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hoffnung und ihre erfüllung (musikalisch): esperanza spalding & triband

Eigent­lich hät­te auf der Ein­tritts­kar­te ein Warn­hin­weis ste­hen müs­sen. Der Jazz­mi­nis­ter warnt: Der Genuss die­ser Musik ver­än­dert ihr Jazz-Bewusst­sein. Denn was Jazz­to­day jetzt im Frank­fur­ter Hof prä­sen­tier­te, hat mit tra­di­tio­nel­lem Jazz unge­fähr noch so viel zu tun wie ein moder­ner Syn­the­si­zer mit einem ehr­wür­di­gen Kon­zert­flü­gel – wenig, sehr wenig sogar. Aber das macht ja nichts. So lan­ge es Spaß macht. Und genau dafür ist Espe­ran­za Spal­ding mit ihrem Trio zum ers­ten Mal aus Ame­ri­ka nach Deutsch­land gekommen.

Spal­ding ist eine jun­ge Musi­ke­rin, die sich nicht zwi­schen dem Sin­gen und dem Bass ent­schei­den kann – und des­halb ein­fach bei­des macht. Und mit Erfolg: ihre stei­le Kar­rie­re führ­te sie im Febru­ar bis ins Wei­ße Haus. Und jetzt nach Mainz. Da mach­te sie schon mit dem Ope­ner klar, wohin die Tour geht: „Jazz ain’t not­hin’ but soul“. Sofort ist die Band mit­ten im Groo­ve, Otis Brown am Schlag­zeug wirkt dabei stel­len­wei­se wie ein Drum­com­pu­ter. Und wäh­rend Espe­ran­za Spal­ding mit flin­ken Fin­gern ihren fun­ky Bass wir­beln lässt und dazu noch gleich­zei­tig locker die Stimm­bän­der im Scat­ge­sang tan­zen lässt, zeigt vor allem Pia­nist Leo Geno­ve­se – auch mit der Melo­di­ca – sei­ne ver­spiel­te Sei­te. Denn egal ob es Jazz­stan­dards oder etwa Way­ne Shor­tes „End­an­ge­red Spe­ci­es“ sind: Das Quar­tett mach sich alles zu eigen, addiert sei­ne voll gepfropf­ten Arran­ge­ments, die nur ein Ziel ken­nen: Das Ergeb­nis muss Spaß machen. Und da kom­men sie immer an, bis zur Pau­se ist kom­pro­miss­los gute Lau­ne angesagt.

Tri­band kün­dig­te sich danach dann selbst mit „ihr Kon­trast­pro­gramm für heu­te abend“ an. Und das war nicht über­trie­ben – jetzt war Schluss mit lus­ti­ger Spaß­mu­sik. Das deut­sche Quar­tett ist ja schon eini­ge Jah­re unter­wegs und hat in der Zeit ihre Musik noch ver­fei­nert: Zu einer wah­ren Fei­er der Sub­ti­li­tät mit Hang zur nach­denk­li­cher Melan­cho­li­tät. Aber nicht resi­gnie­rend, son­dern die Wirk­lich­keit ein­fach umar­mend: Gefühls­la­gen des Indi­vi­du­ums nach der Post­mo­der­ne besin­gen sie in Songs wie „Some­bo­dy else“. Und mit ech­ten Live-Qua­li­tä­ten. Am deut­lichs­ten wur­de das in „Whe­re did all the love go“ oder dem gran­dio­sen „Diz­zy Day“ am Schluss des Abends. Etwas Pop ist in die­ser Mischung, natür­lich steu­ert auch die Jazz­ge­schich­te eini­ge Ingre­di­en­zen bei, der Funk ist auch nicht spur­los an ihnen vor­ür­ber gegan­gen. Aber die Klang­tüft­ler, die so ganz in ihrer Musik auf­ge­hen, bau­en dar­aus etwas Eige­nes: San­die Woll­asch singt immer klar und mini­mal ver­spielt. Der Bas­sist Pau­cker – wie Sebas­ti­an Stud­nitz­ky ein ech­ter Mul­ti­in­stru­men­ta­list (auch so eine Grenz­über­schrei­tung …) gibt sich mit jeder Faser des hage­ren Kör­pers der Musik hin, tanzt um und mit Bass und Ana­log-Syn­the­si­zer, wäh­rend Tom­my Bal­du die bro­deln­den Rhyth­men zum Tan­zen bringt. Und die­ses Gebräu ist so wir­kungs­voll, dass es auch das anfangs nur zurück­hal­tend reagie­ren­de Main­zer Publi­kum in sei­nen Bann zieht.

