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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

16. Juni

Bron­ze by gold heard the hoo­fi­rons, steelyringing.
Imperth­nthn thnthnthn.
Chips, picking chips off rocky thumb­nail, chips.
Hor­rid! And gold flus­hed more.
A hus­ky fifen­ote blew.
Blew. Blue bloom is on the.
Gold­pin­na­cled hair.
A jum­ping rose on sati­ny breast of satin, rose of Castile.
Tril­ling, tril­ling: Idolores.
Peep! Who’s in the… peepofgold?
Tink cried to bron­ze in pity.
And a call, pure, long and throb­bing. Long­in­dy­ing call.
Decoy. Soft word. But look: the bright stars fade. Notes chir­ru­ping answer.
O rose! Casti­le. The morn is breaking.
Jing­le jing­le jaun­ted jingling.
Coin rang. Clock clacked.
Avo­wal. Son­nez. I could. Rebound of gar­ter. Not lea­ve thee. Smack. La clo­che! Thigh smack. Avo­wal. Warm. Swee­the­art, goodbye!
Jing­le. Bloo.
Boo­med cras­hing chords. When love absorbs. War! War! The tympanum.
A sail! A veil awa­ve upon the waves.
Lost. Throst­le flu­ted. All is lost now.
Horn. Hawhorn.
When first he saw. Alas!
Full tup. Full throb.
Warbling. Ah, lure! Alluring.
Mar­tha! Come!
Clap­clap. Clip­clap. Clappyclap.
Good­god henev erhe­ard inall.
Deaf bald Pat brought pad kni­fe took up.
A moon­lit night­call: far, far.
I feel so sad. P. S. So lonely blooming.
Listen!
The spik­ed and win­ding cold seahorn. Have you the? Each, and for other, plash and silent roar.
Pearls: when she. Liszt’s rhap­so­dies. Hissss.
You don’t?
Did not: no, no: belie­ve: Lid­lyd. With a cock with a carra.
Black. Deep­sound­ing. Do, Ben, do.
Wait while you wait. Hee hee. Wait while you hee.
But wait!
Low in dark midd­le earth. Embedded ore.
Nami­neda­mi­ne. Pre­a­cher is he:
All gone. All fallen.
Tiny, her tremu­lous fern­foils of maidenhair.
Amen! He gnas­hed in fury.
Fro. To, fro. A baton cool protruding.
Bron­ze­ly­dia by Minagold.
By bron­ze, by gold, in oce­an­green of shadow. Bloom. Old Bloom.
One rap­ped, one tap­ped, with a car­ra, with a cock.
Pray for him! Pray, good people!
His gou­ty fin­gers nakkering.
Big Bena­ben. Big Benben.
Last rose Casti­le of sum­mer left bloom I feel so sad alone.
Pwee! Litt­le wind piped wee.
True men. Lid Ker Cow De and Doll. Ay, ay. Like you men. Will lift your tschink with tschunk.
Fff! Oo!
Whe­re bron­ze from ane­ar? Whe­re gold from afar? Whe­re hoofs?
Rrr­pr. Kraa. Kraandl.
Then not till then. My epp­ripfftaph. Be pfrwritt.
Done.
Begin!
James Joy­ce, Ulys­ses (Beginn Kapi­tel 11)

Ulysses (Cover)

netzgebilde (unsplash.com)

Ins Netz gegangen (14.6.)

Ins Netz gegan­gen am 14.6.:

  • Geschich­te lin­ker Medi­en im Über­blick: Eine ganz ande­re Sicht | taz → ein net­ter, kur­zer abriss und über­blick über lin­ke medi­en in deutsch­land und nebenand
  • Wel­cher Islam? Zum Islam in Feuil­le­ton und For­schung | Geschich­te der Gegen­wart → almut höfert plä­diert für mehr genau­ig­keit mit „dem islam“

    Wir kön­nen weder auf den Islam- noch den Euro­pa­be­griff ver­zich­ten, aber die Ver­wen­dung bei­der Begrif­fe ist sehr viel kom­pli­zier­ter als gemein­hin ange­nom­men wird. Wir tun gut dar­an, die Gren­zen zwi­schen „uns“ und „den Ande­ren“ flie­ßend zu hal­ten und die Grund­la­ge einer geein­ten Mensch­heit höher zu set­zen. Es wäre schon viel gehol­fen, zwi­schen spät­an­ti­kem, mit­tel­al­ter­li­chem und moder­nem Islam und Euro­pa zu dif­fe­ren­zie­ren: Denn der „Islam“ ist kein außer­his­to­ri­sches Phänomen. 

