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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Kindheit

„[…] Herbst­ne­bel, Draht­zäu­ne, Grenz­stei­ne die 
gebil­de­te Welt.“

— Elke Erb, Kind­heit (meins, 39)

Selbstkontrolle

„Um wei­ter zu funk­tio­nie­ren, ist all­zeit ein hohes Maß an Selbst­kon­trol­le gefragt, man soll­te immer wis­sen, wo man ist, wer man ist und warum.“ 

— Enno Stahl, Die Idio­ten, 6

Taglied 13.5.2012

Boden­un­eben­hei­ten kön­nen etwas sehr poe­tisch sein, offensichtlich:

Boden­un­eben­hei­ten

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Taglied 11.5.2012

Chum­ba­wam­ba: On the Day the Nazi Died

Chum­ba­wam­ba – The day the nazi died

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Geschichte(n) machen: Narrativer Konstruktivismus im Geschichtsunterricht

Für Skrip­tum, die stu­den­ti­sche Online­zeit­schrift für Geschich­te und Geschichts­di­dak­tik an der Uni Mainz, habe ich gera­de Jörg van Nor­dens Habi­li­ta­ti­ons­schrift „Was machst du für Geschich­ten? Didak­tik eines nar­ra­ti­ven Kon­struk­ti­vis­mus“ bespro­chen – ein durch­aus inter­es­san­ter Ver­such (auch wenn ich zumin­dest auf der theo­re­tisch-begriff­li­chen Sei­te an der einen oder ande­ren Stel­le Vor­be­hal­te habe …), die Ideen des Kon­struk­ti­vis­mus nicht nur all­ge­mein päd­ago­gisch und all­ge­mei­ne geschichts­wis­sen­schaft­lich (bei­des wäre nichts so sehr neu­es mehr) umzu­set­zen, son­dern eben zu einer didak­tik der geschichts­ver­mitt­lung zu kom­bi­nie­ren. die kom­plet­te rezen­si­on gibt es bei Skrip­tum online: klick.

Taglied 9.5.2012

ein­fach schön: Four2 von John Cage für meh­re­re Stimmen

https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​&​v​=​V​u​j​T​w​u​n​w​Q2E

I’m feeling lucky

Kann man ein Buch über Goog­le bespre­chen, wenn man noch nicht ein­mal weiß, was Goo­gles pro­mi­nen­ter But­ton „I’m fee­ling lucky“ heißt und bedeu­tet? Das scheint mir schon ein erstaun­li­ches Nicht­wis­sen zu ver­ra­ten, was die Autorin der „Zeit“ da an den Tag legt, wenn sie „I’m fee­ling lucky“ – also den But­ton, der bei der Goog­le-Suche direkt das ers­te Ergeb­nis auf­ruft und die Sucher­er­geb­nis­sei­te umgeht – mit „Ich bin zufrie­den“ über­setzt. Denn das macht ja ein­fach über­haupt kei­nen Sinn. Zumal die deut­sche Goog­le-Sei­te ja eine pas­sen­de Über­set­zung bereit­hält: „Auf gut Glück!“ steht da.

Übri­gens ist der Rest des Tex­tes zwar viel­leicht nicht so offen­sicht­lich falsch. Zumin­dest nach­läs­sig ist es aber, das Buch als den „erste[n] Insi­der-Bericht“ über Goog­le anzu­prei­sen – davon gab es ja durch­aus schon eini­ge, nur wohl nicht als Buch, son­dern meis­tens online. Und das Übri­ge ist dann doch fast maxi­mal belanglos …

Primzahlen & Witze

Gera­de habe ich ein sprach­wis­sen­schaft­li­ches Update mei­nes Lieb­lings-Phy­si­ker-Wit­zes ken­nen­ge­lernt. Und das macht – man mag es kaum glau­ben – den Witz tat­säch­lich noch bes­ser. Zumin­dest für Men­schen, die ein biss­chen Ahnung von Lin­gu­is­tik haben:

A mathe­ma­ti­cian, a phy­si­cist, an engi­neer, and a lin­gu­ist are try­ing to deci­de if all odd num­bers are prime. The mathe­ma­ti­cian says, „one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s not prime, so no.“ The phy­si­cist says, „one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s not prime, but may­be that’s expe­ri­men­tal error.“ The engi­neer says, „one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s prime … “
The lin­gu­ist says, „one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime. Aha! We have a uni­ver­sal gene­ra­liza­tion. Nine doesn’t seem to be prime, but it MUST be prime at some under­ly­ing level of representation!“

Ich ver­such’ das mal zu übersetzen:

Eine Mathe­ma­ti­ke­rin, ein Phy­si­ker, ein Ingeu­nier und eine Sprach­wis­sen­schaft­le­rin dis­ku­tie­ren, ob alle unge­ra­den Zah­len Prim­zah­len sind. Die Mathe­ma­ti­ke­rin sagt: 1 ist eine Prim­zahl1, 3 ist ein Prim­zahl, 5, 7 auch, 9 ist kei­ne Prim­zahl: Also ist die Ant­wort Nein. Der Phy­si­ker sagt: 1 ist eine Prim­zahl, 3 ist ein Prim­zahl, 5 und 7 auch, 9 ist ein Mess­feh­ler – also Ja. Der Inge­nieur sagt: 3 ist ein Prim­zahl, 5, 7 auch, 9 ist auch eine Primzahl …
Die Sprach­wis­sen­schaft­le­rin sagt: 1 ist eine Prim­zahl, 3 ist ein Prim­zahl, 5 und 7 auch – aha, hier haben wir also eine Uni­ver­sa­lie. 9 scheint da nicht rein­zu­pas­sen, aber es *muss* auf einer unte­ren Ebe­ne der Reprä­sen­ta­ti­on eine Prim­zahl sein!

