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Schlagwort: klavier Seite 1 von 5

Ins Netz gegangen (7.3.)

Ins Netz gegan­gen am 7.3.:

  • „Soli­da­ri­tät gegen Ama­zon ist eine gro­ße Schi­mä­re“ | Welt → zwar in der „welt“, aber trotz­dem ein sehr tref­fen­des inter­view mit klaus schöff­ling – das liegt aber vor allem eben an schöff­ling ;-). anlass war die insol­venz von KNV, aber es geht auch/​eher um grund­le­gen­de fra­gen des buch­markts

    Ich weiß nicht, ob man jetzt nach dem Staat rufen muss. Rich­tig bekla­gen kann sich die Buch­bran­che, die ja auch mit der Buch­preis­bin­dung vom Staat geschützt wird, eigent­lich nicht.

  • Desi­re paths: the illi­cit trails that defy the urban plan­ners | Guar­di­an → ein schö­ner bei­trag über tram­pel­pfa­de im urban­den raum und die mög­lich­keit, sie zur pla­nung von weg­ver­bin­dun­gen zu nut­zen
  • Die Hand­schrift stirbt aus | Due Ores­se → ein kur­zer über­blick, wie es (öster­rei­chi­sche) kom­po­nis­ten mit dem schrei­ben ihrer par­ti­tu­ren hal­ten
  • Was hält Demo­kra­tien zusam­men? | NZZ → aus anlass des todes von böcken­för­de wie­der her­vor­ge­holt: die sehr schö­ne, kla­re und deut­li­che ein­ord­nung des böcken­för­de-theo­rems in die deut­sche gesh­cich­te des 20. jahr­hun­derts
  • Die­se Aben­de sind eine Qual | Zeit → flo­ri­an zinne­cker hat für die „zeit“ ein net­tes inter­view mit igor levit über die elb­phil­har­mo­nie und ihre akus­tik geführt – und levit bleibt wie­der ein­mal cool und über­le­gen
  • Wada­da Leo Smith Pays Tri­bu­te to Rosa Parks in New Album | Qwest → inter­view mit dem gro­ßen Wada­da Leo Smith, in dem er unter ande­rem dar­über spricht, war­um er den begriff „impro­vi­sa­ti­on“ nicht mag:

    Impro­vi­sa­ti­on was strong in the late ‘60s and ear­ly ‘70s. But then it got very pol­lu­ted, like you can put ever­y­thing into per­forming that you want to. There’s no lea­der­ship, no gui­dance. It’s nowhe­re near the way of Lou­is Arm­strong, Duke Elling­ton, Miles Davis, Bes­sie Smith or Abbey Lin­coln who were all right in terms of crea­ting oppor­tu­ni­ties in their music. The peo­p­le cal­ling them­sel­ves impro­vi­sers today are like a soup. You can add ever­y­thing in at once and cook it. But that’s a bad soup. You need to cook various por­ti­ons and add in dif­fe­rent things like spi­ces which is what making music in the pre­sent is meant to be. It’s like what the Crea­tor crea­ted in the begin­ning. It’s authen­ti­ci­ty. You’re brin­ging some­thing into being.

Cecil Taylor am Klavier

Cecil Taylor (1929−2018)

What a shame: Der gro­ße und groß­ar­ti­ge Cecil Tay­lor ist ges­tern ver­stor­ben. Die Ent­de­ckung sei­ner Musik hat nicht ganz unwe­sent­lich dazu bei­getra­gen, dass sich mir der Kos­mos des Free Jazz und der Impro­vi­sier­ten Musik erschlos­sen hat. Und sei­ne Auf­nah­men – unter ande­rem „The Wil­li­s­au Con­cert“ (2000) – sind immer noch und immer wie­der unter mei­nen Lieb­lings­plat­ten, die ich am öftes­ten und immer wie­der mit Begeis­te­rung hören kann. Beim Free Jazz Coll­ec­ti­ve gibt es einen sym­pa­thi­schen Nach­ruf.