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

einmal quer durch die musikgeschichte: schütz, pergolesi und brahms im passionskonzert

Es war ein Hin und Her wie sel­ten bei den Dom­kon­zer­ten: Die Chö­re wech­sel­ten, es wur­de mit und ohne Orches­ter musi­ziert, die Solis­ten­blie­ben auch alle nicht lan­ge, selbst der Diri­gent wur­de getauscht. Und doch herrsch­te auch ganz viel Andacht im Pas­si­ons­kon­zert. Im Zen­trum stand dabei die Mat­thä­us-Pas­si­on von Hein­rich Schütz, die eigent­lich gar kei­ne Pas­si­on ist. Zumin­dest nicht im musi­ka­li­schen Sinn. Denn bei Schütz heißt die Ver­to­nung der Pas­si­ons­ge­schich­te noch His­to­rie – eine Erzäh­lung der Lei­den Chris­ti. Und die hält sich, von Ein­gangs- und Schluss­chor abge­se­hen, streng an den Text des Evan­ge­lis­ten. Ari­en und Cho­rä­le wird man hier also ver­ge­bens erwar­ten. Die Nähe zum Bibel­text führt dazu, dass gro­ße Tei­le vom Evan­ge­lis­ten und den ande­ren Solis­ten über­nom­men wer­den, der Chor mehr oder min­der auf kur­ze Ein­wür­fe beschränkt bleibt. Das soll­te aller­dings nicht zu so einer Het­ze füh­ren wie im Dom. Denn weder Mathi­as Breit­schaft noch der eigent­lich sehr soli­de Evan­ge­list Dani­el Käs­mann nah­men sich im Gleich­maß der fort­lau­fen­den Bewe­gung, des unun­ter­bro­che­nen Berich­tes Zeit für beson­de­re Momen­te, für Augen­bli­cke der Dra­ma­tik. Die sind aber auch bei Schütz durch­aus vor­han­den – man muss sich nur etwas mehr Mühe geben, sie frei­zu­le­gen. Wie das geht, weiß Breit­schaft ja durch­aus. Das stell­te er dann etwa im Schluss­chor unter Beweis: Hier hat­te er auf ein­mal Zeit für sub­ti­le Aus­deu­tung, die die Dom­kan­to­rei auch – trotz der star­ken Beset­zung – sehr deut­lich und trans­pa­rent, vor allem aber mit leich­tem Klang mit­mach­te und mittrug.

Kars­ten Storck über­nahm das Diri­gat der ande­ren bei­den Wer­ke. Neben dem etwas blas­sen und unschein­ba­ren 13. Psalm für Frau­en­chor von Johan­nes Brahms, den der Mäd­chen­chor sehr brav sang, war das vor allem Gio­van­ni Per­go­le­sis „Sta­bat Mater“. Des­sen rei­ne Melo­dien ver­herr­li­chen im Wohl­klang sowohl der Chor­sät­ze als auch der Ari­en und Duet­te mit den bei­den schön auf­ein­an­der abge­stimm­ten Solis­tin­nen, Doro­thee Laux und Patri­cia Roach, die süße Wol­lust der Schmer­zen. Gera­de der stän­di­ge Wech­sel zwi­schen Chor und Soli gelang Storck dabei sehr schön. Denn die Chor­sät­ze ließ er immer etwas stär­ker zele­brie­ren als unbe­dingt nötig. Zusam­men mit der Inti­mi­tät der Ari­en kam das „Sta­bat Mater“ so in sei­ner gesam­ten Län­ge zu einem wohl­ge­run­de­ten Pul­sie­ren, einer ange­neh­men Mischung aus zügi­gen Tem­pi und inni­gen Momen­ten der Emp­find­sam­keit. Und dar­um geht es schließ­lich: Das Mit-Gefühl zu wecken.

