Ins Netz gegangen (1.3.)

fischnetzjackmac34

Ins Netz gegan­gen am 1.3.:

  • Grü­ne Wel­le für Rad­fah­rer | Zeit → And­rea Reidl berich­tet von sehr deut­schen Ver­su­chen, grü­ne Wel­len für Rad­fah­re­rin­nen zu eta­blie­ren: Mit viel Tech­nik, die ger­ne auch noch den Rad­lern auf­ge­bür­det wird (wie eine not­wen­di­ge App von Sie­mens, die natür­li­ch alle Bewe­gun­gen erfasst …)
  • Roter Mar­mor | Floh­bu­de → die floh­bu­de war auf einer ver­an­stal­tung der säch­si­schen afd-frak­ti­on – ein durch­aus fas­zi­nie­ren­der und erhel­len­der (lan­ger) bericht, aber auch bedrü­ckend
  • Zum Tod des His­to­ri­kers Peter Blick­le: Wie geht Demo­kra­tie? | NZZ → urs haf­ner erin­nert an den kürz­li­ch ver­stor­be­nen his­to­ri­ker peter blick­le:

    Jetzt, im Ange­sicht der auto­ri­tä­ren Inter­na­tio­na­le, käme Blick­les Zeit wie­der, jetzt gewin­nen sei­ne Ana­ly­sen neue Aktua­li­tät: Wie macht man Poli­tik, wie schafft man Demo­kra­tie? Für die Zeit von 1300 bis 1800 hat Blick­le dies ein­dring­li­ch auf­ge­zeigt und neue Per­spek­ti­ven eröff­net. Viel­leicht hat er mit sei­nem For­schen, das um die sich in ihren Gemein­den orga­ni­sie­ren­den Bau­ern und ein­fa­chen Bür­ger kreis­te, Deutsch­land eine demo­kra­ti­sche Tra­di­ti­on geben wol­len, eine Alter­na­ti­ve zur unheil­vol­len Tra­ver­se vom Bau­ern­feind Luther zum Dik­ta­tor Hit­ler.

    auch wolf­gang schma­le wür­digt blick­les leis­tun­gen in sei­nem blog.

  • I Was a Mus­lim in the Trump Whi­te House—and I Las­ted Eight Days | The Atlan­tic → eine ame­ri­ka­ne­rin, die im/für den natio­nal secu­ri­ty coun­cil arbei­te­te, berich­tet über die ände­run­gen der letz­ten wochen … 
  • Umwelt­his­to­ri­ker über Win­ter­ur­laub: „Natur stört gene­rell“ | taz → gutes inter­view mit einem wis­sen­schaft­ler, der vor mar­ki­gen wor­t­en nicht zurück­schreckt und am winter-/skitourismus der alpen mit all sei­nen aus­wüch­sen wenig posi­ti­ves ent­de­cken kann …

    Win­ter­sport­ge­bie­te waren immer Fabri­ken für tou­ris­ti­sche Zufrie­den­heit. Und die tou­ris­ti­schen Wer­be­bil­der wecken Erwar­tun­gen an die Kul­tur­land­schaft.

Ins Netz gegangen (15.2.)

Zara Walker

Ins Netz gegan­gen am X.X.:

  • Schluss mit dem Toten­tanz-Gerau­ne | Zeit → klaus kast­ber­ger mel­det sich zur angeb­li­chen „kri­se der gema­nis­tik“ zu wort und kon­sta­tiert auch eine kri­se – er hät­te ger­ne wie­der mehr ver­ste­hen von lite­ra­ri­schen höhen­kamm­tex­ten als ande­res …
  • Hier wird an der Zukunft gear­bei­tet | NZZ → noch ein bei­trag zur ger­ma­nis­tik-kri­sen-debat­te, in dem frau­ke berndt vor allem die inter­na­tio­na­li­tät der ger­ma­nis­tik her­vor­hebt

    Längst sind nicht alle Schät­ze geho­ben auf die­sem Gebiet, das weder ges­tern noch heu­te an den Sprach­gren­zen des Deut­schen oder den media­len Gren­zen des Buches halt­macht. Des­halb wird die Suche nach Ant­wor­ten auf die drän­gen­den Fra­gen der Gegen­wart stets auch zur Lite­ra­tur und in die Tex­te füh­ren: Glo­ba­li­sie­rung, Natio­na­li­sie­rung, Popu­la­ri­sie­rung oder Fik­tio­na­li­sie­rung.
    Denn lite­ra­ri­sche Tex­te sind Ver­suchs­an­ord­nun­gen, Pro­be­büh­nen und Umschlag­plät­ze für sol­che ethi­schen, poli­ti­schen, öko­no­mi­schen oder phi­lo­so­phi­schen Fra­ge­stel­lun­gen. Ihnen geben Tex­te in Erzäh­lun­gen, Sze­nen und Bil­dern For­men, weil auf sol­che Fra­gen kei­ne Begrif­fe ant­wor­ten kön­nen.
    Lite­ra­tur­wis­sen­schaf­te­rin­nen ana­ly­sie­ren die­se For­men und den­ken über sie auf der Grund­la­ge ihrer Geschich­te und im Hori­zont eines gros­sen Spek­trums an Theo­ri­en nach. Es ist daher kein Wun­der, dass die­se Exper­tin­nen der Form ihre Stim­men sowohl in öffent­li­chen als auch in tages­ak­tu­el­len Debat­ten immer wie­der erhe­ben.
    […] War ein­mal wirk­li­ch alles bes­ser – zu Zei­ten die­ses merk­wür­dig ver­gol­de­ten Damals, als nur weni­ge gros­se Män­ner vie­le gros­se Bücher geschrie­ben haben? Ich weiss nicht, war­um mei­ne Kol­le­gen ihren Vätern nach­trau­ern. Mir und vie­len ande­ren feh­len die Auto­kra­ten jeden­falls nicht beson­ders. Die Bücher sind des­halb nicht schlech­ter gewor­den, der Umgang an den Uni­ver­si­tä­ten dafür aber deut­li­ch bes­ser.

  • Mobi­li­tät in Metro­po­len: Neue Wege durch die Stadt | FAZ → schö­ner über­bli­ck über das umden­ken der stadt- und ver­kehrs­pla­ner, was die zukunfts­fä­hi­ge gestal­tung der ver­kehrs­we­ge und des ver­kehrs in den (groß-)städten angeht
  • Von den Gren­zen des Gesangs­re­per­toires | Bad Blog Of Musi­ck → wen­de­lin bitz­an über die reper­toire­be­schrän­kun­gen in aus­bil­dung und aus­übung, ins­be­son­de­re bei sänger/innen:

    Das Gesangs­re­per­toire scheint fak­ti­sch auf einen Zeit­raum von etwa 250 Jah­ren begrenzt zu sein: Nor­ma­ler­wei­se kom­men klas­si­sche Gesangs­so­lis­ten gut mit Musik von Bach bis Strauss aus. Nie­man­den scheint es zu küm­mern, wenn sie Wer­ke von Jos­quin, Mon­te­ver­di, Lul­ly, Webern, Schosta­ko­wit­sch oder Brit­ten bei­sei­te las­sen. Unge­ach­tet der Tat­sa­che, dass die Genann­ten aus­nahms­los als prä­gen­de Vokal­kom­po­nis­ten ihrer Zeit gel­ten kön­nen, wer­den sie von Sän­ge­rin­nen und Sän­gern der Gegen­wart über­wie­gend igno­riert. Die Fel­der der ›Alten Musik‹ und ›Neu­en Musik‹ erschei­nen als Rand­be­rei­che des Kunst­mu­sik­be­triebs, die exklu­siv von geson­dert aus­ge­bil­de­ten Spe­zia­lis­ten bedient wer­den und über ein glei­cher­ma­ßen spe­zia­li­sier­tes Publi­kum ver­fü­gen.

  • Sprach­at­ta­cke der Rechts­po­pu­lis­ten: Trom­pe­ten des Trum­pis­mus | Spie­gel → georg seeß­len in einer sehr guten ana­ly­se über trump, demo­kra­tie und die medi­en etc:

    Trum­pis­mus ist in sei­ner ers­ten Pha­se die Kunst, die poli­ti­schen Dis­kur­se nach den Regeln der Unter­hal­tungs­in­dus­trie auf­zu­lö­sen. Es müs­sen Bil­der her, wo Tex­te waren, es muss Mythos her, wo Geschich­te war, es müs­sen Emo­tio­nen her, wo Logik war. Es ist schwer zu sagen, ob hin­ter der Ver­gif­tung von Spra­che und Dis­kurs so etwas wie ein Plan steckt, ob sie dem „Natu­rell“ der Reprä­sen­tan­ten der popu­lis­ti­schen Rech­ten ent­spricht, oder ob sie ein­fach durch tri­al and error als Erfolgs­re­zept erkannt wur­de. Spre­chen, um den ande­ren sprach­los zu machen jeden­falls, hat sei­ne Tra­di­tio­nen und ist schließ­li­ch media­le Pra­xis in den Talk­shows gewor­den.

  • Kli­ma­wan­del in den Alpen:Der Kampf um den Schnee | Deutsch­land­ra­dio Kul­tur → eine aus­führ­li­che repor­ta­ge von tobi­as kro­ne und micha­el watz­ke über ski­ge­bie­te in bay­ern und den drang, immer mehr und immer künst­li­cher „win­ter­sport“ zu ermög­li­chen …

Altjahresabend

Aus der durch­höhl­ten Rübe springt die Maus.
Der rei­fe Wind zwingt das Holun­der­blatt zu tage­lan­gem Pur­zel­baum -
Die lee­re Rüben­ba­cke klafft,
Die Tau­ben peitscht der Wind ans Haus.

Den Bau­ern­pfer­den wächst das Haar wie Moos so dicht.
Das Jahr geht hin. Kein Anfang ist und Ende nicht.
Die Eichel fällt – die Ein­sam­keit erschrickt, und Öde schluckt den Ton.
Sie schluckt auch mei­ner Soh­le Lär­men, sie ver­gaß mich schon.
Wil­helm Leh­mann, Alt­jah­res­abend (1928)

Winternacht

Winternacht.

1.

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!


Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heißbewegte, wilde!
Daß einmal Ruh mag drinnen seyn,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!

2.

Dort heult im tiefen Waldesraum
Ein Wolf; – wie’s Kind aufweckt die Mutter,
Schreit er die Nacht aus ihrem Traum
Und heischt von ihr sein blutig Futter.

Nun brausen über Schnee und Eis
Die Winde fort mit tollem Jagen,
Als wollten sie sich rennen heiß:
Wach auf, o Herz, zu wildem Klagen!

Laß deine Todten auferstehn,
Und deiner Qualen dunkle Horden!
Und laß sie mit den Stürmen gehn,
Dem rauhen Spielgesind aus Norden!

Taglied 17.12.2011

Nach dem Lauf heu­te vor­mit­tag und wil ich gera­de Lust dar­auf habe (und weil es irgend­wie natür­li­ch auch passt): „Wide Whi­te Hori­zon“ (fin­de ich online aller­dings nir­gends – macht auch nix, muss man eh in ver­nünf­ti­ger Qua­li­tät und ange­mes­se­ner Laut­stär­ke hören ;-) – nur die „Sket­ches of Spring“ gibt es bei Youtube, aber der passt heu­te nicht …), von Tho­mas Wil­brandts gran­dio­ser Dop­pel-CD „The Electric V“. Und ganz neben­bei: wahr­schein­li­ch die bes­te Version/Interpretation der Vival­di­schen Jah­res­zei­ten der letz­ten Jahr­zehn­te: 1984 erst­mals auf­ge­nom­men, aber immer noch fri­sch und begeis­ternd, die­ser – natür­li­ch sehr freie – Umgang mit den alten Noten … Unbe­ding­te Emp­feh­lung (nicht nur im Win­ter …)

Bilderbuch-Laufen

Herr­li­ch. Ein­fach nur herr­li­ch. Der ers­ten Lauf im Schnee ist immer etwas beson­de­res, etwas schö­nes: Ich lie­be es ein­fach, wenn der Wald, die Fel­der und die Wege weiß sind. Auch wenn es das Lau­fen etwas anstren­gen­der macht. Heu­te mor­gen war das wie­der wun­der­bar: Nach dem Sturm und den Regen­schau­ern der letz­ten Tage habe ich über­haupt nicht damit gerech­net — aber die Son­ne schien, der Him­mel war blau: Ein rich­tig schö­ner Win­ter­tag. Und in Erbach lag sogar ein biss­chen Schnee. Also habe ich mei­ne Win­ter– und Schlecht­wet­ter­schu­he raus­ge­kramt, die Salo­mon XA 3D Ultra und bin los­ge­zo­gen. Ein paar Kilo­me­ter wei­ter und eini­ge Höhen­me­ter spä­ter fand ich mich im Bil­der­buch des Win­ters wie­der: Der Wald war rich­tig dick weiß, der feuch­te Schnee hing dick an den Bäu­men und auf den Ästen, die Wege waren nied­rig und eng von den durch die Schnee­last hin­un­ter gekrümm­ten Bäu­men — und eini­ge klei­ne­re hat­te der Sturm auch auf die Wege geschmis­sen. Und ich lief mut­ter­see­len­al­lein im Wald über den noch unbe­rühr­ten Schnee: Nur ab und an kreuz­te ein Wild­fähr­te mei­ne jung­fräu­li­chen Wege. Das ist — immer wie­der — unge­heu­er erhe­bend, ein Gefühl, das sich nur schwer beschrei­ben lässt. Da möch­te man am liebs­ten lau­fen und lau­fen und lau­fen. Das tat ich dann auch erst ein­mal.

