Ins Netz gegangen (4.9.)

Milada Vigerova

Ins Netz gegan­gen am 4.9.:

  • Bin­gen dringt auf Besei­ti­gung der poli­ti­schen Paro­le auf Rüdes­hei­mer Sei­te → eigent­li­ch eine lokal­pos­se, aber eine sehr bezeich­nen­de und typi­sche: als gegen­ak­ti­on zum afd-par­tei­tag in bin­gen hat jemand auf der gegen­über­lie­gen­den rhein­sei­te in rüdes­heim wein­berg­mau­ern mit der schö­nen paro­le „natio­na­lis­mus ist kei­ne lösung“ beschrif­tet. die bin­ge­ner hät­ten das jetzt ger­ne weg – weil es angeb­li­ch dem tou­ris­mus (!) scha­det …
  • Why Tim Ber­ners-Lee is no fri­end of Face­book | The Guar­di­an → die nahe­lie­gen­de lösung: weil face­book ein geg­ner des offe­nen net­zes ist …
  • Jan Robert von Ren­es­se: Rich­ter Mund­tot | Zeit → die „zeit“ berich­tet von sehr unschö­nen vor­gän­gen – man muss das eigent­li­ch mau­sche­lei­en nen­nen – in der jus­tiz, wenn es um wie­der­gut­ma­chung von natio­nal­so­zia­lis­ti­schem unrecht – hier: ren­ten für ghet­to-arbeit – geht
  • Land­wirt­schaft: Sie duzen sich, sie strei­ten sich | Zeit → die „zeit“ hat den grü­nen land­wirt­schafts­mi­nis­ter von schles­wig-hol­steing, robert habe­ck, mit dem dor­ti­gen bau­ern­ver­bands-prä­si­den­ten klaus-peter lucht tref­fen und reden las­sen. eine inter­es­san­te sache, ein sach­li­cher, har­ter streit
  • Letz­ter Brief von König Lud­wig II. – Staats­streich auf Baye­ri­sch | Süd­deut­sche → die süd­deut­sche über den letz­ten brief lud­wigs II., der dar­auf hin­weist, dass er evtl. gar nicht so ver­rückt war, wie bis­her ange­nom­men

    Die­se Zei­len zei­gen auf, dass Lud­wig II. geis­tig in der Lage war, die ihm dro­hen­de Gefahr zu sehen. Das bestä­tigt auch Ger­hard Immler, Lei­ten­der Archiv­di­rek­tor am Baye­ri­schen Haupt­staats­ar­chiv, einer der bes­ten Ken­ner des Lud­wig II.-Nachlasses.

    Aller­dings habe der König selt­sam reagiert, sagt Immler. Es gelang ihm nicht, die für ihn rich­ti­gen Schrit­te ein­zu­lei­ten. Er hat die Lage, in der er sich befand, miss­ge­deu­tet. „Er bewer­te­te die Vor­gän­ge nicht vor dem Hin­ter­grund der Ver­fas­sung, son­dern wohl als Akt eines Königs­dra­mas à la Shake­speare“, sagt Immler.

    und den wort­laut des brie­fes gibt es dort auch zu lesen.

  • Por­trät ǀ Musi­ker mit Bot­schaft — der Frei­tag → ein inter­es­san­tes por­trät über mar­kus rindt, den inten­dan­ten der dresd­ner sin­fo­ni­ker, der mit sei­nem durch­aus poli­ti­schen (und zeit­ge­nös­si­schem) pro­gramm manch­mal gehö­rig aneckt

Musik und Bratwurst

ganz ver­ges­sen, des­halb zwei Wochen spä­ter noch mein Text zu der – mei­nes Erach­tens – reich­li­ch über­flüs­si­gen Wer­be- und Selbst­be­weih­räu­che­rungs­ver­an­stal­tung der Schott-Wer­ke. Der logis­ti­sche Auf­wand steht jeden­falls weder in einem Ver­hält­nis zum künst­le­ri­schen Ertrag (der ist Null) noch zum erziel­ten Spen­den­auf­kom­men. Und der Musik wird mit so Späß­chen auch kein Gefal­len getan, auch wenn sie – Open Air, Event, kos­ten­los … – angeb­li­ch der Popu­la­ri­sie­rung der klas­si­schen Musik die­nen (sol­len): Die Musik über­lebt den gan­zen Klim­bim ein­fach nicht, was raus­kommt, ist maxi­mal auf dem Niveau des Klas­sik-Radi­os. Und dazu brau­che ich den Auf­wand ein­fach nicht, das Geld (ich möch­te gar nicht wis­sen, was das alles gekos­tet hat, die­ser rie­si­ge tech­ni­sche Auf­wand und die gan­zen dumm her­um­ste­hen­den „Security“-Typen …) hät­te man sinn­vol­ler ein­set­zen kön­nen.

