ellenberger und diez in st. johannis

bachs „chro­ma­ti­sche fan­ta­sie und fuge“ in ver­schie­de­nen ver­sio­nen beim stu­dio­kon­zert in st. johan­nis

frei­heit und stren­ge, chro­ma­tik und poly­pho­nie, inti­mi­tät und kon­zert­stück – das sind so unge­fähr die pola­ri­tä­ten der chro­ma­ti­schen fan­ta­sie und fuge von johann sebas­ti­an bach. daür­ber hin­aus ist aber kaum etwas bekannt – nicht ein­mal, wann das stück kom­po­niert wur­de. und auch über den anlass kann man nur spe­ku­lie­ren, mög­li­cher­wei­se war es eine reak­ti­on auf den tod sei­ner ers­ten frau.

aber gen­au das wol­len vol­ker ellen­ber­ger und diez eich­ler bei ihrem ers­ten stu­dio­kon­zert in der johan­nis­kir­che gera­de nicht. sie ver­las­sen sich viel­mehr auf die klang­re­de der musik und ihre uner­schöpf­li­che viel­falt. dazu stel­len sie die chro­ma­ti­sche fan­ta­sie gleich drei mal vor – in ganz und gar unter­schied­li­chen dar­bie­tun­gen auf drei völ­lig ver­schie­de­nen instru­men­ten, dem cla­vichord, dem cem­ba­lo und der orgel. drei total ver­schie­de­ne stü­cke sind das jetzt auf ein­mal:. zu beginn spiel­te eich­ler eine frü­he fas­sung der fan­ta­sie auf dem cla­vichord. das ist ein ganz klei­nes und zar­tes instru­ment, das bach für das häus­li­che musi­zie­ren sehr schät­ze. und so klingt die fan­ta­sie dann auch: als inni­ge träu­me­rei, weich schwe­ben­de klän­ge lösen immer wie­der ver­spiel­te figu­ra­tio­nen ab – so stellt man sich ger­ne eine ein­sa­me stun­de des meis­ters, eine „musi­ka­li­sche pri­vat­un­ter­hal­tung“ im arbeits­zim­mer, vor. und die kann man mit fug und recht schon als vor­läu­fer des sturm und drang sehen, vor allem wenn man sie so fein­sin­nig und gefühl­voll nuan­ciert spielt wie diez eich­ler.

dage­gen knallt das cem­ba­lo, das eich­ler für die all­ge­mein als end­gül­ti­ge fas­sung der fan­ta­sie und der fuge nut­ze, rich­tig kräf­tig in den raum. jede inti­mi­tät geht hier ver­lo­ren, statt des­sen ent­wi­ckeln sich for­sche, fast offen­si­ve spiel­wei­sen mit star­kem hang zur pro­non­cier­ten dra­ma­tik. so rich­tig ver­zwickt wur­de es aber erst zum schluss: der haus­herr vol­ker ellen­ber­ger hat sich noch max regers bear­bei­tung für orgel ange­nom­men. aber das muss er selbst noch ein zwei­tes mal adap­tie­ren – eigent­li­ch ist die orgel der johan­nis­kir­che für so etwas näm­li­ch nicht geeig­net, da feh­len die typi­sch roman­ti­sche dif­fe­ren­zie­rungs­mög­lich­kei­ten ein­fach. ellen­ber­ger hat das aber den­no­ch ganz gut im griff, mit eini­gen tricks ent­wi­ckelt er eine impo­san­te, deut­li­ch als gro­ße kunst mar­kier­te fan­ta­sie, deren fuge dann nichts mehr von per­sön­li­chen gedan­ken oder eige­nen gefüh­len ent­hält: das ist rei­ne satz­kunst, die reger hier aus der bach­schen vor­la­ge her­aus­kit­zelt.

