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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Kapitalisten

Die Kapi­ta­lis­ten füh­ren sich auf, als woll­ten sie zur Mensch­heit gar nicht gehö­ren.
Na schön. Diet­mar Dath: Maschi­nen­win­ter. Wis­sen, Tech­nik, Sozia­lis­mus. Eine Streit­schrift. Frank­furt am Main: Suhr­kamp 2008 (edi­ti­on unseld, 8), 86

schöner spätsommerlicher septemberlauf

bei herr­lichs­tem lauf­wet­ter – pure son­ne, blau­er him­mel, ange­nehm küh­le spät­som­mer­tem­pe­ra­tu­ren – bin ich am sams­tag eine wun­der­schö­ne gro­ße run­de durch die oden­wäl­der hügel gelau­fen: von erbach nach bull­au, über bullau­er bild und jäger­tor nach würz­berg, wei­ter nach man­gels­bach und von dort über den loch­brun­nen ins bay­ri­sche box­brunn. von da aus dann ein stück stra­ße nach eul­bach, wo ich wie­der auf die wald­we­ge abbog und über das haber­manns­kreuz nach erbach zurück­kehr­te: etwas mehr als 35 kilo­me­ter mit ca. +/- 640 höhen­me­tern in genau 3 stun­den (die stre­cke bei gpsies​.com: klick) – sehr schön war das. nicht nur weil das lau­fen super viel spaß gemacht hat (obwohl die bei­ne nicht ganz frisch waren …) und das wet­ter wun­der­bar war, son­dern auch weil es ein­fach wun­der­schön ist im oden­wald, wenn die bäu­me anfan­gen sich zu fär­ben, wenn man über wei­te, wei­te stre­cken allein durch den wald bret­tert, ohne von blö­den autos oder sons­ti­gem krach gestört zu wer­den. sehr zu emp­feh­len, so eine samstagsbeschäftigung ;-)

musik, den glauben zu festigen: voces cantantes in st. stephan

Anfangs lag noch ein sanf­ter blau­er Schim­mer über dem Kir­chen­raum. Doch bald schon schwand jede Außen­welt ganz und gar dahin. Das lag nicht nur an der ein­bre­chen­den Dun­kel­heit, son­dern vor allem an dem, was in der Kir­che pas­sier­te. Denn rei­ner Chor­klang erober­te den Raum, mach­te ihn sich zu eigen: St. Ste­phan fei­er­te das 30-jäh­ri­ge Jubi­lä­um der Chagall-Fens­ter mit einem Kon­zert der Voces Cantantes.
Und mit einer pas­sen­den Aus­wahl Musik: Wer­ke, die zwar immer wie­der ein Außen mit sich brin­gen, im Kern aber ganz auf sich selbst kon­zen­triert blei­ben hat­te sich Alex­an­der Süß für sei­nen Kam­mer­chor aus­ge­sucht. Denn in allem, was hier erklang, geht es nicht um die Welt, son­dern um Gott, um den Glau­ben und die Zwei­fel der Chris­ten – egal ob mit Musik aus der Renais­sance oder der Roman­tik, egal ob nun Jaco­bus Gal­lus, Johan­nes Brahms oder Felix Men­dels­sohn Bar­thol­dy christ­li­che Tex­te vertonen.
Der Kern des Kon­zer­tes waren eini­ge der vie­len Psalm­ver­to­nun­gen von Men­dels­sohn Bar­thol­dy. Und die tru­gen hier schon so viel Viel­falt in sich, dass sie allein schon aus­ge­reicht hät­ten. Denn die Voces Can­tan­tes bemüh­ten sich sehr und mit hör­ba­rem Erfolg um eine pas­sen­de Klang­ge­stalt für jeden Satz, fast sogar für jedes Wort. Immer wie­der such­te – und fand – Alex­an­der Süß die tref­fends­te Aus­drucks­form, die eine genau pas­sen­de, adäqua­te Umset­zung der stum­men Noten in aus­sa­ge­kräf­ti­gen Schall.
Und die Chor­sän­ger folg­ten ihm dabei sehr wil­lig. Ob es nun die durch­weg sehr fle­xi­blen Tem­pi, die wei­chen Ein­sät­ze oder der strah­lend tri­um­phie­ren­de Schluss­ak­kord waren – immer blie­ben sie eine homo­ge­ne Ein­heit. Dadurch blie­ben alle Gemüts­la­gen der Musik nicht nur erfahr­bar, son­dern auch ver­ständ­lich. Der Zwei­fel an der Gerech­tig­keit Got­tes leuch­te­te eben­so unmit­tel­bar ein wie die unbe­irr­ba­re Fes­tig­keit des Glau­bens und die Freu­de an der Gebor­gen­heit in Got­tes Hand oder an der Herr­lich­keit der Schöpfung.
Dass der eine oder ande­re Über­gang dabei etwas abrupt erfolg­te, dass die Span­nungs­bö­gen manch­mal etwas kurz­at­mig blie­ben, trüb­te die Freu­de nur sehr gering­fü­gig und kurz­zei­tig. Denn schließ­lich endet alles immer wie­der im Wohl­klang, auf den die Voces Can­tan­tes abon­niert schie­nen. Kei­ne Zwei­fel blei­ben, wenn nur der Glau­be fest genug ist – und die Schön­heit der Musik groß genug.