Dum­mer­wei­se hat­te mei­ne rech­te Socke nicht so viel Spaß wie ich: Kurz vor Bullau fing es an zu rei­ben — und beim nächs­ten Halt stell­te ich mit Schre­cken fest: Da ist, gen­au an der Ober­kan­te des Schuhs, ein schön brei­tes, gro­ßes Loch in der Socke! Das war neu — und nicht gera­de vor­teil­haft. Denn jetzt mus­s­te mei­ne zar­te Haut dran glau­ben. Die nächs­ten Kilo­me­ter waren nicht so erfreu­li­ch, es rieb und kratz­te: Mir war klar, ich soll­te doch lang­sam mal wie­der in Rich­tung Hei­mat dre­hen … Pas­send war auch auf ein­mal, als ich in Bullau aus dem Wald kam, von dem herr­li­chen Wet­ter nichts mehr zu sehen: Graue Wol­ken über­all, die nichts Gutes ver­hie­ßen. Ganz hin­ten am Hori­zont fie­len noch ein paar Son­nen­strah­len auf den weiß bestäub­ten Oden­wald — aber da wür­de ich heu­te bestimmt nicht mehr hin­kom­men, nicht mit einer blu­ten­den Fer­se.

Also wur­de die Run­de doch etwas kür­zer (22 Kilo­me­ter). Lus­tig war dann der Schluss — nicht so sehr die Tat­sa­che, dass ich immer mehr mit Schnee und Was­ser bewor­fen wur­de, je tie­fer ich kam und je mehr ich mich wie­der Erbach näher­te. Nein, eher der Zufall, dass die Wol­ken sich wie­der auf­lös­ten und die Son­ne wie­der durch­brach. Und so hat­te ich, als ich am Buch­walds­kopf aus dem Wald kam, wie­der mal einen herr­li­chen Bli­ck über das son­nen­er­füll­te Müm­ling­tal: Das ist — trotz der zivi­li­sa­to­ri­schen Ver­schan­de­lung des Tals — immer wie­der erhe­bend, wenn man nach einem längeren/langen Lauf durch den Wald an die­ser Stel­le wie­der aufs Feld kommt und einen frei­en Bli­ck über Erbach und Michel­stadt und noch mehr hat . Ganz beson­ders wirkt das natür­li­ch, wenn die Son­ne mit­spielt. Da macht dann auch die auf­ge­rie­be­ne Fer­se auf ein­mal nicht mehr viel aus.

Auf einem Ski in Arosa

Das dies­jäh­ri­ge Tref­fen der Monoski­fah­rer begann für mich am Don­ners­tag: Vor­mit­tags schnell noch mein Kram fer­tig gepackt – eine gro­ße Tasche voll­ge­stopft mit Schu­hen (zum Ski­fah­ren und Lau­fen), jeder Men­ge Kla­mot­ten und ein paar Müs­li­rie­geln. Dann den Ski unter den Arm geklemmt und ab zum Bahn­hof – der Zug brach­te mich näm­li­ch nach Schif­fer­stadt, zu Tilo. Der war noch nicht ganz so weit, aber das war nicht wei­ter schlimm, weil sich auch bei Andre­as die Abfahrt etwas ver­zö­gert hat­te. Gegen 17 Uhr waren wir dann unter­wegs: Andre­as mit Toch­ter Aria­ne, Tilo und ich – so ging es nach Aro­sa. Die Fahrt ver­lief denn auch ohne Pro­ble­me, beson­ders das letz­te Stück von Chur, die 360 Kur­ven, auf die Aro­sa so stolz ist (und für die man sogar eine Paten­schaft erwer­ben kann …), sogar in aus­ge­spro­chen rasan­tem Tem­po. Nur in Aro­sa brauch­ten wir einen Moment, unse­re Unter­kunft für die ers­te Nacht zu fin­den: Das Back­pa­ckers Moun­tain­lod­ge. Das ist offen­bar ein ehe­ma­li­ges San­to­ri­um. Zumin­dest sehen die Räu­me – klei­ne Zim­mer mit Jugend­her­bergs­ein­rich­tung inklu­si­ve Stock­bet­ten – die Flu­re und die Bal­kons sehr dana­ch aus. Da es mitt­ler­wei­le schon 22.15 Uhr war, fan­den wir nur noch eine unbe­setz­te Rezep­ti­on vor – aber immer­hin mit einem Zet­tel, wel­che Zim­mer unse­re waren. Die waren schnell bezo­gen, die Bet­ten gemacht – und das war’s dann auch schon eigent­li­ch, die Nacht­ru­he rief. Das Moun­tain­lod­ge war zwar recht ordent­li­ch und sehr sau­ber, aber über den Preis kann man geteil­ter Mei­nung sein. Für Leu­te aus dem Euro-Gebiet wie uns war das – ange­sichts des beschei­de­nen Kom­forts und der ein­fa­chen Ver­pfle­ge­gung – eigent­l­ch unver­schämt teu­er. Obwohl die bei­den Back­pa­ckers – von den Berg­bah­nen betrie­ben – die bil­ligs­ten Unter­künf­te in Aro­sa sind: Preis­güns­tig sind sie kei­nes­wegs …

Denn am Frei­tag soll­te es rich­tig los­ge­hen. Trotz des zei­ti­gen Auf­ste­hens hat zwar nicht das Früh­stü­cken, aber doch das Bezah­len, Auto packen und Aus­ch­e­cken eine gute Wei­le gedau­ert. Auf dem Weg zur Seil­bahn-Tal­sta­ti­on tra­fen wir dann gleich die Leu­te von Duret sowie Remy und Otto. Aller­dings muss­ten wir noch das Auto los­wer­den – in Aro­sa nie eine ein­fa­che Sache, dies­mal bedeu­te­te es einen ordent­li­chen Fuß­mar­sch für Andre­as. Gegen 10 Uhr war dann aber alles erle­digt und wir oben auf dem Berg. Und das heißt wirk­li­ch, oben: Auf der Spit­ze des Weiß­horns, wo uns die gro­ße Gon­deln der Sei­bahn (eine ziem­li­ch zeit­auf­wän­di­ge Fahrt) hin­be­för­der­ten. Zum Ein­fah­ren mus­s­te erst ein­mal die rote Abfahrt zur Mit­tel­sta­ti­on her­hal­ten (die schwar­ze von oben mus­s­te ja nicht gleich bei den ers­ten Schwün­gen die­ses Win­ters sein …). Und dann ging es vor allem auf die Pis­ten am Hörn­li – da waren wir einen Groß­teil die­ser drei Tage unter­wegs, die Pis­ten dort, die der eine Vie­rer-Ses­sel bedient, bie­ten wun­der­ba­re Mög­lich­kei­ten: Rote und Schwar­ze glei­cher­ma­ßen, sol­che mit eher gleich­mä­ßi­gem Gefäl­le und wel­che mit schö­nen Absät­zen und Stu­fen – vor allem vie­le Kom­bi­na­ti­ons­mög­lich­kei­ten … Sehr schö­ne Mög­lich­kei­ten bot aber auch der Car­men­na-Ses­sel­lift (natür­li­ch von ganz oben, nicht schon ab der Mit­tel­sta­ti­on): Ent­we­der über die schwar­ze Pis­te, die vom Weiss­horn her­un­ter kommt oder direkt am Lift hin­un­ter: Das beginnt gleich rich­tig steil – und weil oben am Ein­stieg eine Schnee­ka­no­ne in Betrieb war, waren gera­de die ers­ten Meter davon ziem­li­ch hef­tig. Aber dann ging es rich­tig schön hin­un­ter – auch eine klas­se Pis­te. Nur unten viel­leicht einen Tick lang­wei­lig.

Der Schnee in Aro­sa: Aus­rei­chend, aber uralt (letz­ter Neu­schnee im Janu­ar, da hat’s den gan­zen Monat aber auch nur 30 Zen­ti­me­ter geschneit) und ent­spre­chend hart. Neben der Pis­te – vor allem am Weiss­horn – war schon fast kein Schnee mehr. Und wo noch mehr oder weni­ger genü­gend war, war er der­ma­ßen stein­hart, dass es kaum fahr­bar war – wir haben es am Hörn­li natür­li­ch sofort aus­pro­biert. Zumin­dest Spaß macht das Abseits­fah­ren bei sol­chem Schnee nicht.

Abge­schlos­sen haben wir den Ski­tag mit einer gemein­sa­men Tal­ab­fahrt – nach­dem wir alle auf der rich­ti­gen Pis­te waren, war das auch ganz nett und noch erstaun­li­ch gut zu fah­ren. Dana­ch ging es dann erst ein­mal in die neue Unter­kunft, das ande­re Back­pa­ckers in Aro­sa, Down­town genannt, weil es im Gegen­satz zum Moun­tain­lod­ge nicht am Orts­rand bei der Pis­te liegt, son­dern mit­ten in der unte­ren Hälf­te des Ortes. Ansons­ten unter­schied es sich nicht groß vom ers­ten Back­pa­ckers – die An- und Abmel­dung ist bei bei­den furcht­bar kom­pli­ziert, auf­wän­dig und umständ­li­ch gewe­sen. Irgend­wann war das aber alles erle­digt und wir waren auf unse­ren Zim­mern. Inzwi­schen schon reich­li­ch spät, denn für 17 Uhr war ein ers­tes offi­zi­el­les Tref­fen im nahe­ge­le­ge­nen Sun­star-Hotel ange­setzt. Ich ging aber erst ein­mal wenigs­tens ein biss­chen Lau­fen – viel war es nicht, ich und mei­ne Bei­ne waren müde. Und in Aro­sa gibt es noch weni­ger Mög­lich­kei­ten, ohne gro­ße Stei­gun­gen zu lau­fen, als in ande­ren Ski­or­ten. Mein Forerun­ner hat­te sich dum­mer­wei­se in der Tasche irgend­wann von selbst ange­schal­tet und war des­halb inzwi­schen ohne Strom. Geschätzt war ich ca. 20 Minu­ten für unge­fähr drei Kilo­me­ter unter­wegs, in Rich­tung Hörn­li, ab dem Cam­ping­platz auf der „Pis­te“ Nr. 1.

Nach dem Begrü­ßungs­tref­fen gin­ge wir dann gemein­sam (fast) alle zum Abend­es­sen ins Cha­man­na – sehr nett und lecker, aber wie alles in die­sem Ort nicht gera­de preis­wert … Das hat sei­ne Zeit gedau­ert – erst gegen 23 Uhr waren wir zurück im Back­pa­ckers und hör­ten auf den Ruf der Bet­ten …

Der Sams­tag begrüß­te uns schon mor­gens mit herr­li­chem Wet­ter: Blau­er Him­mel ohne das klein­s­te Wölk­chen. Heu­te beschlos­sen wir, das Auto ste­hen zu las­sen und zu Fuß zur Berg­bahn zu mar­schie­ren. Das war dann doch etwas län­ger als gedacht, zum Glück hat­ten wir die Ski­schu­he noch nicht an. Tilo und ich waren etwas frü­her auf­ge­bro­chen, er woll­te den Duret-Leu­ten hel­fen beim Auf­bau­en des Test­stan­des für deren Monos­kier an der Mit­tel­sta­ti­on. Da ange­kom­men, tra­fen wir zufäl­lig auf Bru­no, Kurt und Rodol­fo. Mit denen war ich dann fast den gan­zen Tag unter­wegs – und wie. Die hatten’s näm­li­ch ziem­li­ch eilig. Und man merkt, dass sie öfters auf dem Ski ste­hen als ich – mit­hal­ten konn­te ich, mit etwas Mühe, gera­de so. Das hohe Tem­po mach­te aber wirk­li­ch irr­sin­nig Spaß: Die Son­ne schien strah­lend, der Schnee war okay, die Pis­ten gut prä­pa­riert. Da mach­te es auch wenig, dass ich schon auf der ers­ten Abfahrt mei­ne rech­te Kon­takt­lin­se ver­lor – die war wohl nicht rich­tig drin. Sehr selt­sam war das, wie ich wäh­rend dem Fah­ren merk­te, dass sie aus dem Auge rutsch­te, im Augen­win­kel hän­gen­blieb und vom Fahrt­wind dann end­gül­tig her­aus­ge­drückt wur­de und auf Nim­mer­wie­der­sehn ver­schwand. Gegen Mit­tag wur­de es zwar etwas vol­ler, aber dafür, dass ganz Aro­sa aus­ge­bucht sein soll­te, war noch erstaun­li­ch viel Platz auf den Pis­ten. Gut, am Hörn­li-Ses­sel­lift mus­s­te man zwi­schen­durch mal (ganz) kurz anste­hen – aber auf der Pis­te war das immer noch in Ord­nung mit dem Betrieb. Unter­des­sen lief wie­der – wie sich das für ein Monos­ki­t­ref­fen gehört – der gro­ße Ski­tau­sch: Die Durets (und eini­ge ande­re, wie das Monob­la­de, der Mono­cross, das Yama­tool/Coda) wur­den eif­rig pro­biert – von mir aller­dings nicht, ich blieb die­se drei Tage lie­ber bei mei­nem mir ver­trau­ten TT Ham­mer. Die Grup­pen wech­sel­ten über den Tag öfter, der Spaß blieb der­sel­be. So war es ruck­zu­ck schon 16.30 Uhr, als ich mit Bru­no die letz­te Abfahrt vom Weiss­horn anging. Dann saßen wir noch kurz alle bei der Schirm­bar an der Mit­tel­sta­ti­on (Hüt­ten- & Aprés­ki-tech­ni­sch ist Aro­sa übri­gens extrem zurück­hal­tend), bevor wir die gemein­sa­me Talb­a­fahrt antra­ten. Bis wir dann end­li­ch wie­der auf unse­rem Zim­mer waren, zeig­te die Uhr schon sechs an – und ich ging erst spät lau­fen. Dies­mal ging es etwas wei­ter, zwar ähn­li­ch wie am Frei­tag (wie­der auf die „Pis­te“), aber mit eini­gen klei­nen Schlei­fen zusätz­li­ch: ca. vier Kilo­me­ter in einer hal­ben Stun­de). Nach dem Duschen wid­me­te ich mich noch kurz mei­nem Mono: Vor allem am Nach­mit­tag hat­te ich auf den har­ten Pis­ten gemerkt, dass mei­ne Kan­ten etwas nach­lie­ßen – das wur­de schnell beho­ben. Und dann war es auch schon Zeit für das gro­ße Fon­due Chi­noi­se, wie­der im Cha­man­na, das ja prak­ti­scher­wei­se recht nahe lag – gut vor allem für Andre­as, der nach sei­nem Sturz am Frei­tag mit­tag doch beim Lau­fen sehr gehan­di­capt war.

Am Sonn­tag war wie­der alles anders. Schon beim Auf­wa­chen wur­de klar: Das schö­ne Wet­ter war ver­schwun­den, die ein­zel­nen dunk­len Wol­ken vom Sams­tag abend waren nicht mehr allein, son­dern hin­gen dicht über dem Ort und also voll im Ski­ge­biet den gan­zen Him­mel bede­ckend. Also lie­ßen wir uns mit dem Früh­stück etwas mehr Zeit – es war ja auch Sonn­tag … Weil wir nach dem Ski­fah­ren sofort nach Hau­se woll­ten, war ich extra schon um 7 Uhr auf­ge­stan­den, um vor dem Früh­stück einen klei­nen Lauf zu absol­vie­ren. Die­ses Mal blieb ich auf der Stra­ße, das war am ein­fachs­ten. Bei gera­de ein­mal 0 °C war ich wie­der eine knap­pe hal­be Stun­de unter­wegs – mit schreck­li­ch stei­fen Bei­nen …

Auf der Pis­te war es heu­te zwar aus­ge­spro­chen leer, aber auch etwas schwie­rig. Ich brauch­te ein bis zwei Abfahr­ten, mich dar­an zu gewöh­nen: Durch die dich­te Bewöl­kung und den leicht grie­se­li­gen Schnee­fall war das Licht zu dif­fus, das man nicht sah, wo die Pis­te auf- oder abging und ent­spre­chend etwas vor­sich­ti­ger und zurück­hal­ten­der unter­wegs sein soll­te. Mit der Zeit und der Gewöh­nung nahm aber unser Tem­po auch wie­der zu. Bald war ich näm­li­ch wie­der mit den schnel­len Flit­zern Bru­no, Kurt und Rodol­fo unter­wegs. Und die Pis­ten am Hörn­li kann­ten wir ja inzwi­schen. Tat­säch­li­ch kam am spä­ten Vor­mit­tag auch für kur­ze Zeit etwas Bes­se­rung auf: Die Wol­ken­de­cke dünn­te stel­len­wei­se etwas aus, so dass die Son­ne etwas stär­ker hin­durch kam – und sofort mach­te das Fah­ren mit deut­li­ch mehr Sicht erheb­li­ch mehr Spaß. Mit­tags tra­fen wir uns alle an der Mit­tel­sta­ti­on für eine kur­ze Pau­se. Und dann ging es noch mal in der gro­ßen Grup­pe aufs Weiss­horn. Peter woll­te ja auch noch den Ki-Mono-Car-Ver pro­bie­ren – und tat das gleich auf der lan­gen Abfahrt. Weit kam er damit aller­dings nicht, die­ser Minis­ki ist wohl doch sehr spe­zi­ell. Auf­grund der momen­tan extrem schlech­ten Sicht war die­se Abfahrt aller­dings für den Rest der Grup­pe auch nicht sehr leicht- dafür hat­ten wir die kom­plet­te Pis­te für uns. Heu­te war eh‘ kaum jemand utner­wegs, nur so ein paar Unent­weg­te wie wir. Und ein ein­hei­mi­scher Monoski­fah­rer, Vik­tor, der seit Jahr­zehn­ten sei­nem Mono­turm treu geblie­ben ist. Nach­mit­tags waren wir dann wie­der in ver­schie­de­nen Grup­pie­run­gen (mit eigent­li­ch fast allen noch fah­ren­den Teil­neh­mern) am Hörn­li unter­wegs – aller­dings auch nicht mehr beson­ders lan­ge. Andre­as und Aria­ne mach­ten bald Schluss, ich hing noch zwei schnel­le Abfahr­ten an, bevor ich ihnen eben­falls folg­te – und bei der letz­ten Tal­ab­fahrt noch eine fal­sche Abzwei­gung mach­te, die mich – auf dem Weg zur Hörn­li-Express-Tal­sta­ti­on, wo das Auto stand – auf die Pis­te 1 führ­te: Eine Kata­stro­phe, das Ende die­ser Pis­te ist ein Weg, der zum Schluss noch berg­auf führt und bei gutem Schnee viel­leicht gera­de noch so fahr­bar ist, bei lang­sa­men Bedin­gun­gen wie an die­sem Tag aber Fuß­weg bedeu­tet …

Gen­au um 16 Uhr hat­ten wir dann im Schnee­trei­ben das Auto gepackt und star­te­ten in Rich­tung Hei­mat. Die Fahrt ver­lief wie­der sehr glatt, bis Chur brauch­ten wir unge­fähr eine Stun­de und dann für den Rest nach Schif­fer­stadt noch­mal vier – gen­au um 21 Uhr waren wir am Bahn­hof, wo ich mei­nen Zug noch wun­der­bar bequem erreich­te und kurz nach zehn dann wie­der in Mainz war – müde und erschöpft, aber zufrie­den.

Denn die Orga­ni­sa­tio­ren Remy und Tilo haben sich wie­der viel Mühe gege­ben – auch wenn wir nicht immer alles mit­ge­macht haben, was sie sich aus­ge­dacht haben. Vor allem auf das Mond­schein­fah­ren am Frei­tag (auf unbe­leuch­te­ter Pis­te bei Voll­mond) hat­te irgend­wie kei­ner Lust, alle waren den gan­zen Tag gefah­ren und ent­spre­chend aus­ge­powert …
Aro­sa selbst fand ich ganz nett, für mich aller­dings auch aus­ge­spro­chen teu­er. Das Ski­ge­biet ist nicht super anspruchs­voll (wirk­li­ch ein­fa­che Pis­ten gibt es aber auch fast kei­ne), und fällt auch son­st nicht beson­ders auf: Alles sehr ordent­li­ch, aber irgend­wie nichts her­aus­ra­gen­des. Aber eini­ge Pis­ten – vor allem die rote 3 am Hörn­li, aber auch die schwar­ze 8 am Weiss­horn, mach­ten eine Men­ge Spaß – gera­de weil sie nicht zu anspruchs­voll und schwie­rig waren, konn­te man/ich sie wun­der­bar aus­fah­ren und auch mal ordent­li­ch Tem­po ris­kie­ren. Für die eher über­schau­ba­re Grö­ße (eigent­li­ch sind es ja nur zwei Ber­ge) gibt es recht vie­le geschickt ange­leg­te Abfahr­ten, aller­dings auch erstaun­li­ch vie­le Wege, die zudem sehr oft aus­ge­spro­chen flach waren und dem Mono daher nicht so sehr ent­ge­gen­ka­men. Lei­der waren die Pis­ten am Brüg­ger­horn, dem soge­nann­ten „Ent­span­nungs­berg“ nicht offen – bei ver­nünf­ti­gem Schnee hät­te das wohl eini­ge schö­ne Vari­an­ten gege­ben. Über­haupt lässt die Topo­gra­phie erah­nen, dass bei aus­rei­chen­dem Schnee in Aro­sa viel neben der Pis­te mög­li­ch ist – da hat­ten wir halt ein­fach Pech mit dem Wet­ter in die­sem Win­ter – wobei die Berg­bah­nen den weni­gen Schnee gut im Griff hat­ten und ordent­li­ch prä­pa­rier­ten. Also, wie­der ein­mal ein schö­ne Tref­fen der mono-ski.org: Ein­fach drei schö­ne Tage des Ski­fah­rens – wie immer, wenn sich die Monoski­fah­rer tref­fen …

skifoarn 2010: obergurgl & sölden

nach dem kurzen abstecher nach venedig stand ende januar wieder das alljährliche skivergnügen in meinem kalender. diesmal hatte ich mir obergurgl ausgeguckt: ein offenbar recht nettes skigebiet mittlerer größe mit wenig betrieb. die unterkunftsuche hatte sich etwas mühsam gestaltet, in dem dorf - immerhin schon auf 1900 m höhe - gibt es offenbar nur hotels. das sieht auch wirklich so aus, wenn man da hineinkommt, stellte ich dann fest. ich fand dann aber doch noch ein zimmer, direkt an der skibushaltestelle. das ist ja für mich als bahnfahrer nicht ganz unwichtig ;-)

die anreise: ins ötztal ist es schon ein gutes stück fahrt von mainz aus. es gibt aber eine wunderbare verbindung: ein ic von münster nach innsbruck, der samstags einmal fährt und auch in mainz halt macht. also habe ich mich hier am rhein in den zug gesetzt - erst um kurz nach 11 ging es los - und meinen platz bis ötztal bahnhof (wirklich kaum mehr als ein bahnhof am eingang des ötztales) nicht mehr hergegeben. betrieb war ziemlich viel, doch so einige skifahrer, aber auch ohne reservierung hatte ich glück. die späte abfahrt in mainz führte dann nur dazu, dass ich erst recht spät und im dunkeln ankam. denn vom bahnhof muss man noch einmal mehr als eine stunde, ca. 80 minuten sogar, mit dem bus rechnen, bis man in obergurgl ist. schließlich kommt danach ja auch nix mehr. so bekam ich also überhaupt nicht mit, wo ich eigentlich gelandet war. die unterkunft lag aber nicht nur sehr praktisch an der bushaltestelle, sondern auch nur ca. 500 m von der talstation der hochgurglbahn entfernt und direkt an loipe und winterwanderweg. dem sport stand also nichts mehr im weg.

und damit ging es am sonntag gleich los: mit dem ersten lift zur gondelbahn und hinein ins vergnügen. das war es, vom ersten moment an. auch wenn ich schon etwas merkte, dass der letzte skitag doch einige zeit zurücklag. zunächst fing ich mal mit dem naheliegenden pisten an, dem wurmkogl und dem schermer. zu letzterem führt übrigens eine neue, luxuriöse 8-personen-gondelbahn hinauf: offenbar ist es dort oft so kalt, dass die bergbahngesellschaft hier ihre profite mit so einer überdimensionierten anlage loswerden musste ... zum glück war sie nie voll (ist sie wohl auch bei voll ausgebuchten hotels nie) - überhaupt war für einen sonntag angenehm wenig betrieb. wartezeiten gab es nie - also auch keine pausen. ich bin, wie auch jeden weiteren tag also von kurz nach neun bis vier uhr durchgefahren. zum ausruhen gibt es ja lifte. nun ja. in hochgurgl gibt es nämlich tatsächlich auch noch schlepplifte - fast ein anachronismus. und zumindest einer davon ist alles andere als geruhsam. doch dazu später mehr. am sonntag machte ich mich also erst einmal auf, mit dem gebiet vertraut zu werden, alles abzuklappern. oder fast alles. zumindest in hochgurgl. also war auch der etwas längere schlepper am kirchenkar mit der ganz netten roten abfahrt und schönen kleinen varianten dran. abseits der piste machte sich aber sehr bemerkbar, dass es schon lange nicht mehr vernünftig geschneit hatte: das war alles eher hart und sehr, sehr zerfahren. aber trotzdem schön, dort.
auch die große karbahn mit der leider nicht mehr allzu üppig mit schnee bedeckten schwarzen abfahrt direkt am lift hinunter kam an die reihe. diese abfahrt zog mich irgendwie immer wieder an. zum einen eine der wenigen nicht so superbreiten abfahrten. zum anderen durch drei querende wege, die ziemlich heftige stufen in den schönen steilhang schneiden, nicht ganz einfach fließend zu befahren.
auch die höchste stelle, der wurmkogl II mit seiner kleinen aussichtsrestauration (im marketingslang des ötztals (eine ziemlich schlimme sache) "top mountain star" genannt, war auf dem programm. dort oben gibt es eine nette, knackige schwarze abfahrt mit zwar sehr hartem, aber schön steilem einstieg. und natürlich einen tollen ausblick von dieser höhe aus. und nebenbei führt von dort oben auch eine gemütliche blaue abfahrt hinunter, die an mehreren stellen schöne varianten ermöglicht, die jetzt aber durch die vielen vorgänger schon sehr zerfahren, meist schon zur ordentlichen buckelpiste geworden war.
die talabfahrt von hochgurgl war zwar nicht besonders spannend (sehr typische talabfahrt mit ausgebauten wegen etc.), dafür aber typisch eisig im unteren teil. und erstaunlich leer für kurz vor vier an einem sonntag nachmittag. dem skifahren folgte dann - natürlich - noch das laufen, auf den gewalzten winterwanderwegn bzw. der skatingloipe sehr schön möglich.

am montag ging es ebenfalls wider um kurz nach neun los. diesmal allerdings mit dem bus in die anderer richtung, zur festkoglbahn am ortseingang von obergurgl. da noch nix (wirklich, nix!) los war, stürzte ich mich gleich mal wieder in die talabfahrt. am festkogl gibt es zwei davon: eine normale rote und eine sehr schöne, auch landschaftlich reizvolle und gar nicht so schwere schwarze variante. später ging es dann mit den auch sehr schönen, abwechslungsreichen pisten an der roßkarbahn (mit netter, einfacher variationsmöglichkeit direkt unterm lift) und vor allem der plattachbahn weiter. beides übrigens sessellifte mit mittelstationen. gegen mittag wechselte ich dann noch zur hohen mut. die rote abfahrt von der bergstation der neuen gondelbahn fand ich aber nicht so spannend: da merkt man doch zu sehr, dass sie sehr künstlich in den berg hinein gebaut wurde. unten ging es dann nahtlos an der steinmannbahn weiter, wo es immerhin einige bucklige varianten durch die verstreut stehenden bäume auszuprobieren gab. an der hohen mut oben habe ich aber, es kaum glaubend, tatsächlich herbert heckers, dem autor des einzigen deutschen buches über den monoski, den ich schon von einem der monoski.org-treffen kannte, getroffen. er und seine frau hatten mich schon am sonntag gesehen und sofort am fahrstil erkannt und wir liefen uns noch öfters über den weg ... bei einer der letzten abfahrten von der hohen mut nahm ich dann noch die äußere pistenvariante - keine besonders gute idee. im schönsten tempo sah ich dann eine bodenwelle zu spät, flog ein stück und versemmelte die landung etwas. über roßkarbahn und die schöne schwarze talabfahrt ging es zurück zur festkogbahn und weiter zum laufen - das wurde aber nur sehr wenig, weil ich mich nach zwei anstrengenden skitagen recht schlapp fühlte.

der dienstag präsentierte sich nach zwei sehr sonnigen tagen mit eher schwierigem skiwetter: fast lückenlosen wolken. und kurz vor 3000 m ist das ziemlich schnell nebel ;-). zumal es bald ganz zuzog und leicht zu schneien anfing - leider nicht sehr ergiebig. zunächst trieb ich mich wieder in hochgurgl rum: der schlepplift am vorderen wurmkogl wollte mich noch kennenlernen. dort gab es, bei diesem wetter nicht sehr ideal, nur eine vollkommen unmarkierte piste (überhaupt ist die pistenmarkierung und -beschilderung in obergurgl extrem spartanisch), die teilweise kaum zu finden war: dafür aber eine sehr schöne, im unteren drittel unpräparierte enge & steile schwarze piste. nur leider war der schlepper auch enstprechend: steil, ohne liftspur (einmal auch quer durch die buckelpiste) - beim dritten mal hat's mich rausgehauen. das forderte natürlich spätere revanche. zunächst beließ ich es aber dabei, denn der schwere, schnelle, steile schlepper und die abfahrt waren doch eine anstrengende kombination mit dem mono. bis mittag war ich dann wieder an der großen karbahn und am kirchenkar unterwegs, bevor ich noch mal den dieses mal sehr schönen oberen teil des wurmkogls und des schermers (mit ausflügen neben die piste) unter den ski nahm. nachdem es gegen mittag etwas heller geworden war, verschlecherte sich die sicht mit dem verschwinden der sonne hinter den bergen gegen 15 uhr wieder deutlich, so dass ich etwas früher schluss machte und schon um 15:40 wieder an der talstation stand. danach noch schöne, aber sehr langsame sieben laufkilometer im leichten schneegestöber und der tag war vollendet.

mittwochs zog es mich nach sölden. nicht nur mich: ausgerechnet an diesem tag war der skibus so voll, dass ich um zehn vor neun gerade noch so einsteigen konnte. in sölden, an der gaislachkoglbahn, die auf gut 3000 m hinauf führt, durfte ich auch das erste mal anstehen. überhaupt war in sölden doch deutlich mehr betrieb - auch wenn es für die dortigen verhältnisse wohl sehr leer war. zumindest schien mir das so, wenn ich mir die riesigen, langen eingangsgatter und -zäune an den liften ansah. da muss wohl öfters mal ziemlich viel los sein. das skigebiet ist um einiges größer als obergurgl, vor allem recht weitläufig. alles habe ich an einem tag gar nicht geschafft (und auch nicht gewollt), die gletscher sparte ich mir gleich. sonst blieben aber recht wenig lücken: zunächst vom gaislachkogl hinüber zum giggijoch (wo ein ziemlicher rummel herrscht), dort gibt es an der roßkirplbahn eine schöne schwarze piste und nebendran eine ausgewiesene buckelpiste (etwas schwer & steil für mich ...), auch einige nette rote abfahrten. und vor allem eine sehr schöne schwarze talabfahrt, die am späten vormittag natürlich menschenleer war. die giggijochbahn brachte mich wieder zurück ins skigebiet, wo ich mich in richtung gletscher weiter machte und an der genialen piste am schwarzkogl eine weile hängenblieb: die konnte ich wunderbar am äußersten rand im kurzschwung schön rhythmisch abfahren - einfach herrlich, genau die richtige mischung aus gefälle und losem, weichen schnee, den die anderen an den rand geschoben hatten. über einige zwischenstationen, u.a. die heidebahn ganz außen, nahm ich dann die rote talabfahrt und wurde erneut überrascht - diesmal von einem anderen monoskifahrer, der lange keinen gleichgesinnten mehr getroffen hatte. zusammen sind wir dann wieder auf den gaislachkogl hoch und zusammen in richtung rettenbachtal abgefahren. dort trennten sich unsere wege wieder: ich nahm die schwarze talabfahrt zurück in den ort, er kehrte noch einmal ein. zurück in gurgl bin ich dann mit dem rucksack nach obergurgl gelaufen, etwas lebensmittel-nachschub einkaufen - das gab immerhin etwas mehr als sieben kilometer laufstrecke.

am donnerstag blieb ich morgens der piste zunächst einmal fern: die sicht war nahe null, das schien mir sinnlos. gegen elf uhr hielt es mich dann doch nicht mehr im zimmer: inzwischen hatte der mäßige wind die wolkendecke etwas verschoben und aufgelockert, so dass zumidnest hoffnung bestnad. ich startete in hochgurgl mit einigen talabfahrten und den nicht so hoch gelegenen pisten an der großen karbahn und dem kirchenkarlift. gegen 13 uhr, als mittagspause, transferierte ich mich dann mit dem top-express hinüber nach obergurgl, um hauptsächlich die talabfahrten, insbesondere die schöne schwarze version, hinunterzubrausen. viel mehr war dann auch nicht mehr möglich: nach und nach wurden immer mehr lifte abgestellt - der wind wurde recht frisch und stellenweise stürmisch, skifahrer waren sowieso kaum welche unterwegs. auch die festkoglbahn lief nur noch in langamer geschwindigkeit - aber sie lief immerhin. gegen halb vier reichte es mir dann doch, nachdem ich mich nochmal in den weichen schneeanwehungen beim sturz über beide körperachsen überschlagen hatte und ich ging laufen. den abend verbrachte ich dann noch sehr gemütlich im jagdhof bei herbert und gabriele.

und dann war auch schon wieder freitag und damit schon fast schluss. also stand ich natürlich wieder um neun uhr an der talstation, diesmal wieder am festkogl. mittags wechselte ich wieder nach hochgurgl hinüber, der vordere wurmkogl reizte mich noch einmal. diesmal flog ich gleich beim ersten mal schon recht weit unten aus dem lift - sogar der liftwärter merkte es ... aber die restlichen male ging es dann. und die piste belohnte die mühe aufs herrlichste: der leichte schneefall und der wind hatten sie wunderbar gemach - einfach herrlich. auch wenn sich gerade im unteren teil einige anfänger herumtrieben, die da wenig spaß hatten ;-). da mir das auf die dauer aber doch zu anstrengend wurde, wechselte ich wieder an den wurmkogl, der oben blödsinnig hart gefroren war und keinen spaß machte und an den wesentlich angenehmeren schermer. später, am kirchenkarlift, als es schon wieder anfing kalt zu werden, verlor ich dann auch noch meine rechte kontaktlinse - einfach so. und als die sicht dann auch noch nachließ, wurde mir das in den fehlenden kontrasten zu blöd und ich machte mich wieder auf den weg ins tal - immerhin, es war doch wieder kurz vor 16 uhr bis ich unten war. zum abschluss lief ich dann die straße noch hochgurgl und bis zur mautstation in richtung timmelsjoch hinauf: der wohl langsamste der letzten jahre für mich: lang und erstaunlich steil ging es da hoch (auch runter keine reine freude mit so ausgepowerten oberschenkeln nach einer woche skifahren und laufen ...).

die heimreise am samstag verlief dann nicht ganz so glatt wie der hinweg. morgens hatte wieder leichter schneefall eingesetzt. und für den postbus war das offenbar dermaßen überraschend, dass er erst mit fast zwanzig minuten verspätung abfuhr. bis ötztal bahnhof hatte er zwar einiges wieder herausgefahren, aber es reichte trotzdem nur dazu, dass ich den ic, der mich ohne umsteigen nach mainz gebracht hätte, gerade noch abfahren sah. also durfte ich über innsbruck - münchen - stuttgart reisen - was gerade einmal eine halbe stunde länger dauerte als die eigentlich geplante verbindung und auch tadellos klappte.

warum ich das laufen liebe. und den winter.

heu­te ist so ein tag, der das (täg­li­che) lau­fen wie­der herr­li­ch und loh­nend macht:
der schnee fällt und fällt seit dem mor­gen­grau­en (der weg zum got­te­si­den­st war kein gro­ßes ver­gnü­gen). aber sofort nach der rück­kehr vom dienst in die lauf­klam­tot­ten geschlüpft, den forerun­ner gestar­tet und die salo­mon-schu­he (für den schnee) geschnürt: raus geht es, in den schnee und den win­ter­li­chen wald. was schö­ne­res gibt es für einen läu­fer kaum. gut, rekor­de bricht man bei die­sem wet­ter nicht .… vor allem, da ich die gut 32 km von ges­tern noch etwas in den bei­nen merk­te. aber das ist bei so schö­nem wet­ter auch egal. ja, ich fin­de das wirk­liich aus­ge­spro­chen schö­nes lauf­wet­ter. auch wenn die son­ne nicht scheint. und auch, wenn es unun­ter­bro­chen schneit. gut, der wind hät­te jetzt nicht sein müs­sen – dann hät­te ich nicht so viel schnee im gesicht gehabt. aber das konn­te mei­ne freu­de nicht trü­ben.

unter­wegs war ich auf einer „standard“-runde: über den buch­walds­kopf und son­nen­weg zum zir­kel­berg, dann ein stück den kut­schen weg hin­auf, ober­halb von erbuch durch den wald in einem gro­ßen bogen bis unge­fähr zum almen­hof und dann über den scha­chert ins drei­se­e­tal und zurück nach hau­se. das ist eine sehr schö­ne, weil sehr lee­re run­de. nach dem ers­ten kilo­me­ter (mit schö­nen anstie­gen) ver­schwin­det man beim buch­walds­kopf im wald und lässt men­sch und ort hin­ter sich. am zir­kel­berg muss man noch ein­mal kurz die stra­ße über­que­ren, aber son­st ist man nur auf wald­we­gen unter­wegs. und bis zur rück­kehr ins drei­se­e­tal bei kilo­me­ter 13 auch meist ganz allein. nur der schluss hat dann noch ein klei­nes biss­chen stra­ße – aber das ist mini­mal.

so kann man oder ich zumin­dest auf die­ser run­de ganz viel genie­ßen. den schö­nen wald. die ab und an davon­stie­ben­den rehe. die zwit­schern­den vögel. vor allem aber die sanf­te stil­le, die gedämpf­te ruhe, die heu­te im schnee alles umgibt.

und dann nach 80 minu­ten die har­te rück­kehr in die zivi­li­sa­ti­on: die autos brau­sen, die men­schen schip­pen schnee mit mög­lichst viel getö­se, der sonn­tags­bra­ten duf­tet bis auf die stra­ße. und man hat es eigent­li­ch gar nicht ver­misst. aber die war­me dusche genießt man dann schon.

laufen und skifahren

oder bes­ser gesagt umge­kehrt: ski­fah­ren und lau­fen. das ist eine anstren­gen­de kom­bi­na­ti­on. das habe ich die­ses jahr in gal­tür wie­der sehr gemerkt: nach sie­ben stun­den auch nicht gera­de purer ent­span­nung auf den ski­ern noch gut andert­halb stun­den lau­fen zu gehen – und das in den alpen – ist kein leich­tes unter­fan­gen. nach drei tagen hat­te ich mich aber so halb­wegs dar­an gewöhnt. ich mein­te frei­li­ch, den ein­fluss der höhen­luft bereits zu spü­ren (gestar­tet bin ich auf ca. 1600 m, es ging hin­auf bis knapp 2000 m): ich kam öfters ganz schön ins hecheln und der puls war viel zu schnell viel zu weit oben – da bin ich dann doch lie­ber vor­sich­tig gewor­den. unter­wegs war ich vor allem auf der sil­vret­ta-hoch­al­pen­stra­ßen, die von wirl aus durch das klein­ver­munt-tal zur bie­ler höhe (wo der sil­vret­ta-stau­see liegt) hin­auf­führt. die wird ja nicht geräumt, son­dern nur von pis­ten­bul­lys und scoo­tern ver­dich­tet. den­no­ch lässt es sich dar­auf ziem­li­ch gut lau­fen. weni­ger gut war die ande­re idee, der ver­su­ch, das jamt­al hin­auf zu lau­fen: dort hat­te die pis­ten­walz den schnee so weich gelo­ckert, dass ich unent­wegt ein­s­ank und beim absto­ßen kei­nen fes­ten halt hat­te, also unend­li­ch viel kraft benö­tig­te. des­halb beließ ich es dann bei dem einen ver­su­ch, obwohl auch die­es sei­ten­tal sehr sehr schön ist. über­haupt ist die trai­nings­wir­kung die­ser läu­fe so eine sache: ich mei­ne zu beob­ach­ten, dass ich enorm an geschwin­dig­keit und schnell­kraft ver­lo­ren habe. dafür aber auch noch eine erheb­li­che por­ti­on aus­dau­er dazu­ge­won­nen habe. naja, schaun mer mal, wie sich das jetzt wei­ter ent­wi­ckelt …

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