Aber für die Main­zer Rhein-Zei­tung woll­te ich nicht ganz so böse sein ;-):

Unge­fähr 130 Kin­der sind nötig, dazu noch ein aus­ge­wach­se­nes Orches­ter und der Ver­mitt­lungs-Diri­gent Jus­tus Frantz sind dafür in Mainz. Das Pro­jekt heißt ja auch „Kin­der musi­zie­ren mit Jus­tus Frantz“, es war schon der neun­ter Work­shop, den Schott orga­ni­siert und finan­ziert hat. Erfah­rung soll er den Kin­dern ver­mit­teln, das Orches­ter­spiel sol­len sie mit und bei den Pro­fis der Phil­har­mo­nie der Natio­nen ken­nen ler­nen und üben. Und ein Abschluss­kon­zert springt auch noch dabei raus, eine gro­ße Par­ty am Fort Mala­koff, mit schwim­men­der Büh­ne, Brat­wurst, Bier und Groß­bild­pro­jek­ti­on, so dass auch die übri­gen Main­zer etwas davon haben.

Das ist eine ziem­li­ch auf­wän­di­ge Sache – so auf­wän­dig, dass zum geplan­ten Beginn um 19 Uhr noch ncihts pas­siert und ein Groß­teil des Publi­kums sich noch vor den Ein­gän­gen staut. Nur die Plät­ze auf den Bier­zelt­gar­ni­tu­ren sind schon alle belegt. Aber Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge und „VIPs“ bekom­men ja beque­me Stüh­le. Doch das dau­ert, bis die besetzt sind. Der­weil kann sich die Tech­nik auch noch in Ruhe vor­be­rei­ten, die Regen­schutz­hül­len von den Laut­spre­chern ent­fer­nen, die Mikro­fo­ne noch ein­mal zurecht rücken und die Kame­ras in Posi­ti­on brin­gen.

Irgend­wann ist es dann so weit, das über­gro­ße Orches­ter hat auf der schwim­men­den Büh­ne Platz genom­men und begeis­ter­ten das gro­ße Publi­kum sofort: Der „Kugel­flug“, eine erwei­ter­te Form der Hin­ter­grund­mu­sik des Deut­schen Pavil­lons auf der Welt­aus­stel­lung in Shang­hai, zog mit ein­gän­gi­gen Melo­dien und inter­es­san­ten Far­ben in den Bann. Ganz klas­si­sch dage­gen die Egmont-Ouver­tü­re von Lud­wig van Beet­ho­ven, die von den Kin­dern und den Pro­fis mit gro­ßem Ern­st und viel Wucht musi­ziert wur­de. Rich­tig beein­dru­ckend war vor allem aber Mode­st Mus­sorgs­ki­js gro­ße sin­fo­ni­sche Dich­tung „Die Nacht auf dem kah­len Ber­ge“, in der sich das 200-Mann-Orches­ter als leben­di­ges und orga­ni­sches Instru­ment prä­sen­tier­te.

Die Phil­har­mo­nie der Natio­nen ergänz­te das noch ganz roman­ti­sch mit Ser­geij Rach­ma­ni­nows zwei­tem Kla­vier­kon­zert – aber das war nicht die Haupt­sa­che. Dem Solis­ten Jose­ph Moog wur­de dafür nicht ein­mal ein Flü­gel zur Ver­fü­gung gestellt, er mus­s­te sich am Kon­zert­kla­vier quä­len – das ist unge­fähr so, wie einen For­mel-1-Fah­rer mit einem Smart gegen sei­ne voll aus­ge­rüs­te­ten Kol­le­gen antre­ten zu las­sen. Ent­spre­chend beschei­den war das Ergeb­nis. Aber das konn­te die Stim­mung kaum trü­ben, zumal Jus­tus Frantz die Kin­der gleich noch zu meh­re­ren Zuga­ben auf die Büh­ne hol­te.

