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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Ins Netz gegangen (28.8.)

Ins Netz gegan­gen am 28.8.:

  • xkcd: Mons­ter – Mons­ter (via Published articles)
  • Die Wahr­heit über die Geschlech­ter | – Gran­di­os: Kat­ja ver­rät uns end­lich die Wahr­heit über die Geschlech­ter. Zum Bei­spiel die­se hier:

    Da klei­ne Babys noch nicht ihren Kopf heben kön­nen, um ihr Geschlechts­teil zu sehen, muss man sie sofort nach der Geburt rosa oder hell­blau klei­den, damit sie wis­sen, wel­chem Team sie angehören.

  • Par­tei­en­wer­bung als „Wohl­fühl­pro­pa­gan­da“ – Medi­en­wis­sen­schaft­ler Bolz über den Wahl­kampf | Deutsch­land­ra­dio Kul­tur – Nor­bert Bolz im Gespräch mit Deutsch­land­ra­dio Kul­tur über den Wahl­kampf und ins­be­son­de­re die Wahlwerbung:

    abso­lut inhalts­lo­se, bot­schafts­lo­se Pro­pa­gan­da ist das, im Grun­de Wohl­fühl­pro­pa­gan­da, und das ist die wei­test­mög­li­che Ent­fer­nung von einem poli­ti­schen Wahl­kampf. […] Aber das ist ja alles so offen­sicht­lich insze­niert, dass ich glau­be, dass kein Bür­ger dar­auf hineinfällt.

  • Bild dir dei­nen Spie­gel: Mor­gen kommt der Niko­laus | debat­tier­sa­lon – Mari­on Kras­ke über die „Ent­ker­nung der vier­ten Gewalt“ am Bei­spiel des „Spie­gels“:

    Das alles sind Bele­ge für die zuneh­men­de Ent­po­li­ti­sie­rung der eins­ti­gen publi­zis­ti­schen Speer­spit­ze, die auf das Kon­to einer in wei­ten Tei­len apo­li­tisch den­ken­den Füh­rungs­rie­ge geht. Saßen da frü­her alte, unbe­que­me Hau­de­gen mit Rück­grat, weit­ge­reis­te und welt­ge­wand­te Geis­ter, denen Ame­ri­ka eben­so ver­traut war wie Alba­ni­en oder Afgha­ni­stan, tum­meln sich (im Übri­gen auch in ande­ren Redak­tio­nen) heu­te glat­te und ange­pass­te Haus­kar­rie­ris­ten, die die Welt wahl­wei­se aus dem Elfen­bein­turm oder vom Deck der Segel­yacht beur­tei­len, die zwar streetsmart und Talk­show-kom­pa­ti­bel sind, denen poli­ti­sche Pro­zes­se aller­dings egal und poli­ti­sches Den­ken augen­schein­lich fremd sind.

Taglied 28.8.2013

Eines der „Urstü­cke“ der mini­mal music: Ter­ry Riley, In C (hier die „Jubi­lä­ums­auf­füh­rung“ von 1990 unter Riley selbst):


Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Taglied 27.8.2013

Alfred Harth ver­treibt sich die Zeit (mit John Tre­vor Bell & Choi Sun Bae):


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  • Kein neu­er Wind im DHM: Ein Fall von Geschichts­ver­ges­sen­heit – FAZ – Andre­as Kilb ist mit dem DHM in Ber­lin nicht zufrieden:

    „Geschichts­bil­der“ will die Aus­stel­lung ver­mit­teln, aber man sieht vor allem Geschichts­ma­te­ri­al: Objek­te statt Ori­en­tie­rung. […] Koch, scheint es, möch­te Euro­pa wie­der an den Rand und die Nati­on, das „Erbe“, in den Mit­tel­punkt rücken.

