Ins Netz gegangen (18.6.)

Ins Netz gegan­gen am 18.6.:

  • Ste­fan Nig­ge­mei­er | Der Ehr­geiz des Ste­fan Raab – ste­fan nig­ge­mei­er schreibt einen nach­ruf auf ste­fan raab (zumin­dest liest es sich über wei­te stre­cken so …)
  • Pro­fil, ver­scha­chert für 25 Cent – con­stan­ze kurz in ihrer faz-kolum­ne über die selt­sa­me digi­tal­po­li­tik der kanz­le­rin

    War­um soll­te sich aber dar­an in Zukunft nicht mehr nur ein klei­ner Kreis von Kon­zer­nen eine gol­de­ne Nase ver­die­nen, son­dern plötz­li­ch – falls end­li­ch die stö­ren­den Skep­ti­ker aus dem Weg gehen – Big Data zum Segen für die deut­sche Wirt­schaft wer­den? Glaubt die Bun­des­kanz­le­rin, die Big-Data-Köni­ge wer­den ihre Ser­ver-Hal­len, Cloud-Stand­or­te und Rechen­zen­tren nebst den For­schungs­zen­tren und den klügs­ten Data-Mining-Köp­fen, die sie inter­na­tio­nal ein­ge­kauft haben, den deut­schen Unter­neh­mern abtre­ten, wenn die­se nur ihre skep­ti­sche Hal­tung able­gen?

  • Rachel Dolezal: Die Far­ben­fra­ge | ZEIT ONLINE – ein sehr klu­ger, aus­führ­li­cher und abwä­gen­der text von nils mark­wardt über rachel dolezal, schwarz und weiß und die (aus deutscher/meiner sicht reich­li­ch merk­wür­dig anmu­ten­de) dis­kus­si­on um „ras­se“ als iden­ti­täts­mar­ker

    Doch was folgt nun aus dem Gan­zen? Sofern race eine sozia­le Kon­struk­ti­on ist, stellt sich die hypo­the­ti­sche Fra­ge, ob das Pas­sing von Rachel Dolezal nicht zumin­dest dann legi­tim gewe­sen wäre, wenn sie mit offe­nen Kar­ten gespielt hät­te, wenn sie also von vorn­her­ein publik gemacht hät­te, dass sie als Wei­ße gebo­ren wur­de, sich aber als Schwar­ze fühlt.
    Doch selbst dann hät­te die­ser Fall ein ent­schei­den­des Pro­blem, das sich aus einer his­to­ri­schen Unter­drü­ckungs­ge­schich­te ablei­tet. Wenn man sol­ch ein trans­ra­ci­al-Kon­zept radi­kal zu Ende denkt, hie­ße dies ja, dass letzt­li­ch jede Form eth­ni­scher Selbst­be­schrei­bung indi­vi­du­ell ver­han­del­bar wür­de. Und dies wür­de dann, zumin­dest bis zu einem gewis­sen Gra­de, eben­falls bedeu­ten, dass letzt­li­ch auch jene affir­ma­ti­ven schwar­zen Iden­ti­täts­kon­zep­te, etwa black­ness oder nég­ritu­de, die nicht zuletzt auch als Reak­ti­on auf jahr­hun­der­te­lan­ge Repres­si­on durch Wei­ße ent­stan­den sind, obso­let wür­den oder sich zumin­dest soweit öff­nen müss­ten, dass auch Wei­ße „I’m proud to be black“ sagen könn­ten.
    Sprich: Man hät­te, wenn auch unge­wollt und mit den Mit­teln wei­ßer dekon­struk­ti­vis­ti­scher Essen­tia­lis­mus­kri­tik, aber­mals eine Situa­ti­on, in der Schwar­zen gesagt wird, wie sie ihre Kul­tur zu defi­nie­ren haben.

  • Wie ich Femi­nist wur­de | Log­buch Suhr­kamp – ein sehr per­sön­li­cher, auf­schluss­rei­cher und inter­es­san­ter text von tho­mas meine­cke (fast eine art bekennt­nis), im dem es um den weg zum selbst und zum schrei­ben (und auch: dem ver­ste­hen von welt und men­sch) geht

    In die­sem ästhe­ti­sch-poli­ti­schen Spalt las­sen sich dis­kur­si­ve Roma­ne ver­fas­sen, die von ande­ren Din­gen erzäh­len als jene, die von den gro­ßen männ­li­chen, ver­meint­li­ch geschlos­se­nen, auf jeden Fall sich als auto­nom insze­nie­ren­den Autor-Sub­jek­ten (oft als Genies bezeich­net) ver­fasst wur­den (und wei­ter­hin mun­ter ver­fasst wer­den). Die gro­ße Bina­ri­tät, wie sie dem an der Kate­go­rie der Klas­se ori­en­tier­ten poli­ti­schen Den­ken und Schrei­ben anhaf­te­te, wur­de nun durch einen genau­en Bli­ck auf die klei­nen Unter­schie­de, auf sub­ti­le Ver­schie­bun­gen und Modu­la­tio­nen abge­löst