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

händel war in arkadien – und ich auch (fast)

An Hän­del-Auf­füh­run­gen herrscht in die­sem Jahr, der 250. Wie­der­kehr sei­nes Todes, kein Man­gel. Aber lei­der sind nicht alle die­se Kon­zer­te so klug geplant und so sach­ver­stän­dig und enga­giert umge­setzt wie das, was die Vil­la Musi­ca im Ertha­ler Hof bot. Mit der Main­zer Gesangs­pro­fes­so­rin Clau­dia Eder und neun jun­gen Sän­ge­rin­nen und Sän­gern haben sie ein Pro­gramm ent­wi­ckelt, das etwas auch in die­sem Hän­del-Jahr recht sel­te­nes vor­führt: „Hän­del in Arkadien“.

Denn als der jun­ge Kom­po­nist vor drei­hun­dert Jah­ren eini­ge Zeit in Rom weil­te, war er rasch Teil der dor­ti­gen Kul­tur­sze­ne gewor­den, mit ihren Aka­de­mien und den Pri­vat­kon­zer­ten der Kar­di­nä­le und Adli­gen. Für die­se Ver­an­stal­tun­gen kom­po­nier­te er Solo­kan­ta­ten und Kam­mer­du­et­te, die sich immer wie­der mit dem Lie­bes­le­ben in Arka­di­en beschäf­tig­ten: Hän­del im träu­me­ri­schen Idyll der Schä­fer und Nym­phen also – kein oft zu hören­des Bild.

Und der Ertha­ler Hof mit sei­nem präch­ti­gen Saal und der inti­men Atmo­sphä­re war ein idea­ler Ort, die­se Musik und ihre Ent­ste­hung sowie ihre ers­te Auf­füh­run­gen wie­der frisch auf­le­ben zu las­sen. Ide­al war aber noch viel mehr: Die sorg­sam durch­dach­te Pro­gramm­ge­stal­tung, die klu­gen Ein­füh­run­gen von Karl Böh­mer – und nicht zuletzt immer wie­der die Musik selbst. Zum Bei­spiel die bei­den Coun­ter­te­nö­re Dimit­ry Ego­rov und Kyoung-Bae Choi, die die zu Hän­dels Zei­ten übli­chen Kas­tra­ten ersetz­ten: Zwei ganz ver­schie­de­ne Sän­ger, die bei­de das Publi­kum zu ver­zau­bern wussten.

Über­haupt war es ein Genuss, so vie­le unter­schied­li­che Stim­men an einem Abend zu belau­schen. Alle waren sie tech­nisch – auch in den anspruchs­vol­len Par­tien – sicher, aber immer mit eige­nem Cha­rak­ter. Elvi­ra Hasa­na­gic sang die Kan­ta­te „La Lucre­zia“ etwa mit gro­ßem Dra­ma und viel inne­rer, ganz aus Text und Musik ent­wi­ckel­ter Span­nung. Eher ver­hal­ten blieb dage­gen Maria Piz­zu­to in der Kan­ta­te „La bian­ca rosa“, wäh­rend Kirs­ty Swift den Auf­ruhr und die krie­ge­ri­sche Stim­mung von „Ment­re tut­to è in furo­re“ mit ech­tem Furor und siche­rer Stimm­be­herr­schung vortrug.

Aber alle ein­te das ver­lo­cken­de Bemü­hen, die Zuhö­rer hin­ein­zu­zie­hen in die Musik­pra­xis frü­he­rer Zei­ten. Die­se sub­ti­le Ver­füh­rung betrie­ben dabei nicht nur die jun­gen Sän­ge­rin­nen und Sän­ger, son­dern auch die bei­den Instru­men­ta­lis­ten: Der vor­treff­li­che und gewitz­te Cem­ba­list Chris­ti­an Rie­ger und der uner­schüt­ter­li­che Michail Ury­vaev am Cel­lo, die den Bas­so con­ti­nuo nicht nur infor­miert, son­dern auch sehr inspi­riert umsetz­ten. Das alles zusam­men ergab dann fast so etwas wie ein idea­les Kon­zert: Ein arka­di­scher Genuss eben.
(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung)

suchmaschinen-wahnsinn

was man auf die­ser sei­te nicht alles fin­det … das hat­te ich selbst schon wie­der ver­ges­sen (aber bei inzwi­schen fast 500 bei­trä­gen ver­liert man all­mäh­lich den über­blick). aber dank des net­ten nut­zers, der vor­hin bei goog­le nach „selbst­be­frie­di­gung mit anwei­sun­gen“ gesucht hat (wie­so tut man das eigent­lich? selt­sa­me ideen habe die men­schen …) weiß ich jetzt wie­der, dass ich arturo san­d­oval mal ziem­lich ver­ris­sen habe. dafür dan­ke. bei einer such­an­fra­ge wie der dei­nen wirst du hier aber sicher nicht viel freu­de gehabt haben.

darjeeling castleton ftgfop1 f.f.cl

schon der rosi­ge duft die­ses wun­der­ba­ren dar­jee­lings aus dem hau­se kolod­ziej & lie­der ver­zau­bert, gleich beim ers­ten schnüf­feln nach dem auf­guss: dar­jee­lings, die so fein blu­mig duf­ten hat­te ich bis­her sel­ten in mei­ner kan­ne. er schmeckt auch ent­spre­chend: sehr voll, durch­aus auch recht kräf­tig (auch die tas­se ist eher dun­kel für einen first flush bei die­ser zube­rei­tung), aber eben sehr aus­ge­wo­gen und har­mo­nisch abge­stimmt. ich kann mich da der ein­schät­zung des ver­käu­fers da eigent­lich nur anschlie­ßen: „wun­der­bar!“

zube­rei­tung: 14 g tee für knapp 1,5 liter was­ser, ziem­lich genau 2 minu­ten zie­hen lassen.

china oolong qi lan dan cong

um es gleich zu sagen: ein außer­or­dent­li­cher spit­zen­tee ist das! er kommt aus der pro­vinz guang­dong, wo die tee­meis­te­rin yu hui tse­ng die­se mit­tel­stark oxi­dier­te vari­an­te des dan-cong-tees pro­du­ziert. dan-cong-tees sind eigent­lich tee­sor­ten, die nur von einem ein­zi­gen tee­baum geern­tet wer­den. für die­sen sehr groß­blätt­ri­gen tee hier wur­de eine gan­ze plan­ta­ge aus den spröß­lin­gen eines tee­baums ange­legt – etwas öko­no­mi­scher also ;-)

der tee ist aus­ge­spro­chen raf­fi­niert und zivi­li­siert: die far­be sehr unschein­bar, fast etwas blass (beim ers­ten auf­guss). schon der duft ver­rät aber den exqui­si­ten geschmack: eine sehr fruch­ti­ge wür­zig­keit prägt die­sen sehr erfri­schen­den tee, der durch den sanf­ten anklang von pfir­sich­ge­schmack bestimmt wird.

zu bezie­hen ist die­se spe­zia­li­tät beim tee­händ­ler mei­nes ver­trau­en, kolod­ziej & lie­der, der auch vie­le ande­re schö­ne oolong-tees im ange­bot führt.

zube­rei­tung: ca. 3,5 gramm tee für eine klei­ne sei­ten­griff-kan­ne mit etwa 200 ml was­ser bei 95 °C 20 sekun­den (!) zie­hen las­sen. der tee ver­trägt, ohne gro­ße ver­lus­te, locker fünf auf­güs­se (was den nicht gera­de nied­ri­gen preis auch wie­der relativiert).

skiurlaub 2009, #3

aller guten din­ge sind ja bekannt­lich drei. also habe ich mir in die­ser sai­son den luxus gegönnt, drei mal ski­fah­ren zu gehen. gut, das drit­te mal war etwas kurz und teil­wei­se spar­ta­nisch. aber luxus trotz­dem. nach den ers­ten bei­den trips ins zil­ler­tal und nach ser­faus ging es jetzt zum dies­jäh­ri­gen mono­ski-tref­fen – eigent­lich ein pflicht­ter­min. die­ses jahr auch im zil­ler­tal, aller­dings gleich im ers­ten „rich­ti­gen“ ski­ge­biet, dem hoch­zil­ler­tal. und zwar von kal­ten­bach aus. das hotel der ande­ren lag natür­lich weit jen­seits mei­ner finan­zi­el­len schmerz­gren­ze, aber ein zim­mer mit früh­stück konn­te ich pro­blem­los orga­ni­sie­ren. also fuhr ich am sams­tag gemüt­lich mit der bahn nach öster­reich. das war wirk­lich bequem: in mainz in den euro­ci­ty stei­gen, bis rosen­heim sit­zen blei­ben, noch ein­mal ein stück regio­nal­zug bis jen­bach und dann mit der zil­ler­tal­bahn bis nach kal­ten­bach – ein­fa­cher geht es kaum. und dank des lidl-tickets auch gar nicht teu­er. das war ja auch nötig, denn der ski­pass schlägt natür­lich immer gut zu: 133 euro kos­ten vier tage. dafür gilt er dann auch im gesam­ten zil­ler­tal – was ich ja über­haupt nicht woll­te. streng genom­men hät­te ich noch nicht ein­mal das gesam­te hochzillertal/​hochfügen benö­tigt, das tat­säch­li­che ski­fah­ren spiel­te sich an ganz weni­gen lif­ten ab …

aber schön der rei­he nach: am sams­tag abend dann gleich noch das ers­te tref­fen mit den zahl­rei­chen ande­ren mono­ski-begeis­ter­ten. dank der fran­zö­si­schen dele­ga­ti­on um jean-phil­ip­pe von duret waren wir die­ses mal über zwan­zig ver­rück­te. gut, vie­le ver­schwan­den in den nächs­ten tagen wie­der. aber trotz­dem, das war schon eine beacht­li­che trup­pe. am sonn­tag ging es dann natür­lich früh los: um halb neun habe ich den ers­ten ski­bus (fast vor der haus­tür) genom­men, der mich im nu zur tal­sta­ti­on der gon­del­bah­nen brach­te. dort hol­te mich die rea­li­tät dann erst­mal ein: der park­platz war schon ziem­lich voll für die frü­he mor­gen­stun­de. vor allem eine men­ge grup­pen stan­den da her­um. aber es soll­te dann im ski­ge­biet doch nicht so schlimm wer­den, die leu­te haben sich wohl ganz gut ver­teilt. schon oben traf ich den ers­ten ver­spreng­ten – die mas­se der mono­skier wür­den erst spä­ter mit den test­skis von duret oben ein­tref­fen. das war auch die haupt­be­schäf­ti­gung an den ers­ten bei­den tagen sozu­sa­gen: das hef­ti­ge aus­pro­bie­ren der ver­schie­de­nen ski­er. ver­bun­den natür­lich mit der übli­chen schrau­berei und kom­pli­zier­ten tausch­ak­tio­nen über meh­rer glie­der. irgend­wie hat­te aber immer jemand einen ski unter den füßen. und mehr ist ja nicht nötig, um glück­lich zu wer­den. zumal das wet­ter mit­spiel­te und uns neben reich­lich wun­der­ba­rem wei­chen, grif­fi­gen schnee auch eine men­ge son­ne bescher­te. ich selbst hielt mich mit dem tes­ten zurück – momen­tan steht eh’ kei­ne neu­an­schaf­fung an. der ers­te tag sieht dann auf dem dia­gramm so aus: skiline 22.3.2009. und abends war natür­lich – nach­dem ich zumin­dest eine klei­ne lauf­run­de gedreht hat­te – gemüt­li­ches bei­sam­men­sein im hotel ange­sagt. schließ­lich muss­ten die test­ski für den nächs­ten tag ver­teilt werden.