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parsifal (frankfurt)

richard wag­ners par­si­fal in der oper frank­furt, insze­nie­rung von chris­tof nel, diri­gent pao­lo cari­gna­ni (beset­zung hier)

die insze­nie­rung für einen par­si­fal gar nicht so schlecht – extrem zurück­hal­tend, aber selbst in dem ewig dau­ern­den ers­ten akt auf der büh­ne nicht ganz und gar im still­stand ver­sun­ken. das liegt aber vor allem am genia­len raum­kon­zept, das die bei­den frank­fur­ter dreh­büh­nen mit die gesam­te büh­nen­hö­he nut­zen­den lat­ten­zäu­nen so geschickt voll­stell­te, dass durch die kom­bi­nier­te dre­hung der bei­den büh­nen­tei­le immer wie­der neue, sehr inspi­rie­ren­de räu­me ent­stan­den: „zum raum ward die zeit“ heißt es im libret­to ja (was auch immer das hei­ßen soll und wie das für das büh­nen­weih­fest­spiel über­haupt funk­tio­nie­ren kann und ernst­zu­neh­men ist) – hier hat­te man immer­hin eine ahnung davon. und cari­gna­ni hat­te auch durch­weg akzep­ta­ble tem­pi, schö­ne klang­bil­der, beson­ders im zwei­ten akt die ja fast eksta­si­schen, für den par­si­fal schon fast rasan­ten hand­lun­gen, sehr gen­au aus­ge­leuch­tet und doch den sän­gern noch genü­gend raum gelas­sen. das war im drit­ten akt nicht immer so: sowohl gur­n­emanz (den jan-hen­drik roo­te­ring eigent­li­ch sehr prä­zi­se und bewe­gend sang, auch wenn er mit sei­ner figur als grals­rit­ter nur noch bedingt glaub­wür­dig war…) als auch par­si­fal (stuart skel­ton, der mich nicht so sehr begeis­ter­te, immer etwas nüch­tern und blass wirk­te) waren inzwi­schen doch hör­bar erschöpft und ange­schla­gen. da stach die kund­ry von michae­la schus­ter immer wie­der posi­tiv her­vor: nicht nur schau­spie­le­ri­sch (ein­deu­tig die bes­te leis­tung auf der büh­ne, wie sie immer mehr ins irre abdrif­te­te, in sich selbst ver­schlos­sen, über­haupt nix mehr kapier­te), son­dern gera­de auch sän­ge­ri­sch: beein­dru­ckend, wie sie trotz der gro­ßen anfor­de­run­gen noch so prä­zi­se und vor allem aus­drucks­stark sin­gen kann. der amfor­t­as von alex­an­der mar­co-buhr­mes­ter ist ähn­li­ch gut, im gegen­satz zu dem grot­ti­gen titu­rel von magnus bald­vins­son, der nur rumei­ert… das ver­bin­det ihn übri­gens mit den chö­ren, die erstaun­li­ch schlecht into­niert waren.

was mich – neben so vielem ande­ren, was mich an par­si­fal ver­stört und unver­ständ­li­ch bleibt – rat­los zurück­lies, war nur die suche nach einer posi­ti­on des regis­seurs: was soll­te das gan­ze eigent­li­ch? gut, wir leben alle irgend­wie in einem gefäng­nis, um uns heraum zäu­ne und kein platz, die män­ner pres­sen blut und leben aus den frau­en und las­sen sie fast als abfall zurück (wenn man den fall kund­ry hier so ver­all­ge­mei­nern darf und kann), aber son­st? was soll das gan­ze mit der erlö­sung? ganz zu schwei­gen von den berüch­tig­ten schluss­wor­ten „erlö­sung dem erlö­ser“? da bie­tet nel mir irgend­wie über­haupt kei­ne ant­wort, das wird nicht wirk­li­ch klar, da ist er, wie sei­ne gan­ze insze­nie­rung, viel zu zurück­hal­tend, fast posi­ti­ons­los. zumin­dest ich kann sei­nen stand­punkt nicht erken­nen.

aber eines muss man ihm zugu­te hal­ten: in sei­ner insze­nie­rung wirkt das mons­trö­se werk doch erheb­li­ch zugäng­li­cher als in der kon­zer­tan­ten auf­füh­rung der frank­fur­ter oper – da war das nur ein gigan­ti­scher musi­ka­li­scher bro­cken. und doch blei­be ich dabei: par­si­fal ist das bes­te mit­tel, jeden anflug von wag­ne­ris­mus zu hei­len. das werk als sol­ches ist ein­fach zu – wie soll ich sagen? – selt­sam, abar­tig auf eine mit­un­ter fast hoch­stap­le­ri­sch anmu­ten­de wei­se: kei­ner kann mit bestimmt­heit sagen, was der par­si­fal als gan­zes über­haupt soll, aber alle ver­eh­ren ihn als hohe kunst…

maarauelauf 2006

so, ges­tern war es dann soweit: am sonn­tag schon um 8.30 auf­ge­stan­den, um noch schnell ein biss­chen was zu früh­stü­cken und dann mit dem fahr­rad auf die ande­re rhein-sei­te zu fah­ren: zum maaraue­lauf 2006. net­te stim­mung war schon, aber das wet­ter war zunächst nicht gera­de ange­nehm: für ende april sau­kalt (so um die 8 grad), immer wie­der regen. auch kurz vor dem start muss­ten natür­li­ch noch ein­mal alle nass wer­den… die ers­te run­de (3,7 km) der 11,1 km lan­gen stre­cke lief bei mir dann nicht ganz so gut, ich war ein­fach noch zu kalt und ver­fro­ren. außer­dem bin ich mor­gens eh‘ nicht so wahn­sin­nig fit. so gegen ende der run­de wur­de ich dann aber lang­sam warm und mit schwung ging’s in die zwei­te run­de rund um die kost­hei­mer maaraue, die ich dann ziem­li­ch zügig absol­vier­te und so immer­hin ein wenig zeit auf­ho­len konn­te. auch die drit­te run­de lief noch ziem­li­ch gut, das feld der um die 500 läu­fer war inzwi­schen sehr weit – fast über die gan­ze run­de – aus­ein­an­der gezo­gen. und obwohl ich das tem­po dann doch ein wenig früh anzog und die letz­ten 200 meter auf dem sport­platz des tv kost­heim ziem­li­ch quä­lend waren, bin ich mit 55:06 minu­ten gut unter­wegs gewe­sen – auf jeden fall deut­li­ch unter mei­nem anvi­sier­ten limit von 60 minu­ten. aber abends, im frank­fur­ter par­si­fal, habe ich die anstren­gung doch recht gut gemerkt und war nach der geis­ti­gen anstren­gung dann so fer­tig, dass ich zumin­dest sehr gut geschla­fen habe…

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saisoneröffnung auf dem altrhein

23. april 2006: – so, die neue sai­son ist end­li­ch eröff­net, ganz klas­si­sch mit einer küh­kopf-run­de. (das reicht für mei­ne arme und schul­tern nach der lan­gen win­ter­pau­se auch mehr als genug). auf der hin­fahrt erhei­tern wir uns an einem hüb­schen text aus dem kanu­ma­ga­zin, den thors­ten mit­ge­bracht hat: sze­nen eines video­abends unter padd­lern. da joa­chim sein boot inzwi­schem im ver­eins­heim des kc darm­stadt in erfel­den lagert, erweist sich die gan­ze unter­neh­mung als herr­li­ch unkom­pli­ziert. und da mein com­bi noch in erbach im win­ter­schlaf liegt, war ich im pri­jon bar­ra­cu­da von thors­ten unter­wegs – ein wenig eng für mich, aber eigent­li­ch ein sehr schö­nes boot, wenn es nur nicht so blöd­sin­nig schwer wäre. auf der stre­cke kei­ne beson­de­ren vor­komm­nis­se, der rhein hat immer noch sehr viel was­ser, so dass die rast­plät­ze man­gel­wa­re sind. aber wir fin­den trotz­dem einen. und geben so dem zwei­er, der fast zeit­gleich mit uns gestar­tet ist, eine chan­ce, uns wie­der zu über­ho­len… mit knapp drei stun­den waren wir dann doch recht flott unter­wegs. und die kraft reich­te auch noch für einen kur­zen test von joa­chims stream­li­ner, der mir aller­dings nicht so beson­ders zusagt, weil er zwar ohne zwei­fel ein her­vor­ra­gen­des boot ist, aber für mich zu viel geschwin­dig­keit ver­langt – im lang­sa­men tem­po ist er doch arg unru­hig und kip­pe­lig, das macht (mir) kei­nen beson­de­ren spaß.

