»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Sonntagsausfahrt

Am Sonn­tag­nach­mit­tag war ich noch kurz mit dem Lie­ge­rad im Oden­wald unter­wegs. Dass es der Oden­wald war, sieht man sofort am Geschwindigkeitsdiagramm:

Tempodiagramm

Tem­po­dia­gramm

Auf­grund des Wet­ters wur­de es kei­ne beson­ders lan­ge Aus­fahrt. Dabei hat­te es ganz gut ange­fan­gen: Von Erbach aus über Erbuch nach Bull­au hinauf—fast die gan­ze Zeit hat­te ich zwei Renn­rad­ler im Blick­feld vor mir, mal etwas näher, dann wie­der etwas wei­ter weg. Aber die hat­ten es ganz offen­bar nicht beson­ders eilig, sonst hät­te sie mich bei den Berg­auf­fahr­ten eigent­lich locker abhän­gen kön­nen und sol­len. Kurz vor Bull­au haben sie es dann geschafft—da war ich schon etwas aus­ge­powert und fuhr eine Wei­le in einem sub­op­ti­ma­len Gang …

Von Bull­au bin ich dann durch den Wald am Bullau­er Bild hin­über zum Würz­ber­ger Jägertor—das war eine aben­teu­er­li­che Sache. Das ist zwar ein offi­zi­el­ler Rad­weg. Aber mit einem Fahr­rad kaum ver­nünf­tig zu befah­ren, zumin­dest nicht in einem halb­wegs ordent­li­chen Tem­po. Drei Voll­brem­sun­gen mit ein­mal bei­de Füße auf den Boden habe ich gebraucht: Wenn die­ser Weg nicht total hän­gend nach allen Sei­ten ist, dass man kaum einen Pfad zum Fah­ren fin­det, ist er mit Schlag­lö­chern über­setzt. Und die Schlag­lö­cher sind hier rich­ti­ge Gru­ben, in denen ich pro­blem­los mein Hin­ter­rad ver­sen­ken hät­te können—nur wäre ich dann wohl nciht mehr hin­aus­ge­kom­men. Zum Glück hat es aber immer noch gera­de so geklappt. Nur die bei­den älte­ren Damen kurz vor Würz­berg waren dann total über­rascht, als ich von hin­ten anrauschte—obwohl ich kräf­tig (soweit das ging …) klin­gel­te und mein Rad auf der schlech­ten Schot­ter­pis­te ganz schön schepperte …

Kaum war ich wie­der auf asphal­tier­ten Wegen, fing es dann an zu regnen—und zwar ziem­lich kräf­tig. Am Abzweig zur Man­gels­bach habe ich dann sozu­sa­gen die Not­brem­se gezo­gen und mich erst ein­mal eine knap­pe hal­be Stun­de in die Bus­hal­te­stel­le ver­krü­melt. Denn als nächs­tes stand die Abfahr über die B47 nach Michel­stadt hin­un­ter auf dem Plan—und die ist selbst bei guten Ver­hält­nis­sen anstren­gend: Schnell, eini­ge enge Kurven—und vor allem viel Ver­kehr. Zum Glück hat es dann irgend­wann deut­lich nach­ge­las­sen, mei­ne Geduld war näm­lich längst am Ende. Also zog ich mei­ne Jacke über und habe es gewagt. Die Abfahrt war dann stel­len­wei­se heikel—oder kam mir zumin­dest so vor. Mit knapp 60 km/​h auf regen­nas­ser Fahr­bahn, teil­wei­se noch von den Autos ein­ge­ne­belt: Das war für mei­ne beschei­de­nen Fahr­küns­te grenz­wer­tig. Es hat aber alles geklappt, ich bin heil und glück­lich unten ange­kom­men und war ja dann auch kurz dar­auf schon wie­der zu Hau­se. Aber die dunk­len Wol­ken am Him­mel hat­ten mir die Lust auf die eigent­lich geplan­te wei­te­re Schlei­fe ausgetrieben …

Kürbis-Ausleger

Ausleger

Die­se Kür­bis­pflan­ze hat noch viel vor:

Kürbis-Ausleger

Kür­bis-Aus­le­ger

Der Platz im Beet reicht ihr schon eine Wei­le nicht mehr aus. Aber wofür ist denn der Rasen neben­an auch schon gut, wenn nicht als Platz für einen schö­nen Ausleger?
Kürbispflanze

