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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Taglied 13.3.2015

Oxa­na Omel­schuck, Gau­ner­lie­der für gemisch­ten Chor (die UA singt das SWR Vokal­ensem­ble unter Ste­phen Lay­ton beim Éclat-Fes­ti­val in Stuttgart):

Biografisch-Chronologisch

Ich has­se Bücher oder Schrif­ten, die mit einem Geburts­da­tum anfan­gen. Über­haupt has­se ich Bücher oder Schrif­ten, in wel­chen bio­gra­fisch-chro­no­lo­gisch vor­ge­gan­gen wird, das erscheint mir als die geschmack­lo­ses­te, gleich­zei­tig die ungeis­tigs­te Methode.

—Tho­mas Bernhard

Ins Netz gegangen (10.3.)

Ins Netz gegan­gen am 10.3.:

Freundlich sein

Freund­lich sein.
[…] Man soll­te es mit allen Mit­teln ver­su­chen. Man soll­te immer ein paar Melo­dien im Kopf haben, daß man ein­falls­lo­sen Stra­ßen­gei­gern Vor­schlä­ge machen kann. 

—Chris­toph Meckel, Freund­lich sein (1961)

satzbau dieser gegend

dei­ne eig­nen kno­chen mußt du wei­ter den­ken, kommata
im satz­bau die­ser gegend

—Lutz Sei­ler, im fel­der­la­tein, 16

Mozart mit japanischer Disziplin: Masaaki Suzukis „Requiem“

mozart, requiemNun also auch Masaa­ki Suzu­ki: Der Diri­gent hat mit sei­nem Bach Col­le­gi­um Japan jetzt auch den namens­ge­ben­den Bach und sein direk­tes Umfeld ver­las­sen. Die gro­ßen Diri­gen­ten der his­to­risch infor­mier­ten Auf­füh­rungs­pra­xis machen das ja schon eini­ge Zeit vor und sind inzwi­schen bereits im 20. Jahr­hun­dert ange­langt. Ganz so weit reist Suzu­ki in der Zeit nicht – aber bis Mozart hat er es inzwi­schen auch geschafft. Und sogar bis ganz an des­sen Ende: Da steht das Requi­em – so dicht am Tod, dass es unvoll­endet blieb.

Fer­tig­stel­lun­gen des Frag­ments gibt es ohne Zahl, nur über­trof­fen von den Mythen, die sich um das Requi­em und den Tod sei­nes Schöp­fers ran­ken. Masaa­ki Suzu­ki fügt dem für sei­ne jetzt erschie­ne Auf­nah­me des Requi­ems eine eige­ne Ver­voll­stän­di­gung hin­zu – die aber wie­der­um sehr stark auf den bekann­ten Ergän­zun­gen Franz Xaver Süß­may­ers beruht, sie haupt­säch­lich um klei­ne Ände­run­gen in der Instru­men­ta­ti­on fort­schreibt sowie mit Joseph Eyb­lers Arbei­ten ergänzt. Neu ist hier vor allem eine kur­ze Amen-Fuge am Ende der Sequenz, die Suzu­ki selbst auf der Basis einer Mozart-Skiz­ze (die dem Requi­em nicht ein­deu­tig zuge­ord­net wer­den kann) gesetzt hat.

