Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: lesezeichen Seite 14 von 22

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  • Kath­rin Pas­sig über Wolf­gang Herrn­dorf und sein Buch »Arbeit und Struk­tur« – Lite­ra­tur – Kath­rin Pas­sig über Wolf­gan Herrn­dorf, sein Blog/​Buch, das Pro­blem der Ster­be­hil­fe und die Schwie­rig­keit, sich „ver­nünf­tig“ selbst zu töten.

    Man hat es nicht leicht mit den Schrift­stel­lern. Sie ver­tre­ten ihre Mei­nung schön und über­zeu­gend, auch wenn es sich um eine mäßig durch­dach­te Mei­nung han­delt. Eben­so schwie­rig ist es mit ihren Freun­den. Als ich zusag­te, die­sen Bei­trag zu schrei­ben, woll­te ich für eine bes­se­re Rege­lung der Ster­be­hil­fe in Deutsch­land plä­die­ren – nicht gera­de für die Extrem­form der Libe­ra­li­sie­rung, die Herrn­dorf sich wünsch­te, aber doch dafür, dass Ster­be­wil­li­ge es leich­ter haben soll­ten als er. Aber vor dem Gesetz besteht kein Unter­schied zwi­schen mei­nem Wunsch und denen ande­rer Hin­ter­blie­be­ner, die aus aku­tem Unglück her­aus die Todes­stra­fe für Kin­der­mör­der for­dern, ohne sich dafür zu inter­es­sie­ren, dass das Recht noch ande­re Situa­tio­nen als die ihre zu berück­sich­ti­gen hat.

    Es ist ein­fach, anhand von Arbeit und Struk­tur die Nach­tei­le des bestehen­den Sys­tems zu kri­ti­sie­ren. Aber es ergibt sich kei­nes­wegs ein­fach dar­aus, wie ein ande­res Sys­tem aus­zu­se­hen hätte.

  • Publi­ka­ti­on von „Mein Kampf“ – „Der Auf­trag ist gestoppt“ – Süddeutsche.de – die spin­nen wirk­lich in Bay­ern: Nach 70 Jah­ren hin und her um Hit­lers „Mein Kampf“ beschlie­ßen sie nun, das sei volks­ver­het­zend und bla­sen kur­zer­hand die schon ziem­lich weit fort­ge­schrit­te­ne wis­sen­schaft­lich kom­men­tier­te Edi­ti­on des IfZ ab.

    Nun trifft die Staats­re­gie­rung die Ent­schei­dung im Allein­gang. Das Buch sei volks­ver­het­zend, sag­te Staats­kanz­lei­che­fin Hadert­hau­er. Wenn Ver­la­ge das Buch in Zukunft ver­öf­fent­li­chen woll­ten, wer­de die Staats­re­gie­rung Straf­an­zei­ge stellen./

  • ZDF-Geschichts­fern­se­hen: Pein­lichs­te Miss­ge­schi­cke der Histo­ry – FAZ – Nach­dem ich gele­sen habe, was Ste­fan Nig­ge­mei­er über die ZDF-Ver­su­che, mit Geschich­te Fern­se­hen und Quo­te zu machen, geschrie­ben hat, möch­te ich mir den Kram wirk­lich nicht mehr ansehen:

    Manch­mal wirkt es, als muss­ten die Autoren blind in einen Con­tai­ner mit wie­der­zu­ver­wer­ten­dem Mate­ri­al grei­fen und es irgend­wie zu einem gemein­sa­men Ober­be­griff zusammenklöppeln.