Cecil Tay­lor (ca. 1965)

Taglied 17.9.2017

Manch­mal, aber nur manch­mal, höre ich tat­säch­lich mini­mal music im wei­tes­ten Sin­ne. Zum Bei­spiel so etwas hier, die Phry­gi­an Gates von John Adams, sehr dra­ma­tisch gespielt von Ralph van Raat:

Adams – Phry­gi­an gates (1978)

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fischernetz (detail)

Ins Netz gegangen (16.5.)

Ins Netz gegan­gen am 16.5.:

  • Wes­we­gen der Ver­weis auf „Füh­rungs­schwä­che“ das Pro­blem der Bun­des­wehr nicht trifft. Die Skan­da­le bei der Bun­des­wehr als unge­woll­te Neben­fol­gen von Kame­rad­schafts­er­war­tun­gen | Sozi­al­theo­ris­ten → ste­fan kühl über die bun­des­wehr, ihre beson­de­re (und wohl not­wen­di­ge) form der kame­rad­schaft und die fra­ge der „füh­rungs­schwä­che“

    Die Bun­des­wehr hat mit ihrem in der Öffent­lich­keit gezeich­ne­ten Wunsch­bild nichts zu tun. Jen­seits der for­ma­len Ord­nung gibt es in Armeen immer auch Pro­ble­me der Zusam­men­ar­beit, die nicht durch die for­ma­le Ord­nung gelöst wer­den kön­nen. Vor allem die kon­kre­te Leis­tungs­mo­ti­va­ti­on der Mit­glie­der, beson­ders aber die rei­bungs­lo­se Lösung der Pro­ble­me der all­täg­li­chen Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Orga­ni­sa­ti­ons­mit­glie­dern las­sen sich nicht durch for­ma­le Vor­schrif­ten allein garan­tie­ren. Und genau hier grei­fen die in Kame­rad­schafts­nor­men ver­dich­te­ten infor­ma­len Erwar­tun­gen.

    Jeder Sol­dat weiß, dass eine Armee nur des­we­gen funk­tio­niert, weil von den for­ma­len Regel­wer­ken immer wie­der abge­wi­chen wird.

  • Vor­rats­da­ten­spei­che­rung wird jetzt schon aus­ge­wei­tet | Zeit → das gesetz zur vor­rats­da­ten­spei­che­rung ist noch nicht umge­setzt, da wird es schon aus­ge­wei­tet – und die ver­spre­chen der poli­ti­ker gebro­chen. das soll­te es dem bverfg doch eigent­lich leich­ter machen, die feh­len­de ver­fas­sungs­treue zu erken­nen …
  • Ähn­lich­keits­be­schla­gung. Fünf­te The­se zur Geschichts­kul­tur | zzz → achim land­wehrs seziert wei­ter­hin sehr tref­fend (und spitz­zün­gig) die geschichts­kul­tur unse­rer gegen­wart:

