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Schlagwort: sprache Seite 2 von 5

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Ins Netz gegan­gen am 5.12.:

  • Poli­ti­cal Cor­rect­ness: Genug mit dem dum­men Geschwätz! | Zeit → wie­der eine sehr gute & tref­fen­de kolum­ne von Mely Kiyak

    Poli­ti­cal Cor­rect­ness kann man weder über­zie­hen noch über­trei­ben. Es sei denn, man hat genug vom Den­ken und von der Lust, Gleich­heit unter Men­schen zu schaf­fen. Genug davon, Viel­falt als Gleich­wer­tig­keit zu betrach­ten. Wer degra­die­ren­de Begrif­fe für Schwar­ze, Homo­se­xu­el­le oder Mus­li­me im poli­ti­schen Dis­kurs für unver­zicht­bar hält, muss von vorn begin­nen. Nicht die­je­ni­gen, die die­sen Zivi­li­sa­ti­ons­sprung schon hin­ter sich gebracht haben, müs­sen sich den poli­tisch Unkor­rek­ten anpas­sen, son­dern umgekehrt.

  • Poli­ti­cal cor­rect­ness: how the right inven­ted a phan­tom ene­my | Guar­di­an → moira weigel vom „guar­di­an“ unter­sucht sehr aus­führ­lich und mit viel hin­ter­grund das kon­zept der „poli­ti­schen kor­rekt­heit“ als vor­wurf und anklage

    None of the sto­ries that intro­du­ced the men­ace of poli­ti­cal cor­rect­ness could pin­point whe­re or when it had begun. Nor were they very pre­cise when they explai­ned the ori­g­ins of the phra­se its­elf. Jour­na­lists fre­quent­ly men­tio­ned the Soviets – Bern­stein obser­ved that the phra­se “smacks of Sta­li­nist ortho­do­xy”– but the­re is no exact equi­va­lent in Rus­si­an. (The clo­sest would be “idein­ost”, which trans­la­tes as “ideo­lo­gi­cal cor­rect­ness”. But that word has not­hing to do with dis­ad­van­ta­ged peo­p­le or mino­ri­ties.) The intellec­tu­al his­to­ri­an LD Bur­nett has found scat­te­red examp­les of doc­tri­nes or peo­p­le being descri­bed as “poli­ti­cal­ly cor­rect” in Ame­ri­can com­mu­nist publi­ca­ti­ons from the 1930s – usual­ly, she says, in a tone of mockery.

    The phra­se came into more wide­spread use in Ame­ri­can lef­tist cir­cles in the 1960s and 1970s – most likely as an iro­nic bor­ro­wing from Mao, who deli­ver­ed a famous speech in 1957 that was trans­la­ted into Eng­lish with the title “On the Cor­rect Hand­ling of Con­tra­dic­tions Among the People”.

    But soon enough, the term was rebran­ded by the right, who tur­ned its mea­ning insi­de out. All of a sud­den, ins­tead of being a phra­se that lef­tists used to check dog­ma­tic ten­den­ci­es within their move­ment, “poli­ti­cal cor­rect­ness” beca­me a tal­king point for neo­con­ser­va­ti­ves. They said that PC con­sti­tu­ted a left­wing poli­ti­cal pro­gram­me that was sei­zing con­trol of Ame­ri­can uni­ver­si­ties and cul­tu­ral insti­tu­ti­ons – and they were deter­mi­ned to stop it. 

  • Der Hass ist nicht neu. Für uns nicht. | Ueber­me­di­en → noch ein­mal mely kiyak, hier ihre rede von der ver­lei­hung des otto-bren­ner-prei­ses, in der sie auf pro­ble­ma­ti­sche ent­wick­lun­gen in gesell­schaft und v.a. den medi­en hin­weist, die immer noch nicht ras­sis­mus ras­sis­mus nen­nen wol­len und anders­ar­tig­keit oder ver­schie­den­heit immer noch nicht verstehen
  • Es gibt kei­ne digi­ta­len Grund­rech­te |algo​rith​m​watch​.org → algo­rith­m­watch ana­ly­siert den vor­schlag für eine eu-char­ta digi­ta­ler grund­rech­te. ich ten­die­re dazu, mit die­ser ana­ly­se (und eini­gen ande­ren kri­tik­punk­ten, u.a. bei tan​te​.cc) über­ein­zu­stim­men …

    Wir brau­chen nicht neue Grund­rech­te, wir brau­chen eine Revi­si­on der vor­han­de­nen Kri­te­ri­en für deren Anwen­dung im digi­ta­len Zeitalter.

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  • Nor­bert Blüm: Natio­na­lis­mus ist Idio­tie | Süddeutsche.de → was sind das nur für zei­ten, dass ich einen text von nor­bert blüm zum lesen emp­feh­len muss …

    Natio­na­lis­mus ver­steht etwas von Macht, Glanz und Glo­ria, weni­ger von Mensch­lich­keit. Macht ist die Trieb­fe­der jed­we­der natio­na­lis­ti­scher Poli­tik. War­um soll­te ich dem Natio­nal­staat nach­trau­ern? Er ist ein Zwi­schen­spiel der Geschich­te, weder gott­ge­ge­ben noch naturgewachsen.

