was man auf dieser seite nicht alles findet … das hatte ich selbst schon wieder vergessen (aber bei inzwischen fast 500 beiträgen verliert man allmählich den überblick). aber dank des netten nutzers, der vorhin bei google nach „selbstbefriedigung mit anweisungen“ gesucht hat (wieso tut man das eigentlich? seltsame ideen habe die menschen …) weiß ich jetzt wieder, dass ich arturo sandoval mal ziemlich verrissen habe. dafür danke. bei einer suchanfrage wie der deinen wirst du hier aber sicher nicht viel freude gehabt haben.
Schlagwort: netz Seite 14 von 16
der neue wirtschaftsminister (oder besser gesagt: csu-proporz-minister) führt dieser tage wohl eher ungewollt den stand der qualität der deutschen medien, insbesondere der qualitätspresse und auch der bild, vor augen: angeblich ist die leistung der medien, das betonen sie ja immer gerne gegen die bösen internetnutzer, die verlässlichkeit der informationen und ihre einordnung. und dann lassen sie sich ungeprüft einen zusätzlichen vornamen aufbinden und falsche beschäftigungen (die in diesem falle ja dem nachweis der qualifikation dienen sollen) aufschwatzen. da brauch’ man ja nix mehr dazu sagen …
guten tag mal wieder,
mein lieber internet-benutzer. du stelltest gestern google die frage „was will golo mann damit sagen, wir sind was wir gelesen“. nun ja, hast du wirklich gehofft, hier eine antwort zu finden? ich vermute, niemand will so etwas offensichtliches noch erklären. ich zumindest nicht. viel spaß noch beim suchen. und vor allem beim lesen.
lieber internet-benutzer,
wenn du für eine frage wie „warum kriegen marathonläufer während des laufens wasser” die hilfe von google und meiner wenigkeit brauchst, dann tut es mir wirklich nicht leid, dass ich dir mit meinem bericht vom darmstadt-marathon nicht helfen konnte.
und findet sie auf einem weihnachtsmarkt in der ronneburg. dumm nur, das davon gar nichts stimmt: weder mittelalterlich, noch fernab von kommerz, noch abseits des trubels. dafür muss man noch nicht einmal da gewesen sein, da genügt schon das angeblich redaktionelle werbefilmchen: klick.
kein besonders elaborierter text zum blog action day 08, sondern nur ein verweis, der aber wunderbar zum diesjährigen thema („armut“) passt: jeden tag hier klicken!
… aber wenn ich dann so einen fragebogen wie den der grammatikbenutzerforschung (immerhin in zusammenarbeit mit dem duden-verlag) vor mir habe, zweifle ich doch manchmal, ob man sich nicht konsequent verweigern sollte. wofür braucht man z.b. bei einem fragebogen im netz (schon die nomenklatur zeigt ja an, dass hier jemand was nicht verstanden hat …) eine druckvorschau? und wieso kann man nicht primitivste progammierungskenntnisse einbeziehen und die möglichkeiten nutzen, fragen entsprechend den bereits gegebenen antworten zu selektieren anstatt das auch noch den beantwortern aufzubürden? so schafft man sich doch nur massig fehlerhafte datensätze …
und es kommt noch besser: klickt man nach dem ausfüllen auf „senden“, so erscheint – ein leere seite. klasse.
und zwar ziemlich ausführlich. das beste und bezeichnendste kommt kurz vor schluss:
Jeder ist anders, aber ich für meinen Teil vermag in Joschka Fischer, der uns nicht nur in Tausenden von Interviews, sondern auch mit bestverkauften Memoirenbänden über jede Windung seines Lebens, seiner Politik und seiner Leibesfülle informiert hat, keinen opaken Dunkelmann der Macht zu sehen. Ich weiß schon jetzt viel zu viel über ihn.
genau das zeigt ja, dass nils minkmar gar nichts kapiert hat. zumindest nichts von dem, worum es goetz geht. das wäre ja kein problem, würde er es ihm nicht vorwerfen … schon der anfang ist ja wieder einmal typisch faz/fas:
Es wird ein großes Fest gewesen sein, gestern Nacht in der Oranienburger Straße 189, schließlich waren explizit „alle“ sogar „herzlich“ eingeladen, um das Ende von Rainald Goetz’ Internettagebuch „Klage“ auf Vanityfair.de zu feiern; ja, und dann kommen zumindest viele.
triefend vor neid, vor verachtung der masse und/oder menge, vor überheblicher selbstsicherheit und gewissheit, sich in den elitären redaktionsstuben nie mit so einem proletenhaften dreck näher beschäftigen zu müssen. dass er überhaupt der tirade wert ist, so scheint es, liegt nur in seinem vergangenen erfolg begründet: „Rainald Goetz, ein seit Jahrzehnten legendärer deutscher Schriftsteller von vierundfünfzig Jahren”, den die fas halt auch nicht ignorieren möchte. aber ein text, der anderen verachtung vorwirft, sollte selbst vielleicht wenigstens eine spur achtung für den gegenüber haben. doch das will sich minkmar anscheinend nicht leisten.
die ganze lang erwartete nachricht: hier klicken.
gerade kürzlich zitierte ich hier das neueste goetz’sche lob des internets. und jetzt erfahre ich aus der süddeutschen zeitung, dass „klage” im herbst als buch erscheinen soll – jetzt also doch. ich bin gespannt, ob und wie das funktioniert. genau wie burkhard müller, der darüber für die sz schrieb. ein recht interessantes stück übrigens, der goetzens leistung sehr gut erkennt, aber auch die schwächen nicht verschweigt. seltsam nur der eindruck, dass müller dieses projekt von rainald goetz offenbar gar nicht bekannt war (seltsam auch, dass er abfall für alle überhaupt nicht erwähnt), bis der suhrkamp-verlag die buchausgabe ankündigte. das spricht freilich wieder bände: das internet ist da – wie in so ziemlich der gesamten süddeutschen – noch nicht so richtig angekommen. zumindest nicht als ernstzunehmendes medium oder plattform, auf/in der auch kunst passieren und funktionieren kann.