  • Tre­a­su­re In Hea­ven | Lapham’s Quar­ter­ly – peter brown über die „kam­pa­gne“ des frü­hen chris­ten­tums und beson­ders hier­ony­mus‘, euer­ge­tis­mus in christ­li­ches almo­sen­ge­ben zu ver­wan­deln

    Alto­ge­ther, to accept Chris­ti­an pre­aching was to make a major shift in one’s image of socie­ty. In terms of the soci­al ima­gi­na­ti­on, it invol­ved not­hing less than moving from a clo­sed uni­ver­se to an open one. We begin, in the clas­si­cal world, with a honey­comb of litt­le cities, in each of which the rich thought of nur­tu­ring only their fel­low citi­zens, with litt­le regard to whe­ther any of them were poor. We end, in Chris­ti­an times, with an open uni­ver­se, whe­re socie­ty as a whole—in town and coun­try­si­de alike—was seen to be ruled, as if by a uni­ver­sal law of gra­vi­ty, by a sin­gle, bleak divi­si­on bet­ween rich and poor. The duty of the Chris­ti­an preacher was to urge the rich no lon­ger to spend their money on their bel­oved, well-known city, but to lose it, almost heed­less­ly, in the face­l­ess mass of the poor. Only that utter­ly coun­ter­fac­tual gesture—a gestu­re that owed not­hing to the claims of one’s home­town or of one’s fel­low citizens—would earn the rich “tre­a­su­re in hea­ven.”

  • Der Pia­nist Mau­ri­zio Pol­li­ni im Inter­view – ein sehr, sehr gutes, inter­es­san­tes und intel­li­gen­tes gespräch zwi­schen zwei beet­ho­ven-lieb­ha­bern, jan brach­mann und mau­ri­zio pol­li­ni, anläss­li­ch der voll­endung sei­ner auf­nah­me aller beet­ho­ven-sona­te

    Es gibt in Beet­ho­vens Musik Momen­te, die in die Nähe reli­giö­ser Erfah­rung füh­ren kön­nen. Momen­te von gestei­ger­tem Enthu­si­as­mus. Ich will das gar nicht leug­nen. Ich per­sön­li­ch fin­de, dass man nicht not­wen­di­ger­wei­se an Reli­gi­on den­ken muss, um die­se Musik zu wür­di­gen. Es ist nur deren Grö­ße, wel­che die ästhe­ti­sche Begeis­te­rung schnell ins Reli­giö­se umschla­gen las­sen kann.[…] Das Pro­blem liegt dar­in, dass Beet­ho­vens Wer­ke so viel­ge­stal­tig sind. Er wech­selt Stil und Stim­mung von Stück zu Stück. Es wie­der­holt sich nichts. Des­halb sind die­se Sona­ten so schwer zu spie­len. Die Kennt­nis der einen Sona­te hilft Ihnen über­haupt nicht wei­ter bei der nächs­ten.

  • Dop­pel­te Unfall­ge­fahr: Helm­trä­ger in Müns­ter öfter im Kran­ken­haus | Rad­helm­fak­ten – eine etwas beun­ru­hi­gen­de samm­lung von daten der unfall­sta­tis­ti­ken: es scheint so, dass die ver­let­zungs­ra­te bei helm­trä­gern in unfäl­len deut­li­ch grö­ßer ist als bei nicht-helm­trä­gern. das wider­spricht schön jeder all­tags­lo­gik – und es ist über­haupt nicht klar, war­um das so ist … 
  • DER NERD: EINE MINI-PHÄNOMENOLOGIE | Das Schöns­te an Deutsch­land ist die Auto­bahn – sehr coo­le über­le­gun­gen von georg seeß­len zum nerd­tum, der pop-)kultur und ins­be­son­de­re dem deut­schen nerd:

    Jede Kul­tur hat die Nerds, die sie ver­dient. Den Geist einer Comic-Serie, eines TV-Events, eines Star-Ima­gos oder einer Buch­rei­he, einer Sport­art, einer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik, einer Pro­dukt­li­nie erkennt man an ihren Nerds.[…] Der deut­sche Nerd liebt nicht, was er sich erwählt hat, son­dern er hasst, was dem ent­ge­gen oder auch nur außer­halb steht. Der deut­sche Nerd denkt immer hier­ar­chi­sch. Er will unbe­dingt Ober-Nerd wer­den. Er will das Nerd-Tum orga­ni­sie­ren. Statt Exege­sen pro­du­ziert er Vor­schrif­ten, statt Got­tes­diens­ten sei­nes Kul­tes hält er Gerich­te.

Ins Netz gegangen (31.10.)