  • Kühl­schrän­ke gibt’s bei Kater Muschi → ein net­ter text über leben und ein­kau­fen arno schmidts in darm­stadt (1955−1958)
  • Wahl­kampf­ro­man 2016. „So wird das Leben.“ – Mar­le­ne Stre­eru­witz → „Bei der Wie­der­ho­lung der Wahl zum öster­rei­chi­schen Bun­des­prä­si­den­ten steht die Ent­schei­dung für oder gegen die Demo­kra­tie an. Mar­le­ne Stre­eru­witz erzählt in ihrem drit­ten Wahl­kampf­ro­man was die­se Ent­schei­dung im wirk­li­chen Leben bedeutet.“
  • Jour­na­list: Zeit-Online-Chef­re­dak­teur Jochen Weg­ner: „Wir sind anders“ → ein inter­es­san­tes und teil­wei­se sehr ent­lar­ven­des inter­view. mat­thi­as dani­el fin­det es z.b. (in einem fach­me­di­um! für jour­na­lis­ten) „irre“, dass zeit-online den trai­ner des dfb mit einer nicht­nach­richt (er macht wei­ter) nicht als top­the­ma hat­te …

    und immer wie­der wun­dern mich medi­en­zah­len – so „erreicht“ ze​.tt angeb­lich 10 % der bevöl­ke­rung in deutsch­land. das erscheint mir irre viel …

    und eine schö­ne bull­shit-phra­se: genaue, per­so­na­li­sier­te nut­zer­da­ten sind „ein qua­li­fi­zier­ter Kon­takt zu vie­len Lesern“

  • Lan­guage Stuff – Goog­le Dri­ve → irre vie­le (eng­lisch­spra­chi­ge) gram­ma­ti­ken irre vie­ler spra­chen, lei­der (in mei­nen stich­pro­ben) ohne ordent­li­che biblio­gra­phi­sche nach­wei­se. teil­wei­se sprach­lehr­bü­cher, teil­wei­se wissenschaftliche
  • Ohne Pflug auf den Acker – Land­wir­te pas­sen sich dem Kli­ma­wan­del an | Deusch­land­ra­dio Kul­tur → schö­nes fea­ture über den umgang von (vor­wie­gend bio-)landwirten in bran­den­burg mit dem sich ändern­den kli­ma und den damit ein­her­ge­hen­den ver­än­de­run­gen in ihrer arbeit

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  • Ter­ro­ris­mus: „Unse­re Welt gerät aus den Fugen“ | Zeit → harald wel­zer hat im inter­view mit der „zeit“ wenig genau­es oder ori­gi­nel­les zu sagen, aber das sagt er sehr gut

    Aber man muss im Auge haben, dass Ängs­te poli­tisch mobi­li­sier­bar sind. Das ist die eigent­li­che Kata­stro­phe. Eine Poli­tik der Angst führt immer zur Pola­ri­sie­rung der Gesell­schaft und damit zu dem, was die Ter­ro­ris­ten beabsichtigen.

  • Lann Horn­scheidt: „Es ist eine Fra­ge der Zeit, bis wir bei der Geburt kein Geschlecht mehr zuge­wie­sen bekom­men“ | zeit → lann horn­scheidt im lan­gen inter­view mit zeit-wis­sen, natür­lich über sex, gen­der, geschlecht, spra­che, iden­ti­tät und gesell­schaft. und hass.(kanada ist übri­gens gera­de dabei, sich um die im titel ange­spro­che­ne ver­än­de­rung zu kümmern …)
    (und wie immer: die kom­men­ta­re sind trotz nicht gera­de weni­gen löschun­gen nicht so wirk­lich erfreulich)
  • Coun­ter­te­nor über Geschlech­ter­rol­len: „Es ist so ein Erfüllt­sein“ | taz → ein wun­der­ba­res inter­view mit dem gro­ßen andre­as scholl, der ganz viel rich­ti­ges und wich­ti­ges sagt …

    Das Kon­zert, und da kom­men wir wie­der zurück auf die Reli­gio­si­tät, auf die Spi­ri­tua­li­tät, hat die Auf­ga­be, trans­for­mie­rend zu wir­ken. Das heißt: Das Publi­kum betritt den Saal. Und wenn das Publi­kum den Saal ver­lässt, ist es verändert.

  • Das Post­post oder Wege aus dem Ich | Per­len­tau­cher → char­lot­te kraft beim „per­len­tau­cher“ über die gegen­wär­ti­ge jun­ge lite­ra­tur und ihre inhalte

    Was prägt also die­se Zeit und ihre Lite­ra­tur: Die Angst vor Epi­go­na­li­tät, die Angst vor Mei­nun­gen, die Angst vor Ent­schei­dun­gen, die Angst vor dem uner­gründ­ba­ren Frem­den, vor Träu­men, Lei­den­schaft und Nai­vi­tät, denn all dies bedeu­tet Aus­schluss, gefähr­li­che Ein­di­men­sio­na­li­tät. Lei­den­schaft für das eine schlös­se Lei­den­schaft für all das ande­re aus, das Frem­de ist nie in sei­ner Gän­ze zu begrei­fen, die gan­ze Wahr­heit bleibt immer unaus­ge­spro­chen und das Bewusst­sein dar­über ist unser Dra­ma. Am Ende kann ich mich nie für eines ent­schei­den. Am Ende bleibt nur die Resi­gna­ti­on und das Ver­lan­gen, über mei­ne Not zu schrei­ben, zu reflek­tie­ren und die­se Refle­xi­on wie­der­um zu reflek­tie­ren und immer so wei­ter. Die Kon­zen­tra­ti­on auf ein ande­res The­ma als das Ich, das Zen­trum unend­li­cher Mög­lich­kei­ten, scheint unmög­lich. Ego­zen­tris­mus ist kei­ne Entscheidung.

  • Der Fall Rockel-Loen­hoff: Eine Heb­am­me und die töd­li­che Brauch­tums­pfle­ge (Teil 2: Täte­rin und Tat) | Psi­ram → Psi­ram legt die gescheh­nis­se anhand der urteils­schrift dar – wesent­lich nüch­ter­ner als etwa die „süd­deut­sche“ in ihrem ten­den­ziö­sen pro-heb­am­me-arti­kel vor eini­ger zeit
  • The Open Let­ter Denoun­cing Trump You’re Going to Read on Face­book for the Next Four Months | The New Yor­ker → der new yor­ker hat den repu­bli­ka­nern mal etwas arbeit abge­nom­men und einen mus­ter-blog­post (schön gene­risch) zur indi­vi­du­el­len distan­zie­rung und ver­dam­mung von donald trump verfasst
  • Fran­çois-Xavier Roth: „Rund­funk­or­ches­ter sind unglaub­li­che Maschi­nen für die Musik, für die Zukunft“ | nmz

    Es wäre natür­lich bes­ser gewe­sen, wenn das Orches­ter erhal­ten geblie­ben wäre, aber die­se Ent­schei­dung neh­me ich nicht per­sön­lich. Es geht nicht um mich. Aber ich habe viel gelernt dar­über, in wel­cher Zeit wir leben. Dass sich die Ten­den­zen in Deutsch­land gera­de gegen die Kunst rich­ten. Die­se Fusi­on war ein ers­tes Kapi­tel – und ich hof­fe, es war auch das letz­te. Die­se Ent­schei­dung hat sehr viel zu tun mit Popu­lis­mus. Ich bin sehr ent­täuscht dar­über, dass sich Ver­tre­ter der Rund­funk­or­ches­ter Deutsch­lands nicht an einem run­den Tisch getrof­fen haben. Nach unse­rer Geschich­te, die wir erle­ben muss­ten, wäre dies wirk­lich abso­lut not­wen­dig. Rund­funk­or­ches­ter sind unglaub­li­che Maschi­nen für die Musik, für die Zukunft. Aber man muss dies her­aus­strei­chen in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on. Man muss sehr laut und krea­tiv sein.

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Ins Netz gegan­gen am 24.5.:

  • War­um wäh­len jun­ge Män­ner so ger­ne rechts? | jetzt​.de → der sozio­lo­ge bern­hard heinz­l­mai­er spricht tachelese:

    Der unge­bil­de­te Mann sieht sich als Opfer der Ver­hält­nis­se, weil er nicht mehr machen darf, was er will: zu schnell Auto fah­ren, besof­fen Auto fah­ren. Statt­des­sen muss er sich um den Haus­halt küm­mern. Das irri­tiert die ver­blö­de­ten Män­ner. Des­we­gen fol­gen sie einer Par­tei, die sich sys­te­ma­tisch als Opfer inszeniert
    […] Und die unge­bil­de­ten jun­gen Män­ner fol­gen einer Macht, die besin­nungs­los gegen alles los­schlägt, was Mensch­lich­keit heißt.
    […] Es ist ja so: Nicht ein­mal die Rechts­po­pu­lis­ten sind von ihren Ideen über­zeugt. Das sind gewis­sen­lo­se Betrü­ger, die in der Regie­rungs­ver­ant­wor­tung dann prag­ma­tisch wer­den. Und plötz­lich ganz anders agie­ren, als sie vor­her ange­kün­digt haben; eine huma­ne Außen­po­li­tik machen oder sich für Homo­se­xu­el­len­rech­te ein­set­zen. Die glau­ben, bis auf ein paar Pro­zent Voll­idio­ten, gar nicht an ihre eige­ne Idee. Die sind nur an der Macht inter­es­siert. Dar­in pas­sen sie zu ihren Wählern. 

  • Neue Musik: Kre­nek + Zem­lin­sky + Korn­gold = A – 300 | ZEIT ONLINE → vol­ker hage­dorn hat sich ein biss­chen umge­schaut, wie „normale“/„klassische“ orches­ter in deutsch­land gera­de so mit der neu­en musik (oder der alten neu­en musik) umgehen
  • Jen­seits von Gut und Böse? Die Sprach­po­li­tik der deut­schen Leit­me­di­en | Über­me­di­en → ste­fan nig­ge­mei­er hat sich sprach­re­ge­lun­gen deut­scher medi­en & pres­se­agen­tu­ren angeschaut

    Die Wahl der Begrif­fe ent­hält eine Posi­tio­nie­rung. Ändert sich die Posi­tio­nie­rung, ändern sich auch die Begriffe.

  • Der zwei­te Ver­such → Ingo Zam­pe­ro­ni über die (Vor-)Wahl in den USA und Hil­la­ry Clinton

    Rea­dy for Hil­la­ry? Schafft es Hil­la­ry Clin­ton im zwei­ten Anlauf nach 2008, Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin der Demo­kra­ten zu wer­den – oder sogar ins Wei­ße Haus ein­zu­zie­hen? ARD-Kor­re­spon­dent Ingo Zam­pe­ro­ni wid­met sich den Pros und Con­tras in die­ser Frage.

  • „Schwei­zer Art ist Bau­ern­art“. War­um wir die Bau­ern so lie­ben. | Geschich­te der Gegen­wart → instruk­ti­ver text von phil­ipp sara­sin über die grün­de, war­um die schwei­zer (städ­ter) die bau­ern so lie­ben. und seit wann.

    Es war der Bas­ler Bürger­sohn, ETH-Pro­fes­sor und Bauern­ver­bands­se­kretär Ernst Laur (der „Bauern­hei­land“), hat in der Zwischen­kriegs­zeit den Schwei­ze­ri­schen Bauern­ver­band (SBV) zu einer schlag­kräf­tigen und einfluss­rei­chen Lobby­or­ga­ni­sa­tion aufge­baut und er präg­te vor allem jenen Slo­gan, der bis heu­te offen­bar unaus­lösch­lich im iden­ti­ty-code vie­ler Schwei­ze­rinnen und Schwei­zern veran­kert ist, obwohl sie seit schon bald nicht mehr erinner­baren Genera­tionen in Städ­ten leben: „Schwei­zer Art ist Bau­ern­art“. Zusam­men mit sei­nem gleich­na­migen Sohn hat er im Rah­men der Geis­ti­gen Landes­ver­tei­di­gung der 1930er Jahr das neu erfun­den, was angeb­lich der „fru­me edle pur“ der alten Eidge­nos­sen­schaft gewe­sen sein soll: Laur juni­or beauf­tragte in den 1930er Jah­ren meh­re­re Textil­de­si­gner, um die heu­te bekann­ten Schwei­zer Trach­ten ent­wer­fen zu las­sen. Dabei passt ins Bild, dass schon an der Wen­de zum 20. Jahrhun­dert in der Unter­hal­tungs­szene des Zür­cher Nieder­dorfs die Länd­ler-Musik kre­iert wor­den ist, und dass eben­falls zu Beginn des 20. Jh. der städ­tisch-bür­ger­li­che Heimat­schutz die von der Moder­ne „bedroh­te“ bäuer­liche Kul­tur und die Viel­falt der Schwei­zer Bauern­häuser zu „schüt­zen“ sich zur Auf­ga­be mach­te. „Der“ Schwei­zer Bau­er ist eine städti­sche Erfin­dung; die „Bauernart“-Ideologie war, noch bevor sie Laur auf den Begriff brach­te, eine Reak­ti­on auf die Moderne.

  • taz-Streit zum Fahr­rad-Volks­ent­scheid „Da geht bei mir der Puls hoch“ | taz → Braucht Ber­lin den „Volks­ent­scheid Fahr­rad“? Initia­tor Hein­rich Strö­ßen­reu­ther und Staat­s­e­kre­tär Chris­ti­an Gaeb­ler (SPD) sind unter­schied­li­cher Meinung.

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  • Peter Schaar: Ist das „Pri­va­cy Shield“ end­lich ein siche­rer Hafen? | hei­se – auch peter schaar ist vom „pri­va­cy shield“ nicht begeistert:

    Man darf des­halb auf den Text der von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on mit der US-Regie­rung aus­ge­han­del­ten Ver­ein­ba­rung gespannt sein. Nach den Wor­ten von EU-Vize­prä­si­dent Ansip soll das neue Arran­ge­ment wesent­lich bes­ser sein als das alte Safe-Har­bor-Sys­tem. Das muss es auch sein, denn ansons­ten geht die Kom­mis­si­on ein gro­ßes Risi­ko ein, dass auch die­ser neue Rah­men für die Daten­über­mitt­lung in die USA die Prü­fung durch den Euro­päi­schen Gerichts­hof nicht über­steht. Dies wäre schlecht für den Grund­rechts­schutz der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und es wäre auch nicht im Inter­es­se der euro­päi­schen oder US-ame­ri­ka­ni­schen Wirtschaft.

  • Safe Har­bor: Alter Wein in neu­en Schläu­chen › Digi­ta­le Gesell­schaft – die „digi­ta­le gesell­schaft“ mit kla­ren wor­ten zum neu­en pseu­do-daten­schutz­ab­kom­men, dass die eu mit den usa aus­ge­han­delt hat
  • Gri­go­ry Soko­lov: „Man spielt jeden Tag anders“ | ZEIT – wun­der­bar kurio­ses inter­view von chris­ti­ne lem­ke-matwey in der „zeit“ mit dem gro­ßen pia­nis­ten gri­go­ry sokolov

    Für ech­te Kunst gibt es kei­ne Zeit und kei­ne Gren­zen. Und kei­ne Geo­gra­fie. Für einen Welt­men­schen spielt das alles kei­ne Rolle.
    […]Erfol­ge fei­ern nicht die Künst­ler, son­dern die Zuhö­rer, die den Künst­ler mehr und mehr verstehen.
    […]Die Kunst ist ein Par­al­lel­uni­ver­sum zur Wirklichkeit. 

  • In der Wahr­heit liegt die Lüge – ana­tol ste­fa­no­witsch über spra­che und sprach­li­che maxi­men, die dazu füh­ren, dass auch geäu­ßer­te tri­via­li­tä­ten plötz­lich (fal­sches) gewicht bekom­men – am bei­spiel von dro­gen­süch­ti­gen, kor­rup­ten ministerinnen
  • Rad­we­ge: Pots­dam macht es vor | Zeit – andrea reidl in der zeit über die rad­ver­kehrs­för­de­rung in pots­dam, die den rad­an­teil inner­halb weni­ger jah­re auf 20% brach­te (unter­des­sen ist die faz immer noch die mei­nung, die 12% in frank­furt sei­en ein ganz tol­ler wert … – kopen­ha­gen nähert sich den 50%)
  • 4740,10 Euro pro Medi­ka­ment | ZEIT­ma­ga­zin -

    4.740,10 Euro kos­tet eine Packung Nex­a­var. Sie reicht einen Monat. Wie viel ist uns das Leben der ande­ren wert? 

    guter, aus­führ­li­cher text über neue, sehr teu­re medi­ka­men­te (v.a. in der krebs­the­ra­pie), die oft nur einen ver­gleichs­wei­se gerin­gen nut­zen haben – z.b. 14 tage mehr lebenszeit …

  • Kunst­spe­di­ti­on: Nie­mals stür­zen … | ZEIT ONLINE – schö­ne repor­ta­ge über den kunst­spe­di­teur klaus hil­mann mit dem wun­der­ba­ren schluss­satz des unter­neh­mers: „Nur weil etwas 500.000 Euro gekos­tet hat, ist es noch nicht natio­na­les Kulturgut.“

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  • Das MoMa New York erwirbt Alvin Luciers “I am sit­ting in a room” « Kul­tur­tech­no
  • Hoch­schwarz­wald: Ab ins gemach­te Nest! | ZEIT ONLINE – die zeit macht ein biss­chen wer­bung für moder­ni­sier­te (teu­re) feri­en­woh­nung im schwarz­wald, die mit schi­ckem design über­nach­tungs­gäs­te anlo­cken wol­len, dafür aber die wert­schöp­fung schön zen­tra­li­sie­ren und kon­zen­trie­ren (und eben nur noch einen bruch­teil bei den besit­zern vor ort lassen)

    Im Hoch­schwarz­wald hat die Tou­ris­mus GmbH vor­han­de­ne Feri­en­woh­nun­gen moder­ni­siert. Ein Gewinn für alle Seiten?

  • If Our Sons Were Trea­ted Like Our Daugh­ters | Lori Day – sehr schö­nes gedankenspiel …

    Come with me. Let’s open the door to a par­al­lel uni­ver­se. Here in this par­al­lel world, the rules are dif­fe­rent becau­se gen­der roles are flip­ped. Loving par­ents and tea­chers accept this stran­ge cul­tu­re as if it’s not so bad, or per­haps even good.… 

  • Edi­ti­on: Hit­lers „Mein Kampf“ kommt 2016 rund 2000 Sei­ten dick – DIE WELT – sven felix kel­ler­hoff war bei der vor­stel­lung der kom­men­tier­ten aus­ga­be von hit­lers „mein kampf“, die er sehr begrüßt:

    Das IfZ und sein Vize­chef Magnus Brecht­ken jeden­falls sind den rich­ti­gen Weg in einer offe­nen Gesell­schaft gegan­gen: Sie suchen gegen den offen­sicht­lich beschränk­ten Hori­zont von Beam­ten und (eini­gen) Poli­ti­kern in Mün­chen die Unter­stüt­zung der Öffent­lich­keit. Denn jede Fort­set­zung des absur­den Tan­zes um Hit­lers „Mein Kampf“ führt nur in die Irre.

  • Ver­bot für Brechts Stück „Baal“: In Gra­bes­ru­he – taz​.de – es ist ganz ein­fach mit dem brecht-theater:

    Es zählt zur pos­tu­men Iro­nie von Brechts Leben, dass der gro­ße Zer­trüm­me­rer des Klas­si­ker­thea­ters schluss­end­lich selbst zum Klas­si­ker gewor­den ist. Pos­tum wer­den Brechts Ideen in Stein gemei­ßelt, wofür sie der Autor nie vor­ge­se­hen hatte.

  • Kie­ler Matro­sen­auf­stand 1918 : Berühm­tes Foto ent­puppt sich nach fast 100 Jah­ren als Irr­tum – quel­len­kri­tik bei foto­gra­fien ist eine schwie­ri­ge und auf­wän­di­ge sache:

    Erstaun­li­cher Erkennt­nis im Bun­des­bild­ar­chiv: Das bekann­tes­te Foto, mit dem seit fast 100 Jah­ren der Kie­ler Matro­sen­auf­stand von 1918 illus­triert wur­de, ist in Wahr­heit in Ber­lin entstanden.

    hier war es die „ori­gi­nal­vor­la­ge“ (was auch immer das genau ist …), die durch ihre beschrif­tung eine kor­rek­tur erzwang

  • Alte Schrif­ten – wahn­sin­nig umfang­reich, auch mit eini­gen ttf-fonts für aus­ge­fal­le­nes wie die mero­win­gi­sche minuskel …

    Auf die­sen Sei­ten fin­den Sie eine Samm­lung alter Schrift­zei­chen aller Völ­ker und Kul­tu­ren von Abur bis Zapotekisch.

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  • Über­set­zungs­vor­schlä­ge für „Boy­hood“ | Laut & Lui­se -

    Oh boy – manch­mal ist es von Vor­teil, nicht mit­ge­meint zu sein, Mädels.

  • War­um die Bron­zen in Cam­bridge nicht von Michel­an­ge­lo sind – DIE WELT – der michel­an­ge­lo-exper­te frank zöllner:

    Es ist nicht ein­fach, das Gesche­hen in Cam­bridge ange­mes­sen zu cha­rak­te­ri­sie­ren, ohne dabei inner­lich mit dem Kopf zu schüt­teln und an der Legi­ti­mi­tät des eige­nen Berufs­stan­des zu zwei­feln.[…] Aller­dings pro­fi­tie­ren davon [von den spek­ta­ku­lä­ren Zuschrei­bun­gen] weni­ger die Muse­en als die oft pri­va­ten Besit­zer der Wer­ke. Selbst eine Aus­stel­lung strit­ti­ger Zuschrei­bung erzielt lei­der die­se Wert­stei­ge­rung. Es wird Zeit, dass sich an die­sem Mecha­nis­mus etwas ändert.

  • Nüch­tern statt ero­tisch – Neue Zür­cher Zei­tung – Eine (ein­fa­che) Lösung für ein Pro­blem und Rät­sel der Shake­speare­for­schung – lei­der aller­dings nicht verifizierbar …
  • Syri­za-Bas­hing: Ein Ver­such, den deut­schen Irr­sinn zu ver­ste­hen | misik​.at – robert misik ana­ly­siert grün­de für den „deut­schen irr­sinn“ der euro­päi­schen wirt­schafts­la­ge und ‑poli­tik:
    [die deut­schen poli­ti­ker] wis­sen, wenn sie eine Posi­ti­on öko­no­mi­scher Ver­nunft zu laut und ver­nehm­bar ein­neh­men wür­den, wür­den sie sich in ihrem Land iso­lie­ren. Oder bes­ser: Sie glau­ben das. Mit dem Ergeb­nis, dass im Spek­trum der “ernst­zu­neh­men­den Poli­tik” eine Posi­ti­on öko­no­mi­scher Ver­nunft nicht mehr geäu­ßert wird, was sei­ner­seits zur Sta­bi­li­sie­rung des Mei­nungs­kli­mas bei­trägt. Da die wirt­schaft­li­che Ver­nunft, die über­all in der Welt Main­stream wäre, in Deutsch­land im poli­ti­schen Feld nicht mehr reprä­sen­tiert ist (außer am lin­ken Rand der Grü­nen und am Rea­lo-Rand der Links­par­tei), hat das wie­der­um Aus­wir­kun­gen auf das ver­öf­fent­lich­te Mei­nungs­bild. Kurz­um: Die Schlan­ge beißt sich in den Schwanz.
  • Stand der Lite­ra­tur­kri­tik: Ewi­ge Kri­se klingt gut – Kul­tur – Tages­spie­gel – ger­rit bartels hat lei­der nichts ver­stan­den. jör sun­dermei­er ging es doch gar nicht so sehr dar­um, den lite­ra­tur­jour­na­lis­mus zu ver­teu­feln. was er aber – und da stim­me ich ihm zu – für pro­ble­ma­tisch hält, ist, wenn die­ser die lite­ra­tur­kri­tik ersetzt. bartels hat offen­bar auch nicht rich­tig gese­hen, dass sun­dermei­er dar­auf hin­weist, dass die kri­tik schon län­ger in der kri­se steckt.
  • Schweiz: Die Rück­erobe­rung | ZEIT ONLINE -

    Über die Schweiz kön­ne man kei­ne guten Bücher schrei­ben, heißt es. Das ist falsch. Die Lite­ra­tur des 21. Jahr­hun­derts ver­misst das Land völ­lig neu.

Ins Netz gegangen (26.1.)

Ins Netz gegan­gen am 26.1.:

  • Pegi­da: Wie spricht das „Volk“? | ZEIT ONLINE – the­re­sia enzens­ber­ger wirft einen blick auf spra­che und argu­men­ta­ti­ons­mus­ter der pegida-anhänger:

    Dis­kurs­ana­ly­se? Damit Pegi­da zu begeg­nen, wäre ver­geb­li­che Mühe. Man kann einen Pud­ding nicht an die Wand nageln. Die Spra­che der Wer­bung nimmt kei­ne Rück­sicht auf die Her­kunft ihrer Phra­sen. Ob ein Slo­gan aus der rech­ten oder lin­ken Ecke kommt, ob man sich bei Orwell oder bei Goeb­bels bedient, spielt kei­ne Rol­le. Haupt­sa­che, man stif­tet so viel Ver­wir­rung wie mög­lich, stei­gert die poten…

  • Phi­lo­soph Gebau­er über Sport-Spek­ta­kel: „Weit weg von der Erde“ – taz​.de – gun­ter gebau­er im taz-inter­view mit eini­gen rich­ti­gen und guten antworten:

    Ich glau­be, die gro­ßen Ver­bän­de tun gut dar­an, sich Län­der zu suchen, die sport­li­che Groß­ver­an­stal­tun­gen so orga­ni­sie­ren wol­len, dass sie nicht mehr gigan­tisch sind, son­dern dass sie für die Bür­ger eine Berei­che­rung dar­stel­len und für die Ent­wick­lung eines Lan­des posi­tiv sind. Geer­det wird der Sport hin­ge­gen nicht mehr – der Sport ist seit eini­ger Zeit weit weg von der Erde. Bestimm­te Din­ge wird man nicht mehr zurück­bau­en kön­nen, zum Bei­spiel die unglaub­li­che Medi­en­prä­senz. Damit lebt der Sport auch sehr gut, das macht sei­ne gewal­ti­ge Sym­bo­lik aus, und das muss man gar nicht nur bekla­gen. Sport ist bes­ser als Krieg und als Span­nun­gen zwi­schen den Län­dern, es gibt eine Art Welt­ge­spräch des Sports. Der Sport sel­ber ist in den Bereich von Show und Gla­mour gerutscht, vie­le schei­nen sich dort wohl zu füh­len. Der sport­li­che Wert selbst wird dadurch zurück­ge­drängt, aber nicht entwertet.

  • Jörg Sun­dermei­er: „Die Lite­ra­tur­kri­tik droht uns allein zurück zu las­sen“ – Das Sonn­tags­ge­spräch – News – Buch​Markt​.de – jörg sun­dermei­er, chef des famo­sen ver­bre­cher-ver­lags, ist mit dem zustand der lite­ra­tur­kri­tik in deutsch­land über­haupt nicht zufrieden:

    Alle mei­nen den gan­zen Tag irgend­was, Mei­nun­gen sind ja gera­de hoch im Kurs, in den Redak­tio­nen ist immer wie­der von der Mei­nungs­stär­ke von Tex­ten die Rede. Aber Hal­tung zei­gen weni­ge, denn das hie­ße ja die Ansich­ten von ges­tern auch jetzt noch zu ver­tre­ten. Oder aber sich selbst zu kri­ti­sie­ren, also sich infra­ge zu stel­len, sich angreif­bar zu machen…

  • Fre­quent­ly wrong @HistoryInPics com­pa­ny gets $2 mil­li­on from inves­tors – RT @keithcalder: Here’s some more info on that shit­pi­le cal­led @HistoryInPics
  • Netz­neu­tra­li­tät: Freie Fahrt für ein Phan­tom | ZEIT ONLINE – Fried­helm Greis ver­sucht, die deutsch-euro­päi­sche Debat­te um Netz­neu­tra­li­tät und „spe­zi­al­diens­te“ nach­zu­zeich­nen. So lan­ge man dabei auf Pro­ble­me wie deep packet inspec­tion ver­zich­tet, scheint mir das müßig
  • Archi­va­lia: Das Main­zer Evan­ge­li­ar der Hof­bi­blio­thek Aschaf­fen­burg (Ms. 13)
  • Pegi­da und das Abend­land – Per­ver­si­on mit Sys­tem – hein­rich august wink­ler ord­net den abend­land-bezug der „pegida“-truppe his­to­risch ein – und spart mit nicht mit ver­wei­sen auf die ver­wand­schaft mit natio­nal­so­zio­alis­ti­schen ideen und über­zeu­gun­gen und sprachgebrauch
  • Frau Mei­ke sagt: Kraut­re­por­ter und die Suche nach der Rele­vanz – noch jemand, der von den kraut­re­por­tern bis­her eher mäßig begeis­ter ist: „Von The­men­viel­falt war weit und breit kei­ne Spur“
  • Ver­bie­tet Han­dys an den Schu­len!- taz​.de – die taz hält es für sinn­voll, ein total­ver­bot von han­dys an schu­len zu for­dern. ich fin­de ja, das reicht nicht. wenn die böse jugend in den pau­sen immer nur in bücher, zei­tun­gen und – hor­ri­bi­le dic­tu – comics (d.i. gra­phic novels) schaut, kom­mu­ni­ziert sie nicht mehr mit­ein­an­der. und der stress, wenn man nicht fer­tig wird und bis zur nächs­ten pau­se vol­ler span­nung war­ten muss, wie es wei­ter­geht im text! also weg mit dem gan­zen gedruck­ten unsinn!
  • James Rho­des on Twit­ter: „A black Bond? Total­ly unrealistic.
    God bless Pri­va­te Eye… http://t.co/PWl2EnsaoG“
    – RT @bomani_jones: well play­ed, i must say.

Ins Netz gegangen (31.12.)

Ins Netz gegan­gen am 31.12. (Auf­räu­men zum Jahresende ..):

  • Jah­res­rück­blick 2014: Blick zurück im Kreis | ZEIT ONLINE – die his­to­ri­ke­rin fran­ka mau­bach ist mit dem gedenk­jahr 2014 nicht so ganz zufrieden:

    Es ist doch legi­tim, ja sogar gut, über den ritu­al­haft wie­der­keh­ren­den Kreis der Jah­res­ta­ge ein gemein­sa­mes his­to­ri­sches Reflek­tie­ren zu sti­mu­lie­ren. Das Pro­blem ist nur: Es gelingt nicht mehr. Die his­to­ri­schen Ereig­nis­se, derer gedacht wer­den soll, las­sen sich kaum noch in Bezie­hung zuein­an­der set­zen. Die Flieh­kraft des Geden­kens sprengt sie aus­ein­an­der. Das Ein­zel­er­eig­nis wird nur noch kurz auf­ge­ru­fen und kaum mehr in lang­fris­ti­ge Zusam­men­hän­ge eingeordnet.

    am ende emp­fiehlt sie: 

    Wie also kön­nen wir Geschich­te schrei­ben, ohne deter­mi­nis­tisch zu den­ken und doch mit lan­gem Atem zu argu­men­tie­ren? Wie kön­nen wir Ereig­nis­se in deu­ten­de Ord­nun­gen fügen und zugleich zum Wider­spruch ein­la­den? Wie kön­nen wir offen blei­ben und uns trotz­dem für eine Per­spek­ti­ve entscheiden?

    Dazu bedarf es eines Stand­punkts, der ent­schie­den ist, sich also über sich selbst auf­zu­klä­ren ver­mag. Und es bedarf einer his­to­ri­schen Urteils­kraft, die peni­bel aus­buch­sta­bier­te Details in ihr Vor­her und Nach­her und nach Rele­vanz ord­net. Bei­des kön­nen wir vor­aus­sicht­lich noch brau­chen. Spä­tes­tens dann, wenn die Flieh­kraft des Geden­kens auch den Natio­nal­so­zia­lis­mus von sei­ner Vor- und Nach­ge­schich­te isoliert.

  • Rumä­ni­en: Die unvoll­ende­te Revo­lu­ti­on – karl-peter schwarz erin­nert beschrei­bend (weni­ger erklä­rend) an die revo­lu­ti­on 1989 in rumänien.

    Vor 25 Jah­ren stürz­te der rumä­ni­sche Dik­ta­tor Ceauşes­cu. Die Revo­lu­ti­on, die 1989 mit blu­ti­gen Kämp­fen das Land in Cha­os und Gewalt stürz­te, blieb unvollendet. 

  • 2014 – Die hilf­reichs­ten Kun­den­re­zen­sio­nen – Frei­text
  • Revi­si­ons­be­rich­te der NSA: War­ten auf die Ankla­ge – nils mink­mar ganz unauf­ge­regt, aber voll­kom­men zustim­mungs­fä­hig und ‑pflich­tig:

    Doch wenn der Wes­ten sei­ne Iden­ti­tät nicht ver­lie­ren will, sich gegen isla­mi­sche, chi­ne­si­sche, rus­si­sche und sons­ti­ge Tota­li­ta­ris­men abgren­zen möch­te, dann kön­nen die nun hin­läng­lich doku­men­tier­ten Über­grif­fe und Geset­zes­brü­che nur eine Fol­ge haben, näm­lich eine ordent­li­che rechts­staat­li­che Auf­ar­bei­tung ohne Anse­hen der Person.

  • BOX2FLY – Hand­ge­päck­kof­fer aus Well­pap­pe – coo­le idee: ein kar­ton, der genau ins hand­ge­päck passt, den platz also bei mini­ma­lem eigen­ge­wicht opti­mal ausnutzt 
  • Tod einer Revo­lu­tio­nä­rin – Die Zeit­schrift „Mit­tel­weg 36“ erin­nert an die außer­ge­wöhn­li­che Radi­kal-Femi­nis­tin Shul­a­mith Fires­tone : lite​ra​tur​kri​tik​.de
  • Unbe­kann­te Auto­bio­gra­phie Georg Phil­ipp Tele­manns auf­ge­fun­den | nmz – neue musik­zei­tung – Im His­to­ri­schen Staats­ar­chiv Lett­lands (Riga) wur­de eine bis­her unbe­kann­te Auto­bio­gra­phie des Kom­po­nis­ten Georg Phil­ipp Tele­mann (1681−1767) ent­deckt. Die auto­gra­phe Skiz­ze befin­det sich in Mate­ria­li­en aus dem Nach­lass des Riga­er Kan­tors Georg Micha­el Tele­mann, dem Enkel des berühm­ten Ham­bur­ger Musik­di­rek­tors und Johan­neum­kan­tors. Der Musik­wis­sen­schaft­ler Ralph-Jür­gen Reipsch, Mit­ar­bei­ter des Zen­trums für Tele­mann-Pfle­ge und ‑For­schung Mag­de­burg, hat den sen­sa­tio­nel­len Fund sowie eine bis­her gleich­falls unbe­kann­te deutsch-fran­zö­si­sche Lebens­be­schrei­bung in der aktu­el­len Aus­ga­be der Zeit­schrift Die Musik­for­schung publiziert.
  • Liquid Ecsta­sy: Töd­li­cher Schluck aus der Fla­sche – Mün­chen – Süddeutsche.de – gran­di­os: dass „GBL nicht vom Betäu­bungs­mit­tel­ge­setz erfasst ist, weil sie in der che­mi­schen Indus­trie … uner­setz­lich ist“ – so funk­tio­niert also dro­gen­pli­tik in deutschland
  • ünter-Eich-Preis für Ror Wolf « Lyrik­zei­tung – Der fan­tas­ti­sche Ror Wolf erhält den Günter-Eich-Preis
  • Jut­ta Dit­furth: News – LG Mün­chen ent­sorgt die dt. Anti­se­mi­ten: Anti­se­mit ist nur, „wer sich posi­tiv auf die Zeit von ’33 bis ’45 bezieht“ (ach, kön­te man doch nur ale pro­ble­me so lösen ..)
  • http://​eco​watch​.com/​2​0​1​3​/​l​o​b​s​t​e​r​-​b​o​a​t​-​v​s​-​c​o​a​l​-​s​h​ip/ | Grist – unglaub­lich: Seat­tle ver­senkt sich im Abgrund … – das ist wahr­haf­tig geun­ge­ne (Verkehrs-)Politik
  • 57. Nach­schlag zu einem “fröh­li­chen” Ver­riss « Lyrik­zei­tung & Poet­ry News – auch ein „veriss“:

    am Boden liegt ein Bün­del von Zei­tungs­aus­ris­sen, die offen­sicht­lich das feh­len­de Klo­pa­pier erset­zen sol­len. Auf einer der Zei­tungs­sei­ten steht ein Gedicht. Ich grei­fe nach dem zur Hälf­te zer­ris­se­nen Blatt, ver­su­che den Text – ukrai­nisch – zu lesen, lese ihn mehr­mals, und er kommt mir dabei immer bekann­ter vor. Der Name des Autors wie auch der Gedicht­an­fang fehlt, ist weg­ge­ris­sen. Unter dem Gedicht steht, dass es sich um eine Über­set­zung aus dem Deut­schen han­delt. Vom Namen des Über­set­zers blei­ben bloss ein paar Buch­sta­ben: Wolod… ‒ Doch nun däm­mert es mir: Das ist mein Gedicht. Das ist eins mei­ner Gedich­te, zumin­dest ein Teil davon. 

  • Femi­nis­mus-Debat­te: Wir brau­chen kei­nen Zum­ba-Jesus – taz​.de – mar­ga­re­te stokowski:

    Femi­nis­tin­nen vor­zu­wer­fen, sie sei­en nicht wit­zig, ist auf drei­fa­che Art unan­ge­mes­sen. Ers­tens ist Humor ein­fach eine Fra­ge des Geschmacks. Zwei­tens wie­der­holt sich hier das alt­be­kann­te „Lach doch mal“ alt­be­kann­ter Onkels, und drit­tens gibt es denk­bar vie­le Momen­te im Leben, in denen Kämp­fen und Lachen ein­an­der ausschließen. 

  • Fol­ter bei der CIA: Der Sieg der Ter­ro­ris­ten – FAZ – nils mink­mar denkt über fol­ter nach:

    Es herrscht ein erschre­cken­der Man­gel an poli­ti­scher Phan­ta­sie. Was wird schon hel­fen gegen Mör­der wie Kha­lid Scheich Moham­med? Es fällt uns nur wie­der Gewalt ein. Dabei gibt es längst ande­re Erkennt­nis­se, wie man den Krieg gegen den Ter­ror erfolg­reich füh­ren kann.

  • 500 Jah­re alte Naum­bur­ger Chor­bü­cher wer­den digi­ta­li­siert | nmz – neue musik­zei­tung – Es soll ein biblio­phi­ler Schatz für die Ewig­keit wer­den: Die über 500 Jah­re alten über­di­men­sio­na­len Naum­bur­ger Chor­bü­cher wer­den restau­riert und digi­ta­li­siert. Die kom­plet­te Finan­zie­rung muss noch geklärt wer­den, aber ein Anfang ist gemacht. «Mit acht Büchern ist es eine der umfang­reichs­ten mit­tel­al­ter­li­chen Hand­schrif­ten­samm­lun­gen», sagt Mat­thi­as Lud­wig, wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter im Dom­stifts­ar­chiv Naumburg.
  • Inte­gra­ti­on durch Sprach­vor­schrif­ten? – Sprach­log – Es ist also klar, dass aus der Per­spek­ti­ve des Sprach­er­werbs kei­ne Not­wen­dig­keit gibt, Migrant/​innen dazu „anzu­hal­ten“ oder auch nur zu „moti­vie­ren“, zu Hau­se Deutsch zu spre­chen. Wir erin­nern uns: 65 Pro­zent tun es ohne­hin, ganz ohne Moti­va­ti­on sei­tens der Politik.

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