    Inter­es­sant auch mal wie­der der Blick in die Kom­men­ta­re: Die Leser der FAZ schei­nen (immer noch) viel natio­nal­kon­ser­va­ti­ver zu sein als die Autoren …

  • Abschied von ges­tern (5): Der Schön­heit wohnt der Schre­cken inne – FAZ – Jakob Stro­bel y Serr­ra nimmt kein Blatt vor den Mund, dass er sich auf sei­ner Mosel­rei­se nur sehr sel­ten wohl­ge­fühlt hat:

    Die Mosel hängt an ihrer Geschich­te – kein Wun­der, denn die tou­ris­ti­sche Ver­gan­gen­heit der sieb­zi­ger Jah­re ist hier quietsch­fi­del. Inzwi­schen aber begrei­fen die Mose­laner, dass die Zeit selbst an ihrem zeit­los schö­nen Fluss nicht stillsteht.

    Selt­sam und typisch aber auch, dass er sich über die Bier­trin­ker im Mos­el­tal lus­tig macht, weil die die regio­na­len Spe­zia­li­tä­ten – den Wein – nicht gou­tie­ren, er selbst dann aber nur zufrie­den ist, wenn er Fri­cas­sée von bre­to­ni­schen (!) Hum­mer auf dem Tel­ler hat …

  • It’s Left-wing prats who are defen­ding our free­doms – Tele­graph – RT @wortfeld: Kom­men­ta­to­rin des kon­ser­va­ti­ven Tele­graph stellt sich wider­wil­lig an die Sei­te der »left-wing prats« in Sachen NSA:

Taglied 25.8.2013

Domi­nik Susteck, Zwi­schen­klän­ge für Orgel:

Domi­nik Susteck – Zwischenklänge (2011)

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Aus-Lese #12

Johan­nes Bobrow­ski: Nach­bar­schaft. Gedich­te. Aus­ge­wählt und mit einem Nach­wort von Klaus Wagen­bach. Ber­lin: Klaus Wagen­bach 2010 (Klaus Wagen­bachs Oktav­hef­te). 77 Seiten.

Eine Aus­wahl­aus­ga­be der Gedich­te Bobrow­skis, die im Wagen­bach-Ver­lag zum Ver­lags­ju­bi­lä­um erschien und mich, da ich noch nichts von Bobrow­ski (außer sei­nem Namen) kann­te, ange­lacht hat. Nach dem Lesen war das nicht mehr so sehr der Fall: Einen rech­ten Zugang habe ich nicht gefun­den, die Lyrik Bobrow­skis reso­niert nicht so recht bei mir. Es ist eine ganz bestim­te Art von Dich­tung der und über Land­schaf­ten, was hier immer gan­ze Land­schaf­ten meint, mit ihren Leu­ten, Tie­ren und der Gegend – aber eben nicht nur die der Natur etc. Er beschreibt das weni­ger, son­dern besingt die – auch schon zum Ent­ste­hungs­zeit­punkt – unter­ge­gan­ge­ne, ver­lo­ren gegan­ge­ne Land­schaf­ten sehr poe­tisch und auch gewollt poe­tisch. Das klingt mir dann oft sehr empha­tisch auf­ge­la­den, in einer bewusst und gewollt artis­tisch über­höh­ten Spra­che, die ihre (Landschafts-)Bilder immer gera­de­zu zwang­haft meta­pho­risch und mythisch ergänzt bzw. über­höht – das pas­siert natür­lich fast immer bei (guter) Land­schafts­dich­tung, fiel mir hier aber als beson­ders gesuch­te Form sehr auf.

Ildi­kó Noé­mi Nagy: Oh Bume­rang. Sto­ries. Salz­burg: Jung und Jung 2013. 127 Seiten.