Ins Netz gegan­gen am 31.10.:

  • Grö­ßen­wahn ǀ Der rei­che Mann und das Meer — der Frei­tag – geschich­ten aus einer fer­nen welt. heu­te: als besat­zung auf einer super­yacht. …

    Häu­fig wird von Exzes­sen berich­tet. Jeder hat min­des­tens eine haar­sträu­ben­de Geschich­te auf Lager, schwer zu sagen, was davon wahr ist und was über­trie­ben. Das Schwein, das aus Däne­mark ein­ge­flo­gen wird, weil jemand einen Bra­ten wünscht. Der Besit­zer, der Klein­wüch­si­ge anheu­ert, damit sie zu sei­ner Belus­ti­gung um das Boot her­um Was­ser­s­ki fah­ren. Die Wäsche, die per Lear­jet zur Rei­ni­gung nach Paris geht. Der künst­li­che Strand, der jeden Tag im Heck einer Yacht ange­legt wird. Die Deckies, die das umge­ben­de Meer per Hand nach Qual­len absu­chen, ehe ein Gast eine Run­de schwimmt. Jeder Wunsch ist Befehl.

  • USA: Kul­tur­kampf um den Geschichts­un­ter­richt « DiePresse.com – schlimm:

    Seit Ame­ri­kas Kon­ser­va­ti­ve als Reak­ti­on auf die ihrer Ansicht nach exzes­si­ven gesell­schaft­li­chen Bewe­gun­gen der 1960er-Jah­re die „Cul­tu­re Wars“ erklärt haben, ist das in Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten ver­mit­tel­te Geschichts­bild eine der am wil­des­ten umfoch­te­nen Fra­gen. Je mehr die Geschichts­wis­sen­schaft sich um ein dif­fe­ren­zier­tes Ver­ständ­nis der Ver­gan­gen­heit bemüht, desto stär­ker sehen sich rech­te Anhän­ger der Idee von Ame­ri­kas Aus­nah­me­rol­le in der Welt von lin­ken Defä­tis­ten umzin­gelt, die die Jugend mit Hass auf das Vater­land zu indok­tri­nie­ren ver­su­chen.

  • Viel­leicht spä­ter: Eine Rei­se – LOGBUCH (Suhr­kamp-Blog) – schön (det­lef kuh­l­brodt unter­wegs. immer ein inter­es­san­tes ver­gnü­gen für den betrachter/leser)
  • Kra­wal­le in Köln: Har­mo­nie mit Hoo­li­gans | ZEIT ONLINE – „Wenn Rechts­ra­di­ka­le, die sich zu Tau­sen­den ver­sam­meln, kei­ne poli­ti­sche Ver­an­stal­tung sind, … ?“ >
  • Marc-André Hame­lin: Kei­ne Angst vor Extre­mis­ten | ZEIT ONLINE – vol­ker hage­dorn lässt sei­ner (abso­lut gerecht­fer­tig­ten) begeis­te­rung von marc-andré hame­lin frei­en lauf:

    Die Hand ist es, die die­se Musik spielt, nicht der Pia­nist. Man sieht förm­li­ch ein Lebe­we­sen über die Tas­ten rasen, krab­beln, sprin­gen, sich in sie hin­ein­stür­zend wie in Wogen. Kei­ne Bewe­gung zu viel, wie ein Tier, das sich in Jahr­hun­der­ten der Evo­lu­ti­on voll­endet sei­nem Bio­top ange­passt hat.

  • Dan Visel on Twit­ter: „I am not a som­me­lier, but you know you are drin­king Fine Wine when the­re is “Lorem Ipsum” on the label: http://t.co/fntrp92lEO“RT @dbvisel: I am not a som­me­lier, but you know you are drin­king Fine Wine when the­re is “Lorem Ipsum” on the label

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  • Wal­ter Ben­ja­min – Pas­sa­gen­pro­jekt – coo­le idee: wal­ter ben­ja­mins „pas­sa­gen“ nach stich­wör­tern und sym­bo­len geord­net
  • Emser Depe­sche: Die Ber­li­ner Ent­zif­fe­rung | Akten­kun­de – Hol­ger Ber­win­kel schrei­tet in sei­ner detail­lier­ten akten­kund­li­chen ana­ly­se der emser depe­sche fort – inzwi­schen ist das tele­gramm schon zu bis­marck gelangt.

    Akten­kund­li­ch zu arbei­ten bedeu­tet bei aller Akri­bie das genaue Gegen­teil von Akten­gläu­big­keit, die unter His­to­ri­kern lei­der ver­brei­tet ist.