    Die fünf­te The­se zur Geschichts­kul­tur lau­tet: Die deut­sche Geschichts­kul­tur des frü­hen 21. Jahr­hun­derts ten­diert dazu, Ver­gan­ge­nes nicht mehr als fremd und irri­tie­rend wahr­zu­neh­men, son­dern es sich der eige­nen Gegen­wart anzu­äh­neln. […] Und die Ten­denz lau­tet: Ver­gan­gen­heit wird mit Ähn­lich­keit beschla­gen. Ganz im Sin­ne der erkennt­nis­theo­re­ti­schen Bin­sen­weis­heit, dass man nur sehen kann, was man bereits weiß, zeigt sich am Bei­spiel der gegen­wär­ti­gen Geschichts­kul­tur, dass sie häu­fig nur noch wis­sen will, was sie ohne­hin schon sieht. Und das ist meis­tens nichts all­zu weit ent­fernt von der eige­nen Nasen­spit­ze. […] Das Ande­re, das ver­gan­ge­ne Zei­ten für uns sein könn­ten, wird dadurch in Eige­nes und Ver­trau­tes ver­wan­delt und muss eine Ähn­lich­keits­be­schla­gung über sich erge­hen las­sen. Der Vor­gang lie­ße sich auch mit der ange­mes­se­nen Nega­ti­vi­tät zum Aus­druck brin­gen: Es geht um Stö­rungs­ver­wei­ge­rung. […] Kann man dann über­haupt noch nach der Aktua­li­tät des Gewe­se­nen fra­gen? Sicher­lich kann man das. Aber nicht unter scham­lo­ser Aus­nut­zung des bereits benann­ten Macht­ge­fäl­les zwi­schen Gegen­wart und Ver­gan­gen­heit. Wir müs­sen dem Ver­gan­ge­nen sei­ne Ein­zig­ar­tig­keit nicht nur zuge­ste­hen, son­dern sie auch schüt­zen. Nur dann kann es zu einem Dia­log kom­men zwi­schen den Zei­ten, nur dann kön­nen wir etwas ler­nen aus die­ser Bezie­hung (denn wir ler­nen nicht ‚aus der Ver­gan­gen­heit‘, son­dern aus der Art und Wei­se, wie wir uns auf Ver­gan­gen­hei­ten bezie­hen), nur dann kön­nen wir uns durch das Ver­traut-Fremd­ar­ti­ge, durch das Bekannt-Ver­wir­ren­de hin­rei­chend aus dem Trott brin­gen las­sen, um nicht nur die Ver­gan­gen­heit, son­dern auch unse­re Gegen­wart neu und anders zu befra­gen.

  • Mara­thon­läu­fer über TV-Sport­viel­falt: „Nicht alle mögen den Fuß­ball“ | taz → arne gabius spricht mit der taz über die mono­kul­tur der sport­be­richt­erstat­tung in den deut­schen medi­en und die schä­den, die das – nicht nur für die ver­nach­läs­sig­ten sportler/​innen – nach sich zieht
  • His­to­ri­ke­rin über Fürs­tin Maria The­re­sia: „Man ging lege­rer mit Tra­ves­tie um“ | taz → span­nen­des und inter­es­san­tes inter­view mit stoll­berg-rilin­ger über maria the­re­sia und das anci­en régime

    Was die Geschlech­ter­dif­fe­renz angeht, war man im Anci­en Régime deut­lich fle­xi­bler als im 19. Jahr­hun­dert. In der höfi­schen Gesell­schaft ging man viel lege­rer mit Tra­ves­tie und Homo­se­xua­li­tät um. Trans­gen­der­ver­klei­dun­gen waren an der Tages­ord­nung. Das erschien im bür­ger­li­chen 19. Jahr­hun­dert als abso­lu­ter Sit­ten­ver­fall. […] Das Span­nen­de am Métier der Geschich­te ist ja, sich die Fremd­heit des Ande­ren vor Augen zu füh­ren. Pro­ji­ziert man eige­ne Wert­vor­stel­lun­gen in die Geschich­te, bestä­tigt man nur, was man sowie­so schon emp­fin­det. Ich brau­che Maria The­re­sia nicht, um Femi­nis­tin zu sein.

  • Short-Atta­cken oder Pech durch Mit­tod – Mil­li­ar­den ver­nich­tet! | Wild Dueck Blog → gun­ter dueck über short-atta­cken mit­tels geschickt plat­zier­ter gerüch­te – und die dar­an flei­ßig mit­ver­die­nen­den ban­ken

