Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: netz Seite 9 von 16

Ins Netz gegangen (14.11.)

Ins Netz gegan­gen am 14.11.:

  • Hip | waahr – Joa­chim-Ernst Ber­endt refe­riert 1962 in „Twen“ Nor­man Mailers Hips­ter-Theo­rie und ergänzt sie um eini­ge Beobachtungen/​Bemerkungen zum Jazz:

    Daß die „Bot­schaf­ter“ so schnell wech­seln – in drei Jah­ren von Miles über Min­gus zu Col­tra­ne -, hat nichts mit modi­scher Unbe­stän­dig­keit zu tun. Es ist erfor­der­lich – drin­gend not­wen­dig. Fast alles näm­lich, was Jazz bedeu­tet, ist ver­drängt wor­den – und zwar im Zei­chen der wach­sen­den Akzep­tie­rung des Jazz. Es ist ver­drängt wor­den von denen, die ihn akzep­tie­ren: von der Tole­ranz und Groß­zü­gig­keit über die Direkt­heit und Ehr­lich­keit bis zur Frei­zü­gig­keit und Frei­heit. Des­halb muß das, wor­auf es ankommt, immer noch kon­zen­trier­ter und noch inten­si­ver gesagt wer­den. Die Inten­si­tät von ges­tern wird heu­te schon von den Squa­res ver­harm­lost. Miles-Davis-Phra­sen tauch­ten zwei Jah­re nach Beginn sei­nes Hip-Erfol­ges in der Schla­ger­mu­sik auf./

  • Pro­zess ǀ Ziem­lich fes­te Freunde—der Frei­tag – Wahr­schein­lich das Bes­te, was ich bis­her zum Wulff-Pro­zess gele­sen habe (wenn auch etwas über­spitzt). Nur die Kom­men­ta­re darf man natür­lich nciht lesen …

    Die­ses Ver­fah­ren aber wird zei­gen, dass es eben um mehr geht als nur gut 750 Euro. Näm­lich um eine von allen Betei­lig­ten als nor­mal emp­fun­de­ne Nähe zwi­schen Poli­tik und Wirt­schaft, in der gegen­sei­ti­ge Gefäl­lig­kei­ten zur Regel gehö­ren, um abseits eines öffent­li­chen Nut­zens per­sön­li­che Vor­tei­le zu erzie­len. Wenn man so will, steht der Fall Wulff/​Groenewold für das Anfangs­sta­di­um von Ent­wick­lun­gen, die zu sol­chen End­punk­ten wie Schröder/​Gazprom, Koch/​Bilfinger oder eben Klaeden/​Daimler füh­ren. Das Gericht in Han­no­ver könn­te, wenn es klug und mutig genug urteilt, sol­che gerad­li­ni­gen Ent­wick­lun­gen für die Zukunft zumin­dest erschweren.

  • Voy­ant Tools: Reve­al Your Texts – Voy­eur is a web-based text ana­ly­sis envi­ron­ment. It is desi­gned to be user-fri­end­ly, fle­xi­ble and powerful.
    What you can do with Voyeur:
    • use texts in a varie­ty of for­mats inclu­ding plain text, HTML, XML, PDF, RTF and MS Word
    • use texts from dif­fe­rent loca­ti­ons, inclu­ding URLs and uploa­ded files
    • per­form lexi­cal ana­ly­sis inclu­ding the stu­dy of fre­quen­cy and dis­tri­bu­ti­on data; in particular
    • export data into other tools (as XML, tab sepa­ra­ted values, etc.)
    • embed live tools into remo­te web sites that can accom­pa­ny or com­ple­ment your own content
  • „In vie­len Krip­pen herr­schen hane­bü­che­ne Zustän­de“ – Poli­tik – Süddeutsche.de – RT @SZ: „In vie­len Krip­pen herr­schen hane­bü­che­ne Zustän­de“: ein Inter­view zum #Kita-Aus­bau im Rah­men der #Agenda2017
  • Kom­men­tar: Schland­netz gegen NSA – die feuch­ten Schen­gen-Träu­me der Tele­kom | hei­se online – hei​se​.de zum Schland­netz-Unsinn der Telekom:

    Das wäre die schlech­tes­te Kon­se­quenz, die man aus dem NSA-Skan­dal zie­hen könn­te: Eine Natio­na­li­sie­rung des Inter­nets, mit regio­na­lem Pee­ring unter Ägi­de der Tele­kom. Mit Pee­ring-Punk­ten, an denen sich die natio­na­len Regie­run­gen mit ihrem Über­wa­chungs­hun­ger güt­lich hal­ten können.

  • Super­vi­rus bad­BI­OS ist mög­li­cher Nach­fol­ger von Stux­net | ZEIT ONLINE – cra­zy: bad­BI­OS: Super­vi­rus oder Schar­la­ta­ne­rie? Com­pu­ter­vi­rus mit spek­ta­ku­lä­ren Fähig­kei­ten elek­tri­siert die Fachwelt
  • Klaus­po­li­tik » Lie­ber Franz Josef Wag­ner – Eine Reak­ti­on auf Franz Josef Wag­ners offe­nen Brief an Edward Snow­den – Auch „Klaus­po­li­tik“ nimmt sich noch Franz-Josef Wag­ners Brief an Edward Snow­den an:

    Der Autor hat eine Face­book-Fan­page, einen Wiki­pe­dia-Ein­trag und offen­sicht­lich einen Dachschaden./

    und kommt zu dem Schluss: 

    Sei­ne Argu­men­ta­ti­on ist wirr, sprung­haft und so naiv, dass das doch irgend­wie Sati­re sein muss. Dass sie es nicht ist, ist erschre­ckend – mit Jour­na­lis­mus hat der Bei­trag nichts mehr gemein und erin­nert allen­falls an einen kon­fu­sen, längst in die Unsicht­bar­keit down­ge­vo­te­ten Spon­tan­post einer unmo­de­rier­ten Kommentarspalte./

  • Induk­ti­ons­schlei­fe auf Rad­weg – You­Tube – so geht’s also auch: RT @FahrradClub: Jetzt anse­hen: Induk­ti­ons­schlei­fe auf dem Rad­weg – – so muss das gehen!

Ins Netz gegangen (3.11.)

Ins Netz gegan­gen am 3.11.:

  • Face­book Histo­ry of the World | Col­lege­Hu­mor – groß­ar­tig und ziem­lich cool (auch wenn’s etwas Ame­ri­ka-las­tig ist): Eine kur­ze Geschich­te der Welt im Facebook-Style
  • Sibyl­le Berg über Kul­tur­pes­si­mis­mus – hach, Sibyl­le Berg hat mal wie­der sehr recht – und bringt das aus­gzeich­net auf den Punkt:

    All die Tex­te, in denen wir, Jahr­gang vor 1990, das Ver­schwin­den der kul­tu­rel­len Wer­te bewei­nen, sind für die Toi­let­te geschrie­ben. Oder noch nicht mal dafür, wir schrei­ben ja online. Es ist das Jam­mern Ster­ben­der, die dum­mer­wei­se zwi­schen zwei Zei­ten leben.

  • Bil­der im digi­ta­len Zeit­al­ter – Abge­schos­sen – Süddeutsche.de – Peter Rich­ter denkt in der Süd­deut­schen über den Umgang mit die­ver­sen For­men von Por­trät­fo­tos nach – beim Erstel­len wie beim Anschau­en und – wil­lent­li­chen oder unwil­lent­li­chen – Verbreiten

    Halb­wüch­si­ge mai­len wie wild Sel­fies her­um, Frau­en weh­ren sich auf Reven­ge Porn gegen im Web kur­sie­ren­de frei­zü­gi­ge Bil­der von sich selbst und Hugh Grant fun­giert als Mona Lisa der Mugshots. Neue digi­ta­le Bild­for­ma­te zer­stö­ren unse­ren Ruf, set­zen gan­ze Exis­ten­zen aufs Spiel. Das Phä­no­men ist nicht neu. Aber Weg­schau­en hilft nicht.

  • Wacken-Fes­ti­val nutzt Car­go-Bikes « Velo­phil – Nicht nur das Wacken-Fes­ti­val, auch öko­no­misch kal­ku­lie­ren­de Unter­neh­men ent­de­cken die Vor­tei­le von Lastenrädern:

    In gro­ßen Indus­trie­an­la­gen wer­den Las­ten­rä­der bereits seit Jahr­zehn­ten ein­ge­setzt. Timo Mes­ser­schmidt von der Fir­ma Wisag mach­te auf der Las­ten­rad­ta­gung in Ham­burg deut­lich, dass Unter­neh­mer mit den Car­go-Bikes auch rich­tig Geld sparen.

  • Edward Snow­den: Ein Flücht­ling, wie er im Buche steht – Poli­tik – Süddeutsche.de – Heri­bert Prantl spricht in sei­nem Kom­men­tar mal wie­der deut­li­che und wah­re Wor­te (die ver­mut­lich an den ent­schei­de­nen Stel­len aber wie­der mal nicht gehört und beach­tet wer­den werden):

    Man kann die Art von Spio­na­ge, die der NSA betrie­ben hat und wohl immer noch betreibt, als Staats­kri­mi­na­li­tät beschrei­ben. Snow­dens Han­deln mag in den USA straf­bar sein, weil er US-Geset­ze ver­letzt hat; wirk­lich kri­mi­nell sind die Zustän­de und die Machen­schaf­ten, die er anpran­gert.[…] Deutsch­land braucht Auf­klä­rung über die umfas­sen­den Lausch­an­grif­fe der USA. Die­ser Auf­klä­rung ist nur mit der Hil­fe von Snow­den mög­lich. Und Auf­klä­rung ist der Aus­gang aus selbst­ver­schul­de­ter Unmündigkeit.

Twitterlieblinge Oktober 2013

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Medienwirkung?

Inter­es­san­te Medien-(Werbungs-)Wirkungsmodelle haben so man­che Tech-/On­line­mar­ke­ting­blogs. Offen­bar hat irgend jemand etwas pro­gram­miert, was es Sei­ten­be­trei­bern ermög­li­chen soll, trotz Adblo­cker Wer­bung aus­zu­lie­fern (Bei mir funk­tio­niert es übri­gens nicht, die Sei­ten, die das im Ein­satz haben sol­len, sind bei mir immer noch schön wer­be­frei). Dar­aus schlie­ßen die dann:

AdBlock-User sehen kaum Wer­bung, sind aber nicht immun dage­gen. Dies führt zu hoher Awa­re­ness und erhöh­ter Klick­wahr­schein­lich­keit.

Ich wür­de ja anders argu­men­tie­ren: Adblock-Benut­zer haben sich bewusst dafür ent­schie­den, das ein­zu­set­zen (vor­in­stal­liert ist das ja in kei­nem Brow­ser). Wenn sie trotz­dem Wer­bung sehen, fällt ihnen das auf – aber nega­tiv. Und weil sie ja gera­de kei­ne Wer­bung wol­len, kli­cken sie auch erst recht nicht. Und wunder/​ärgern sich, wie der Sei­ten­be­trei­ber es geschafft hat, ihnen den­noch Wer­bung unter­zu­mo­geln – der Schuss könn­te also schön nach hin­ten los­ge­hen. Die Argu­men­ta­ti­on, dass das mehr Klicks bringt, wür­de ich nur dann als gül­tig sehen, wenn Adblo­cker in den Brow­sern vor­in­stal­liert wären, man sich also nicht bewusst (und mit dem ent­spre­chen­den Know-how) dafür ent­schei­den muss.

Übri­gens fin­de ich das eine sehr lin­ke Masche, jeman­den, der offen­sicht­lich kei­ne Wer­bung sehen möch­te, die­se doch wie­der unter­zu­ju­beln. Bei Papier­wer­bung per Brief­kas­ten ist so etwas nicht ohne Grund auch aus­drück­lich (und höchst­rich­ter­lich) ver­bo­ten, wenn der Adres­sat sei­ne Ein­stel­lung ent­spre­chend kundtut.

Ins Netz gegangen (3.10.)

Ins Netz gegan­gen am 2.10.:

  • Ili­ja Tro­ja­now: „Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung nichts zu tun haben“ | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ hat mit Ilja Tro­ja­now gespro­chen. Der ist auf­ge­bracht – nicht so sehr über die ame­ri­ka­ni­sche, son­dern – zu Recht – vor allem über die deut­sche Regie­rung. Denn die hät­te ja eigent­lich die Auf­ga­be, ihn – und uns alle – vor sol­chen Schi­ka­nen und Über­wa­chun­gen zu schüt­zen. Wenn sie denn ihre Ver­pflich­tung auf die Ver­fas­sung ernst näh­me. Aber dass sie das nicht immer tut, ist ja kei­ne Neuigkeit …

    Die Taten­lo­sig­keit der Regie­rung macht mich wütend. Viel wüten­der als das Ein­rei­se­ver­bot. Die Bun­des­re­gie­rung hat die Pflicht, die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rech­te ihrer Bür­ger zu schüt­zen. Und ich als deut­scher Staats­bür­ger füh­le mich ange­sichts die­ser in ihrem Umfang ja immer noch nicht über­schau­ba­ren Über­wa­chungs­sys­te­me in mei­nen Rech­ten abso­lut ange­grif­fen. Eine Bun­des­re­gie­rung, die einen Eid geschwo­ren hat, die­se Ver­fas­sung zu schüt­zen und über­haupt nichts unter­nimmt, hal­te ich für mehr als skan­da­lös. Das ist ein rich­ti­ger Ver­rat am eige­nen Volk
    […] Ich möch­te mit die­ser Bun­des­re­gie­rung gar nichts zu tun haben. Sie ist so völ­lig unsen­si­bel gegen­über Bür­ger­rech­ten und Frei­heits­rech­ten. Sie ver­tritt mich nicht und des­we­gen will ich sie auch zu nichts auffordern.

  • Schrift­stel­ler als Netz­ver­äch­ter: Vom Gen­re der Bes­ser­halb­wis­se­rei – FAZ – Sascha Lobo nutzt die Aus­ein­an­der­set­zung mit Botho Strauß’ „Plu­ri­mi-Fak­tor“, um sei­ne eige­ne Hoff­nung für das Inter­net als gro­ße Auf­klä­rungs-/Fort­schritts-/Bil­dungs­ma­schi­ne end­gül­tig zu begraben

    Das Netz und vor allem die sozia­len Netz­wer­ke haben unter Schrift­stel­lern vie­le Ver­äch­ter. Jüngst wag­ten sich Gün­ter Grass und Botho Strauß her­vor. Der eine hat’s ver­geigt. Der ande­re weiß: Das Inter­net ist kein Bil­dungs­au­to­mat – man muss schon Bil­dung mitbringen. 

  • Ili­ja Tro­ja­nows Ein­rei­se­ver­bot: Will­kür und Frei­heit – FAZ – Ilja Tro­ja­now anläss­lich der Wei­ge­rung der USA, ihn ein­rei­sen zu lassen:<blockqutoe>Es ist mehr als iro­nisch, wenn einem Autor, der sei­ne Stim­me gegen die Gefah­ren der Über­wa­chung und des Geheim­staa­tes im Staat seit Jah­ren erhebt, die Ein­rei­se in das „land of the bra­ve and the free“ ver­wei­gert wird. Gewiss, ein klei­ner Ein­zel­fall nur, aber er illus­triert die Fol­gen einer desas­trö­sen Ent­wick­lung und ent­larvt die naï­ve Hal­tung vie­ler Bür­ger, die sich mit dem Man­tra „Das betrifft mich doch nicht“ beru­hi­gen. Das mag ja noch zutref­fen, aber die Ein­schlä­ge kom­men näher. Gegen­wär­tig erhal­ten die­se Bür­ger nur stil­le Post von den Geheim­diens­ten, aber eines nicht so fer­nen Tages wer­den sie die Rech­nung für ihre Arg­lo­sig­keit zuge­stellt bekommen.</blockqutoe>
  • AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fra­gen – Inland – FAZ – RT @netzpolitik: FAZ über die Bie­der­män­ner und Brand­stif­ter der AfD: Ein­fa­che Lösun­gen, vie­le Fragen .
  • Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 | Schma​len​stroer​.net – Das paßt den Deut­schen nicht, Febru­ar 1968 (via Published articles)
  • Kom­men­tar Grü­ne Wahl­kampf­feh­ler: Das Rich­ti­ge falsch ver­kauft – taz​.de – Ulrich Schul­te ana­ly­siert für die taz in mei­nen Augen sehr schlüs­sig und über­zeu­gend, war­um die Grü­nen bei der Bun­des­tags­wahl so schlecht abschnitten:

    Den Grü­nen kann nun man vor­wer­fen, dass sie zu sehr einen Arbei­ter­klas­sen-Sound bedien­ten, der an der zufrie­de­nen Mit­te vor­bei ziel­te, wie es Ex-Außen­mi­nis­ter Josch­ka Fischer tut. Aber man kann ihnen nicht vor­wer­fen, sie hät­ten die fal­schen Kon­zep­te ent­wi­ckelt. Ihr Pro­gramm war kom­plett gegen­fi­nan­ziert, es war prä­zi­se und ja, es war auch mutig.

    Das ist eine erschüt­tern­de Erkennt­nis die­ser Wahl. Die Grü­nen tra­ten mit dem ehr­lichs­ten Pro­gramm an, und sie wur­den dafür am här­tes­ten bestraft. Eine sol­che Mecha­nik passt gut in post­de­mo­kra­ti­sche Ver­hält­nis­se, sie ist aber für eine so papier­ver­lieb­te Par­tei, wie es die Grü­nen sind, katastrophal. 

    Auch sei­nen Schluss­fol­ge­rung: „Die Wäh­ler wol­len es offen­bar nicht so genau wis­sen. Sie möch­ten nicht gequält wer­den mit Details.“ ist wohl lei­der nicht falsch …

Lieblingstweets September 2013


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Ins Netz gegangen (21.9.)

Ins Netz gegan­gen am 21.9.:

  • Wahl­kampf der Gespens­ter: Die gro­ße poli­ti­sche Leis­tungs­ver­wei­ge­rung – FAZ – Der schlaue Nils Mink­mar sagt alles, was es zum jetzt end­lich zu Ende gehen­den Wahl­kampf zu sagen gibt:

    Es war irre. Der Sub­text all die­ser Debat­ten waren uralte Paro­len: Frei­heit statt Sozia­lis­mus. Haus­frau­en gegen Raben­müt­ter, freie Fahrt für freie Bür­ger und vor allem: kei­ne Expe­ri­men­te. Die­ser Wahl­kampf ist eine ein­zi­ge poli­ti­sche Geisterbahn.
    […] Ris­kie­ren wir hier im Lan­de noch etwas – in der Kunst, der Lite­ra­tur, dem Film, unse­ren Bau­ten, unse­ren Städ­ten –, oder bean­tra­gen wir, das gan­ze Land zum Welt­kul­tur­er­be zu erklären? 

  • Brau­chen wir noch Buch­lä­den? – taz​.de – Susan­ne Mess­mer hat sich für die taz im deut­schen Buch­han­del umge­schaut – und gefragt:

    Und, mal ganz bru­tal gefragt: Gibt es den klei­nen Buch­la­den um die Ecke bald viel­leicht ein­fach des­halb nicht mehr, weil ihn kei­ner mehr braucht?

    ihre Ant­wort – wenn man den Text als eine sol­che lesen mag – ist dann aber wie­der das übli­che: Sie stellt zwei außer­or­dent­li­che Buch­hand­lun­gen (Roter Stern in Mar­burg, Oce­lot in Ber­lin) vor, die es gera­de (noch) so schaf­fen, als Unter­neh­men zu bestehen. Die Fra­ge beant­wor­tet das natür­lich nicht, weil das bei­de eben gera­de kei­ne Buch­lä­den um die Ecke sind – dort herrscht ja längst das gro­ße Grau­en, das sich von den Ver­kaufs­flä­chen der Ket­ten (die auch hier auf­tau­chen) gar nicht mehr so sehr unter­schei­det. Schon in Uni­ver­si­täts­städ­ten wie Mainz. Von wirk­li­chen Klein­städ­ten gar nicht zu reden …

  • xkcd: Mess – Mess (via Published articles)
  • Plö­chin­ger – Wie wir nach vor­ne den­ken soll­ten – acht The­sen zur Zukunft – Ste­fan Plö­chin­ger hat für das Jahr­buch 2013 des BDZV 8 The­sen zum Jour­na­lis­mus der Zukunft ver­fasst, die eigent­lich 8 The­sen zum Jour­na­lis­mus der Gegen­wart sind. Da steht wohl viel Wah­res drin, z.B.:

    Nach Qua­li­tät zu stre­ben, ist essen­ti­ell für die Zukunft, aber Qua­li­tät kommt nicht von selbst oder per Akkla­ma­ti­on. Sie muss den Lesern täg­lich neu bewie­sen und erar­bei­tet wer­den. Wir alle wis­sen, wie desas­trös es ist, wenn wir mal einen Namen falsch schrei­ben: Der Betrof­fe­ne, aber auch Leser mer­ken sich das jah­re­lang. Wie ver­hee­rend ist es erst, wenn wir Inter­net­sei­ten deut­lich schlech­ter machen, als sie sein könnten.

    Oder die­se Beobachtung: 

    So ist das jetzt wohl immer: Jour­na­lis­mus als Dau­er­bau­stel­le. Es ist die ange­mes­se­ne Hal­tung in einem Medi­en­sys­tem, das sich per­ma­nent ändert.

    Das ist natür­lich viel ein­fa­cher gesagt als getan und aus­ge­hal­ten – aber es stimmt trotzdem …

  • “Bild zur Wahl” « BILD­blog – RT @BILDblog: Über­mor­gen sol­len alle Haus­hal­te die „Bild zur Wahl“ bekom­men. Wie sie aus­sieht und wie man sich dage­gen weh­ren kann:
  • #4 Emckes Expe­di­tio­nen: Ich wäh­le | ZEIT ONLINE – gran­di­os, unbe­ding lesens­wert! RT @EmckeExpedition: #Emcke(s letz­te )Expe­di­ti­on: ein Plä­doy­er für das Wäh­len: #btw13

Ins Netz gegangen (8.9.)

Ins Netz gegan­gen am 8.9.:

  • Daten­schutz: Mein digi­ta­ler Zwil­ling gehört mir – FAZ – Auch Juli Zeh hat recht, wenn sie das „poli­ti­schen Phleg­ma“ der Deut­schen beklagt. Aber lei­der auch kei­ne Idee, wie man „die ande­ren“ auf­rüt­teln könn­te … Dabei geht es ja um so viel, wie sie auch noch mal betont – nicht nur um ein biss­chen Inter­net und ein paar Kon­takt­da­ten oder so:

    Inter­net­be­nut­zung als Rechts­ver­zicht? So funk­tio­niert unser Gemein­we­sen nicht. Wenn Miss­stän­de, ja Rechts­brü­che in gro­ßem Umfang auf­ge­deckt wer­den, ist es nicht unse­re Auf­ga­be, etwas dage­gen zu unter­neh­men. Es obliegt der Poli­tik, öffent­li­che Räu­me so zu gestal­ten, dass sich die Bür­ger dar­in frei bewe­gen können.

    Das Bild des „digi­ta­len Zwil­lings“, der aus den Daten geschaf­fen wird, ist eigent­lich eine schö­ne Meta­pher – und zeigt auch, war­um es so wich­tig ist, sich um die­se Daten zu küm­mern: weil die auch wir selbst sind …

  • John Lahr: Whe­re Do Clai­re Danes’s Vol­ca­nic Per­for­man­ces Come From? : The New Yor­ker -

    Alt­hough the­re is not­hing domi­nee­ring in Danes’s deme­an­or on the set—she crea­tes no com­mo­ti­on around herself—onscreen she is capa­ble of what David Hare­wood, who play­ed the stone­wal­ling depu­ty direc­tor of the C.I.A. in the first two sea­sons, calls a “tsu­na­mi of emo­ti­on.” In extre­mis or out of it, her body sema­pho­res feeling.

    John Lahr hat für den „New Yor­ker“ ein seee­ehr aus­führ­li­ches Por­trät der Schau­spie­le­rin Cla­rie Danes geschrie­ben, das sich vor allem auf die schau­spie­le­ri­sche Tech­nik Danes’ kon­zen­triert (anläss­lich des bevor­ste­hen­den Starts der drit­ten Staf­fel von „Home­land“ – für das Danes übri­gens einen Ver­trag über 7 Jah­re hat …)

  • Aus dem Maschi­nen­raum: Die Steig­bü­gel­hal­ter der Spio­ne – Aus dem Maschi­nen­raum – FAZ – Con­stan­ze Kurz über die „Trus­ted Chips/Computing“-Idee:

    Die Skep­sis der Nut­zer gegen­über der Ver­trau­ens­wür­dig­keit der Her­stel­ler ist nicht unbe­grün­det, wie die Ent­hül­lun­gen über die mas­sen­wei­sen Ein­brü­che der NSA in Com­pu­ter welt­weit zei­gen. Ohne die Unter­stüt­zung der zumeist ame­ri­ka­ni­schen Her­stel­ler der Betriebs­sys­te­me und Soft­ware wäre dies kaum in so rie­si­gem Umfang mög­lich. Gerüch­te über Vor­ab­in­for­ma­tio­nen an die NSA über gefun­de­ne Schwach­stel­len, absicht­lich zurück­ge­hal­te­ne Feh­ler­be­he­bun­gen und ver­deck­te Hin­ter­tü­ren gibt es seit Jahr­zehn­ten. Nun wis­sen wir, dass es sich nicht um Ver­schwö­rungs­theo­rien handelte.

  • NSA-Affä­re: „Die Über­wa­chung muss unser Wahl­ver­hal­ten beein­flus­sen“ | ZEIT ONLINE – Phil Zim­mer­mann, der Erfin­der der PGP-Ver­schlüs­se­lung, im Interview:

    Wir alle müs­sen ler­nen, unse­re Kom­mu­ni­ka­ti­on zu schüt­zen, denn damit bie­ten wir ande­ren Men­schen Schutz. Wenn wir unse­re Gesell­schaft vor einer schlim­men Zukunft bewah­ren wol­len, muss Ver­schlüs­se­lung zur Bür­ger­pflicht werden.
    […] Es geht auch um die Fra­ge, in wel­cher Welt wir leben wol­len. Wer über­all Über­wa­chungs­ka­me­ras auf­stellt, um zu sehen, ob jemand Müll auf die Stra­ße wirft, hat ver­mut­lich sau­be­re Stra­ßen. Aber der Preis dafür ist zu hoch. Man gibt sei­ne per­sön­li­che Frei­heit auf. Wenn jeder Schritt von uns über­wacht wird und man das weiß, rich­tet man sein Ver­hal­ten unwill­kür­lich danach aus, will nicht auf­fal­len, nicht anecken. Nie­mand wird noch etwas riskieren.

    Lei­der ist er an einer Stel­le etwas arg opti­mis­tisch, wenn es dar­um geht, das Geheim­diens­te Bür­ger ande­rer Natio­nen aus­spä­hen: Er sieht das als nicht so schlimm, weil die­se ja kei­nen direk­ten Zugriff auf die Bür­ger haben. Theo­re­tisch stimmt das (auch an sei­nem Bei­spiel Chi­na), für die USA und Deutsch­land z.B. aber lei­der eben nicht …

  • Hirn­for­schung: Mär­chen­haf­tes Ver­spre­chen | ZEIT ONLINE – Die „Zeit“ setzt ihre Aus­ein­an­der­set­zung mit der Neu­ro­di­dak­ti (bei ihr immer in Anfüh­rungs­zei­chen …), der Ver­bin­dung von Neu­ro­wis­sen­schaf­ten und Päd­ago­gik, fort. Heu­te weist Ulrich Schna­bel dar­auf hin, dass sie bis­her sei­ner Wahr­neh­mung nach noch fast gar nichts leistet:

    Ihren Nut­zen offen­bart die Hirn­for­schung bis­lang vor allem bei der Klä­rung patho­lo­gi­scher Fäl­le – etwa bei Lese-Recht­schreib-Schwä­che (Dys­le­xie) oder Rechen­schwä­che (Dys­kal­ku­lie) – bei denen sich neu­ro­na­le Abwei­chun­gen zei­gen. Zur Fra­ge, wie man das Ler­nen gesun­der Kin­der in der Schu­le för­dert, hat sie wenig bei­zu­tra­gen. Wie könn­te sie auch?

Ins Netz gegangen (4.9.)

Ins Netz gegan­gen am 4.9.:

  • Eph­emera – Kein Femi­nis­mus bit­te, wir sind Hel­den­ver­eh­rer -

    Zu for­dern, dass die Femi­nis­tin­nen sich oder den Femi­nis­mus aus bestimm­ten The­men her­aus­zu­hal­ten hät­ten, zeugt nur von einer Igno­ranz gegen­über den Inhal­ten des Femi­nis­mus, und einem Wunsch, unan­ge­neh­me Dis­kur­se an den Rand zu drän­gen und aus gan­zen Gesell­schafts­be­rei­chen herauszuhalten.

    – mehr muss man dazu glau­be ich nicht sagen …

  • Mer­kels Aser­bai­dschan « Ste­fan Niggemeier
    Ste­fan Nig­ge­mei­er weist dar­auf hin, dass Mer­kel – die die Enwick­lung der Men­schen­rechts­si­tua­ti­on in Aser­bai­dschan lobt – ent­we­der lügt oder kei­ne Ahnung hat (bei­des ja nicht neu und bei­des fatal für eine Bundeskanzlerin …)
  • Diri­gent Pierre Bou­lez: „Wir woll­ten ein neu­es Evan­ge­li­um“ | ZEIT ONLINE – Vol­ker Hage­dorn hat Pierre Bou­lez besucht, anläss­lich des 10. Geburts­tags der Lucer­ne Fes­ti­val Aca­de­my. Viel neu­es erfährt man in dem lau­nig geschrie­be­nen Stück nicht, aber Begeg­nun­gen mit Meis­tern wie Bou­lez sind trotz­dem immer interessant …

    Dass ohne ihn die Geschich­te der Musik seit 1945 eine ande­re wäre, lässt sich ohne die gerings­te Über­trei­bung sagen. Er war das Super­hirn der Seria­lis­ten, deren Vehe­menz eine der tiefs­ten ideo­lo­gi­schen Spal­tun­gen in der Musik her­vor­rief. Was er in bril­lan­ten Pole­mi­ken for­der­te, über­traf er noch mit sei­ner Kunst. Das mach­te ihn so unschlag­bar wie sein Diri­gie­ren. Ein Revo­lu­tio­när, dem die berühm­tes­ten Orches­ter aus der Hand fres­sen, der in Bay­reuth Wag­ner vom Waber befreit und zugleich ein Zen­trum zur Klang­er­for­schung in die Mit­te von Paris gra­ben lässt, ver­se­hen mit einer Macht wie kein Kom­po­nist vor ihm, fähig, die einen Kol­le­gen in den Schat­ten, die ande­ren ins Licht zu stoßen.

  • Sil­ke Bur­mes­ter über sexis­ti­sche Wer­bung: Dose trägt Des­sous – SPIEGEL ONLINE – Sil­ke Bur­mes­ter zeigt, wie Iro­nie, Wer­bung und sexis­ti­sche Kack­schei­ße funktionieren:

    Ler­nen zu sehen, dass sexis­ti­sche Wer­bung immer mit „Augen­zwin­kern“ gemacht ist, dass sie am Ende ein­fach nur lus­tig ist. Ich habe das auch gelernt. Auch ich war mal so naiv zu mei­nen, ich müs­se mich beim Wer­be­rat beschwe­ren. Damals hat­te – wenn ich mich recht erin­ne­re – die Kon­ser­ven­in­dus­trie eine ganz­sei­ti­ge Anzei­ge geschal­tet, in der auf pink­far­be­nem Unter­grund eine tail­lier­te, mit Des­sous beklei­de­te Kon­ser­ven­do­se abge­bil­det war.

Lieblingstweets August 2013


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