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Schlagwort: darjeeling

Euphorischer Tee

Noch ein Dar­jee­ling, aus dem bekann­ten Gar­ten Avon­gro­ve, ein First Flush der 2011-er Ern­te. Vor dem Auf­guss ver­strömt das gleich­mä­ßi­ge, aber eher klei­ne Blatt in grau-grü­nen Schat­tie­run­gen sofort den inten­si­ven, typi­schen Darjeeling-Geruch.

Auf­ge­brüht duf­tet er immer noch sehr inten­siv. Die hel­le Tas­se chan­giert zwi­schen Gold und einem wun­der­ba­ren Bern­stein-Ton. Dem Geschmack gibt der Händ­ler die Beschrei­bung „Obst-Noten“ – aber das erken­ne ich nicht so sehr. Trotz­dem ein fei­ner, klas­si­scher Dar­jee­ling, der bei mir lei­der immer viel zu schnell weg­ge­trun­ken und auf­ge­braucht ist. Aber etwas bes­se­res kann man über einen Tee ja kaum sagen. Lei­der ist er bei Kol­do­ziej & Lie­der auch (schon) aus­ver­kauft, so dass mein Nach­schub abge­schnit­ten ist …

Tee: Dar­jee­ling Avon­gro­ve Eupho­ria FFGFOP1 2011 von Kolod­ziej & Lie­der.
Zube­rei­tung: 15 Gramm Tee für 1,5 Liter kochen­des Was­ser, Zieh­zeit 2:45 Minuten.

Darjeeling Oaks SFTGFOP1

Die fei­nen Blät­ter in First-Flush-Qua­li­tät rie­chen fast etwas uner­war­tet für einen Dar­jee­ling, näm­lich etwas in Rich­tung Kräu­ter oder (gutem) Wie­sen­heu – obwohl das kei­nes­wegs ein grü­ner Tee ist. In der recht kräf­tig gefärb­ten Tas­se ver­än­dert sich das, um im Bild zu blei­ben, hin zur fri­schen Blu­men­wie­se. Er schmeckt auch etwas blu­mig, recht frisch und ange­nehm fül­lig. Kurz gesagt: Ein soli­der Tee der obe­ren Mit­tel­klas­se (was sich natür­lich auch im Preis ange­nehm niederschlägt …) 

Tee: Dar­jee­ling Oaks von Kolod­ziej & Lieder
Zube­rei­tung: 16 Gramm für 1,5 Liter Was­ser bei knapp 100 °C 2:30 Minu­ten zie­hen lassen.

Darjeeling Teesta Valley FTGFOP1 F.F. invoice 14 season 2010

Dar­jee­ling als Tee­an­ga­be und Cha­rak­te­ris­ti­kum ist unge­fähr so sinn­voll wie die Anga­be „deut­scher Weiß­wein“. Das mer­ke ich immer wie­der, vor allem wenn ein neu­er Tee aus Dar­jee­ling zum ers­ten Mal in mei­ne Kan­ne kommt. Heu­te ist es einer aus dem Tees­ta Val­ley, wie fast immer bekom­me ich die­sen offi­zi­ell „Dar­jee­ling Tees­ta Val­ley FTGFOP1 F.F. invoice 14 sea­son 2010“ benann­ten Tee von Kolod­ziej & Lie­der. Mit ist deses Tal mit dem pas­sen­den Namen bis­her noch nicht begeg­net – aber das will ja nichts hei­ßen. Nach der deut­schen Wiki­pe­dia heißt das „tief ein­ge­schnit­te­ne“ Tal im Ost-Hima­la­ya auch Tis­ta, was mir aber die schö­ne Homo­gra­phie ver­miest hätte …

Nun aber zum Tee: Der weist trotz kur­zer Zieh­zeit eine recht dunk­le Tas­se mit kräf­tig leuch­ten­dem, war­men Braun auf und duf­tet, mit leicht Nuss­no­te, wie ein hal­ber Gar­ten. Es ist etwas schwie­rig, ihn wirk­lich tref­fend zu beschrei­ben – kei­ne Note sticht beson­ders her­aus. Ich fin­de ihn auf­fal­lend rund, mit einer ange­nehm dezen­ten Wür­ze. Das fas­zi­nie­ren­de an die­sem Tee ist, dass er gleich­zei­tig aus­ge­spro­chen kräf­tig ist (viel­leicht habe ich ihn aber auch schon einen Tick zu lan­ge zie­hen las­sen), ande­rer­seits aber auch eben sehr rund und har­mo­nisch. Und ver­mut­lich habe ich mit die­ser ers­ten Kan­ne noch nicht ein­mal das vol­le Poten­zi­al aus­ge­reizt, ich ver­mu­te, da muss ich noch ein biss­chen nach der idea­len Zube­rei­tung suchen. Nur lei­der habe ich nur 100 Gramm – und der Tee ist schon ausverkauft …

Tee: Dar­jee­ling Tees­ta Val­ley FTGFOP1 F.F. invoice 14 sea­son 2010 von Kolod­ziej & Lieder
Zube­rei­tung: 14 Gramm Tee für 1,5 Liter kochen­des Was­ser, 2:20 Minu­ten zie­hen lassen.

darjeeling fancy oolong velvet budds singell

wun­der­bar. wahn­sinn. schon wie­der so ein tee, bei dem ich hof­fe, die kan­ne wür­de ewig rei­chen … gut, die­ser exqui­si­te dar­jee­ling hat sei­nen preis (bei kolod­ziej & lie­der ist er aber ganz ein­fach zu bekom­men). aber er ist das geld auch wert. ein wun­der­ba­rer tee für den sonn­tag­aben­de, wenn die arbeit vor­erst getan ist und kör­per und geist ruhen wol­len und kön­nen. dann die­se sam­ti­ge, den gau­men weich umschmei­cheln­de spe­zia­li­tät aus dem sin­gell-gar­ten auf­gie­ßen und ein­fach nur noch genie­ßen. dazu eine gute plat­te (bei mir läuft gera­de my brigh­test dia­mond (fast in dau­er­ro­ta­ti­on)) und ein gutes buch (z.b. bir­git kemp­kers wahn­sin­ni­gen, fast irren text „sehn­sucht im hyper­bett“ (dro­schl 2008)) – und der abend ist vollkommen.

zube­rei­tung: 16 g tee für ca. 1,5 liter was­ser bei 91 °C 3 minu­ten zie­hen lassen.

darjeeling castleton ftgfop1 f.f.cl

schon der rosi­ge duft die­ses wun­der­ba­ren dar­jee­lings aus dem hau­se kolod­ziej & lie­der ver­zau­bert, gleich beim ers­ten schnüf­feln nach dem auf­guss: dar­jee­lings, die so fein blu­mig duf­ten hat­te ich bis­her sel­ten in mei­ner kan­ne. er schmeckt auch ent­spre­chend: sehr voll, durch­aus auch recht kräf­tig (auch die tas­se ist eher dun­kel für einen first flush bei die­ser zube­rei­tung), aber eben sehr aus­ge­wo­gen und har­mo­nisch abge­stimmt. ich kann mich da der ein­schät­zung des ver­käu­fers da eigent­lich nur anschlie­ßen: „wun­der­bar!“

zube­rei­tung: 14 g tee für knapp 1,5 liter was­ser, ziem­lich genau 2 minu­ten zie­hen lassen.

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