Nun ja, lus­tig fin­den das wahr­schein­lich wirk­lich nur Linguisten ;-)

Show 1 footnote

  1. Ja, ich weiß, das ist eigent­lich falsch und Mathe­ma­ti­ker wür­den das nicht sagen – aber sonst funk­tio­niert der Witz nicht so gut …

Schmerz und Glaube in Musik

Das ers­te Solo­kon­zert in stren­ger zwölf­tö­ni­ger Manier: Da kann man leicht ein sprö­des Kunst­werk erwar­ten, sper­rig und unzu­gäng­lich – Papier­mu­sik eben. Aber Alban Bergs Vio­lin­kon­zert ist das über­haupt nicht. Nicht ohne Grund trägt es auch den Unter­ti­tel „Dem Andenken eines Engels“ und kann fast als Pro­gramm­mu­sik gel­ten. Aber eben nur fast, die bio­gra­phi­sche Bezü­ge las­sen sich erah­nen, wer­den aber nicht sehr expli­zit: Der Tod der 19jährigen Manon Gro­pi­us gab schöp­fe­ri­schen Impuls – und fiel mit dem Auf­trag zusam­men, für den ame­ri­ka­ni­schen Gei­ger Lou­is Kras­ner ein Kon­zert kom­po­nie­ren. Es soll­te Bergs letz­tes Werk wer­den, und eines sei­ner bekann­tes­ten. Die Rhei­ni­sche Orches­ter­aka­de­mie Mainz (ROAM) hat das jetzt in ihrem 16. Pro­jekt mit der jun­gen Gei­ge­rin Mar­ti­na Trumpp auf­ge­führt. Das ist ein ech­tes Fest der sub­ti­len Deut­lich­keit gewor­den: Diri­gent Ger­not Sah­ler diri­giert den Klas­si­ker der Modern mit viel Empa­thie, aber auch mit viel Klar­heit – eine wohl­tu­en­de Mischung. Klar ist die Kon­struk­ti­on der Musik hör­bar, und genau­so deut­lich ihr emo­ti­na­ler Gehalt. Das liegt nicht nur am Orches­ter, son­dern auch an der Solis­tin. Denn Mar­ti­na Trumpp spielt mit star­kem, strah­lend-leuch­ten­den Ton, der ein leich­tes unter­grün­di­ges Glü­hen trans­por­tiert und jede Sprö­dig­keit ver­mei­det: Ein in die Kunst tran­szen­dier­tes Lei­den, das in sei­ner Prä­zi­si­on und Kon­zen­tra­ti­on fes­selt und begeistert.

Die ROAM kom­bi­niert das geschickt und sinn­fäl­lig mit zwei ande­ren Ver­su­chen, in und mit der Musik letz­te Din­ge zu behan­deln, den Tod zu umkrei­sen und den Glau­ben aus­zu­drü­cken: Arvo Pärts „Fra­tres“ und Felix Men­dels­sohn Bar­thol­dys Refor­ma­ti­ons­sin­fo­nie. Hier, in die­ser als Fest­mu­sik für die Jubi­lä­ums­fei­er des Aus­g­bur­ger Bekennt­nis­ses geplan­ten Sin­fo­nie, gibt es ein aus­drück­li­ches Pro­gramm: Das, was man kurz als das Lob der Refor­ma­ti­on zusam­men­fas­sen könn­te, quillt aus jedem Motiv und jedem Akkord. Im Kon­trast zu Bergs Kon­zert wirkt das manch­mal ziem­lich plump und auf­dring­lich – obwohl es Ger­not Sah­ler gelingt, den mas­si­ven Orches­ter­klang schnell zu beschleu­ni­gen und dyna­misch-forsch anzu­trei­ben und damit die instru­men­ta­to­ri­sche Meis­ter­schaft Men­dels­sohn Bar­thol­dys deut­lich wer­den zu las­sen. Man­ches gelingt auch durch­aus fein, eini­ges bleibt etwas holp­rig und vor allem der Final­satz wird im per­ma­nen­ten Ges­tus des Auf­trump­fens doch ein biss­chen arg lär­mend – ein grö­ße­rer Gegen­satz zum vor­sich­ti­gen Tas­ten der Strei­ch­er­klän­gen in den „Fra­tres“ von Pärt lässt sich kaum vorstellen.

(geschrie­ben für die Main­zer Rhein-Zeitung.) 

Taglied 7.5.2012

Aus nahe­lie­gend­ne Gründen:

Ger­hard Polt – Mai Ling (live)

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Ger­hard Polt Longli­ne: ORIGINAL FULL Ger­hard Polt Longli­ne Sketch mit den Bier­mösl Blosn

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https://web.archive.org/web/20170917215702/https://www.youtube.com/watch?v=JS2ARaRhezw

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