Kür­bis­pflan­ze

Spiegelgasse

… ein geschichts­träch­ti­ges Pflas­ter in Zürich: In der Haus­num­mer 12 wohn­te Georg Büch­ner in den letz­ten Mona­ten bis zu sei­nem Tod 1837:

Büch­ners Haus­num­mer in Zürich

Und neben­an knapp hun­dert Jah­re spä­ter Lenin:
Spiegelgasse 14 - Lenins Wohnung in Zürich

Spie­gel­gas­se 14 – Lenins Woh­nung in Zürich

Und jetzt sin­gen die Ein­stür­zen­den Neu­bau­ten davon, im wun­der­ba­ren „Let’s do it a dada“ auf „Alles wie­der offen“:

Ich spiel­te Schach mit Lenin
Zürich, Spiegelgasse
Ich kann­te Joli­fan­to höchstpersönlich
hab mit dem Urtext selbst ein­mal gebadet
Ich spiel­te mit Anna
Ich spiel­te mit Hannah
Ich weiss wo der Kirch­turm steht
Ich reich­te ihr das Küchenmesser
Ich koch­te ihr den Leim

und zum Nachhören:


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(ange­regt vom Adress­comp­toir)

Ins Netz gegangen (19.8.)

Ins Netz gegan­gen am 19.8.:

  • Inter­na­tio­na­les Olym­pi­sches Komi­tee: Der ent­mün­dig­te Ath­let ist das Ziel | ZEIT ONLINE – Ich wer­de wohl mei­nen Boy­kott des Unter­neh­mens „Spit­zen­sport“ fort­set­zen müs­sen. Und wahr­schein­lich wer­den die Zei­tun­gen auch nächs­tes Jahr wie­der auf der Titel­sei­te über irgend­ei­ne Gold­me­dail­le berich­ten anstatt über z.B. den Beginn eines Bür­ger­krie­ges wie jetzt in Ägypten.

    In den USA und Groß­bri­tan­ni­en zieht man eine Par­al­le­le, die für deut­sche Betrach­tun­gen zu den Spie­len des 21. Jahr­hun­derts wohl eher als ver­min­tes Gelän­de gilt: die zu Olym­pia 1936 und dem geschei­ter­ten Pro­test gegen die Dis­kri­mi­nie­rung der Juden. Das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Régime, wird da nüch­tern fest­ge­stellt, habe dem IOC mehr Zuge­ständ­nis­se gemacht als Mos­kau heute. 

    In min­des­tens einer Hin­sicht ist der Ver­gleich ange­bracht: Die Pro­pa­gan­da­büh­ne, die das IOC 1936 den Natio­nal­so­zia­lis­ten berei­tet hat, war kein Betriebs­un­fall. Der Pri­vat­zir­kel der Sport­füh­rer von heu­te unter­schei­det sich nicht von dem der Alt­vor­de­ren. Es bie­tet sich an, sol­che Über­le­gun­gen ein­zu­be­zie­hen, bevor man deut­sche Ver­tre­ter im Olymp mit Elo­gen bedenkt.

  • Jour­na­list Green­wald: Ein­schüch­te­rung statt Auf­klä­rung in der NSA-Affä­re | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ zur Frei­heits­be­rau­bung & Befragund David Mirandas:

    Die­se kal­te Will­kür und die Nei­gung zur Sip­pen­haft, bei der Fami­li­en­mit­glie­der, Lebens­ge­fähr­ten oder enge Freun­de bedroht wer­den, um miss­lie­bi­ge Jour­na­lis­ten mund­tot zu machen, las­sen an Dik­ta­tu­ren denken.

  • “Es blei­ben lei­der lee­re, bedeu­tungs­lo­se Wor­te” » Stö­rungs­mel­der – Das Stö­rungs­mel­der-Blog der „Zeit“ zu Mer­kels Auf­ruf zum zivil­cou­ra­gier­ten Kampf gegen Rechtsextremismus:

    Wenn Mer­kel es ernst meint mit dem Kampf gegen den Rechts­extre­mis­mus in ganz Euro­pa und dem Auf­ruf zu mehr Zivil­cou­ra­ge, dann ist die Bun­des­re­gie­rung zunächst ein­mal gefragt, der akti­ven Zivil­ge­sell­schaft – die die bedeu­tends­te Rol­le im Kampf gegen Rechts ein­nimmt – die Stei­ne aus dem Weg zu räu­men und sie end­lich effek­tiv, ohne Gene­ral­ver­dacht, zu för­dern. Das wäre ein ers­ter Schritt – neben vie­len wei­te­ren natür­lich. Erst wenn sich in die­se Rich­tung etwas bewegt, kann man anfan­gen, die Wor­te von Ange­la Mer­kel ernst zu nehmen.