    Man kann Mil­lio­nen schef­feln, indem man vage Vor­wür­fe gegen eine bör­sen­no­tier­te Fir­ma im Inter­net for­mu­liert, am bes­ten so, dass sich die Vor­wür­fe nicht sofort ent­kräf­ten las­sen. Das betrof­fe­ne Unter­neh­men braucht dann ein paar Tage für eine seriö­se Ant­wort – bis dahin rauscht der Kurs aber nach Süden ab. Da haben die Leer­ver­käu­fer gut Zeit zum Kas­se­ma­chen. Was das betrof­fe­ne Unter­neh­men nach eini­ger Bedenk­zeit und Rechts­be­ra­tung ant­wor­tet, ist schon egal. Die schwar­zen Rit­ter sind schon weg, das Unter­neh­men leckt sei­ne Wun­den, die Aktio­nä­re sit­zen auf schwe­ren Ver­lus­ten.

  • How the KGB infil­tra­ted clas­si­cal music | Spec­ta­tor → nor­man lebrecht plau­dert ein biss­chen über emil gilels und die kol­por­tier­ten spio­ne in sei­nem umfeld …
schweizer, piano solo 1 (cover)

Taglied 25.7.2016

Aus irgend einem Grund waren mir die ers­ten Auf­nah­men von Irè­ne Schwei­zer bei Intakt bis­her unbe­kannt. Das ist eine gro­ße Schan­de, denn das ist groß­ar­ti­ge Musik. Zum Bei­spiel die bei­den Solo-Alben (mit dem etwas ein­falls­lo­sen Titel „Pia­no Solo, Vol. 1“ bzw. „… 2“). Da ist auch die wun­der­ba­re „Bal­lad of the sad Café“ zu fin­den:

https://soundcloud.com/hochschuleluzern/ballad-of-the-sad-café-piano

Ins Netz gegangen (12.7.)

Ins Netz gegan­gen am 12.7.:

  • Was lesen Buch­blog­ger: Eine neue Ana­ly­se mit Visua­li­sie­run­gen und Sta­tis­ti­ken | lesestunden.de → tobi hat ver­sucht zu ana­ly­sie­ren (und visua­li­sie­ren), was buch­blog­ge­rin­nen (er hat ein fast aus­schließ­lich weib­li­ches sam­ple) eigent­lich lesen. die daten­grund­la­ge ist aber zumin­dest in tei­len schwie­rig, die gen­re-ein­tei­lung zum bei­spiel nahe an der gren­ze zum absur­den (wie er selbst auch anmerkt)
  • Inte­gra­ti­ve Obst­ar­beit | Drau­ßen nur Känn­chen → wun­der­ba­re „integrations“-begegnung, auf­ge­schrie­ben von frau nes­sy
  • The Peo­p­le Who Craft World-Class Stein­way Pia­nos → schö­ne foto­stre­cke (anläss­lich eines ent­spre­chen­den buchs …) über die arbeiter/​innen in stein­ways fabri­ken
  • Besuch bei Ver­le­ger Jochen Jung: „Du bist ein Schma­rot­zer! Nutz­nie­ßer, eine Zecke“ | Welt → aus­nahms­wei­se mal eine emp­feh­lung zur sprin­ger-pres­se: man­fred reb­handl hat näm­lich ein schö­nes stück über den ver­le­ger jochen jung geschrie­ben
  • Zum Ethos der Tech-Sze­ne in der digi­ta­len Öko­no­mie: Zwi­schen Anspruch und Wirk­lich­keit | netzpolitik.org → Maciej Cegłow­ski über pro­gram­mie­rer und ihren zugriff auf die wirk­lich­keit und die dar­aus resul­tie­ren­den fra­gen und pro­ble­me

    Unse­re Zie­le sind ein­fach und klar. Zuerst wer­den wir mes­sen, dann ana­ly­sie­ren, dann opti­mie­ren. Und man wird uns dank­bar sein.

    Aber die rea­le Welt ist eigen­sin­nig. Sie ist so kom­plex, dass sie Abs­trak­ti­on und Model­lie­rung wider­steht. Sie erkennt unse­re Ver­su­che sie zu beein­flus­sen und reagiert dar­auf. Genau­so wenig, wie wir aus unse­rer eige­nen Haut kön­nen, kön­nen wir hof­fen, die Welt von außen objek­tiv zu erfas­sen.

