… besser kein Thema. Thema war das Leben, so, wie es sein sollte. Das Leben, wie es nicht sein sollte, gab es ja schon.“ (moritz von uslar, waldstein oder der tod des walter gieseking am 6. juni 2005, 121)
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… konnte ja nie großartig gedacht werden, weil eben formuliert werden musste. Die Journalisten-Krux: Grundsätzlich musste jeder immerzu zu allem einen Text aufsagen können. Was dazu führte, dass auch wirklich alles – erstaunlich flott, erstaunlich lustig – gesagt werden konnte. Jeder quakte seinen Quark durch die Gegend.“ (moritz von uslar, waldstein oder der tod des walter gieseking am 6. juni 2005, 76)
… hatte den Vorteil, dass sie oft nicht ganz so donnernd laut, prunkvoll, angeberisch und Besitz ergreifend daherkam wie symphonische Musik. Das Orchester als Überwältigungsmaschine wirkte irgendwie gestrig.“ (moritz von uslar, waldstein oder der tod des walter gieseking am 6. juni 2005, 45)
… dass alles, was gesagt wird, ins wackeln kommt, immer wieder neu.“ (paul wühr)
… gleichgültig ob in Berlin oder in Rom, ein „Schriftwort“ auslegt oder ein Erlebnis, einen Sieg des vaterländischen Heers zum Beispiel unter der höheren Beleuchtung der Psalmen Davids, ist immer dergestalt kühn, dass ein Philolog dabei an allen Wänden emporläuft.“ (friedrich nietzsche, der antichrist, 52)
Was Literatur kann, ist verspannte Denkmuskeln auflockern. Dietmar Dath
ist ersatzwort.“ (birgit kempker, sehnsuch im hyperbett. ein transverfickter diskurs, 98)
… die-Akten & die-Vorgänge; von Papier bis du zu Papier wirst du: die einzig=wirkliche Auferstehung heißt Bürokratie“—Reinhard Jirgl, Die Stille, 193
… Mobilität steigt auch die-Dummheit, weil Mobilität den Raum des Wissens expandiert, was zugleich die Zahl der Berührungsflächen mit dem Unwissen potenzieren heißt.“—Reinhard Jirgl, Die Stille, 145
… läßt auch die Vollständigkeit zurück – für die Gedanken.—Reinhard Jirgl, Die Stille, 136
