie zu sehr einen Arbei­ter­klas­sen-Sound bedien­ten, der an der zufrie­de­nen Mit­te vor­bei ziel­te, wie es Ex-Außen­mi­nis­ter Josch­ka Fischer tut. Aber man kann ihnen nicht vor­wer­fen, sie hät­ten die fal­schen Kon­zep­te ent­wi­ckelt. Ihr Pro­gramm war kom­plett gegen­fi­nan­ziert, es war prä­zi­se und ja, es war auch mutig.

    Das ist eine erschüt­tern­de Erkennt­nis die­ser Wahl. Die Grü­nen tra­ten mit dem ehr­lichs­ten Pro­gramm an, und sie wur­den dafür am här­tes­ten bestraft. Eine sol­che Mecha­nik passt gut in post­de­mo­kra­ti­sche Ver­hält­nis­se, sie ist aber für eine so papier­ver­lieb­te Par­tei, wie es die Grü­nen sind, katastrophal. 

    Auch sei­nen Schluss­fol­ge­rung: „Die Wäh­ler wol­len es offen­bar nicht so genau wis­sen. Sie möch­ten nicht gequält wer­den mit Details.“ ist wohl lei­der nicht falsch …

Ins Netz gegangen (27.9.)

Ins Netz gegan­gen am 27.9.:

  • Monas­ti­sche Sehn­sucht? Ein Rück­blick auf die Bun­des­tags­wahl – Digital/​Pausen – Auch gro­ße Geis­ter kön­nen irren. Hans Ulrich Gum­brecht meint:

    Die CDU und die SPD ste­hen mit nur schwach nuan­cier­ten Unter­schie­den für das, was in Deutsch­land schon längst und zuneh­mend auch im ver­ein­ten Euro­pa ohne­hin der Fall ist, näm­lich für eine Kon­fi­gu­ra­ti­on aus his­to­risch maxi­ma­lem Schutz indi­vi­du­el­ler Frei­hei­ten und einem eben­falls his­to­risch maxi­ma­len Grad an sozia­ler Sicherheit.

    Da kann man durch­aus auch ande­rer Mei­nung sein …

  • Auto­trans­por­ter-Fall: Bun­des­kri­mi­nal­amt ras­tert 3.800.000 Auto-Kenn­zei­chen und 600.000 Mobil­funk-Daten – „Die Nor­ma­li­sie­rung der Ras­ter­fahn­dung mit hun­dert­tau­sen­den betrof­fe­nen Unschul­di­gen ist besorgniserregend.“
  • Le Mon­de diplo­ma­tique, deut­sche Aus­ga­be – Ulri­ke Herr­mann über die Eurokrise(n) und ihre Hin­ter­grün­de – sehr infor­ma­tiv und span­nend, aber auch deprimierend …

    Die Euro­kri­se ist eine Kri­se ohne Vor­bild. Sie ist nicht nur ein­zig­ar­tig, weil sich 17 Staa­ten in einer Wäh­rungs­uni­on ver­ei­nigt haben – neu ist auch, dass eine eigent­lich klei­ne Kri­se so kata­stro­phal gema­nagt wird, dass sie als größ­te Depres­si­on aller Zei­ten enden könnte.

  • Gast­bei­trag von Ger­hart Baum : Ich will, dass wir bei­ßen kön­nen – Feuil­le­ton – FAZ – Ger­hart Baum, von 78–82 Innen­mi­nis­ter, wünscht sich und for­dert (auch von sei­ner Par­tei, der FDP) mehr Bewusst­sein für die Bedro­hun­gen der Pri­vat­heit und des Daten­schut­zes, um die Frei­heit zu bewahren:

    Die Gren­zen zwi­schen Unschul­di­gen und Schul­di­gen, zwi­schen Ver­däch­ti­gen und Unver­däch­ti­gen, zwi­schen Poli­zei und Ver­fas­sungs­schutz sind immer wei­ter ver­wischt wor­den. Auch wir haben einen Prä­ven­ti­ons­staat auf­ge­baut, und der ist uner­sätt­lich. ln sei­ner Logik liegt es, den Men­schen immer mehr Frei­heit zu neh­men und ihnen dafür Sicher­heit zu ver­spre­chen. Am Ende kommt es gar dazu, dass sie ihre Nicht­ge­fähr­lich­keit bewei­sen müs­sen. Bür­ger, die über­wacht wer­den oder sich nur über­wacht füh­len, wer­den zögern, ihre demo­kra­ti­schen Rech­te wie das Ver­samm­lungs­recht wahrzunehmen.

