Ein Symbolbild von der Webseite Angela Merkels (die übrigens ohne Javascript kaum benutzbar ist, dafür aber auch eine Sache der CDU und nicht von Merkel selbst ist …):

ich weiß nur nicht, wofür das Foto stehen soll. Der ganz neckisch in der linken oberen Ecke platzierte Bildtitel kann es ja nicht sein, oder? Vielleicht ist das ja auch eine ganz raffinierte Botschaft: mit Mann aber doch ohne oder so irgendwie? Oder ich bin einfach zu blöd, die grandiose gestalterische Absicht dahinter zu erkennen. Aber irgendwie ist das doch typisch: Irgend etwas verlautbaren, aber dabei ja nichts sagen, keine Haltung oder keinen Standpunkt erkennen lassen und um Gottes Willen nichts tun …
Copenhagenize hat noch mehr kurze Videos zu den Prinzipien & Mitteln, mit denen in Kopenhagen der Radverkehr gefördert wurde und wird, produziert (das erste habe ich hier schon vorgestellt). Zum Beispiel zur grünen Welle für Radfahrer (besonders schick finde ich ja die Bodenlichter, die den Radlerinnen signalisieren, ob sie noch/schon in der grünen Welle sind …):
Episode 3 dreht sich um „Intermodalität“, also die Möglichkeit, möglichst immer, also in allen anderen Verkehrsmitteln, mitnehmen und auch problemlos parken zu können:
Auch die Sicherheit der Radfahrer kann mit vielen, oft nur kleinen Details verbessert werden – z.B. schalten die Radampeln vor den Autoampeln auf Grün:
Wobei Kopenhagen aber auch vor größeren Umgestaltungen nicht zurückschreckt …:
Ins Netz gegangen am 9.8.:
- Die schwierigen Stellen Mindestlohn und Elektroautos: Wählwerbung ohne Politik « Stefan Niggemeier – Jan Böhmermann versucht, einen parteipolitisch neutralen Werbespot bzw. Aufruf zum Wählen für die Bundestagswahl zu sprechen – und bekommt Probleme: Die schwierigen Stellen Mindestlohn und Elektroautos: Wählwerbung ohne Politik
- Don’t feature the Sexists? | Aus Liebe zur Freiheit – Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz – Antje Schrupp hat leider viel zu sehr Recht:
Ich kann das nur unterschreiben. Wenn wir eine Gesellschaft sein wollen, in der platter Sexismus sich verkauft: Bitte schön, dann ist das so. Ich habe überhaupt keine Lust dazu, die Zähne zusammenzubeißen und meinen Ärger für mich zu behalten, bloß weil das irgendeine Aufmerksamkeits- und Marketinglogik angeblich erfordert.
Außerdem ist das “Regt euch nicht auf, es gibt erstens Wichtigeres und zweitens gebt Ihr denen noch Futter” inzwischen zu so einer Art Standardargument geworden, wenn jemand Kritik an sexistischen Medienplattitüden äußert.
- AfD-Wähler stellen sich vor – grausam und erbarmungslos ernüchternd: der tumblr „AfD-Wähler stellen sich vor“ sammelt AfD-Facebook-Kommentare >
- Schiersteiner Brücke: „Unbelehrbar und unvernünftig“ – Rhein-Main – FAZ – Umweltschutz à la FDP (Minister Rentsch): Viele breite Straßen bauen, damit „Autofahrer nicht im Stau stehen müssten“
- Richard-Wagner-Bücher: Wie klingen Gier, Wonne, Tod? | ZEIT ONLINE – Wolfram Goertz kann sich mit der Literatur zu Wagner im Jubiläumsjahr nicht anfreunden:
Es wird Zeit, dass jemand Historikern und Politologen die Lufthoheit über Wagner streitig macht. Der Mann war Komponist und als solcher ein Genie. Das will man einmal lesen, nicht erst im Wagner-Jahr 2033.
Beim Klicken auf das und beim Abspielen des von YouTube eingebetteten Videos werden (u. U. personenbezogene) Daten wie die IP-Adresse an YouTube übertragen.
Ganz ohne Anlass, nur aus Freude über die neueste E‑Mail-Lieferung vor einigen Tagen, sei hier noch einmal das „Begriffsstudio“ von Monika Rinck empfohlen. Das ist eine spannende Sache: Die Lyrikerin sammelt hier auf einer Webseite (und per regelmäßiger E‑Mail-Lieferung eben) Begriffe im weitesten Sinn: Wörter, Formulierungen, Phrasen, Halbsätze, Ideen und vieles mehr. Die akutelle Ausgabe (#3385–3436) enthält Trouvaillen wie:
fearPhone
dormitorien schnarchender homere
gruppenbikini
junggeziefer
einverseelung des mangels
Das ist eine der anregendsten Listen, die ich bisher gesehen habe – für alle Freunde der kreativen Sprachverwendung sei sie deshalb dringend empfohlen.
Heute ist „Ulrich-Tag“ – das schlägt die Literaturwissenschaftlerin Inka Mülder-Bach vor. In Anlehnung an den Bloomsday wird heute der „Mann ohne Eigenschaften – also Ulrich – gefeiert.
Ich glaube, damit ich verstehe
Der Roman von Robert Musil (bzw. das unvollendet gebliebene Fragment) ist zwar erst vor gut 80 Jahren erschienen, spielt aber im August 1913 – also genau vor hundert Jahren, auch wenn der genaue Tag des Monats nicht spezifiert wir. Da hilft auch die wohl berühmteste Wetterbeschreibung der (deutschen) Literaturgeschichte nicht weiter, mit der Musil seinen Roman beginnt. Dort heißt es zwar:
Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Rußland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgemäßen Verhältnis zur mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des kältesten wie des wärmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankung. Der Auf- und Untergang der Sonne, des Mondes, der Lichtwechsel des Mondes, der Venus, des Saturnringes und viele andere bedeutsame Erscheinungen entsprachen ihrer Voraussage in den astronomischen Jahrbüchern. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit der Luft war gering. Mit einem Wort, das das Tatsächliche recht gut bezeichnet, wenn es auch etwas altmodisch ist: Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913.
- aber dummerweise hat sich die Realität des Augusts 1913 daran nicht gehalten, so dass sich auch aus den meterologischen Daten kein genauer „Ulrich-Tag“ eruieren lässt. Nichtsdestotroz ist der „Mann ohne Eigenschaften“ natürlich auch heute noch eine großartig insprierende Lektüre.
Ins Netz gegangen am 7.8.:
- Wettbewerbsexperte Justus Haucap: „Leistungsschutzrecht ist komplett gescheitert“ – Justus Haucap über das inzwischen in Kraft getretene Leistungsschutzrecht:
Man kann eigentlich überhaupt nichts Gutes an dem Gesetz finden. Es trifft die Falschen und es hilft auch den Falschen. Es fördert die Rechtsunsicherheit und öffnet dubiosen Abmahnern ein neues Geschäftsfeld. Es ist sicher eines der schlechtesten Gesetze, das die Bundesregierung verabschiedet hat.
- Urheberrecht: Finnen schreiben ihrer Regierung neues Copyright-Gesetz | ZEIT ONLINE – In Finnland können Bürger seit 2012 Gesetze einbringen. Eines der ersten fordert ein liberaleres Urheberrecht. Viele schrieben daran mit, es entstand dank Crowdsourcing.
- Petition | Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel: Angemessene Reaktion auf die NSA-Affäre | Change.org – Juli Zeh schreibt, mit vielen Autorinnenkolleginnen, einen offenen Brief an die Kanzlerin, den man mitzeichnen kann >
- Twitter /wortfeld: Das Beste am Interview mit … – RT @wortfeld: Das Beste am Interview mit @jochenjochen () ist der dort erwähnte Buchtitel.
- Meedia: „Wir ignorieren die Tricks der Branche“ – RT @wortfeld: Das Beste am Interview mit @jochenjochen ist der dort erwähnte Buchtitel.
https://twitter.com/Einstueckkaese/status/351611486222827521
Three men walk into a bar. The bartender says, “This joke is not going to pass the Bechdel test.”
— Anatol Stefanowitsch (@astefanowitsch) July 6, 2013
Wenn man die Augen fest schließt, glaubt man fast ein Rauschen des CMS zu vernehmen. So holt man sich im Dienst das Meer in die #taz.
— taz (@tazgezwitscher) July 7, 2013
47% der NSA-Rechenleistung wird dafür benötigt die in Europa gesammelten Meterdaten in Fuß- und Inchdaten umzurechnen.
— Blauer Hakan (@maatc) July 9, 2013
I love u, but I’ve chosen ü.
— Nein. (@NeinQuarterly) July 10, 2013
https://twitter.com/silvereisen/status/355578552005050368
Und die Frage, wo Notwehr denn eigentlich anfängt und wie Notwehr geht, wird von Tag zu Tag dringender! (Peter Kurzeck, Vorabend)
— Stroemfeld (@Stroemfeld) July 12, 2013
Das heißt nicht mehr Backdoor, das heißt jetzt Backgates. #NSA #Microsoft
— Katharina Nocun (@kattascha) July 12, 2013
https://twitter.com/andreasdotorg/status/356125385756385280
„Milliseibert“: Maßeinheit für Information durch Bundesregierung in NSA-Affäre.
— Robert Roßmann (@RobertRossmann) July 16, 2013
Habe gerade noch mal unsere Verfassung quergelesen. Jemand hat vergessen, das Supergrundrecht auf Sicherheit reinzuschreiben.
— Udo Vetter (@udovetter) July 16, 2013
https://twitter.com/PhilippGuttmann/status/357222142569488385
A bar walks into Slavoj Žižek.
— Nein. (@NeinQuarterly) July 17, 2013
Mein Neffe schreibt „würglich“ statt „wirklich“ und hat recht.
— David Hugendick (@davidhug) July 17, 2013
Wir können das Merkel „Es ist nicht meine Aufgabe“-Zitat abwandeln, wie wir wollen. Das Original wird ungeschlagen bleiben.
— Udo Vetter (@udovetter) July 19, 2013
Idee für Sci-Fi-Roman: Cromwells Republik scheitert, und im 21. Jh. wartet die Welt aufgeregt auf die Geburt eines britischen Thronfolgers.
— Anatol Stefanowitsch (@astefanowitsch) July 22, 2013
In German, wtf is pronounced „Erkenntnistheorie.“
— Nein. (@NeinQuarterly) July 23, 2013
Ins Netz gegangen (22.7.–24.7.):
- Sascha Lobo über die Passivität der Bundesregierung im NSA-Skandal – SPIEGEL ONLINE -
Und zuallererst ekelt mich Angela Merkel dafür an, dass unsere Freiheit zwar am Hindukusch verteidigt wird. Aber nicht auf unseren Laptops.
- Eine Formulierkunst, die seinesgleichen sucht | Laut & Luise – eben gefundene Vermännlichung der Sprache: „auf seiner Internetseite hat die Bayerische Landesanstalt“
- NSA-Skandal: Kanzlerin Merkel und Innenminister versagen – Süddeutsche.de – Herta Däubler-Gmelin ist nicht so recht zufrieden mit der Bundesregierung und vor allem der Bundeskanzlerin:
Es ist ein Skandal, wie die Bundesregierung mit den Bürgern umgeht.
- Snowfallen—Inside MATTER—Medium – „Snowfallen: Just because you can, it doesn’t mean you should.“ ‑Bobbie Johnson über die nicht immer ganz sinnvolle Methode des „snowfalling“
