»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

taglied 19.3.2012

heu­te mit hans-joa­chim hes­pos, einem sehr fas­zi­nie­ren­den kon­se­quen­ten individualisten:


Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

und dazu noch die­sen klei­nen doku­men­tar­film, „tat­ort ganderkesee“:

Tat­ort Gan­der­ke­see – Der Kom­po­nist hans-joa­chim hespos

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Taglied 18.3.2012

Ken Van­der­mark war gera­de mit sei­nem „Reso­nan­ce-Ensem­ble“, das – neben eini­gen aus Van­der­marks Umkreis bekann­ten – vor allem auf ost­eu­ro­päi­sche Musi­ker zurück­greift, quer durch Euro­pa unterwegs.
[black­bird­pie url=„http://twitter.com/kenvandermark/status/181365525316763648“] Das hier ist ein Aus­schnitt aus ihrem Kon­zert im Wie­ner Por­gy & Bess – allein wegen des gran­dio­sen Tuba-Solos von Per-Ake Holm­lan­der das Anhö­ren wert:


Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Ken Van­der­mark & Reso­nan­ce-Ensem­ble – Live at Por­gy & Bess 2012 03 12

Ken Van­der­mark: tenor‑, bari­to­ne saxo­pho­ne, clarinet
Dave Rem­pis: tenor‑, alto saxophone
Miko­laj Trz­as­ka: alto saxo­pho­ne, bass clarinet
Waclaw Zim­pel: clarinet
Magnus Broo: trumpet
Ste­ve Swell: trombone
Per-Ake Holm­lan­der: tuba
Mark Tokar: bass
Micha­el Zerang: drums, percussion
Tim Dai­sy: drums

Der Weltuntergang findet nicht statt – Ligetis „Macabre“ in Mainz

Györ­gy Lige­tis „Le Grand Macab­re“ habe ich bis ges­tern noch nie live gese­hen, son­dern bis­her nur als Musik bzw. Text gekannt. Und die Main­zer Insze­nie­rung (auch für Mainz übri­gens das ers­te Mal, das auf die Büh­ne des Staats­thea­ters zu brin­gen) ist nicht dazu ange­tan, das wesent­lich zu ändern. Zumin­dest im Moment nicht. Denn das, was Regis­seur Loren­zo Fio­ro­ni auf die Büh­ne von Paul Zol­ler gebracht hat, ließ mich ziem­lich rat­los zurück. Rat­los inso­fern, als mir über­haupt nicht klar wur­de, was die Idee die­ser Insze­nie­rung war.

Die musi­ka­li­sche Sei­te, die der Gene­ral­mu­sik­di­rek­tor Her­mann Bäu­mer zu ver­ant­wor­tet, hat es mir sehr ange­tan. Bäu­mer lässt Lige­tis nicht ganz ein­fa­che Par­ti­tur mit kla­rer Kraft spie­len, die Orga­ni­sa­ti­on der Klän­ge, die ein aus­ge­spro­chen wei­tes Spek­trum vom feins­ten Wischen bis zum mas­sivs­ten Dröh­nen umfas­sen, gelingt ihm aus­ge­zeich­net. Erstaunt und über­rascht hat mich, das muss ich sagen, wie deut­lich und klar, wie sau­ber und durch­hör­bar das Main­zer Orches­ter die Par­ti­tur aus­leuch­tet. Bäu­mer schafft es auch ziem­lich gut, die for­ma­le Viel­falt von Lige­tis Oper auf­zu­zei­gen, ohne ins rein aka­de­mi­sche Musi­zie­ren zu ver­fal­len. Zudem auch die Sän­ger des Ensem­bles sich bei der Pre­miè­re sehr gut prä­sen­tie­ren, vor allem der Piet von Alex­an­der Spe­mann war sehr über­zeu­gend, aber auch der gewich­ti­ge Nek­trot­zar von Ste­fan Stoll ver­moch­te zu gefal­len. Vor allem aber war das eine schö­ne Ensem­ble­leis­tung, bei der das Niveau durch­weg sehr anspre­chend war.

Klamauk statt Groteske

Lige­tis Oper ist sicher schwie­rig, ich bin mir auch über­haupt nicht sicher, ob ich sie irgend­wie ver­ste­he. Aber, wie gesagt, die­se Insze­nie­rung hilft mir dabei über­haupt nicht. Denn eine Inter­pre­ta­ti­on kann ich dar­aus kaum erken­nen. Das, was bei Lige­ti im gro­ßen und gan­zen als gro­tesk erscheint, zeigt sich hier vor allem als Kla­mauk. Und wenn es das nicht ist, ist es lang­wei­li­ge Lee­re – so die ers­te Sze­ne, völ­lig belang­lo­ses Her­um­ste­hen und Her­um­ges­ti­ku­lie­ren auf der Büh­ne. Der Anfang war noch „nor­mal“, schlich­tes rea­lis­ti­sches Spiel einer Hoch­zeits­ge­sell­schaft. Aber zuneh­mend drif­tet das immer mehr in den Kla­mauk ab, regres­siert zum Blö­deln – und das war nicht gemeint, da bin ich mir halb­wegs sicher.

Die Büh­ne ist auch wie­der so ein Fall. Rie­si­ge Kacheln prä­gen das Bild – oder auch nicht: Das ist irgend­wie ganz neu­tral, ohne Bedeu­tung. Dafür hat Zol­ler eine schön varia­ble Büh­ne gebaut, mit der Dreh­büh­ne und vie­len ein­zel­nen Ele­men­te, die de Büh­nen­ar­bei­ter flei­ßig hin und her schie­ben dür­fen und kom­bi­nie­ren (und die sich dafür auch ver­beu­gen dür­fen am Schluss). Teil­wei­se gibt das rea­lis­ti­sche Räu­me (das Schlaf­zim­mer und das Bad, sogar mit ganz detail­ge­treu mit den typi­schen Requi­si­ten eines Bade­zim­mers), teil­wei­se aber ein­fach abs­trak­te Flä­chen, die ein­fahc den Raum irgend­wie auf­tei­len. Auch eine rie­si­ge Spie­gel­wand darf ab und an mit­spie­len. Und über allem schwebt eine oran­ge­ne Licht­schei­be (die Son­ne?) und eine klei­ne­re wei­ße (der Mond?), die zum Schluss gemein­sam leuch­ten. Und selt­sa­mer­wei­se ist sie oben offen, die nicht sehr hoch gebau­te Büh­ne, so dass der Schnür­bo­den und die Beleuch­tung zu sehen ist (nicht nur, wenn sie als Komet in den Zuschau­er­raum strahlt). Das ist jetzt irgend­wie nicht ver­kehrt, sagt mir alles aber über­haupt nichts. Gera­de in der Mischung aus abs­trak­ter Büh­ne und Rea­lis­mus (der in den Requi­si­ten udn Kos­tü­men noch deut­li­cher ist)

Leere Gesten

So leer im Sin­ne von bedeu­tungs­los, wie sich die Büh­ne mir zeigt, wirk­te auch vie­les von dem, was auf der Büh­ne geschah. Man könn­te ja durch­aus auf die Idee kom­men, dass die Geschich­te eines von Astro­no­men vor­her­ge­sag­ten Welt­un­ter­gangs mit­samt des Wel­ten­ver­nich­ters Nekrot­zar, der in Per­son auf­tritt und ein­greift, nicht nur auf der Ebe­ne der Thea­ter­hand­lung eine – dort, im „schö­nen Breu­ghel­land“, auch eine poli­ti­sche – Bedeu­tung hat. Davon kann ich aber ein­fach nichts erken­nen. Dar­an krankt in mei­nen Augen ein­fach die gan­ze Insze­nie­rung: Sie sagt mir nichts. Neh­men wir etwa die Video­ka­me­ra und ‑pro­jek­ti­on. Am Anfang ist das aus der Hand­lung moti­viert, als Kame­ra­mann bei einer Hoch­zeits­ge­sell­schaft. Das funk­tio­niert aber halt nur in der ers­ten Sze­ne. Bei den wei­te­ren Auf­trit­ten der Kame­ra und ihrer Pro­jek­ti­on ist mir die Moti­va­ti­on – und der Sinn – dann völ­lig schlei­er­haft geblie­ben. Vor allem, wenn wir die Hand­lung auf der Büh­ne in einem klei­nen, teil­wei­se ver­scho­be­nen, Aus­schnitt aus der Vogel­per­spek­ti­ve meh­re­re Meter über den Figu­ren noch ein­mal sehen dür­fen. Was soll das?

Bezeich­nend für die Lee­re der Ins­zie­rung sind aber auch ande­re Idee, z. B. auch die Idee, den Chor als Volk im Zuschau­er­raum pro­tes­tie­ren zu las­sen: Das ist natür­lich sehr nahe­lie­gend, aber dann ein­fach nicht sehr span­nend und nicht sehr auf­schluss­reich umge­setzt. Die Trans­pa­ren­te sind Platz­hal­ter, das steht „Neid“ und „Geiz“ drauf – was das wohl wie­der soll? Dafür wer­fen sie mit zusam­men­ge­knäul­tem Papier, fuch­teln mit den Armen nd ver­tei­len Zet­tel – aber davon habe ich lei­der kei­nen bekom­men – ich ver­mu­te aber, dass da nichts wesent­li­ches drauf­stand … Und natür­lich darf heu­te auch eine Anony­mous-/Guy-Faw­kes-Mas­ke nicht feh­len. Aber was sagt die uns hier? Was will die? Völ­lig schleierhaft …

Das klingt jetzt viel­leicht alles nega­ti­ver als es eigent­lich gemeint ist: Wirk­lich schlecht im Sin­ne von absto­ßend, falsch oder unsin­nig war das gar nicht so sehr. Mir schien nur die Insze­nie­rung ein­fach leer und belang­los zu sein. Und das war mir ein biss­chen wenig, da ret­tet es die Musik allei­ne auch nicht mehr. Viel­leicht sind mei­ne Erwar­tun­gen aber auch etwas hoch gewe­sen – wenn man eine Oper, ein Musik­thea­ter­werk schon als Musik (und his­to­ri­schen Moment der Musik­ge­schich­te) eini­ger­ma­ßen gut kennt und oft gehört hat, hat es nach so lan­ger Zeit eine Insze­nie­rung natür­lich schwer, die auf­ge­bau­ten Erwar­tun­gen zu erfüllen.

Györ­gy Lige­ti: Le Grand Macab­re. Oper in vier Bil­dern. Staats­thea­ter Mainz, Pre­miè­re: 17.3.2012. Insze­nie­rung. Lor­ne­zo Fio­ro­ni. Musi­ka­li­sche Lei­tung: Her­mann Bäumer.

Zeitungsschizophrenie

Auf Sei­te 2 lobt die Süd­deut­sche Roman Her­zog & sein Büro dafür, dass er eine kos­ten­lo­se E‑Mail-Adres­se bei gmx benutzt, statt die Infra­struk­tur des Bun­des zu nut­zes (was ja sowie­so ein selt­sa­mes Lob ist …), auf Sei­te 6 warnt sie unter den „Zehn Gebo­ten der Netz­si­cher­heit“ genau davor – dass näm­lich bei die­sen Diens­ten jemand ande­res schön alle Daten bekommt. So viel zur Medienkomepetenz …

Taglied 16.3.2012

Heu­te mal wie­der etwas Orgel­mu­sik – ein ech­ter Klas­si­ker, näm­lich Györ­gy Lige­tis „Volu­mi­na“, gespielt von Zsig­mond Szathmáry:


Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

und zum Ver­gleich die ganz anders klin­gen­de Ver­si­on von Gerd Zacher:


Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Taglied 15.3.2012

Heu­te hat (viel­leicht, mög­li­cher­wei­se aber auch erst am 25.3.) Cecil Tay­lor Geburts­tag, einer mei­ner Free-Jazz-Iko­nen, spä­tes­tens seit ich das Wil­li­s­au-Kon­zert von 2000 gehört habe. Bei You­Tube gibt es eine span­nen­de Solo-Impro­vi­sa­ti­on auf einem nicht so opti­mal prä­pa­rier­tem Bösendorfer:

Cecil Tay­lor – Free Impro­vi­sa­ti­on #3

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Hitlerjugend

Taglied 14.3.2012

Weil in die­sem Som­mer Stock­hausens „Mitt­woch aus LICHT“ in Bir­ming­ham erst­mals kom­plett auf­ge­führt wer­den wird (zum drit­ten Teil: klick), heu­te etwas Kam­mer­mu­sik des Ker­pe­ner Genies, näm­lich die Duos für Bas­sett­horn und Alt­flö­te „Ave“, auch aus LICHT, aller­dings aus „Mon­tag“:

httpvp://www.youtube.com/playlist?list=PLEF2ABC2D6AC2154E

Taglied 13.3.2012

Peter­Licht, Das Ende der Beschwer­den (bei Zeit Online im Rekor­der), lässt sich hier lei­der nicht ein­bin­den: klick. (die Musik zu Peter Slo­ter­di­jks „Du mußt dein Leben ändern“ …)

Story

„(Mei­ne hier­mit pro­vi­so­risch zu Ende gebrach­te Sto­ry möch­te ich übri­gens als in einem ver­nünf­tig abwä­gen­den Sin­ne femi­nis­tisch ver­stan­den wis­sen.)“ – Max Goldt, Süd­deut­sche Zei­tung, 10.3.2012

Seite 126 von 208

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén