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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Liebe ist scheiße und andere wichtige Lebensweisheiten

basta, dominoBas­ta ist selbst­be­wusst: „Oh, wir haben so viel Niveau“ sin­gen sie, auch wenn’s „nur a‑cappella ist“, wie es an ande­rer Stel­le heißt. Und sie kön­nen sich das durch­aus erlau­ben. Ihre Tex­te sind zwar nicht immer ganz geschmacks­si­cher, aber die Musik bring­ts garan­tiert auf den Punkt: „Bas­ta“ macht ein­fach gute Lau­ne – basta.

Die fünf Män­ner aus Köln haben ihre Vor­bil­der oder Kon­kur­renz jeden­falls hör­bar gut stu­diert – nicht zufäl­lig greift Oli­ver Gies von May­be­bop dem Bas­ta-Tenor Wil­liam Wahl, der sonst haupt­säch­lich für Musik und Arran­ge­ments ver­ant­wort­lich ist, bei eini­gen Songs unter die Arme. 

Egal von wem, allen Stü­cken des „Domi­no“ beti­tel­ten Albums sind die leben­di­gen, durch­weg sehr bewegt und gezielt abwechs­lungs­reich gebau­ten Arran­ge­ments eigen, die ein Ohr und Gespür für die Details des Hin­ter­grunds ver­ra­ten. Dass „Bas­ta“ aber gera­de einen der schwächs­ten Songs zum Titel der CD beför­dert hat, ist scha­de. Denn das mitt­ler­wei­le sieb­te Album der seit 2000 akti­ven Band hat viel mehr und vor allem viel bes­se­res zu bie­ten als eben die kit­schi­ge, halblus­ti­ge Spie­le­rei mit Wort und Klang lit­ur­gi­scher Gesän­ge, die „Bas­ta“ im Song „Domi­no“ betreibt. 

Sonst geht es ihnen viel um das Sin­gen selbst, die Exis­tenz des Quin­tetts als Boy­group und vor allem als A‑Cap­pel­la-Ensem­ble. Die wird vor allem in dem durch­aus als Wer­bung für die­se Musik geeig­ne­ten „Es ist nur a cap­pel­la, doch ich mag es“ besun­gen. Aber auch ganz wun­der­bar tra­gisch kann die Musik betei­ligt sein, wie „Der Mann, der kei­ne Beat­box konn­te“ zeigt – so eine erbärm­lich schlech­te, grau­si­ge Beat­box-Imi­ta­ti­on muss man erst ein­mal hin­be­kom­men! Über­haupt die Imi­ta­tio­nen: Auch Rein­hard Mey wird von „Bas­ta“ geschickt nach­ge­ahmt. Dabei – und das ist ein wenig das Han­di­cap von „Domi­no“ – ist nicht alles glei­cher­ma­ßen niveau­voll: Inspi­rier­te und intel­li­gen­te Unter­hal­tung steht hier immer wie­der neben schwa­chem Abklatsch.
Eines der bes­se­ren Lie­der ist etwa ihre Ver­si­on der „Schöp­fung“. Nein, das hat nichts mit Haydn zu tun und auch nur ein biss­chen mit der Bibel. Denn ihre „Schöp­fung“ erzählt musi­ka­lisch sehr geschickt und, nun­ja, theo­lo­gisch etwas eigen­wil­lig, von Got­tes ers­tem Ver­such mit der Welt, den er längst als Feh­ler sich selbst – und der FDP – über­las­sen hat. Nicht nur hier bricht sich immer wie­der ihre Ten­denz zur gro­ßen (musi­ka­li­schen) Ges­te Bahn: Immer wie­der setzt „Bas­ta“ auf gro­ße Stei­ge­run­gen, immer wie­der kul­mi­nie­ren ihre Songs im gro­ßen Fina­le, immer wie­der loten sie die Gren­zen des Quin­tetts klang­lich aus. Manch­mal gelingt das so schön wie beim „Wel­len­rei­ter“, manch­mal bleibt es aber auch etwas auf­ge­setzt wie etwa bei „Bevor ich bei dir war“. Ein gemisch­ter Ein­druck also – jeder darf und soll hier etwas fin­den, jeder wird ande­re Lieb­lin­ge haben. 

Bas­ta: Domi­no. Eat The Beat Music ETB 001, 2014.

(zuerst erschie­nen in „Chor­zeit – Das Vokal­ma­ga­zin“, Aus­ga­be 2/​2015)

Regentonnen, Seife und drei Esel: Jan Wagners „Regentonnenvariationen“

wagner, regentonnenvariationenIch bin unter­wäl­tigt. Aber es ist für mich schwie­rig, zu Jan Wag­ners Gedich­ten eine kohä­ren­te Posi­ti­on zu fin­den. Sei­nen ers­ten Band, Pro­be­boh­rung im Him­mel, habe ich mit gro­ßem Ver­gnü­gen gele­sen und sehr gemocht. Bei Aus­tra­li­en war ich schon nicht mehr so sicher, ob das Lyrik ist, die mir zusagt. Bei den Regen­ton­nen­va­ria­tio­nen bin ich jetzt ziem­lich sicher: Das ist Lyrik, mit der ich nur wenig anfan­gen kann. 

Das heißt aber auf kei­nen Fall, dass sie „schlecht“ ist. Denn ein Kön­ner ist Jan Wag­ner sicher­lich. Ihm gelin­gen immer wie­der, auch in den Regen­ton­nen­va­ria­tio­nen, ein­fach wun­der­schö­ne Gedich­te, die fas­zi­nie­ren­de Beob­ach­tun­gen ver­sprach­li­chen. Aber, und das ist für mich als Leser ein ziem­lich gro­ßes Aber, das war’s dann auch schon. Denn trotz der Schön­heit der Gedich­te einer­seits ver­spü­re ich beim Lesen ande­rer­seits vor allem eines: Lan­ge­wei­le, gäh­nen­de Langeweile.

Wor­an liegt es, dass ich mich zu kei­nem ech­ten Lob ver­füh­ren las­sen kann? Ich glau­be, es hängt mit der Posi­ti­on des Autors, die sich in den Gedich­ten zeigt, zusam­men – mit sei­ner Stel­lung zur Welt, die sich in den Gedich­ten immer wie­der aus­drückt. Da geht es vor allem um die Schön­heit der Umwelt. Aber das bie­tet mir zu viel Glät­te und zu wenig Über­ra­schung und Ver­blüf­fung. Man­ches scheint mir fast pein­lich banal, wie etwa „laken“ oder „mel­de“ (die auch noch auf­ein­an­der fol­gen), die sich bei­de (wie lei­der vie­le ande­re Gedich­te auch) im Bestä­ti­gen des Bestehen­den erschöp­fen. Das wird zwar durch schö­ne Spra­che an der Ober­flä­che auf­ge­hübscht, ver­rät aber eben einen gesät­tig­ten Blick auf die Welt: Da stört nichts, da ist irgend­wie schon alles so in Ord­nung, wie es ist – und es ist auch alles gut so, wie es ist und wie man es sehen und beschrei­ben kann. Man muss also nur rich­tig hin­schau­en, um die Schön­heit der Din­ge, Tie­re, Pflan­zen und Land­schaf­ten zu erken­nen. Denn dar­um geht es Wag­ner offen­bar: Um die Poe­ti­sie­rung der Welt (man könn­te mei­nen, er hät­te sich den Slo­gan des J.-Frank-Verlages aus­ge­lie­hen …). Das ist aber eben fast immer auch eine poe­ti­sche Ver­klä­rung der Tie­re und Pflan­zen und Din­ge, die ich oft als leich­te Melan­cho­lie, als eine zumin­dest unter­schwel­li­ge Sehn­sucht nach Ver­gan­ge­nem lese (wie etwa in „der letz­te von zani­grad“). Andert­halb Ver­se von Sei­te 69 schei­nen mir das ganz gut auf den Punkt zu bringen:

wie­der geht dein blick
zurück zu dem detail

Und da blei­ben der Blick und sei­ne Spra­che dann meis­tens auch: Im Detail – das heißt, in der Beob­ach­tung eines kleins­ten Aus­schnit­tes der Welt, der mit dem Rest nicht in Ver­bin­dung kommt (und auch nicht mit dem Beob­ach­ter, des­sen Rol­le zu sel­ten reflek­tiert wird).

Vie­les lese ich dabei – und mög­li­cher­wei­se bin ich da zu ein­sei­tig – als zumin­dest ten­den­zi­el­le Ver­klä­rung des Rück­zugs, eines Rückzgs ins Pri­va­te, in sich selbst, in den Kokon der Ver­gan­gen­heit oder über­haupt in die Idyl­le … Deut­lich wird die­ser Inner­lich­keits­ges­tus an vie­len Stel­len, exem­pla­risch etwa in den Schluss­ver­sen von „por­taf­or­tu­na“ (Sei­te 48):

doch da war ein moment und das gefühl,
daß etwas sich im inners­ten verband, 

mich ahnen ließ, was mir für alle tage
erhal­ten bleibt, was ich stets in mir trage.

Das ist poe­ti­scher Eska­pis­mus, ein Rück­zug in die Gemüt­lich­keit des trau­ten Heims (mit sei­nem Gar­ten und dem ent­spre­chen­den Gekreu­che und Gefleu­che) – und des­halb langweilig.

Auch ande­res erschloss sich mir nicht so recht. Die Vor­lie­be Wag­ners für Sonet­te (und eini­ge ande­re tra­di­tio­nel­le For­men) etwa: Die sind hier zwar als Form erkenn­bar, aber eben doch leer (und auch ohne Reim und Metrum, eigent­lich ist vom Sonett nur die Anzahl und Anord­nung der Vers­grup­pen (4+4+3+3) übrig geblie­ben): Dass er sich die­ser Form bedient, scheint mir eher Zufall zu sein, oder ein Ver­weis auf Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten des Dich­ters, aber nicht im Gedicht moti­viert. Man darf das als Leser erken­nen – aber was macht man dann damit? Mir ist kei­ne ver­nünf­ti­ge, wei­ter­füh­ren­de Deu­tung oder Erklä­rung ein­ge­fal­len, war­um etwa der „giersch“ oder der „nagel“ gera­de in Sonet­ten geprie­sen werden.

Auf­fal­lend ist ja auch, dass nur ganz wenig Men­schen auf­tau­chen: In eini­gen Gedich­ten gibt es ein sehr unspe­zi­fi­sches „wir“, fast nie aber ande­re Per­so­nen als den Beobachter/​die Beob­ach­te­rin, die dadurch eine Gott-ähn­li­che Stel­lung in die­sem Uni­ver­sum der unbe­leb­ten und beleb­ten Din­ge hat: Beseel­tes gibt es außer ihr (um das etwas auf die Spit­ze zu trei­ben) offen­bar nicht.

Viel­leicht liegt mei­ne eher able­hen­de Lek­tü­re auch dar­in begrün­det, dass ich in letz­ter Zeit offen­bar Lyrik bevor­zu­ge, die stär­ker mit den Eigen­hei­ten der Spra­che als Zei­chen- und Bedeu­tungs­sys­tem arbei­tet, die ihre eige­ne Grund­la­ge in der Spra­che hin­ter­fragt und damit expe­ri­men­tiert und spielt. Das kann man Wag­ner natür­lich nicht vor­wer­fen, sein „Dich­tungs­an­lass“, um das mal so geschwol­len aus­zu­drü­cken, ist offen­bar ein ande­rer. Aber wenn ich dann Gedich­te wie das „requi­em für einen fri­seur“ lese, mer­ke ich sehr deut­lich, dass die­se Lite­ra­tur mei­ne Sache nicht ist. Das fängt so an:

weil mon­tags alles ruht, nun alles mon­tag bleibt,
ver­hängt die spie­gel. nehmt der sche­re ihren schneid.

und mäan­dert sich dann eine Wei­le durch den ver­las­se­nen Fri­seur­sa­lon und die dort frü­her aus­ge­üb­ten Tätig­kei­ten (mit der „große[n] orgel aus fönen“), um dann tat­säch­lich so zu schließen:

[…] und wer innehält
nicht län­ger weis, was es zu fin­den gilt, wonach zu suchen,
nur daß die haa­re wei­ter wach­sen, wei­ter wuchern.

Das klingt jetzt alles able­hen­der und nega­ti­ver, als ich es eigent­lich haben woll­te. Aber das liegt wohl dar­an, dass die Gedich­te der Regen­ton­nen­va­ria­tio­nen mich ein­fach nicht (genug) berüh­ren – und dann fal­len mir eher die Pro­ble­me auf, dich ich beim Lesen damit habe, als die schö­nen und gelun­ge­nen Momen­te, die es frei­lich genau­so gibt: Schlecht ist das nicht alles, nur oft falsch. Aber nun ja, da lese ich dann doch lie­ber noch ein biss­chen in Elke Erbs neu­es­tem rough­book

Jan Wag­ner: Regen­ton­nen­va­ria­tio­nen. Gedich­te. Mün­chen: Han­ser Ber­lin 2014. 103 Sei­ten. ISBN 9783446246461 

Taglied 20.3.2015

Att­wen­ger, Japaner:

Att­wen­ger JAPANER (offi­ci­al)

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Sonnenfinsternis 1321

In die­sem Jah­re gab es am Tag der sel. Mär­ty­rer Johan­nes und Pau­lus am Frei­tag eine Son­nen­fins­ter­nis, die von der ers­ten Stun­de bis zur drit­ten dau­er­te. Als das gesche­hen war, wur­den die Kör­ner und Samen aller Boden­pflan­zen, die vor­her in gutem Zustand waren, sicht­bar ver­klei­nert. Es folg­ten gro­ße Über­schwem­mun­gen an den Flüs­sen, die auf den Fel­dern, in den Städ­ten, an den Mau­ern und Dör­fern gro­ßen Scha­den anrichteten.

so heißt es unter der Über­schrift „Das Jahr des Herrn 1321. Von der Hand­lungs­wei­se König Johanns und von ande­rem“ in der König­saa­ler Chro­nik. Etwas spä­ter, immer noch im 10. Kapi­tel des zwei­ten Buches der Chro­nik, wird dann berichtet:

Es soll allen, die bei Gott an Chris­tus glau­ben, bekannt wer­den, dass im Jahr des Herrn 1321, am Frei­tag nach der Geburt des hei­li­gen Johan­nes des Täu­fers, in der Graf­schaft Anjou und Tou­rai­ne eine schreck­li­che Son­nen­fins­ter­nis statt­fand, sodass bald über vier Stun­den die­ses Tages die Son­ne glü­hend und blut­rot war, und in der Nacht des­sel­ben Tages war der Mond ver­un­stal­tet und ver­dun­kelt wie ein Sack, sodass die Ein­woh­ner des Lan­des­glaub­ten, es sei das jüngs­te Ende der Welt.
Und am sel­ben Tag war ein unglaub­li­cher Don­ner zu hören und unaus­sprech­li­che Blit­ze zu sehen, sodass vie­le sahen, dass sehr vie­le Feu­er­glo­ben vom Him­mel auf die Erde und auf Häu­ser fie­len, sodass die Dächer, die mit Stroh gedeckt waren, an eini­gen Orten ver­brann­ten, und es war ein schreck­li­cher Dra­che in der Luft zu sehen, durch des­sen Atem und übelriechendes
Geschnau­be nicht weni­ge Men­schen aus­ge­löscht wur­den. Dar­über hin­aus gab es an eini­gen Orten und ande­ren ein Erd­be­ben, sodass die gan­ze Erde zit­ter­te, sodass durch die­ses Zit­tern vie­le Gebäu­de, die jen­seits des eng­li­schen Mee­res gele­gen waren, einstürzten. 

Mal sehen, was heu­te noch so alles auf uns zukommt …

Aus-Lese #40

Klaus Wagen­bach (Hrsg.): Stö­rung im Betriebs­ab­lauf. 77 kur­ze Geschich­ten für den öffen­li­chen Nah­ver­kehr. Ber­lin: Wagen­bach 2014. 143 Seiten. 

wagenbach, störung im betriebsablaufEine lus­ti­ge Edi­ti­on ist das, die mir zufäl­lig im Buch­la­den in die Augen und Hän­de gefal­len ist: Klaus Wagen­bach hat klei­ne Tex­te gesam­melt, für die Lek­tü­re unter­wegs im ÖPNV. Der Zweck bestimmt auch die Ord­nung der Tex­te nach Anlass und Län­ge: Kurz­stre­cken, Bahn­hof, Zwei Sta­tio­nen etc. sind die Kapi­tel über­schrie­ben. Hin­ter der wit­zi­gen und sym­pa­thi­schen Idee steckt aber vor allem eine schö­ne und viel­fäl­ti­ge Samm­lung größ­ten­teils groß­ar­ti­ger Kurz­pro­sa: Kurz­ge­schich­ten, Para­beln, Anek­do­ten, Fabeln und vie­les mehr. Wagen­bachs Aus­wahl beweist ein sehr hohes Qua­li­täts­ni­veau ohne Aus­rei­ßer: Das ist ein­fach gut aus­ge­sucht. Und vie­les Bekann­tes ist dabei, natür­lich – aber auch eini­ges Über­ra­schen­des, Uner­war­te­tes. Und auch beim Wie­der­le­sen ent­wi­ckelt so man­ches in die­sem Zusam­men­hang neue Aspek­te. Das klei­ne Bänd­chen ist wirk­lich eine vor­treff­li­che Lek­tü­re für die Zeit des Bewegt-Wer­dens – da wünscht man sich manch­mal bei­na­he eine tat­säch­li­che „Stö­rung im Betriebsablauf“ …

Ulri­ke Almut San­dig: Buch gegen das Ver­schwin­den. Geschich­ten. Frank­furt am Main: Schöff­ling 2015. 207 Seiten. 

sandig, verschwinden„Es ist so leicht zu ver­schwin­den.“ (35) Das ist das gan­ze Pro­blem. Denn wir Men­schen sind tat­säch­lich kaum mehr als ein Gras im Wind – ein­mal hier, bald wie­der weg. Und dar­um geht es in die­sem Geschich­ten-Band (aus­drück­lich nicht Erzäh­lun­gen!): Um das Ver­schwin­den, um das Ver­ges­sen. Und dar­um, wie sich das (viel­leicht) doch ver­hin­dern oder auf­schie­ben lässt – mit dem Erzäh­len zum Bei­spiel. Aber wer sagt dann, dass das Erzähl­te was mit der vergangenen/​verschwundenen Rea­li­tät zu tun hat? Doch: Das ist kei­ne phi­lo­so­phi­sche Abhand­lung, kein Essay – und will es auch gar nicht sein. Son­dern eine Fei­er des Erzäh­lens. Denn San­dig ist eine groß­ar­ti­ge Erzäh­le­rin, deren brei­tes sti­lis­ti­sches Reper­toire und deren Spra­che ich sehr mag (das war auch schon bei den Fla­min­gos so!). Ich zitie­re aus Faul­heit mal die Ver­lags­web­sei­te:

Ein jun­ger Jour­na­list ver­sucht inmit­ten der Unru­hen um den Istan­bu­ler Gezi-Park die Erwar­tun­gen sei­ner Mut­ter abzu­schüt­teln, die nach dem Mau­er­fall 1989 das Rei­se­fie­ber gepackt hat. Ein Wan­de­rer geht wäh­rend eines Schnee­sturms in den uralten ver­wun­sche­nen Wäl­dern des Enga­din ver­lo­ren. Ein klei­nes Mäd­chen wird zum nächs­ten Venus­durch­gang von der Groß­mutter ans Ende der Welt geflo­gen. Wohin ihre Spu­ren füh­ren, ist eines der vie­len Rät­sel die­ser Geschichten.

Rät­sel wei­sen San­digs Geschich­ten immer wie­der auf. Aber kei­ne Span­nungs- oder Kri­mi-Rät­sel, son­dern Rät­sel, die auf die Fra­ge nach der Wahr­heit, der Wirk­lich­keit der Ver­gan­gen­heit und der Erin­ne­rung ver­wei­sen. Mir ist dann die eigent­lich Geschich­te oft gar nicht so wich­tig – ob es nun um einen Wit­wer geht, der sich und sei­ne Ein­sam­keit sowie sei­ne fort­schrei­ten­de Demenz beob­ach­tet, um einen jun­gen Jour­na­lis­ten, die Wan­de­rer im Enga­din, die den mythisch-ver­klär­ten Taman­gur-Wald ent­de­cken wol­len – die Haupt­sa­che ist immer wie­der das Erzäh­len selbst.

Ja, an die­sem Tag und in die­ser Minu­te fin­det sie plötz­lich, dass sie sich die­se Geschich­te immer wie­der anhö­ren könn­te und immer wie­der in der jeweils aktu­el­len Ver­si­on, und jeder Ver­si­on wür­de sie Glau­ben schen­ken, wohl wis­send, dass wir, jede Ein­zel­ne von uns, die Erzäh­le­rin­nen unse­rer eige­nen Geschich­ten sind und dass es nicht dar­auf ankommt, was in Wirk­lich­keit pas­siert ist, solan­ge wir eine Ver­si­on haben, die uns das Leben und alle, die dar­in ver­schwin­den, erträg­li­cher macht. (36f.)

Es gibt auch ein nett gemach­tes „Video zum Buch“ von Harald Opel:

Ulri­ke Almut San­dig – Buch gegen das Verschwinden

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Joa­chim Zel­ter: Wie­der­se­hen. Tübin­gen: Klöp­fer und Mey­er 2015. 126 Seiten. 

zelter, wiedersehenOffi­zi­ell als „Novel­le“ beti­telt – und das haut auch hin. Ein kur­zer Text für zwi­schen­durch (die 126 Sei­ten sind recht groß­zü­gig gesetzt), mit hohem Spaß­fak­tor: Der Lieb­lings­schü­ler Arnold Lit­ten trifft nach zwan­zig Jah­ren wie­der auf sei­nen immer schon etwas kau­zi­gen Lieb­lings­leh­rer Thors­ten Kort­hau­sen, der ihn, der mitt­ler­wei­le zum Ger­ma­nis­tik-Pro­fes­sor (ver­mut­lich …) gewor­den ist, damals im Fach Deutsch unter­rich­tet und für die Lite­ra­tur begeis­tert hat. Im Rück­blick tau­chen die sehr unge­wöhn­li­chen Lehr­me­tho­den Kort­hau­sens noch ein­mal auf (die jeder Ord­nung, Ver­gleich­bar­keit oder Plan­mä­ßig­keit spot­ten, aber natür­lich höchst geni­al waren und alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler enorm begeis­ter­ten …). Jetzt also das Wie­der­se­hen, auf einer von Kort­hau­sen extra dafür aus­ge­rich­te­ten Par­ty, bei der Lit­ten auch noch ohne Vor­war­nung einen Vor­trag hal­ten soll. Das alles geht, fast erwar­tungs­ge­mäß, fürch­ter­lich schief und gibt allen, vor allem aber Lit­ten selbst, gründ­lich Gele­gen­heit, sich selbst, ihre Stel­lung und ihrer (Lebens-)Ziele, aber auch die gemein­sa­me Ver­gan­gen­heit, noch ein­mal gründ­lich zu über­den­ken. Das ist alles sehr lie­be­voll geschil­dert, mit wun­der­ba­ren Typen (gera­de die Neben­fi­gu­ren sind herr­lich). Die kon­fron­ta­ti­ve Situa­ti­on stei­gert sich immer mehr, bis das Gan­ze schließ­lich in eine ziem­lich wil­de Gro­tes­ke umkippt. Kurz vor dem Schluss (der noch ein­mal eine abso­lut unnö­ti­ge „über­ra­schen­de Wen­dung“ bie­tet) heißt es dann: 

Er hät­te nie­mals hier­her­kom­men dür­fen. […] Dass es ein Feh­ler sei, einen Men­schen wie Kort­hau­sen nach über zwan­zig Jah­ren ein­fach wie­der­zu­se­hen. Dass man dabei nur ver­lie­ren kann, zuers­te einen gelieb­ten Leh­rer udn dann sich selbst. Dass man sich dadurch sei­ner grund­le­gens­ten Ebe­nen beraubt. Und sei­ner schöns­ten Bil­der. (125)

Pau­lus Böh­mer: Werich­bin. Gedich­te. Frank­furt am Main: Edi­ti­on Faust 2014. 56 Seiten. 

boehmer, wer ich bin„Gedich­te“ stimmt hier gera­de so – es sind näm­lich genau zwei Lang­ge­dich­te, die in die­sem klei­nen Bän­chen zu fin­den sind: „Werich­bin“ (das scheint die bevor­zug­te Schreib­wei­se des Titels zu sein) und „Über das Zusam­men­fü­gen von Tei­len“. Bei­de sind wie­der typi­sche Böh­mer-Schöp­fun­gen: Auf Mit­tel­ach­se ste­hen die­se Text­tür­me, ohne Reim oder fes­tes Metrum, sind sie fort­lau­fen­de Ket­ten von Ein­fäl­len und Asso­zia­tio­nen. Form­ge­bend ist beim Titel­ge­dicht „Wer ich bin“ zum Bei­spiel das „Wie“ – „So“ und „Daß“ am Beginn der ein­zel­nen Vers­grup­pen in den drei Tei­len des Titelgedichts.

Wer die­sen (Vor-)Namen trägt, muss viel­leicht so schrei­ben: vol­ler Bild­ge­walt, vol­ler Wis­sen, immer alles wol­lend und auch alles sagen wol­lend, Tex­te vol­ler Welt­hal­tig­keit (oder viel­leicht auch Welt­all­hal­tig­keit?) und Sprach­be­herr­schung pro­du­zie­rend. Auch „Werich­bin“ über­wäl­tigt mit die­ser Viel­falt, wie immer bei Böh­mer ist das alles kaum fass­bar. Sei­ne Gedich­te hin­ter­las­sen bei mir den Ein­druck von Grö­ße und auch Erha­ben­heit (das mag mit dem hym­ni­schen Ton sei­ner Lyrik zusam­men­hän­gen), von Sprach­ge­walt und wis­sen­der Klug­heit, die den Leser empor­zu­he­ben scheint (auch wenn ich nicht unbe­dingt sagen könn­te, wohin – oder was ich dar­aus „gelernt“ hät­te): Man kann – und das behaup­te ich ja ger­ne von guten Kunst­wer­ken – das nicht lesen (bzw. sehen oder hören), ohne danach ein ande­rer Mensch zu sein. Und hat immer etwas von per­ma­nen­ter Über­for­de­rung: Ich habe beim Lesen immer das Gefühl, dass mir viel ent­geht – zugleich aber auch den Ein­druck, dass ich ganz viel davon habe, das jetzt zu lesen. Micha­el Braun hat in sei­ner Rezen­si­on wohl nicht ganz zu Unrecht dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Böh­mers Lyrik als „Über­fluss-Pro­duk­ti­on“ funk­tio­nie­re. Das macht sie aber eben schwie­rig und fas­zi­nie­rend zugleich …
Das klei­ne Bänd­chen – sozu­sa­gen Böh­mer für Ein­stei­ger (Kad­dish ist da allein wegen sei­nes Umfangs ja schon abschre­cken­der …) – ent­hält außer den bei­den Gedich­ten noch ein kur­zes Nach­wort (das mir wenig brach­te) und drei Col­la­gen – eine bun­te vom Autor auf dem Umschlag, eine schwarz-wei­ße von ihm im Vor­satz und eine wei­te­re von Lydia Böh­mer zu Beginn von „Über das Zusam­men­fü­gen von Teilen“.

Marc Degens: Fuck­in Sushi. Köln: DuMont 2014. 320 Seiten. 

degens, sushiEin tol­les Buch übers Erwach­sen­wer­den in Bonn, die Musik (und den Alko­hol), das Leben und den gan­zen Rest: intel­li­gent aus­ge­dacht, schnell und flott geschrie­ben und auch zügig gele­sen – und zudem gibt es eine reich­hal­ti­ge cross­me­dia­le Beglei­tung für die, die so etwas mögen – die fängt übri­gens mit Play­lists des Prot­ago­nis­ten (u.a. sein ers­ter Ipod mit „lan­ger“ Musik) schon im Buch selbst an. Mehr zu die­ser Lese­emp­feh­lung gibt es in einem eige­nen Text, näm­lich hier.

Ulrich Lap­pen­kü­per & Ulf Mor­gen­stern (Hrsg.): Dem Otto sein Leben von Bis­marck. Die bes­ten Anek­do­ten über den Eiser­nen Kanz­ler. Mün­chen: Beck 2015. 128 Seiten. 

lappenküper, bismarckDer Titel ist natür­lich sel­ten däm­lich. Wie­so sich der Beck-Ver­lag zu so einem Unsinn hin­rei­ßen las­sen hat, ver­ste­he ich nicht. Denn das Büch­lein hat ja durch­aus einen hohen Anspruch. Sicher, es geht um Anek­do­ten. Aber die sol­len viel leis­ten, wie die bei­den Her­aus­ge­ber in der Ein­lei­tung betonen:

[…] hegen die Her­aus­ge­ber die Hoff­nung, mit­els der hier ver­sam­mel­ten Äuße­run­gen von und über Bis­marck sei­ner Per­sön­lich­keit näher zu kom­men, als es manch tief­grün­di­ge his­to­ri­sche Dar­stel­lung ver­mag. (8)

Ich hal­te das prin­zi­pi­ell für gewagt und im Fal­le die­ser klei­nen Samm­lung auch für nicht erfüllt. So viel also zum Nega­ti­ven. Was bleibt dann? Eine kurio­se Samm­lung von mehr oder min­der amü­san­ten Begeg­nun­gen, Bege­ben­hei­ten und Erin­ne­run­gen Bis­marcks und sei­nes Umfel­des. Die ers­ten Jah­re sind natur­ge­mäß schwach ver­tre­ten und gera­de dort bleibt der Prot­ago­nist auch blass, wenn auch sei­ne Genia­li­tät natür­lich (schließ­lich wur­den die Anek­do­ten alle Jahr­zehn­te spä­ter nie­der­ge­schrie­ben) schon allen Ver­stän­di­gen sicht­bar war. Über­haupt ent­steht hier das Bild eines Bis­marck, der nicht so sehr „Eiser­ner Kanz­ler“ war, son­dern vor allem ein gewitz­ter Drauf­gän­ger. Das liegt natür­lich (auch) in der Natur der hier ver­sam­mel­ten Quel­len begrün­det – wie wahr das ist, kann ich nicht wirk­lich beur­tei­len. Fest­stel­len lässt sich aber auch ohne detail­lier­te Bis­marck-Kennt­nis­se die Nei­gung zur frü­hen und ziem­lich voll­stän­di­gen (Selbst-)Stilisierung.

Dane­ben wer­den aber durch­aus auch schö­ne Bege­ben­hei­ten hier berich­tet. Zum Bei­spiel über die Rol­le des Rau­chens im Frank­fu­ter Bun­des­tag, das schnell als Rang­merk­mal, als Sta­tus­sym­bol ent­deckt wird (wer darf in den Sit­zun­gen rau­chen?) und das fast genau­so schnell sei­ne Untaug­lich­keit dafür erweist, weil schließ­lich (nahe­zu) alle rau­chen, selbst wenn sie, d.h. die Gesand­ten, es nur unter größ­tem per­sön­li­chem Wider­wil­len tun. Auch schön: Bis­marcks etwas däm­li­cher Feld­zug gegen die Anti­qua-Dru­cke und sein Bestehen auf Frak­tur-Schrif­ten für den Dienst­ge­brauch. Und hier darf natür­lich nicht feh­len: Sein Wider­stand gegen die Ein­füh­rung einer neu­en Recht­schrei­bung (1876). Dazu heißt es in die­sem Bänd­chen, das alles in allem doch eine net­te Lek­tü­re für zwi­schen­durch ist: 

Er sprach mit wah­rem Ingrimm über die Ver­su­che, eine neue Ortho­gra­phie ein­zu­füh­ren. Er wer­de jeden Diplo­ma­ten in eine Ord­nungs­stra­fe neh­men, wel­cher sich der­sel­ben bedie­ne. Man mute dem Men­schen zu, sich an neue Maße, Gewich­te, Mün­zen zu gewöh­nen, ver­wir­re alle gewohn­ten Begrif­fe, und nun wol­le man auch noch eine Sprach­kon­fu­si­on ein­füh­ren. Das sei uner­träg­lich. Beim Lesen auch noch Zeit zu ver­lie­ren, um sich zu besin­nen, wel­chen Begriff das Zei­chen aus­drü­cke, sei eine uner­hör­te Zumu­tung. Eben­so sei es Unsinn, Deutsch mit latei­ni­schen Let­tern zu schrei­ben und zu dru­cken, was er sich in sei­nen dienst­li­chen Bezie­hun­gen ver­bit­ten wer­de, solan­ge er noch etwas zu sagen habe. (79)

außer­dem gelesen:

  • Mar­cel Bey­er: XX. Lich­ten­berg-Poe­tik­vor­le­sun­gen. Göt­tin­gen: Wall­stein 2015 (Göt­tin­ger Sudel­blät­ter). 80 Seiten.
  • Ber­tolt Brecht: Der gute Mensch von Sezu­an. Para­bel­stück. Frank­furt am Main: Suhr­kamp 1964. 144. Seiten.
  • Gott­fried Imma­nu­el Wen­zel: Ver­bre­chen aus Infa­mie. Eine thea­tra­li­sche Men­schen­schil­de­rung für Rich­ter und Psicho­lo­gen in drei Akten. Mit einem Nach­wort her­aus­ge­ge­ben von Alex­an­der Koseni­na. Han­no­ver: Wehr­hahn 2014 [1788] (Thea­ter­tex­te, Bd. 43). 64 Seiten.

Ins Netz gegangen (19.3.)

Ins Netz gegan­gen am 19.3.:

  • Die zwölf Arbei­ten des Ver­le­gers | Edit – jan wen­zel cha­ra­ke­ri­siert die tätig­keit des ver­le­gens in 12 arbei­ten und beginnt mit dem „ein­krei­sen der gegen­wart“, bevor er sich eher pro­sa­ischen arbei­ten widmet

    Die Arbeit des Ver­le­gers ist vor allem eine Suche. […] Der Wunsch, die flüch­ti­ge Gegen­wart les­bar zu machen, ist sein Antrieb. Die Spur sei­ner Such­be­we­gung sind die Bücher, die ent­ste­hen. Jetzt und jetzt und jetzt.

  • Vor­schlä­ge für eine bes­se­re Opern­welt. | Bad Blog Of Musick – moritz eggert macht – ziem­lich ein­fa­che – vor­schlä­ge, wie die opern­welt deutsch­lands bes­ser (und vor allem: aktu­el­ler) wer­den könn­te: ein­fach mehr neue opern spie­len – und zwar nicht nur urauf­füh­run­gen, son­dern auch nach-inszenierungen …

    Gäbe es aber viel Neu­es, Ver­rück­tes und Expe­ri­men­tel­les in den Opern­häu­sern zu sehen, so wür­de man sich auch ger­ne mal eine Mozar­t­oper anschau­en, die ohne sinn­lo­sen Schnick­schnack aus­kommt und in der sich nie­mand anpis­sen muss. Das wäre dann auch nicht spie­ßig, son­dern leben­di­ge Tra­di­ti­on in Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Neu­en. Wenn ich mir die “Mona Lisa” anschaue, so ist es halt die “Mona Lisa”, und das ist auch in Ord­nung so. Ein Doku­ment einer bestimm­ten Zeit, einer bestimm­ten Sicht auf die Din­ge. Ich muss das nicht zer­stö­ren, son­dern kann es auch so mal ste­hen lassen.
    Es wäre alles so einfach.
    Wenn sich nur jemand mal end­lich trau­en wür­de, etwas dau­er­haft zu ändern.

  • Heid­eg­ger-Lehr­stuhl-Streit: Rek­tor ver­steht nicht – jür­gen kau­be über die „auf­re­gung“ um die umwid­mung eines lehr­stuhls zur juni­or-pro­fes­sur an der uni freiburg:

    Doch der Rek­tor der Uni­ver­si­tät Frei­burg ver­steht die gan­ze Auf­re­gung nicht. Wir glau­ben ihm. Er ver­steht es ein­fach nicht, aber genau das ist ja das Pro­blem. An deut­schen Uni­ver­si­tä­ten, die dau­ernd Exzel­lenz beschwö­ren und nach Stan­ford schau­en, gibt es zu viel Spit­zen­per­so­nal, das ein­fach nicht ver­steht, wenn sich ande­re über die Phra­sen auf­re­gen, mit denen es sei­ne merk­wür­di­gen Ent­schei­dun­gen dekoriert.

  • BND-Über­wa­chung: War­um schickt der BND der Bun­des­wehr abge­hör­te Daten? | ZEIT ONLINE – es hört nicht auf mit den spio­na­ge­skan­da­len – der bnd scheint wirk­lich kei­ner­lei respekt für irgend­wel­che deut­schen geset­ze und gren­zen zu haben:

    War­um gibt der BND der Bun­des­wehr abge­hör­te Daten? Und lässt von ihr Spio­na­ge­mel­dun­gen über­set­zen? Es ist illegal 

  • Vor­rats­da­ten­spei­che­rung : Ein Schritt zur tota­len Über­wa­chung | ZEIT ONLINE – kai bier­mann erin­nert (mal wie­der, lei­der aber eben auch mal wie­der not­wen­di­ger­wei­se) dar­an, war­um eine lücken­lo­se über­wa­chung der gesam­ten bevöl­ke­rung mit der vor­rad­tsda­ten­spei­che­rung kei­ne so gute idee ist:

    Dar­um aber, die Arbeit der Poli­zei beque­mer zu machen, darf es nicht gehen. Sicher­heit ist nicht das obers­te Ziel eines Staa­tes, auch wenn Innen­mi­nis­ter das ger­ne behaup­ten. Wäre es das, wür­de die­ser Staat bald all sei­ne Bür­ger voll­stän­dig über­wa­chen. Genau um das zu ver­hin­dern, gibt es das Grund­ge­setz, es ist eine Samm­lung von Abwehr­rech­ten, mit denen sich die Bür­ger den Staat vom Leib hal­ten sol­len. Und dort steht, die Wür­de der Men­schen zu schüt­zen und zu erhal­ten, sei die ers­te Regel.
    […] Kein Anschlag der ver­gan­ge­nen Jah­re war im Nach­hin­ein eine Über­ra­schung, alle Täter waren bereits zuvor auf­ge­fal­len. Für die­se Erkennt­nis­se brauch­te es kei­ne gesetz­li­che Vorratsdatenspeicherung. 

  • Peter Engst­ler: Die Frei­heit, lang­sam zu sein | Frank­fur­ter Rund­schau – sabi­ne vog­ler hat den wun­der­ba­ren peter engst­ler und sei­nen ver­lag besucht und ein schö­nes por­trät eines idea­lis­ten geschrieben:

    Als Engst­ler 1986 mit dem Bücher­ver­le­gen begann, hat­te er kei­ner­lei Finanz­ka­pi­tal im Hin­ter­grund. Das ist bis heu­te so. Sein Ein­mann­be­trieb rech­net sich markt­wirt­schaft­lich nicht. Engst­lers Bücher, nun­mehr knapp 200 und fast alle noch lie­fer­bar, sind Nischen­pro­duk­te: Lyrik, expe­ri­men­tel­le Prosa.
    […] Engst­ler ist ein Bei­spiel dafür, dass doch ein rich­ti­ges Leben im fal­schen mög­lich ist. Ein glück­li­cher Rebell, dem nichts man­gelt. […] Was immer da abläuft, es ist unbezahlbar.

  • ICE-Anbin­dung Darm­stadts: Kniff­li­ge Über­le­gun­gen – neue Eisen­bahn­stre­cken zu pla­nen kann ganz schön kom­pli­ziert sein. Hier: ICE in Darm­stadt – hält er oder nicht?

Musik, Alkohol – und Bonn: „Fuckin Sushi“ von Marc Degens

degens, sushi
Das ist – man muss es so direkt sagen – ein gran­dio­ses Buch. Viel­leicht liegt das gera­de an sei­ner Unschein­bar­keit. Denn eigent­lich erzählt Marc Degens etwas, das man so ähn­lich schon tau­send­mal (und in letz­ter Zeit auch gehäuft) lesen konn­te: Das Erwach­sen­wer­den in der Pro­vinz. Nun gut, Pro­vinz ist für Bonn viel­leicht zu bös­ar­tig, aber es trifft das Gefühl des Prot­ago­nis­ten Niels. Der ist 17 Jah­re alt, gera­de mit sei­nen Eltern (von denen wir sehr wenig erfah­ren) von Gel­sen­kir­chen nach Bonn umge­sie­delt und wid­met sich zuneh­mend der Musik. Zunächst vor allem hörend – und zwar nur lan­ge Lie­der, kei­ne kur­zen (Hit-)Songs -, bald aber auch, zusam­men mit sei­nem Freund René bzw. R@ selbst musi­zie­rend. Die star­ten, das wird nicht so ganz klar, ent­we­der als Genies oder als eine Art „Genia­le Dil­le­tan­ten“ mit einer Mischung aus Kon­zert, Per­for­mance und Hap­pe­ning vor dem Café, das Hei­no gehört. Dar­aus ent­wi­ckelt sich dann schnell gro­ßes, näm­lich „Fuck­in Sushi“, zunächst als Trio, dann als Quar­tett, und am Schluss wie­der als Trio – dann aber ohne Niels. Dazwi­schen steht ein mehr­mo­na­ti­ger Rausch an und mit der Musik (und jede Men­ge Alko­hol und Ziga­ret­ten …). „Fuck­in Sushi“ lan­det mehr oder weni­ger zufäl­lig einen You-Tube-Hit, tin­gelt kurz durch Deutsch­land, zer­strei­tet sich, zer­fällt an Que­re­len und der Unei­nig­keit über die Aus­rich­tung der Band. Niels ver­kraf­tet den Aus­schluss nicht so gut, unter­nimmt auch einen Pseu­do-Selbst­mord­ver­such im Hoch­was­ser des Rheins, gam­melt lan­ge vor sich hin und fin­det sich schließ­lich – wie­der­um mit Hil­fe einer Frau – in New York, wo er sich als Schrift­stel­ler neu erfin­det, der Fuck­in Sushi niederschreibt.

