»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Die Zukunft der Musik?!

Die Zukunft der Musik – dar­un­ter macht Alvin Cur­ran es nicht. Mit die­sem The­ma hat sich der ame­ri­ka­ni­sche Pio­nier der Elek­tro­ni­schen Musik und der Klang­kunst in Mainz als Com­po­ser in Resi­dence vor­ge­stellt. Cur­ran, auch schon über 70 Jah­re alt – was man ihm über­haupt nicht anmerkt – war seit den 1960er Jah­ren immer wie­der maß­geb­lich an der Wei­ter­ent­wick­lung der viel­fäl­ti­gen For­men elek­tro­ni­sche Musik betei­ligt. Im Som­mer­se­mes­ter ist er nicht nur als Kom­po­nist am der Hoch­schu­le für Musik, son­dern zugleich auch GFK-Fel­low des For­schungs­schwer­punk­tes Medienkonvergenz.

Gro­ße Pro­ble­me wirft er auf, in sei­ner Vor­stel­lung, die zugleich Vor­le­sung und Per­for­mance, Rück­schau und Pro­gno­se ist: Nicht nur um die Zukunft der Musik geht es in der Black Box der Musik­hoch­schu­le, son­dern auch um die ganz gro­ßen Fra­gen: Was ist Kunst? Was ist Musik? Mit Bei­spie­len aus sei­nen eige­nen Wer­ken zeigt er, wie sei­ne Ant­wor­ten aus­se­hen kön­nen: Kunst als Befrei­ung des Men­schen zum Bei­spiel, aber auch ein­fach als Form der ver­gnüg­li­chen Nichtigkeiten.

Dass sein Auf­en­halt in Mainz nicht nur von der Musik­hoch­schu­le, son­dern auf vom For­schungs­schwer­punkt Medi­en­kon­ver­genz getra­gen wird, passt wun­der­bar. Denn Musik, dass ist für Cur­ran viel mehr als Noten oder her­kömm­li­che Instru­men­te. Musik ist für ihn eine Spra­che, die jeder Mensch spricht, ist mensch­lisch orga­ni­sier­ter Klang. Und der kann über­all sein. Des­halb bemüht sich Cur­ran auch seit lan­gem, die Musik aus den Kon­zert­sä­len zu befrei­en und in die Welt brin­gen – als Per­for­mance auf der Them­se, an den Hän­gen des Ätnas zum Bei­spiel. Oder als com­pu­ter­ge­steu­er­te Klang­in­stal­la­tio­nen in einem Schlosspark.

Bei sei­nen Über­le­gun­gen zur Zukunft der Musik ver­weist er immer wie­der auf die ein­ma­li­ge Situa­ti­on der Gegen­wart: So ziem­lich die gesam­te je gedach­te, geschrie­be­ne, auf­ge­führ­te Musik ist uns zugäng­lich, per Knopf­druck abruf­bar. Dar­in sieht er gro­ße Chan­ce – eben die Zukunft der Musik. Und beweist das am Schluss sei­nes Auf­tritts in der Black Box der Musik­hoch­schu­le auch, mit einer kur­zen Live-Ver­si­on sei­nes „Trans­Dad­aEx­press”. Für das ursprüng­lich für den SWR ent­stan­de­ne Stück sam­mel­te der Klang­for­scher Samples mit gespro­che­nen Wor­ten, Musik­fet­zen, all­täg­li­chen oder elek­tro­nischn Klän­gen und pro­gram­miert sein Key­board damit – auf dem er dann impro­vi­siert und so den Plan einer Kom­po­si­ti­on mit der Spon­ta­ni­tät der Impro­vi­sa­ti­on ver­bin­den kann.

In den nächs­ten Mona­ten wird er nicht nur Stu­den­ten der Musik­hoch­schu­le hel­fen, gemein­sam Klän­ge zu for­men und Musik zu ent­de­cken. Cur­ran wird außer­dem eine Instal­la­ti­on für den von Peter Kie­fer betreu­ten Klang­gar­ten in der Bun­des­gar­ten­schau ent­wi­ckeln. Und er wird mit eini­gen Kol­le­gen am 30. Juni im Rah­men von Mainz-Musik mit einem gro­ßen mul­ti­me­dia­len Kon­zert zei­gen, wie die Zukunft der Musik klingt und aus­sieht. Zumin­dest die Zukunft sei­ner Musik.

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zeitung.)

Geisteswissenschaft

Was ein Erst­kläs­ser nie fragt: Geis­tes­wis­sen­schaft, gibt’s das noch? Diet­mar Dath, Eisen­mäu­se, 9

Bloomsday

… damit er hier weni­gens­tens vir­tu­ell began­gen wird, der Tag des Uly­se­ss – Irland ist für einen Tag etwas weit ;-)

(geklaut von New Yor­ker)

Bläser en masse & en detail

Gel­lend meckern die Kla­ri­net­ten, von sanft schwin­gen­den Flö­ten gleich behut­sam beru­hig. In der Tie­fe brum­meln die Fagot­te und im Hin­ter­grund schrubbt der Kon­tra­bass dazu. Die Obo­en wie­seln der­weil ele­gant über Hoch und Tief, wäh­rend die Hör­ner unauf­ge­regt zwi­schen druck­vol­lem Schmet­tern und gelas­se­nen Kan­ti­le­nen wechseln.

Ja, es ist eine Men­ge los, wenn so ein Blä­ser­de­zett ein Kon­zert gibt. Auch wenn, wie beim drit­ten Kam­mer­kon­zert in Klei­nen Haus des Staats­thea­ters, manch­mal nur neun oder acht statt der zehn Holz- und Blech­blä­ser aus dem Phil­har­mo­ni­schen Orches­ter im Ein­satz sind. Dafür haben sie aber auch nicht nur art­frem­de Unter­stüt­zung durch den Kon­tra­bass – der gehört ja qua­si dazu, auch wenn nie­mand ihn mit­zählt. Son­dern sie haben für ihr aus­ge­wähl­tes Publi­kum auch hoch­ka­rä­ti­ge Unter­stüt­zung dabei. Gene­ral­mu­sik­di­rek­to­rin Cathe­ri­ne Rück­wardt setzt sich für das Phil­har­mo­ni­sche Blä­ser­de­zett am Ende ihrer Main­zer Zeit noch ein­mal an den Flü­gel. Mit den „Varia­ti­ons sur un thè­me plaisant“ von Jean Françaix tut sie das für eine ange­neh­me Kom­po­si­ti­on, bei der nicht nur das The­ma gefällt. Gemein­sam mit dem Phil­har­mo­ni­schen Blä­ser­de­zett lässt sie die neo­klas­si­zis­ti­schen Varia­tio­nen immer wie­der char­mant chan­gie­ren zwi­schen Hei­ter­keit und Nach­denk­lich­keit. Blä­ser und Pia­nis­tin spie­len das mit viel Esprit, immer locker, genau und vor allem aus­ge­spro­chen inspiriert.

Als zwei­te Solis­tin hat­te das Ensem­ble die jun­ge Sopra­nis­tin Alex­an­dra Samouil­idou ver­pflich­tet. Die sang die Fünf frü­hen Lie­der Gus­tav Mahlers – in einer auch wie­der aus Mainz stam­men­den Bear­bei­tung für Blä­ser­de­zett. Ob die wirk­lich bes­ser ist als die Orches­trie­rung von Lucia­no Berio sei ein­mal dahin­ge­stellt. Im Klei­nen Haus ist jeden­falls ein Genuss. Das ist sowohl ein Ver­dienst der klar arti­ku­lie­ren­den Sän­ge­rin, die sich eng in den Blä­ser­klang inte­griert, als auch eben die­ser zehn Blä­ser, die das dicht geweb­te Arran­ge­ment sehr plas­tisch ausformen.

Die hat­ten ihr Haupt­werk und ein ech­tes Heim­spiel aber noch vor sich: Die Suite aus Sme­ta­nas Oper „Die ver­kauf­te Braut“, für die das Dezett zur Har­mo­nie­mu­sik schrumpf­te. Nun waren sie zwar nur noch zu acht (plus dem ein­sa­men Kon­tra­bass), aber immer noch gewitzt und spiel­freu­dig. Die sicht­li­che und vor allem hör­ba­re Freu­de, die­se Oper – die ja auch auf dem Spiel­plan des Gro­ßen Hau­ses stand – mal ganz allein, ohne stö­ren­de Sän­ger, Strei­cher, Diri­gen­ten und den gan­zen Kram auf der Büh­ne in Angriff zu neh­men, zog sich sowohl durch die Tanz­stü­cke als auch die Duet­te und Ensem­bles. Andre­as Tark­manns Bear­bei­tung bie­tet auch vie­le reiz­vol­le Mög­lich­kei­ten der Ent­fal­tung für die Har­mo­nie­mu­sik – und macht die­ser Beset­zung, eigent­lich vor allem eine Sache des spä­ten 18. Jahr­hun­derts, auch tsche­schi­che Natio­nal­oper des spä­te­ren 19. Jahr­hun­derts zu eigen. Und die wie­der­um klang beim Phil­har­mo­ni­schen Blä­ser­de­zett so frisch und unver­braucht, als wäre sie erst vor eini­gen Wochen kom­po­niert wor­den und nicht schon 155 Jah­re alt.

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

Tag der Schmerzen

Nach dem recht schö­nen und erfolg­rei­chen Guten­berg-Mara­thon war im Mai klar: Das ver­su­che ich nochmal—beim Hes­sen­tags­ma­ra­thon in Ober­ur­sel. Und das war heu­te. Der Mara­thon war nicht nur eine gute Gele­gen­heit für einen lan­gen Lauf, son­dern auch mal wie­der ein schö­ne Mög­lich­keit, ande­re Läu­fer zu treffen—vor allem die vom Twit­ter­lauf­treff, aber auch eini­ge ande­re, u.a. Petra von den Streak­run­nern und Andi vom MMM.

Zunächst hieß es aber: früh Auf­ste­hen. Sehr früh. Nach dem Schlaf­man­gel der letz­ten Woche hat­te ich zwei Tage hin­ter­ein­an­der kaum fünf Stun­den Schlaf—das zehrt dann doch irgend­wie. Immer­hin, die Anrei­se nach Ober­ur­sel von Mainz aus war pro­blem­los: Mit dem Fahr­rad schnell hin­über nach Mainz-Kasel, von dort um 5:34 Uhr (!) mit der S9 nach Frank­furt, und dann wei­ter mit der S5 nach Ober­ur­sel—die war heu­te mor­gen ein rich­ti­ger Läuferzug …

In Ober­ur­sel folg­te dann ein kur­zer Fuß­marsch zur Sport­hal­le der Grund­schu­le Mit­te (gera­de recht­zei­tig zum Hes­sen­tag fer­tig gewor­den, wie ich von einem Ein­hei­mi­schen erfah­re) und der „Check-In“, also Start­num­mer abho­len, Hand­tuch des Spon­sors DAK in Emp­fang neh­men (mit selt­sa­men Abmessungen—wofür das wohl gedacht ist?) und natür­lich der obli­ga­to­ri­sche Gang zur Toi­let­te. Dort war @speedrob etwas erstaunt, dass ich ihn in der War­te­schlan­ge anquat­sche ;-)

Dann, beim Umzie­hen, das Tref­fen mit den ande­ren Läu­fern von Twit­ter­lauf­treff, Vor­stel­len, etwas Quat­schen und den Lauf vor­be­rei­ten. Nach dem Abge­ben des Klei­der­beu­tels (mit extra „Gadero­ben­num­mer“) wie­der ein kur­zer (sehr kur­zer) Fuß­weg zum Start—so weit, so gut alles. Am Start konn­ten wir dann noch Joe Kel­ly bei der Pres­se­ar­beit zuschau­en und lan­de­ten unver­se­hens ganz vor­ne in der Start­auf­stel­lung, weil der Start wei­ter hin­ten ist als wir dach­ten. Das hat­te aber schon sei­ne Rich­tig­keit, speedrob trug schließ­lich die Start­num­mer 1.

Und super­pünkt­lich geht es los—ganz unspek­ta­ku­lär, ohne Start­schuss, set­zen sich die 400 ?)Mara­tho­nis und die Start­läu­fer der 80 Mara­thon-Staf­feln um 8 Uhr in Bewe­gung. Die Halb­ma­ra­tho­nis durf­ten län­ger schla­fen, deren Start ist erst um 9:15 (bei fast 1000 Anmel­dun­gen eine sin­vol­le Lösung—auch wenn ich mir sicher bin, dass ich mich noch für 9 Uhr ange­mel­det hatte—bei 8 Uhr hät­te ich wohl län­ger über­legt …). Der Mara­thon beginnt mit einer kur­zen Run­de durch die Stadt, einer klei­nen Schlei­fe auf den ers­ten bei­den Kilo­me­tern. Und dann geht es in den Wald—und gleich mal berg­auf. Nicht so sehr schlimm, noch sind die Bei­ne frisch. Aber es bleibt ja nicht der letz­te Anstieg.

Die Run­de führt uns im Zick­zack (zumin­dest emp­fin­de ich das so, auf der Kar­te sieht das gar nicht so schlimm aus) über eine Bogen durch die Wäl­der des Tau­nus­ran­des von Oberursel—ganz nett eigent­lich, da. Am Rand tou­chie­ren wir auch mal kurz zwei zu Ober­ur­sel gehö­ren­de Dör­fer. Und vor allem: Es geht immer auf und ab. Wirk­lich eben ist—zumindest in mei­ner Erinnerung—keine 10 % der Stre­cke. Meist ist es nicht so sehr steil (obwohl es auch eini­ge schon hef­ti­ge­re An– und Abstie­ge gibt), aber auch das macht sich bemerk­bar. So rich­tig fit fühl­te ich mich dabei von Anfang an nicht, ein­fach etwas schlapp und nicht so kna­ckig. Noch ist das aber über­haupt kein Pro­blem, so nach und nach fie­len die Kilometer.

Dann taucht auch schon die ers­te Ver­pfle­gungs­stel­le auf: Also kurz Was­ser fas­sen. Danach geht es über eine sehr schma­le Brü­cke und ein kur­zes Pfad­stück wei­ter durch den Wald. Bald folgt dann auch die kur­ze Wen­de­punkt-Stre­cke, bevor es wie­der hin­ab geht nach Ober­sted­ten, um das wir einen klei­nen Bogen schla­gen, bevor die zwei­te Ver­pfle­gung erreicht ist, die zugleich auch Staf­fel­wech­sel­zo­ne ist. Dann kommt ein ganz net­tes Stück­chen, am Feld­rand, und dann durch die Tan­nen­al­le zum Goti­schen Haus, wo es—wieder einmal—im Wald berg­auf geht. Und da gings los: Der Magen krampft. Wie­so ist mir völ­lig unklar, das macht er sonst ja auch nicht bei mir. Es wird zwar immer wie­der bes­ser, aber auch immer wie­der schlech­ter: So ganz los wer­de ich das nicht mehr.

Über lan­ge Gera­den kom­men wir wie­der zum Nadel­öhr der Stre­cke bei der Ver­pfle­gungs­stel­le. Da kom­men mir nicht nur die füh­ren­den Halb­ma­ra­tho­nis ent­ge­gen, son­dern auch schon der ers­te Marathon—ein beacht­li­ches Tem­po hat er drauf, er wird mit einer sehr guten 2:39 ins Ziel kom­men. Die Ver­pfle­gung ist in die­ser Rich­tung etwas unprak­tisch, direkt am Aus­gang der Sta­ti­on geht’s näm­lich steil hoch auf die Hohe Mark. Gut, das lässt sich alles deich­seln, noch machen die Bei­ne mit. Aber ein ande­res Pro­blem taucht auf und wird nach der Hohen Mark, auf dem sanf­ten Berg­ab-Stück, doch deut­lich zu einem Pro­blem: Mein Kreis­lauf soli­da­ri­siert sich mit dem Magen und fängt auch schon zu spin­nen. Das hat­te ich ja noch nie … Das sind kei­ne wirk­lich erns­ten Pro­ble­me, aber immer wie­der wird mir zeit­wei­se etwas schumm­rig im Kopf, etwas unan­ge­nehm fühlt sich das beim Lau­fen an. Vielleicht/​hoffentlich liegt das am Schlafmangel—mein Kör­per und mein Geist ist müde, die wol­len jetzt nicht auch noch einen Mara­thon lau­fen. Da ich ja nichts ris­kie­ren will, heißt das: Immer wie­der Tem­po raus neh­men. So lang­sam fin­den die Bei­ne das auch eine akzep­ta­ble Idee. Auf den letz­ten Kilo­me­tern der ers­te Hälf­te erwä­ge ich sogar, Schluss zu machen—mir ist das alles zu selt­sam heu­te. Aber dann siegt doch wie­der die Unver­nunft und der Kampf­geist ;-)

Vor­erst geht es aber wei­ter berg­ab, zurück nach Ober­ur­sel. An den Orts­rand kom­men wir beim Krei­sel nach einem kur­zen Was­ser­fas­sen durch die Wen­de in die zwei­te Run­de nach 22 Kilo­me­ter. Ich habe für die ers­te Hälf­te (also den Halb­ma­ra­thon) so ca. 1:57 gebraucht—gar nicht so schlecht eigent­lich. Aber wohl doch zu schnell. Denn berg­auf wird es zur jetzt immer mehr Qual. Mei­ne drei Pro­ble­me des Tages addie­ren sich: Die erst Geh­pau­se ist nach 23 Kilo­me­tern am Berg fäl­lig. Und sie bleibt nicht die letz­te. Denn der Magen grum­melt und krampft immer öfter—so rich­tig viel Spaß macht das nicht mehr. Die Geh­pau­sen häu­fen sich—alle Anstie­ge bewäl­ti­ge ich so: Die höhe­re Anstren­gung des Berg­auf-Lau­fens mag näm­lich weder Kreis­lauf noch Magen noch tole­rie­ren. Aber es geht wei­ter. Und so lang­sam wer­den die Zah­len auf den Kilo­me­ter­schil­dern höher, irgend­wann steht auch mal eine 3 vor­ne. Aber dann noch ein­mal der lan­ge, sanf­te Anstieg, vor­bei am Goti­schen Haus, hoch in den Wald. Das zieht sich jetzt ver­dammt lan­ge … Vor allem zieht es sich bis zur nächs­ten Ver­pfle­gungs­stel­le. Da ver­su­che ich, ob Cola (neh­me ich ger­ne kurz vor Schluss) heu­te ok ist—es scheint zumin­dest nichts zu ver­schlim­mern. Dann der letz­te stei­le Hang hoch zur Hohen Mark, die letz­ten 4,5 Kilo­me­ter … Inzwi­schen mag mein Forerun­ner die­ses elen­de Gewür­ge, das ich jetzt Lau­fen nen­ne, mehr mit anse­hen und pro­to­kol­lie­ren und hat sich abge­schal­tet (offen­bar hat er sich in der Nacht mal wie­der selb­stän­dig angestellt—gestern abend war der Akku voll).

Und dann end­lich Kilo­me­ter 40, der letz­te Abstieg nach Ober­ur­sel. Jetzt noch ein­mal alles mobi­li­sie­ren, um lau­fend ins Ziel zu kom­men! Das gelingt auch, die Uhr steht bei 4:24 irgend­was. Das ist—mit Abstand—meine schlech­tes­te Zeit. Ange­fühlt hat sie sich aber ver­dammt hart—der Hes­sen­tags­ma­ra­thon kam mir vor wie der här­tes­te Mara­thon in mei­ner Samm­lung bis­her. Das lag aber nicht nur an mei­ner wack­li­gen Kon­sti­tu­ti­on heu­te, son­dern natür­lich auch am feh­len­den Training—irgendwann merkt man’s halt doch ;-)

Im Ziel habe ich erst­mal ordent­lich gebechert—Wasser, Apfel­saft, eine Banane—und das obli­ga­to­ri­sche Bier. Dann bin ich zurück in die Grund­schu­le gewan­dert, geduscht und umge­zo­gen (alles problemlos—kaltes Was­ser ist ja ok, so lan­ge es noch nass macht), das Finis­her-Shirt abge­holt und die ande­ren wie­der­ge­trof­fen. Zumin­dest einen Teil …—die meis­ten Halb­ma­ra­tho­nis waren des War­tens schon über­drüs­sig gewor­den … Tja, und das war’s ja dann auch schon wie­der: Ab zum Bahn­hof und heim—genug geschafft für heute.

Der Aus­rich­ter TSG Ober­ur­sel hat mit dem Hessentagsmarathon—immerhin das ers­te Mal, dass er stattfand—eine ordent­li­che Arbeit geleis­tet. Die Orga­ni­sa­ti­on war ins­ge­samt sehr zuver­läs­sig und gut (schön auch die sehr aus­führ­li­che „Vor­be­rei­tungs-E-Mail“ mit allen wesent­li­chen Daten zum Ablauf), die Stre­cke per­fekt aus­ge­wie­sen und abge­sperrt, die Kilo­me­ter alle schön mar­kiert, eine Men­ge Hel­fer waren unter­wegs. Des­halb die fol­gen­de Kri­tik bit­te nicht zu hoch hän­gen: Eine Ver­pfle­gungs­sta­ti­on mehr auf der Run­de wäre nicht ver­kehrt gewe­sen, die Abstän­de waren grenz­wer­tig (und ich habe gehört, für man­che auch schon zu groß—es gab wohl den einen oder ande­ren Pro­blem­fall). Für die Mara­tho­nis hät­te ich mir—z.B. am Krei­sel bei der Wende—auch ein paar Bana­nen oder so gewünscht: Der Start war recht früh, nicht jeder hat vor­her wirk­lich aus­gie­big gefrüh­stückt. Und dann habe ich noch nie bei einem Lauf, ob Mara­thon oder weni­ger, so wenig Sani­tä­ter gesehen—nämlich eigent­lich nur an einer Stel­le und im Ziel. Viel­leicht stan­den die in Bereit­schaft gut ver­steckt, aber das hat mich schon gewun­dert. Sicher, bis auf einen Abschnitt im Wald waren die Hel­fer ziem­lich gut ver­teilt und sehr prä­sent, so dass es nicht all­zu schwie­rig gewe­sen wäre, Hil­fe anzufordern.

Schön war aber auch: Es gab erstaun­lich viel Stim­mung für so eine ein­ma­li­ge, erst­ma­li­ge Veranstaltung—klar, das meis­te war im Wald, aber in den bewohn­ten Gebie­ten gab es viel Anfeue­rung für die Läu­fer. Und inter­es­sant: Die Staf­feln waren erstaun­lich langsam—da sind tat­säch­lich eini­ge mit und nach mir ins Ziel gekom­men. Ich hat­te eigent­lich erwar­tet, dass die spä­tes­ten­snach 3,5 Stun­den alle durch wären.

Leichtikeitslüge ganz leicht

Das Kern­ar­gu­ment von Hol­ger Nolt­ze, , ist sim­pel: „Klas­si­sche“ Musik – wie vie­le ande­re Kunst – ist kom­plex. Um sie erfolg­reich genie­ßen, ver­ste­hen, erle­ben zu kön­nen, darf die „Ver­mitt­lung“ – durch Didak­tik, Pro­jek­te, Events, Auf­füh­rung – die­se Kom­ple­xi­tät nicht – wie es ger­ne geschieht – über­mä­ßig stark redu­zie­ren, weil dadurch der Kern des Kunst­wer­kes ver­lo­ren gin­ge. Und das war’s dann auch schon – eigent­lich. Der Rest der 275 Sei­ten die­ses Buches ist auf­ge­bla­se­nes, etwas geschwät­zi­ges Hin und Her zum Stand der Bil­dung, zur Situa­ti­on des Mark­tes der Musik (ganz, ganz schlecht, die­ser Teil), zu den Medi­en und so wei­ter – ein kul­tur­kri­ti­scher Rund­um­schlag also, der aber erstaun­lich seicht bleibt, fin­de ich. Und der natür­lich sehr genau weiß, wie pro­ble­ma­tisch sol­che Gene­ral­ab­rech­nun­gen sind und des­halb stän­dig die ent­spre­chen­den Siche­run­gen ein­baut. Aber der ande­rer­seits auch wie­der nur bekann­te Ver­satz­stü­cke arran­giert und wenig selbst denkt. Und auch nie wirk­lich in die Tie­fe geht, son­dern zwar nicht an der ver­ab­scheu­ten Ober­flä­che, aber doch sehr nahe zu ihr bleibt. War­um das „das bes­te Musik­buch des Jahres,vielleicht das bes­te Musik­buch der letz­ten Jah­re über­haupt“ sein soll, wie Arno Lücker in der nmz aus­weich­lich des Schutz­um­schla­ges behaup­tet hat, erschließt sich mir nun über­haupt. Zumal es um die Musik selbst ja gar nicht (bzw. nur sehr anek­tdo­tisch am Ran­de) geht und auch gar nicht gehen soll. Wahr­schein­lich is das so ein Fall von Betriebs­blind­heit oder über­mä­ßi­gem Ver­har­ren im klei­nen Zir­kel der Musik­ver­mitt­ler, der so ein Buch so her­aus­ra­gend fin­det. Naja, zum Glück habe ich es nur aus der Biblio­thek und nicht selbst gekauft …

Hol­ger Not­ze: Die Leich­tig­keits­lü­ge. Über Musik, Medi­en und Kom­ple­xi­tät. Ham­burg: edi­ti­on Kör­ber-Stif­tung 2010.294 Sei­ten. ISBN 978−3−89684−079−0.

Die Gegenwart, das Glück und die Literatur

Irgend­wie, so habe ich manch­mal den Ein­druck, gibt es über die deutsch­spra­chi­ge Gegen­warts­li­te­ra­tur zu viel und zu wenig Unter­su­chun­gen. Geschrie­ben wird viel und viel geschrie­ben über das Geschrie­be­ne. Aber nur ganz, ganz wenig davon gelingt über­zeu­gend. Richard Käm­mer­lings Buch über „Das kur­ze Glück der Gegen­wart“, in dem er sich der duetsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur sein 1989 wid­met, ist so ein Fall: Schön, dass ein Kri­ti­ker ver­sucht, mehr zu tun als ein­zel­ne Bücher beim Erschei­nen zu bespre­chen und in der Rück­schau noch ein­mal zu ord­nen. Scha­de, dass er es so tut.

Das fängt schon ganz vor­ne an, mit der fal­schen Prä­mis­se – und ist dann lei­der auch noch schlecht durch­ge­führt. Also: Käm­mer­lings ver­langt, 1 dass die deutsch­spra­chi­ge Lite­ra­tur gegen­warts­hal­tig sei und ihren Lese­rin­nen und Lesern die Welt der Gegen­wart erklärt. Das ist natür­lich irgend­wie ein heh­rer Wunsch, der zunächst ein­mal schlüs­sig scheint, aber doch Unsinn ist: War­um soll die Lite­ra­tur das tun? Und war­um soll sie es – das ist näm­lich Käm­mer­lings Fol­ge­rung – unbe­dingt und aus­s­schließ­lich mit Stof­fen der angeb­li­chen Gegen­wart tun? Ist Lite­ra­tur nicht etwas mehr als blo­ße Welt­be­schrei­bung? Soll­te sie es nicht sein? Ist das die „Auf­ga­be“ der Kunst: Uns die Welt zu zei­gen und zu erklä­ren? Oder soll­te sie sich nicht mehr um „uns“ küm­mern – wenn sie über­haupt irgend etwas „soll“?

Jeden­falls geht es für Käm­mer­lings dar­um: Autoren sol­len ihre Stof­fe aus den Erschei­nun­gen der Gesell­schaft der Gegen­wart über­neh­men und ent­wi­ckeln, sie sol­len die Krie­ge der letz­ten Jah­re the­ma­ti­sie­ren, sozia­le Ungleich­hei­ten, wirt­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen, poli­ti­sches Gesche­hen. Und sie sol­len das offen­bar gefäl­ligst in les­ba­rer, nicht zu aus­ge­fal­le­ner Pro­sa tun – etwas ande­res kennt Käm­mer­lings in die­sem Buch nicht: Roma­ne sind – trotz des damit als groß­spre­che­risch sich erwei­sen­den Unter­ti­tels – sei­ne Form, mit eini­gen Aus­flü­gen in kür­ze­re For­men der erzäh­len­den Lite­ra­tur. Dra­ma­ti­sche Tex­te haben zur Gegen­wart nichts zu sagen? Und Lyrik auch nicht? – Das sieht wie ein typi­scher Fehl­schluss eines Zei­tungs-Kri­ti­kers aus, wür­de ich sagen, der mit sei­nen beruf­lich beding­ten (?) Scheu­klap­pen liest – in der Tat kommt in den deut­schen Zei­tun­gen die Lyrik schon nur extrem wenig vor, die dra­ma­ti­schen Tex­te als Tex­te (abseits der Per­for­manz der (Ur-)Aufführung) eigent­lich über­haupt nicht. Begründ­bar ist das in den Kunst­wer­ken nicht, höchs­tens in der ver­meint­li­chen Grö­ße des Inter­es­ses der Leser­schaft – selbst wenn man Gegen­warts­hal­tig­keit als Maß­stab anlegt, soll­te man erken­nen, dass dazu auch Lyrik und Dra­ma eini­ges zu sagen haben können.

Lei­der klebt Käm­mer­lings dann auch noch über den aller­größ­ten Teil der zwei­hun­dert Sei­ten bloß am Stoff der bespro­che­nen Bücher: Über blo­ße Inhalts­an­ga­ben, knap­pe Refe­ra­te des beschrie­be­nen Gesche­hens mit ein paar Bei­spiel­sät­zen geht er so gut wie nie hin­aus. Sowie es um die eigent­li­che künst­le­ri­sche Gestal­tung geht, um Stil­fra­gen, um Struk­tu­ren der Tex­te, ihre For­men und Gestal­ten, wird Käm­mer­lings aus­ge­spro­chen unge­nau und nebu­lös – viel­mehr als der „Ton“ eines Autors bleibt meist nicht übrig von sei­ner Ana­ly­se. Das ist natür­lich scha­de und aus­ge­spro­chen unbe­frie­di­gend. Denn es ist ja nicht so, dass er schlech­te Bücher vorstellt …

Dafür spie­len inter­tex­tu­el­le Net­ze, die Bezie­hun­gen – inhalt­li­che und tem­po­ra­le – zwi­schen den Tex­te, also auch so etwas wie „Schu­len“ des Schrei­bens, eine ganz gro­ße Rol­le. Auch ech­te oder ver­meint­li­che Vor­bil­der sind für Käm­mer­lings sehr wich­tig – meist kom­men sie aus der ame­ri­ka­ni­schen Gegen­warts­li­te­ra­tur. Was die­ses Nach­ei­fern, die­ses Schrei­ben auf Anre­gung ande­rer Tex­te, aller­dings bedeu­tet, bleibt er wie­der­um ger­ne schul­dig: Was heißt es denn, das die­se Bezie­hung erkenn­bar ist? Für Käm­mer­lings scheint das eher ein Vor­teil zu sein, ein Ler­nen von den (rich­ti­gen) Meis­tern. Aber war­um soll mich das inter­es­sie­ren, ob Autor A jetzt B gekannt hat oder nicht? Neben die­sen Bezie­hun­gen der Tex­te unter­ein­an­der sucht Kämmr­lings auch ger­ne äuße­re Anläs­se für das Ent­ste­hen von lite­ra­ri­schen Wer­ken aus­zu­ma­chen. Und wie­der ist mir nicht ganz klar, was das für das Ver­ste­hen (oder auch nur Erfah­ren) des Kunst­wer­kes hel­fen soll. Für ihn ist das aber wich­tig, weil damit ja sein Gebot der Gegen­warts­nä­he erfüllt wird (bzw. zu wer­den scheint).

Die abschlie­ßen­de Lis­te der 10 bes­ten Bücher der letz­ten 20 Jah­re ist dann ja, nun ja, ein etwas selt­sa­mer Gag. Irgend­wie habe ich den Ein­druck, das war eine Ver­lags­idee, der sich Käm­mer­lings auch nur etwas wider­wil­lig gebeugt hat. Die Lis­te selbst bie­tet eine etwas merk­wür­di­ge Mischung, fin­de ich. Das sind ohne Zwei­fel gute Bücher – aber die bes­ten? Rai­nald Goetz ist zum Bei­spiel mit „Abfall für alle“ ver­tre­ten – war­um „Kla­ge“ oder „Los­la­bern“ schlech­ter sein sol­len, erschließt sich mir nicht. Aber die bei­den Bücher kennt Käm­mer­lings offen­bar nicht, muss man ver­mu­ten – im Text selbst kom­men sie näm­lich auch nicht vor – und das ist mir völ­lig unver­ständ­lich. Ingo Schul­zes „Simp­le Sto­ry“ hal­te ich ten­den­zi­ell ja auch für etwas über­schätzt – das ist, genau wie Mar­cel Bey­ers „Flug­hun­de“ etwa so ein Buch, das jeder irgend­wie gut fin­den kann. War­um Tho­mas Lehr aus­ge­rech­net mit „Nabo­kovs Kat­ze“ auf der Lis­te gelan­det ist, das ist mir auch wie­der­um nicht ganz klar – ich hal­te das nicht für sein bes­tes Buch.

Was bleibt als von Käm­mer­lings Ver­such, die (?) deutsch­spra­chi­ge Lite­ra­tur seit ’89 zu erfas­sen und zu erklä­ren? Eine Men­ge Bücher wer­den ange­ris­sen, kurz vor­ge­stellt, refe­riert – von denen mir durch­aus eini­ge wohl durch die Lap­pen gegan­gen sind (und durch­aus eini­ge sich viel­ver­spre­chend anhö­ren). Aber ganz, ganz vie­les – und lei­der eben vie­les unheim­lich Gutes – fällt durch das Ras­ter. Unver­ständ­lich bleibt mir eini­ges: War­um zum Bei­spiel Rein­hard Jirgl nur ein­mal nur neben­bei erwähnt wird (die Kunst des name-drop­ping beherrscht Käm­mer­lings ziem­lich gut …) – gera­de in das Kapi­tel zum erin­nern­den Roman hät­te er wun­der­bar gepasst. Und frag­lich bleibt dann doch auch, ob man aus Büchern wie denen von Kurz­eck (der etwas mehr Gna­de fin­det als Jirgl, aber natür­lich vor allem durch das unver­meid­li­che „proust­sche“ Erzäh­len cha­rak­te­ri­siert wird) nicht genau­so viel oder sogar mehr über uns und die Gegen­wart ler­nen kann als aus ver­meint­lich aktu­el­len Büchern (was bei Käm­mer­lings ja nur und vor allem aktu­el­le Stof­fe meint), die sich den spe­zi­fi­schen Situa­tio­nen der Gegen­wart, d.h. der letz­ten ca. 10 Jah­re, widmen.

Aber das führt mich ja wie­der an den Anfang: Die For­de­rung der Gegen­warts­hal­tig­keit der Lite­ra­tur ist mei­nes Erach­tens kunst­frem­der Unsinn, der – wie Ina Hart­wig in der Süd­deut­schen ganz rich­tig anmerk­te – der Lite­ra­tur eine Stell­ver­tre­ter­funk­ti­on zuweist: Sie soll erle­ben, was wir selbst nicht tun. Der Anspruch, Lite­ra­tur müs­se uns unse­re „Gegen­wart“ irgend­wie erklä­ren, ist aber ein fal­scher, der den Kunst­wer­ken auch nur sel­ten gut tut. Dafür gibt es Jour­na­lis­ten. Und bezeich­nen­der­wei­se ist Käm­mer­lings von jour­na­lis­ti­schen Schreib­wei­sen wie Moritz von Uslars „Deutsch­bo­den“ eben auch sehr ange­tan – logisch, denn sie erfül­len eben sei­ne Bedin­gung der Gegen­warts­nä­he und ‑beschrei­bung. Aber Kunst soll­te doch etwas mehr sein. Und ist es ja auch immer wie­der – Käm­mer­lings zum Trotz sozusagen.

Richard Käm­mer­lings. Das kur­ze Glück der Gegen­wart. Deutsch­spra­chi­ge Lite­ra­tur seit ’89. Stutt­gart: Klett-Cot­ta 2011. 208 Sei­ten. ISBN 978−3−608−94607−9.

Show 1 footnote

  1. Ja, er ver­langt das wirk­lich – er will, dass das die Autoren tun, er will ihnen vor­schrei­ben, wie Lite­ra­tur zu sein hat. Auch wenn er natür­lich klug genug ist, eine sol­che prä­skrip­ti­ve Ästhe­tik mit genü­gend Caveats zu ver­se­hen: Im Kern geht es ihm dar­um, eine bestimm­te Art von Lite­ra­tur als die (ein­zig) rich­ti­ge zu set­zen. ↩

Goethe

„Goe­the war ein lei­den­schaft­li­cher Deut­scher, nur die Deut­schen moch­te er nicht.“ (Hen­ning Rit­ter, Notiz­hef­te, 340)

Untergang des Abendlandes

„Unter­gang des Abend­lan­des: Was kann es Schö­ne­res geben, als mit dem Abend­land unter­zu­ge­hen!“ (Hen­ning Rit­ter, Notiz­hef­te, 331)

Gegenwarten

„Die Gegen­wart von einst – nach­träg­lich spukt sie immer noch her­um in der Gegen­wart von heu­te, fremd und ver­traut zugleich, wie trau­ma­ti­siert.“ (Rayk Wie­land, Ich schla­ge vor, dass wir uns küs­sen, 89)

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