den mon­tag begann ich auf dem mono-cross, einem minia­tur-mono­ski mit extre­mer tail­lie­rung (und vor allem hyper­brei­ter schau­fel). ein ganz lus­ti­ges, net­tes gerät, bei dem mir (und nicht nur mir) aber nicht so ganz klar wur­de, wofür das gut sein soll. gut, man kann schon ein biss­chen car­ven damit – aber auch nur, wenn man in ziem­lich hef­ti­ger rück­la­ge unter­wegs ist, sonst stört die brei­te schau­fel. aber die kür­ze macht sich dann doch gera­de bei höhe­ren geschwin­dig­kei­ten, wie ich sie ger­ne fah­re, eher unan­ge­nehm bemerk­bar. irgend­wie hin­ter­ließ er mcih ein wenig rat­los. nach­mit­tags war ich dann auch noch kurz mit dem all-moun­tain 187 von duret unter­wegs, der mir auf der schau­fel aber ein wenig trä­ge war (die gro­ße flä­che vor den füßen, die er in die­ser län­ge hat, kommt mei­nem fahr­stil nicht ent­ge­gen. der 177 hat sich mir da bes­ser prä­sen­tiert). und zum schluss fuhr ich auch den esprit de glis­se noch ein wenig über pis­te und abseits davon. auch kein schlech­ter ski, sehr treu und spur­sta­bil. aber auch nix, was mich gleich begeis­tert hät­te. viel­leicht war ich aber auch inzwi­schen schon ein wenig müde (das merk­te ich gera­de bein den abfahr­ten beim schnee-express zwi­schen den bäu­men mit peter, franz und kal­le ziem­lich …). der mon­tag prä­sern­tiert sich dann so: skiline 23.3.2009. eigent­lich hät­te ich ja ger­ne auch noch den micro von ikso­nom aus­pro­biert, weil der so abso­lut unfahr­bar aus­sieht – aber ihm ist lei­der kurz vor der mit­tags­pau­se die bin­dung ange­ris­sen. er selbst fuhr dann zum schluss – und auch die tal­ab­fahrt – einen alten turm­mo­no – aber so ele­gant und gekonnt, als hät­te er nie etwas ande­res unter den füßen gehabt. und wer so ein ding mal gese­hen hat – ein nor­ma­ler, klas­si­scher ski mti einem gestell, auf dem so ca. 10 cm über dem ski bei­de füße neben­ein­an­der (wie bei einem „nor­ma­len“ mono) ste­hen – kann sich vor­stel­len, was das heißt …

diens­tag ver­rin­ger­te sich die grup­pen­grö­ße dann deut­lich. die fran­zo­sen waren nicht mehr da, auch sonst fehl­ten inzwi­schen eini­ge. das mach­te aber immer­hin die koor­di­na­ti­on zwi­schen den fah­rern ein­fa­cher … über nacht hat­te es oben im ski­ge­biet ca. 10–15 cm geschneit. und das bedeu­tet natür­lich, das wir wie­der in die hän­ge der neben pis­te muss­ten – schließ­lich waren jetzt alle spu­ren der vor­ta­ge weg. und ein gera­de in den obe­ren lagen hef­ti­ger wind sorg­te dafür, dass das auch immer wie­der wie frisch gepu­dert aus­sah (naja, fast immer­hin). mit der übung der letz­ten tage ging das auch mit mei­nem eige­nen ski, der ja kein spe­zia­list für so etwas ist, ziem­lich gut. und es mach­te ein­fach wahn­sin­ni­gen spaß, so weich und locker durch den schnee zu glei­ten – einen spaß, den ich so beim ski­fah­ren sel­ten erlebt hat. das gran­dio­se wet­ter – die früh­mor­gens noch her­um­hän­gen­den wol­ken hat­te der wind schnell ver­trie­ben – nut­zen wir auch gleich noch für eini­ge video-auf­nah­men im tief­schnee. und da muss­te ich natür­lich gleich mal einen spek­ta­ku­lä­ren sturz zei­gen. aus­ge­löst durch das ver­gra­ben mei­ner schau­fel über­schlug ich mich sehr foto­gen, bei­de bin­dun­gen lös­ten aus und der tt ham­mer hing nur am sicher­heits­gurt (und schlug mir ein wenig gegen die bei­ne, was für ein paar klei­ne­re prel­lun­gen sorg­te). das ein­stei­gen im tief­schnee am nicht gera­de fla­chen hang dau­er­te dann ein biss­chen, vor allem weil peter mir mei­nen ski, gera­de als ich ihn schön bereit gelegt hat­te, noch ein­mal einstaubte …
pünk­licht zur mit­tags­pau­se ver­schlech­ter­te sich das wet­ter zuse­hends, nach­mit­tags schnei­te es und war vor allem auf­grund der tief­lie­gen­den wol­ken sehr nebe­lig. da wir kei­ne bess­se­rung sahen und nichts geschei­tes mehr zum fah­ren fan­den, mach­ten wir früh schluss – immer­hin hat­ten wir einen gran­dio­sen vor­mit­tag gehabt: skiline 24.3.2009. dafür bin ich dann zum aus­gleich etwas mehr gelau­fen (wie­der teil­wei­se trail hoch­zil­ler­tal, den ich am mon­tag kom­plett (inklu­si­ve klet­ter­par­tie über die pis­te der tal­ab­fahrt) gelau­fen war.)