Das klingt, so erzählt, banal und lang­wei­lig. Das Ent­schei­den­de am Roman von Marc Degens ist aber das Wie des Erzäh­lens, vor allem sei­ne Spra­che: Die ist direkt und unver­fälscht – sie lässt den Leser in den Rausch und die Glück­se­lig­keit des Musik­ma­chens sehr unmit­tel­bar ein­tau­chen. Und sie lässt ihn auch die Schwie­rig­kei­ten des Älter- oder Erwach­sen­wer­dens von Niels sozu­sa­gen haut­nah mit­er­le­ben. Dass Fuck­in Sushi neben­bei auch noch eine ziem­lich rea­lis­ti­sche Schil­de­rung der BRD am Anfang des 21. Jahr­hun­derts, ins­be­son­de­re Bonns und Umge­bung, ist, kann man als net­te Zuga­be ver­bu­chen. Wich­ti­ger ist aber das Tem­po, der Dri­ve und der Witz, mit dem Degens erzählt. Der Kri­ti­ker der „taz“, Jens Uthoff, hat das sehr gut auf den Punkt gebracht: „Über wei­te Stre­cken ist Fuck­in Sushi eine span­nend geschrie­be­ne Hom­mage an das Unre­gle­men­tier­te, das Unre­flek­tier­te, das Jung­fräu­li­che der Jugend – wobei auch dies­be­züg­lich die Zwi­schen­tö­ne, ein heu­te anders erleb­tes „No future“, stimmen.“

So laut die Band „Fuck­in Sushi“ ist, so lei­se kommt – und doch ziem­lich erwart­bar – das Ende: Es kommt, wie es kom­men muss, die Band zer­strei­tet sich, Niels wird raus­ge­wor­fen, weil, das klang vor­her schon immer wie­der an, die Band sich stär­ker an Hits und Rezi­pi­en­ten ori­en­tiert und die Begeis­te­rung und das empa­thi­sche Auf­ge­hen im Akt des Musi­zie­rens in den Hin­ter­grund gerät. Damit – und mit den Depres­sio­nen Niels’ – gerät aller­dings auch das zen­tra­le Prin­zip von „Fuck­in Sushi“ in Bedräng­nis: Mit dem „Abrent­nern“ ist es sowohl bei der Band als auch bei Niels nicht mehr so weit her. Dabei klang das vor­her doch noch nach so einer tol­len Idee: „Welt­frie­den und Abrent­nern sofort“ ist nicht nur der Slo­gan der Band, son­dern auch ein Ide­al ihrer Prot­ago­nis­ten, zumin­dest von Niels. Der for­mu­liert ein­mal sehr treffend: 

»Abren­tern ist gut«, sag­te ich war­nend. »Aber man darf auf kei­nen Fall vera­de­nau­ern.« (269)

Nach der begeis­ter­ten Begleit­schrei­ben-Rezen­si­on muss­te ich das auch lesen. Und ich kann Gre­gor Keu­sch­nig ziem­lich voll­kom­men zustim­men, des­we­gen brau­che ich das hier nicht noch mal alles aus­zu­brei­ten: Das ist ein guter Roman. Sicher, Degens fokus­siert das sehr stark auf sei­nen Prot­ago­nis­ten Niels. Das hat etwas vom Tun­nel­blick: alles, was nicht mit ihm, R@ und vor allem eben der Musik, also in ers­ter Linie „Fuck­in Sushi“, zu tun hat, wird ziem­lich radi­kal aus­ge­blen­det oder zumin­dest an den Rand gedrängt. Es geht dem Rest der Figu­ren (und auch des Lebens Niels) dabei ein biss­chen so wie den Band-Mit­glie­dern im Müll-Tower, ihrem ziem­lich abge­fuck­ten Pro­be­raum: Nur sie sind zu erken­nen, die Decke – das heißt die Umwelt – bleibt im undurch­dring­li­chen Dun­kel ver­bor­gen. Und im Müll-Tower wird es ja, ganz furcht­bar sym­bo­lisch, auch immer dunk­ler und käl­ter, je wei­ter sich Niels und der Rest der Band von ein­an­der ent­fer­nen (die­se etwas plat­te Sym­bo­lik ist nicht das stärks­te Moment, aber ande­rer­seits auch nicht über­mä­ßig auf­dring­lich) … War­um es aber die­se selt­sa­men, halb­her­zi­gen Ver­su­che gibt, die­ses Dun­kel zu durch­bre­chen, mit ziem­lich auf­wen­di­gen Vor­be­rei­tun­gen und Ein­käu­fen von extrastar­ken Taschen­lam­pen (aber eben immer nur Taschen­lam­pen, nie Schein­wer­fern, obwohl Strom ja da wäre und für die Band-Instru­men­te ja auch nötig ist …) und so wei­ter, und zwar sowohl von Niels als auch von Lloyd, die aber bei­de damit irgend­wie sehr vor­her­seh­bar schei­tern und die­se Aus­leuch­tungs­ver­su­che dann auch nicht wei­ter ver­fol­gen, bleibt mir recht unklar. Doch das nur neben­bei … Denn der Witz von Fuck­in Sushi ist ja eher, dass es sich gar nicht über­mä­ßig um tie­fe­re Bedeu­tung, gro­ße Zusam­men­hän­ge, hohen Sinn bemüht, son­dern genau die Suche eines jun­gen Erwach­se­nen, eines erwach­sen wer­den­den Jugend­li­chen, nach die­sen Zusam­men­hän­gen, nach einem Stand­punkt, einer Deu­tung des Lebens, der Welt und des gan­zen Rests genau und mit­füh­lend beschreibt, ohne sen­ti­men­tal oder flach zu wer­den. Dar­in liegt die gro­ße Stär­ke und nicht zuletzt das gro­ße Ver­gnü­gen von Degens’ Roman.

