Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: deutschland Seite 4 von 6

Ins Netz gegangen (28.10.)

Ins Netz gegan­gen am 28.10.:

  • Ein kri­mi­na­lis­ti­sches Lehr­stück – taz​.de – Fas­zi­nie­rend: Die Phy­si­ke­rin Inge Schmitz-Feu­er­ha­ke erzählt Gabrie­le Goett­le in der taz, wie unwis­sen­schaft­lich die Wis­sen­schaft (der Kern­phy­sik und ver­wand­ter Berei­che etwa) lan­ge und oft han­delt und arbeit – und mit wel­chen schreck­li­chen Folgen:

    Ich bin da ganz naiv ran­ge­gan­gen. Es war mir aller­dings auf­ge­fal­len, wie groß­zü­gig die Sicher­heits­be­stim­mun­gen waren. Ich hat­te den Sicher­heits­be­richt ver­fasst, ohne den kei­ne Nukle­ar­an­la­ge betrie­ben wer­den kann, und war über­rascht, wie wohl­wol­lend das Minis­te­ri­um war und wie wohl­wol­lend der TÜV sich gegen­über dem Pro­jekt zeig­te. Spä­ter habe ich dann fest­ge­stellt, dass das­sel­be Wohl­wol­len auch bei den gro­ßen Anla­gen vor­herrscht und dass im Grun­de kei­ne zwei­te unab­hän­gi­ge Kon­trol­le da ist. Das ist die Erfah­rung, die ich dann spä­ter auch mit dem KKW Krüm­mel bzw. mit der Über­wa­chung sei­ner Anla­gen gemacht habe. Es gibt aller­dings doch noch eine unab­hän­gi­ge Über­wa­chung durch die Auf­sichts­be­hör­de, die dar­in besteht, dass im gan­zen Land Detek­to­ren auf­ge­stellt wer­den, die im Gefah­ren­fall dann anzei­gen sol­len. Wir haben aber erlebt bei Krüm­mel, dass wenn ein Detek­tor anschlägt, man erst mal davon aus­geht, dass er kaputt ist und aus­ge­wech­selt wer­den muss. Wenn er dann noch mal anschlägt, wird er wie­der ausgewechselt.

    Dank bio­lo­gi­scher Dosi­me­trie konn­ten wir dann in der Elb­marsch nach­wei­sen, dass Umge­bungs­kon­ta­mi­na­tio­nen tat­säch­lich Leu­te ver­strahlt haben, rund ums KKW Krüm­mel. Krüm­mel war für uns das Lehr­stück. An 20 Erwach­se­nen und 10 Kin­dern haben wir mit­tels bio­lo­gi­scher Dosi­me­trie fest­ge­stellt, die haben tat­säch­lich eine Dosis abge­kriegt. Wir hat­ten zum Teil bis zu zehn­fach erhöh­te Chro­mo­so­men­ab­erra­tio­nen, also Abwei­chun­gen. So war klar, die offi­zi­el­len Dosis­an­ga­ben stim­men nicht! Aber unse­re Befun­de wur­den ener­gisch bestritten!

    und spä­ter erzählt sie:

    Die Auf­sichts­be­hör­de, die selbst den Unfall ver­tuscht hat, war zugleich die Kon­troll­be­hör­de unse­rer Ergeb­nis­se! Der Bock als Gärt­ner, das glaubt kei­ner. Für die wis­sen­schaft­li­chen Kri­ti­ker ist es sehr schwie­rig – selbst ihren Sym­pa­thi­san­ten gegen­über -, das Aus­maß der Kum­pa­nei zwi­schen Behör­den und Betrei­bern glaub­haft zu machen. Aber das ist inter­na­tio­na­ler Standard!

    total cra­zy, das alles …

  • Stre­se­mann-Reden – Gus­tav Stre­se­mann, 1923–1929 – kom­men­tier­te Edi­ti­on von Wolf­gang Elz, bis­her für die Jah­re 1923–1925 (auch) online erschie­nen (zwar „nur“ als pdf-Datei­en, aber immerhin …)
  • Kom­po­nis­tin Adria­na Höl­sz­ky: „Ich muss es ans Licht brin­gen“ | ZEIT ONLINE – Adria­na Höl­sz­ky lässt sich von Chris­ti­ne Lem­ke-Matwey ein paar Stich­wör­ter geben, um über Oper, Bal­lett, Fremd­heit und den Pro­zess des Kom­po­nie­rens zu reden (Inter­view kann man das kaum nennen …)

    Kom­po­nie­ren ist, wenn man ein­mal vor dem lee­ren Noten­blatt am Schreib­tisch sitzt, eine sehr kon­kre­te Arbeit. Die Beschaf­fen­heit eines Klangs spü­re ich kör­per­lich, wie eine Not­wen­dig­keit. Es ist alles da, ich muss es nur ans Licht brin­gen. Und dann hören es viel­leicht auch andere. 

    – wenn ich rich­tig sehe, sind Grund und The­ma des Gesprä­ches zwei Musik­thea­ter­wer­ke, die im Mai des nächs­ten Jah­res (!) urauf­ge­führt wer­den (die also kei­ner kennt und die ziem­lich sicher auch noch gar nicht fer­tig sind …)

  • ARD-Pro­gramm­di­rek­tor ver­hin­dert “Brenn­punkt” zur Späh-Affä­re « Ste­fan Nig­ge­mei­er – ARD-Pro­gramm­di­rek­tor ver­hin­dert »Brenn­punkt« zur Späh-Affä­re (via Published articles)

Ins Netz gegangen (3.10.)