im kajak über die mecklenburgische seenplatte

1. – 10. august 2005: meck­len­bur­gi­sche seen­plat­te.

anrei­se am 1.8. zum cam­ping­platz kame­run an der müritz.

am 2. und 3.8. die müritz-umrun­dung (waren – bol­ter ufer – que­rung nach luh­dorf, dann am westuf­ter nord­wärts zurück nach waren) mit über­nach­tung in luh­dorf bei wun­der­ba­rem wet­ter, nur mit­tags am 2.8. mäßi­ger wind. ab dem 4.8. fahrt durch die seen­plat­te vom bol­ter kanal an der müritz, die heu­te kräf­ti­gen wel­len­gang hat, aus. dann fünf tage in mäßi­gem tem­po eine rund­tour, an den letz­ten tagen mit schau­ern und mit wahn­sin­nig viel betrieb auf den seen – vie­le kanu­ten, die ihr boot nicht beherr­schen (noch weni­ger als ich) und eben­sol­che bade­wan­nen­ka­pi­tä­ne in lei­h­yach­ten, die es kaum schaf­fen, in die schleu­sen zu navi­gie­ren. der gro­be stre­chen­ver­lauf: bol­ter ufer an der müritz (start vom cam­ping­platz aus, gute ein­stiegs­mög­lich­keit) über den bol­ter kanal und die alte fahrt in den caarp­see. von dort in den woter­fitz­wee, wei­ter durch den lep­pin­see, den gro­ßen kot­zo­wer see und das gran­zo­wer möschen in den miro­wer see, wo wir am cam­ping­platz c39 (strand­gast­stät­te mirow) über­nach­te­ten (nicht unbe­dingt emp­feh­lens­wert – klei­ner buck­li­ger platz mit weni­gen engen und über­las­te­ten sani­tä­ren anla­gen weit weg).

am nächs­ten tag ging es dann wei­ter durch den rest des miro­wer sees in den zot­zen­see, von dort über den mös­sen­see und den öst­li­chen rand des vilz­sees in den labus­see und von da dann wei­ter in den cano­wer see und über den klei­nen pälitzsse in den gro­ßen pälitz­see, wo wir am cam­ping­platz 54 über­nach­te­ten – der teu­er­s­te platz auf unse­rer rund­fahrt.

am drit­ten tag ging es dann vom gro­ßen pälitz­see über die schleu­se stra­sen in den ell­go­en see, von dem wir in den gro­ßen prie­pert­see abbo­gen. dann über die havel in den finow­see und ide havel wei­ter bis zum abzweig in die schwa­nen­ha­vel, die uns herr­li­ch kur­vig, eng und ver­wach­sen ind den plät­lin­see, der zum gro­ßen teil natur­schuztz­ge­biet ist, führ­te. mit einem kräf­ti­gen spurt kamen wir ans wus­tro­wer ende, wo es ein gutes stü­cke umzu­tra­gen galt, um im klenzsse wei­ter­pad­deln zu kön­nen. von dort kamen wir dann in den gobe­now­see, wor wir auf dem cam­ping­platz 27 unse­re zel­te auf­schlu­gen, nach­dem wir end­li­ch den rich­ti­gen lan­dungs­platz gefun­den hat­ten.

am nächs­ten mor­gen schließ­li­ch gingt es den rest des gobe­nower­sees wei­ter in die dro­se­do­wer bek, die uns in den rätz­see führ­te. nach der mit­tags­pau­se an der umtra­ge­stel­le flee­ther müh­le (die kürz­li­ch abge­brannt ist) fing es an zu reg­nen. joa­chim, thors­ten und ich ver­steck­ten uns unter dem dach eines boots­hau­ses vor dem was­ser von oben, wäh­rend der rest unver­dros­sen wei­ter­pad­del­te. nach­dem der regen dann end­li­ch nach­ließ, mach­ten wir uns auf die auf­hol­gjagd und sprin­te­ten die rest­li­chen kilo­me­ter über vilz­see in den mös­sens­se, an des­sen über­gang zum zot­zen­see unser nacht­quar­tier, der cam­ping­platz peet­sch mit der num­mer 42 lag. die vor­hut konn­ten wir zwar nicht mehr ganz ein­ho­len – kurz bevor wir am cam­ping­platz anka­men, gin­gen sie an land – aber zum zelt­auf­bau reich­te es gera­de noch, bevor es wie­der anfing, ein wenig zu reg­nen.