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

rebell oder nicht? markus groh in mainz

Inter­na­tio­na­le Pia­nis­ten aus Deutsch­land – nein, das ist kein Wider­spruch. Denn alle Künst­ler, die der SWR für die zehn­te Auf­la­ge sei­ner Kon­zert­rei­he „Inter­na­tio­na­le Pia­nis­ten“ nach Mainz holt, sind weit über die Gren­zen ihres Hei­mat­lan­des erfolg­reich. Auch Mar­kus Groh, der die Jubi­lä­ums­sai­son im Frank­fur­ter Hof eröff­nen durf­te. Und Erfolg hat er zu recht: Sein Main­zer Auf­tritt zeigt den jun­gen Pia­nis­ten als Musi­ker von Rang. Und auch als Rebell, der zwar im kon­ven­tio­nel­len Frack kommt, auf sei­nen Pfer­de­schwanz aber auch nicht ver­zich­tet. Die­ser Akkord von Auf­be­geh­ren und Tra­di­ti­on ist aller­dings mehr als eine blo­ße Äußer­lich­keit, er prägt sein Spiel durch und durch.
Denn er sucht sich immer sei­nen eige­nen Weg – ob es um die „Drei Inter­mez­zi“ von Brahms geht, um eine Beet­ho­ven-Sona­te oder um Erwin Schul­hoffs „Cinq Étu­des de Jazz“: Kon­ven­tio­nen sind für ihn nie selbst­ver­ständ­lich, son­dern müs­sen erst ein­mal auf den intel­lek­tu­el­len und musi­ka­li­schen Prüf­stand. Denn das ist die ande­re Sei­te von Mar­kus Groh: Er ist nicht nur ein gestan­de­ner Vir­tuo­se. Im Gegen­teil, die gewand­te Beherr­schung der Kla­vier­tech­nik ist rei­ne Neben­sa­che. Ihm geht es immer auch dar­um, die Struk­tu­ren der Kom­po­si­tio­nen hör­bar zu machen, mög­lichst jeden ein­zel­nen Ton – und wirk­lich jeden ganz für sich – so zu spie­len, dass sein Publi­kum qua­si mit dem Mikro­skop und dem Fern­glas gleich­zei­tig auf das Werk schau­en kann. Und das gelingt ihm ohne Zwei­fel. Die Brahms­schen Inter­mez­zi sind sel­ten so klar, so voll­kom­men logisch und nach­voll­zieh­bar zu hören. Dafür haben sie bei ande­ren Pia­nis­ten mehr Gefühl, mehr emo­tio­na­len Über­schwang. Denn Groh bleibt immer sehr cool. Beet­ho­vens G‑Dur-Sona­te op. 31/​1 ver­liert im Zuge des­sen ziem­lich viel von ihrem Esprit und Humor.
Die ita­lie­ni­sche Abtei­lung der „Années de Pèle­ri­na­ge“ von Liszt dage­gen berührt ihn hör­bar viel mehr. Hier gibt es auf ein­mal Momen­te, in denen sich Groh in der Musik fast zu ver­lie­ren scheint, in denen er voll­kom­men auf­geht im Klang – das gab es vor der Pau­se so nicht. Über­haupt der Klang: Da hat er eini­ges zu bie­ten, wenn er will. Vor allem die Prä­zi­si­on, mit der er die sanft glei­ten­den Über­gän­ge gestal­tet, ist fas­zi­nie­rend. Und sei­ne dyna­mi­schen Fähig­kei­ten beein­dru­cken mit einer fast uner­schöpf­li­chen Dif­fe­ren­zie­rung und Genau­ig­keit. Doch die Hin­ga­be, mit der Groh Liszt ent­fal­tet, ver­lei­tet ihn den­noch nie zu emo­tio­na­len Kurz­schlüs­sen: Immer bleibt sei­ne gro­ßen Stär­ke, sei­ne Fähig­keit, der Musik kris­tall­ne Klar­heit zu schen­ken etwa, unge­bro­chen. Und das ist so groß­ar­tig, dass er trotz sei­nes lan­gen Pro­gram­mes natür­lich nicht ohne Zuga­ben von der Büh­ne darf. 