  • xkcd: File Exten­si­ons – xkcd ist heu­te mal wie­der außer­ge­wöhn­lich gut:
  • Twit­ter /​medieval­gill: Fee­ling fris­ky? Pls con­sult … – RT @AndyKesson: For tho­se who missed it, the medieval sex flow chart, cour­te­sy of @sirthopas and @medievalgill. Stop! Sin!
  • Zustell­pra­xis von Paket­diens­ten: Post war da – Geld – Süddeutsche.de – Jour­na­lis­mus ist anders: Eine SZ-Schrei­be­rin hat ihr Paket nicht bekom­men. Und schimpft. Ohne die Gegen­sei­te zu hören
  • Georg Büch­ner: Aus­stel­lung zum 200. Geburts­tag | ZEIT ONLINE – Der Tages­spie­gel ist von der Darm­städ­ter Büch­ner-Aus­stel­lung auch nicht so ganz begeistert:

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  • Mord: Der Para­graf | ZEIT ONLINE – Nied­ri­ge Beweg­grün­de soll­ten kein Maß­stab mehr sein
    Der Mord-Para­graf des Straf­ge­setz­bu­ches muss drin­gend über­ar­bei­tet wer­den. Bei­lei­be nicht nur, weil er von Nazi-Juris­ten for­mu­liert wurde.
  • Gelie­fert | zynæs­the­sie – wun­der­ba­re Lie­fe­rung. RT @zynaesthesie: Geliefert
  • Archaeo­lo­gy in Greece Online – An indis­pen­si­ble tool for rese­ar­chers in all disci­pli­nes who wish to learn about the latest archaeo­lo­gi­cal dis­co­veries in Greece and Cyprus, Archaeo­lo­gy in Greece Online/​Chronique des fouilles en ligne is a rich­ly illus­tra­ted topo­gra­phi­cal data­ba­se with a map­ping fea­ture to loca­te field pro­jects within sites and regions.
  • Lyri­ke­rin Elke Erb : „Es ist Leben, kon­kret, nicht Spie­le­rei“ – DIE WELT – Elke Erb spricht über das Schrei­ben und Leben:

    Es ist eine akti­ve Welt und es kommt dar­auf an, wie man spricht. Es ist doch ganz egal, wovon man spricht, Haupt­sa­che, es wird anstän­dig erzählt.

    Die Spra­che ist ein leben­di­ges Ding und nicht etwas, was schon fest­ge­legt ist. Was man übri­gens auch sehen kann, wenn die Klein­le­ben­di­gen kom­men, die klei­nen Kin­der, wenn sie die Spra­che nach­bil­den wol­len und Vor- und Nach­sil­ben ausprobieren.

    Und natür­lich, ganz zentral: 

    Die Spra­che lebt, wie gesagt. Es ist Leben, kon­kret, nicht Spielerei.

    (Die Fra­gen von Doro­thea von Tör­ne kom­men mir aller­dings durch­aus selt­sam vor, wie hin­ge­schmis­se­ne Bro­cken, die war­ten, ob Erb irgend­wie dar­auf reagie­ren mag …

  • Ein letz­tes Gespräch mit Peter Kurz­eck: „Wie sollst du dir jetzt den erset­zen?“ – Feuil­le­ton – FAZ – Ein Gespräch mit Peter Kurz­eck im Sep­tem­ber 2013 über Wal­ter Kem­pow­ski, Chro­nis­ten und Schrift­stel­ler und das Tage­buch­schrei­ben, das noch ein­mal Kurz­ecks Posi­ti­on (zum Schrei­ben und zur Welt) sehr schön zusammenfasst:

    Ja, man denkt, man sei für die Bewah­rung der Welt zuständig.

    Schön auch die­se bei­läu­fi­ge Bemerkung: 

    Man muss schon auf­pas­sen, was man liest.

Ins Netz gegangen (27.11.)

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  • Chro­nist sei­nes Lebens und sei­ner Epo­che: Zum Tod von Peter Kurz­eck – Lite­ra­tur Nach­rich­ten – NZZ​.ch – Roman Bucheli weist in sei­nem Peter-Kurz­eck-Nach­ruf in der NZZ sehr rich­tig dar­auf hin, dass die Lebens­er­in­ne­rungs­be­schrei­bung allei­ne nicht das Ent­schei­den­de für die Grö­ße des Kurz­eck­schen Werks ist:

