Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Kategorie: literatur Seite 25 von 38

Why, oh why …

„Why, oh why do the birds
Do all the flying
It could be me

Taking ever­y­thing southern
The wea­ther is warmer
Good place to be

Why, oh why do the bees
Need a beekeeper
Let them alone

Taking all of their honey
Isn’t it greedy
Lea­ving them none“
(The Bird and The Bee, Birds and Bees)

„ ‚Bindschädler, ich glaube, …

… daß uns heu­te weni­ger das Gesell­schaft­li­che zu schaf­fen macht als viel­mehr die­ses Vaku­um an Spi­ri­tua­li­tät, das uns sozu­sa­gen an den Rand eines kos­mi­schen Abgrun­des saugt’, sag­te Baur, lächelnd.“ (Ger­hard Mei­er, Boro­di­no, 114)

„Marcel Proust …

… hat Unsag­ba­res – sag­bar gemacht. Dar­an mes­se ich einen Autor. Unsag­ba­res begreif­bar machen, das tut nicht die Gesell­schaft. Und die Wirt­schaft schafft’s auch nicht.“ (Ger­hard Mei­er, Boro­di­no, 94)

jirgl erhält den feuchtwanger-preis

rein­hard jirgl, in mei­nen augen einer der ganz weni­gen ganz gro­ßen leben­den deut­schen schrift­stel­ler (in der bedeu­tung als sprach-künst­ler) erhält heu­te den lion-feucht­wan­ger-preis für his­to­ri­sche roma­ne. fast ein wenig iro­nisch, die­se aus­zeich­nung. denn auch wenn jirgls roma­ne sich the­ma­tisch mit der ver­gan­gen­heit beschäf­ti­gen (zwar nicht unbe­dingt in ers­ter linie, wie es die pres­se­mit­tei­lung der aka­de­mie der küns­te will, mit „mit hei­ßen Eisen, die sonst kei­ner anfas­sen mag“), so fällt mir ihre cha­rak­te­ri­sie­rung als „his­to­ri­sche“ roma­ne doch eher schwer. das liegt natür­lich zum einen an der form/​kategorie selbst, die ja in der regel nur ein zerr­bild ihrer selbst ist, zum ande­ren aber auch an jirgls tex­ten – denn in mei­ner lek­tü­re gibt es kaum gegen­wär­ti­ge­re tex­te als jirgls roma­ne. da ist die titu­lie­rung als „his­to­risch“ eben eher unge­wöhn­lich. die cha­rak­te­ri­sie­rung als „his­to­rio­gra­phi­sche meta­fik­ti­on“, auch wenn sie ein begriff­li­ches unge­heu­er ist, scheint mir – als ((post-)moderne) vari­an­te und fort­set­zung des „klas­si­schen“ his­to­ri­schen romans für jirgl geeig­ne­ter. aber dafür gibt es (noch) kei­ne preise.

„Wer Angst hat, irrt.“

(Rai­nald Goetz, Kla­ge, 352)

„Das Interessante …

.. am ästhe­ti­schen Urteil ist nicht das Resul­tat, son­dern die geis­ti­gen Ener­gien, die frei wer­den beim Ver­such, es zu begrün­den. Es geht nicht dar­um, recht zu haben. Der Streit im Ästhe­ti­schen ist eine Kon­kur­renz um Tie­fe und Trif­tig­keit der geis­ti­gen Aneig­nung.“ (Rai­nald Goetz, Kla­ge, 146)

„… das Denken.

Es ist unüb­lich im Kunst­kon­text, die Leu­te haben Angst davor, zurecht. Den­ken ist destruk­tiv, es hemmt, es lähmt, es macht die Din­ge kom­pli­ziert und aus­weg­los, es wider­spricht der Kunst, die blind, glück­lich und naiv her­vor­spru­deln möch­te, fun­da­men­tal.“ (Rai­nald Goetz, Kla­ge, 136)

„Im Geist der Schrift …

… auf­zu­ge­hen und als Kör­per aus der Real­welt zu ver­schwin­den: solan­ge das eine Sehn­sucht ist, kann es den kunst­ad­äqua­ten Fun­da­men­ta­lis­mus der Schö­fung mit pro­duk­ti­ven, hys­te­risch abs­trak­ten Ener­gien ver­sor­gen und vita­sie­ren.“ (Rai­nald Goetz, Kla­ge, 178)

„Ich war froh, …

… dass ich nicht dem Zwang unter­lag, einem Bild ent­spre­chen zu müs­sen, das ich mir von mir gemacht hat­te.“ (Sibyl­le Berg, Der Mann schläft, 10)

„Aber man kommt …

… an den inne­ren Herz­kern des Erle­bens der Vor­fah­ren nicht wirk­lich her­an, und das liegt nicht an Defi­zi­ten der his­to­ri­schen Wis­sen­schaft, son­dern an der maß­lo­sen Radi­ka­li­tät des Ver­schwun­den­seins von Ver­gan­gen­heit.“ (Rai­nald Goetz, Kla­ge, 34)

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