thomas mann ist im internet

und er hat sei­ne ganz eige­ne sei­te, der ver­lag (fischer) hat sie ihm spen­diert, sie hört auf den prak­ti­schen namen thomasmann.de. das ist gar nicht mal so ganz schlecht gemacht, weil sich da immer­hin eini­ge brauch­ba­re infor­ma­tio­nen fin­den las­sen (gut, das desi­gn ist viel­leicht etwas augen­krebs-för­dernd und nicht all­zu über­sicht­li­ch). lus­tig wird es aber in der kate­go­rie „Aus Tho­mas Manns Wort­schatz”. die begrün­dung für die lis­te ist noch halb­wegs ern­st zu neh­men:

Tho­mas Mann ver­wen­det gele­gent­li­ch Wör­ter, die nicht jedem Leser bekannt sind. Meist sind es Fremd­wör­ter, manch­mal aber auch außer Gebrauch gekom­me­ne deut­sche Wör­ter oder Fach­wör­ter.

aber dann steht da so viel belang­lo­se, alt­be­kann­tes drin, dass sich doch irgend­wann die fra­ge stellt, für wen das eigent­li­ch gedacht ist. wenn man näm­li­ch einem leser so etwas erklä­ren muss:

Angel eine Spit­ze, vor­nehm­li­ch die Haken, in denen eine Tür hängt (tkr),

dann hilft doch wohl auch die­se lis­te nciht mehr. denn so jemand wird kaum vor dem pc sit­zend tho­mas mann lesen. vor allem lässt sich so ein leser bestimmt nicht von sol­chen erklä­run­gen begeis­tern und ver­füh­ren:

Kon­ser­va­to­ri­um kei­ne Kon­ser­ven­fa­brik, son­dern eine Musik­hoch­schu­le (daf)

auf der sei­te gibt es übri­gens auch noch eine schma­le rubrik „Wis­sen­schaft und Lite­ra­tur­kri­tik”, eine kom­men­tier­te link­samm­lung (nicht sehr umfang­reich) und kur­ze abris­se zu den figu­ren tho­mas manns (wozu man so etwas braucht? – kei­ne ahnung). das gibt es aber im tho­mas-mann-figu­ren­le­xi­kon schon wesent­li­ch bes­ser (und aus­führ­li­cher)

früher war alles besser: die neue taz-online

ja wirk­li­ch, in die­sem fall stimmt es: frü­her war alles bes­ser. das desi­gn der online-taz fand ich frü­her gera­de des­halb gut, weil es so schlicht, fast gar nicht vor­han­den, war: da stand – wie es sich für eine web­sei­te einer tages­zei­tung gehört – der text abso­lut im mit­tel­punkt. jetzt ist das anders. aber bei­na­he hät­te ich das auch noch nicht ein­mal mit­be­kom­men, nur dank der medi­en­le­se habe ich davon wind bekom­men. und natür­li­ch ist allen auf­ge­fal­len, dass die taz jetzt nicht mehr rot, son­dern schwarz ist. und zwar sehr, sehr schwarz. war­um? wozu? kei­ne ahnung .… aber irgend­wie passt das: man hat (manch­mal) den ein­druck, die taz schämt sich ihrer selbst. das war schon bei der neu­ge­stal­tung der sei­te 1 so – da ver­schwand ja zum bei­spiel die tat­ze und wur­de nur nach mas­si­ven pro­tes­ten der leser wie­der not­dürf­tig ein­ge­flickt. genauso ist es mit der inter­net-sei­te: die tat­ze und das taz-logo sind nur noch in mikro­sko­pi­scher grö­ße zu fin­den. dafür ver­sucht die netz-taz auch mit viel auf­wand, ihre her­kunft aus der redak­ti­on einer tages­zei­tung zu ver­tu­schen: ent­schleu­ni­gung wol­len sie (im edi­to­ri­al steht unter ande­rem das) – das sieht in der tat (auch inhalt­li­ch) mehr wie ein maga­zin als eine aktu­el­le zei­tung aus – aller­dings wie ein ziem­li­ch x-belie­bi­ges maga­zin. die leser-reak­tio­nen sind denn auch ent­spre­chend able­hend oder wenigs­tens durch­wach­sen. scha­de eigent­li­ch …

p.s.: gera­de eben ist mir noch auf­ge­fal­len: die neue sei­te scheint tat­säch­li­ch kei­nen rss-feed zu haben (mit aus­nah­me der blogs). wozu man das gan­ze dann im look des aktu­el­len web gestal­tet, erschließt sich mir nun gar nicht mehr.

p.p.s.: auch die tita­nic hat eine mei­nung zur neu­en taz.

die killeranwendung des web 2.0

end­li­ch habe ich sie gefun­den, die abso­lu­te top-kil­ler­an­wen­dung, die jeden noch so trä­gen netz­muf­fel von der not­wen­dig­keit und der außer­or­dent­li­ch hilf- und segens­rei­chen gut­heit des web 2.0 über­zeu­gen wird: http://www.alleinr.de/ . am bes­ten sofort aus­pro­bie­ren, auf sich wir­ken las­sen und mit viel ruhe genie­ßen – so etwas kommt so schnell nicht wie­der.
die alte, damit über­hol­te und obli­ga­te web-1.0-version davon gibt es übri­gens auch immer noch, bei www.onlinewahn.de.

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rainald goetz ist wieder im internet unterwegs

eigent­li­ch ste­he ich unter­neh­mun­gen, die die signa­tur „rai­nald goetz” tra­gen, ja sehr auf­ge­schlos­sen und posi­tiv gegen­über. „abfall für alle”, sein ers­tes gro­ßes inter­net­pro­jekt – mit dem er ja auch der zeit eher vor­aus war – hat mich begeis­tert (übri­gens auch noch als buch!). 

aber sein neu­es­tes pro­jekt, der bei vani­ty fair unter­ge­schlüpf­te „klage“-blog lässt mich etwas rat­los zurück. schon war­um er aus­ge­rech­net bei vani­ty fair unter­ge­schlüpft ist, ver­ste­he ich nicht ganz (aber na gut, auch ein rai­nald goetz muss von irgend etwas leben).

dort prä­sen­tiert er also: erra­ti­sche tex­te, deren zusam­men­hang für mich noch völ­lig offen ist. das wird jetzt ja auch offi­zi­ell ein blog genannt. manch­mal scheint es mir, als ver­su­che er ver­zwei­felt, sich von „nor­ma­len” blog­gern abzu­set­zen. mal sehen, was da noch bei her­aus­kommt. immer­hin, da schlägt der ech­te goetz eben unbe­dingt durch (zum glück, möch­te ich sagen), ver­or­tet er sich ein­deu­tig auf der sei­te des tex­tes – ganz all­ge­mein und auch im medi­um inter­net (wie sich hier nach­le­sen lässt)

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