… dem vergnügen der ausführenden dient, den verdacht habe ich öfters…“—r. dittmann, bad alchemy 60, 89
… es ist nicht heiliges, was nicht entheiligt, nicht zum ärmlichen behelf herabgewürdigt ist bei diesem volk, und was selbst unter wilden göttlichrein sich meist erhält, das treiben diese allberechnenden barbaren, wie man so ein handwerk treibt, und können es nicht anders, denn wo einmal ein menschlich wesen abgerichtet ist, da dient es seinem zwik, da sucht es seinen nuzen, es schwärmt nicht mehr, bewahre gott! es bleibt gesezt, und wenn es feiert und wenn es liebt und wenn es betet und selber, wenn des frühlings hohes fest, wenn die versöhnungszeit der welt die sorgen alle löst, und unschuld zaubert in ein schuldig herz, wenn von der sonne warmem strale berauscht, der sclave seine ketten froh vergisst und von der gottbeseelten luft besänftiget, die menschenfeinde friedlich, wie die kinder, sind—wenn selbst die raupe sich beflügelt und die biene schwärmt, so bleibt der deutsche doch in seinem fach’ und kümmert sich nicht viel ums wetter!“—friedrich hölderlin, hyperion oder der eremit in griechenland (2. buch), 114
… mit mühe zu worten. man spricht wohl gerne, man plaudert, wie die vögel, so lange die welt, wie mailuft, einen anweht; aber zwischne mittag und abend kann es anders werden, und was ist verloren am ende?“—friedrich hölderlin, hyperion oder der eremit in griechenland (2. buch), 47
… der weiss nicht, was er sündigt, der den Staat zur Sittenschule machen will. Immerhin hat das dne Staat zur Hölle gemacht, dass ihn der Mensch zu seinem Himmel machen wollte.“—friedrich hölderlin, hyperion oder der eremit in griechenland, 53
… den uns erfahrung giebt, dass wir nichts treffliches uns denken, ohne sein ungestaltes gegentheil.“—friedrich hölderlin, hyperion oder der eremit in griechenland, 17
diesmal ging es zwar wieder nach tiro, aber nach serfaus. für mich eine neue erfahrung – in diesem skigebiet war ich vorher noch nie. aber es war bestimmt nicht das letzte mal. zwar ist der ort ziemlich teuer – vor allem die unterkünfte kosten eine menge geld – aber das skigebiet ist große klasse. schöne, eher schmale pisten. eine schöne gegend. wunderbare verbindungen zwischen den teilen (also vor allem zwischen serfaus, fiss und ladis, aber auch innerhalb des recht ausgedehnten serfauser teils).
die anreise am samstag war allerdings eher mühsam. die autobahnen waren in deutschland natürlich wieder sehr voll, der übliche reiseverkehr mit den üblichen staus – etwa vor & am albanstieg – eben. und der fernpass war auch so voll, dass es nur noch im stop und go hoch und wieder runter ging. in imst suchten wir vergeblich den hofer, um unsere lebensmittelvorräte für die woche zu ergänzen, bis joachim auf die idee kam, dass der in landeck doch viel praktischer liegt … den hatten wir dann tatsächlich schnell gefunden und die autos noch ein wenig voller geladen. ab dort ging es dann weiter ins inntal hinauf, bis zum abzweig nach serfaus. die straße führt dann am talhang in 12 (durchnummerierten) kehren auf kurze strecke fast 1000 höhenmeter hinauf auf das terassenplateau, auf dem serfaus, fiss und ladis (in umgekehrter reihenfolge) liegen – mit prächtigem ausblick über das tal. in serfaus war gerade ziemlich viel betrieb – die skifahrer kamen von der piste zurück, die letzten urlauber verschwanden, neue kamen … unsere unterkunft fanden wir sofort, sie lag ja auch super zentral am kirchplatz. und damit direkt an der u‑bahn-station. denn so verrückt es klingt, serfaus hat eine miniatur-u-bahn unter der hauptstraße, die vom großen parkplatz am ortseingang über zwei stationen zur seilbahn-talstation am anderen dorfende führt – eine wunderbar praktische und schnelle möglichkeit, morgens ins skigebiet zu kommen und abends zurück. aber auf dem rückweg war sie nur bedingt nötig, weil man eine talabfahrt problemlos bis zur dorfmitte verlängern konnte und dann nur noch wenige meter zu gehen hatte. laufen musste ich an diesem tag nicht mehr, das hatte ich morgens in darmstadt erledigt, um für den ersten skitag am sonntag so ausgeruht wie möglich zu sein ;-).
der erste tag auf der piste also. es sollte einiges passieren … wir schafften es trotz kartenkauf etc., ziemlich genau um 9 uhr in die erste gondelbahn einzusteigen. schnell orientierten wir uns in richtung pezidbahn. dort gibt es zwei sehr schöne und teilweise ordentlich steile schwarze pisten. bei herrlichstem wetter – viel sonne vor allem – stürzten wir uns also mehr oder weniger schnell die pisten hinunter. und ich zusammen mit markus und heike, die schon samstags in serfaus unterwegs gewesen waren, auch in die unpräparierten hänge neben der piste. das ging vom ersten moment an erstaunlich gut und machte eine menge spaß – so langsam werde ich mit dem mono auch dort immer sicherer. ich tummelte mich gerade dort, etwas abseits, als joachim scheinbar unfreiwillig beschloss, den geschwindigkeitsrekord auf der pezidabfahrt zu brechen. bei einer welle kam er dann ordentlich ins fliegen, hatte nach der landung enormen speed. und beim nächsten bogen zerfetzte es ihn dann. oder besser gesagt: seine bindung. und zwar so ziemlich total: an beiden skiern waren nur noch trümmer übrig – die eine fersenback fehlte komplett, das vordere gehäuse an mehreren stellen gebrochen. und am anderen ski hatte sich der vordere bindungsteil komplett vom ski gelöst – die kunststoffverbindung war gebrochen. so etwas habe ich noch nie gesehen … ihm selbst ist dabei zum glück nichts passiert und nach einigem hin und her glitten thorsten und er auf jeweils einem ski zur talstation der pezidbahn hinunter. dort wurde er dann von einem skibob abgeholt – ohne skier kommt man von dort nämlich eigentlich nicht weg. und der nächste verleih war an der mittelstation der komperdell-lazid-bahn … ansonsten war der sonntag aber ein wunderbarer skitag. der schnee war griffig, die pisten präpariert, das wetter gut – wie meist in dieser woche eher warm, eigentlich nie unter 0 °C.
auch der montag bot eher wenig überraschungen. wir erkundeten weiter das skigebiet, fanden noch eine schöne variante zwischen pezid und arrezjoch. die carver schossen sich schon ein wenig auf die pisten am plansegg ein – da bot sich ein schönes spielfeld für sie. der dienstag zeigte sich dann mit deutlich wechselhafterem wetter. nachdem es den ganzen tag bewölkt und leicht nebelig war, setzte gegen mittag noch recht ordentlicher schneefall ein, der uns dann schon recht früh, gegen 14 uhr, von der piste nach hause trieb. das bot mir immerhin gelegenheit, mal etwas mehr zeit zum laufen zu haben. die ersten beiden tage war da noch nicht viel bei herumgekommen – ich suchte noch passende wege und versuchte mich an die steilen hänge zu gewöhnen. am dienstag brachte ich dann immerhin knapp 10 kilometer zusammen. und fand einige schöne stellen. es macht nämlich trotz der anstrengung und selbst bei vergleichsweise schlechtem wetter eine menge spaß, in verschneiten bergen und wälder zu laufen – so lange man wege hat, die planiert wurden und man nicht durch tiefschnee stapfen muss. das propierte ich für ziemlich genau fünf schritte – jeweils inklusive einsinken im schnee bis fast an den schritt: das war dermaßen erschöpfend, dass ich schnell wieder halbwegs festen boden unter den füßen suchte.
der mittwoch bescherte uns dann schon wieder ganz anderes wetter: föhn war angesagt. und der brachte ziemlich starke winde mit sich, so dass vor allem vormittags der seilbahn- und liftbetrieb doch einiges eingeschränkt wurde. aber ein gutes hatten die kräftigen winde: sie bliesen die wolken hinweg. morgens war alles noch ziemlich verhangen. aber spätestens ab mittag überwog wieder der blaue himmel und die strahlende sonne. das machte dann so viel spaß, dass wir bis zum endgültigen schluss der lifte auf den pisten blieben und deshalb erst nach 16 uhr auf die talabfahrt kamen. da konnte der donnerstag dann überhaupt nicht mithalten: wieder war das wetter verändert. allerdings nicht zum besten. denn dicker und ziemlich beständiger nebel hing in den bergen. wenn man glück hatte, war man zur richtigen zeit am richtigen ort und konnte kurze, minimale auflockerungen genießen. da aber die wolkendecke insgesamt ausgesprochen niedrig hing, war die sicht durch das extrem diffuse licht ausgesprochen gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen schlecht. dazwischen kam immer wieder leichter schneefall, der sich zum abend hin noch verstärkte. die pisten waren zwar in sehr gutem zustand und es war ziemlich wenig betrieb, aber aufgrund der eingeschränkten sicht war das fahren doch recht anstrengend. auch am freitag blieb uns der nebel und der schneefall weitgehend erhalten. trotzdem war auf den pisten noch eine menge spaß zu haben. und auch auf der einen skiroute, die ich dann doch noch gefahren bin, der schleifplattenroute an der oberen scheidbahn. die war zwar im obersten stück nicht nur sakrisch steil, sondern auch sehr unangenehm ungleichmäßig verbuckelt. da verlor ich dann endgültig noch einen teller meiner skistöcke, die eh schon stark in mitleidenschaft gezogen waren. und ohne teller macht das fahren abseits der piste doch erstaunlich wenig spaß ;-). aber die schwarzen pisten waren noch ziemlich gut zu fahren, vor allem die an der oberen scheidbahn und am pezid. und auch die waldabfahrt vom alpkopf hinunter hatte noch ihren reiz. zwar war die rote piste ziemlich zerfahren. aber am rand blieben so anderhalb meter, wo sich der schöne lose und weiche schnee sammelte – da stürzte ich mich noch einige male herab. aber irgendwann – leider schon vor 16 uhr – waren meine oberschenkel dann einfach hinüber. das viele fahren auf schweren, steilen pisten und die nicht gerade leichten laufstrecken machten sich bemerkbar. zur krönung verlängerte ich meine laufrunde dann am freitag auch zu einer richtigen runde auf über 11 kilometer: über den beutelkopfweg zur bergstation des sunliners, von dort über den panorama-genuss-wanderweg hinüber zum komperdell und nach einigen stücken skipiste quer zum hang zurück nach serfaus – mit abstand die schönste strecke der woche, herrliche ausblicke trotz mittelprächtigen schneefalls …
die heimreise verlief dann eher unspektakulär – da wir relativ früh starteten, waren wir zwar im dichten verkehr und schneefall unterwegs, blieben aber wenigstens von größeren staus verschont. und schon wieder war eine woche skifahren vorüber …
fotos habe ich natürlich doch wieder nur sehr wenige gemacht – das auspacken etc. ist immer zu umständlich … aber ein paar sind hier immerhin:
Mutig ist es, was der Bosse-Verlag macht: Seine neue Reihe „Bosse Hits a‑cappella“ gleich mit Rammsteins „Engel“ zu eröffnen. Denn vielen ist Rammstein in Deutschland (im Ausland übrigens im Grunde gar nicht) immer noch ein Ärgernis. „Engel“ ist aber sicherlich eines der unverfänglichsten Lieder. Und zugleich einer der großen Erfolge der umstrittenen Band, der Durchbruch in die größere Öffentlichkeit vor über zehn Jahren.
Was der Bosse-Verlag nun vorlegt, ist aber nicht so sehr eine a‑cappella-Version des Rammstein-Songs, sondern eine noch einmal bearbeitete Version – für gemischten Chor sowie Frauenchor/Männerchor – des Maybebop-Arrangements. Und das Quartett verkehrt die „Neue Deutsche Härte“ des Originals ins ziemlich genau Gegenteil – eine weiche, schmusige Ballade haben sie daraus gemacht. Mit einem recht raffinierten, sehr ökonomischen Arrangement. Das findet sich auch in den vorliegenden Sätzen so wieder – die halten sich nämlich sehr genau ans Maybebop-Original, nur minimale Anpassungen an die verschiedenen Besetzungen hat Oliver Gies noch vorgenommen.
Ein schönes Beispiel ist dieser Satz zugleich, wie sehr eine Bearbeitung den Charakter eines Stückes verändern kann: Die Noten „stimmen“ eigentlich noch ziemlich genau mit der Musik von Rammstein überein. Aber die Reduktion auf vier menschliche Stimmen und die Veränderung der Struktur tun einiges, dem Engelslied jede Härte zu nehmen – damit aber auch viel von seinem eigentlichen Reiz. Jedenfalls ist es ein gut singbares Arrangement, das zwar technisch schon versierte Sänger fordert (etwa beim Zwischenspiel in klassischer Imitationstechnik, eine echte Maybebop-Zutat und ‑Spezialität), sonst aber zurückhaltend bleibt. Und es lässt den Interpreten wiederum einigen Raum – man muss das nicht unbedingt so wie Maybebop singen. Dass ist das große Plus dieser Ausgabe und ihre Aufgabe an Chöre und Ensembles: Einen eigenen Weg zwischen Rammstein und Maybebop zu finden.
Rammstein: Engel. Arrangement: Maybebop/Oliver Gies. Gustav Bosse Verlag 2008. (Bosse Hits a cappella, hrsg. von Stefan Kalmer). Gemischter Chor: BE 721, Frauenchor: Be 722, Männerchor: BE 723. 7 Seiten, 3,50 Euro.
(geschrieben für die neue chorzeit)
Nicht alle Händel-Einspielungen, die jetzt erscheinen, verdanken ihre Entstehung dem Jubiläum des Komponisten. Der Maulbronner Kammerchor und sein Leiter Jürgen Budday etwa beschäftigen sich schon länger und sehr erfolgreich mit den großen Oratorien des Meisters. Und seit zehn Jahren werden ihre Aufführungen von K&K mitgeschnitten. Aus diesem reichhaltigen Material hat das Label nun, zur Feier des doppelten Jubiläums sozusagen, eine Auswahl unter dem Titel „The Power of Händel“ zusammengestellt. Die etwas reißerische Vermarktung verzeiht man gerne – denn „outstanding“ sind sie wirklich, diese ausgewählten Soli und Chöre. Und „Power of Händel“ heißt das ganze Unternehmen zu recht. Denn was immer wieder sofort auffällt, ist die immense Kraft, die Budday und seine Mitstreiter in der Musik zum Leben erwecken. Das liegt beileibe nicht nur an den fast durchweg zügig bis rasanten Tempi. Eine Freude ist es aber schon, zu hören, wie präzise der Maulbronner Kammerchor auch bei hohem Tempo bleibt, wie rasch die Sänger – immerhin keine Profis! – reagieren und wie wendig sie in Klang und Ausdruck bleiben.
Klarheit, Prägnanz und pointierte Ausdrucksstärke gehen eine ausgesprochen fruchtbare Allianz ein. Und dass hier federnd und spritzig gesungen wird – mit Freude und Esprit aller Beteiligten – das hört man eben in fast jedem Moment. Und man hört es gerne, zumal auch die Aufnahme atmosphärisch gelungen ist.
The Power of Händel. Best of his glorious Oratorios. Solisten, Maulbronner Kammerchor, Jürgen Budday. KuK 44, 2008.
(geschrieben für die neue chorzeit)
es ist ja schon fast pervers und eigentlich überhaupt nicht der sinn der sache – aber die beste und vernünftigste politik scheint in deutschland im moment tatsächlich das bundesverfassungsgericht zu machen. jetzt hat es geurteilt, dass die bei der bundestagswahl 2005 eingesetzten wahlcomuputer verfassungswidrig waren. da hätten die politiker in regierung und bundestag auch selbst drauf kommen können …