  • Effi­zi­enz­ge­win­ne und Rebound-Effek­te: Umwelt­wir­kun­gen des Die­sel­an­triebs im Ver­gleich | Zukunft Mobi­li­tät → mar­tin ran­del­hoff rech­net mal durch (und vor), ob der die­sel­an­trieb wirk­lich so „umwelt­freund­lich“ ist und sei­ne steu­er­li­che bevor­zu­gung zu recht genießt

    Ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund des erhöh­ten Aus­stoß von gesund­heits­ge­fäh­ren­den Luft­schad­stof­fen stellt sich daher die Fra­ge, ob der Die­sel­an­trieb sei­ne Stel­lung in Deutsch­land behal­ten soll­te. Die­se ist auch vor dem Hin­ter­grund zu beant­wor­ten, dass der Otto­mo­tor im Ver­gleich zum Die­sel­mo­tor umfang­rei­che CO2-Reduk­ti­ons­po­ten­zia­le besitzt und Alter­na­ti­ven zu kon­ven­tio­nel­len Antrie­ben kon­kur­renz­fä­hig werden.

    Die steu­er­li­che Bevor­zu­gung von Die­sel-Pkw wie auch Die­sel­kraft­stoff setzt Fehl­an­rei­ze und erzeugt Rebound-Effek­te, wel­che eine nega­ti­ve Kli­ma­schutz­wir­kung zur Fol­ge haben. Die Dis­kus­si­on, ob der Die­sel die­se Begüns­ti­gung wei­ter­hin genie­ßen soll und – vor dem Hin­ter­grund der hohen Fol­ge­kos­ten auf­grund von Gesund­heits­schä­den – wei­ter­hin genie­ßen darf, ist daher überfällig.

  • Post­mo­der­ne als Papp­ka­me­rad | Geschich­te der Gegen­wart → noch mal „geschich­te der gegen­wart“, die­ses mal über die mis­re­prä­sen­ta­ti­on der­post­mo­der­ne in (vie­len) aktu­el­len diskussionen

    Wer sol­che The­sen auf­stellt, wird selbst zum Konstruk­teur, zum Konstruk­teur einer Post­mo­derne, die mit der ‚Reali­tät‘ der Post­mo­derne nichts zu tun hat. Und er wird zum Konstruk­teur eines Realis­mus, der blind ist für die durch Konstruk­tio­nen herge­stellte Reali­tät. … Wer etwas als konstru­iert voraus­setzt, sagt damit nicht, dass das Konstru­ierte nicht real sei. … Wenn man nun aber die konser­va­tive, rechts­po­pu­lis­ti­sche Mimi­kry von post­mo­der­nen Begrif­fen als ‚Post­mo­derne‘ liest, dann ist wirk­lich Hop­fen und Malz verlo­ren. Dage­gen hilft nur das Stu­di­um der post­mo­der­nen Theo­rien selbst. Denn die­se eig­nen sich noch immer beson­ders gut dazu, dieje­ni­gen Konstruk­tio­nen, die ihren Konstruk­ti­ons­cha­rak­ter leug­nen, aber auch dieje­ni­gen, die im Gewand der Subver­sion auftre­ten, zu analysieren. 

  • Das Dep­pen­leer­zei­chen gibt es nicht: Eine Art Replik | Sprach­log → kris­tin kopf über das „dep­pen­leer­zei­chen“ und all­ge­mein die n+n‑komposita im deut­schen in all ihren formen
maybebop (pressefoto)

Gelungene Fehlerdiagnose: „Sistemfeler“ von Maybebop

maybebop, sistemfeler (cover)Einen „Sis­tem­fe­l­er“ dia­gnos­ti­ziert May­be­bop. Und da geht es nicht um den Gesang – der ist feh­ler­frei, wie man das von May­be­bop erwar­tet. Und selbst die ohne­hin hohen Erwar­tun­gen an ein neu­es May­be­bop-Album toppt „Sis­tem­fe­l­er“ locker. Der Feh­ler liegt also nicht in der Musik, son­dern in einem ande­ren Sys­tem – vor allem dem der Gesell­schaft. Aber kei­ne Angst: Trotz kri­ti­scher Beglei­tung der Gegen­wart macht „Sis­tem­fe­l­er“ vor allem irre viel Spaß. Man muss ja den Dia­gno­sen des Han­no­ve­ra­ner Quar­tetts nicht zustim­men, um die groß­ar­ti­gen musi­ka­li­schen Qua­li­tä­ten des Albums genie­ßen zu kön­nen. Und schließ­lich wäre May­be­bop nicht May­be­bop, wenn sie ihre kri­ti­schen Dia­gno­sen nicht mit Witz und Iro­nie ver­mit­teln wür­den – ob es nun um die Glaub­wür­dig­keit der Nach­rich­ten geht oder den über­gro­ßen gesell­schaft­li­chen Anpas­sungs­druck. In „Auf der Suche“ spie­ßen die Vier die per­ma­nen­te Erreich­bar­keit und die Gier nach vir­tu­el­ler Aner­ken­nung auf und lie­fern qua­si neben­bei einen Ohr­wurm – nicht den ein­zi­gen auf „Sis­tem­fe­l­er“ übri­gens. Und die „Ode an die Hei­mat“ the­ma­ti­siert in einer wun­der­schön sanft aus­ge­setz­ten Bal­la­de nicht nur die Hei­mat­lo­sig­keit der moder­nen Viel­rei­sen­den, son­dern auch die Tat­sa­che, dass man nur dort daheim ist, wo sich das Smart­phone auto­ma­tisch mit dem Rou­ter ver­bin­det. Sanft schmei­chelt auch das Fina­le, „Ab und zu ein paar Gei­gen“, mit der Unter­stüt­zung der NDR Radio­phil­har­mo­nie. Doch natür­lich ist May­be­bop nicht immer zahm und zurück­hal­tend: Mit schwar­zem Humor geht es in „Weil du heut Geburts­tag hast“ auch musi­ka­lisch ordent­lich zur Sache. Und über­all sind Detail­ver­ses­sen­heit und Per­fek­tio­nis­mus des Quar­tetts unüber­hör­bar: Jedes Arran­ge­ment, jede Akkord­fol­ge, jeder noch so aus­ge­fal­le­ne Klang­ef­fekt sind sorg­fäl­tigst über­legt und ein­ge­passt. „Sis­tem­fe­l­er“ ist rund­um stim­mig wie nur weni­ge Alben, bis zum nerdi­gen Cover und Booklet. 

Immer wie­der spie­len May­be­bop mit Genuss und Kön­nen mit musi­ka­li­schen und natio­na­len Kli­schees. Die aus­ge­zeich­ne­te Bol­ly­wood-Hym­ne „Ver­steh das“ ist so eine Pla­ti­tü­de, das pen­ta­tö­ni­ge „Chi­ne­si­sche Medizin“nimmt nicht nur alter­na­ti­ve Heil­küns­te, son­dern auch das Essen aufs Korn. Alles in allem ist die Viel­falt der Musik ein­fach ver­zü­ckend: Der wasch­ech­te Marsch (bei dem das voka­le Blech dröhnt und die Füße zucken) ist genau­so ein Teil des „Sis­tem­fel­ers“ wie Aus­flü­ge in den Bal­kan-Pop, das platt­deut­sche „Dat du min Leevs­ten büst“ oder eine gesun­ge­ne Ver­si­on des Ravel-Bole­ros. Gut, musi­ka­lisch ist der bei den Swing­le Sin­gers noch bes­ser gewe­sen – aber die haben nicht den herr­lich augen­zwin­kern­den Text von Oli­ver Gies. Der erzählt ganz aus­ge­feilt einen klas­si­schen Kon­zer­be­suchs eines bla­sier­ten Ange­bers. Und kurz dar­auf – nach einem kur­zen Abste­cher zur Logik des Beat­bo­xens – fin­det man sich schon im Hip­hop wie­der. Über­haupt Oli­ver Gies: Der Bari­ton zeich­net nicht nur für die Arran­ge­ments ver­ant­wort­lich, son­dern hat auch fast alle Tex­te geschrie­ben und Melo­dien kom­po­niert. Und da fin­den sich ech­te Klein­ode – wer auf „Sis­tem­fe­l­er“ kein Lieb­lings­lied fin­det, ist für a‑cap­pel­la-Pop wohl ver­lo­ren. Oder hoff­nungs­lo­ser Purist, der mit die­sem fro­hen Eklek­ti­zis­mus nichts anfan­gen kann.