Bonn war eine schö­ne, alte Frau, in deren Gesicht an man­chen Stel­len der Schä­del durch­schien. Nicht durch die Pracht­bau­ten wur­de die Stadt ver­edelt, son­dern durch den Schmutz und den Dreck. Die Fixer und Stri­cher am Haupt­bahn­hof waren das Geils­te an Bonn. Sie schür­ten die Angst und die Angst war der Motor unse­rer Musik. Ohne Musik aber gab es nur noch Angst. (292)

Marc Degens: Fuck­in Sushi. Köln: DuMont 2015. 320 Sei­ten. ISBN 9783832197476.[/su_box]

Privilegiert

my brightest diamond, all things will unwind

When you’re pri­vi­le­ged you don’t even know you’re privileged
When you’re not, you know

so bringt my brigh­test dia­mond eines der gro­ßen pro­ble­me unse­rer zeit und gesell­schaft mit den ers­ten zei­len eines pop­songs ganz tref­fend und klar auf den punkt – noch dazu in einem auch sonst sehr guten song: high low midd­le heißt der und klingt so:

der text des 2011 auf all things will unwind erschie­ne­nen songs geht übri­gens so weiter: 

When you’re hap­py you don’t even know you’re happy
When you’re not, you know

Righ­teous heathen
Blin­ded and seeing
You’re next you’re before
You’re pom­pous you are poor
You’re hun­gry yet strangely
You’re working like crazy
Sel­ling buying
Laug­hing and crying

High low middle
High low middle
High low middle
Keep yours­elf low, but not too low

Saving was­ting
Dying for a tasting
Ban­ging for a buck
And you’re shit and out of luck

Are you fat or are you eating up your hat
Are you fat
Are you

High low middle
High low middle
High low middle
Keep yours­elf low, but not too low

Lord help you when you’re gro­wing old
Lord help you when you’re tired and cold
Lord help you when the dealings done
Lord help you when the gettin’s gone

Taglied 16.3.2015

delta‑q hat eine sehr schö­ne ver­si­on der beet­ho­ven­schen „ode an die freu­de“ auf­ge­nom­men (und auch das video dazu hat sei­ne guten seiten …):

Del­ta Q – Ode (An die Freude)

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Ins Netz gegangen (15.3.)

Ins Netz gegan­gen am 15.3.:

  • The­re is no sci­en­ti­fic case for home­opa­thy: the deba­te is over | Edzard Ernst | The Guar­di­an – edzard ernst fasst die bemü­hun­gen der letz­ten jahr­zehn­te unter bezug­nah­me auf eine aus­tra­li­sche (meta-)studie zusam­men: homöo­pa­thie ist wis­sen­schaft­lich nicht halt­bar, sie hat kei­ne wir­kung über die pla­ce­bo-wir­kung hinaus
  • Kolum­ne Unter Schmer­zen: Das Rein-raus-Prin­zip – taz​.de – ein taz-redak­teur kommt mit dem deut­schen gesund­heits­sys­tem in berührung:

    Es gibt selt­sa­me Kunst an den Wän­den, und es gibt reich­lich War­te­zeit, über die Ahnungs­lo­sig­keit von Ärz­ten in Sachen Kunst nachzudenken. 

  • Schutz der eige­nen Staats­bür­ger sieht anders aus – Recht sub­ver­siv – wolf­gang kaleck erin­nert an das schick­sal kha­led el-mas­ris und das schä­bi­ge, mehr oder weni­ger rechts­beu­gen­de ver­hal­ten der deut­schen bundesregierungen
  • A Tale of two Courts – chris­toph möl­lers gewohnt pointiert:

    Der Non­nen­ha­bit ist nicht die Volks­tracht der grund­ge­setz­li­chen Wertegemeinschaft.

    – spä­ter aber wohl auch etwas idealistisch …

  • Karls­ru­her Beschluss: Kopf­tuch – na und? – Feuil­le­ton – FAZ – chris­ti­an gey­er ange­nehm­ge­las­senz­um aktue­len kopf­tuch-urteil des bverfg:

    Sor­gen kann man sich um vie­les. Aber wo kämen wir hin, wenn jede Sor­ge zu einem vor­sorg­li­chen Ver­bot des mut­maß­li­chen Sor­gen­an­las­ses füh­ren wür­de? Der öffent­li­che Raum ist kein kli­ni­scher Bezirk, der nach der Meta­pher der Keim­ver­mei­dung zu den­ken wäre. Auch für die bekennt­nis­of­fe­ne Gemein­schafts­schu­le gilt, dass sie Spie­gel der reli­gi­ös-plu­ra­lis­ti­schen Gesell­schaft ist, heißt es in dem Beschluss, den der Ers­te Senat des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts am Frei­tag veröffentlichte.

  • Femi­nis­mus: Die Angst in den Augen der Frau­en – FAZ – ein sehr guter und klu­ger text von anto­nia baum über lau­rie pen­ny und ihr neu­es buch:

    Pen­ny will einen ande­ren Femi­nis­mus. Einen Femi­nis­mus, der sich nicht aus­schließ­lich für das Ide­al­bild der Kar­rie­re­traum­frau ein­setzt, ein Femi­nis­mus für Homo­se­xu­el­le, Häss­li­che, Arme, Schwar­ze, Männer.
    […] Pen­ny hat kei­ne Ant­wort auf die Fra­ge, wie alles anders wer­den kann, aber das ist auch nicht ihr Job. Sie for­mu­liert nur mit abso­lu­ter Radi­ka­li­tät, dass es anders wer­den muss. Für Frau­en, Män­ner, für alle. Und dabei gelin­gen der rasend klu­gen Pen­ny dann Beob­ach­tun­gen und Ana­ly­sen, für die man sie küs­sen möchte

  • Lau­rie Pen­ny: Lebe wild und frei! | ZEIT ONLINE – marie schmidt hat sich mit lau­rie pen­ny getrof­fen und einen zwi­schen über­mä­ßi­ger per­so­na­li­sie­rung und theo­rie schwan­ken­den text aus bos­ton mit­ge­bracht. lau­rie penny:

    „Ich glau­be, die Idee einer Zukunft, in der Geschlech­ter­rol­len ganz auf­ge­ge­ben wer­den, ist ganz erschre­ckend für Män­ner, denn ihr Selbst­wert­ge­fühl stammt aus einer Welt, die es nie wirk­lich gab, in der sie die Mäch­ti­gen waren, das Geld ver­dien­ten und die Aben­teu­er bestan­den“, sagt sie, bevor sie im Café Die­sel nicht mehr still sit­zen kann und wir atem­los über den ver­schnei­ten Cam­pus rennen.

  • Kan­di­dat für Leip­zi­ger Buch­preis: Dich­ter am Erfolg – taz​.de – lui­se chec­chin hat sich in der lyrik­sze­ne umge­hört und reka­tio­nen auf die/​einschätzungen der nomi­nie­rung von jan wag­ners „regen­ton­nen­va­ria­tio­nen“ für den preis der leip­zi­ger buch­mes­se gesammelt
  • Moder­ne Lite­ra­tur fehlt in Lehr­plä­nen der Schu­len – san­dra kegel in der faz:

    Der Klas­sen­zim­mer-Club der toten Dichter
    Das kann ja wohl nicht wahr sein: Der moderns­te Autor, der in Ber­li­ner Schu­len gele­sen wird, ist seit fast sech­zig Jah­ren tot. Zur Lage der zeit­ge­nös­si­schen Lite­ra­tur in deut­schen Oberstufen. 

  • Bit­te malt mir kein Schaf! | – anne schüss­ler über die miss­bräuch­li­che nut­zung des „klei­nen prin­zen“ (ich bin aber doch der mei­nung, dass schon der „klei­ne prinz“ eigent­lich ziem­lich schrot­tig ist und den miss­brauch gera­de­zu herausfordert …)

    Ich moch­te mei­ne Grund­schul­leh­re­rin wie jedes nor­ma­le Grund­schul­kind sei­ne Leh­re­rin mag, aber im Nach­hin­ein muss man viel­leicht sagen, dass sie eben auch Unfug gemacht hat. Gesell­schaft­lich aner­kann­ten Unfug zwar, aber trotz­dem Unfug.

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