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Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Theorie

„Theo­rie muss im Thea­ter immer in Pro­gramm­hef­ten gfan­gen­ge­hal­ten wer­den, sonst wür­de sie den gan­zen Laden auf­flie­gen las­sen.“ (René Pol­lesch, Requi­em fürs Pro­gramm­heft, 306)

Angst

„Emi­lia Galot­ti! Tor­qua­to Tas­so! Alles Angst! Vor allem, weil die in getrenn­ten Stü­cken leben und sich nicht soli­da­ri­sie­ren kön­nen.“ (René Pol­lesch, Tod eines Prak­ti­kan­ten, 133)

moralische Kategorien

„Mora­li­sche Kate­go­rien sind nur in Hin­ter­köp­fen zu Hau­se, aber die han­deln nicht. Juris­ti­sche Kate­go­rien han­deln. Des­halb kann ich hier nur auf­ru­fen, Jura zu stu­di­ern und kei­ne wei­te­ren mora­li­schen Kate­go­rien zu pro­pa­gi­ern! Glotzt hier nicht so, undank­ba­res Volk, geht nach Hau­se und stu­diert Jura.“ (René Pol­lesch, Capuc­cet­to Rosso, 60)

Wahrheiten

„Nicht die über­flüs­si­gen Leben ver­schim­meln in den Rega­len, son­dern die ewi­gen Wahr­hei­ten.“ (René Pol­lesch, Capuc­cet­to Rosso, 54)

Wirklichkeit

„Mit der Wirk­lich­keit kann ich nicht mehr ange­mes­sen auf mei­ne Pro­ble­me mit der Wirk­lich­keit reagi­ern.“ (René Pol­lesch, Capuc­cet­to Rosso, 52)

Auftrag des Seins

„Ich will Kunst, ver­damm­te Schei­ße, auch wenn sie sinn­los ist. Und nie­mand mehr einen geschicht­li­chen Auf­trag des Seins erkennt, außer der blo­ßen Ver­wal­tung von Leben. Na und wenn schon, ich will es sehn, das Thea­ter, auch wenn es nur dazu dient, dass wir danach nach Hau­se fah­ren kön­nen. Auch wenn das die ein­zi­ge Mög­lich­keit ist zu han­deln. Ins Thea­ter zu fah­ren und wie­der nach Hau­se.“ (René Pol­lesch, Capuc­cet­to Rosso, )

Allgemeinplätze

„Ent­we­der die Men­schen strö­men zu den All­ge­mein­plät­zen oder sie ver­ste­hen hoff­nungs­los nur sich selbst, mein­te Céd­ric.“ (Jac­que­line Moser, Lose Tage, 130)

Firlefanz

„Dass die immer die­sen alten Fir­le­fanz spie­len müs­se, als ob es kei­ne zeit­ge­nös­si­schen Kom­po­nis­ten gäbe, denkt er.“ (Jac­que­line Moser, Lose Tage, 91)

Vom Wert des Trainings: 5. Maaraue (Ultra-)Marathon Mainz

End­lich! Schon eini­ge Male wäre ich ger­ne beim Maar­aue Mara­thon Mainz (MMM) mit­ge­lau­fen, aber bis­her hat es ter­min­lich nie geklappt. Heu­te war also Pre­miè­re für mich. Die ande­ren waren schon ein­ge­spielt, die meis­ten waren schon mal dabei.
Der MMM ist ein typi­scher pri­vat orga­ni­sier­ter Ein­la­dungs­lauf, erst­mal zum 40. Geburts­tag von Sascha Kauf­man, der jetzt immer wie­der dazu ein­lädt. Das ist denk­bar ein­fach: Gelau­fen wird fünf Mal die klas­si­sche Drei­brü­cken­run­de. Start war heu­te erst­mals auf dem Park­platz an der Main­spit­ze – bis­her immer klei­ner gewe­sen. Bei der 5. Auf­la­ge waren über zwan­zig Läu­fer und Läu­fe­rin­nen dabei.

Im Grun­de ist das ein­fach ein gemein­sa­mer – mehr oder weni­ger – Trai­nings­lauf. Auf­grund der „offi­zi­el­len“ Aus­schrei­bung in Saschas Blog zählt das aber als wer­tungs­fä­hi­ge Lauf­ver­an­stal­tung und wird auch in die Sta­tis­tik der DUV auf­ge­nom­men – für man­che Mara­thon­samm­ler ist das ja nicht ganz unwichtig.

Jeden­falls wird für den MMM kein gro­ßes Orga­ni­sa­ti­ons­klim­bim ver­an­stal­tet: Die Stre­cke wird wäh­rend der ers­ten Run­de noch mit ein paar Pfei­len mar­kiert, aber nicht abge­sperrt. Ist aber auch kein Pro­blem, für so ein paar Han­seln. Die sich noch dazu weit ver­tei­len, spä­tes­tens nach der ers­ten Run­de. Die­ses Mal gab es, weil Sascha sich um Spon­so­ren bemüht hat (Start­geld wird ja kei­nes genom­men), sogar noch eine klei­ne Star­ter­tü­te – mit Wer­be­ma­te­ri­al vom Hoch­wald­ma­ra­thon, von GO-Mainz – inkl. ein paar Gum­mi­bär­chen, eine klei­ner Dose Pull­moll und eini­gen Trau­be­zu­ckern aus der Rochus-Apo­the­ke in Mom­bach. Ach ja, GO spen­dier­te auch noch eine klei­ne Dose „Vino friz­zan­te bian­co di Ita­lia“ – nicht gera­de ein typi­sches Läu­fer­ge­tränk. Und Start­num­mern gab es tat­säch­lich auch – so durf­te ich öfters erklä­ren, was wir da eigent­lich treiben …

Gestar­ten sind wir mit mini­mals­ter Ver­zö­ge­rung unter Beob­ach­tung der Pres­se um kurz nach 10 Uhr. Dann ging es eben los auf die mir ja aus­rei­chend gut bekann­te Run­de, durch Kost­heim an den Rhein, zum Kas­tel, unter der Theo­dor-Heuss-Brü­cke durch und hin­ter der DLRG hin­auf auf die Brü­cke. In Mainz dann ganz lang­wei­lig (…) am Ufer ent­lang hoch zur Eisen­bahn­brü­cke und hin­über auf die Main­spit­ze. Das Gan­ze dann fünf Mal – und fer­tig ist der Mini-Ultra. 

Die ers­te Run­de war schön gemüt­lich, irgend­wo zwi­schen 5:20 und 5:30 (auf die Uhr habe ich kaum geschaut). Auch die zwei­te Run­de unge­fähr im glei­chen Tem­po hat noch rich­tig viel Spaß gemacht. Auf der drit­ten Run­de – ich war immer noch im sel­ben Tem­po­ge­biet unter­wegs – hat­te ich dann die gro­ße Ehre, für weni­ge hun­dert Meter die Spit­ze des Lauf­fel­des zu sein – der eigent­li­che Front­läu­fer hat am Auto sei­ne Schu­he gewech­selt. Aber Lauf­feld ist eh’ über­trie­ben – spä­tes­tens zu die­sem Zeit­punkt war von den aller­meis­ten Läu­fern hin­ter uns nichts mehr zu sehen.

Das ging bei mir ganz gut bis in die vier­te Run­de. Klar, inzwi­schen wur­de das Tem­po anstren­gend – etwas ande­res hat­te ich auch nicht erwar­tet. Es ging also nur noch dar­um, den Ein­bruch mög­lichst lan­ge hin­aus­zu­zö­gern. Auf der vier­ten Run­de, ziem­lich genau drei Stun­den war ich inzwi­schen unter­wegs, war es dann soweit. Die Mus­keln macht unheim­lich schnell schlapp. Und auch mein Ener­gie­haus­halt ging rapi­de dem Ende zu – also erst ein­mal eine Geh­pau­se. Die zog sich etwas … Kurz vor Ende der vier­ten Run­de habe ich dann ernst­haft über­legt, es damit und also mit 36 Kilo­me­tern gut sein zu las­sen. Aber irgend­wie hat­te ich kei­ne Lust, abzu­bre­chen. Also zog ich wei­ter – immer im Wech­sel zwi­schen Gehen und Lau­fen. Beim Lau­fen merk­te ich zuneh­mend, dass mein Kreis­lauf nicht mehr der sta­bils­te war. Offen­bar hät­te ich doch unter­wegs zwi­schen­durch mal Ener­gie zufüh­ren sol­len, und nicht nur ein paar Schlu­cke Was­ser nehmen. 

Mitt­ler­wei­le ging mir (und nicht nur mir) auch der Wind gehö­rig auf den Wecker: Die stür­mi­schen Böen zerr­ten nicht nur an Klei­dung und Start­num­mer, son­dern auch an den Ner­ven. Ein paar Mal wur­de ich dann auch noch über­holt – aber erstaun­lich, wie lan­ge das gedau­ert hat. Immer­hin, irgend­wann war ich wie­der auf der Main­zer Sei­te – ein Ende also in Sicht. Mit dem bewähr­ten Wech­sel zwi­schen Gehen (natür­lich bei allen Brü­cken­auf­gän­gen) und Lau­fen kam ich dann schließ­lich noch ins Ziel – nach 4:40:36. Kei­ne beson­de­re Glanz­leis­tung … Aber so ist das eben, wenn man beim Trai­ning schlu­dert und eher wenig Lust auf die lan­gen Läu­fe hat – das rächt sich. Garan­tiert. Mor­gen wer­de ich wohl einen ganz net­ten Mus­kel­ka­ter haben …

Die ers­ten Ergeb­nis­se sind auf die­sem Bild zu bewundern.
Mein Stre­cken­pro­to­koll (der Forerun­ner hat 45,6 km gemes­sen) bei runsaturday.
Und Mein Tempo-Diagramm:

Tempokurze des 5. MMM am 5.2.2011

Tempo/​Zeit

Der Moment, an dem ich gegen die Wand gelau­fen bin, wird ziem­lich deutlich …

Rosen aus China

Pre­miè­re: Rosen­tee. Earl-Grey- (Ber­ga­mot­te) und Jas­min-Tees ken­ne ich, Rosen-Tee habe ich noch nie getrun­ken. Heu­te ist er zum ers­ten Mal in mei­ner Kan­ne, der bei Kolod­ziej & Lie­der erhäl­ti­che Rosen­tee aus der Pro­vinz Anhui. 

Der basiert auf schwar­zem Con­gou-Tee und ist mit Rosen­blü­ten ver­setzt. Die Grund­la­ge ist unver­kenn­bar: Die dun­kel­rot-brau­ne Tas­se in kräf­ti­ger, recht dunk­ler Far­be und sein unauf­dring­li­cher, wei­cher Geschmack (den ich schon beim Kee­mun sehr über­zeu­gend fand). Die­ser Tee duf­tet zunächst mal mild-fruch­tig, see­ehr ver­füh­re­risch. Und erstaun­lich, wie stark die weni­gen Rosen­blät­ter wir­ken – der gan­ze Raum riecht nach Rosen. Der Tee duf­tet nicht nur, er lässt sich auch mit gro­ßem Genuss trin­ken. Leicht süß­lich schmei­chelt er sich sei­nen Weg – und ist ruck­zuck schon wie­der alle …

Tee: Chi­na Rose-Tea Nr. 402 von Kolod­ziej & Lieder
Zube­rei­tung: 17 Gamm Tee für 1,5 Liter Was­ser, bei 95 °C 2:30 Minu­ten zie­hen lassen

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