Das Som­mer­buch von Tubuk-Delu­xe. Und ein ech­tes Spät­som­mer­buch, das schon ein biss­chen auf den Herbst ein­stimmt. Nagys „Sto­ries“ sind wirk­li­che kur­ze Geschich­ten, die man kaum Erzäh­lung nen­nen mag: Moment­auf­nah­men, fast lyrisch ver­dich­tet, manch­mal nur knap­pe zwei Sei­ten lang – aber immer sehr genau und prä­zi­se. Immer geht es hier um eine Art Lee­re, vor allem die emo­tio­na­le. Auch eine gewis­se Orts­lo­sig­keit spielt da häu­fig mit hin­ein, die irgend­wie mit der unga­risch-stäm­mi­gen Ame­ri­ka­ne­rin als Ich-Erzäh­le­rin (die Ähn­lich­kei­ten mit der Autorin hat) zusam­men­hängt: Die „Unbe­haust­heit“ ist hier nicht nur (aber auch) meta­phy­sisch, sie mani­fes­tiert sich hier immer wie­der. Und dann ist da noch eine Art offe­ne Trau­rig­keit, die die Stim­mung der meis­ten Sto­ries prägt. Auch in den Per­so­nen­kon­stel­la­tio­nen, dem Umgang der Per­so­nen mit­ein­an­der, der fast immer beim Neben­ein­an­der ver­bleibt, zeigt sich das immer wie­der. So gibt es nur ganz weni­ge Gesprä­che, in denen Kom­mu­ni­ka­ti­on wirk­lich gelingt. Die gro­ße Fremd­heit geht aber noch wei­ter, sie umschließt auch das eige­ne Lebens und das eige­ne Selbst. Über­haupt ist (oder scheint?) immer alles schon länst ver­gan­gen und ver­lo­ren – Zukunft gibt es nur ganz sel­ten, Gegen­wart auch nicht so häu­fig. Das ist dann nur in klei­nen Dosen genieß­bar, sonst ver­liert man sich dar­in wie in einer boden­lo­sen Tie­fe. Aber das ist auch kein Pro­blem, die „Sto­ries“ sind ja alle kurz und knapp.

Pas­cal Mer­cier: Nacht­zug nach Lis­sa­bon. 8. Auf­la­ge. Mün­chen: btb 2008. 697 Seiten.

Ein schö­nes Buch hat Pas­cal Mer­cier da geschrie­ben, über die Mög­lich­keit des rech­ten, rich­ti­gen und wah­ren Lebens. Und über die Tie­fe der See­le. Und über die Mög­lich­keit, einen ande­ren Men­schen ken­nen: Das Pro­blem fängt ja schon beim Indi­vi­du­um selbst an: Kann man sich selbst ken­nen? Und kann man dann ande­re Men­schen (er-)kennen? Und kann man Men­schen nach ihrem Tod noch ken­nen ler­nen? In den Erin­ne­run­gen derer, die die­sen Men­schen über­leb­ten? In sei­nen Taten? In sei­nen poe­ti­schen Erkun­dun­gen, sei­nen Nota­ten und sei­nen Niederschriften? 

Das Leben ist nicht das, was wir leben; es ist das, was wir uns vor­stel­len zu leben.

Der Plot dafür ist manch­mal etwas arg kon­stru­iert für mei­nen Geschmack, und manch­mal wird es auch etwas lang­at­mig. Aber schön – nicht nur inhalt­lich, auch gera­de im sprach­li­chen Sin­ne – ist der Nacht­zug nach Lis­sa­bon trotzdem.

Kitsch ist das tückischs­te aller Gefäng­nis­se. Die Git­ter­stä­be sind mit dem Gold ver­ein­fach­ter, unwirk­li­cher Gefüh­le ver­klei­det, so daß man sie für die Säu­len eines Palas­tes hält.

Ins Netz gegangen (24.8.)

Ins Netz gegan­gen am 24.8.:

  • The Deal That Brought Dvo­rak to New York – NYTi​mes​.com – The con­tract that brought Dvo­rak to the new world—six pages of graceful­ly hand­writ­ten clau­ses, bound by green ribbon …
    eini­ge Aus­zü­ge davon hat die NYT auch online gestellt: http://​www​.nyti​mes​.com/​2​0​1​3​/​0​8​/​2​4​/​a​r​t​s​/​m​u​s​i​c​/​t​h​e​-​f​i​n​e​-​p​r​i​n​t​-​o​f​-​d​v​o​r​a​k​s​-​c​o​n​t​r​a​c​t​.​h​tml
  • Pro­ble­ma­ti­sche Wahl­kampf­pla­ka­te XII | Rep­ti­li­en­fonds – Aus dem Reptilienfonds:

    Und wäh­rend “der Euro geret­tet wird”, Deut­sche den Hit­ler­gruß zei­gen, der Ver­fas­sungs­schutz so bleibt, wie er ist, um die nächs­te Neo­na­zi-Kader­or­ga­ni­sa­ti­on auf­zu­bau­en, Frau­en mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund zuhau­se blei­ben müs­sen, weil ihnen die CSU dafür einen Hun­ni in die Schür­ze steckt, die Zusam­men­ar­beit mit den Ent­wick­lungs­län­dern zu einer Art Neo-Kolo­ni­sa­ti­on umge­baut wird, die Arbeits­lo­sig­keit in pre­kä­ren Jobs ver­steckt ist und die deut­sche Außen­po­li­tik zur Belang­lo­sig­keit wird, wäh­rend all das pas­siert, soll man eines Sep­tem­ber­mor­gens auf­ste­hen und sagen: “Dann geh’ ich mal die Mut­ti wählen.”

  • Tot oder leben­dig im Gangs­ta-Kapi­ta­lis­mus – taz​.de – Klaus Wal­ter zum 50jährigen Jubi­lä­um von Mar­tin Luther Kings „I have a dream“-Rede, zu deren (fal­scher) Ver­ein­nah­mung und der Wen­de der schwar­zen Bürgerrechtsbewegung:

    Ego-Poli­tics erset­zen Bür­ger­rechts­be­we­gung. Fünf­zig Jah­re nach „I have a dream“ sind die Ido­le des schwar­zen Ame­ri­ka Rap­per wie Jay‑Z und Kanye West. Sie haben sich durchgeboxt

  • Kolum­ne von Sibyl­le Berg über das Ende der Lite­ra­tur­kri­tik – SPIEGEL ONLINE – Sibyl­le Berg mal wie­der, voll im Recht:

    Jubelnd äußern sich die Leser über ein neu­es drol­li­ges Hit­ler- oder Pfer­de­buch. Wun­der­bar, dass man es kann – grau­en­haft, wenn Ver­brau­cher­mei­nun­gen das ein­zi­ge Kor­rek­tiv in der Kul­tur wer­den. Hat­te ich mir mit mei­ner Aus­sa­ge, zeit­ge­nös­si­sche Kunst wür­de von Exper­ten in den Kanon beför­dert, schon vie­le Freun­de gemacht, gilt es doch auch in allen ande­ren Berei­chen unse­res Lebens. […] Kei­ner muss den Emp­feh­lun­gen eines Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­lers fol­gen, aber als Gegen­ent­wurf zur eige­nen Mei­nung war sie ab und zu hilfreich.

    Und natür­lich brin­gen die Kom­men­ta­re gleich die ach-so-wert­vol­len Gegen­bei­spiel aus der Welt der Lite­ra­tur­blogs. Und die gibt es ja durch­aus. Nur ohne die Schlag­kraft der „alten“ Kul­tur­kri­tik. Und das darf man durch­aus ver­mis­sen, ohne gleich als ewig Gest­ri­ge abge­stem­pelt wer­den zu müs­sen. Und auch, ohne direkt davon etwas zu haben.

  • Pan­zer­faust | Das Maga­zin – Ein schwei­zer Wehr­pflich­ti­ger berich­tet – vom Grau­en, Unsinn und Cha­os des Militärs:

    Und dass man auch noch gehorcht! Und die­se gott­ver­damm­ten Lie­der! (springt auf, geht her­um, ruft aus­ser sich) Ich habe ein­fach so über­haupt kei­nen Bock her­um­zu­bal­lern, mich von Gleich­alt­ri­gen fig­gen zu las­sen und per­ver­se Lie­der zu sin­gen! Muss aber! (stösst die Luft aus, setzt sich, sagt lei­se) Kannst du mir erklä­ren, war­um das jemand geil fin­det? Manch­mal ist es – ziem­lich unheimlich.

  • Jill Peters Pho­to­gra­phy – Sworn Vir­gins of Alba­nia – ein inter­es­san­tes Pro­jekt der Pho­to­gra­phin Jill Peters: In Alba­ni­en gibt es eine Tra­di­ti­on, nach der Frau­en als Män­ner leben kön­nen – aller­dings unter der Bedin­gung der Jung­fräu­lich­keit & Keuschheit:

    „Sworn Vir­gin“ is the term given to a bio­lo­gi­cal fema­le in the Bal­kans who has cho­sen, usual­ly at an ear­ly age, to take on the social iden­ti­ty of a man for life. As a tra­di­ti­on dating back hundreds of years, this was some­ti­mes neces­sa­ry in a socie­ty that lived within tri­bal clans, fol­lo­wed the Kanun, an archaic code of law, and main­tai­ned an oppres­si­ve rule over the fema­le gen­der. […] As an alter­na­ti­ve, beco­ming a Sworn Vir­gin, or ‚bur­ne­sha“ ele­va­ted a woman to the sta­tus of a man and gran­ted her all the rights and pri­vi­le­ges of the male popu­la­ti­on. In order to mani­fest the tran­si­ti­on such a woman cut her hair, don­ned male clot­hing and some­ti­mes even chan­ged her name. Male ges­tu­res and swag­gers were prac­ti­ced until they beca­me second natu­re. Most important­ly of all, she took a vow of celi­ba­cy to remain chas­te for life. She beca­me a „he“.

  • The Heart of the Mat­ter: David Miran­da and the Pre­clu­si­on of Pri­va­cy – RT @jayrosen_nyu: This post by @barryeisler (ex-CIA) explains bet­ter than any­thing I’ve read why they stop­ped David Miran­da at Heathrow

Taglied 23.8.2013

Oli­ver Lake & Jump Up, No More Wars:

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  • Matthew Shipp >< Keith Jar­rett, Gary Pea­cock, Jack DeJohnet­te – The Talk­house – Der groß­ar­ti­ge Matthew Shipp hat sich das neu­es­te Trio-Album von & mit Keith Jar­rett ange­hört und war wenig begeis­tert. Sei­ne Ableh­nung scheint ähn­li­che Grün­de zu haben wie die mei­ni­ge – was ihn mir ja nur noch sym­pa­thi­scher macht:

    The­re is some nice stuff on Somewhere—although some of it sounds like wate­red-down Muzak to me—and if you buy into Jarrett’s uni­ver­se you will most likely like this record, but if you don’t the­re is not­hing here to get you pass the tre­men­dous pretense. 

  • Miranda’s Rights: A Gui­de for the Per­ple­xed Citi­zen – Miranda’s Rights: A Gui­de for the Per­ple­xed Citi­zen (via Published articles)
  • #3 Emckes Expe­di­tio­nen: Auf der Suche nach der Demo­kra­tie: Was hat sie gesagt? | ZEIT ONLINE – Caro­lin Emcke ist wei­ter auf Expe­di­ti­on für die „Zeit“ – und hat sich für die drit­te Fol­ge in der Spra­che Mer­kels ver­lo­ren – kei­ne sehr ange­neh­me Gegend. Und sie bringt gut auf den Punkt, was bei der Bun­des­kanz­le­rin los ist – und war­um sie so schäd­lich für den poli­ti­schen Dis­kurs ist:

    Ange­la Mer­kel domes­ti­ziert Kri­tik durch simu­lier­te Freu­de an einem Dis­kurs, den sie nicht führt.

    Oder spä­ter, eben­falls eine m.E. sehr tref­fen­de Beobachtung:

    Ange­la Mer­kels Spra­che arbei­tet mit einer per­ma­nen­ten Immu­ni­sie­rung gegen jede Berüh­rung, jeden Zwei­fel, sie agi­tiert gegen alles Offe­ne, alles Unfer­ti­ge – und damit gegen das, was eine freie Gesell­schaft und eine deli­be­ra­ti­ve Demo­kra­tie gera­de ausmacht.

    – und das Schlim­me ist ja dann immer wirk­lich, wie viel Zustim­mung solch eine Art, Poli­tik zu trei­ben und zu ver­mit­teln, immer (noch) fin­det. Da muss einem wirk­lich regel­mä­ßig angst und ban­ge werden.

  • Staats­extre­mis­mus | Wortis­tik – Det­lef Gür­t­ler anläss­lich der Reak­tio­nen auf das Urteil über Manning:

    Staats­extre­mis­mus ist eine Ideo­lo­gie, bei der die Inter­es­sen des Staa­tes und aller sei­ner Insti­tu­tio­nen grund­sätz­lich Vor­rang vor den Inter­es­sen der Bür­ger haben, ob ein­zel­ner, vie­ler oder aller. Auf den kür­zes­ten Nen­ner gebracht: “Der Staat hat immer Recht.”
    In den Vor­gän­gen um Assan­ge, Man­ning und Snow­den haben sich für mein Gefühl deut­lich die Gefah­ren des Staats­extre­mis­mus gezeigt. Wenn der Staat, ob Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en oder die USA (oder Russ­land oder Chi­na oder oder) die Sicher­heit sei­ner Bür­ger bewahrt, indem er ihre Frei­heit ein­schränkt, wenn er ihr Leben schützt, indem er ihr Leben aus­späht, wenn er gegen jour­na­lis­ti­sche Tätig­keit mit Anti-Ter­ror-Geset­zen vor­geht, wenn er die Auf­de­cker staat­li­cher Kri­mi­na­li­tät här­ter bestraft als die Kri­mi­nel­len selbst, dann kön­nen nur Staats­extre­mis­ten behaup­ten, dass der Staat das Recht dazu hat.

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Ins Netz gegan­gen am 21.8.:

  • 1628 Wert­heim | ein his­to­rio­gra­phi­sches Blog – Robert Mei­er, Archi­var im Staats­ar­chiv Wert­heim, schreibt aus den Quel­len über die Ereig­nis­se in Wert­heim in den Jah­ren 1628 und 1629
  • Som­mer­loch­ta­ge­buch. Bad Blog goes dai­ly. | Bad Blog Of Musick – Moritz Eggert kotzt sich in das Som­mer­loch ein biss­chen aus. Lei­der ist da trotz des wun­der­ba­ren Zynis­mus viel Wah­res dran an dem, was er über Kul­tur­ab­bau, ‑kür­zun­gen und ‑ein­spa­run­gen schreibt.

    So unrea­lis­tisch ist das gar nicht. Nach neu­es­ten wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen wird die gesam­te klas­si­sche und zeit­ge­nös­si­sche Musik im Jahr 2100 nur noch aus einem ein­zi­gen Stück bestehen: Ravels „Bole­ro“. Die­ser läuft äußerst erfolg­reich auf der gan­zen Welt in soge­nann­ten „Bei­schlaf­au­di­to­ri­en“ (denn allein die Musik zu hören ist den Men­schen dann zu lang­wei­lig). Fol­ge­rich­tig gibt es in Deutsch­land nur noch eine ein­zi­ge Musik­hoch­schu­le (in War­ne­mün­de) in der die ca. 80 Stu­den­ten ler­nen, wie man den „Bole­ro“ spielt. Die ande­ren 80 spie­len ihn, im letz­ten ver­blie­be­nen deut­schen Orches­ter (Gevels­ber­ger Phillies).

  • Rüs­tungs­pro­jekt Euro Hawk: Ein Traum von einer Droh­ne | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat die Unter­la­gen der Unter­su­chungs­aus­schus­ses zum Droh­nen-Fias­ko aus­ge­wer­tet (alle 372 Akten­ord­ner lie­gen ihr vor … – und wur­den als (schlech­te) Scans in der­do­cu­ment­cloud teil­wei­se schon ver­öf­fent­licht: http://​pre​view​.tinyurl​.com/​d​r​o​h​n​e​n​dok) und fängt an, die gan­ze Geschich­te zu beschrei­ben. Das geht heu­te so los:

    Das Desas­ter um die Auf­klä­rungs­droh­ne Euro Hawk war von Anfang an abseh­bar. Schon vor zehn Jah­ren kann­ten die Ver­ant­wort­li­chen alle Pro­ble­me. Doch sie woll­ten die Drohne.

    … und sie soll­ten sie bekom­men – nur halt, ohne damit etwas anfan­gen zu kön­nen. Und klar ist auch jetzt schon: Das Sys­tem der Beschaf­fung und das Minis­te­ri­um sind offen­bar poli­tisch nicht mehr zu steu­ern und zu kontrollieren …

  • Über­wa­chung: NSA kann drei von vier E‑Mails mit­le­sen | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ weist auf einen im Wall Street Jour­nal erschie­nen Arti­kel hin, der deut­lich macht, wie weit die Mög­lich­kei­ten der NSA wirk­lich gehen:

    Die NSA kann bis zu 75 Pro­zent des Inter­net­ver­kehrs über­wa­chen, der durch die USA läuft.

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