Mit aller Gewalt: Posaunen und Schlagzeug beenden den Musiksommer

… zumin­dest den Main­zer Musik­som­mer. Lei­der konn­te ich mich nur teil­wei­se für das Abschluss­kon­zert des dies­jäh­ri­gen Fes­ti­vals erwärmen: 

Der Titel war ein biss­chen geschum­melt: „Von Bach bis Bern­stein“ war das Abschluss­kon­zert des dies­jäh­ri­gen Main­zer Musik­som­mers über­schrie­ben. Aber die vier Män­ner von Per­cus­sion Posau­ne Leip­zig hat­ten sich für ihr Kon­zert im Kreuz­gang von St. Ste­phan viel mehr vor­ge­nom­men: Von eng­li­schen Madri­ga­len des 16. Jahr­hun­derts bis zu zeit­ge­nös­si­schen Kom­po­si­tio­nen umfass­te ihr Pro­gramm fast die ganz euro­päi­sche Musik­ge­schich­te. Und das mit drei Posau­nen und einem Schlag­zeug – wahr­lich ein Kraftakt.

Aber Bach und Bern­stein waren auch dabei, an die­sem lau­en Som­mer­abend. Und es waren nicht die schlech­tes­ten Tei­le eines sehr durch­wach­se­nen Kon­zer­tes, die sich direkt auf den Titel bezo­gen. Von Bach zum Bei­spiel hät­te man ger­ne noch mehr gehört: Das E‑Dur-Prä­lu­di­um aus dem zwei­ten Band des Wohl­tem­pe­riertn Kla­viers näm­lich wirk­te auch mit der völ­lig Bach-frem­den Beset­zung der drei Posau­nen ganz aus­ge­zeich­net: Als span­nen­de Klang­schön­heit, die sich im Kreuz­gang dank des beseel­ten Spiels der drei Posau­nis­ten sehr atmo­sphä­risch ent­fal­ten konn­te. Scha­de, dass sie es bei dem einen Prä­lu­di­um belie­ßen – so hät­te man ger­ne mehr gehört, und wenn es nur die dazu­ge­hö­ri­ge Fuge gewe­sen wäre, die lei­der vier Stim­men erfor­dert. Aber dafür war in ihrem Pro­gramm kein Platz – denn Per­cus­sion Posau­ne Leip­zig hat­te etwas ande­res vor: Sie woll­ten nett und unter­halt­sam sein, sie woll­ten lie­ber an der Gren­ze zwi­schen leich­ter Klas­sik, Pop und Jazz musi­zie­ren. Das mach­ten sie schon von Anfang an klar: Die berühm­ten Eröff­nungs­tak­te von Richard Strauss’ „Also sprach Zara­thus­tra“ ver­wan­del­ten sich naht­los in ein mit­rei­ßen­des Arran­ge­ment von Duke Elling­tons fast genau­so berühm­ten „Cara­van“.

Lei­der blieb nicht alles auf die­sem Niveau. Die Choral­fan­ta­sie ihres Leip­zi­ger Posau­nen­kol­le­gen Hen­ry Walt­her über „Lobet den Her­ren alle, die ihn ehren“ bot immer­hin – trotz des erstaun­lich schlapp gespiel­ten Cho­rals – eini­ge fet­zi­ge Pas­sa­gen in den zuneh­mend stär­ker ange­jazz­ten Varia­tio­nen. Auch der Beginn des zwei­ten Pro­gramm­teils, die „Haba­ne­ra“ aus Bizets „Car­men“, bot dem Quar­tett – wie­der­um in leicht ange­jazz­ter Ver­si­on – die Mög­lich­keit, spie­le­risch ihr Kön­nen zu zei­gen. Vor allem in dem sich dar­aus ent­wi­ckeln­den Solo, das zwi­schen­durch auf ein­mal beim durch Sina­tra berühmt gewor­de­nen My Way“ gas­tier­te und dann, in der Zusam­men­ar­beit mit der elek­tro­ni­schen Unter­stüt­zung der Loop­ma­schi­ne, treff­lich demons­trier­te, das man als Posau­nist gar nicht so viel Metall braucht, um Musik zu machen: Stück für Stück ent­le­dig­te sich der Musi­ker Tei­le sei­ner Posau­ne: Zuerst fiel der Schall­trich­ter weg, dann der Zug, bis nur noch das Mund­stück übrig war – und selbst das braucht so ein ech­ter Posau­nist eigent­lich gar nicht. Dann war er zwar nur noch Sän­ger, klang aber immer noch fast wie eine Posaune.
Dazwi­schen war aller­dings auch eini­ges plat­tes, wit­zig gemein­tes, aber nicht sehr amü­san­tes zu hören – und zwei über­lan­ge, musi­ka­lisch lei­der belang­lo­se Schlag­zeug­so­li von Wolf­ram Dix. Immer­hin bot Per­cus­sion Posau­ne Leip­zig zum Abschluss noch die High­lights aus Leo­nard Bern­steins „West Side Sto­ry“. Das geschick­te und effekt­vol­le Arran­ge­ment von Wer­ner Pfül­ler ließ die Musi­cal­hits nicht nur erken­nen, sie klan­gen sogar rich­tig gut und boten so einen fro­hen und ver­söhn­li­chen Schluss.