May­be­bop: Sis­tem­fe­l­er. Ellen­ber­ger 2017. Spiel­zeit: 55:44

(Zuerst erschie­nen in „Chor­zeit – Das Vokal­ma­ga­zin“, #39, Mai 2017)

web (unsplash.com)

Ins Netz gegangen (8.6.)

Ins Netz gegan­gen am 8.6.:

  • Der Hype um die Smart City| taz → julia mans­ke mag dem trend zur „smart city“ nicht vor­be­halt­los zustim­men – mit guten argumenten

    Dafür zu plä­die­ren, dass die Bür­ger breit­flä­chig ihre Daten in der ver­netz­ten Stadt tei­len sol­len, nur weil dies in ande­ren Län­dern geschieht, ist ein Feh­ler. Vie­les ist heu­te mit Daten mög­lich, eben­so wie vie­les im Bio-Engi­nee­ring-Bereich mög­lich ist. Den­noch haben wir uns dar­auf geei­nigt, nicht alles zuzu­las­sen. Wir soll­ten Ideen ent­wi­ckeln, wie der Schutz der Pri­vat­sphä­re Teil der zukünf­tig ver­netz­ten Stadt wer­den kann.

  • On Wal­ka­bi­li­ty: An Inter­view with Jeff Speck| park­si­fy → inter­es­san­tes inter­view mit dem ame­ri­ka­ni­schen stadt­pla­ner speck über das kon­zept „wal­ka­bi­li­ty“ und die för­de­rung der fuß­gän­ger­freund­lich­keit von städten
  • Dom des Apos­tels der Deut­schen ent­deckt | Welt → sven felix kel­ler­hoff nur ein biss­chen rei­ße­risch über die kir­chen­aus­gra­bung in mainz (unter st. johan­nis) – nichts wesent­li­ches neu­es, aber ganz nett geschrie­ben (aber: dass die „welt“ die wei­te, stra­pa­ziö­se anrei­se nach mainz nicht mehr selbst finan­zie­ren kann – ganz schön erbärmlich …)
  • Smart Homes erin­nern immer mehr an Straf­voll­zug | SZ → adri­an lobe mit einem daten­schutz­kri­ti­schen ein­wurf zum „smart home“

  • Ken Vandermark’s Indefa­tigab­le Dri­ve and Avant-Gar­de Visi­on | band­camp
    → inter­es­san­ter inter­view-text mit dem groß­ar­ti­gen ken van­der­mark über musik, kol­la­bo­ra­tio­nen, labels und den ver­trieb absei­ti­ger (expe­ri­men­tel­ler) impro­vi­sier­ter musik … 
bruckner, sinfonie 3, titelblatt

… wie Beethovens „Neunte“ mit Wagner’s „Walküre“ Freundschaft schließt …

Zu Anton Bruck­ners drit­ter Symphonie:

Wir möch­ten dem als Men­schen und Künst­ler von uns auf­rich­tig geehr­ten Kom­po­nis­ten, der es mit der Kunst ehr­lich meint, so selt­sam er mit ihr umgeht, nicht ger­ne weh­tun, dar­um set­zen wir an die Stel­le einer Kri­tik lie­ber das beschei­de­ne Geständ­nis, daß wir sei­ne gigan­ti­sche Sym­pho­nie nicht ver­stan­den haben. Weder sei­ne poe­ti­schen Inten­tio­nen wur­den uns klar – viel­leicht eine Visi­on, wie Beet­ho­vens „Neun­te“ mit Wagner’s „Wal­kü­re“ Freund­schaft schließt und end­lich unter die Hufe ihrer Pfer­de gerät – noch den rein musi­ka­li­schen Zusam­men­hang moch­ten wir zu fas­sen. Edu­ard Hans­lick, Neue Freie Pres­se, 18.12.1877

Twitterlieblinge Mai 2017


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Ins Netz gegangen (24.5.)

Ins Netz gegan­gen am 24.5.:

  • Die­se Augen lügen | Zeit → kai bier­mann über die (sys­tem­be­ding­te) unsi­cher­heit und unsin­nig­keit, bio­me­tri­sche daten als zugangs­schlüs­sel zu verwenden

    Welt­weit wer­den bio­me­tri­sche Daten ein­ge­setzt, um Din­ge zu sichern – obwohl Bio­me­trie dazu nicht geeig­net ist.