Ins Netz gegan­gen am 2.10.:

  • Ili­ja Tro­ja­now: „Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung nichts zu tun haben“ | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat mit Ilja Tro­ja­now gespro­chen. Der ist auf­ge­bracht – nicht so sehr über die ame­ri­ka­ni­sche, son­dern – zu Recht – vor allem über die deut­sche Regie­rung. Denn die hät­te ja eigent­lich die Auf­ga­be, ihn – und uns alle – vor sol­chen Schi­ka­nen und Über­wa­chun­gen zu schüt­zen. Wenn sie denn ihre Ver­pflich­tung auf die Ver­fas­sung ernst näh­me. Aber dass sie das nicht immer tut, ist ja kei­ne Neuigkeit …

    Die Taten­lo­sig­keit der Regie­rung macht mich wütend. Viel wüten­der als das Ein­rei­se­ver­bot. Die Bun­des­re­gie­rung hat die Pflicht, die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te ihrer Bür­ger zu schüt­zen. Und ich als deut­scher Staats­bür­ger füh­le mich ange­sichts die­ser in ihrem Umfang ja immer noch nicht über­schau­ba­ren Über­wa­chungs­sys­te­me in mei­nen Rech­ten abso­lut ange­grif­fen. Eine Bun­des­re­gie­rung, die einen Eid geschwo­ren hat, die­se Ver­fas­sung zu schüt­zen und über­haupt nichts unter­nimmt, hal­te ich für mehr als skan­da­lös. Das ist ein rich­ti­ger Ver­rat am eige­nen Volk
    […] Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung gar nichts zu tun haben. Sie ist so völ­lig unsen­si­bel gegen­über Bür­ger­rech­ten und Frei­heits­rech­ten. Sie ver­tritt mich nicht und des­we­gen will ich sie auch zu nichts auffordern.

  • Schrift­stel­ler als Netz­ver­äch­ter: Vom Gen­re der Bes­ser­halb­wis­se­rei – FAZ – Sascha Lobo nutzt die Aus­ein­an­der­set­zung mit Botho Strauß’ „Plu­ri­mi-Fak­tor“, um sei­ne eige­ne Hoff­nung für das Inter­net als gro­ße Auf­klä­rungs-/Fort­schritts-/Bil­dungs­ma­schi­ne end­gül­tig zu begraben

    Das Netz und vor allem die sozia­len Netz­wer­ke haben unter Schrift­stel­lern vie­le Ver­äch­ter. Jüngst wag­ten sich Gün­ter Grass und Botho Strauß her­vor. Der eine hat’s ver­geigt. Der ande­re weiß: Das Inter­net ist kein Bil­dungs­au­to­mat – man muss schon Bil­dung mitbringen. 

  • Ili­ja Tro­ja­nows Ein­rei­se­ver­bot: Will­kür und Frei­heit – FAZ – Ilja Tro­ja­now anläss­lich der Wei­ge­rung der USA, ihn ein­rei­sen zu lassen:<blockqutoe>Es ist mehr als iro­nisch, wenn einem Autor, der sei­ne Stim­me gegen die Gefah­ren der Über­wa­chung und des Geheim­staa­tes im Staat seit Jah­ren erhebt, die Ein­rei­se in das „land of the bra­ve and the free“ ver­wei­gert wird. Gewiss, ein klei­ner Ein­zel­fall nur, aber er illus­triert die Fol­gen einer desas­trö­sen Ent­wick­lung und ent­larvt die naï­ve Hal­tung vie­ler Bür­ger, die sich mit dem Man­tra „Das betrifft mich doch nicht“ beru­hi­gen. Das mag ja noch zutref­fen, aber die Ein­schlä­ge kom­men näher. Gegen­wär­tig erhal­ten die­se Bür­ger nur stil­le Post von den Geheim­diens­ten, aber eines nicht so fer­nen Tages wer­den sie die Rech­nung für ihre Arg­lo­sig­keit zuge­stellt bekommen.</blockqutoe>
  • AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fra­gen – Inland – FAZ – RT @netzpolitik: FAZ über die Bie­der­män­ner und Brand­stif­ter der AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fragen .
  • Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 | Schma​len​stroer​.net – Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 (via Published articles)
  • Kom­men­tar Grü­ne Wahl­kampf­feh­ler: Das Rich­ti­ge falsch ver­kauft – taz​.de – Ulrich Schul­te ana­ly­siert für die taz in mei­nen Augen sehr schlüs­sig und über­zeu­gend, war­um die Grü­nen bei der Bun­des­tags­wahl so schlecht abschnitten:

    Den Grü­nen kann nun man vor­wer­fen, dass sie zu sehr einen Arbei­ter­klas­sen-Sound bedien­ten, der an der zufrie­de­nen Mit­te vor­bei ziel­te, wie es Ex-Außen­mi­nis­ter Josch­ka Fischer tut. Aber man kann ihnen nicht vor­wer­fen, sie hät­ten die fal­schen Kon­zep­te ent­wi­ckelt. Ihr Pro­gramm war kom­plett gegen­fi­nan­ziert, es war prä­zi­se und ja, es war auch mutig.

    Das ist eine erschüt­tern­de Erkennt­nis die­ser Wahl. Die Grü­nen tra­ten mit dem ehr­lichs­ten Pro­gramm an, und sie wur­den dafür am här­tes­ten bestraft. Eine sol­che Mecha­nik passt gut in post­de­mo­kra­ti­sche Ver­hält­nis­se, sie ist aber für eine so papier­ver­lieb­te Par­tei, wie es die Grü­nen sind, katastrophal. 

    Auch sei­nen Schluss­fol­ge­rung: „Die Wäh­ler wol­len es offen­bar nicht so genau wis­sen. Sie möch­ten nicht gequält wer­den mit Details.“ ist wohl lei­der nicht falsch …

Ins Netz gegangen (19.9.)

Ins Netz gegan­gen am 19.9.:

  • #4 Emckes Expe­di­tio­nen: Ich wäh­le | ZEIT ONLINE – Caro­li­ne Emcke hat wie­der einen tol­len Text in ihrer Expe­di­tio­nen-Rei­he geschrie­ben. Heu­te geht es dar­um, ob Nicht­wäh­len eine vali­de Posi­ti­on sein kann – sie ist da ganz klar, und ganz auf mei­ner Linie: „Das ist Bull­shit.“ Und sie zeigt auch sehr plas­tisch und dras­tisch, war­um das so ist:

    Die The­se von der Aus­tausch­bar­keit und Ver­wech­sel­bar­keit der Par­tei­en und ihrer Pro­gram­me ist so hane­bü­che­ner Unfug, dass der Ver­dacht auf­kom­men kann, die Wahl­kampf­ma­na­ger der CDU hät­ten sie in Umlauf gebracht. Wer den Sta­tus quo erhal­ten will, braucht nur zu behaup­ten, die­se Wah­len mach­ten kei­nen Unter­schied oder, schlim­mer noch: Wäh­len oder Nicht­wäh­len mache kei­nen Unter­schied. Das ist nicht nur sach­lich falsch, son­dern auch poli­tisch obszön.

  • Ich pass­te nie ganz zu mei­ner Umge­bung – taz​.de – Ina Hart­wig hat für die taz den bes­ten Nach­ruf auf Mar­cel Reich-Rani­cki geschrie­ben, den ich (bis­her) gele­sen habe: kri­tisch, ohne gemein zu sein; bewun­dernd, ohne zu ver­göt­tern; detail- und fak­ten­reich, ohne zu beleh­ren. Und sie trifft, wie mir scheint, ziem­lich genau den Kern von Reich-Rani­ckis Kri­ti­ker­tä­tig­keit (also genau das, was ihn mir immer etwas unsym­pa­thisch bzw. unwich­tig machte):

    Auch theo­rie­las­ti­ger Lite­ra­tur gegen­über, etwa Robert Musils „Mann ohne Eigen­schaf­ten“, zeig­te er sich nicht sehr auf­ge­schlos­sen. Alles, was sich Avant­gar­de nann­te oder ver­meint­lich unsinn­lich auf ihn wirk­te, prall­te an Reich-Rani­cki gera­de­zu lüs­tern ab. In Zuspit­zung und Abwehr war er ein Meis­ter, immer bereit, sich um der Poin­te wil­len düm­mer zu stel­len, als er war.

    Gegen Schluss weist sie noch auf etwas ande­res Tref­fen­des hin:

    Seit Alfred Kerr hat es in Deutsch­land kei­nen der­art popu­lä­ren Kri­ti­ker gege­ben wie ihn, Mar­cel Reich-Rani­cki. Nicht aus­schließ­lich sub­ti­ler Geschmack, nicht unbe­dingt ästhe­ti­scher Wage­mut haben Mar­cel Reich-Rani­ckis unglaub­li­cher Kar­rie­re den Weg gewie­sen, son­dern sein schier unge­heu­rer Fleiß, sei­ne Bril­lanz und der unbe­ding­te Wil­le, Ein­fluss zu neh­men auf das lite­ra­ri­sche Gesche­hen in Deutsch­land, vor allem aber sei­ne pola­ri­sie­ren­de, geschickt ver­ein­fa­chen­de Rhe­to­rik. Sein ein­zig­ar­ti­ges Tem­pe­ra­ment wuss­te alle Medi­en sei­ner Epo­che zu bedie­nen, Radio, Zei­tung, Buch und Fernsehen.

    – die­se Medi­en­vir­tuo­si­tät ist sicher­lich ein wich­ti­ger Bestand­teil Reich-Rani­ckis gewesen.

  • Juli Zeh im Inter­view: „Ein beob­ach­te­ter Mensch ist nicht frei“ | Kul­tur – Frank­fur­ter Rund­schau – Juli Zeh sagt im FR-Inter­view mal wie­der viel rich­ti­ges und klu­ges. Zum Bei­spiel auf die Fra­ge: „Es wird ja gern gesagt: Wer nichts zu ver­ber­gen hat, hat auch nichts zu befürchten.“

    Ich glau­be nicht, dass die Leu­te das wirk­lich den­ken. Das sagen sie, damit man sie mit dem Pro­blem in Ruhe lässt. Wenn man jeman­den sagt: Gib mir mal dei­ne Fest­plat­te und lass mich kurz dei­ne E‑Mails durch­le­sen, dann bekommt doch jeder ein mul­mi­ges Gefühl. Die meis­ten möch­ten doch nicht ein­mal, dass die Part­ne­rin oder der Part­ner die eige­nen Mails liest, weil wir näm­lich wohl etwas zu ver­ber­gen haben. Nicht ein Ver­bre­chen, son­dern ein­fach nur das, was man Pri­vat­sphä­re nennt. Ein inti­mer Raum, der uns immer latent pein­lich ist und den wir schüt­zen. Ich den­ke, wer nichts zu ver­ber­gen hat, der hat bereits alles verloren.

    Und spä­ter:

    Ohne Geheim­nis­se gibt es kein Ich. Man ver­liert dann im Grun­de sich selbst.

  • Polit-Talk­shows von ARD und ZDF: Objek­tiv und unpar­tei­lich war ges­tern | Magi­tek – ein Blog. – Sven hat sich die par­tei­po­li­ti­sche Zuge­hö­rig­keit der Gäs­te in den Talk­shows von ARD & ZDF ange­schaut – mit eher unan­ge­neh­men Fol­gen (frü­her hieß es immer – und wur­de z.B. von Kepp­lin­ger auch empi­risch mehr oder weni­ger bestä­tigt, die öffent­lich-recht­li­chen Medi­en hät­ten eine links­li­be­ra­le Ten­denz. Hier ist das sehr offen­sicht­lich sehr anders.): Polit-Talk­shows von ARD und ZDF: Objek­tiv und unpar­tei­lich war gestern

Aus-Lese #14

Noah Sow: Deutsch­land Schwarz Weiß. Der all­täg­li­che Ras­sis­mus. Mün­chen: Gold­mann 2009. 320 Seiten.

Deutsch­land Schwarz Weiß ist ein wich­ti­ges Buch. Wich­tig, um die vor­herr­schen­den Struk­tu­ren des Ras­sis­mus in Deutsch­land zu erken­nen und so ver­su­chen, sie zu bekämp­fen, und zu über­win­den. Sow zeigt an einer Fül­le von Bei­spie­len, wie tief ver­an­kert ras­sis­ti­sches Den­ken und Ver­hal­ten in der deut­schen Gesell­schaft ist, wie Ras­sis­mus in Deutsch­land zum All­tag gehört – weil er struk­tu­rell-gesell­schaft­lich be“gründet“ und qua­si ver­erbt wird.

Ich bin zwar nicht in jedem Detail mit ihren Wer­tun­gen ein­ver­stan­den – aber dar­um geht es auch gar nicht. Son­dern dar­um, zu erken­nen, wie sehr ras­sis­ti­sche Vor­stel­lung unser Den­ken und eben auch unser Han­deln immer wie­der immer noch prä­gen. Dafür ist Sow’s Buch her­vor­ra­gend geeig­net und soll­te fast so etwas wie Pflicht­lek­tü­re für bewuss­te Teil­neh­mer der deut­schen Gesell­schaft sein . Ich hät­te es zwar ger­ne etwas strin­gen­ter und kla­rer in Struk­tur und Spra­che, aber das ist mei­ne per­sön­li­che Prä­fe­renz. Sow bemüht sich um Umit­tel­bar­keit und Wirk­mäch­tig­keit – da hat sie wahr­schein­lich die bes­se­re und wirk­sa­me­re Stra­te­gie und Spra­che gefunden.

Letzt­lich läuft das gan­ze auf die­sen einen Satz hin­aus: „Ras­sis­mus ist kein Schwar­zes, son­dern ein wei­ßes Pro­blem.“ (272) – das ist der zen­tra­le Punkt. Und den muss man erken­nen, bevor man etwas ändern kann.

Tho­mas Meine­cke: Ana­log. Mit Zeich­nun­gen von Michae­la Melián. Ber­lin: Ver­bre­cher 2013. 111 Seiten. 

Das neu­e­se (schma­le) schö­ne Bänd­chen (vor allem dank der Zeich­nun­gen Meliáns) von Tho­mas Meine­cke bringt den Buch­le­sern sei­ne gesam­mel­te Kolum­nen aus dem „Groo­ve“ von 2007–2013. Ganz sym­bo­lisch auf­ge­la­den sind das natür­lich 33 – denn es geht vor­wie­gend um Plat­ten bzw. die Musik dar­auf (und auch hin und wie­der um die Unge­wiss­heit, ob eine Plat­te mit 33 oder 45 Umdre­hun­gen abzu­spie­len sei): Das sind kur­ze (oder eigent­lich sehr kur­ze) Text zur Musik über­haupt, zum DJ-Sein im Radio und im Club, und den Impli­ka­tio­nen der Pro­fes­si­on und der Musik. Fas­zi­nie­rend ist dabei immer wie­der, wie genau Meine­cke beob­ach­ten und erken­nen kann (so weit ich das zu ver­fol­gen und beur­tei­len ver­mag, nicht alles ist mir bekannt von dem Vie­len (ist nicht immer mei­ne Musik …), über das er schreibt) – und wie prä­zi­se er die­se Erkennt­nis­se in weni­ge Wor­te fasst. Zum Bei­spiel so:

  • „Respekt, dach­te ich, da macht die Nacht dann gar nicht, was sie will, son­dern was Westbam will.“ (26)
  • „Sie gera­ten ins Fach­sim­peln, und ich wür­de am liebs­ten mit­re­den, aber ich habe ja die Liner-Notes geschrie­ben.“ (38)
  • „Ich konn­te vor allem von Theo­lo­nious Monk mei­ne Augen nicht las­sen: Sei­ne mini­ma­lis­ti­sche Unru­he schien mir von uto­pi­schen Aus­ma­ßen zu sein.“ (43)
  • „Ich habe (spä­tes­tens seit Hoyers­wer­da) her­aus­ge­fun­den, dass ich eine natio­na­le Iden­ti­tät allein über den Holo­caust ent­wi­ckeln kann. (Eigent­lich bräuch­te ich gar kei­ne.)“ (85f.)
  • „Ich hat­te das Gefühl, dass lau­ter Schau­spie­le­rIn­nen (in brand­neu­en Leder­ja­cken) um mich her­um stan­den, und irgend­wo stand sicher auch Man­fred Eicher, der den sonisch anrü­chi­gen Muzak Jazz-Kata­log sei­nes ECM Labels jüngst durch Vill­a­lobos (dem ich hier mal die Ahnungs­lo­sig­keit des Spät­ge­bo­re­ren attes­tie­re) ver­edeln ließ.“ (87)
  • „Logisch bil­det das Mys­te­ri­um der Musik für Schrift­stel­ler (wie mich) einen Sehn­suchts­raum: Wo die Spra­che nur schwer hin­kommt, tut sich ein Gefühl von Frei­heit auf. (Spra­che ist ja ein Knast.) Ande­rer­seit mei­ne (von dekon­struk­ti­vis­ti­schen Femi­nis­tin­nen erlern­te) Erkennt­nis: Vor der Spra­che gibt es nichts. Auch Dis­ko ist dis­kur­siv.“ (93)
Ernst Wünsch: Sprizz bit­ter. Erzäh­lung. Wien: Sisy­phus 2009. 156 Seiten.

Das ist über­haupt nicht bit­ter, aber dafür ganz beson­der sprit­zig: Eine kaum zu beschrei­ben­de Erzäh­lung vol­ler Humor (weni­ger dage­gen wit­zig). Wild und aus­ufernd ist der Text, der dien Lebens­ab­schnitt eines Lang­zeit­ar­beits­lo­sen, der einen 97jährigen Thea­ter­künst­ler als Mäd­chen für alles dient. Unwahr­schein­lich und den Leser auch schon mal bedrän­gend sta­pel sich da die Ver­rückt­hei­ten. Der Rezen­sent von lite​ra​tur​kri​tik​.de weist dar­auf hin, dass das zumin­dest teil­wei­se trotz sei­ner gera­de­zu phan­tas­ti­schen Gestalt durch­aus rea­le Bege­ben­hei­ten der Thea­ter­sze­ne der 1970er Jah­re beschreibt. Davon aber mal abge­se­hen, ist das ein­fach gran­di­os unter­hal­tend: Wild und unge­zähmt ist die­ser Text wie sein Sujet, frei vaga­bun­die­rend zwi­schen Exkur­sen und Fuß­no­ten, viel­schich­tig zwi­schen rea­len, irrea­len und sur­rea­len Abschnit­ten wie in einem Traum hin und her sprin­gend. Fas­zi­nie­rend und sympathisch…

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  • xkcd: Mons­ter – Mons­ter (via Published articles)
  • Die Wahr­heit über die Geschlech­ter | – Gran­di­os: Kat­ja ver­rät uns end­lich die Wahr­heit über die Geschlech­ter. Zum Bei­spiel die­se hier:

    Da klei­ne Babys noch nicht ihren Kopf heben kön­nen, um ihr Geschlechts­teil zu sehen, muss man sie sofort nach der Geburt rosa oder hell­blau klei­den, damit sie wis­sen, wel­chem Team sie angehören.

  • Par­tei­en­wer­bung als „Wohl­fühl­pro­pa­gan­da“ – Medi­en­wis­sen­schaft­ler Bolz über den Wahl­kampf | Deutsch­land­ra­dio Kul­tur – Nor­bert Bolz im Gespräch mit Deutsch­land­ra­dio Kul­tur über den Wahl­kampf und ins­be­son­de­re die Wahlwerbung:

    abso­lut inhalts­lo­se, bot­schafts­lo­se Pro­pa­gan­da ist das, im Grun­de Wohl­fühl­pro­pa­gan­da, und das ist die wei­test­mög­li­che Ent­fer­nung von einem poli­ti­schen Wahl­kampf. […] Aber das ist ja alles so offen­sicht­lich insze­niert, dass ich glau­be, dass kein Bür­ger dar­auf hineinfällt.

  • Bild dir dei­nen Spie­gel: Mor­gen kommt der Niko­laus | debat­tier­sa­lon – Mari­on Kras­ke über die „Ent­ker­nung der vier­ten Gewalt“ am Bei­spiel des „Spie­gels“:

    Das alles sind Bele­ge für die zuneh­men­de Ent­po­li­ti­sie­rung der eins­ti­gen publi­zis­ti­schen Speer­spit­ze, die auf das Kon­to einer in wei­ten Tei­len apo­li­tisch den­ken­den Füh­rungs­rie­ge geht. Saßen da frü­her alte, unbe­que­me Hau­de­gen mit Rück­grat, weit­ge­reis­te und welt­ge­wand­te Geis­ter, denen Ame­ri­ka eben­so ver­traut war wie Alba­ni­en oder Afgha­ni­stan, tum­meln sich (im Übri­gen auch in ande­ren Redak­tio­nen) heu­te glat­te und ange­pass­te Haus­kar­rie­ris­ten, die die Welt wahl­wei­se aus dem Elfen­bein­turm oder vom Deck der Segel­yacht beur­tei­len, die zwar streetsmart und Talk­show-kom­pa­ti­bel sind, denen poli­ti­sche Pro­zes­se aller­dings egal und poli­ti­sches Den­ken augen­schein­lich fremd sind.

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Ins Netz gegan­gen am 27.8.:

  • Kein neu­er Wind im DHM: Ein Fall von Geschichts­ver­ges­sen­heit – FAZ – Andre­as Kilb ist mit dem DHM in Ber­lin nicht zufrieden:

    „Geschichts­bil­der“ will die Aus­stel­lung ver­mit­teln, aber man sieht vor allem Geschichts­ma­te­ri­al: Objek­te statt Ori­en­tie­rung. […] Koch, scheint es, möch­te Euro­pa wie­der an den Rand und die Nati­on, das „Erbe“, in den Mit­tel­punkt rücken.

    Inter­es­sant auch mal wie­der der Blick in die Kom­men­ta­re: Die Leser der FAZ schei­nen (immer noch) viel natio­nal­kon­ser­va­ti­ver zu sein als die Autoren …

  • Abschied von ges­tern (5): Der Schön­heit wohnt der Schre­cken inne – FAZ – Jakob Stro­bel y Serr­ra nimmt kein Blatt vor den Mund, dass er sich auf sei­ner Mosel­rei­se nur sehr sel­ten wohl­ge­fühlt hat:

    Die Mosel hängt an ihrer Geschich­te – kein Wun­der, denn die tou­ris­ti­sche Ver­gan­gen­heit der sieb­zi­ger Jah­re ist hier quietsch­fi­del. Inzwi­schen aber begrei­fen die Mose­laner, dass die Zeit selbst an ihrem zeit­los schö­nen Fluss nicht stillsteht.

    Selt­sam und typisch aber auch, dass er sich über die Bier­trin­ker im Mos­el­tal lus­tig macht, weil die die regio­na­len Spe­zia­li­tä­ten – den Wein – nicht gou­tie­ren, er selbst dann aber nur zufrie­den ist, wenn er Fri­cas­sée von bre­to­ni­schen (!) Hum­mer auf dem Tel­ler hat …

  • It’s Left-wing prats who are defen­ding our free­doms – Tele­graph – RT @wortfeld: Kom­men­ta­to­rin des kon­ser­va­ti­ven Tele­graph stellt sich wider­wil­lig an die Sei­te der »left-wing prats« in Sachen NSA:

Ins Netz gegangen (10.7.)

Ins Netz gegan­gen (10.7.):

  • Kolum­ne von Sascha Lobo: Snow­den wird poli­tisch ver­folgt – SPIEGEL ONLINE – Lei­der hat Sascha Lobo wohl recht:

    Zu pro­pa­gie­ren, es han­de­le sich im Fall Snow­den nicht um poli­tisch moti­vier­te Ver­fol­gung, lässt nur eine Inter­pre­ta­ti­on zu: dass ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge, tota­le Über­wa­chung in Demo­kra­tien irgend­wie okay sei. Das ist kei­ne Mei­nung, das ist eine Kapitulation.

  • Hil­de­mar Trans­la­ti­on Pro­ject – Ein schö­nes Pro­jekt: Kol­la­bo­ra­tives Über­set­zen einer wich­ti­gen früh­mit­tel­al­ter­li­chen Quel­le, Hil­de­mars Kom­men­tar zur regu­la bene­dic­ti aus dem 9. Jahrundert

    Hil­de­mar of Corbie’s Com­men­ta­ry on the Rule of Bene­dict is one of the most important sources for the histo­ry of monasti­cism, but for many years the text was only acces­si­ble in two obscu­re nine­te­enth-cen­tu­ry edi­ti­ons. The goal of the Hil­de­mar Pro­ject is to make this text more acces­si­ble for rese­arch and tea­ching pur­po­ses. The first step is to pro­vi­de a ful­ly searcha­ble ver­si­on of the Latin text along with an Eng­lish trans­la­ti­on. This trans­la­ti­on is a col­la­bo­ra­ti­ve effort of more than fif­ty scho­lars inclu­ding spe­cia­lists in monasti­cism, Latin, manu­scripts stu­dies, and Caro­lin­gi­an history.

  • Wenn Phy­si­ker Voy­nich-For­schung betrei­ben | TEX­pe­ri­men­Ta­les -

    Ach. Wer hät­te gedacht, dass etwas, das von einem Mittelalter/​Frühneuzeitmenschen geschrie­ben wur­de (die Außer­ir­di­schen­theo­rie las­se ich mal außer acht), eher einer natür­li­chen Spra­che als ver­schrift­li­chen Algo­rith­men, einer com­pu­ter­ge­nerier­ten Zufalls­fol­ge oder der Basen­ab­fol­ge von Pilz-DNA entspricht?

Ins Netz gegangen (6.7.)

Ins Netz gegan­gen (4.7.–6.7.):

  • Hack­ing: Wahl­be­trug leicht gemacht – Golem​.de – Armin Rupp zeigt, wie über­ra­schend ein­fach es ist, Brief­wah­len zu fäl­schen – in der BRD:

    1989 beschloss die Bun­des­re­gie­rung, die Brief­wahl nicht nur zu ver­ein­fa­chen, son­dern auch hier und dort dabei ein­zu­spa­ren. Das hat der Alter­na­ti­ve zum Besuch im Wahl­lo­kal zwar tat­säch­lich eini­ge Hür­den genom­men, aber die Mög­lich­keit zur Wahl­fäl­schung deut­lich erhöht. Das hat der Sicher­heits­exper­te Armin Rupp auf der Sicher­heits­kon­fe­renz Sig­int 2013 in Köln aus­führ­lich gezeigt. Auch die Orga­ni­sa­ti­on für Sicher­heit und Zusam­men­ar­beit in Euro­pa (OSZE) bemän­gelt inzwi­schen die Brief­wahl in Deutschland.

  • Ach übri­gens, er ist Autist – DIE WELT – David Mit­chell über das Leben mit einem autis­ti­schen Sohn:

    Sie ver­spü­ren plötz­lich Mit­leid mit den Kran­ken im Mit­tel­al­ter, die in der Hoff­nung, den für ihr Lei­den zustän­di­gen Hei­li­gen zu fin­den, von einem Schrein zum ande­ren hum­pel­ten, obwohl sie eigent­lich einen Quan­ten­sprung in der Medi­zin gebraucht hätten.

  • Beleuch­tungs­vor­schrif­ten am Fahr­rad: Nichts genau­es weiß man nicht | Rad­ver­kehrs­po­li­tik – Rad­ver­kehrs­po­li­tik setzt sich auch mit dem geän­der­ten Ände­rungs­vor­schlag zu den Fahr­rad­be­leuch­tungs­pa­ra­gra­phen in der StV­ZO aus­ein­an­der – und zeigt, wie schwie­rig so eine ein­fach Anpas­sung offen­bar sein kann …

    So rich­tig Freu­de kommt ange­sichts des Durch­ein­an­ders nicht auf: Viel­leicht sind abnehm­ba­re Lam­pen künf­tig erlaubt, viel­leicht auch nicht—das ist im End­ef­fekt Interpretationssache.

  • Die Schwu­len brin­gen uns allen den Tod: Die Lust des “Spie­gel” an der Apo­ka­lyp­se durch Aids « Ste­fan Nig­ge­mei­er -

    Den­noch ist es schwer, in der Aids-Bericht­erstat­tung des »Spie­gel« die­ser Zeit einen Aus­druck von Ver­ant­wor­tung zu sehen—und nicht von rasen­der Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit. Dazu trägt die offen­kun­di­ge Lust bei, mit der Hal­ter die grau­sa­men Mecha­nis­men aufs Gru­se­ligs­te ausmalt

  • Pofall­as Brief­kopf – Akten­kun­de und zeit­ge­nös­si­sche Doku­men­ten­fäl­schun­gen | Akten­kun­de – Diplo­ma­tik kann auch in der Zeit­ge­schich­te wich­tig sein – Hol­ger Ber­win­kel zeigt, war­um „Dis­cri­men veri ac fal­si“ auch eine Auf­ga­be „der zeit­ge­schicht­li­chen Akten­kun­de“ sein kann und wie sie kon­kret funktioniert.
  • Unter dem Tep­pich der HRK | Schma​len​stroer​.net -

    Die HRK will ein erstaun­lich gut funk­tio­nie­ren­des Sys­tem gegen ein klan­des­ti­nes, weni­ger gutes Sys­tem erset­zen. Die bekann­ten Pla­gia­te-Wikis wer­den damit auto­ma­tisch zum wis­sen­schaft­li­chen Fehl­ver­hal­ten, da sie ja grund­sätz­lich öffent­lich sind. Wer das nicht in Ord­nung fin­det, darf ger­ne die­se Peti­ti­on mit­zeich­nen. Und wis­sen­schaft­li­ches Fehl­ver­hal­ten auch zukünf­tig öffent­lich machen.

Ins Netz gegangen (17.6.)

Ins Netz gegan­gen (15.6.–17.6.):

  • Kom­men­tar: Absur­der Rol­len­tausch in der Atom­po­li­tik – FAZ – Absurd. In der Tat. Aber das ist eben die hes­si­sche CDU-Regie­rung. Da gel­ten ein­fach ande­re Maßstäbe …

    Als die Züge noch regel­mä­ßig den lan­gen Weg nach Gor­le­ben zurück­leg­ten, warn­te nie­mand in Hes­sen vor den damit ver­bun­de­nen Gefah­ren; viel­mehr stell­te die Regie­rung zum Schutz der Trans­por­te Poli­zis­ten, die nach der jetzt gül­ti­gen Logik aku­ter Lebens­ge­fahr aus­ge­setzt wurden.

  • Wiki­Pe­da­lia – Wiki­pe­da­lia ist ein Pro­jekt zum Auf­bau einer fahr­rad­be­zo­ge­nen Enzy­klo­pä­die aus frei­en Inhalten.
  • BBC News – Why Fin­nish babies sleep in card­board boxes – Das sind die klei­nen Unter­schie­de: In Finn­land bekommt jede wer­de Mut­ter (wenn sie es möch­te) ein Box mit der Baby­erst­aus­stat­tung. In Deutsch­land bie­tet ein pri­va­tes Wirt­schafts­un­ter­neh­men – dm – ein paar Pro­zen­te Rabatt …

    And in addi­ti­on to all this, Pul­ma says, the box is a sym­bol. A sym­bol of the idea of equa­li­ty, and of the importance of children.

  • „Ich heu­le ja beim Schrei­ben“ – Lite­ra­tur – DIE WELT – Frie­de­ri­ke May­rö­cker, die Gran­dio­se, im Inter­view mit Paul Jandl über ihr dem­nächst erschei­nen­des neu­es Buch: „Es geht um den Wahn­witz der Spra­che, der Leser kann einem jetzt schon leidtun.“
  • loa­ding: Das IOC-Buch | Digi­ta­le Noti­zen – Jens Wein­reich erk­lä­te Dirk von Geh­len, war­um er sei­ne Recher­che zu den IOC-Wah­len per crowd­sour­cing finan­zie­ren möch­te. Das ist eine gute und wich­ti­ge Sache, die unbe­dingt Unter­stüt­zung erfor­dert – und für das Geld, das man dem sehr inte­gren Wein­reich vor­schießt, bekommt man ja auch etwas …

Netzfunde vom 2. & 3.4.

Mei­ne Netz­fun­de vom 2. & 3.4.:

  • Der Club der coo­len Stoi­ker – „ganz klar: Att­wen­ger sind coo­ler als der Tod.“ – Pico Be in der „skug“ über Att­wen­gers neue CD/​DVD „Clubs“
  • Hugo Rey setzt Mass­stä­be mit sei­nen Stre­cken­plä­nen « run​ning​.COACH Blog – Der Schwei­zer Kar­to­graf Hugo Rey ist zum Spe­zia­lis­ten für Kar­ten und Stre­cken­plä­ne von Sport­ver­an­stal­tun­gen gewor­den. Hier erzählt er, wie er arbeitet.
  • Bun­des­tags­wahl: Fremd im eige­nen Land | Poli­tik | ZEIT ONLINE -

    Eine Demo­kra­tie ist kein Ort, sie lässt sich nicht berei­sen wie eine Insel in den Tro­pen, sie ist nicht sta­tisch, „ein Ort des Über­gangs, nicht des Blei­bens“, hat der fran­zö­si­sche Eth­no­lo­ge Clau­de Lévi-Strauss im bra­si­lia­ni­schen Goiâ­nia ein­mal bemerkt, und viel­leicht erklärt das, war­um die Demo­kra­tie einem wenig hei­misch erscheint, wenn sie nur als abs­trak­te Insti­tu­ti­on gedacht wird und nicht auch als ein Netz aus Begeg­nun­gen und Gesprä­chen, aus dem, was erzählt und was erfun­den wird, aus dem, was gezeigt und was ver­bor­gen wird, aus den Gren­zen, die gezo­gen, und denen, die über­spielt wer­den, aus der Logik der Inklu­si­on und Exklu­si­on, aus den Grup­pen und Indi­vi­du­en, die dazu­ge­hö­ren, und den „Sub­al­ter­nen“, wie Anto­nio Gramsci sie nann­te, denen am Rand, die ihre Zuge­hö­rig­keit immer wie­der ein­kla­gen müs­sen. Eine Demo­kra­tie besteht aus all die­sen dis­kur­si­ven und nicht dis­kur­si­ven Prak­ti­ken und Über­zeu­gun­gen, die sich nur ver­ste­hen las­sen, wenn man im Modus des Suchen­den bleibt.

    Caro­lin Emcke, Spe­zia­lis­tin für Aus­lands­re­por­ta­gen, wird für die ZEIT den Bun­des­tags­wahl­kampf beob­ach­ten und beglei­ten. Hier fängt sie schon mal mit den ers­ten Pro­ble­men an …

  • Sili­con Val­ley: Ket­zer des Net­zes | Kul­tur | ZEIT ONLINE – Maxi­mi­li­an Probst hat sich mit Evge­ny Morozov unter­hal­ten, der offen­bar gemerkt hat, dass das Inter­net nicht die Lösung aller Pro­ble­me sein kann & darf …

    Solu­tio­nis­mus nennt Morozov die­se Geis­tes­hal­tung in sei­nem gera­de auf Eng­lisch im Ver­lag Publi­cAf­fairs erschie­ne­nen Buch To Save Ever­y­thing Click Here (»Wenn Sie alles ret­ten wol­len, kli­cken Sie hier!«). Ihre schöns­ten Blü­ten treibt sie im kali­for­ni­schen Sili­con Val­ley, jenem High­tech-Mek­ka, das im Ruf steht, zu den glo­bals­ten Orten welt­weit zu gehö­ren. Morozov hält das Sili­con Val­ley dage­gen für pro­vin­zi­ell (er kommt selbst aus der Pro­vinz, aus dem tiefs­ten Weiß­russ­land, und weiß, wovon er spricht). Er hält das Sili­con Val­ley für pro­vin­zi­ell, weil es in sei­ner Tech­nik- und Inter­net-Eupho­rie kei­nen Begriff habe von der Kom­ple­xi­tät der Welt.

  • Im Enten­teich – Ber­li­ner Zei­tung lässt Arti­kel ver­schwin­den – Unfein: Die FR und die BZ kür­zen einen Text nach der Ver­öf­fent­li­chung ohne Kenn­zeich­nung um eine kri­ti­sche Stelle:

    Die ver­le­ger­kri­ti­sche Pas­sa­ge in Arno Wid­manns Kolum­ne „Vom Nacht­tisch geräumt“ ist von bei­den Redak­tio­nen still­schwei­gend ent­fernt wor­den. Ein sol­cher tie­fer nach­träg­li­cher Ein­griff in einen online gestell­ten Arti­kel ohne jede Kenn­zeich­nung wider­spricht der „Neti­ket­te“.

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