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zeitung.)

Aus-Lese #11

Niklas Luh­mann: Ver­trau­en. Ein Mecha­nis­mus der Reduk­ti­on sozia­ler Kom­ple­xi­tät. 4. Auf­la­ge. Stutt­gart: Luci­us & Luci­us 2000. 140 Seiten.

Ver­trau­en – von Luh­mann als (not­wen­di­ger) Vor­gang in kom­ple­xen Sys­te­men auf­ge­fasst, der dazu dient, Kom­ple­xi­tät (der Welt und der Umwelt) zu redu­zie­ren und dabei vom Außen ins Inne­re zu ver­la­gern. Das ist, auch als frü­her Reprä­sen­tant der Luh­mann­schen Sys­tem­theo­rie, natür­lich schon lan­ge ein Klas­si­ker, und dop­pelt inter­es­sant: Inhalt­lich ein­fach, weil Luh­mann zei­gen kann, wel­che Funk­tio­nen Ver­trau­en haben kann (und war­um die ethi­sche Betrach­ung des Ver­trau­ens nicht aus­rei­chen kann bzw. das Phä­no­men über­haupt nicht rich­tig erfas­sen zu ver­mag). Und eine span­nen­de Lek­tü­re auch des­halb, weil es noch voll­kom­men in den 60er-Jah­ren gefan­gen ist, mit ihrer Tech­nik­gläu­big­keit (mit­samt ihrer Idee der tech­nisch-auto­ma­ti­schen Plan‑, Regu­lier- und Steu­er­bar­keit der Welt mit ihren Vor­gän­gen) – heu­te wür­de vie­les anders gedacht und geschrie­ben wer­den, auch von Luh­mann selbst sicher­lich. Scha­de nur, dass der Satz grau­sam ist: Obwohl das der zwei­te Neu­druck der vier­ten Auf­la­ge ist, wim­melt es von typo­gra­phi­schen Feh­lern. Die rüh­ren, so scheint es mir, daher, dass der Text mal mit OCR erfasst wur­de und dabei vie­le klei­ne­re und grö­ße­re Feh­ler über­se­hen wur­den. Das trifft den Inhalt zwar über­haupt nicht, macht das Lesen manch­mal aber über­mä­ßig anstrengend.

Chris­toph Meckel: Blut im Schuh. Lüne­burg: zu Klam­pen 2001 (Lyrik Edi­ti­on 13/​Edition Post­skrip­tum). 48 Seiten.

Einer der älte­ren Gedicht­bän­de Meckels – aber (immer noch) unge­heur emp­feh­lens­wert. Auch wenn die Grund­stim­mung vie­ler Tex­te eher düs­ter und/​oder nega­tiv ist. Aber die Kon­zen­tra­ti­on, mit der Meckel beob­ach­tet und beschreibt, die Knapp­heit der Spra­che und der sprach­li­chen Bil­der – das ist über­wäl­ti­gend und vortrefflich. 

Ins Netz gegangen (17.8.)

Ins Netz gegan­gen am 17.8.:

Sich selbst brechen

Eigent­lich fin­de ich die aus­dau­ern­de Bericht­erstat­tung der Süd­deut­schen Zei­tung über den Poli­zis­ten, der einer gefes­sel­ten Frau schwers­te Gesichts­ver­let­zung zufüg­te, sehr lobens­wert (und wür­de mir hof­fen, dass sie das nicht nur für Mün­che­ner Fäl­le, son­dern für ganz Deutsch­land mit dem glei­chen Eifer betrei­ben wür­de). Was ihr bzw. Flo­ri­an Fuchs heu­te in der Nach­richt, dass der schul­dig gespro­che­ne Poli­zist Beru­fung ein­legt, unter­läuft, macht die­se gan­zen Bemü­hun­gen fast wie­der zunich­te. Dort heißt es nämlich:

Die auf einer Prit­sche fixier­te Tere­sa Z., die sich bei dem Schlag das Nasen­bein und die Augen­höh­le gebro­chen hat,

So etwas soll­te einem Jour­na­lis­ten, für den die Spra­che doch Werk­zeug ist, nicht pas­sie­ren: Hier nimmt Fuchs näm­lich ein­deu­tig Par­tei – für den Schla­gen­den. „Sich bre­chen“ impli­ziert bzw. behaup­tet ja gera­de, dass die Geschla­ge­ne selbst sich die­se Brü­che „zuge­fügt“ hat, es also ihre eige­ne Schuld ist. Das steht dann in einem auf­fäl­li­gen Wider­spruch zu dem auch hier ange­füg­ten Ver­weis auf das Gut­ach­ten, das das Gericht ein­hol­te. Irgend­wie scha­de, sich selbst so zu des­avoui­ren – das hät­te doch irgend jemand in der Redak­ti­on mer­ken sol­len: Sol­che For­mu­lie­run­gen sind nicht nur unan­ge­bracht, son­dern ein­fach falsch.

Ins Netz gegangen (15.8.)

Ins Netz gegan­gen am 15.8.:

  • How Lau­ra Poi­t­ras Hel­ped Snow­den Spill His Secrets – NYTi​mes​.com – Peter Maas in einem sehr lan­gen und sehr lesen­wer­ten Text über Lau­ra Poi­t­ras & Glenn Green­wald, die Snow­den bei sei­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen halfen:

    The deepest para­dox, of cour­se, is that their effort to under­stand and expo­se govern­ment sur­veil­lan­ce may have con­dem­ned them to a life­time of it.

  • Wolf­gang Mün­chau über das Wahl­pro­gramm der FDP – SPIEGEL ONLINE – Wolf­gang Mün­chau liest die wirt­schafts­po­li­ti­schen Pas­sa­gen des FDP-Wahl­pro­gramm und ist alles ande­re als zufrie­den – Inkom­pe­tenz ist da offen­bar noch das gerings­te Problem:

    Das FDP-Pro­gramm liest sich wie eine der geld­po­li­ti­schen Debat­ten aus den drei­ßi­ger Jahren.

  • Julia­ne Wie­demei­er » Hur­ra! Hur­ra! So nicht. – Julia­ne Wie­der­mei­er über eine Wahl­kampf­ver­an­stal­tung Ange­la Mer­kels in einer Ber­li­ner Schule:

    Hal­ten wir also fest: Es gibt Schu­len, die sich als rich­ti­gen Ort für einen Wahl­kamf-Auf­takt emp­fin­den und ihre Schü­ler ger­ne als Deko bereit­stel­len. Und es gibt Schü­ler­zei­tun­gen, die mit Kol­le­gen umge­hen, als wären wir alle in Nord­ko­rea. Mich hat das ein wenig ver­wun­dert. Alte Poli­tik­ha­sen fin­den das, wenn ich das recht sehe, mit einer Aus­nah­me nicht wei­ter bemer­kens­wert. War dem Anlass ja auch irgend­wie angemessen.

  • Auf Kriegs­fuß: Die Zeit und die Lin­gu­is­tik – Sprach­log – RT @astefanowitsch: Im @sprachlog erklärt die @Schplock der @zeitonline_all mal wie­der Sprachwissenschaft
  • Der Pos­til­lon: Par­tei­en fas­sungs­los: Wahl­pla­ka­te von Unbe­kann­ten durch inhalts­lee­re Non­sens-Pos­ter ersetzt – Was für ’ne Gemein­heit: „Par­tei­en fas­sungs­los: Wahl­pla­ka­te von Unbe­kann­ten durch inhalts­lee­re Non­sens-Pos­ter ersetzt“
  • Kids can’t use com­pu­ters… and this is why it should worry you – Coding 2 Learn -

    Mobi­le has kil­led tech­ni­cal competence.