    Nicht Prousts gepfleg­te «mémoi­re invo­lon­tai­re» hat ihn umge­trie­ben, son­dern die pani­sche Angst, das Ver­lo­re­ne und Ver­gan­ge­ne im Ver­ges­sen noch ein­mal preis­ge­ben zu müs­sen. Er über­liess sich nicht dem Strom der Erin­ne­rung, son­dern brach­te sie, mit Nabo­kov, noch ein­mal und – so die uner­füll­ba­re Hoff­nung – lücken­los zum Sprechen.
    […] Kurz­eck heg­te noch ein­mal, als hät­te es die Bruch­stel­len der Moder­ne und die neu­en For­men des Erzäh­lens nie gege­ben, den Traum von einem Gan­zen, das sich im lite­ra­ri­schen Kunst­werk nach­bil­den lässt. Er moch­te dabei auch nicht etwa auf das rhe­to­ri­sche Mit­tel ver­trau­en, dass im Teil das Gan­ze ent­hal­ten sein kön­ne, son­dern nahm sein Ver­fah­ren auf eine gera­de­zu bra­chia­le Wei­se wört­lich: Die Zeit soll­te im erzähl­ten Werk gleich­sam mass­stab­ge­recht noch ein­mal erste­hen. Er stand dar­um Bal­zac näher als Proust, und die deut­schen Erzäh­ler des 19. Jahr­hun­derts waren ihm min­des­tens eben­so ver­traut wie sei­ne an raf­fi­nier­ten Erzähl­tech­ni­ken geschul­ten Zeitgenossen.

  • Tod im Neben­satz – taz​.de – Jan Süsel­becks klu­ger Nach­ruf auf Peter Kurz­eck in der taz:

    In der Melan­cho­lie die­ser Proust’schen Dau­er­me­di­ta­ti­on, die zu sei­ner Mar­ke wur­de und ihm einen Platz in der Lite­ra­tur­ge­schich­te sicher­te, ging es Kurz­eck aber gar nicht um kon­kre­te Orte. Er war kein Regio­nal- oder gar Hei­mat­schrift­stel­ler. Kurz­eck träum­te sich in einen ganz eige­nen Sound des Den­kens und Schrei­bens hin­ein, in eine detail­ver­ses­se­ne, musi­ka­lisch vor sich hin kon­tra­punk­tie­ren­de Ästhe­tik der Pro­vinz, die tat­säch­lich alles ande­re als pro­vin­zi­ell war. Kurz­eck war auf der Suche nach uto­pi­schen Orten, die hät­ten exis­tie­ren können

  • Die Wahr­heit über die Wahr­heit: Archi­tek­tur­ge­schich­te (ganz) kurz gefasst – für so etwas muss man das Inter­net doch lie­ben: Archi­tek­tur­ge­schich­te (ganz) kurz gefasst (wirk­lich ganz kurz …)
  • Nach­ruf Peter Kurz­eck: Die gan­ze Zeit erzäh­len, immer | ZEIT ONLINE – Ein sehr anrüh­ren­der, inten­si­ver und lie­be­vol­ler Nach­ruf von Chris­toph Schröder:

    Der Tod von Peter Kurz­eck ist das Schlimms­te, was der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur seit vie­len Jah­ren pas­siert ist./

  • Koali­ti­ons­ver­trag: Der Kern des Net­zes – Tech­nik & Motor – FAZ – Da hat Micha­el Spehr wohl recht:

    Netz­neu­tra­li­tät eig­net sich also bes­tens als Lack­mus­test für Netzkompetenz./

    Und lei­der gibt es kaum Poli­ti­ker (und Mana­ger) in ent­spre­chen­den Posi­tio­nen, die den Test bestehen …

Ins Netz gegangen (24.11.)

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Ins Netz gegangen (14.11.)