  • NSA-Affä­re: Einen Diplo­ma­ten aus­wei­sen? Wie nied­li­ch. | ZEIT ONLINE – „Der Ele­fant NSA steht mit­ten in den bun­des­deut­schen Wohn- und Schlaf­zim­mern, und nie­mand in der Bun­de­re­gie­rung will dar­über reden.“
  • Nach­ge­rech­net: Bringt die Pkw-Maut wirk­li­ch 600 Mio. / Jahr? » Zukunft Mobi­li­tät – so etwas hat der media­len bericht­erstat­tung zu den maut-plä­nen (ent­schul­di­gung: „infra­stru­kur­ab­ga­be) dobrindts (bis­her) gefehlt – und es wäre eigent­li­ch nötig gewe­sen: mal nach­rech­nen, ob dobrindts ange­kün­dig­te ein­nah­men über­haupt mög­li­ch, wahr­schein­li­ch und rea­lis­ti­sch sind. dann könn­te man näm­li­ch auch zu dem ergeb­nis kom­men:

    Es darf daher bezwei­felt wer­den, ob dem Bun­des­haus­halt durch die Ein­füh­rung einer Infra­struk­tur­ab­ga­be pro Jahr wirk­li­ch über 600 Mil­lio­nen Euro zuflie­ßen (unter der Prä­mis­se der voll­stän­di­gen Kom­pen­sa­ti­on in Deutsch­land Kfz-steu­er­pflich­ti­ger Kfz-Hal­ter).

  • SPRENGSATZ _Das Poli­tik-Blog aus Ber­lin » Zir­kel des Irsinns – Jeder weiß, dass es irr­sin­ni­ger Unsinn oder unsin­ni­ger Irr­sinn ist (je nach Prä­fe­renz) – und kei­ner stoppt es:

    Die PKW-Maut ist ein Mus­ter­bei­spiel dafür, wozu popu­lis­ti­sche Wahl­ver­spre­chen einer Regio­nal­par­tei am Ende füh­ren.

Fahrradservice

Lustig: In manchen Staaten Amerikas kann man den AAA - also die "American Automobile Association", die dortige ADAC-Variante - rufen, wenn man unterwegs Probleme mit dem Fahrrad hat. Die flicken dann auch mal einen Platten - oder nehmen die Radlerin mit ("abschleppen" geht ja bei Rädern nicht so gut ...):

auto membership club AAA is increasingly in the business of fixing bikes and giving rides to cyclists who run into trouble.

Ob der ADAC so etwas auch bald einführt, um sein angeschlagenes Image zu verbessern?

(via NPR, die über die Ausweitung dieses Programms berichten)

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  • [toread] Ver­kehr – Auf­ge­sat­telt und … aus­ge­bremst – Schö­nes Fea­ture von Caro­lin Nokel bei Deutsch­land­ra­dio Kul­tur über Fah­r­ad­fah­ren und Ver­kehr in der Stadt

    Rad­fah­ren ist gesund, ver­ur­sacht kei­ne Abga­se und kei­nen Lärm. Doch Auto­fah­rer domi­nie­ren den Ver­kehr, die Auto­lob­by die Ver­kehrs- und Steu­er­po­li­tik. Fahr­rad­freund­lich­keit zieht in den meis­ten Kom­mu­n­en und Groß­städ­ten nur im Schne­cken­tem­po ein.

  • Lokal? Egal! | Jak­Blog – Chris­ti­an Jaku­betz über­legt, was die momen­ta­nen Ver­än­de­run­gen auf dem Lokal­jour­na­lis­mus­markt für Grün­de und Aus­wir­kun­gen haben könn­ten:

    Tat­säch­li­ch gibt es kei­ne Medi­en­gat­tung, bei der Anspruch, Wahr­neh­mung und Wirk­lich­keit so weit aus­ein­an­der klaf­fen wie im Loka­len. Nie­mand käme theo­re­ti­sch auf die Idee, Lokal­jour­na­lis­mus für über­flüs­sig erklä­ren zu wol­len. […] Und was, wenn sich irgend­wann her­aus­stellt, dass eine jun­ge Gene­ra­ti­on, die in einer glo­bal-digi­ta­len Welt auf­ge­wach­sen i…

  • (500) http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/zeitgenossen/swr2-zeitgenossen-steffen-popp-huchel-preistraeger-2014/-/id=660664/did=12929790/nid=660664/3r4u20/index.html – »Wenn man etwas errei­chen will im Gedicht, nützt es nicht, es aus­zu­spre­chen.« (Stef­fen Popp)
  • Kri­mi­no­lo­gin über den „Islam-Rabatt“: „Ehren­mor­de wer­den här­ter bestraft“ – taz.deKön­nen mus­li­mi­sche Täter vor deut­schen Gerich­ten mit Nach­sicht rech­nen? Eine Kri­mo­no­lo­gin im Inter­view
  • Rese­ar­ch Frag­ments: Visua­li­zing the seven­teen­th cen­tu­ry – Die deut­sche Buch­pro­duk­ti­on im 17. Jahr­hun­dert (wie sie sich in den momen­tan vor­han­de­nen VD17-Daten spie­gelt): Mit schö­ner Del­le im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg
  • [toread] My Night in Soli­ta­ry – NYTimes.com -

    If an inma­te acts up, we slam a steel door on him. Ad Seg allows a pri­son to run more effi­ci­ent­ly for a peri­od of time, but by pla­c­ing a dif­fi­cult offen­der in iso­la­ti­on you have not sol­ved the pro­blem — only delay­ed or more likely exa­cer­ba­ted it, not only for the pri­son, but ulti­mate­ly for the public. Our job in cor­rec­tions is to pro­tect the com­mu­ni­ty, not to release peop­le who are worse than they were when they came in.