    Ein bri­ti­scher Leh­rer schreibt eine Gene­ral­ab­rech­nung über Com­pu­ter-Illi­te­ra­li­tät, das Ver­sa­gen der Eltern, Schu­len, Ver­wal­tun­gen und Regie­run­gen auf die­sem Gebiet – und war­um es gefähr­lich (oder zumin­dest ungüns­tig) ist, wenn eine gan­ze Gene­ra­ti­on (fast) kei­ne Ahnung (mehr) von Com­pu­tern hat … 

    Tomorrow’s poli­ti­ci­ans, civil ser­vants, poli­ce offi­cers, tea­chers, jour­na­lists and CEOs are being crea­ted today. The­se peo­p­le don’t know how to use com­pu­ters, yet they are going to be crea­ting laws regar­ding com­pu­ters, enfor­cing laws regar­ding com­pu­ters, edu­ca­ting the youth about com­pu­ters, report­ing in the media about com­pu­ters and lob­by­ing poli­ti­ci­ans about com­pu­ters. Do you thinks this is an accep­ta­ble sta­te of affairs?

  • Twit­ter /​gol­den­as­sam: Was man beim Lesen … – RT @goldenassam: Was man beim Lesen wis­sen­schaft­li­cher Papers im Hin­ter­kopf behal­ten sollte:

Mainz – die Stadt, die Fahrräder liebt & hasst

Mainz hat mit dem Ange­bot der MVG („MVGmein­Rad“) eine sehr schö­ne Sache für (Gelegenheits-)Radler ins Leben geru­fen. Man könn­te also mei­nen, da die MVG ein städ­ti­sches Unter­neh­men ist, dass die Stadt Mainz Fahr­rä­der und ihre Nut­zer, die Rad­le­rin­nen und Rad­ler, för­dern möch­te. Das gilt aber immer nur so lan­ge, wie die Fahr­rä­der und ihre Benut­ze­rin­nen nicht in Bewe­gung sind (oder am Bahn­hof par­ken wol­len, aber das ist eine ande­re Sache …). Um die Rad­we­ge küm­mert die Stadt sich näm­lich höchs­tens stief­müt­ter­lich. Das merkt man nicht nur an deren Anla­ge, Brei­te und bau­li­chem Zustand, son­dern vor allem immer dann, wenn Bau­ar­bei­ten anste­hen: Regel­mä­ßig sind die Rad­fah­re­rin­nen – die ja eigent­lich gleich­be­rech­tig­te Ver­kehrs­teil­neh­mer sind – dann die Leid­tra­gen­den. Für Pkws wer­den Aus­weich­mög­lich­kei­ten geschaf­fen, wer­den Vor­warn- und Warn­schil­der geschaf­fen. Die Rad­fah­rer ste­hen in der Regel auf ein­mal vor einem gesperr­ten Rad­weg – immer­hin wird dann die Benut­zungs­pflicht groß­zü­gig auf­ge­ho­ben. Aber selbst das geschieht nicht immer. Auch „wil­de“ Bau­stel­len wie die heu­ti­ge an der Gro­ßen Blei­che pas­sie­ren immer wie­der: Da parkt ein­fach ein Bau­stel­len­las­ter auf dem Rad­weg – und die Fahr­rad­fah­rer kön­nen selbst sehen, wo sie bleiben.

Radweg-Blockade mit Lastwagen

Rad­weg-Blo­cka­de mit Lastwagen

(Neben­bei sieht man auf dem Bild auch, dass der Rad­weg an die­ser Stel­le – einer nicht gera­de unwich­ti­gen Ver­bin­dung in Mainz – sowie­so schon schmal und ungüns­tig ange­legt ist – gedoort wer­den kann ich, wenn ich’s dar­auf anle­ge, an die­ser Stel­le alle paar Tage …)

In die­sem Fall führt das übri­gens dazu, das (fast) alle ein­fach auf dem Bür­ger­steig um das Hin­der­nis her­um­fah­ren. Denn auf die Stra­ße aus­zu­wei­chen ist nicht mög­lich, da par­ken ja noch die Autos. Und abstei­gen mögen die meis­ten halt auch nicht, das machen Auto­fah­rer ja auch nie. Ja, das ist zunächst mal eine Klei­nig­keit. Aber gera­de die­se Klei­nig­kei­ten zei­gen eben, ob eine Stadt, ein Land ihr Bekennt­nis zum Rad­ver­kehr ernst nimmt. So macht man das jeden­falls nicht …

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