Blick auf die Bühne im Rhein

wieder auf den rhein

sie sol­len ihn nicht haben
den frei­en deut­schen Rhein
ob sie wie gie­ri­ge Raben
sich hei­ser dana­ch schrein

So lang er ruhig wal­lend
sein grü­nes Kleid noch trägt
so lang ein Ruder schal­lend
In sei­ne Woge schlägt

Sie sol­len ihn nicht haben,
den frei­en deut­schen Rhein,
so lang sich Her­zen laben
an sei­nem Feu­er­wein

so lang in sei­nem Stro­me
noch fest die Fel­sen stehn,
so lang sich hohe Dome
in sei­nem Spie­gel sehn

Sie sol­len ihn nicht haben
Den frei­en deut­schen Rhein

so schrieb niko­las becker 1840. dar­an mus­s­te ich den­ken, als ich heu­te nach lan­ger absti­nenz mal wie­der mein boot zu was­ser ließ (es war ziem­li­ch ein­ge­staubt im boots­haus inzwi­schen …). schön war’s wie­der, gemüt­li­ch auf dem gro­ßen strom unter­wegs zu sein. auch wenn die blö­den was­ser-motor­rä­der oder wie auch immer sie hei­ßen einen hei­den­lärm ver­st­an­stal­tet haben. mei­ne klei­ne tour führ­te mich nur bis gins­heim und wie­der zurück – knapp zwei stun­den rei­chen für den wie­der­ein­stieg. zumal das wet­ter es span­nend mach­te: beim start war es zwar etwas bewölkt, aber noch sehr freund­li­ch. der leich­te wind frisch­te dann auf und brach­te regen- und gewit­ter­wol­ken mit sich. schön war das, dem wet­ter­wech­sel zuzu­schau­en: wie der him­mel und die luft die typi­sche vorregen/gewitterfärbung zwi­schen gelb, grau und stahl­blau annahm. wie dann der rhein­gau im regen ver­schwand. und wie die regen­wand immer näher kam, anfing mainz zu ver­schlu­cken. ich dach­te zunächst noch, ich käme unge­scho­ren davon. aber kurz ober­halb der eisen­bahn­brü­cke süd zog die regen­wol­ke dann auch über mich hin­weg – so schlimm war es aber gar nicht. und kurz vorm anlan­den hör­te es auch schon wie­der auf … jetzt müs­sen sich aus­nahms­wei­se heu­te mal die arme erho­len …

deutschland ist schön

sogar bei einem sol­ch unan­ge­neh­men wet­ter wie heu­te. und wie schön, erfährt man beim lau­fen immer wie­der neu. heu­te bin ich eine neue stre­cke ange­gan­gen: von elt­vil­le nach kied­rich, dort auf den rhein­steig und dem fol­gend über schlan­gen­bad und wies­ba­den-biebrich zurück nach mainz. mein gar­min sagt, das waren 39 kilo­me­ter. und es ist eine schö­ne stre­cke. bei sol­ch mie­sem wet­ter war sie auch (fast) ganz leer: auf den ers­ten 25 km bin ich gen­au zwei mal leu­ten auf dem weg begeg­net – kurz hin­ter der kied­ri­cher burg einem wan­dern­den paar, etwas spä­ter einen wald­ar­bei­ter – das war’s dann auch schon. dafür hat’s durch­weg genie­selt. lei­der hat es aus­ge­rech­net auf den letz­ten 10 km dann so rich­tig gereg­net. und dabei habe ich mir natür­li­ch die gera­de erst wie­der ver­heil­ten brust­war­zen erneut schön auf­ge­scheu­ert. und wie­der war es vor allem die lin­ke, die schön geblu­tet hat. selt­sam, eigent­li­ch hat­te ich in den letz­ten jah­ren damit über­haupt kei­ne pro­ble­me. und jetzt immer wie­der …

selt­sam war aller­dings, dass ich gro­ße pro­ble­me bei den berg­auf-pas­sa­gen hat­te: da war ich immer aus­ge­spro­chen schnell sehr fer­tig. zwei stel­len bin ich auch gegan­gen – aber damit hat­te ich gerech­net: die anstie­ge zur kied­ri­cher burg und von frau­en­stein aus zum aus­sichts­turm kann man (zumin­dest ich) nicht sinn­voll lau­fend bewäl­ti­gend – das ist ein­fach zu steil. inter­es­sant war dann aller­dings, dass ich am ende doch noch genug kraft hat­te, ziem­li­ch viel gas zu geben und so den schnitt noch ein wenig auf­bes­sern konn­te.