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  • Hip | waahr – Joa­chim-Ernst Ber­endt refe­riert 1962 in „Twen“ Nor­man Mailers Hips­ter-Theo­rie und ergänzt sie um eini­ge Beobachtungen/​Bemerkungen zum Jazz:

    Daß die „Bot­schaf­ter“ so schnell wech­seln – in drei Jah­ren von Miles über Min­gus zu Col­tra­ne -, hat nichts mit modi­scher Unbe­stän­dig­keit zu tun. Es ist erfor­der­lich – drin­gend not­wen­dig. Fast alles näm­lich, was Jazz bedeu­tet, ist ver­drängt wor­den – und zwar im Zei­chen der wach­sen­den Akzep­tie­rung des Jazz. Es ist ver­drängt wor­den von denen, die ihn akzep­tie­ren: von der Tole­ranz und Groß­zü­gig­keit über die Direkt­heit und Ehr­lich­keit bis zur Frei­zü­gig­keit und Frei­heit. Des­halb muß das, wor­auf es ankommt, immer noch kon­zen­trier­ter und noch inten­si­ver gesagt wer­den. Die Inten­si­tät von ges­tern wird heu­te schon von den Squa­res ver­harm­lost. Miles-Davis-Phra­sen tauch­ten zwei Jah­re nach Beginn sei­nes Hip-Erfol­ges in der Schla­ger­mu­sik auf./

  • Pro­zess ǀ Ziem­lich fes­te Freunde—der Frei­tag – Wahr­schein­lich das Bes­te, was ich bis­her zum Wulff-Pro­zess gele­sen habe (wenn auch etwas über­spitzt). Nur die Kom­men­ta­re darf man natür­lich nciht lesen …

    Die­ses Ver­fah­ren aber wird zei­gen, dass es eben um mehr geht als nur gut 750 Euro. Näm­lich um eine von allen Betei­lig­ten als nor­mal emp­fun­de­ne Nähe zwi­schen Poli­tik und Wirt­schaft, in der gegen­sei­ti­ge Gefäl­lig­kei­ten zur Regel gehö­ren, um abseits eines öffent­li­chen Nut­zens per­sön­li­che Vor­tei­le zu erzie­len. Wenn man so will, steht der Fall Wulff/​Groenewold für das Anfangs­sta­di­um von Ent­wick­lun­gen, die zu sol­chen End­punk­ten wie Schröder/​Gazprom, Koch/​Bilfinger oder eben Klaeden/​Daimler füh­ren. Das Gericht in Han­no­ver könn­te, wenn es klug und mutig genug urteilt, sol­che gerad­li­ni­gen Ent­wick­lun­gen für die Zukunft zumin­dest erschweren.

  • Voy­ant Tools: Reve­al Your Texts – Voy­eur is a web-based text ana­ly­sis envi­ron­ment. It is desi­gned to be user-fri­end­ly, fle­xi­ble and powerful.
    What you can do with Voyeur:
    • use texts in a varie­ty of for­mats inclu­ding plain text, HTML, XML, PDF, RTF and MS Word
    • use texts from dif­fe­rent loca­ti­ons, inclu­ding URLs and uploa­ded files
    • per­form lexi­cal ana­ly­sis inclu­ding the stu­dy of fre­quen­cy and dis­tri­bu­ti­on data; in particular
    • export data into other tools (as XML, tab sepa­ra­ted values, etc.)
    • embed live tools into remo­te web sites that can accom­pa­ny or com­ple­ment your own content
  • „In vie­len Krip­pen herr­schen hane­bü­che­ne Zustän­de“ – Poli­tik – Süddeutsche.de – RT @SZ: „In vie­len Krip­pen herr­schen hane­bü­che­ne Zustän­de“: ein Inter­view zum #Kita-Aus­bau im Rah­men der #Agenda2017
  • Kom­men­tar: Schland­netz gegen NSA – die feuch­ten Schen­gen-Träu­me der Tele­kom | hei­se online – hei​se​.de zum Schland­netz-Unsinn der Telekom:

    Das wäre die schlech­tes­te Kon­se­quenz, die man aus dem NSA-Skan­dal zie­hen könn­te: Eine Natio­na­li­sie­rung des Inter­nets, mit regio­na­lem Pee­ring unter Ägi­de der Tele­kom. Mit Pee­ring-Punk­ten, an denen sich die natio­na­len Regie­run­gen mit ihrem Über­wa­chungs­hun­ger güt­lich hal­ten können.

  • Super­vi­rus bad­BI­OS ist mög­li­cher Nach­fol­ger von Stux­net | ZEIT ONLINE – cra­zy: bad­BI­OS: Super­vi­rus oder Schar­la­ta­ne­rie? Com­pu­ter­vi­rus mit spek­ta­ku­lä­ren Fähig­kei­ten elek­tri­siert die Fachwelt
  • Klaus­po­li­tik » Lie­ber Franz Josef Wag­ner – Eine Reak­ti­on auf Franz Josef Wag­ners offe­nen Brief an Edward Snow­den – Auch „Klaus­po­li­tik“ nimmt sich noch Franz-Josef Wag­ners Brief an Edward Snow­den an:

    Der Autor hat eine Face­book-Fan­page, einen Wiki­pe­dia-Ein­trag und offen­sicht­lich einen Dachschaden./

    und kommt zu dem Schluss: 

    Sei­ne Argu­men­ta­ti­on ist wirr, sprung­haft und so naiv, dass das doch irgend­wie Sati­re sein muss. Dass sie es nicht ist, ist erschre­ckend – mit Jour­na­lis­mus hat der Bei­trag nichts mehr gemein und erin­nert allen­falls an einen kon­fu­sen, längst in die Unsicht­bar­keit down­ge­vo­te­ten Spon­tan­post einer unmo­de­rier­ten Kommentarspalte./

  • Induk­ti­ons­schlei­fe auf Rad­weg – You­Tube – so geht’s also auch: RT @FahrradClub: Jetzt anse­hen: Induk­ti­ons­schlei­fe auf dem Rad­weg – – so muss das gehen!

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  • The war dia­ries of Die­ter Fin­zen in both world wars: Ende – Das Tage­buch von Die­ter Fin­zen aus dem Ers­ten und Zwei­ten Welt­krieg ist voll­stän­dig online – mit dem 23. Okto­ber 1940 enden die Ein­tra­gun­gen, und damit ist auch das Blog mit den zeit­ver­setz­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen sei­ner Tages­ein­trä­ge zu einem Ende gekom­men. Span­nend ist die Lek­tü­re trotzdem …
  • Twit­ter /​usmanm: This is a ship-ship­ping ship, … – total ver­rückt: RT @usmanm: This is a ship-ship­ping ship, ship­ping ship­ping ships.
  • Bedeu­tungs­ver­lust des „Spie­gel“: Genug der Dick­ho­dig­keit – taz​.de – Dar­an liegt es also – die taz hat den Grund für die Mise­re des Spie­gels gefunden:

    die Anzahl der Roma­ne, die mitt­ler­wei­le von Spie­gel-Redak­teu­ren neben ihrem Job ver­fasst wer­den, kor­re­liert auf­fäl­lig mit dem Qua­li­täts­ver­lust im Blatt.

  • BMW i3: Car­sha­ring bestimmt das Auto­fah­ren von mor­gen – SPIEGEL ONLINE – Mar­gret Hucko inter­viewt für den Spie­gel den Ver­kehrs­pla­ner Kon­rad Roth­fuchs, der halb­wegs opti­mis­tisch ist, dass die Situa­ti­on in den Städ­ten sich in nächs­ter Zeit doch all­mäh­lich ändern wird – nicht so sehr aus öko­lo­gi­schen oder öko­no­mi­schen Grün­den, son­dern weil Zeit und Raum knap­per werden:

    aber schau­en Sie mal mit wel­cher Selbst­ver­ständ­lich­keit die Autos die Stra­ßen domi­nie­ren. Es ist ja nicht nur Raum weg. Autos stel­len ein gro­ßes Unsi­cher­heits­pro­blem dar
    […] Die der­zeit noch rela­tiv hohe Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit in deut­schen Städ­ten sinkt wei­ter kon­ti­nu­ier­lich. Damit wird ein Umstieg oder ein Rück­schritt aufs Auto eher unwahr­schein­lich. Weni­ger der öko­lo­gi­sche Gedan­ke ver­an­lasst uns, Bus und Bahn zu neh­men. Viel­mehr zählt der Fak­tor Zeit. […] Dem öffent­li­chen Nah­ver­kehr gehört die Zukunft. 

  • Alter Affe Männ­lich­keit – Mann könn­te ja mal … – die​Stan​dard​.at › All­tag – Nils Pickert arbei­tet sich an den Mas­ku­li­nis­ten – hier v.a. Leon de Win­ter – ab (lei­der mal wie­der aus aktu­el­lem Anlass):

    Eigent­lich hat der alte Affe Männ­lich­keit nur Angst. Wenn er ein Mann wäre, wüss­te er, dass das in Ord­nung ist. Aber so wird er manch­mal ziem­lich fies. Dann sagt er Sachen wie „Femi­nis­mus ist hass­erfüllt und ver­hasst – lasst ihn uns töten!“ und merkt nicht ein­mal, wie sehr er sich damit ent­larvt. Denn spä­tes­tens dann weiß man ganz genau, wie man mit ihm umzu­ge­hen hat: Gib dem Affen kei­nen Zucker!/

  • Lie­ge­fahr­rä­der aus Krif­tel: Am Anfang ging das Licht aus – Rhein-Main – FAZ – Ein net­ter klei­ner Bericht über HP-Verlotechnik:

    „Am Anfang bekam die gan­ze Gemein­de mit, wenn wir Metall­rah­men her­stell­ten“, erzählt Hol­lants. „Die Maschi­ne brauch­te so viel Span­nung, dass immer kurz das Licht aus­ging, wenn wir sie ein­ge­schal­tet haben.“

Ins Netz gegangen (3.11.)

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  • Face­book Histo­ry of the World | Col­lege­Hu­mor – groß­ar­tig und ziem­lich cool (auch wenn’s etwas Ame­ri­ka-las­tig ist): Eine kur­ze Geschich­te der Welt im Facebook-Style
  • Sibyl­le Berg über Kul­tur­pes­si­mis­mus – hach, Sibyl­le Berg hat mal wie­der sehr recht – und bringt das aus­gzeich­net auf den Punkt:

    All die Tex­te, in denen wir, Jahr­gang vor 1990, das Ver­schwin­den der kul­tu­rel­len Wer­te bewei­nen, sind für die Toi­let­te geschrie­ben. Oder noch nicht mal dafür, wir schrei­ben ja online. Es ist das Jam­mern Ster­ben­der, die dum­mer­wei­se zwi­schen zwei Zei­ten leben.

  • Bil­der im digi­ta­len Zeit­al­ter – Abge­schos­sen – Süddeutsche.de – Peter Rich­ter denkt in der Süd­deut­schen über den Umgang mit die­ver­sen For­men von Por­trät­fo­tos nach – beim Erstel­len wie beim Anschau­en und – wil­lent­li­chen oder unwil­lent­li­chen – Verbreiten

    Halb­wüch­si­ge mai­len wie wild Sel­fies her­um, Frau­en weh­ren sich auf Reven­ge Porn gegen im Web kur­sie­ren­de frei­zü­gi­ge Bil­der von sich selbst und Hugh Grant fun­giert als Mona Lisa der Mugshots. Neue digi­ta­le Bild­for­ma­te zer­stö­ren unse­ren Ruf, set­zen gan­ze Exis­ten­zen aufs Spiel. Das Phä­no­men ist nicht neu. Aber Weg­schau­en hilft nicht.

  • Wacken-Fes­ti­val nutzt Car­go-Bikes « Velo­phil – Nicht nur das Wacken-Fes­ti­val, auch öko­no­misch kal­ku­lie­ren­de Unter­neh­men ent­de­cken die Vor­tei­le von Lastenrädern:

    In gro­ßen Indus­trie­an­la­gen wer­den Las­ten­rä­der bereits seit Jahr­zehn­ten ein­ge­setzt. Timo Mes­ser­schmidt von der Fir­ma Wisag mach­te auf der Las­ten­rad­ta­gung in Ham­burg deut­lich, dass Unter­neh­mer mit den Car­go-Bikes auch rich­tig Geld sparen.

