Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: politik Seite 9 von 12

Ins Netz gegangen (19.9.)

Ins Netz gegan­gen am 19.9.:

  • #4 Emckes Expe­di­tio­nen: Ich wäh­le | ZEIT ONLINE – Caro­li­ne Emcke hat wie­der einen tol­len Text in ihrer Expe­di­tio­nen-Rei­he geschrie­ben. Heu­te geht es dar­um, ob Nicht­wäh­len eine vali­de Posi­ti­on sein kann – sie ist da ganz klar, und ganz auf mei­ner Linie: „Das ist Bull­shit.“ Und sie zeigt auch sehr plas­tisch und dras­tisch, war­um das so ist:

    Die The­se von der Aus­tausch­bar­keit und Ver­wech­sel­bar­keit der Par­tei­en und ihrer Pro­gram­me ist so hane­bü­che­ner Unfug, dass der Ver­dacht auf­kom­men kann, die Wahl­kampf­ma­na­ger der CDU hät­ten sie in Umlauf gebracht. Wer den Sta­tus quo erhal­ten will, braucht nur zu behaup­ten, die­se Wah­len mach­ten kei­nen Unter­schied oder, schlim­mer noch: Wäh­len oder Nicht­wäh­len mache kei­nen Unter­schied. Das ist nicht nur sach­lich falsch, son­dern auch poli­tisch obszön.

  • Ich pass­te nie ganz zu mei­ner Umge­bung – taz​.de – Ina Hart­wig hat für die taz den bes­ten Nach­ruf auf Mar­cel Reich-Rani­cki geschrie­ben, den ich (bis­her) gele­sen habe: kri­tisch, ohne gemein zu sein; bewun­dernd, ohne zu ver­göt­tern; detail- und fak­ten­reich, ohne zu beleh­ren. Und sie trifft, wie mir scheint, ziem­lich genau den Kern von Reich-Rani­ckis Kri­ti­ker­tä­tig­keit (also genau das, was ihn mir immer etwas unsym­pa­thisch bzw. unwich­tig machte):

    Auch theo­rie­las­ti­ger Lite­ra­tur gegen­über, etwa Robert Musils „Mann ohne Eigen­schaf­ten“, zeig­te er sich nicht sehr auf­ge­schlos­sen. Alles, was sich Avant­gar­de nann­te oder ver­meint­lich unsinn­lich auf ihn wirk­te, prall­te an Reich-Rani­cki gera­de­zu lüs­tern ab. In Zuspit­zung und Abwehr war er ein Meis­ter, immer bereit, sich um der Poin­te wil­len düm­mer zu stel­len, als er war.

    Gegen Schluss weist sie noch auf etwas ande­res Tref­fen­des hin:

    Seit Alfred Kerr hat es in Deutsch­land kei­nen der­art popu­lä­ren Kri­ti­ker gege­ben wie ihn, Mar­cel Reich-Rani­cki. Nicht aus­schließ­lich sub­ti­ler Geschmack, nicht unbe­dingt ästhe­ti­scher Wage­mut haben Mar­cel Reich-Rani­ckis unglaub­li­cher Kar­rie­re den Weg gewie­sen, son­dern sein schier unge­heu­rer Fleiß, sei­ne Bril­lanz und der unbe­ding­te Wil­le, Ein­fluss zu neh­men auf das lite­ra­ri­sche Gesche­hen in Deutsch­land, vor allem aber sei­ne pola­ri­sie­ren­de, geschickt ver­ein­fa­chen­de Rhe­to­rik. Sein ein­zig­ar­ti­ges Tem­pe­ra­ment wuss­te alle Medi­en sei­ner Epo­che zu bedie­nen, Radio, Zei­tung, Buch und Fernsehen.

    – die­se Medi­en­vir­tuo­si­tät ist sicher­lich ein wich­ti­ger Bestand­teil Reich-Rani­ckis gewesen.

  • Juli Zeh im Inter­view: „Ein beob­ach­te­ter Mensch ist nicht frei“ | Kul­tur – Frank­fur­ter Rund­schau – Juli Zeh sagt im FR-Inter­view mal wie­der viel rich­ti­ges und klu­ges. Zum Bei­spiel auf die Fra­ge: „Es wird ja gern gesagt: Wer nichts zu ver­ber­gen hat, hat auch nichts zu befürchten.“

    Ich glau­be nicht, dass die Leu­te das wirk­lich den­ken. Das sagen sie, damit man sie mit dem Pro­blem in Ruhe lässt. Wenn man jeman­den sagt: Gib mir mal dei­ne Fest­plat­te und lass mich kurz dei­ne E‑Mails durch­le­sen, dann bekommt doch jeder ein mul­mi­ges Gefühl. Die meis­ten möch­ten doch nicht ein­mal, dass die Part­ne­rin oder der Part­ner die eige­nen Mails liest, weil wir näm­lich wohl etwas zu ver­ber­gen haben. Nicht ein Ver­bre­chen, son­dern ein­fach nur das, was man Pri­vat­sphä­re nennt. Ein inti­mer Raum, der uns immer latent pein­lich ist und den wir schüt­zen. Ich den­ke, wer nichts zu ver­ber­gen hat, der hat bereits alles verloren.