die rou­te ist hier anzu­schau­en: kli­ck.

zum rhein, zum rhein, zum deutschen rhein!“

web: rhein­steig
stre­cke: rüdes­heim – lor­ch (24,5 km, 660 Höhen­me­ter hin­auf (und auch wie­der run­ter, denn wir kehr­ten ja zum rhein zurück))
kar­te: oberes mit­tel­rhein­tal, 1:25000. isbn 3–89637-365-x

der halb­ma­ra­thon (mit neu­er best­zeit) am sams­tag hat­te mich noch nicht genug gefor­dert: trotz rest-mus­kel­ka­ter ging es am mon­tag schon wie­der los. die­ses mal aber in erheb­li­ch gemüt­li­che­rem tem­po – näm­li­ch wan­dernd. weil das wet­ter gera­de so schön war, haben dani­el, ulrich und ich kur­zer­hand beschlos­sen, wenigs­tens einen tag am rhein­steig zu ver­brin­gen. unse­re tour begann in rüdes­heim. eigent­li­ch aber schon vor­her: um 6.45 uhr fuhr der zug in mainz ab, der dani­el und mich zunächst nach wies­ba­den brach­te, wo wir in den regio­nal­zug nach koblenz umstie­gen. in erbach (rhein­gau) nah­men wir dann noch ulrich an bord und konn­ten kurz vor acht bereits in rüdes­heim auf den zubrin­ger-weg zum rhein­steig loss­tie­feln.

zunächst ging es durch die rüdes­hei­mer wein­ber­ge (teil­wei­se mit dem brahms-pfad und sei­nen kryp­ti­schen tafeln) hin­auf zum nie­der­wald-denk­mal mit der ger­ma­nia, das um die­se tages­zeit noch voll­kom­men men­schen­leer war (und dadurch umso ange­neh­mer). zuvor aber noch kur­zer halt an der tem­pel­hal­le, um ein wenig schil­ler zu rezi­tie­ren (dani­el sprach „das glück“, ich die bei­den weni­ger inter­es­san­ten xeni­en zum rhein). dann gin­gen wir die paar meter wei­ter zur ger­ma­nia – natür­li­ch mit pathe­ti­schem vor­trag (sin­gen woll­ten wir es dann doch nicht) der dort auch ein­ge­schrie­be­nen „wacht am rhein” – so viel patrio­tis­mus muss sein ;-).

und schon gings wei­ter, durch den nie­der­wald mit immer wie­der schö­nen aus­bli­cken über das rhein­tal zum jagd­schloss ass­manns­hau­sen und dann auch gleich steil hin­un­ter nach ass­mans­hau­sen – immer­hin eini­ge weni­ge wan­de­rer begeg­ne­ten uns hier. auf der ande­ren sei­te des ortes mar­schier­ten wir sofort wie­der hoch, durch die wein­ber­ge am höl­ler­berg – bis zur ers­ten rast bzw. dem zwei­ten früh­stück mit herr­li­chem aus­bli­ck über rhein­tal und die burg rhein­stein auf der ande­ren sei­te des flus­ses. lei­der war die fern­sicht vor­mit­tags noch nicht so toll, immer noch leicht duns­tig. und auch das wet­ter war noch ein wenig hin- und her­ge­ris­sen: ziem­li­ch wech­sel­haft bewölkt, immer wie­der blies ein küh­les lüft­chen ein wenig abküh­lung – vor allem natür­li­ch auf den hügeln oben.