Und neu ist bei die­ser Auf­nah­me vor allem der herr­li­che Klang des Bach Col­le­gi­ums Japan, der Mozart bis­her ver­sagt blieb. Und da sie all ihre Vor­zü­ge, zu denen an ers­ter Stel­le ihr dis­zi­pli­nier­ter, kla­rer und hel­ler Klang mit deut­lichs­ter Arti­ku­la­ti­on gehört, auch bei Mozart ein­set­zen, wird das Requi­em zu einem sehr rei­nen Ver­gnü­gen. Zumal Suzu­ki auch hier emo­tio­nal sehr kon­trol­liert bleibt – es gibt zwei­fel­los über­schäu­men­de­re Auf­nah­men – und auf pathe­ti­sche Ges­ten oder auf­se­hen erre­gen­de Effek­te ganz ver­zich­tet. Die strin­gent leuch­ten­de Klar­heit, die er – und vor allem die Sän­ger des Bach Col­le­gi­ums – dem Lacri­mo­sa mit­ge­ben: Das ist groß­ar­tig. Denn die Haupt­qua­li­tät sei­ner Auf­nah­me ist unbe­streit­bar: Man hört ein­fach alles, was in der Par­ti­tur pas­siert. Suzu­ki musi­ziert das Requi­em mit einer schlan­ken Leben­dig­keit und poin­tier­ter Pla­ti­zi­tät: Nichts scheint sei­ner Auf­merk­sam­keit zu ent­ge­hen, alle Tei­le erklin­gen in einer vibrie­ren­den Aus­ge­gli­chen­heit. Die Prä­zi­si­on der Arti­ku­la­ti­on und Phra­sie­rung las­sen auch die durch­aus sehr zügi­gen Tem­pi ganz unpro­ble­ma­tisch und natür­lich erschei­nen: Die Span­nung bleibt über das gesam­te Requi­em hin­weg hoch, ein Nach­las­sen kennt Suzu­ki kaum. Der fei­ne, detail­rei­che Klang – an dem auch die um neu­tra­le und genaue Abbil­dung bemüh­te Ton­tech­nik von BIS gro­ßen Anteil hat – zeugt von akku­ra­ter Vor­be­rei­tung und prä­zi­ser Aus­füh­rung, selbst in beweg­ten und tur­bu­len­ten Sät­zen wie dem Kyrie. Chor und Orches­ter – bei­des nicht sehr groß besetzt – befin­den sich hier immer in wun­der­bars­ter Balan­ce. In jedem Moment hat man den Ein­druck, den gan­zen, den rei­nen Mozart zu hören – und ver­gisst dar­über ger­ne, dass hier gar nicht so viel vom Meis­ter selbst erklingt. Auch die Solis­ten, allen vor­an die Sopra­nis­tin Caro­lyn Sampson, pas­sen sich in die­ses fein aus­ta­rier­te Klang­ge­sche­hen fugen­los ein, wie das fast opern­haf­te Recorda­re schon beim ers­ten Hören beweist. Ergänzt wird das for­mi­da­ble Requi­em auf der vor­lie­gen­den SACD noch um eine ener­gisch strah­len­de Auf­nah­me der „Ves­per­ae solen­nes de con­fes­so­re“ (KV 339) aus Mozarts Salz­bur­ger Zeit. 

Wolf­gang Ama­de­us Mozart: Requi­em d‑moll (KV 626), ver­voll­stän­digt von Masaa­ki Suzu­ki; Ves­per­ae solen­nes de con­fes­so­re (KV 339). Caro­lyn Sampson, Mari­an­ne B. Kiel­land, Mako­to Saku­ra­da, Chris­ti­an Immler, Bach Col­le­gi­um Japan, Masaa­ki Suzu­ki. BIS 2091, 2014.

(zuerst erschie­nen in „Chor­zeit – Das Vokal­ma­ga­zin“, #13 Febru­ar 2015)

Taglied 4.3.2015

ein net­ter song von den groß­ar­ti­gen „pos­tyr“ (die übri­gens gera­de einen „plat­ten­deal“ für das zwei­te album, das im herbst erschei­nen soll, abge­schlos­sen haben):

Pos­tyr – Paper Tiger /​/​Mel­low Sessions

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Twitterlieblinge Februar 2015

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CEO

Bes­te Autoren­bio­gra­phie ever:

Til­man Ramm­stedt war bis Ende 2013 CEO bei Til­man Ramm­stedt und ist seit­dem dort als exter­ner Bera­ter tätig. Außer­dem ist er amtie­ren­der deut­scher Vize­meis­ter im Nickerchenmachen.

(auch der Rest des Tex­tes ist ziem­lich großartig!)

Taglied 24.2.2015

Att­wen­ger, Oida:

Att­wen­ger OIDA (offi­ci­al)

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ein vor­ge­schmack auf das neue album „spot“, das im märz erscheint

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