  • Über­le­gun­gen zur gesell­schaft­li­chen Rele­vanz vasal­li­ti­scher Bezie­hun­gen in der Karo­lin­ger­zeit | Mit­tel­al­ter
  • 22. Fla­che Geschich­te | Geschich­te wird gemacht -

    Was sol­cher­art pro­du­ziert wird, ist eine fla­che Geschich­te, die kei­ne Win­kel und Kan­ten hat, kei­nen Wider­stand bie­tet, son­dern pro­blem­los unse­ren Erwar­tun­gen unter­wor­fen wird. Geschich­te wird zwei­di­men­sio­nal. Das ist in etwa so, als wür­den wir die Viel­falt einer Land­schaft mit der Land­kar­te ver­wech­seln, die wir von ihr ange­fer­tigt haben. Fla­che Geschich­te ist die beque­me Mög­lich­keit, sich von all den Kom­pli­ziert­hei­ten und Kom­ple­xi­tä­ten zu ver­ab­schie­den, die eine inten­si­ve (und damit …

  • Ham­bur­ger Hedo­nis­ten ent­tar­nen sich: „Ein rei­nes Schau­spiel“ – taz.de – Der „Pri­vat­do­zent des Hedo­nis­ti­schen Inti­tuts für ange­wand­te Popu­lis­mus­for­schung“ in Ham­burg über Popu­lis­mus und die Leich­tig­keit, Medi­en zu mani­pu­lie­ren:

    Natür­li­ch ist es kein Grund zu tri­um­phie­ren, zu sehen, wie weit sich der Jour­na­lis­mus von ursprüng­li­chen Idea­len ent­fernt hat. Aber gen­au das woll­ten wir ja auch errei­chen, mit einer hane­bü­che­nen Geschich­te und abstru­sen Falsch­be­haup­tun­gen in die Medi­en zu kom­men. Es ist natür­li­ch auch ein Spiel, das Spaß macht, wenn man sich mit e…

  • Bay­reu­ther Mani­fest zu Recht und Moral – Die Bey­reu­ther Juris­ten (?) schrei­ben ein Mani­fest zum Zusam­men­hang von Recht und Moral und den not­wen­di­gen und gewünsch­ten Ver­hal­tens­wei­sen eini­ger gesell­schaft­li­cher Akteu­re

    Wenn man aber weder ver­recht­li­chen noch mora­li­sie­ren will, muss man die Ori­en­tie­rung der Moral am Recht und die mora­li­sche Ver­bind­lich­keit des Rechts stär­ken. Recht und Moral betref­fen unter­schied­li­che Gel­tungs­sphä­ren, die nicht fusio­niert wer­den dür­fen, näm­li­ch die demo­kra­ti­sche und die auto­no­me Gesetz­ge­bung. …

Ins Netz gegangen (3.11.)

Ins Netz gegan­gen am 3.11.:

  • Face­book His­to­ry of the World | Col­le­ge­Hu­mor – groß­ar­tig und ziem­li­ch cool (auch wenn’s etwas Ame­ri­ka-las­tig ist): Eine kur­ze Geschich­te der Welt im Face­book-Sty­le
  • Sibyl­le Berg über Kul­tur­pes­si­mis­mus – hach, Sibyl­le Berg hat mal wie­der sehr recht – und bringt das aus­g­zeich­net auf den Punkt:

    All die Tex­te, in denen wir, Jahr­gang vor 1990, das Ver­schwin­den der kul­tu­rel­len Wer­te bewei­nen, sind für die Toi­let­te geschrie­ben. Oder noch nicht mal dafür, wir schrei­ben ja online. Es ist das Jam­mern Ster­ben­der, die dum­mer­wei­se zwi­schen zwei Zei­ten leben.

  • Bil­der im digi­ta­len Zeit­al­ter – Abge­schos­sen – Süddeutsche.de – Peter Rich­ter denkt in der Süd­deut­schen über den Umgang mit die­ver­sen For­men von Por­trät­fo­tos nach – beim Erstel­len wie beim Anschau­en und – wil­lent­li­chen oder unwil­lent­li­chen – Ver­brei­ten

    Halb­wüch­si­ge mai­len wie wild Sel­fies her­um, Frau­en weh­ren sich auf Reven­ge Porn gegen im Web kur­sie­ren­de frei­zü­gi­ge Bil­der von sich selbst und Hugh Grant fun­giert als Mona Lisa der Mugshots. Neue digi­ta­le Bild­for­ma­te zer­stö­ren unse­ren Ruf, set­zen gan­ze Exis­ten­zen aufs Spiel. Das Phä­no­men ist nicht neu. Aber Weg­schau­en hilft nicht.

