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Lieblingstweets Juli 2013

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"Eine neue Version ist verfügbar" - Frontcover

Die neueste Version der neuen Version

So sieht sie also aus, mei­ne per­so­na­li­sier­te Neue Ver­si­on, die jetzt ver­füg­bar ist – aber das hat­te ich ja schon getwittert.

Schön ist das Buch gewor­den, mit den far­bi­gen Sei­ten der ver­schie­de­nen Kapi­teln (nur eine bes­se­re und fle­xi­ble­re Kle­be­bin­dung hät­te ich mir gewünscht …). Wobei ver­füg­bar schon falsch ist: Der Text hät­te mir schon lan­ge bekannt sein kön­nen und war es teil­wei­se auch, weil der Autor Dirk von Geh­len (des­sen Mas­hup ich auch schon mit Gewinn gele­sen habe) sei­ne Unter­stüt­zer am Ent­ste­hungs­pro­zess hat teil­ha­ben las­sen (was ich aber nicht alles gele­sen und ange­hört habe). Jetzt also die neue Ver­si­on von Eine neue Ver­si­on ist ver­füg­bar, die auch nur eine vor­läu­fig letz­te ist: Im Herbst erscheint es als über­ar­bei­te­te Ver­si­on noch ein­mal bei einem Verlag.

Wor­um geht es in Eine neue Ver­si­on ist ver­füg­bar? Um Ver­flüs­si­gung. Von Geh­len beob­ach­tet und beschreibt eine Ver­än­de­rung, die durch die Digi­ta­li­sie­rung viel­leicht nicht her­vor­ge­bracht, aber zumin­dest beschleu­nigt wur­de: Gesell­schaft und ihre „Pro­duk­te“ ver­än­dert sich. Sie wird beweg­li­cher, eben flüs­si­ger, über­win­det also die Star­re des Fest­stof­fes. Das heißt auch: Sie exis­tiert immer in ver­schie­de­nen Ver­sio­nen: Alles – z.B. auch die Kul­tur – wird zur Software. 

Auch ein schöner Rücken kann entzücken ...

Auch ein schö­ner Rücken kann entzücken …

Meta­phern spie­len dabei – die Vor­stel­lung der „Ver­flüs­si­gung“ macht es ja schon deut­lich – eine gro­ße Rol­le. Viel­leicht manch­mal eine zu gro­ße: Hin und wie­der hät­te ich mir (auch) noch etwas mehr Kon­kre­ti­sie­rung gewünscht. Sicher, dass ist nicht das pri­mä­re Ziel von Geh­lens. Aber gescha­det hät­te es dem Text und sei­ner ana­ly­ti­schen Schär­fe viel­leicht nicht ;-). Und für mei­nen unmaß­geb­li­chen Geschmack wird der Fuß­ball­spiel­ver­gleich etwas über­stra­pa­ziert. Aber das sind Klei­nig­kei­ten, im Gro­ßen und Gan­zen bin ich – glau­be ich zumin­dest – auf einer Linie mit der Neu­en Version. 

Ver­flüs­si­gung heißt also: Der Künst­ler – denn obwohl von Geh­len immer mit dem Blick auf die gesam­te Gesell­schaft schreibt, bleibt die Künst­le­rin und ihr Kul­tur­schaf­fen doch im Fokus – steht „nicht mehr am Anfang, son­dern in der Mit­te eines krea­ti­ven Pro­zes­ses […], des­sen Aus­gang offen ist“ (S. 149f.) Und des­halb heißt es ganz fol­ge­rich­tig ein­mal: „Wir müs­sen schwim­men ler­nen!“ Und das ist also von Geh­lens For­de­rung für alle. Er schlägt dazu einen Weg in fünf Schrit­ten vor:

  1. Das Pro­dukt als Pro­zess den­ken (führt zu grö­ße­rer Nähe zw. Pro­du­zent und Konsument)
  2. Das Gespräch füh­ren (der sozia­le Aspekt der Kul­tur – dazu gehört auch, die „Meta­da­ten“ offen­zu­le­gen, also den Pro­zess zu zei­gen und auch nach­voll­zieh­bar zu machen)
  3. Ein Netz­werk erstel­len (Künst­ler als (Ver-)Mittler)
  4. Einen Salon eröff­nen (Gemein­sam­keit spe­zi­fisch defi­nier­ter (vir­tu­el­ler) Öffentlichkeit(en))
  5. Erleb­nis­se schaf­fen (auch der Ent­ste­hungs­pro­zess ist ein Erlebnis)

Zusam­men­ge­nom­men heißt das dann: 

Schwim­men ler­nen bedeu­tet des­halb vor allem: die neu­en Bedin­gun­gen im ver­än­der­ten Ver­hält­nis zwi­schen Autor und Publi­kum zu erspü­ren. Denn hier liegt eine der zen­tra­len Fol­gen der digi­ta­len Kopie für die zu Soft­ware gewor­de­ne Kul­tur. (S. 150)

Und damit hat er wohl ziem­lich recht. Es wird also span­nend, davon bin ich über­zeugt: Noch gibt es ja erst weni­ge Ver­su­che, die­sen Weg (in der Kunst) zu gehen. Das wer­den in den nächs­ten Jah­ren sicher­lich viel mehr wer­den – und dar­auf freue ich mich. Und so gelas­sen und freund­lich-posi­tiv, wie von Geh­len die­sen ja durch­aus radi­ka­len Ver­än­de­rungs­pro­zess beschreibt, freut er sich genau­so darauf … 

Dirk von Geh­len: Eine neue Ver­si­on ist ver­füg­bar. Exklu­si­ve Erst­auf­la­ge, indi­vi­dua­li­sier­te Pre­mi­um-Edi­ti­on. Mün­chen 2013. 224 Seiten.
Individualisierte Premium-Edition

Indi­vi­dua­li­sier­te Premium-Edition

Lieblingstweets Juni 2013


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Ein Stöckchen

Micha­el Schma­len­stroer warf mir (und @JW_Fr) ein Stöck­chen zu – dann wol­len wir doch mal wei­ter­ma­chen damit und schön brav hüpfen:

1.) Wer bist Du auf Twit­ter? Seit wann bist Du auf Twit­ter? Nutzt Du Twit­ter vor­wie­gend pri­vat und/​oder beruflich?

Bei Twit­ter bin ich ganz ein­falls- und ideen­los sowie aus sehr nahe­lie­gen­den Grün­den @matthias_mader – und das seit Novem­ber 2008. Außer­dem bin ich auch noch @taeglichlaeufer. Bei­des rein pri­vat (wenn man als Stu­dent so etwas sagen kann), @taeglichlaeufer nur für Sport- und Outdoorkrams.

2.) Zu wel­chen The­men ver­öf­fent­lichst Du Dei­ne Tweets?

Quer­beet. Vie­le Links zu inter­es­san­ten Tex­ten, net­te Zitat­schnip­sel und so wei­ter – das übli­che halt ;-)

3.) Wie viel Zeit pro Woche nimmst Du Dir für Twitter?

Kaum zu sagen. An man­chen Tagen ist es viel, manch­mal bin ich auch ein paar Tage qua­si off­line (was Twit­ter angeht zumin­dest). Pas­siv bzw. rezi­pie­rend läuft Twit­ter aber oft qua­si im Hin­ter­grund mit.

4.) Auf wel­chen wei­te­ren Social-Media-Kanä­len bist Du aktiv?

G+ etwas, vor allem fol­gen­den. App​.net seit eini­ger Zeit mehr oder weni­ger par­al­lel zu Twit­ter. Dane­ben noch ein paar Foren, viel (wirk­lich viel!) RSS-Feeds (das ist eigent­lich mei­ne wich­tigs­te Infor­ma­ti­ons­quel­le). Und seit kur­zem auch ein biss­chen reddit.

5.) Wel­che Posi­ti­on nimmt Twit­ter für Dei­ne Kom­mu­ni­ka­ti­on in all Dei­nen Social-Media-Kanä­len ein?

Ist schon wich­tig, gehört zu mei­nen Hauptkanälen.

6.) Orga­ni­sierst Du Tweet­ups bzw. nimmst Du dar­an teil?

Nein.

7.) Wofür ver­wen­dest Du Twit­ter vorwiegend?

Infor­ma­ti­on-Gathe­ring and ‑Redis­tri­bu­ting. Mit Twit­ter am Puls blei­ben – klingt zwar blöd, aber man kriegt vie­les schon mal in den Grund­zü­gen mit. Und kann ein paar inter­es­san­te Beob­ach­tun­gen und so weitergeben.

8.) Wel­che Gesamt­no­te von 1 – 6 wür­dest Du Twit­ter geben und wieso?

3–4. Ist aber wirk­lich schwie­rig. Eigent­lich mag ich App​.net inzwi­schen lie­ber – aber da feh­len mir noch eini­ge aus der Fol­lower-Lis­te, auf die ich ungern ver­zich­ten möch­te. Die Twit­ter-Home­page kann man ja glück­li­cher­wei­se auch nach dem Abschal­ten der alten Twit­ter-API noch weit­ge­hend vermeiden.

9.) Wel­che Tools nutzt Du mit wel­cher Hard­ware für Dei­ne Akti­vi­tä­ten auf Twitter?

Am PC (Ubun­tu 13.04): Tweet­Deck im Chro­mi­um-Brow­ser (bis letz­te Woche Hotot als Cli­ent, der hat den Wech­sel der API aber nicht über­lebt). Außer­dem buf​fe​rapp​.com zum ein­fa­che­ren Pos­ten, auch auf App​.net.
Mit dem Smart­phone (Gala­xy Nexus mit Para­no­id-Android): Tweet­La­nes (in eini­gen Din­gen der bes­te Twit­ter­cli­ent, v.a. weil er auch App.net-beherrscht). Und eben­falls die Buf­fe­rapp-App zum Pos­ten (manch­mal).

Und ich wer­fe das Stöck­chen mal wei­ter in die Main­zer Nach­bar­schaft, an @ClioMZ.

Lieblingstweets Mai 2013


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Die große reconquista

Da wol­len sie also das Netz zurück­er­obern, die social streams reclai­men und über­haupt alles bes­ser machen … Aber dann ist recla​im​.fm doch nur ein glo­ri­fi­zier­tes Lifestrea­ming gewor­den, eine noch etwas halb­fer­ti­ge Samm­lung von Word­Press-Plug­ins und Scrip­ten. Die ermög­licht immer­hin, das Pro­blem der feh­len­den RSS-Feeds bei Twit­ter und Face­book zu umge­hen. Aber von einer „Lösung“ – wenn es sie denn über­haupt geben kann – des eigent­li­chen, des zugrun­de­lie­gen­den Pro­blems ist recla​im​.fm bei allem Charme der Idee mei­len­weit ent­fernt. Denn nur weil ich mei­ne Tweets, Sta­tus­nach­rich­ten, Kom­men­ta­re und all den ande­ren Kram (nicht zu ver­ges­sen die Vide­os …) nicht nur bei den „ande­ren“ ver­öf­fent­li­che, son­dern auch auf mei­nem Web­space spie­ge­le, hole ich sie mir ja nicht zurück: Die Inhal­te „gehö­ren“ immer noch – zumin­dest laut deren AGB – den Anbie­tern der Platt­for­men – eben Face­book, Twit­ter, Goog­le und wer noch alles. Inwie­weit man also mit so einem Lifestream wirk­lich die „Kon­trol­le“ über all das, was man im Inter­net ver­öf­fent­licht, teilt und kura­tiert, zurück­er­lan­gen kann, erschließt sich mir nicht so ganz. Ich bin da skeptisch …

Dabei ist die Idee, der Rück­erobe­rung der Kon­trol­le über eige­ne Inhal­te mir aus­ge­spro­chen sym­pa­thisch – nicht ohne Grund läuft das hier ja nicht bei Word­Press oder sei­nen Mit­be­wer­bern. Auch mit Lifestreams habe ich schon viel expe­ri­men­tiert (mit Gre­go­rious, Sweet­cron, WP-Lifestream u.a.), ohne immer so recht mit dem Ergeb­nis zufrie­den zu gewe­sen zu sein – da bau­ten sich doch immer wie­der Hür­den auf, die ich als Nicht-Pro­gram­mie­rer (ich weiß, das ist mein Feh­ler …) nicht über­sprin­gen konn­te. Aber viel­leicht macht recla​im​.fm das ja bes­ser – auch wenn es in mei­nen Augen bis dahin noch einen wei­ten Weg vor sich hat. Viel­leicht hilft ja die Power der von Sascha Lobo und Felix Schwen­zel geschaf­fe­nen Auf­merk­sam­keit und Öffent­lich­keit … – ich bin gespannt!

Lieblingstweets April 2013


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