    Und spä­ter:

    Ohne Geheim­nis­se gibt es kein Ich. Man ver­liert dann im Grun­de sich selbst.

  • Polit-Talk­shows von ARD und ZDF: Objek­tiv und unpar­tei­lich war ges­tern | Magi­tek – ein Blog. – Sven hat sich die par­tei­po­li­ti­sche Zuge­hö­rig­keit der Gäs­te in den Talk­shows von ARD & ZDF ange­schaut – mit eher unan­ge­neh­men Fol­gen (frü­her hieß es immer – und wur­de z.B. von Kepp­lin­ger auch empi­risch mehr oder weni­ger bestä­tigt, die öffent­lich-recht­li­chen Medi­en hät­ten eine links­li­be­ra­le Ten­denz. Hier ist das sehr offen­sicht­lich sehr anders.): Polit-Talk­shows von ARD und ZDF: Objek­tiv und unpar­tei­lich war gestern

Ins Netz gegangen (18.9.)

Ins Netz gegan­gen am 18.9.:

  • Hans Well zur Land­tags­wahl Bay­ern – Süddeutsche.de – Hans Well steht der Süd­deut­schen zur Bay­ern-Wahl Rede und Ant­wort – zum Bei­spiel auf die Fra­ge: „War See­ho­fer über­haupt der geeig­ne­te Spitzenkandidat?“

    Ich möch­te die­sen Ingol­städ­ter Wan­kel­mo­tor in Schutz neh­men: Anders als Stoi­ber geht See­ho­fer spar­sam mit „Ähs“ um und zwängt sich nicht in Gebirgs­schüt­zen­uni­form. See­ho­fer ist end­lich mal ein Poli­ti­ker, der sich nie fest­legt – außer auf zwei Kilo­me­ter Abstand zu Wind­parks, um somit ohne Wind­rä­der den Atom­aus­stieg durch­zu­peit­schen. Das nen­ne ich kla­re Kan­te. Kommt beim Som­mer­wäh­ler­schluss­ver­kauf super an. Der braucht von der Kanz­le­rin nix zu ler­nen. Der hat schon alles selbst drauf.

  • Auch Anti-Euro­zen­tris­mus kann zur Ideo­lo­gie wer­den – Inter­view mit Jür­gen Oster­ham­mel | Das 19. Jahr­hun­dert in Per­spek­ti­ve – Marei­ke König hat sich mir Jür­gen Oster­ham­mel über Welt­ge­schich­te unter­hal­ten, und natür­lich vor allem über sein rie­si­ges Buch „Die Ver­wand­lung der Welt. Eine Geschich­te des 19. jahr­hun­derts“. Jetzt habe ich noch mehr Lust, den Wäl­zer anzu­ge­hen (aber vor der zeit­fres­sen­den Lek­tü­re schre­cke ich irgend­wie immer noch zurück …)
  • Peter Gabri­el : „Im Alter ist man immer noch ein Kind“ – DIE WELT – Peter Gabri­el meint (in einem selt­sam höl­zer­nen Inter­view), es wäre Zeit für einen Regie­rungs­wech­sel in Deutschland …
  • NDR löscht nach Pro­test von CDU-Poli­ti­ker Doku­men­ta­ti­on über SPD-Poli­ti­ker « Ste­fan Nig­ge­mei­er – NDR löscht nach Pro­test von CDU-Poli­ti­ker Doku­men­ta­ti­on über SPD-Poli­ti­ker (via Published articles)
  • Roman „Tabu“: Der Mord, der kei­ner war | ZEIT ONLINE – Wow, Ulrich Grei­ner hat Fer­di­nand von Schirachs Roman „Tabu“ gele­sen. Und ist über­haupt nicht zufrie­den gewesen:

    Der Roman jedoch ist schlecht. Schi­rach liebt das phi­lo­so­phi­sche Faseln, den bedeu­tungs­schwan­ge­ren Psy­cho­lo­gis­mus. Und er han­tiert mit einer ästhe­ti­schen Theo­rie, die das Inein­an­der und das Gegen­ein­an­der ver­schie­de­ner Ebe­nen von Wirk­lich­keit anschau­lich machen soll. Es geht auch um die Fra­ge, was Wahr­heit in der Kunst bedeu­tet und was im Leben. Solch schwe­ren The­men ist Schirachs Spra­che nicht gewach­sen, und gründ­lich durch­dacht wirkt das Gan­ze eben­falls nicht. Wenn ich recht sehe, han­delt es sich alles in allem um einen gro­ßen Bluff.

    Spä­ter wei­tet er sein ver­nich­ten­des Urteil – so einen deut­li­chen, kras­sen und kom­plet­ten Ver­riss habe ich schon lan­ge nicht mehr gele­sen – noch aus:

    Um es deut­lich zu sagen: Fer­di­nand von Schi­rach kann nicht schrei­ben. Natür­lich kann er Tex­te ver­fas­sen, sach­dien­li­che, scharf­sin­ni­ge, klu­ge, schließ­lich ist er ein erfolg­rei­cher Anwalt. Aber es fehlt ihm die Gabe der Ima­gi­na­ti­on, des Her­bei­zau­berns einer neu­en Welt, der lite­ra­ri­schen Sub­ti­li­tät. Bloß aus Haupt­sät­zen baut man kei­nen Palast, allen­falls eine Hütte. 