  • Wacken-Fes­ti­val nutzt Car­go-Bikes « Velo­phil – Nicht nur das Wacken-Fes­ti­val, auch öko­no­mi­sch kal­ku­lie­ren­de Unter­neh­men ent­de­cken die Vor­tei­le von Las­ten­rä­dern:

    In gro­ßen Indus­trie­an­la­gen wer­den Las­ten­rä­der bereits seit Jahr­zehn­ten ein­ge­setzt. Timo Mes­ser­schmidt von der Fir­ma Wisag mach­te auf der Las­ten­rad­tagung in Ham­burg deut­li­ch, dass Unter­neh­mer mit den Car­go-Bikes auch rich­tig Geld spa­ren.

  • Edward Snow­den: Ein Flücht­ling, wie er im Buche steht – Poli­tik – Süddeutsche.de – Heri­bert Prantl spricht in sei­nem Kom­men­tar mal wie­der deut­li­che und wah­re Worte (die ver­mut­li­ch an den ent­schei­de­nen Stel­len aber wie­der mal nicht gehört und beach­tet wer­den wer­den):

    Man kann die Art von Spio­na­ge, die der NSA betrie­ben hat und wohl immer noch betreibt, als Staats­kri­mi­na­li­tät beschrei­ben. Snow­dens Han­deln mag in den USA straf­bar sein, weil er US-Geset­ze ver­letzt hat; wirk­li­ch kri­mi­nell sind die Zustän­de und die Machen­schaf­ten, die er anpran­gert.[…] Deutsch­land braucht Auf­klä­rung über die umfas­sen­den Lausch­an­grif­fe der USA. Die­ser Auf­klä­rung ist nur mit der Hil­fe von Snow­den mög­li­ch. Und Auf­klä­rung ist der Aus­gang aus selbst­ver­schul­de­ter Unmün­dig­keit.

Ins Netz gegangen (21.10.)

Ins Netz gegan­gen am 21.10.:

… aber man kann es mir nicht sagen, um mich selber vor meiner eigenen Privatsphäre zu schützen“

Erwin Pelzig unterhält sich mit Ilja Trojanow über Privatsphäre, Überwachung, repressive Dienstleistungen, digitale Analphabeten und universale digitale Menschenrechte und sagt viele kluge Sätze, z.B.: "Man muss dafür kämpfen, dass generell die Gesellschaft nicht überwacht wird, und nicht, dass man sich individuell versteckt." oder:
"Es geht nicht um atmosphärische Störungen im Schallraum der Menschenrechte, es geht um einen Paradigmenwechsel" - die totale Überwachung, die natürlich auch vollkommene Kontrolle jedes Einzelnen ermöglicht.

via Text & Blog

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Ins Netz gegan­gen am 2.10.:

  • Ili­ja Tro­ja­now: „Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung nichts zu tun haben“ | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat mit Ilja Tro­ja­now gespro­chen. Der ist auf­ge­bracht – nicht so sehr über die ame­ri­ka­ni­sche, son­dern – zu Recht – vor allem über die deut­sche Regie­rung. Denn die hät­te ja eigent­li­ch die Auf­ga­be, ihn – und uns alle – vor sol­chen Schi­ka­nen und Über­wa­chun­gen zu schüt­zen. Wenn sie denn ihre Ver­pflich­tung auf die Ver­fas­sung ern­st näh­me. Aber dass sie das nicht immer tut, ist ja kei­ne Neu­ig­keit …

    Die Taten­lo­sig­keit der Regie­rung macht mich wütend. Viel wüten­der als das Ein­rei­se­ver­bot. Die Bun­des­re­gie­rung hat die Pflicht, die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te ihrer Bür­ger zu schüt­zen. Und ich als deut­scher Staats­bür­ger füh­le mich ange­sichts die­ser in ihrem Umfang ja immer noch nicht über­schau­ba­ren Über­wa­chungs­sys­te­me in mei­nen Rech­ten abso­lut ange­grif­fen. Eine Bun­des­re­gie­rung, die einen Eid geschwo­ren hat, die­se Ver­fas­sung zu schüt­zen und über­haupt nichts unter­nimmt, hal­te ich für mehr als skan­da­lös. Das ist ein rich­ti­ger Ver­rat am eige­nen Volk
    […] Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung gar nichts zu tun haben. Sie ist so völ­lig unsen­si­bel gegen­über Bür­ger­rech­ten und Frei­heits­rech­ten. Sie ver­tritt mich nicht und des­we­gen will ich sie auch zu nichts auf­for­dern.

  • Schrift­stel­ler als Netz­ver­äch­ter: Vom Gen­re der Bes­ser­halb­wis­se­rei – FAZ – Sascha Lobo nutzt die Aus­ein­an­der­set­zung mit Bot­ho Strauß‘ „Plur­i­mi-Fak­tor“, um sei­ne eige­ne Hoff­nung für das Inter­net als gro­ße Aufklärungs-/Fortschritts-/Bildungsmaschine end­gül­tig zu begra­ben

    Das Netz und vor allem die sozia­len Netz­wer­ke haben unter Schrift­stel­lern vie­le Ver­äch­ter. Jüngst wag­ten sich Gün­ter Grass und Bot­ho Strauß her­vor. Der eine hat’s ver­geigt. Der ande­re weiß: Das Inter­net ist kein Bil­dungs­au­to­mat – man muss schon Bil­dung mit­brin­gen.