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

gestern gestorben: mauricio kagel

mau­ricio kagel – einer der weni­gen kom­po­nis­ten, die das (neue) musik­thea­ter und das (neue) hör­spiel in den letz­ten jahr­zehn­ten wirk­lich berei­chert, ver­än­dert und beein­flusst hat. und natür­lich über­haupt ein groß­ar­ti­ger kom­po­nist mit viel humor – („er lieb­te die musik durch die mas­ke des har­le­kins“ – schreibt die frank­fur­ter rund­schau) aber nie flach, immer auch künst­le­risch auf der höhe der zeit.

ges­tern starb er nach mehr als 75 jah­ren leben und kom­po­nie­ren und lan­ger krankheit.

nach­ruf von hart­mut lück (frank­fur­ter rund­schau), gespräch mit wer­ner klüp­pel­holz (bei deutsch­land­ra­dio kul­tur, die selt­sa­mer­wei­se kagel mal mau­ricio, mal mau­ri­ziod schreiben)

und noch mehr nach­ru­fe: wolf­gang sand­ner auf faz​.net, elmar kre­ke­l­er bei welt​.de und ein rich­tig guter text von max nyf­fe­l­er für die nzz.

manchmal steht sogar in der faz etwas gutes

z.b. die­ser satz: der deut­sche buch­preis „ist vor allem ein Spiel, ein Mar­ke­ting- und Lite­ra­tur­be­triebs­spiel mit Fik­tio­nen und um Fik­tio­nen, und die Wäh­rung, in der hier Gewin­ne und Ver­lus­te berech­net wer­den, heißt Auf­merk­sam­keit.“ geschrie­ben hat ihn hubert spie­gel in sei­nem kur­zen text­lein zur vor­auswahl für den bücher­preis 2008, der ansons­ten vor allem dazu dient, leser in den dazu­ge­hö­ri­gen lese­saal der faz zu locken.

china jade oolong kuan yin

… ist ein grü­ner tee aus chi­na, aus den gär­ten der pro­vinz hubei/​bao kang, den ich von kolod­ziej & lie­der bezo­gen habe (klick für die aktu­el­le, stär­ke­re ver­si­on). ursprüng­lich kommt die­se sor­te aller­dings aus tai­wan. mit den vor­ge­schla­ge­ner zube­rei­tung (ca. 14 g tee für knapp 1,5 liter was­ser bei etwa 80 °C, 2:15 minu­ten zieh­zeit) ergibt das die hells­te tas­se, die ich je gese­hen habe: ein zar­ter oran­ge-gel­be­ner schim­mer färbt den sehr kla­ren tee. auch im geschmack ist der ers­te auf­guss sehr zurück­hal­tend, sehr viel under­state­ment ist da zu spü­ren: weich schmiegt er sich an die geschmacks­knos­pen, die fül­le und wür­ze ent­fal­ten sich fast etwas zöger­lich – eben sehr zurück­hal­tend. dabei gibt es dafür eigent­lich kei­nen grund, denn zu ver­ste­cken braucht sich die­ser klas­se tee über­haupt nicht.