wei­ter ging es dann aus dem wein­berg wie­der hin­aus und über den schma­len – und sehr idyl­li­schen – fel­sen­pfad und den pan­oram­weg, schließ­li­ch dann auf dem fels­weg am bann­wald (dem zukünf­ti­gen urwald) hin­über nach boden­tal, wo dann schon der frei­staat fla­schen­hals beginnt. und dann war es auch schon nicht mehr nach lor­ch. immer quer am hang ent­lang geht der weg, mit schö­nen bli­cken, die wir genauso genos­sen wie die ruhe im wald: men­schen begeg­ne­ten wir nur sehr weni­gen. nach einer wei­te­ren kur­zen rast bei mitt­ler­wei­le ein­wand­frei strah­len­dem son­nen­schein lag dann auch schon der abstieg in den ort lor­ch vor uns, wo mit­tags gera­de kein offe­nes café zu fin­den war. ein kur­zer bli­ck in die kir­che (mit schö­ne vor­hal­le) und wei­ter zum bahn­hof, der etwas außer­halb rhein­auf­wärt gele­gen ist. und kurz dana­ch kam auch schon der zug, der uns wie­der das rhein­tal hin­auf beför­der­te. in erbach stie­gen wir dann alle aus und wan­del­ten gemüt­li­ch zum haus von ulrichs eltern, die uns noch mit einer lukul­li­schen ver­pfle­gung ver­wöhn­ten, bevor dani­el und ich uns dann am abend auf den rück­weg nach mainz mach­ten.

noch mehr schö­ne bil­der (von dani­el) gibt es auf die­ser web­sei­te.

die petersaue auf dem wasser

lau­fend habe ich die peter­saue über die kai­ser­brü­cke unter­halb von mainz ja schon öfters über­quert. heu­te habe ich sie zum ers­ten mal mit dem kajak umrun­det. dazu bin ich ein­fach vom mkv–boots­haus den rhein hin­un­ter, unter der theo­dor-heuss-brück hin­durch und dann halb nach links, um auf dem haupt­strom bis zum unte­ren ende der peter­saue zu pad­deln. so habe ich auch den zoll- und bin­nen­ha­fen mit sei­nen schö­nen con­tai­ner-sta­peln auch mal vom was­ser aus gese­hen. nach gen­au fünf kilo­me­tern ist die unte­re spit­ze erreicht und es ging wie­der fluss­auf­wärts: durch die dyck­er­hoff-anla­gen (auch nciht gera­de sehr schön) immer wei­ter, unter der kai­ser­brü­cke durch bis kurz vor die theo­dor-heuss-brü­cke. dort habe ich dann kurz über­legt: soll ich noch ein­mal auf die wies­ba­de­ner rhein­sei­te hin­über? ich war gera­de ziem­li­ch in der mit­te… da der rhein gera­de frei von last­schif­fen war, habe ich mich dann ent­schlos­sen, schon hier auf die main­zer sei­te zu wech­seln. das war dann aber ein recht anstren­gen­dens unter­fan­gen: der wind blies ziem­li­ch ordent­li­ch und direkt unter­halt der theo­dor-heuss-brü­cke ist der rhein nciht nur ziem­li­ch geschwind, son­dern auch sehr unru­hig. lang­sam und zäh kämpf­te ich mich durch, kurz nach der brü­cke, etwa ab dem pegel mainz (heu­te: 322) ging es dann etwas leich­ter. wegen der doo­fen anle­ge­stel­len für die pas­sa­gier­boo­te mus­s­te ich aber recht weit im rhein pad­deln, was die sache ziem­li­ch lang­sam gemacht hat. so schub ich mich stück für stück an das boots­haus – und mus­s­te wie­der ein­mal fest­stel­len, dass unser anlie­ger offen­bar zu leicht­ge­wich­tig ist: der tanzt auf dem was­ser ziem­li­ch hef­tig her­um … und wenn ich dann da drauf ste­he und mir etwa die schu­he anzie­hen will, wer­de ich schon fast see­krank – das ist ziem­li­ch hef­tig für mich – viel schlim­mer jeden­falls als ich es je im kajak erlebt habe. für die 10 kilo­me­ter habe ich dann 1 stun­de und 45 minu­ten gebraucht – das hat aber auch gereicht, denn inzwi­schen waren die wol­ken ziem­li­ch dun­kel gewor­den, das licht sah sehr gebli­ch-gewitt­rig aus – eine ver­hei­ßung, die sich aber lei­der doch nciht  erfüll­te. denn ein wenig abküh­lung wäre schon gut gewe­sen.