am letz­ten tag der rund­fahrt ging es dann noch ein­mal über den zot­zen­see (den wir ja schon auf der hin­fahrt durch­quert hat­ten) rich­tung mirow, wo wir die­ses mal aber in die müritz-havel-was­ser­stra­ße abbo­gen. hin­ter der schleu­se mirow, die wir mit der boots­schlep­pe umgin­gen, schaff­te joa­chim es, sich in die heck­wel­le eines segel­boots zu klem­men und ließ sich von dem mehr als sie­ben kilo­me­ter bis ans ende des sumpf­sees mit­zie­hen. dort war­te­te er dann am was­ser­wan­de­r­er­rast­platz am aus­gang des sees auf uns. nach der mit­tags­pau­se ging es dann wei­ter in die klei­ne müritz, die uns in die ech­te müritz zurück­führ­te und mit viel gele­gen­heit zum sur­fen auf den wel­len zurück zu unse­ren autos am cam­ping­platz bol­ter ufer brach­te. eigent­li­ch woll­ten wir dann noch eine tages­tour machen, bevor wir uns am 10.8. wie­der auf die rück­rei­se machen woll­ten. wegen des regens und der ver­let­zung von thors­ten haben wir das dann gelas­sen und sind mit einem zwi­schen­stopp in potsdam/schloss sans­cous­si (selbst im regen vol­ler japa­ner ;-)) und einen besu­ch bei lett­mann in moers an zwei tagen quer durch deutsch­land zurück nach darmstadt/mainz gefah­ren.

Lyambiko: Selbsthilfegruppe für angstfreies Musizieren

Wenn ein Musi­ker sei­ne Band „Selbst­hil­fe­grup­pe für angst­frei­es Musi­zie­ren“ nennt, ver­fügt er wahr­schein­li­ch über eine gute Por­ti­on Humor. Wenn der Schlag­zeu­ger von Lyam­bi­ko, Tors­ten Zwin­gen­ber­ger, das tut, hat er vor allem Recht. Denn Angst haben Sän­ge­rin Lyam­bi­ko und ihr Trio im Frank­fur­ter Hof sicher­li­ch nicht: Son­st wür­den sie wohl kaum so relaxt und locker arbei­ten.

Aber ent­spann­tes Musi­zie­ren ohne Angst macht allein noch kei­ne gute Musik aus. Denn bei Lyam­bi­ko wird die Sicher­heit auf der Büh­ne durch einen weit­ge­hen­den Ver­zicht auf Risi­ken erkauft. Was gibt es schon zu hören: Eine jun­ge, talen­tier­te Sän­ge­rin mit ange­neh­mer Stim­me und ein ver­sier­tes All­round-Trio. Hem­mungs­lo­se Ekkle­zi­tis­ten sind sie alle, wie sie da auf der Büh­ne ste­hen. Aus allen Ecken suchen sie sich ihr Mate­ri­al zusam­men: Ein wenig Swing, eine gute Por­ti­on Blues, dann noch ein biss­chen Latin, ergänzt um eine Pri­se Eth­no-Pop und abge­schmeckt mit einer Pri­se Modern Jazz – fer­tig ist der Ein­topf. Dumm ist nur, dass aus dem gan­zen Misch­ma­sch nichts Neu­es ent­steht. So bleibt eben gute, unge­wöhn­li­ch erfolg­rei­che Unter­hal­tung. Und des­halb ist es auch nicht ver­wun­der­li­ch, dass die CD von Lyam­bi­ko in den Pop-Charts notiert wird. Vom Geist des Jazz, von sei­ner Kraft und Aus­drucks­fä­hig­keit, ist das näm­li­ch schon ein gan­zes Stück ent­fernt.