  • Ili­ja Tro­ja­nows Ein­rei­se­ver­bot: Will­kür und Frei­heit – FAZ – Ilja Tro­ja­now anläss­li­ch der Wei­ge­rung der USA, ihn ein­rei­sen zu lassen:<blockqutoe>Es ist mehr als iro­ni­sch, wenn einem Autor, der sei­ne Stim­me gegen die Gefah­ren der Über­wa­chung und des Geheim­staa­tes im Staat seit Jah­ren erhebt, die Ein­rei­se in das „land of the bra­ve and the free“ ver­wei­gert wird. Gewiss, ein klei­ner Ein­zel­fall nur, aber er illus­triert die Fol­gen einer desas­trö­sen Ent­wick­lung und ent­larvt die nai­ve Hal­tung vie­ler Bür­ger, die sich mit dem Man­tra „Das betrifft mich doch nicht“ beru­hi­gen. Das mag ja noch zutref­fen, aber die Ein­schlä­ge kom­men näher. Gegen­wär­tig erhal­ten die­se Bür­ger nur stil­le Post von den Geheim­diens­ten, aber eines nicht so fer­nen Tages wer­den sie die Rech­nung für ihre Arg­lo­sig­keit zuge­stellt bekommen.</blockqutoe>
  • AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fra­gen – Inland – FAZRT @netzpolitik: FAZ über die Bie­der­män­ner und Brand­stif­ter der AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fra­gen .
  • Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 | Schmalenstroer.net – Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 (via Publis­hed arti­cles)
  • Kom­men­tar Grü­ne Wahl­kampf­feh­ler: Das Rich­ti­ge fal­sch ver­kauft – taz.de – Ulrich Schul­te ana­ly­siert für die taz in mei­nen Augen sehr schlüs­sig und über­zeu­gend, war­um die Grü­nen bei der Bun­des­tags­wahl so schlecht abschnit­ten:

    Den Grü­nen kann nun man vor­wer­fen, dass sie zu sehr einen Arbei­ter­klas­sen-Sound bedien­ten, der an der zufrie­de­nen Mit­te vor­bei ziel­te, wie es Ex-Außen­mi­nis­ter Josch­ka Fischer tut. Aber man kann ihnen nicht vor­wer­fen, sie hät­ten die fal­schen Kon­zep­te ent­wi­ckelt. Ihr Pro­gramm war kom­plett gegen­fi­nan­ziert, es war prä­zi­se und ja, es war auch mutig.

    Das ist eine erschüt­tern­de Erkennt­nis die­ser Wahl. Die Grü­nen tra­ten mit dem ehr­lichs­ten Pro­gramm an, und sie wur­den dafür am här­tes­ten bestraft. Eine sol­che Mecha­nik passt gut in post­de­mo­kra­ti­sche Ver­hält­nis­se, sie ist aber für eine so papier­ver­lieb­te Par­tei, wie es die Grü­nen sind, kata­stro­phal.

    Auch sei­nen Schluss­fol­ge­rung: „Die Wäh­ler wol­len es offen­bar nicht so gen­au wis­sen. Sie möch­ten nicht gequält wer­den mit Details.“ ist wohl lei­der nicht fal­sch …

Ins Netz gegangen (5.9.)

Ins Netz gegan­gen am 5.9.:

  • US and UK spy agen­ci­es defeat pri­va­cy and secu­ri­ty on the inter­net | theguardian.com – Wer jetzt noch glaubt, das sei ja alles nicht so schlimm, was Ame­ri­ka­ner und Bri­ten beim Lau­schen und Abhö­ren trei­ben, soll­te wohl wirk­li­ch in den Wald gehen:

    The docu­ments show that the agen­cy has alre­a­dy achie­ved ano­ther of the goals laid out in the bud­get request: to influ­en­ce the inter­na­tio­nal stan­dards upon which encryp­ti­on sys­tems rely.

    Inde­pen­dent secu­ri­ty experts have long sus­pec­ted that the NSA has been intro­du­cing weak­nes­ses into secu­ri­ty stan­dards, a fact con­fir­med for the first time by ano­ther secret docu­ment. It shows the agen­cy worked covert­ly to get its own ver­si­on of a draft secu­ri­ty stan­dard issued by the US Natio­nal Insti­tu­te of Stan­dards and Tech­no­lo­gy appro­ved for world­wi­de use in 2006.