der mitt­woch. schon wie­der der letz­te tag des urlaubs. und noch ein­mal neu­schnee, dies­mal aller­dings erheb­lich mehr als am diens­tag – so um die 50 cm dürf­ten es zumin­dest stel­len­wei­se gewe­sen sein. dafür war der schnee jetzt aber schwe­rer und etwas nas­ser als am diens­tag – und dadurch auch wie­der ganz anders zu fah­ren. wir waren wie­eder vor­wie­gend am neu­hüt­ten­lift unter­wegs – die hän­ge unter und neben dem lift waren ein­fach zu ver­lo­ckend. und sie boten den gesam­ten vor­mit­tag genü­gend mög­lich­kei­ten, frei stel­le zu fin­den. so sind wir ein­fach immer hoch und gleich wie­der run­ter (mit eini­gen kur­zen video-inter­mez­zi) gebret­tert. und wie­der wie am diens­tag kam es auch mitt­wochs nach­mit­tags zu einer deut­li­chen wet­ter­ver­schlech­te­rung – die sicht wur­de aller­dings nicht ganz so schlecht wie am diens­tag. inzwi­schen waren wir aber so ziem­lich alle müde in den bei­nen – auch auf der pis­te war es anstren­gend, der vie­le lose, recht schwe­re schnee (trotz der not­prä­pa­ra­ti­on am mor­gen, die eini­ge lif­te erst ver­zö­ger star­ten ließ), der sich zu hau­fen türm­te, sorg­te für ordent­li­che anst­re­gun­gen beim abfah­ren – mehr als im tief­schnee … nach drei abfahr­ten bis zur mit­tel­sta­ti­on waren kal­le, eve­lyn und ich dann so fer­tig, dass wir es gut sein lie­ßen und noch ein wenig in der wedel­stu­be den tag bzw. urlaub aus­klin­gen ließen: skiline 25.3.2009

ich hol­te dann mein gepäck, lief zum bahn­hof, ver­sorg­te mich dabei noch schnell im super­markt und mach­te mich auf den heim­weg. super­pünkt­lich spuck­te mich der ice dann um 0:44 in mainz aus – zuhau­se bin ich dann nur noch ein­fach müde ins bett gefal­len (immer­hin war ich schon kurz nach sechs auf­ge­stan­den, weil ich vor dem früh­stück gelau­fen bin – danach war ja den gan­zen tag kei­ne zeit mehr), das aus­pa­cken ver­schob ich auf den nächs­ten tag. also ein tol­ler urlaub beim mono­ski­tref­fen wie­der ein­mal, bei dem ich eini­ges gelernt habe, vor allem abseits der pis­ten. und natür­lich auch und vor allem viel spaß mit den ande­ren „ver­rück­ten“ gehabt, mit dem aus­tausch und der fach­sim­pe­lei über tech­nik und material …

ergän­zung: hier gibt es ein klei­nes video von mir im tief­schnee (inklu­si­ve sturz …)

blase – einmal anders …

man lernt ja nie aus beim laufen.
ges­tern habe ich es tat­säch­lich mal wie­der geschafft, mir eine bla­se zu lau­fen. aber was für eine: am lin­ken hand­ge­lenk. bis auf’s blut. schuld war selt­sa­mer­wei­se der forerun­ner. obwohl der seit ziem­lich genau einem jahr jeden tag dort sitzt. aber heu­te hat ihn wohl irgend etwas gestört. wahr­schein­lich war er gelang­weilt, weil ich die gan­ze zeit im hoch­schul­sta­di­on im kreis gelau­fen bin ;-). jeden­falls hat er sich bit­ter gerächt und mich wund gescheu­ert. irgend­wie ziem­lich blö­de, eine bla­se an die­ser stel­le. vor allem glaubt mir das eh’ wie­der kei­ner, dass die vom lau­fen kommt. oder ich wer­de end­gül­tig zum irren abgestempelt.

„was machte ich …

… mit dem gel­de, wenn ich nicht bücher kaufte?“—gotthold eph­ra­mim les­sing an nico­lais frau

„ich war technisch …

… in der lage und hat­te kei­ne gegen­ar­gu­men­te, und so bin ich free­jazz-schlag­zeu­ger gewor­den.“ —jaki lie­be­zeit, jazzt­hing 1/​2009

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