Dabei sind die Musi­ker wirk­li­ch nicht schlecht. Neben den flin­ken Fin­gern des Pia­nis­ten Mar­que Lowent­hal ist es vor allem Schlag­zeu­ger Tors­ten Zwin­gen­ber­ger, der ab und an doch auf­hor­chen lässt. Wie er Stö­cke und Besen über Trom­mel und die rie­si­gen, hal­len­den Becken tan­zen lässt, wie er rast­los zwi­schen Per­cus­sions und Drum­set pen­delt – das alles weist ihn deut­li­ch als fein­sin­ni­gen Klang­tüft­ler aus. 

Lyam­bi­ko selbst, ganz unbe­schei­den als „the most beau­ti­ful voice“ ange­kün­digt, ist ja durch­aus nett anzu­se­hen und anzu­hö­ren. Eine gefäl­li­ge, wohl­tö­nen­de Stim­me, die aber bis jetzt mehr von ihren poten­ti­el­len als den tat­säch­li­chen Qua­li­tä­ten pro­fi­tiert. Denn bei aller Gewandt­heit und Aus­drucks­fä­hig­keit: Inspi­ra­ti­on und Inno­va­ti­on sind ihre Stär­ken nicht. Als Jazz ist die Musik denn auch recht belang­los: Fried­li­ch mäan­dert das in gewohnt-belang­lo­ser Form vor sich hin. Als Unter­hal­tungs­mu­sik ist es soli­des Kunst­hand­werk – und das ist ja auch schon was. 

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zei­tung)

Jack Daniels: Daniels‘ Running Formula

Jack Dani­els: Dani­els‘ Run­ning For­mu­la. Second Edi­ti­on. Cham­pai­gn, Ill.: Human Kine­tics 2005. 285 Sei­ten. ISBN 978–0-7360–5492-8.

  • For­e­word – Peface – Ack­now­ledgments
  • The Ingre­dients of Suc­cess
  1. Part I: Trai­ning Essen­ti­als
    1. Trai­ning Focus
    2. Phy­sio­lo­gy of Trai­ning Inten­si­ties
    3. Fit­ness and Inten­si­ty Bench­marks
    4. The Sea­son Plan
  2. Part II: Trai­ning Levels 
    1. Level 1: Base Buil­ding
    2. Level 2: Mara­thon-Pace Trai­ning
    3. Level 3: Tres­hold Trai­ning
    4. Level 4: Inter­val Trai­ning
    5. Level 5: Repe­ti­ti­on Trai­ning
    6. Sup­ple­men­tal Trai­ning
  3. Part III: Trai­ning for Fit­ness
    1. Whi­te Star­ting Plan
    2. Red Inter­me­dia­te Plan
    3. Blue Advan­ced Plan
    4. Gold Eli­te Plan
  4. Part IV: Trai­ning for Rac­ing
    1. Pre­pa­ring for Com­pe­ti­ti­on
    2. 800 Meters
    3. 1,500 to 3,000 Meters
    4. Cross Coun­try
    5. 5 to 15 Kilo­me­ters
    6. Half-Mara­thon and Mara­thon
  • Appen­dix A: Pace Table
  • Appen­dix B: VO2 Tes­ting Pro­to­col
  • Index
  • About the Aut­hor
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Timothy Noakes: Lore of Running

Timo­thy D. Noa­kes: Lore of Run­ning. Four­th Edi­ti­on. Cham­pai­gn, Ill.: Human Kine­tics 2002. 931 Sei­ten. ISBN 9780873229593.

  • For­e­word – Pre­fae to the Four­th Ediion – Ack­now­led­ge­ments – Intro­duc­tion: Some Reflec­tions on Run­ning
  1. Part I: Phy­sio­lo­gy and Bio­che­mis­try of Run­ning
    1. Mus­cle Struc­tu­re and Func­tion
    2. Oxy­gen Trans­port and Run­ning Eco­no­my
    3. Ener­gy Sys­tems and Run­ning Per­for­man­ce
    4. Tem­pe­ra­tu­re Regu­la­ti­on During Exer­cise
  2. Part II: Trai­ning Basics
    1. Deve­lo­ping a Trai­ning Foun­da­ti­on
    2. Learning From the Experts
    3. Avo­iding Over­trai­ning
    4. Trai­ning the Mind
  3. Part II: Trans­fer­ring Trai­ning to Rac­ing
    1. 10K to Hal-Mara­thon
    2. Mara­thon
    3. Ultra­ma­ra­thon
    4. Pus­hing the Limits of Per­for­man­ce
  4. Part IV: Run­ning Health
    1. Ergo­ge­nic Aids
    2. Stay­ing Inju­ry Free
    3. Run­ning and Your Health
  • Refe­ren­ces – Index – About the Aut­hor

Kuno Hottenrott/Martin Zülch: Ausdauertrainer Laufen

Kuno Hot­ten­rott/Martin Zülch: Aus­dau­er­trai­ner Lau­fen. Trai­ning mit Sys­tem. Mit Fotos von Hor­st Lich­te. In Koope­ra­ti­on mit Polar. 9. Auf­la­ge. Rein­bek: Rowohlt 2005 [Ers­te Auf­la­ge 1997]. 156 Sei­ten. ISBN 3–499-19454–6

  1. Lau­fen
  2. Aus­rüs­tung
  3. Die rich­ti­ge Trai­nings­be­las­tung (Aerobe und anae­robe Ener­gie­be­reit­stel­lung – Lac­tat­mes­sung – Herz­fre­quenz­mes­sung)
  4. Die Trai­nings­pro­gram­me (Tech­nik und Koor­di­an­ti­on – Lauf-Abc – Kon­di­ti­on: Pro­gram­me und Trai­nings­be­rei­che – Das Trai­ning für Frei­zeit­jog­ger – Das Trai­ning für Volks­läu­fer – Das Trai­ning für Mara­thon­läu­fer – Das Trai­nings­camp)
  5. Dehungs­gym­nas­tik (Übun­gen)
  6. Kraft­trai­ning (Mus­ke­l­ein­satz beim Lau­fen – Kraft­übun­gen – Kraft­trai­nings­pro­gram­me – Hin­wei­se für die Trai­nings­pra­xis)
  7. Rege­ne­ra­ti­on
  8. Anhang (Tabel­le Herz­fre­quenz­wer­te für das Trai­ning – Geschwin­dig­keits­ta­bel­le für den Lauf-Feld­stu­fen­test – Geschwin­dig­keits­ta­bel­le für den Con­co­ni-Test – Geschwin­dig­keits­ta­bel­le für ver­schie­de­ne Stre­cken – Lite­ra­tur – Foto­nach­weis – Die Auto­ren)
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Hal Higdon: Run Fast

Hal Hig­don: Run Fast. How to Beat Your Best Time Every Time. Emma­us, Pa.: Roda­le 2000 [über­ar­bei­te­te zwei­te Aus­ga­be]. 246 Sei­ten. ISBN 1–57954-269–7

Intro­duc­tion

  1. Fly­ing without Wings: The Thrill of Run­ning Fast
  2. First Base: „Leg­ging Up“ Gets You in Shape
  3. Slow Down to Speed Up: Speed Trai­ning without Speed­work
  4. Speed Enduran­ce: Whe­re Time Meets Inten­si­ty
  5. Jugg­ling Work­outs: Make the Most of Trai­ning Time
  6. Good Form: Smoo­th Out Your Stri­de
  7. Speed­work: Fine-Tune Your Trai­ning
  8. The Magic Work­out: Inter­val Trai­ning Can Impro­ve Your Speed
  9. Speed Play: Fart­lek and Tem­po Trai­ning
  10. Pure Speed: Impro­ve Your Kick
  11. Dyna­mic Fle­xi­bi­li­ty: Speed in Moti­on
  12. Hit the Hills: Climb Your Way To The Top
  13. Streng­th Does It: More Mus­cle Means More Speed
  14. The Polis­hing Touch: Be Your Own Best Coach
  15. Detrai­ning and Retrai­ning: The Best Way to Get Back in Shape
  16. Rea­dy to Race: Test Your Abili­ty to Run Fast

Epi­lo­gue
Index

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