Ins Netz gegangen (23.9.)

Ins Netz gegan­gen am 23.9.:

  • Eini­ge Gedan­ken am Tag nach der Bun­des­tags­wahl – Maxi­mi­li­an Stein­beis weist im Ver­fas­sungs­blog auf eini­ge wenig beach­te­te Fol­gen des Wahl­aus­gangs hin. Zum Beispiel:

    Eine von Uni­on und SPD getra­ge­ne Regie­rung könn­te sich auf 503 von 630 Sit­ze stüt­zen – fast eine Vierfünftelmehrheit.

    Die Oppo­si­ti­on aus Grü­nen und Lin­ken könn­te nicht ein­mal mehr einen Unter­su­chungs­aus­schuss ein­set­zen. Sie könn­te auch kein Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren in Karls­ru­he anstren­gen. Dazu sind jeweils 25 Pro­zent der Stim­men im Bun­des­tag nötig, und die bekom­men sie selbst dann nicht auf die Waa­ge, wenn sie sich zu einem sol­chen Schritt zusammenraufen.

    Da kann man es lang­sam wirk­lich mit der Angst bekom­men … – denn in so guten Hän­den waren Recht und Ord­nung in den letz­ten Jah­ren ja nicht bei der Regie­rung, die unzäh­li­gen Hin­wei­se aus Karls­ru­he spre­chen da ja eine deut­li­che Sprache …

  • Still­stand | Car­ta – Wolf­gang Mich­al sagt, was zu sagen ist, zum Aus­gang der Bundestagswahl:

    Ich glau­be, nach dem Wahl­abend des 22. Sep­tem­ber wird der Dude-ismus auch in Deutsch­land Fuß fas­sen. Es scheint sich um die ein­zi­ge Lebens­form zu han­deln, die einem der­ar­ti­gen Wahl­er­geb­nis gewach­sen ist. Man möch­te nur noch bow­len, einen Joint rau­chen und in einem Ford Gran Tori­no „Loo­kin out my back­door“ hören.

    Das Ergeb­nis der Bun­des­tags­wahl fühlt sich an, als wür­de die Zeit ein­ge­fro­ren. Als wür­de ein vier­jäh­ri­ger Win­ter bevor­ste­hen, den man nur über­ste­hen kann, wenn man jeden Abend den Film „The Big Lebow­ski“ ansieht. 2017 kön­nen wir viel­leicht wei­ter­ma­chen, wo wir 2013 auf­ge­hört haben.

    Beson­ders scha­de ist, dass die CDU die abso­lu­te Mehr­heit knapp ver­fehlt hat. Denn das bedeu­tet, dass die SPD wie­der nicht von Stein­brück und Stein­mei­er las­sen kann. Es wird kei­nen Neu­an­fang geben. Also stel­len wir vor­sorg­lich die Uhren auf 2005 zurück, ver­streu­en die Asche der FDP und gehen bowlen.

  • Asyl­po­li­tik – Vor­wür­fe gegen Gericht in Eisen­hüt­ten­stadt – Poli­tik – Süddeutsche.de – Andre­as Fischer-Lesca­no im Inter­view mit der SZ über die ille­ga­len und men­schen­ver­ach­ten­den Prak­ti­ken der Jus­tiz in Deutsch­land, wenn es um Flücht­lin­ge geht – hier am Bei­spiel Eisenhüttenstadt.

    Ich beschäf­ti­ge mich seit Jah­ren mit Migra­ti­ons­recht und in die­sem Bereich ist vie­les mög­lich, was mei­ne zivil­recht­li­chen Kol­le­gen für unvor­stell­bar hal­ten. Aber die Urtei­le aus Eisen­hüt­ten­stadt haben doch eine beson­de­re Dimen­si­on. Das habe ich bis­lang für unvor­stell­bar gehalten.

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