von der mümling an die tauber

gut, die über­schrift ist über­trie­ben. aber nur mini­mal. am sams­tag bin von erbach (aller­dings nicht ganz von der müm­ling aus) nach uis­sig­heim gelau­fen — das ist kurz vor der tau­ber. 53,4 kilo­me­ter waren das. bezie­hungs­weise etwas mehr, denn ein oder zwei teil­stü­cken, die ich gegan­gen bin — etwa den letz­ten anstieg — habe ich nicht mit­ge­stoppt. 5 stun­den 20 minu­ten habe ich dafür gebraucht. und einige pau­sen noch dazu. das war dann doch eini­ges lang­sa­mer als ich mir gedacht habe. mit einem schnitt von 5:30 bis 5:45 hatte ich gerech­net, gewor­den sind es 6:00. dafür hat das mäßige tempo einen vor­teil: mus­kel­ka­ter habe ich über­haupt kei­nen. ein wenig steif war ich sams­tags und auch am sonn­tag noch etwas, aber die mus­keln beschwe­ren sich kaum.

das wet­ter war bru­tal schwül. nicht gerade das ideale lauf­wet­ter. ruck­zuck war ich kom­plett — aber wirk­lich voll­stän­dig — durch­ge­schwitzt. und das blieb bis kurz vor schluss so. kurz vor küls­heim kam ich aus dem wald her­aus, da hat der leichte wind mich immer­hin noch ein biss­chen getrock­net. aber das war dann auch egal.

die wege waren auch nicht immer opti­mal aus­ge­sucht: da waren einige harte trails dabei, die auf der karte ganz und gar harm­los aus­sa­hen. so bin ich also durch die mat­schwüs­ten der wald­ar­bei­ter, über wege, die kom­plett mit ästen zuge­deckt waren, durch brennessel-felder und brombeer-hecken gelau­fen, über aus­ge­wa­schene was­ser­rin­nen ins tal gestürzt und im bauch­ho­hen gras von einem loch ins andere getau­melt … das hat nicht nur kör­per­li­che, son­dern auch phsy­s­i­sche anstren­gung gekos­tet, die sich mit der zeit erheb­lich sum­miert hat. aber dafür macht man ja sol­che läufe …

so bin ich gelau­fen:  erbach-uissigheim, 27.6.2009

die genaue stre­cke lässt sich auch (bes­ser) bei gpsies.com anschauen: klick.

ich bin also durch dorf-erbach ins grä­sig, von dort über das haber­manns­kreuz (wo ich einem auto, dass unbe­dingt mit mini­mals­tem abstand an mir vor­bei musste, den außen­spie­gel ein­klappte) nach eul­bach. bis hier­hin kannte ich den weg — bis­her war ich das aller­dings immer schnel­ler gelau­fen, im ers­ten anstieg hin­term grä­sig war schon die erste geh­pause fäl­lig … von eul­bach dann noch ein­mal kurz auf die b47 in rich­tung box­brunn, aber gleich hin­ter dem abzweig nach viel­brunn den ers­ten wald­weg und mehr oder weni­ger par­al­lel zur straße am höhen­dorf vor­bei. und dann, nach einem wei­te­ren stück auf dem kamm, ging es hin­un­ter rich­tung amor­bach. da wurde das navi­gie­ren schwie­rig — den weg, den ich mir aus­ge­dacht hatte, fand ich an zwei stel­len nicht bzw. nicht auf anhieb. das erste mal nahm ich einen wan­der­weg, schön steil in keh­ren, vor­bei an der gruppe mit stö­cken bewaff­ne­ter wan­de­rer (und betend, dass ich genau dort nicht hin­falle — hat sogar geklappt …), beim zwei­ten mal musste ich nur genauer suchen: der weg war schon sehr zuge­wach­sen. und ent­spre­chend schlecht zu lau­fen. ich hatte aber keine lust, wei­ter umher­zu­ir­ren — mein fuß tat weh, ich hatte mich böse ver­tre­ten und wollte erst ein­mal her­aus aus dem wald. außer­dem war ich schon län­ger unter­wegs als ich dachte, hatte schon mehr kilo­me­ter auf dem forerun­ner als ich erwar­tet hatte. irgend­wann kam ich so dann tat­säch­lich im lan­gen tal an, dass mich wie­der zur b47 führte. der bin ich dann auf dem feld­weg gefolgt bis zur kreu­zung an der bahn­li­nie bei amor­bach. die habe ich kur­zer­hand „wild” über­quert, der nächste übergang war mir ein­fach zu viel umweg … auf der ande­ren seite ging es dann durch den rand von amor­bach und immer wei­ter die straße — und zwar hin­auf. und hin­auf. und hin­auf … irgend­wann, schon hin­ter (und vor allem deut­lich über) schnee­berg, ver­ließ ich dann die land­straße, um wie­der im wald ein­zu­tau­chen. die wege wur­den bald recht ver­las­sen und ent­spre­chend ver­wil­dert. beim „roten kreuz” machte ich eine erste rast und ver­tilgte einen oat-snack gegen den lang­sam auf­kom­men­den hun­ger. aber lange hielt es mich nicht, es ging noch recht gleich­mä­ßig wei­ter, durch eine klei­nen wei­ler über den befes­tig­ten feld­weg nach win­disch­bu­chen. dort bog ich dann wie­der ein­mal auf die straße bzw. das sträß­lein ein, dass mich nach hepp­diehl führt. dort ver­weilte ich kurz am klei­nen fried­hof, nutzte das kühle was­ser zur zwi­schen­er­fri­schung und die bank, meine mitt­ler­weile etwas müden beine kurz aus­zu­ru­hen. doch bald ging es auch hier wie­der wei­ter, 12 uhr war es mitt­ler­weile schon gewor­den. ich blieb jetzt vor­erst auf der straße, die mich steil hinab führte, und zwar nach pföhl­bach. dort bog ich ab, trabte das kurze stück am hang ent­lang nach rie­dern. in rie­dern über­querte ich die erft — mit einer höhe von ca. 180 m der zweit­nied­rigste punkt mei­ner tour. und das war gleich wie­der zu mer­ken, denn hin­ter dem ort ging es schon wie­der ab von der straße und ste­tig bergan. sehr ste­tig. mein etrex fing hier an, ziem­lich zu spin­nen und machte mir etwas sor­gen, weil es mich bestän­dig weit ab von mei­ner eigent­li­chen route wähnte. anfangs noch sehr sicher, auf dem rich­ti­gen weg zu sein, wurde ich zuneh­mens unsi­che­rer. und es ging immer wei­ter bergan … aber irgend­wann war ich doch oben, machte mal wie­der eine kurze rast und ließ den etrex neuen kon­takt zu den satel­li­ten auf­neh­men — und siehe da, ich war die ganze zeit rich­tig gewe­sen. die erleich­te­rung war groß. zumal hier schon das erste schild eines küls­hei­mer wan­der­wegs auf­tauchte — das ende rückte also näher. vor­her galt es fre­lich noch eini­ges an weg im dich­ten gras zu über­win­den — nach­dem ich mitt­ler­weile schon fast 45 kilo­me­ter in den bei­nen hatte, war es nicht mehr sehr lus­tig, zu lau­fen ohne den boden und sei­nen vie­len gemei­nen uneben­hei­ten sehen zu kön­nen. aber das bewusst­sein des nahen­den endes hielt mich auf­recht. so ganz war ich aber frei­lich noch nicht fer­tig … nach der über­que­rung der land­straße zwi­schen stein­furt und stein­bach hatte ich immer­hin wie­der fes­ten, halb­wegs ebe­nen feldwegs-grund unter den füßen. der weg führte leicht abwärts direkt nach küls­heim. da musste ich ein wei­te­res mal pau­sie­ren — die erste was­ser­blase im ruck­sack war leer, ich musste umfül­len. viel erho­lung brachte die pause nicht, so lief ich also eher im trott­gang als beson­ders dyna­misch durch die stadt und zum weg in rich­tung uis­sig­heim. immer­hin kannte ich mich jetzt wenigs­tens wie­der unge­fähr aus … kurz vor uis­sig­heim ver­ließ mich aber auch die letzte reserve bzw. der letzte wille, den an die­sem punkt der stre­cke nicht mehr ganz harm­lo­sen anstieg zum sport­platz bin ich dann doch lie­ber gegan­gen. danach konnte ich aber wenigs­tens noch den letz­ten kilo­me­ter zum ziel lau­fend zurück­le­gen — und da erwar­tete mich nicht nur ein lecke­res (wenn auch arg ver­spä­te­tes) mit­tag­es­sen, son­dern auch eine herr­lich fri­sche, kühle dusche — wun­der­bar. den rest des tages war ich frei­lich ziem­lich hinüber …

der höhen­ver­lauf ist so: erbach-uissigheim, 27.6.2009

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