  • Wolf­gang Abend­roth. Poli­tik – Geschich­te – Arbei­ter­be­we­bung → ein schö­nes pro­jekt, das wolf­gang abend­roth und sei­ne denk­wei­se ver­füg­bar macht:

    Der Staats­recht­ler, Poli­to­lo­ge und His­to­ri­ker Wolf­gang Abend­roth (1906 – 1985) gilt als einer der prä­gends­ten poli­ti­schen Intel­lek­tu­el­len der frü­hen Bun­des­re­pu­blik. […] Von Abend­roth sind zahl­rei­che Schrif­ten über­lie­fert, die der­zeit vom Offi­zin Ver­lag in einer wis­sen­schaft­li­chen Aus­ga­be her­aus­ge­ge­ben wer­den. […] In einer Koope­ra­ti­on von Rosa-Luxem­burg-Stif­tung, Offi­zin Ver­lag und Dis­tel Ver­lag wer­den auf die­ser Web­site erst­ma­lig auch digi­ta­li­sier­te Ton­auf­nah­men von Wolf­gang Abend­roth veröffentlicht.
    Die­se Auf­nah­men geben nur Facet­ten der The­men Abend­roths wie­der. Erkenn­bar wird aber der poli­ti­sche Leh­rer Wolf­gang Abend­roth, der es ver­stand, gesell­schaft­li­che Grund­la­gen zu ver­mit­teln und tau­sen­de Zuhö­rer in den Bann zu ziehen. 

  • Tro­ja­ner marsch?| LTO → ulf buer­mey­er über die idio­ti­sche idee der bun­des­re­gie­rung, die staat­li­che über­wa­chung in deutsch­land noch mas­si­ver aus­zu­wei­ten – per trojaner

    Wie kein ande­res Ermitt­lungs­vor­ge­hen erlaubt es die Online-Durch­su­chung, Men­schen zum Objekt der Aus­spä­hung zu machen. Gegen kei­ne ande­re Metho­de ist man so wehr­los, denn der direk­te Zugriff auf das Sys­tem dient gera­de dem Zweck, Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren zu umge­hen, also den infor­ma­tio­nel­len Selbst­schutz ins Lee­re lau­fen zu las­sen. Kei­ne ande­re Ermitt­lungs­va­ri­an­te bie­tet ins­ge­samt ein ver­gleich­ba­res tota­li­tä­res Poten­ti­al. […] Ein der­art laxer Umgang mit den ohne­hin wei­ten Spiel­räu­men, die der Ers­te Senat für die Quel­len-TKÜ gelas­sen hat, kann nur als bewuss­te Pro­vo­ka­ti­on des BVerfG inter­pre­tiert wer­den. […] Soft­ware-Sicher­heits­lü­cken sind das Senf­gas des Infor­ma­ti­ons-Zeit­al­ters, ihr Ein­satz zum Hacken von IT-Sys­te­men muss inter­na­tio­nal geäch­tet werden. 

  • Eine neue Sym­bol­de­bat­te um das Hum­boldt­fo­rum | FAZ → wun­der­ba­rer text von andre­as kilb über den unsinn, auf da hum­boldt­fo­rum in ber­lin eine kreuz­re­plik zu setzen:

    Wer das Kreuz errich­tet, macht Poli­tik. Geschichts­po­li­tik, Sym­bol­po­li­tik, Museumspolitik.

spinnweben zwischen holz, schwarz-weiß

Ins Netz gegangen (22.5.)

Ins Netz gegan­gen am 22.5.:

  • Ein Tag im Leben eines ICE | SZ → net­te (wenn auch nicht sehr tief­ge­hen­de) Repor­ta­ge über den Zug an sich (also das Gefährt) und der Auf­wand, der nötig ist, dass er jeden Tag auf den Glei­sen unter­wegs sein kann.
  • Franz Kogl­mann: „Jazz ist für mich kein Syn­onym für Frei­heit“ | Stan­dard → der „stan­dard“ gra­tu­liert franz kogl­mann zum seib­zigs­ten mit einem inter­view, von dem hier die (eini­ge?) ant­wor­ten zu lesen sind

    Ich bin bis heu­te der Mei­nung, die eigent­lich wich­ti­ge musi­ka­li­sche Erschei­nungs­form des 20. Jahr­hun­derts ist der Jazz und nicht die Zwei­te Wie­ner Schule!

  • Fake News mit Fake Jour­nals: Gen­der-Stu­dies-Hoax als Ver­lags­ver­sa­gen | netz​po​li​tik​.org → leon­hard dobusch bei netz­po­li­tik über das wah­re pro­blem von unse­riö­sen (wissenschafts-)verlagen:

    Unse­riö­se Ver­la­ge, die gegen Bezah­lung jeden Bei­trag als ver­meint­lich begut­ach­tet publi­zie­ren, waren bis­lang vor allem ein Pro­blem für den Wis­sen­schafts­be­trieb. Wie ein ver­meint­li­cher Gen­der-Stu­dies-Hoax zeigt, sind Fake-Ver­la­ge aber auch eine poten­ti­el­le Grund­la­ge für Fake News.

  • Wirk­lich­keits­be­wäl­ti­gung als lite­ra­ri­sches Pro­gramm | Voll­text → schon wie­der ein text von felix phil­ipp ingold – eine allgmei­ne abrech­nung mit der lite­ra­tur­kri­tik, wie sie heu­te betrie­ben wird

    Bele­ge für die­ses ein­di­men­sio­na­le Rea­lis­mus­kon­zept wie auch für das unge­bro­che­ne Bedürf­nis nach dem bel­le­tris­ti­schen Human touch lie­fert die aktu­el­le Buch­kri­tik in belie­bi­ger Anzahl und mit zuneh­men­der Insistenz. 

  • Colour Wheels, Charts, and Tables Through Histo­ry | Public Domain Review → eine schö­ne über­sicht über diver­se ver­su­che der letz­ten jahr­hun­dert, das farb­spek­trum zu orga­ni­sie­ren und dar­stel­lungs­for­men dafür zu finden.
  • How Goog­le Book Search Got Lost | Back­chan­nel → schö­ner, lan­ger text über goog­le books, die ent­wick­lung des pro­jek­tes zum (schein­ba­ren?) still­stand – und die lek­ti­on dar­aus: „Engi­nee­ring is gre­at, but it’s not the ans­wer to all problems.“
spinnennetz

Ins Netz gegangen (19.5.)

Ins Netz gegan­gen am 19.5.:

  • Im Gespräch: Timo Brandt redet mit Bert­ram Rei­ne­cke | Fix­poet­ry → bert­ram rei­ne­cke gibt timo brandt lan­ge ant­wor­ten übers ver­le­gen, expe­ri­men­tel­le lite­ra­tur und sei­ne eige­ne lyrik

    Nein, ich woll­te immer bloß inter­es­san­te Lite­ra­tur ver­le­gen, sol­che, die irgend­was bie­tet, was man anders­wo nicht gebo­ten bekommt. Ich muss nicht jedes Jahr ein Pro­gramm fül­len und kann war­ten, was mich trifft. Dar­über hin­aus ver­le­ge ich lie­ber Autoren, deren Beson­der­heit ich auch greif­bar schil­dern kann.
    […] Ins­ge­samt ist der Ver­dacht, dass bestimm­te alte For­men bestimm­te alte Inhal­te nahe­le­gen, zwar nie unbe­grün­det, aber das Pro­blem erweist sich als eines, mit dem man sehr gut umge­hen kann.

  • Zum Geschäft der Lite­ra­tur­kri­tik heu­te | Voll­text → danie­la stri­gl beant­wor­tet den „volltext“-fragebogen:

    Für mich per­sön­lich: die Simu­la­ti­on einer gesell­schaft­li­chen Rele­vanz, die sie schon seit Län­ge­rem nicht mehr hat. Ich muss zumin­dest so tun, als wäre die Kri­tik noch wich­tig, damit ich jenes Maß an Hin­ga­be und Ernst auf­brin­ge, das jeder lite­ra­ri­sche Text grund­sätz­lich ver­dient. Mit­ten in die­ser mir selbst vor­ge­spiel­ten Wich­tig­keit däm­mert mir frei­lich die Irrele­vanz mei­nes Tuns, die wie­der­um eine schö­ne Frei­heit eröff­net. All­ge­mein betrach­tet ist die Kri­tik in ihrer Mar­gi­na­li­sie­rung natür­lich als sia­me­si­scher Zwil­ling an die Lite­ra­tur gebun­den. Der Zeit­geist hält nicht viel von Lite­ra­tur und von lite­ra­ri­scher Bil­dung bezie­hungs­wei­se er hält sie für Luxus, ergo ent­behr­lich. Das wird sich ein­mal auch wie­der ändern, bis dahin lese und schrei­be ich unver­dros­sen weiter.