    Das/​Der ist erledigt.

Ins Netz gegangen (5.9.)

Ins Netz gegan­gen am 5.9.:

  • US and UK spy agen­ci­es defeat pri­va­cy and secu­ri­ty on the inter­net | the​guar​di​an​.com – Wer jetzt noch glaubt, das sei ja alles nicht so schlimm, was Ame­ri­ka­ner und Bri­ten beim Lau­schen und Abhö­ren trei­ben, soll­te wohl wirk­lich in den Wald gehen:

    The docu­ments show that the agen­cy has alre­a­dy achie­ved ano­ther of the goals laid out in the bud­get request: to influence the inter­na­tio­nal stan­dards upon which encryp­ti­on sys­tems rely.

    Inde­pen­dent secu­ri­ty experts have long suspec­ted that the NSA has been intro­du­cing weak­ne­s­ses into secu­ri­ty stan­dards, a fact con­firm­ed for the first time by ano­ther secret docu­ment. It shows the agen­cy work­ed covert­ly to get its own ver­si­on of a draft secu­ri­ty stan­dard issued by the US Natio­nal Insti­tu­te of Stan­dards and Tech­no­lo­gy appro­ved for world­wi­de use in 2006.

    […]

    „Pro­ject Bull­run deals with NSA’s abili­ties to defeat the encryp­ti­on used in spe­ci­fic net­work com­mu­ni­ca­ti­on tech­no­lo­gies. Bull­run invol­ves mul­ti­ple sources, all of which are extre­me­ly sen­si­ti­ve.“ The docu­ment reve­als that the agen­cy has capa­bi­li­ties against wide­ly used online pro­to­cols, such as HTTPS, voice-over-IP and Secu­re Sockets Lay­er (SSL), used to pro­tect online shop­ping and banking.

  • N.S.A. Foils Much Inter­net Encryp­ti­on – NYTi​mes​.com – Auch die NYT berich­tet über die Mög­lich­kei­ten der NSA, Ver­schlüs­se­lun­gen zu knacken:

    The Natio­nal Secu­ri­ty Agen­cy is win­ning its long-run­ning secret war on encryp­ti­on, using super­com­pu­ters, tech­ni­cal tri­ckery, court orders and behind-the-sce­nes per­sua­si­on to under­mi­ne the major tools pro­tec­ting the pri­va­cy of ever­y­day com­mu­ni­ca­ti­ons in the Inter­net age, accor­ding to new­ly dis­c­lo­sed documents.
    […] By this year, the Sig­int Enab­ling Pro­ject had found ways insi­de some of the encryp­ti­on chips that scram­ble infor­ma­ti­on for busi­nesses and govern­ments, eit­her by working with chip­ma­kers to insert back doors or by sur­rep­ti­tious­ly exploi­ting exis­ting secu­ri­ty flaws, accor­ding to the docu­ments. The agen­cy also expec­ted to gain full unen­crypt­ed access to an unna­med major Inter­net pho­ne call and text ser­vice; to a Midd­le Eas­tern Inter­net ser­vice; and to the com­mu­ni­ca­ti­ons of three for­eign governments.

  • TV-Wahl­kampf: Nur was für Pen­sio­nä­re | ZEIT ONLINE – Khue Pham über Wah­len, Wahl­kampf und Fernsehen:

    Deutsch­land, so die Kanz­le­rin und der Kan­di­dat, gehe es gut. Doch wie gut kann es uns gehen, wenn sich der größ­te Streit­punkt an Pen­sio­nen ent­zün­det? Ist das die ein­zi­ge Zukunfts­vi­si­on, die sie sich, uns und die­sem Land zutrauen?

  • Eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on in Syri­en wäre nicht legal – Sven Simon über die Lega­li­tät einer (wie auch immer gear­te­ten) mili­tä­ri­schen Inter­ven­ti­on in Syri­en als Reak­ti­on auf den Ein­satz von che­mi­schen Waffen:

    Ein nicht vom Sicher­heits­rat auto­ri­sier­ter Mili­tär­schlag gegen Syri­en bleibt also völ­ker­recht­lich grund­sätz­lich ver­bo­ten – unab­hän­gig davon ob der Ein­satz che­mi­scher Waf­fen nach­ge­wie­sen wer­den kann oder nicht. Ob der Sicher­heits­rat eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on expli­zit ablehnt oder erst gar nicht über ein mili­tä­ri­sches Ein­grei­fen abge­stimmt wird, ist für die völ­ker­recht­li­che Bewer­tung nicht ent­schei­dend. Aber weder der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent noch der Kon­gress der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ist zu einer „Straf­ak­ti­on“ berechtigt.