    Die ver­netz­te Welt, die wir erschaf­fen, mag Com­pu­ter­sys­te­men ähneln, aber es bleibt den­noch die glei­che alte Welt wie vor­her, nur mit ein paar Mikro­fo­nen und Tas­ta­tu­ren und Flat­screens, die hier und dort her­aus­ra­gen. Und sie hat immer noch die glei­chen alten Pro­ble­me.

  • „Ein­fach nur pri­va­tis­tisch Inti­mi­tä­ten aus­plau­dern, kann nicht ziel­füh­rend sein.“ | femi­nis­ti­sche stu­di­en → inter­es­san­tes inter­view mit caro­lin emcke über sub­jek­ti­vi­tät, inti­mi­tät und spre­che & spra­che

    Ein­fach nur „ich“ sagen, ein­fach nur pri­va­tis­tisch Inti­mi­tä­ten aus­plau­dern, kann nicht ziel­füh­rend sein. Die sub­jek­ti­ve Form, das Reflek­tie­ren auf eige­ne Erfah­run­gen oder Wahr­neh­mun­gen braucht, mei­ner Ansicht nach, immer einen Grund, war­um sie in einem bestimm­ten argu­men­ta­ti­ven, dis­kur­si­ven Kon­text ein­ge­setzt wird.

    Als Publi­zis­tin füh­le ich mich ver­pflich­tet, mit sprach­li­chen Mit­teln jene ideo­lo­gisch auf­ge­la­de­nen Bil­der und Begrif­fe, jene Asso­zia­ti­ons­ket­ten und Vor­stel­lun­gen auf­zu­bre­chen, die Res­sen­ti­ments gegen­über Frau­en oder Homo­se­xu­el­len, Gehör­lo­sen oder Jüdin­nen, Links­hän­dern oder Schal­ke-Fans trans­por­tie­ren. Und dazu gehört dann, dass wir nor­ma­ti­ve Begrif­fe in Erfah­run­gen über­set­zen, dass wir das, was uns wütend oder ver­zwei­felt zurück lässt, ver­steh­bar machen für die­je­ni­gen, die die­se Erfah­run­gen nicht tei­len.

  • Fetisch Effi­zi­enz | Mar­cel Häng­gi → mar­kus häng­gi hat für „zeit wis­sen“ die geschich­te und theo­rie der ener­gie­ef­fi­zi­enz schön auf­ge­schrie­ben.

    Die unter dem Gesichts­punkt der Ener­gie­ef­fi­zi­enz bemer­kens­wer­tes­te Erfin­dung der Moder­ne war das Fahr­rad

    Es gibt kei­nen Grund, Ener­gie­trä­ger, deren Nut­zung die mensch­li­che Zivi­li­sa­ti­on bedro­hen, über­haupt auf den Markt zu las­sen.

  • Inter­view: „Ich bin kein Fotoro­bo­ter“ | der Frei­tag → inter­es­san­tes inter­view mit dem foto­gra­fen chris­toph ban­gert (der mit „war porn“ ein her­vor­ra­gen­des foto­buch über den krieg ver­öf­fent­lich­te) über krieg, gewalt, absur­di­tät, ver­ste­hen und ver­ar­bei­ten
  • Auto­fah­ren in Deutsch­land: Die Stra­fen für Raser und Ver­kehrs­sün­der sind lächer­lich – Poli­tik – Tages­spie­gel Mobil → hein­rich schmitz hat wort­ge­wal­tig und fak­ten­ge­sät­tig genug von der ver­harm­lo­sung der raser und der mit­leids­lo­sen inkauf­nah­me der töd­li­chen ver­kehrs­un­fäl­le

    Bei „bereif­ten Mör­dern“ – so wer­den hier in der Regi­on scherz­haft Auto­fah­rer mit einem BM-Kenn­zei­chen aus Berg­heim genannt – packt die Poli­tik die Samt­hand­schu­he aus. Auto­fah­rer sind halt Wäh­ler und nicht mal weni­ge. Da wer­den selbst die in der sonst für ihre Poli­tik so heiß gelieb­ten Schweiz gel­ten­den Regeln nicht ein­ge­führt.

  • Zu Besuch Frie­de­ri­ke May­rö­cker: Eine Glei­chung von mathe­ma­ti­scher Ele­ganz | FAZ → der bald-büch­ner-preis­trä­ger mar­cel bey­er über einen besuch bei büch­ner-preis­trä­ge­rin frie­de­ri­ke may­rö­cker

    Leben = Schrei­ben: Mir fie­le nie­mand ein, für den die­se Glei­chung so wenig antast­bar, so pro­duk­tiv, schlicht unum­stöß­lich wahr wäre wie für Frie­de­ri­ke May­rö­cker. Eine Glei­chung von mathe­ma­ti­scher Ele­ganz.

  • Mar­tin Vogel: Anmer­kung zu einem rich­ti­gen Urteil | perlentaucher.de → mar­tin vogel legt noch ein­mal seine/​die sicht der urhe­be­rin­nen zur vg wort, ihren aus­schüt­tun­gen und ihrer kra­chen­den nie­der­la­ge vor dem bgh dar. sehr lesens­wert
  • Died­rich Diede­rich­sen im Gespräch über poli­ti­sche Kor­rekt­heit in öffent­li­chen Debat­ten | jungle-world.com → span­nen­des, lan­ges inter­view mit died­rich diede­rich­sen über poli­ti­sche kor­rekt­heit, kul­tur­kampf, (neue) rech­te und die ent­wick­lun­gen in der (deut­schen) dis­kurs­ge­sell­schaft der letz­ten jahre/​jahrzehnte

    Mit der soge­nann­ten PC kam der Ärger auf einer unge­wohn­ten Ebe­ne zurück, als Debat­te um Spra­che. Letzt­lich war der dann fol­gen­de Auf­schrei in der kon­ser­va­ti­ven bis reak­tio­nä­ren Mit­te vor allem ein Sym­ptom der Ent­täu­schung. Man hat­te gehofft, ganz demar­kiert Poli­tik und Geschäf­te machen zu kön­nen, und woll­te mit inhalt­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die dann auch noch auf poli­ti­schen oder ethi­schen Grund­über­zeu­gun­gen – Bezeich­nun­gen wie Ras­sis­mus waren ja wich­tig, wir woll­ten Ras­sis­mus Ras­sis­mus nen­nen, die ande­ren Frem­den­feind­lich­keit – nichts mehr zu tun haben.

    Das ist eine schlim­me Ent­wick­lung, die die stra­te­gisch berech­tig­te Idee, Orte zu schaf­fen, in denen man zum Bei­spiel vor trans- und homo­pho­ber Ver­fol­gung sicher ist, in eine völ­lig bescheu­er­te Rich­tung ver­scho­ben haben. Safe Spaces sind jetzt Semi­na­re, die als so eine Art erwei­ter­tes Kin­der­zim­mer mit Kuschel­kul­tur nur über Din­ge spre­chen, die die behü­te­ten Mit­tel­schichts­kin­der nicht erschre­cken. »Trig­ger War­nings« sol­len hel­fen, dass man das Böse gar nicht erst zur Kennt­nis nimmt. Von Ver­ge­wal­ti­gung und Ras­sis­mus darf man dann gar nicht mehr spre­chen.

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Ins Netz gegan­gen am 3.2.:

  • Peter Schaar: Ist das „Pri­va­cy Shield“ end­lich ein siche­rer Hafen? | hei­se – auch peter schaar ist vom „pri­va­cy shield“ nicht begeis­tert:

    Man darf des­halb auf den Text der von der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on mit der US-Regie­rung aus­ge­han­del­ten Ver­ein­ba­rung gespannt sein. Nach den Wor­ten von EU-Vize­prä­si­dent Ansip soll das neue Arran­ge­ment wesent­lich bes­ser sein als das alte Safe-Har­bor-Sys­tem. Das muss es auch sein, denn ansons­ten geht die Kom­mis­si­on ein gro­ßes Risi­ko ein, dass auch die­ser neue Rah­men für die Daten­über­mitt­lung in die USA die Prü­fung durch den Euro­päi­schen Gerichts­hof nicht über­steht. Dies wäre schlecht für den Grund­rechts­schutz der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und es wäre auch nicht im Inter­es­se der euro­päi­schen oder US-ame­ri­ka­ni­schen Wirt­schaft.

  • Safe Har­bor: Alter Wein in neu­en Schläu­chen › Digi­ta­le Gesell­schaft – die „digi­ta­le gesell­schaft“ mit kla­ren wor­ten zum neu­en pseu­do-daten­schutz­ab­kom­men, dass die eu mit den usa aus­ge­han­delt hat
  • Gri­go­ry Soko­lov: „Man spielt jeden Tag anders“ | ZEIT – wun­der­bar kurio­ses inter­view von chris­ti­ne lem­ke-matwey in der „zeit“ mit dem gro­ßen pia­nis­ten gri­go­ry soko­lov

    Für ech­te Kunst gibt es kei­ne Zeit und kei­ne Gren­zen. Und kei­ne Geo­gra­fie. Für einen Welt­men­schen spielt das alles kei­ne Rol­le.
    […]Erfol­ge fei­ern nicht die Künst­ler, son­dern die Zuhö­rer, die den Künst­ler mehr und mehr ver­ste­hen.
    […]Die Kunst ist ein Par­al­lel­uni­ver­sum zur Wirk­lich­keit.

  • In der Wahr­heit liegt die Lüge – ana­tol ste­fa­no­witsch über spra­che und sprach­li­che maxi­men, die dazu füh­ren, dass auch geäu­ßer­te tri­via­li­tä­ten plötz­lich (fal­sches) gewicht bekom­men – am bei­spiel von dro­gen­süch­ti­gen, kor­rup­ten minis­te­rin­nen
  • Rad­we­ge: Pots­dam macht es vor | Zeit – andrea reidl in der zeit über die rad­ver­kehrs­för­de­rung in pots­dam, die den rad­an­teil inner­halb weni­ger jah­re auf 20% brach­te (unter­des­sen ist die faz immer noch die mei­nung, die 12% in frank­furt sei­en ein ganz tol­ler wert … – kopen­ha­gen nähert sich den 50%)
  • 4740,10 Euro pro Medi­ka­ment | ZEIT­ma­ga­zin -

    4.740,10 Euro kos­tet eine Packung Nex­a­var. Sie reicht einen Monat. Wie viel ist uns das Leben der ande­ren wert?

    guter, aus­führ­li­cher text über neue, sehr teu­re medi­ka­men­te (v.a. in der krebs­the­ra­pie), die oft nur einen ver­gleichs­wei­se gerin­gen nut­zen haben – z.b. 14 tage mehr lebens­zeit …

  • Kunst­spe­di­ti­on: Nie­mals stür­zen … | ZEIT ONLINE – schö­ne repor­ta­ge über den kunst­spe­di­teur klaus hil­mann mit dem wun­der­ba­ren schluss­satz des unter­neh­mers: „Nur weil etwas 500.000 Euro gekos­tet hat, ist es noch nicht natio­na­les Kul­tur­gut.“

Ins Netz gegangen (19.10.)

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Taglied 5.12.2014

eine schö­ne Kla­vier­ver­si­on von Pink Floyds „Com­for­ta­b­ly Numb“:

Pink Floyd – Com­for­ta­b­ly Numb | Vkgoes­wild pia­no cover

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Ins Netz gegangen (31.10.)

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  • Grö­ßen­wahn ǀ Der rei­che Mann und das Meer—der Frei­tag – geschich­ten aus einer fer­nen welt. heu­te: als besat­zung auf einer super­yacht. …

    Häu­fig wird von Exzes­sen berich­tet. Jeder hat min­des­tens eine haar­sträu­ben­de Geschich­te auf Lager, schwer zu sagen, was davon wahr ist und was über­trie­ben. Das Schwein, das aus Däne­mark ein­ge­flo­gen wird, weil jemand einen Bra­ten wünscht. Der Besit­zer, der Klein­wüch­si­ge anheu­ert, damit sie zu sei­ner Belus­ti­gung um das Boot her­um Was­ser­ski fah­ren. Die Wäsche, die per Lear­jet zur Rei­ni­gung nach Paris geht. Der künst­li­che Strand, der jeden Tag im Heck einer Yacht ange­legt wird. Die Deckies, die das umge­ben­de Meer per Hand nach Qual­len absu­chen, ehe ein Gast eine Run­de schwimmt. Jeder Wunsch ist Befehl.

  • USA: Kul­tur­kampf um den Geschichts­un­ter­richt « DiePresse.com – schlimm:

    Seit Ame­ri­kas Kon­ser­va­ti­ve als Reak­ti­on auf die ihrer Ansicht nach exzes­si­ven gesell­schaft­li­chen Bewe­gun­gen der 1960er-Jah­re die „Cul­tu­re Wars“ erklärt haben, ist das in Schu­len und Uni­ver­si­tä­ten ver­mit­tel­te Geschichts­bild eine der am wil­des­ten umfoch­te­nen Fra­gen. Je mehr die Geschichts­wis­sen­schaft sich um ein dif­fe­ren­zier­tes Ver­ständ­nis der Ver­gan­gen­heit bemüht, des­to stär­ker sehen sich rech­te Anhän­ger der Idee von Ame­ri­kas Aus­nah­me­rol­le in der Welt von lin­ken Defä­tis­ten umzin­gelt, die die Jugend mit Hass auf das Vater­land zu indok­tri­nie­ren ver­su­chen.

  • Viel­leicht spä­ter: Eine Rei­se – LOGBUCH (Suhr­kamp-Blog) – schön (det­lef kuhl­brodt unter­wegs. immer ein inter­es­san­tes ver­gnü­gen für den betrachter/​leser)
  • Kra­wal­le in Köln: Har­mo­nie mit Hoo­li­gans | ZEIT ONLINE – „Wenn Rechts­ra­di­ka­le, die sich zu Tau­sen­den ver­sam­meln, kei­ne poli­ti­sche Ver­an­stal­tung sind, … ?“ >
  • Marc-André Hame­lin: Kei­ne Angst vor Extre­mis­ten | ZEIT ONLINE – vol­ker hage­dorn lässt sei­ner (abso­lut gerecht­fer­tig­ten) begeis­te­rung von marc-andré hame­lin frei­en lauf:

    Die Hand ist es, die die­se Musik spielt, nicht der Pia­nist. Man sieht förm­lich ein Lebe­we­sen über die Tas­ten rasen, krab­beln, sprin­gen, sich in sie hin­ein­stür­zend wie in Wogen. Kei­ne Bewe­gung zu viel, wie ein Tier, das sich in Jahr­hun­der­ten der Evo­lu­ti­on voll­endet sei­nem Bio­top ange­passt hat.

  • Dan Visel on Twit­ter: „I am not a som­me­lier, but you know you are drin­king Fine Wine when the­re is “Lorem Ipsum” on the label: http://t.co/fntrp92lEO“ – RT @dbvisel: I am not a som­me­lier, but you know you are drin­king Fine Wine when the­re is “Lorem Ipsum” on the label

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