  • Smar­te Mobi­li­tät | taz → Mar­tin Held, Man­fred Krie­ner und Jörg Schind­ler schla­gen vor, vor­han­de­ne, funk­tio­nie­ren­de Assis­tenz­sys­tem bei Pkw und Lkw viel stär­ker ein­zu­bin­den, um Unfäl­le zu vermeiden

    Wir haben Visio­nen vom kom­plett auto­no­men Auto, das angeb­lich alles bes­ser macht. Wir trau­en uns aber nicht, nütz­li­che Assis­tenz­sys­te­me auch nur in Ansät­zen vorzuschreiben?

    Der oben beschrie­be­ne Ein­satz der Tech­nik wäre sofort mach­bar und wür­de eine heil­sa­me Wir­kung ent­fal­ten. Eben­so wäre in der Über­gangs­zeit ein „Misch­be­trieb“ von Fahr­zeu­gen mit und ohne Assis­tenz­sys­te­me pro­blem­los mög­lich. Und noch ein­mal: In allen Fäl­len blie­ben die Frei­heits­gra­de beim Fah­ren so lan­ge voll­stän­dig erhal­ten, wie die Rechts­vor­schrif­ten ein­ge­hal­ten und kei­ne gefähr­li­chen Fahr­ma­nö­ver gestar­tet werden.

  • Ges­tern böse, heu­te nor­mal | Zeit → Harald Wel­zer über „shif­ting base­lines“ (oder, um es anders zu sagen: ver­än­dern­de diskurse)

    Shif­ting base­lines sind gera­de in Zei­ten gro­ßer poli­ti­scher Dyna­mik ein Pro­blem, weil die Nach­rich­ten, Begrif­fe, Kon­zep­te und Pro­vo­ka­tio­nen so beschleu­nigt und viel­fäl­tig ein­an­der abwech­seln, dass man kaum bemerkt, wie das, was ges­tern noch als unsag­bar galt, heu­te schon Bestand­teil eines schein­bar nor­ma­len poli­ti­schen Dis­kur­ses ist. […] Wie bemerkt man sol­che Ver­schie­bun­gen, und wie stemmt man sich dage­gen? Dafür gibt es kein Patent­re­zept, schließ­lich ist man als Mit­glied einer Gesell­schaft stets Teil einer sich ver­än­dern­den sozia­len Gemein­schaft. Aber viel­leicht kann man sich dar­in üben, gele­gent­lich „Augen­blick mal!“ zu sagen, wenn einem etwas so vor­kommt, als habe man es kurz zuvor nicht mal den­ken, geschwei­ge denn sagen wol­len. … Ein­fach mal den Rede- und Denk­fluss unter­bre­chen, die base­line am Ver­schie­ben hin­dern. Den eige­nen mora­li­schen Kom­pass eichen. 

  • Gedich­te für alle! | NZZ Felix Phil­ipp Ingold recht klug über die Vor­tei­le von Lyrik, ihre Rezep­ti­on und Kri­tik momentan →

    Im Unter­schied zum Infor­ma­ti­ons­ge­halt des Gedichts steht sei­ne Sprach­ge­stalt ein für alle Mal fest, sie ist am und im Gedicht sinn­lich fass­bar, ist Gegen­stand sei­ner ästhe­ti­schen Erkennt­nis, dies in Ergän­zung oder auch in Kom­pen­sa­ti­on zu dem von ihm Gemein­ten. Nicht sei­ner Bedeu­tung nach, aber als Laut­ge­bil­de hat das Wort in jedem Fall sei­ne eige­ne Wahr­heit – nicht zu wider­le­gen, nicht zu ver­fäl­schen, nie­mals adäquat zu übersetzen.

Menschen

Es ist wahr, dass die Men­schen im Durch­schnitt nir­gends sehr viel wert sind. Aber hier sind sie viel mehr als anders­wo nichts­nut­zig und unver­ant­wort­lich. Lud­wig Witt­gen­stein an Bert­rand Rus­sell, 23.10.1921

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