  • Im Gespräch: Juli­an Nida-Rüme­lin: „Wir soll­ten den Aka­de­mi­sie­rungs­wahn stop­pen“ – FAZ – Juli­an Nida-Rüme­lin im Inter­view über Bil­dung, Aus­bil­dung, Uni­ver­si­tä­ten, Markt und Per­son und die Ver­än­de­run­gen der letz­ten Jah­re in Deutsch­land, inklu­si­ve PISA („Wenn Sie genau hin­schau­en, erken­nen Sie, dass das gan­ze Pisa-Pro­gramm auf beruf­li­che Ver­wert­bar­keit und nicht auf Per­sön­lich­keits­bil­dung aus­ge­rich­tet ist“):

    Es fin­det gegen­wär­tig kei­ne Bil­dungs­expan­si­on statt, die sozia­le Selek­ti­vi­tät in Deutsch­land ist skan­da­lös hoch, höher als in den sieb­zi­ger Jah­ren. Ich bin sehr für eine durch­dach­te Bil­dungs­expan­si­on. Wir wer­den bald 60 Pro­zent Stu­di­en­be­rech­tig­te pro Jahr­gang haben, in man­chen Städ­ten lie­gen wir schon bei 70 Pro­zent. Mei­ne The­se ist, dass sich dar­aus eine neue Qua­li­tät ergibt – eine nega­ti­ve. Wir gefähr­den den Kern des deut­schen Wirt­schafts­mo­dells, die auf exzel­len­ten Qua­li­fi­ka­tio­nen begrün­de­ten mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men, die auf dem Welt­markt mit­spie­len können. 

    Schön, dass er sich auch von der FAZ nicht in die par­tei­po­li­ti­sche Ecke (SPD) abdrän­gen lässt …

Ins Netz gegangen (1.9.)

Ins Netz gegan­gen am 1.9.:

  • Klau­su­ren und Sibyl­le Berg. | ats20​.de – Han­jo anläss­lich einer Kor­rek­tur zu einem Kurz­text von Sibyl­le Berg:

    Merk­satz für die nächs­te Deutsch­ar­beit also: Autoren sind immer min­des­tens drei Grö­ßen­ord­nun­gen coo­ler als der Deutsch­leh­rer, der ihre Geschich­ten mitbringt.

  • Vier Mode­ra­to­ren sind vier zuviel: Das TV-Duell—ein Vor­schlag zur Güte « Ste­fan Nig­ge­mei­er – Ste­fan Nig­ge­mei­er hat einen guten Vor­schlag, wie man Dis­kus­sio­nen zwi­schen Kanz­le­rin/-kan­di­da­ten span­nend machen könnte:

    Ich hät­te einen Vor­schlag für eine neue, bes­ser Form des »TV-Duells«: Wir ver­zich­ten auf die Mode­ra­to­ren. Nicht nur auf zwei oder drei, son­dern auf alle vier.

  • Bil­dung: Die Stun­de der Pro­phe­ten | ZEIT ONLINE – Mar­tin Spie­wak zeigt in der „Zeit“, was an den The­sen, Behaup­tun­gen und For­de­run­gen von Hüt­her & Co. dran ist: Wenig bis nichts:

    Mit neu­ro­bio­lo­gi­scher For­schung hat das wenig zu tun. Genau genom­men kommt die Hirn­for­schung in Hüt­hers Vor­trä­gen kaum noch vor. Der Bio­lo­ge ver­traut auf die Magie, die Wör­ter wie „prä­fron­ta­ler Kor­tex“, „emo­tio­na­le Zen­tren im Mit­tel­hirn“ oder „neu­ro­plas­ti­sche Boten­stof­fe“ im Publi­kum ent­fal­ten. „Appli­ed Neu­ro­sci­ence“ nennt Hüt­her die­se inzwi­schen per­fek­tio­nier­te Kunstform.

    Spä­ter heißt es noch, eben­falls sehr treffend:

    Doch mit Stu­di­en oder ande­rem päd­ago­gi­schen Klein-Klein schla­gen sich Gerald Hüt­her und die ande­ren Bil­dungs­pro­phe­ten nicht her­um. Umset­zungs­pro­ble­me, die end­lo­se His­to­rie didak­ti­scher Illu­sio­nen, die Wider­stän­dig­keit des Unter­richts­all­tags: für sie kein The­ma. Die Reform­jün­ger ver­kau­fen der Repu­blik statt­des­sen lie­ber ein­zel­ne Vor­zei­ge­ein­rich­tun­gen wie eine Ber­li­ner Pri­vat­schu­le als Leit­bild – dabei hat die­se bis­her noch nicht einen Jahr­gang durchs Abitur gebracht.

  • Land­tags­wahl: Hes­sen für Ein­stei­ger | ZEIT ONLINE – Lenz Jacob­sen war mit Hans Eichel in Hes­sen („Ein Dazwi­schen-Land, ein Redak­teur­salb­traum.“ nennt Jacob­sen das) unter­wegs und hat einen lau­ni­gen Text mit­ge­bracht, der sich vor allem dadurch aus­zeich­net, dass er fast kei­ne Infor­ma­ti­on beinhaltet.