  • Edward Snow­den: Ein Flücht­ling, wie er im Buche steht – Poli­tik – Süddeutsche.de – Heri­bert Prantl spricht in sei­nem Kom­men­tar mal wie­der deut­li­che und wah­re Wor­te (die ver­mut­lich an den ent­schei­de­nen Stel­len aber wie­der mal nicht gehört und beach­tet wer­den werden):

    Man kann die Art von Spio­na­ge, die der NSA betrie­ben hat und wohl immer noch betreibt, als Staats­kri­mi­na­li­tät beschrei­ben. Snow­dens Han­deln mag in den USA straf­bar sein, weil er US-Geset­ze ver­letzt hat; wirk­lich kri­mi­nell sind die Zustän­de und die Machen­schaf­ten, die er anpran­gert.[…] Deutsch­land braucht Auf­klä­rung über die umfas­sen­den Lausch­an­grif­fe der USA. Die­ser Auf­klä­rung ist nur mit der Hil­fe von Snow­den mög­lich. Und Auf­klä­rung ist der Aus­gang aus selbst­ver­schul­de­ter Unmündigkeit.

Ins Netz gegangen (31.10.)

Ins Netz gegan­gen am 31.10.:

  • 9Nov38 – ein Expe­ri­ment auf Twit­ter | Schma​len​stroer​.net – Auch Micha­el Schma­len­stroer hat noch ein paar Absät­ze zu sei­nem Pro­jekt @9Nov38:

    Es ist aber etwas ande­res, eine küh­le Ver­wal­tungs­ak­te zu lesen, in der mit aller ver­wal­tungs­tech­ni­schen Akri­be die Ent­re­chung, Ermor­dung und Berau­bung von Men­schen aus­ge­ar­bei­tet wird. In einem nor­ma­len Geschichts­buch wird von “Het­ze und Pro­pa­gan­da” in den Zei­tun­gen geschrie­ben. Das zu lesen, kann schon an die Nie­ren gehen.

    Das ist ja gera­de das, was ich an Twit­ter, Blogs etc so lie­be: Man kann sol­che „Klei­nig­kei­ten“ aus den Quel­len ein­fach mal vor­stel­len, zei­gen, zitie­ren und erzäh­len, ohne gleich ein rich­ti­ges „The­ma“ oder eine For­schungs­fra­ge haben zu müs­sen (oder die gar beant­wor­ten zu müssen).

  • Pro­to­kol­le des Preu­ßi­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums Acta Borus­si­ca – Das von 1994 bis 2003 täti­ge Aka­de­mien­vor­ha­ben „Die Pro­to­kol­le des Preu­ßi­schen Staats­mi­nis­te­ri­ums (1817–1934/38)“ hat in 12 Reges­ten­bän­den über 5.200 Sit­zungs­pro­to­kol­le der obers­ten Kol­le­gi­al­be­hör­de des preu­ßi­schen Staa­tes wis­sen­schaft­lich erschlossen.
    Die gesam­te Edi­ti­on fun­diert auf Quel­len­be­stän­den des Gehei­men Staats­ar­chivs Preu­ßi­scher Kul­tur­be­sitz Ber­lin-Dah­lem sowie des Bun­des­ar­chivs Ber­lin-Lich­ter­fel­de und ist im Ver­lag Olms-Weid­mann erschie­nen – alle online frei zugäng­lich als pdfs.
  • Neue Dis­count­mar­ke “Ohne teu­er”: Real will jetzt auch bil­lig kön­nen | Super­markt­blog – „(Klei­ner Tipp: Weni­ger Phil Coll­ins könn­te die Kun­den­fre­quenz von allei­ne dras­tisch erhö­hen.)“ #wahr­heit >
  • Kommt ein Imam in eine Kir­che… « Radi­ka­le Ansich­ten – Manch­mal ist Deutsch­land ein­fach nur verrückt:

    Kommt ein Imam in eine Kirche …
    … dann gibt es mitt­ler­wei­le immer öfter Ärger. Zuletzt im pfäl­zi­schen Ham­bach, als wäh­rend einer Anti-Kriegs­mes­se ein isla­mi­scher Gebets­ruf erklang. Für selbst­er­nann­te “Islam­kri­ti­ker” ein Anlass zur Hysterie.

    Yas­sin Mush­ar­bash bei Zeit-Online über die total hys­te­ri­schen (und die Wahr­heit mehr als ein­mal kräf­tig ver­dre­hen­den) Pro­tes­te anläss­lich der Auf­füh­rung einer Mes­se von Karl Jenkins.

  • » @9Nov38: Ein Pro­jekt als Kom­pro­miss – @hellojed erklärt das span­nen­de Pro­jekt, über Tweets den 9.11.1938 (und etwas Vor­ge­schich­te) zu – nun ja, wie soll man’s nen­nen? – erzäh­len, ver­ge­gen­wär­ti­gen, leben­dig zu machen oder zu halten
  • Schluss mit Lus­tig? Über die sehr gerin­gen Chan­cen, vor Lachen einen kla­ren poli­ti­schen Gedan­ken zu fas­sen. | Das Schöns­te an Deutsch­land ist die Auto­bahn – Georg Seeß­len schreibt einen sehr lesens­wer­ten, nach­denk­li­chen und besorg­ten Text über unse­re Zeit:

    Ich bin gespal­ten. Ich wün­sche mir kei­ne Rück­kehr der Sau­er­töp­fe und der Recht­ha­ber, schon gar kei­ne der Sta­li­nis­ten und Semi­na­ris­ten. Zu Recht miss­traut die Kul­tur des Unerns­tes den gro­ßen Welt­er­zäh­lun­gen und heroi­schen Mythen der Geschich­te, zu Recht miss­traut sie Lösun­gen, Model­len, Pro­jek­tio­nen, Hel­den und Vor­den­kern; zu Unrecht aber glaubt sie, man kön­ne sich durch Iro­nie, Mode­ra­ti­on und Distanz von der Ver­ant­wor­tung für den Lauf der Din­ge befrei­en. Zu Unrecht glaubt sie an eine Mög­lich­keit, sich raus­zu­hal­ten und trotz­dem alles zu sehen. Zu Unrecht glaubt die Kul­tur von Abklä­rung und Unernst, den Mäch­ti­gen sei am bes­ten mit tak­ti­scher Nach­gie­big­keit und einem Hauch von Sub­ver­si­on zu begeg­nen. Lei­den­schaft­li­che und zor­ni­ge Ges­ten erschei­nen in der Kul­tur als kin­disch, vul­gär und unangenehm.
    […] Bis­lang hat doch noch ein jeder zu Ende gedach­ter Gedan­ken nichts als Ter­ror oder Wahn mit sich gebracht. Bis­lang ist aus jeder Über­zeu­gung eine Ideo­lo­gie, und aus die­ser ein neu­er Unter­drü­ckungs­ap­pa­rat geworden.

    Es ist ja auch ver­rückt: Alles hat sei­ne Dia­lek­tik, alles hat sein Gegen­teil. Und Extre­me sowie­so. Viel­leicht müs­sen wir uns wirk­lich wie­der ganz weit zurück besin­nen. Zum Bei­spiel auf die Niko­ma­chi­sche Ethik des Aris­to­te­les? Aber deren polii­ti­sche Impli­ka­tio­nen sind viel­leicht auch nicht unbe­dingt unser Ding (und unser Heil wohl auch nicht …). Es ist eben schwie­rig, das alles. Und Aus­we­ge gibt es viel­leicht auch gar nicht. Denn die Gefahr ist immer dar. Im Moment zum Bei­spiel so:

    Aber sie ist auf dem bes­ten Weg, eine Gesell­schaft der grau­sa­men Gleich­gül­tig­keit zu wer­den, eine Gesell­schaft, die aus lau­ter Iro­nie und Mode­ra­ti­on der poli­ti­schen Lei­den­schaf­ten gar nicht mehr erkennt, dass sie sel­ber zu etwas von dem gewor­den ist, was sie fürch­tet. Denn auch die Abklä­rung hat so ihre Dia­lek­tik, auch sie kann zum Dog­ma und zum Wahn werden.

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