und schon wieder …

gera­de ein­mal vier wochen ist mei­ne letz­te halb­ma­ra­thon-trai­nings-best­zeit alt. und schon wie­der geschich­te. denn ges­tern muss­te es sein. auf der sel­ben stre­cke war ich schon nach den ers­ten anstie­gen nach bull­au so gut unter­wegs (ein 5:06er-schnitt), dass ich es ein­fach pro­bie­ren muss­te. und was soll ich sagen – es war hart, aber es ging: die halb­ma­ra­thon­mar­ke pas­sier­te ich bei gera­de ein­mal 1:33:25. aber es erfor­der­te schon eini­ges an wil­len, nach den ers­ten 8 kilo­me­tern anstieg das tem­po noch wei­ter zu for­cie­ren. und nach würz­berg (ca. km 15) wur­de es rich­tig hart – viel ging da nicht mehr. aber es hat ja gereicht … und beei­len muss­te ich mich sowie­so, es war viel zu feucht, neb­lig und kalt um lan­ge drau­ßen herumzutrödeln …

marathon als training: 1. darmstadt-marathon 2008

nach dem mus­kel­fa­ser­riss am renn­steig war mir ziem­lich bald klar, dass ich für den darm­stadt-mara­thon nicht mehr recht­zei­tig und genug trai­nie­ren wür­de kön­nen. da ich aber nun mal schon ange­mel­det war und das start­geld schon ein­ge­zo­gen war, plan­te ich den von der spar­kas­se orga­ni­sier­ten mara­thon ein­fach als lan­gen lauf in mein trai­ning ein. das war aber ein­fa­cher gesagt als gelau­fen ;-). denn das heißt, dass ich kei­nen meter geta­pert habe, son­dern auch die letz­te woche voll im trai­ning geblie­ben bin. und um dem gan­zen noch die kro­ne auf­zu­set­zen, hat­te ich mir in den kopf gesetzt, am frei­tag nach­mit­tag mit dem lie­ge­ra­de von erbach nach darm­stadt zu fah­ren – auch noch ein­mal ca. 50 km mit eini­gen gif­ti­gen anstie­gen (aber auch einer wun­der­schö­nen abfahrt, von böll­stein nach brens­bach). beson­ders erholt war ich also nicht, als ich mich heu­te mor­gen um 7 uhr in darm­stadt (mein bru­der hat mir freund­li­cher­wei­se ein bett zur ver­fü­gung gestellt, so dass zumin­dest die anrei­se kurz blieb) aus dem bett quäl­te, ein paar schei­ben brot aß und schon ein­mal was­ser tank­te. mit bus und stra­ßen­bahn ging es dann – zusam­men mit einer meu­te ande­rer lauf­wü­ti­ger – zum hoch­schul­sta­di­on am böl­len­fall­tor. dort reih­te ich mich noch ein­mal in die toi­let­ten­schlan­ge ein (kein schnel­les unter­neh­men, wie immer bei sol­chen ver­an­stal­tun­gen) und ver­such­te mei­nen klei­der­beu­tel abzu­ge­ben. die hel­fer dort waren frei­lich etwas über­las­tet – nicht das letz­te mal, das mir das an die­sem tag auf­fiel. freund­lich und hilfs­be­reit waren sie trotz­dem alle. so ließ ich mei­nen sack also ein­fach auf dem gro­ßen hau­fen vor der sport­hal­le – im ver­trau­en dar­auf, dass er tat­säch­lich noch rich­tig ein­sor­tier wer­den wür­de (das hat auch pri­ma geklappt). und dann war es auch schon nicht mehr lan­ge bis 8.30 uhr – also auf zur start­auf­stel­lung. die hielt gleich die nächs­te über­ra­schung bereit: dort war näm­lich nicht ein­mal dicht gedrängt platz für alle läu­fer. beson­ders schlimm ist das ja nicht, die zeit wird ja eh’ erst bei über­que­rung der start­li­nie gemes­sen. ner­ven tut so etwas aber schon ein biss­chen. genau wie der umstand, dass der juni­or­cup sich kurz vor dem start durch die gesam­ten läu­fer­mas­se durch­quet­schen muss­te – das war ein­fach falsch geplant …

über­haupt die läu­fer­mas­sen. schnell stell­te sich näm­lich nach dem pünkt­lich erfolg­tem start­schuss (den ich natür­lich nicht hör­te, dazu war ich zu weit hin­ten) her­aus, dass doch arg vie­le läu­fer mit­mach­ten. denn die stre­cke wur­de schon nach weni­gen kilo­me­tern immer schma­ler, bis sie irgend wann (ich glau­be, so ca. bei km 5) ein nor­ma­ler feld­weg war. und das war arg eng, denn es dau­er­te gefühl­te ewig­kei­ten, bis sich das feld halb­wegs sor­tiert hat­te. und die stän­di­ge über­ho­le­rei und lücken­sprin­ge­rei ist halt auf dau­er nicht nur anstren­gend, son­dern auch ner­vend. ein pas­sa­ge fand ich – ange­sichts von über 6000 teil­neh­mern in allen wett­be­wer­ben – arg eng: hier war näm­lich nur eine fahr­bahn­spur der stra­ße für die läu­fer abge­sperrt. und aus­ge­rech­net die­ser teil wur­de in bei­de rich­tun­gen belau­fen, so dass wirk­lich kaum noch platz war … aber sei’s drum, ich war ja nicht da, um eine rekord­zeit zu lau­fen. dem hät­te auch das wel­li­ge höhen­pro­fil nicht so sehr gedient, das vor allem in der zwei­ten run­de (die mit leich­ten abwand­lun­gen dier ers­ten 21 km vari­ier­te) doch ordent­lich kraft for­der­te. merk­bar war die vol­le stre­cke aller­dings auch an den labe­sta­tio­nen: in der ers­ten run­de war im mit­tel­feld (in dem ich mich wähn­te, viel­leicht irre ich mich dabei aber auch) kaum noch was­ser zu krie­gen – weil die hel­fer ein­fach nicht nach­ka­men mit dem ein­fül­len. das ist so etwas, das ich eher ärger­lich fin­de bei so einem orga­ni­sier­ten wett­kampf. bei der reich­hal­ti­gen ver­pfle­gung (obst, müs­li­rie­gel) war dage­gen immer viel platz vor den tischen …

aber da woll­te ich ja nicht hin: im trai­ning gibt’s wäh­rend des lau­fens nur was­ser. na gut, ab km 30 habe ich auch ein­mal power­ra­de pro­biert (viel zu süß, löscht den durst über­haupt nicht gut) und eini­ge kilo­me­ter vor schluss mir dann doch auch noch den cola-boost gegönnt. denn zwi­schen­zeit­lich hat­te ich zu kämp­fen. dass es anstren­gend wer­den wür­de, merk­te ich schon am beginn der zwei­ten run­den, die den eigent­lich eher leich­ten anstieg der bun­des­stra­ße am böl­len­fall­tor hin­auf­ging. so unge­fähr ab kilo­me­ter 30 wur­de es dann rich­tig schwer – zumin­dest men­tal. so arg viel an geschwin­dig­keit habe ich da nicht ein­ge­büßt. aber dafür so eini­ge ver­wün­schun­gen aus­ge­sto­ßen und mich über mei­ne blöd­heit, im trai­ning einen mara­thon lau­fen zu wol­len, auf­ge­regt. zum glück habe ich aber durch­ge­hal­ten – auch wenn ich mehr­mals kurz davor war, abzu­bre­chen (aber was macht man dann mit­ten im wald?) -, denn so unge­fähr ab kilo­me­ter 36 lief es wie­der ziem­lich gut. viel­leicht lag es ja auch dar­an, dass ich schon mit­ten in den zwan­zi­gern ange­fan­gen hat­te, rück­wärts zu zäh­len – das ist nicht sehr hilf­reich, glau­be ich. so ab 32,33 kilo­me­tern ist das ok, dann wird der rest über­schau­bar, aber bei km 24 war­tet doch noch eine gan­ze men­ge an weg auf einen …

jeden­falls schaff­te ich es doch ziem­lich gut, mein tem­po zu hal­ten. auch wenn ich eigent­lich nicht im plan war – viel zu früh war ich (nach den sehr gemüt­li­chen ers­ten drei kilo­me­tern) zu schnell gewor­den. doch ganz falsch lag ich nicht, denn auf der zwei­ten run­de (also nach dem halb­ma­ra­thon) wur­de ich nur von einem läu­fer über­holt – ich selbst sam­mel­te dage­gen dut­zen­de ein (hun­dert waren es ganz bestimmt …) ins­ge­samt habe ich auch einen ordent­lich negat­ti­ven split hin­be­kom­men: der ers­te halb­ma­ra­thon mit unge­fähr 1:52 stun­den, der zwei­te dage­gen mit 1:45 doch eini­ge minu­ten schnel­ler. für’s trai­ning ok war auch der schnitt von 5:07. eigent­lich woll­te ich näm­lich jen­seits der 5:10 blei­ben. aber dafür fehl­te mir eben wie­der ein­mal die dis­zi­plin – das kon­trol­lier­te lang­sam­lau­fen habe ich immer noch nicht so ganz im griff. nun ja, bei einer gesamt­zeit von 3:38:23 soll­te ich nicht zuviel meckern, das ist immer­hin eine neue per­sön­li­che best­zeit auf der mara­thon­di­stanz. und ein wahn­sinn­ger platz 9 mei­ner alters­klas­se – kann ich kaum verstehen …

nun ja, damit wäre die­ses expe­ri­ment also auch erle­digt. zur nach­ah­mung emp­feh­len kann ich es nur bedingt – ein mara­thon bleibt halt immer ein mara­thon. auch im trai­ning. und der tag ist damit doch wei­tes­ge­hend gelaufen …

zum schluss noch die fotos von spor­ton­line-foto:

keine gute idee ist es …

… am tag nach dem wöchent­li­chen lan­gen lauf ein inter­vall­trai­ning zu absol­vie­ren. ich habe das ges­tern gemacht – und es war kein beson­ders gro­ßer spaß. weil ich am sams­tag arg ver­schla­fen hat­te und auch sehr lust­los war und über­haupt dann kei­ne rich­ti­ge zeit mehr war (so ein tag halt …) ver­schob ich den lan­gen lauf mal aus­nahms­wei­se auf den sonn­tag. der lief dann auch eigent­lich gar nicht schlecht – 32,5 km in 2:46 stun­den. höchs­tens die tem­pe­ra­tu­ren (so um die drei­ßig grad) und die knal­len­de son­ne – schat­ten hat­te ich auf dem weg nach nier­stein und zurück näm­lich fast kei­nen – mach­ten mich etwas fer­tig. wie fer­tig, das merk­te ich aber erst so rich­tig am mon­tag. dann stan­den näm­lich 3 x 4000m in 4:24 min/​km auf dem pro­gramm. das ist nie ein beson­de­res zucker­schle­cken, so lan­ge inter­val­le. schon gar nicht, wenn man das auch noch im wald lau­fen will, wo es nicht topf­eben ist. mit den müden bei­nen vom sonn­tag war es aber ein ziem­li­cher kampf. ein kampf, den ich noch vor einem jahr sicher­lich ver­lo­ren hät­te. jetzt aber sieg­te ich über inne­ren schwei­ne­hund und müde bei­ne. so beson­ders sinn­voll war das trai­nings­tech­nisch wahr­schein­lich nicht gera­de. aber men­tal hilft es schon, auch an so schlech­ten tagen das pro­gramm durch­zu­zie­hen – das macht sich dann beim nächs­ten mara­thon auf den letz­ten kilo­me­tern, wenn es so rich­tig anstren­gend wird, wie­der posi­tiv bemerkbar …

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