mal wieder paddeln

nach der absti­nenz der letz­ten wochen (der mara­thon war erst ein­mal wich­ti­ger …) bin ich heu­te mal wie­der ins kajak gestie­gen. es ging auch noch ganz gut ;-). aber viel kraft in den armen habe ich im moment nicht gera­de. gepad­delt bin ich die klas­si­sche nach­mit­tags-rou­te: vom boots­haus den rhein hin­auf, in den gins­hei­mer alt­rhein bis zum stein­damm, dort umset­zen in den rhein und mit der strö­mung wie­der zurück nach mainz. obwohl es mir zunächst gar nicht so warm vor­kam, war das doch eine recht schweiß­trei­ben­de ange­le­gen­heit – nun gut, ca. 27 °C sind auch nicht gera­de wenig. und obwohl es mir eigent­li­ch recht bewölkt vor­kam, habe ich doch recht viel son­ne abbe­kom­men in den drei stun­den pad­deln: die umris­se der uhr und des gps-emp­fän­gers sind recht deut­li­ch zu erken­nen auf mei­nem lin­ken arm. dabei war ich vor­her ja auch schon nicht mehr ganz weiß …

Paddelstrecke 23.5.2007

Pad­del­stre­cke 23.5.2007

es ist angepaddelt.

ja, tat­säch­li­ch, es ist schon wie­der so weit. pünkt­li­ch zum früh­jahrs­an­fang und der zeit­um­stel­lung hat heu­te das ofi­zi­el­le anpad­deln des main­zer kanu-ver­eins und des kanu­ver­bands rhein­hes­sen statt­ge­fun­den: von gun­ters­blum nach mainz ging es. und es war zum glück auch ein schö­ner tag. der regen hat­te glück­li­cher­wei­se in der nacht auf­ge­hört, ab und an kam sogar die son­ne her­aus. der wind blies zwar recht ordent­li­ch, aber das macht ja nix – dafür gibt es ja pad­del­ja­cken. ich war – zum ers­ten mal in mei­nem leben – im 7er kana­di­er unter­wegs. ganz inter­es­sant, so ein pott – erstaun­li­ch, wie flüs­sig und doch recht leicht sich so ein schiff bewe­gen und steu­ern lässt. aber so ein einer-kajak ist mir doch ange­neh­mer. sehr sport­li­ch waren wir damit aber auch nicht unter­wegs. zunächst hieß es zwar früh auf­ste­hen – der zug ver­ließ mainz bereits um 7.52 uhr – aber dann pas­sier­te eigent­li­ch erst ein­mal recht wenig. in gun­ters­blum muss­ten wir natür­li­ch noch vom bahn­hof zum rhein kom­men, das meis­te davon sind wir gelau­fen. dann gab es erst ein­mal früh­stück – eine recht lang­wie­ri­ge sache. um punkt 10.30 uhr – und auch ja kei­ne minu­te frü­her – ging es dann los, den rhein hin­ab. nach knapp andert­halb stun­den waren wir bereits in nacken­heim, wo wir für die mit­tags­pau­se ein­kehr­ten. dana­ch ging es dann auf die rest­li­chen 11 km – immer kreuz und quer über den rhein, inklu­si­ve des einen oder ande­ren kehr­was­sers und dem kur­zen sur­fen auf einer ste­hen­den wel­le. als wir über die blei­aue in den acker ein­ge­fah­ren sind, hat­ten wir noch eine kur­ze, uner­freu­li­ch begeg­nung mit der was­ser­po­li­zei, die plötz­li­ch wis­sen woll­te, dass wir nicht hät­ten in die blei­aue ein­fah­ren dür­fen, weil das schild „a1” dies uns ver­weh­ren soll­te. immer­hin konn­ten wir noch in erfah­rung brin­gen, dass „a1” das übli­ch „einfahrt-verboten”-schild ist. aber gese­hen hat es von uns auch kei­ner. abge­se­hen davon wuss­te auch im mkv nie­mand davon – nur von dem ver­bot der ein­fahrt für moto­ri­sier­te boo­te – aber selbst ein c7er hat halt kei­nen motor, son­dern nur sie­ben padd­ler (im unse­ren fall sogar nur sechs). nun­ja, die was­ser­po­li­zei ließ uns dann gnä­dig von dan­nen zie­hen …

zum steindamm, die erste

heu­te war ich zum ers­ten mal mit den leu­ten vom main­zer kanu­ver­ein unter­wegs, auf ihrer stan­dard­tour: den rhein hoch bis kurz hin­ter die auto­bahn­brü­cke, dort dann in den gins­hei­mer alt­rhein bis zu des­sem ende, dem soge­nann­ten stein­damm, wo immer ein paar spie­ler mit ihren minia­tur­boo­ten her­um­wu­seln, weil es beim ein­fluss des rheins in den alt­rhein eine klei­ne wel­le, je nach was­ser­stand wohl auch mit klei­ner wal­ze, gibt. heu­te war recht wenig was­ser, also rela­tiv harm­los – nur eben mit ordent­li­cher strö­mung. vom rhein aus hät­te man durch­aus auch mit mei­nem boot durch­fah­ren kön­nen, also recht unspek­ta­ku­lär. wir sind dann aller­dings nicht über den damm geklet­tert und den rhein mit dem fluss hin­un­ter, son­dern im alt­rhein­arm wie­der zurück­ge­fah­ren. eine sehr schö­ne, sehr ruhi­ge stre­cke. und das wet­ter war wun­der­bar: son­nig mit nur leich­ter bewöl­kung, wie­der viel zu warm für ende novem­ber… ich bin bar­fuss und mit kur­zer hose gefah­ren, was auf dem rück­weg frei­li­ch dann doch zunehmd etwas kalt wur­de, mei­ne füße waren sehr schön durch­ge­fro­ren. außer­dem habe ich fest­stel­len müs­sen, dass mir für sol­che fahr­ten noch etwas wesent­li­ches fehlt: eine boots­be­leuch­tung, eine rund­um­lam­pe wie sie immer­hin eini­ge der ande­ren (selbst­ge­baut aus taschen­lam­pen.…) auf ihr heck setz­ten. denn bis wir aus dem alt­rhein wie­der in den rhein kamen, war es tat­säch­li­ch schon fast ganz dun­kel – das ist so ganz ohne lam­pe dann ziem­li­ch ris­kant. die was­ser­po­li­zei ist zwar an uns vor­bei­gerauscht, hat aber nicht geme­ckert, dass wir immer­hin zwei von sechs boo­ten ohne beleuch­tung hat­ten… nun, auf die idee war ich bis­her auch noch gar nicht gekom­men.

saisoneröffnung auf dem altrhein

23. april 2006: – so, die neue sai­son ist end­li­ch eröff­net, ganz klas­si­sch mit einer küh­kopf-run­de. (das reicht für mei­ne arme und schul­tern nach der lan­gen win­ter­pau­se auch mehr als genug). auf der hin­fahrt erhei­tern wir uns an einem hüb­schen text aus dem kanu­ma­ga­zin, den thors­ten mit­ge­bracht hat: sze­nen eines video­abends unter padd­lern. da joa­chim sein boot inzwi­schem im ver­eins­heim des kc darm­stadt in erfel­den lagert, erweist sich die gan­ze unter­neh­mung als herr­li­ch unkom­pli­ziert. und da mein com­bi noch in erbach im win­ter­schlaf liegt, war ich im pri­jon bar­ra­cu­da von thors­ten unter­wegs – ein wenig eng für mich, aber eigent­li­ch ein sehr schö­nes boot, wenn es nur nicht so blöd­sin­nig schwer wäre. auf der stre­cke kei­ne beson­de­ren vor­komm­nis­se, der rhein hat immer noch sehr viel was­ser, so dass die rast­plät­ze man­gel­wa­re sind. aber wir fin­den trotz­dem einen. und geben so dem zwei­er, der fast zeit­gleich mit uns gestar­tet ist, eine chan­ce, uns wie­der zu über­ho­len… mit knapp drei stun­den waren wir dann doch recht flott unter­wegs. und die kraft reich­te auch noch für einen kur­zen test von joa­chims stream­li­ner, der mir aller­dings nicht so beson­ders zusagt, weil er zwar ohne zwei­fel ein her­vor­ra­gen­des boot ist, aber für mich zu viel geschwin­dig­keit ver­langt – im lang­sa­men tem­po ist er doch arg unru­hig und kip­pe­lig, das macht (mir) kei­nen beson­de­ren spaß.