    […]

    Pro­ject Bull­run deals with NSA’s abili­ties to defeat the encryp­ti­on used in spe­ci­fic net­work com­mu­ni­ca­ti­on tech­no­lo­gies. Bull­run invol­ves mul­ti­ple sour­ces, all of which are extre­me­ly sen­si­ti­ve.“ The docu­ment reveals that the agen­cy has capa­bi­li­ties again­st wide­ly used online pro­to­cols, such as HTTPS, voice-over-IP and Secu­re Sockets Lay­er (SSL), used to pro­tect online shop­ping and ban­king.

  • N.S.A. Foils Much Inter­net Encryp­ti­on – NYTimes.com – Auch die NYT berich­tet über die Mög­lich­kei­ten der NSA, Ver­schlüs­se­lun­gen zu kna­cken:

    The Natio­nal Secu­ri­ty Agen­cy is win­ning its long-run­ning secret war on encryp­ti­on, using super­com­pu­ters, tech­ni­cal tri­cke­ry, court orders and behind-the-sce­nes per­sua­si­on to under­mi­ne the major tools pro­tec­ting the pri­va­cy of ever­y­day com­mu­ni­ca­ti­ons in the Inter­net age, accord­ing to new­ly dis­clo­sed docu­ments.
    […] By this year, the Sigint Enab­ling Pro­ject had found ways insi­de some of the encryp­ti­on chips that scram­ble infor­ma­ti­on for busi­nes­ses and govern­ments, eit­her by working with chip­ma­kers to ins­ert back doors or by sur­rep­ti­tious­ly exploit­ing exis­ting secu­ri­ty flaws, accord­ing to the docu­ments. The agen­cy also expec­ted to gain full unen­cryp­ted access to an unnamed major Inter­net pho­ne call and text ser­vice; to a Midd­le Eas­tern Inter­net ser­vice; and to the com­mu­ni­ca­ti­ons of three for­eign govern­ments.

  • TV-Wahl­kampf: Nur was für Pen­sio­nä­re | ZEIT ONLINE – Khue Pham über Wahlen, Wahl­kampf und Fern­se­hen:

    Deutsch­land, so die Kanz­le­rin und der Kan­di­dat, gehe es gut. Doch wie gut kann es uns gehen, wenn sich der größ­te Streit­punkt an Pen­sio­nen ent­zün­det? Ist das die ein­zi­ge Zukunfts­vi­si­on, die sie sich, uns und die­sem Land zutrau­en?

  • Eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on in Syri­en wäre nicht legal – Sven Simon über die Lega­li­tät einer (wie auch immer gear­te­ten) mili­tä­ri­schen Inter­ven­ti­on in Syri­en als Reak­ti­on auf den Ein­satz von che­mi­schen Waf­fen:

    Ein nicht vom Sicher­heits­rat auto­ri­sier­ter Mili­tär­schlag gegen Syri­en bleibt also völ­ker­recht­li­ch grund­sätz­li­ch ver­bo­ten – unab­hän­gig davon ob der Ein­satz che­mi­scher Waf­fen nach­ge­wie­sen wer­den kann oder nicht. Ob der Sicher­heits­rat eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on expli­zit ablehnt oder erst gar nicht über ein mili­tä­ri­sches Ein­grei­fen abge­stimmt wird, ist für die völ­ker­recht­li­che Bewer­tung nicht ent­schei­dend. Aber weder der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent noch der Kon­gress der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ist zu einer „Straf­ak­ti­on“ berech­tigt.

  • Im Gespräch: Juli­an Nida-Rüme­lin: „Wir soll­ten den Aka­de­mi­sie­rungs­wahn stop­pen“ – FAZ – Juli­an Nida-Rüme­lin im Inter­view über Bil­dung, Aus­bil­dung, Uni­ver­si­tä­ten, Markt und Per­son und die Ver­än­de­run­gen der letz­ten Jah­re in Deutsch­land, inklu­si­ve PISA („Wenn Sie gen­au hin­schau­en, erken­nen Sie, dass das gan­ze Pisa-Pro­gramm auf beruf­li­che Ver­wert­bar­keit und nicht auf Per­sön­lich­keits­bil­dung aus­ge­rich­tet ist“):

    Es fin­det gegen­wär­tig kei­ne Bil­dungs­ex­pan­si­on statt, die sozia­le Selek­ti­vi­tät in Deutsch­land ist skan­da­lös hoch, höher als in den sieb­zi­ger Jah­ren. Ich bin sehr für eine durch­dach­te Bil­dungs­ex­pan­si­on. Wir wer­den bald 60 Pro­zent Stu­di­en­be­rech­tig­te pro Jahr­gang haben, in man­chen Städ­ten lie­gen wir schon bei 70 Pro­zent. Mei­ne The­se ist, dass sich dar­aus eine neue Qua­li­tät ergibt – eine nega­ti­ve. Wir gefähr­den den Kern des deut­schen Wirt­schafts­mo­dells, die auf exzel­len­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen begrün­de­ten mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men, die auf dem Welt­markt mit­spie­len kön­nen.

    Schön, dass er sich auch von der FAZ nicht in die par­tei­po­li­ti­sche Ecke (SPD) abdrän­gen lässt …

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