Ins Netz gegangen (28.8.)

Ins Netz gegan­gen am 28.8.:

  • xkcd: Mons­ter – Mons­ter (via Published articles)
  • Die Wahr­heit über die Geschlech­ter | – Gran­di­os: Kat­ja ver­rät uns end­lich die Wahr­heit über die Geschlech­ter. Zum Bei­spiel die­se hier:

    Da klei­ne Babys noch nicht ihren Kopf heben kön­nen, um ihr Geschlechts­teil zu sehen, muss man sie sofort nach der Geburt rosa oder hell­blau klei­den, damit sie wis­sen, wel­chem Team sie angehören.

  • Par­tei­en­wer­bung als „Wohl­fühl­pro­pa­gan­da“ – Medi­en­wis­sen­schaft­ler Bolz über den Wahl­kampf | Deutsch­land­ra­dio Kul­tur – Nor­bert Bolz im Gespräch mit Deutsch­land­ra­dio Kul­tur über den Wahl­kampf und ins­be­son­de­re die Wahlwerbung:

    abso­lut inhalts­lo­se, bot­schafts­lo­se Pro­pa­gan­da ist das, im Grun­de Wohl­fühl­pro­pa­gan­da, und das ist die wei­test­mög­li­che Ent­fer­nung von einem poli­ti­schen Wahl­kampf. […] Aber das ist ja alles so offen­sicht­lich insze­niert, dass ich glau­be, dass kein Bür­ger dar­auf hineinfällt.

  • Bild dir dei­nen Spie­gel: Mor­gen kommt der Niko­laus | debat­tier­sa­lon – Mari­on Kras­ke über die „Ent­ker­nung der vier­ten Gewalt“ am Bei­spiel des „Spie­gels“:

    Das alles sind Bele­ge für die zuneh­men­de Ent­po­li­ti­sie­rung der eins­ti­gen publi­zis­ti­schen Speer­spit­ze, die auf das Kon­to einer in wei­ten Tei­len apo­li­tisch den­ken­den Füh­rungs­rie­ge geht. Saßen da frü­her alte, unbe­que­me Hau­de­gen mit Rück­grat, weit­ge­reis­te und welt­ge­wand­te Geis­ter, denen Ame­ri­ka eben­so ver­traut war wie Alba­ni­en oder Afgha­ni­stan, tum­meln sich (im Übri­gen auch in ande­ren Redak­tio­nen) heu­te glat­te und ange­pass­te Haus­kar­rie­ris­ten, die die Welt wahl­wei­se aus dem Elfen­bein­turm oder vom Deck der Segel­yacht beur­tei­len, die zwar streetsmart und Talk­show-kom­pa­ti­bel sind, denen poli­ti­sche Pro­zes­se aller­dings egal und poli­ti­sches Den­ken augen­schein­lich fremd sind.

Ins Netz gegangen (24.8.)

Ins Netz gegan­gen am 24.8.:

  • The Deal That Brought Dvo­rak to New York – NYTi​mes​.com – The con­tract that brought Dvo­rak to the new world—six pages of graceful­ly hand­writ­ten clau­ses, bound by green ribbon …
    eini­ge Aus­zü­ge davon hat die NYT auch online gestellt: http://​www​.nyti​mes​.com/​2​0​1​3​/​0​8​/​2​4​/​a​r​t​s​/​m​u​s​i​c​/​t​h​e​-​f​i​n​e​-​p​r​i​n​t​-​o​f​-​d​v​o​r​a​k​s​-​c​o​n​t​r​a​c​t​.​h​tml
  • Pro­ble­ma­ti­sche Wahl­kampf­pla­ka­te XII | Rep­ti­li­en­fonds – Aus dem Reptilienfonds:

    Und wäh­rend “der Euro geret­tet wird”, Deut­sche den Hit­ler­gruß zei­gen, der Ver­fas­sungs­schutz so bleibt, wie er ist, um die nächs­te Neo­na­zi-Kader­or­ga­ni­sa­ti­on auf­zu­bau­en, Frau­en mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund zuhau­se blei­ben müs­sen, weil ihnen die CSU dafür einen Hun­ni in die Schür­ze steckt, die Zusam­men­ar­beit mit den Ent­wick­lungs­län­dern zu einer Art Neo-Kolo­ni­sa­ti­on umge­baut wird, die Arbeits­lo­sig­keit in pre­kä­ren Jobs ver­steckt ist und die deut­sche Außen­po­li­tik zur Belang­lo­sig­keit wird, wäh­rend all das pas­siert, soll man eines Sep­tem­ber­mor­gens auf­ste­hen und sagen: “Dann geh’ ich mal die Mut­ti wählen.”

  • Tot oder leben­dig im Gangs­ta-Kapi­ta­lis­mus – taz​.de – Klaus Wal­ter zum 50jährigen Jubi­lä­um von Mar­tin Luther Kings „I have a dream“-Rede, zu deren (fal­scher) Ver­ein­nah­mung und der Wen­de der schwar­zen Bürgerrechtsbewegung:

    Ego-Poli­tics erset­zen Bür­ger­rechts­be­we­gung. Fünf­zig Jah­re nach „I have a dream“ sind die Ido­le des schwar­zen Ame­ri­ka Rap­per wie Jay‑Z und Kanye West. Sie haben sich durchgeboxt

  • Kolum­ne von Sibyl­le Berg über das Ende der Lite­ra­tur­kri­tik – SPIEGEL ONLINE – Sibyl­le Berg mal wie­der, voll im Recht:

    Jubelnd äußern sich die Leser über ein neu­es drol­li­ges Hit­ler- oder Pfer­de­buch. Wun­der­bar, dass man es kann – grau­en­haft, wenn Ver­brau­cher­mei­nun­gen das ein­zi­ge Kor­rek­tiv in der Kul­tur wer­den. Hat­te ich mir mit mei­ner Aus­sa­ge, zeit­ge­nös­si­sche Kunst wür­de von Exper­ten in den Kanon beför­dert, schon vie­le Freun­de gemacht, gilt es doch auch in allen ande­ren Berei­chen unse­res Lebens. […] Kei­ner muss den Emp­feh­lun­gen eines Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­lers fol­gen, aber als Gegen­ent­wurf zur eige­nen Mei­nung war sie ab und zu hilfreich.

    Und natür­lich brin­gen die Kom­men­ta­re gleich die ach-so-wert­vol­len Gegen­bei­spiel aus der Welt der Lite­ra­tur­blogs. Und die gibt es ja durch­aus. Nur ohne die Schlag­kraft der „alten“ Kul­tur­kri­tik. Und das darf man durch­aus ver­mis­sen, ohne gleich als ewig Gest­ri­ge abge­stem­pelt wer­den zu müs­sen. Und auch, ohne direkt davon etwas zu haben.

  • Pan­zer­faust | Das Maga­zin – Ein schwei­zer Wehr­pflich­ti­ger berich­tet – vom Grau­en, Unsinn und Cha­os des Militärs:

    Und dass man auch noch gehorcht! Und die­se gott­ver­damm­ten Lie­der! (springt auf, geht her­um, ruft aus­ser sich) Ich habe ein­fach so über­haupt kei­nen Bock her­um­zu­bal­lern, mich von Gleich­alt­ri­gen fig­gen zu las­sen und per­ver­se Lie­der zu sin­gen! Muss aber! (stösst die Luft aus, setzt sich, sagt lei­se) Kannst du mir erklä­ren, war­um das jemand geil fin­det? Manch­mal ist es – ziem­lich unheimlich.

  • Jill Peters Pho­to­gra­phy – Sworn Vir­gins of Alba­nia – ein inter­es­san­tes Pro­jekt der Pho­to­gra­phin Jill Peters: In Alba­ni­en gibt es eine Tra­di­ti­on, nach der Frau­en als Män­ner leben kön­nen – aller­dings unter der Bedin­gung der Jung­fräu­lich­keit & Keuschheit:

    „Sworn Vir­gin“ is the term given to a bio­lo­gi­cal fema­le in the Bal­kans who has cho­sen, usual­ly at an ear­ly age, to take on the social iden­ti­ty of a man for life. As a tra­di­ti­on dating back hundreds of years, this was some­ti­mes neces­sa­ry in a socie­ty that lived within tri­bal clans, fol­lo­wed the Kanun, an archaic code of law, and main­tai­ned an oppres­si­ve rule over the fema­le gen­der. […] As an alter­na­ti­ve, beco­ming a Sworn Vir­gin, or ‚bur­ne­sha“ ele­va­ted a woman to the sta­tus of a man and gran­ted her all the rights and pri­vi­le­ges of the male popu­la­ti­on. In order to mani­fest the tran­si­ti­on such a woman cut her hair, don­ned male clot­hing and some­ti­mes even chan­ged her name. Male ges­tu­res and swag­gers were prac­ti­ced until they beca­me second natu­re. Most important­ly of all, she took a vow of celi­ba­cy to remain chas­te for life. She beca­me a „he“.

  • The Heart of the Mat­ter: David Miran­da and the Pre­clu­si­on of Pri­va­cy – RT @jayrosen_nyu: This post by @barryeisler (ex-CIA) explains bet­ter than any­thing I’ve read why they stop­ped David Miran­da at Heathrow

Ins Netz gegangen (23.8.)

Ins Netz gegan­gen am 23.8.:

  • Matthew Shipp >< Keith Jar­rett, Gary Pea­cock, Jack DeJohnet­te – The Talk­house – Der groß­ar­ti­ge Matthew Shipp hat sich das neu­es­te Trio-Album von & mit Keith Jar­rett ange­hört und war wenig begeis­tert. Sei­ne Ableh­nung scheint ähn­li­che Grün­de zu haben wie die mei­ni­ge – was ihn mir ja nur noch sym­pa­thi­scher macht:

    The­re is some nice stuff on Somewhere—although some of it sounds like wate­red-down Muzak to me—and if you buy into Jarrett’s uni­ver­se you will most likely like this record, but if you don’t the­re is not­hing here to get you pass the tre­men­dous pretense. 

  • Miranda’s Rights: A Gui­de for the Per­ple­xed Citi­zen – Miranda’s Rights: A Gui­de for the Per­ple­xed Citi­zen (via Published articles)
  • #3 Emckes Expe­di­tio­nen: Auf der Suche nach der Demo­kra­tie: Was hat sie gesagt? | ZEIT ONLINE – Caro­lin Emcke ist wei­ter auf Expe­di­ti­on für die „Zeit“ – und hat sich für die drit­te Fol­ge in der Spra­che Mer­kels ver­lo­ren – kei­ne sehr ange­neh­me Gegend. Und sie bringt gut auf den Punkt, was bei der Bun­des­kanz­le­rin los ist – und war­um sie so schäd­lich für den poli­ti­schen Dis­kurs ist:

    Ange­la Mer­kel domes­ti­ziert Kri­tik durch simu­lier­te Freu­de an einem Dis­kurs, den sie nicht führt.

    Oder spä­ter, eben­falls eine m.E. sehr tref­fen­de Beobachtung:

    Ange­la Mer­kels Spra­che arbei­tet mit einer per­ma­nen­ten Immu­ni­sie­rung gegen jede Berüh­rung, jeden Zwei­fel, sie agi­tiert gegen alles Offe­ne, alles Unfer­ti­ge – und damit gegen das, was eine freie Gesell­schaft und eine deli­be­ra­ti­ve Demo­kra­tie gera­de ausmacht.

    – und das Schlim­me ist ja dann immer wirk­lich, wie viel Zustim­mung solch eine Art, Poli­tik zu trei­ben und zu ver­mit­teln, immer (noch) fin­det. Da muss einem wirk­lich regel­mä­ßig angst und ban­ge werden.

  • Staats­extre­mis­mus | Wortis­tik – Det­lef Gür­t­ler anläss­lich der Reak­tio­nen auf das Urteil über Manning:

    Staats­extre­mis­mus ist eine Ideo­lo­gie, bei der die Inter­es­sen des Staa­tes und aller sei­ner Insti­tu­tio­nen grund­sätz­lich Vor­rang vor den Inter­es­sen der Bür­ger haben, ob ein­zel­ner, vie­ler oder aller. Auf den kür­zes­ten Nen­ner gebracht: “Der Staat hat immer Recht.”
    In den Vor­gän­gen um Assan­ge, Man­ning und Snow­den haben sich für mein Gefühl deut­lich die Gefah­ren des Staats­extre­mis­mus gezeigt. Wenn der Staat, ob Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en oder die USA (oder Russ­land oder Chi­na oder oder) die Sicher­heit sei­ner Bür­ger bewahrt, indem er ihre Frei­heit ein­schränkt, wenn er ihr Leben schützt, indem er ihr Leben aus­späht, wenn er gegen jour­na­lis­ti­sche Tätig­keit mit Anti-Ter­ror-Geset­zen vor­geht, wenn er die Auf­de­cker staat­li­cher Kri­mi­na­li­tät här­ter bestraft als die Kri­mi­nel­len selbst, dann kön­nen nur Staats­extre­mis­ten behaup­ten, dass der Staat das Recht dazu hat.

Ins Netz gegangen (21.8.)

Ins Netz gegan­gen am 21.8.:

  • 1628 Wert­heim | ein his­to­rio­gra­phi­sches Blog – Robert Mei­er, Archi­var im Staats­ar­chiv Wert­heim, schreibt aus den Quel­len über die Ereig­nis­se in Wert­heim in den Jah­ren 1628 und 1629
  • Som­mer­loch­ta­ge­buch. Bad Blog goes dai­ly. | Bad Blog Of Musick – Moritz Eggert kotzt sich in das Som­mer­loch ein biss­chen aus. Lei­der ist da trotz des wun­der­ba­ren Zynis­mus viel Wah­res dran an dem, was er über Kul­tur­ab­bau, ‑kür­zun­gen und ‑ein­spa­run­gen schreibt.

    So unrea­lis­tisch ist das gar nicht. Nach neu­es­ten wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen wird die gesam­te klas­si­sche und zeit­ge­nös­si­sche Musik im Jahr 2100 nur noch aus einem ein­zi­gen Stück bestehen: Ravels „Bole­ro“. Die­ser läuft äußerst erfolg­reich auf der gan­zen Welt in soge­nann­ten „Bei­schlaf­au­di­to­ri­en“ (denn allein die Musik zu hören ist den Men­schen dann zu lang­wei­lig). Fol­ge­rich­tig gibt es in Deutsch­land nur noch eine ein­zi­ge Musik­hoch­schu­le (in War­ne­mün­de) in der die ca. 80 Stu­den­ten ler­nen, wie man den „Bole­ro“ spielt. Die ande­ren 80 spie­len ihn, im letz­ten ver­blie­be­nen deut­schen Orches­ter (Gevels­ber­ger Phillies).

  • Rüs­tungs­pro­jekt Euro Hawk: Ein Traum von einer Droh­ne | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat die Unter­la­gen der Unter­su­chungs­aus­schus­ses zum Droh­nen-Fias­ko aus­ge­wer­tet (alle 372 Akten­ord­ner lie­gen ihr vor … – und wur­den als (schlech­te) Scans in der­do­cu­ment­cloud teil­wei­se schon ver­öf­fent­licht: http://​pre​view​.tinyurl​.com/​d​r​o​h​n​e​n​dok) und fängt an, die gan­ze Geschich­te zu beschrei­ben. Das geht heu­te so los:

    Das Desas­ter um die Auf­klä­rungs­droh­ne Euro Hawk war von Anfang an abseh­bar. Schon vor zehn Jah­ren kann­ten die Ver­ant­wort­li­chen alle Pro­ble­me. Doch sie woll­ten die Drohne.

    … und sie soll­ten sie bekom­men – nur halt, ohne damit etwas anfan­gen zu kön­nen. Und klar ist auch jetzt schon: Das Sys­tem der Beschaf­fung und das Minis­te­ri­um sind offen­bar poli­tisch nicht mehr zu steu­ern und zu kontrollieren …

  • Über­wa­chung: NSA kann drei von vier E‑Mails mit­le­sen | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ weist auf einen im Wall Street Jour­nal erschie­nen Arti­kel hin, der deut­lich macht, wie weit die Mög­lich­kei­ten der NSA wirk­lich gehen:

    Die NSA kann bis zu 75 Pro­zent des Inter­net­ver­kehrs über­wa­chen, der durch die USA läuft.

Ins Netz gegangen (19.8.)

Ins Netz gegan­gen am 19.8.:

  • Inter­na­tio­na­les Olym­pi­sches Komi­tee: Der ent­mün­dig­te Ath­let ist das Ziel | ZEIT ONLINE – Ich wer­de wohl mei­nen Boy­kott des Unter­neh­mens „Spit­zen­sport“ fort­set­zen müs­sen. Und wahr­schein­lich wer­den die Zei­tun­gen auch nächs­tes Jahr wie­der auf der Titel­sei­te über irgend­ei­ne Gold­me­dail­le berich­ten anstatt über z.B. den Beginn eines Bür­ger­krie­ges wie jetzt in Ägypten.

    In den USA und Groß­bri­tan­ni­en zieht man eine Par­al­le­le, die für deut­sche Betrach­tun­gen zu den Spie­len des 21. Jahr­hun­derts wohl eher als ver­min­tes Gelän­de gilt: die zu Olym­pia 1936 und dem geschei­ter­ten Pro­test gegen die Dis­kri­mi­nie­rung der Juden. Das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Régime, wird da nüch­tern fest­ge­stellt, habe dem IOC mehr Zuge­ständ­nis­se gemacht als Mos­kau heute. 

    In min­des­tens einer Hin­sicht ist der Ver­gleich ange­bracht: Die Pro­pa­gan­da­büh­ne, die das IOC 1936 den Natio­nal­so­zia­lis­ten berei­tet hat, war kein Betriebs­un­fall. Der Pri­vat­zir­kel der Sport­füh­rer von heu­te unter­schei­det sich nicht von dem der Alt­vor­de­ren. Es bie­tet sich an, sol­che Über­le­gun­gen ein­zu­be­zie­hen, bevor man deut­sche Ver­tre­ter im Olymp mit Elo­gen bedenkt.

  • Jour­na­list Green­wald: Ein­schüch­te­rung statt Auf­klä­rung in der NSA-Affä­re | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ zur Frei­heits­be­rau­bung & Befragund David Mirandas:

    Die­se kal­te Will­kür und die Nei­gung zur Sip­pen­haft, bei der Fami­li­en­mit­glie­der, Lebens­ge­fähr­ten oder enge Freun­de bedroht wer­den, um miss­lie­bi­ge Jour­na­lis­ten mund­tot zu machen, las­sen an Dik­ta­tu­ren denken.

  • “Es blei­ben lei­der lee­re, bedeu­tungs­lo­se Wor­te” » Stö­rungs­mel­der – Das Stö­rungs­mel­der-Blog der „Zeit“ zu Mer­kels Auf­ruf zum zivil­cou­ra­gier­ten Kampf gegen Rechtsextremismus:

    Wenn Mer­kel es ernst meint mit dem Kampf gegen den Rechts­extre­mis­mus in ganz Euro­pa und dem Auf­ruf zu mehr Zivil­cou­ra­ge, dann ist die Bun­des­re­gie­rung zunächst ein­mal gefragt, der akti­ven Zivil­ge­sell­schaft – die die bedeu­tends­te Rol­le im Kampf gegen Rechts ein­nimmt – die Stei­ne aus dem Weg zu räu­men und sie end­lich effek­tiv, ohne Gene­ral­ver­dacht, zu för­dern. Das wäre ein ers­ter Schritt – neben vie­len wei­te­ren natür­lich. Erst wenn sich in die­se Rich­tung etwas bewegt, kann man anfan­gen, die Wor­te von Ange­la Mer­kel ernst zu nehmen.

Ins Netz gegangen (7.8.)

Ins Netz gegan­gen am 7.8.:

Seite 9 von 12

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén