Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

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Ins Netz gegangen (9.5.)

Ins Netz gegan­gen am 9.5.:

spinnennetz in blühpflanzen

Ins Netz gegangen (17.6.)

Ins Netz gegan­gen am 17.6.:

  • Rei­se­zeit­un­ter­schie­de unter­schied­li­cher Ver­kehrs­ar­ten von Tür zu Tür im Stadt­ver­kehr – Rea­li­tät und sub­jek­ti­ve Wahr­neh­mungs­ver­zer­rung | Zukunft Mobi­li­tät → mar­tin ran­del­hoff hat eine schö­ne über­sicht über (durch­schnitt­li­che) rei­se­zei­ten im stadt­ver­kehr zusammengestellt

    Eine Ursa­che für die­se Ver­tei­lung mit einer star­ken Pkw-​Nutzung auch bei gerin­gen Ent­fer­nun­gen liegt in einer häu­fig anzu­tref­fen­den sub­jek­ti­ven Fehl­wahr­neh­mung bei der Bewer­tung der Schnel­lig­keit bzw. der Reisezeit.

  • Der eigent­liche Skan­dal liegt ganz woan­ders“ | LTO → er anwalt son­nen­berg fin­det deut­li­che worte:

    LTO: Was hat die Aus­sa­ge von CSU-​Landesgruppenchef Alex­an­der Dob­rindt zur „aggres­si­ven Anti-​Abschiebe-​Industrie“ sei­tens der Anwäl­te bei Ihnen ausgelöst?

    Son­nen­berg: Das ist eine sau­dum­me sowie kack­fre­che Aus­sa­ge von einem, der kei­ne Ahnung hat. Das ist ein Dumm­schwät­zer der Mann, das kön­nen Sie ger­ne so zitieren. 

  • The Life­span of a Lie | Medi­um → das stan­ford pri­son expe­ri­ment ist wohl kaum noch als ernst­haf­tes expe­ri­ment zu halten

    The appeal of the Stan­ford pri­son expe­ri­ment seems to go deeper than its sci­en­ti­fic vali­di­ty, per­haps becau­se it tells us a sto­ry about our­sel­ves that we despera­te­ly want to belie­ve: that we, as indi­vi­du­als, can­not real­ly be held accoun­ta­ble for the some­ti­mes repre­hen­si­ble things we do. As troubling as it might seem to accept Zimbardo’s fal­len visi­on of human natu­re, it is also pro­found­ly libe­ra­ting. It means we’re off the hook. Our actions are deter­mi­ned by cir­cum­s­tance. Our fal­li­bi­li­ty is situa­tio­nal. Just as the Gos­pel pro­mi­sed to absol­ve us of our sins if we would only belie­ve, the SPE offe­red a form of redemp­ti­on tailor-​made for a sci­en­ti­fic era, and we embra­ced it.

  • Two Hundred Fif­ty Things An Archi­tect Should Know | Rea­ding Design → wun­der­ba­re lis­te von din­gen, die archi­tek­ten – und eigent­lich nicht nur die – wis­sen soll­ten, hat micha­el sor­kin hier zusammengestellt
  • Hat das E‑Book eine Zukunft? | Medi­um → andré spie­gel über das ebook und die zukunft

    Ich habe mir irgend­wann gesagt: Okay, es wird also in Zukunft alles in bei­den For­ma­ten geben, auf Papier und digi­tal. Aber mit der Zeit muss­te ich ein­se­hen, dass die alten Bestän­de, alles was bis zum Ende des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts erschie­nen ist, nur sehr begrenzt in die digi­ta­le Welt rüber­ge­lan­gen wer­den. Das gan­ze Suhrkamp-​Universum allein: alles weg, und das wird sich auch nicht mehr ändern. Dann habe ich mir gesagt: Okay, also wird wenigs­tens alles, was ab dem ein­und­zwan­zigs­ten Jahr­hun­dert erscheint, in bei­den Wel­ten vor­han­den sein. Aber jetzt ler­ne ich, dass auch das nicht stimmt.

  • Debat­te oder Pro­test: Wie wei­ter gegen rechts? | Blät­ter für deut­sche und inter­na­tio­na­le Poli­tik → war­um die idee, man müs­se nur mit den rech­ten „reden“, unsinn ist und am pro­blem vor­bei geht:

    Sich selbst in die­se Tra­di­ti­on stel­lend, beschwört Kubit­schek seit Jah­ren eben nicht die Debat­te, son­dern die fina­le Kri­se, um end­lich zur erlö­sen­den Tat schrei­ten zu können

web (unsplash.com)

Ins Netz gegangen (9.11.)

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  • Auf den Spu­ren der Revo­lu­tio­nä­rIn­nen | Skug → ein schö­ner foto­es­say von anton tantner.

    Lang­sam bemäch­tigt sich hier die Natur der nur sel­ten mit Blu­men geschmück­ten Grä­ber, die Denk­mä­ler von Rot­ar­mis­ten und Strom­mas­ten rot­ten vor sich hin, an den roten Ster­nen, so sie denn noch vor­han­den sind, blät­tert die Far­be ab. Das Zeug­nis ver­gan­ge­ner Sowjet­macht liegt bewusst dem Ver­fall preis­ge­ge­ben, und doch, all dem Moder und Rost zum Trotz: Ver­ein­zelt brennt eine Ker­ze – als ob sich Karl Lieb­knechts pathe­ti­sche Ankün­di­gung, die Lei­chen der hin­ge­mor­de­ten Kämp­fer wür­den wie­der auf­er­ste­hen, der­einst erfül­len wer­de, als ob den Toten bestimmt sei, in einer kom­mu­nis­ti­schen Zukunft auf­er­weckt zu werden. 

  • Durch­set­zung von Ver­kehrs­re­geln | Zukunft Mobi­li­tät → mar­tin ran­del­hoff beginnt eine serie über die gestal­tung der mobi­li­täts­wen­de mit einem plä­doy­er für eine bes­se­re durch­set­zung der ver­kehrs­re­geln, vor allem zum schutz schwä­che­rer ver­kers­teil­neh­mer wie etwa den fußgängern
  • Die Sache mit dem Leser­schwund | BR → knut cord­sen denkt über den buch­markt und sei­ne ver­än­de­run­gen nach – nicht völ­lig pes­si­mis­tisch, aber doch in ziem­lich grau­en far­ben – aller­dings v.a. aus einer öko­no­mi­schen perspektive
  • Das gefähr­li­che Rau­nen | Zeit → bern­hard pörk­sen mit einem (auch eher pau­scha­len) text zur gefahr der pau­scha­len, sich anschei­nend ver­brei­ten­den kri­tik an den medi­en (ins­ge­samt):

    Gemein­sam ist ihnen die Annah­me, die eta­blier­ten Medi­en in Deutsch­land sei­en ein im Grun­de auto­ri­tä­res Régime, eine Anstalt zur Pro­duk­ti­on geis­ti­gen Anpass­ertums. Gemein­sam ist ihnen auch die Behaup­tung, man selbst gehö­re zu einer bedroh­ten Mei­nungs­min­der­heit, die im Zwei­fel ver­folgt und bru­tal geäch­tet wer­de. […] Die gegen­wär­tig kur­sie­ren­den Theo­rien der Ent­mün­di­gung und der Mani­pu­la­ti­on, Chif­fren eines anti­li­be­ra­len Den­kens und einer heim­li­chen Sehn­sucht nach der Revol­te, hel­fen nie­mand. Und sie rui­nie­ren das Ver­trau­ens­kli­ma, das guter Jour­na­lis­mus bräuch­te, gera­de jetzt und gera­de heute.

  • Das Mus­ter der Ver­schwö­rung | FAZ → durch­aus inter­es­sant, auch wenn ich immer noch etwas fass­ung­los bin: eine ehe­ma­li­ge anhän­ge­rin chem­trail und ande­ren ver­schwö­rungs­theo­rien erzählt 
  • Luther­land ist abge­brannt | Mein Jahr mit Luther → achim land­wehrs unbe­dingt lesens­wer­te „abrech­nung“ mit dem refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um 2017 und über­le­gun­gen, was dar­aus für jubi­lä­en udn unse­re geschichts­kul­tur über­haupt folgt:

    was bleibt da vom Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um? Es bleibt eine gro­ße Lee­re – eine Lee­re, die sich aber nicht breit­macht, weil das Jubi­lä­um nun zu Ende gegan­gen ist. Die­se Lee­re ist durch das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um selbst pro­du­ziert wor­den. […] Fast zwangs­läu­fig hängt die­se inhalt­li­che Aus­höh­lung mit dem Ver­such zur nahe­zu hem­mungs­lo­sen wirt­schaft­li­chen Ver­wer­tung des Jubi­lä­ums zusam­men. Die Fei­er zu 500 Jah­ren Refor­ma­ti­on fand sich ein­ge­klemmt zwi­schen Kir­che und Kom­merz, zwi­schen Öku­me­ne und Öko­no­mie. Nein, falsch. Das Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um war nicht ein­ge­klemmt. Es hat ver­sucht, sich dort bequem ein­zu­rich­ten. […] Der Leer­lauf des Jubi­lä­ums­ge­sche­hens ergab sich nicht, weil es ein Zuviel an Refor­ma­ti­on gege­ben hät­te, son­dern weil zu wenig Refor­ma­ti­on in die­sem Jubi­lä­um war. Und der Man­gel an Refor­ma­ti­on kam dadurch zustan­de, dass man das his­to­ri­sche Ereig­nis mit­samt sei­nen kon­kre­ten Umstän­den nur in recht homöo­pa­thi­schen Dosen zum The­ma mach­te. […] Unter dem Zwang zur Aktua­li­sie­rung ver­schwand die Indi­vi­dua­li­tät und das his­to­risch Spe­zi­fi­sche bis zu Unkennt­lich­keit. […] Womit wir es hier zu tun haben, hört auf den Namen ‚fla­che Geschich­te‘: der mög­lichst geräusch­ar­me, hin­der­nis­freie und vor allem unkom­pli­zier­te Gebrauch (oder eher Miss­brauch) von Ver­gan­ge­nem für gegen­wär­ti­ge Zwe­cke. Fla­che Geschich­te wird allent­hal­ben ver­wen­det. Es ist das ver­meint­lich his­to­ri­sche Stamm­ti­sch­ar­gu­ment, das zur Erklä­rung heu­ti­ger Zustän­de her­hal­ten muss, es ist die knapp erzähl­te Vor­ge­schich­te, die Ver­gan­ge­nes genau soweit zurich­tet, dass es sich in eine linea­re Kau­sa­li­tät ein­ord­net, und es ist das kur­ze Auf­blit­zen eines Relikts aus dem Vor­ges­tern, viel­leicht ein Bild, ein Zitat, ein Film­aus­schnitt oder ein bekann­ter Name, mit denen Ver­traut­heit her­ge­stellt und die Sicher­heit evo­ziert wer­den soll, dass es genau­so war. Fla­che Geschich­te zielt drauf ab, sich der Mühen der Kom­ple­xi­tät zu ent­le­di­gen, die Gebir­ge der Zei­ten in aller Eile abzu­tra­gen, um freie Sicht auf die Ver­gan­gen­heit zu erhalten.

  • Wiki­pe­dia baut ab, oder: Was von „open“ übrig bleibt II | alba­tros → jür­gen fenn über die nega­ti­ven aus­wir­kun­gen der ent­wick­lung des webs auf die (offe­ne) orga­ni­sa­ti­on von wissen:

    Es bedarf kei­ner Erör­te­rung, dass sich dies auch noch wei­ter auf die her­ge­brach­ten Mit­mach­pro­jek­te des Web 2.0 aus­wir­ken wird. Wer an die­se Tech­nik aus Apps plus End­ge­rä­te gewöhnt ist und damit auf­wächst, wird nie auf die Idee kom­men, an einem Mas­sen­pro­jekt wie Wiki­pe­dia teil­zu­neh­men, weil er sich so etwas gar nicht mehr vor­stel­len kann. Nor­mal ist, dass man auf rie­si­ge Daten­be­stän­de zugreift, die auto­ma­ti­siert erstellt oder jeden­falls auto­ma­ti­siert aus­ge­wählt wor­den sind, aber nicht, dass man sie als Autor eigen­hän­dig mit schreibt, kura­tiert, pflegt und kol­lek­tiv ver­wal­tet. Das liegt alles zen­tral bei der Fir­ma, die es anbie­tet. Top-​down, also nicht in den Hän­den einer Com­mu­ni­ty, bottom-up. 

fischnetz

Ins Netz gegangen (13.10.)

Ins Netz gegan­gen am 13.10.:

  • Ich lie­be die Gipsy Kings“ | taz → ein schö­nes, unprä­ten­tiö­ses inter­view mit alvin lucier
  • Main­zer Anti-​Doping-​Experte zieht sich zurück | JGU → der main­zer anti-​dopingforscher peri­kles simon hat kei­ne lust mehr:

    Die Insze­nie­rung des Anti-​Doping-​Kampfes gehört fest zum Spit­zen­sport“, sagt Prof. Dr. Dr. Peri­kles Simon. „An Kri­tik wird zuge­las­sen, was gera­de unbe­dingt sein muss. Dann folgt immer der­sel­be Reflex: Es gibt ein Demen­ti. Es heißt, es sei alles gar nicht so schlimm.“ 

  • Ein­drü­cke von der Frank­fur­ter Buch­mes­se 2017 | alba­tros → ein schö­ner (sub­jek­ti­ver) ein­druck von der frank­fur­ter buch­mes­se, in dem es nicht so sehr um ein­zel­ne bücher und autorin­nen geht, son­dern um das grö­ße­re – die ver­la­ge, das lesen (und dan­kens­wer­ter­wei­se auch nicht nur um belletristik …)
  • Die Kul­tur­na­ti­on zappt weg | Zeit → mely kylak stellt die rich­ti­gen fragen:

    Was genau macht denn eigent­lich eine Kul­tur­na­ti­on zu einer Kul­tur­na­ti­on, wenn die Autoren, Künst­ler und Intel­lek­tu­el­len nicht mal an Tagen, an denen sie die höchs­ten Aus­zeich­nun­gen des Lan­des erhal­ten, zu Wort kom­men? Wie­so wer­den sie in den Abend­nach­rich­ten zwi­schen Fuß­ball­ergeb­nis­sen und Wet­ter­be­richt ver­sen­det? Wie­so ist Fuß­ball Primetime-​Programm und Deut­scher Buch­preis nicht? 

spinnennetz vor natur

Ins Netz gegangen (19.7.)

Ins Netz gegan­gen am 19.7.:

  • Eine Welt jen­seits von Face­book: Auf der Suche nach Alter­na­ti­ven zum digi­ta­len Kapi­ta­lis­mus | Ber­li­ner Gazet­te → geert lovink über sozia­le netz­wer­ke, offe­ne net­ze und alternativen …
  • Das Luther­jahr soll­te ein gro­ßer Erfolg wer­den, doch die Besu­cher blei­ben aus | FAZ → der faz ist auf­ge­fal­len, dass zwi­schen pla­nung und wirk­lich­keit der besu­cher­strö­me ein unter­schied besteht – luther allei­ne scheint nicht über­all die mas­sen zu locken (da er aber ja über­all ist, sind es wohl doch recht viele …)
  • Es ist eine ande­re Welt gewor­den“ | Zeit → inter­es­san­tes inter­view – gera­de in sei­ner rela­ti­ven unspek­ta­ku­lärt­heit – mit mar­kus hin­ter­häu­ser, dem inten­dan­ten der salz­bur­ger festspiele
  • Die fal­schen Ver­hei­ßun­gen der E‑Mobilität | Blät­ter für deut­sche und inter­na­tio­na­le Poli­tik → über die not­wen­dig­keit einer mobilitärs-​revolution – die wen­de vom verbrennungs- zum e‑motor reicht da näm­lich bei wei­tem nicht aus …

    Es bedarf nicht pri­mär einer tech­no­lo­gi­schen Erneue­rung des bestehen­den auto­do­mi­nier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs, son­dern einer umfas­sen­den Mobi­li­täts­wen­de. Deren Ziel muss sein, den öffent­li­chen und schie­nen­ge­bun­de­nen Ver­kehr zu stär­ken, die Fahr­rad­in­fra­struk­tur aus­zu­bau­en und das Ver­kehrs­auf­kom­men radi­kal zu ver­rin­gern – und zwar auf den Stra­ßen und in der Luft. Die fos­si­len Antriebs­ag­gre­ga­te müs­sen zum Aus­lauf­mo­dell wer­den und nur der unbe­dingt nöti­ge Bedarf an indi­vi­du­el­len Auto­mo­bi­len soll­te auf eine elek­tri­sche Basis gestellt wer­den. Nur auf die­se Wei­se könn­ten die gegen­wär­ti­gen Ansät­ze einer Ver­kehrs­wen­de zu einer umfas­sen­den Mobi­li­täts­wen­de wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. […] Letzt­lich brau­chen wir eher eine Revo­lu­ti­on als eine Wen­de: Wir müs­sen das Auto­mo­bil als zen­tra­les Sym­bol für Fort­schritt und sozia­len Sta­tus wie auch für indi­vi­du­el­le Frei­heit ent­thro­nen – auf der Stra­ße, aber auch in unse­ren Köpfen.

  • In guter Ord­nung, aber schlech­ter Ver­fas­sung | FAZ → micha­el kno­che weist in dar­auf hin, dass deutsch­land sein kul­tu­rel­les erbe der (gedruck­ten) bücher seit lan­gem arg ver­nach­läs­sigt … (auch in der faz darf man also für die digi­ta­li­sie­rung sein ;-) …)

    Wis­sen­schaft und Gesell­schaft brau­chen bei­des, das Ori­gi­nal und das Digi­ta­li­sat. Aber weder mit der Bewah­rung der Ori­gi­na­le noch mit der Digi­ta­li­sie­rung der his­to­ri­schen Buch­be­stän­de geht es in Deutsch­land recht vor­an. Dabei müss­te die Siche­rung der schrift­li­chen Über­lie­fe­rung auf der kul­tur­po­li­ti­schen Agen­da ganz oben ste­hen. Ziel müss­te sein, das Gros der alten Bestän­de in Biblio­the­ken und Archi­ven zugleich zu erhal­ten und digi­tal ver­füg­bar zu machen, natür­lich in klug abge­stimm­ter Weise.

    Bei­de Aspek­te lie­ßen sich fabel­haft mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren, wenn ent­spre­chen­de För­der­mit­tel zur Ver­fü­gung stün­den: Was digi­ta­li­siert wird, soll­te zugleich kon­ser­va­to­risch gesi­chert wer­den. Was gesi­chert ist, wird auch digi­ta­li­siert. Das Prin­zip lau­tet: Kon­ver­si­on nicht ohne Konservierung. 

  • Mys­tery of Greek Amphitheater’s Ama­zing Sound Final­ly Sol­ved | Live Sci­ence → wie­der ein rät­sel gelöst: die phä­no­me­na­le akus­tik des thea­ters von epi­dau­ros liegt an den materialien … 
walter benjamin, einbahnstraße (cover)

Buch und Schrift

Die Zeit steht, wie in Kon­tra­post zur Renais­sance schlecht­hin, so ins­be­son­de­re im Gegen­satz zur Situa­ti­on, in der die Buch­dru­cker­kunst erfun­den wur­de. Mag es näm­lich ein Zufall sein oder nicht, ihr Erschei­nen in Deutsch­land fällt in die Zeit, da das Buch im emi­nen­ten Sin­ne des Wor­tes, das Buch der Bücher durch Luthers Bibel­über­set­zung Volks­gut wur­de. Nun deu­tet alles dar­auf hin, daß das Buch in die­ser über­kom­me­nen Gestalt sei­nem Ende entgegengeht.
[…] Die Schrift, die im gedruck­ten Buche ein Asyl gefun­den hat­te, wo sie ihr auto­no­mes Dasein führ­te, wird uner­bitt­lich von Rekla­men auf die Stra­ße hin­aus­ge­zerrt und den bru­ta­len Hete­ro­no­mien des wirt­schaft­li­chen Cha­os unter­stellt. Das ist der stren­ge Schul­gang ihrer neu­en Form. Wenn vor Jahr­hun­der­ten sie all­mäh­lich sich nie­der­zu­le­gen begann, von der auf­rech­ten Inschrift zur schräg auf Pul­ten ruhen­den Hand­schrift ward; um endlich
sich im Buch­druck zu bet­ten, beginnt sie nun eben­so lang­sam sich wie­der vom Boden zu heben. Bereits die Zei­tung wird mehr in der Senk­rech­ten als in der Hori­zon­ta­le gele­sen, Film und Rekla­me drän­gen die Schrift voll­ends in die dik­ta­to­ri­sche Ver­ti­ka­le. Und ehe der Zeit­ge­nos­se dazu kommt, ein Buch auf­zu­schla­gen, ist über sei­ne Augen ein so dich­tes Gestö­ber von wan­del­ba­ren, far­bi­gen, strei­ten­den Let­tern nie­der­ge­gan­gen, daß die Chan­cen sei­nes Ein­drin­gens in die archai­sche Stil­le des Buches gering gewor­den sind. Heu­schre­cken­schwär­me von Schrift, die heu­te schon die Son­ne des ver­mein­ten Geis­tes den Groß­städ­tern ver­fins­tern, wer­den dich­ter mit jedem fol­gen­den Jah­re werden.
Wal­ter Ben­ja­min, Ein­bahn­stra­ße [1928], Abschnitt „Ver­ei­dig­ter Bücherrevisor“

spinnweben zwischen holz, schwarz-weiß

Ins Netz gegangen (22.5.)

Ins Netz gegan­gen am 22.5.:

  • Ein Tag im Leben eines ICE | SZ → net­te (wenn auch nicht sehr tief­ge­hen­de) Repor­ta­ge über den Zug an sich (also das Gefährt) und der Auf­wand, der nötig ist, dass er jeden Tag auf den Glei­sen unter­wegs sein kann.
  • Franz Kogl­mann: „Jazz ist für mich kein Syn­onym für Frei­heit“ | Stan­dard → der „stan­dard“ gra­tu­liert franz kogl­mann zum seib­zigs­ten mit einem inter­view, von dem hier die (eini­ge?) ant­wor­ten zu lesen sind

    Ich bin bis heu­te der Mei­nung, die eigent­lich wich­ti­ge musi­ka­li­sche Erschei­nungs­form des 20. Jahr­hun­derts ist der Jazz und nicht die Zwei­te Wie­ner Schule!

  • Fake News mit Fake Jour­nals: Gender-​Studies-​Hoax als Ver­lags­ver­sa­gen | netzpolitik.org → leon­hard dobusch bei netz­po­li­tik über das wah­re pro­blem von unse­riö­sen (wissenschafts-)verlagen:

    Unse­riö­se Ver­la­ge, die gegen Bezah­lung jeden Bei­trag als ver­meint­lich begut­ach­tet publi­zie­ren, waren bis­lang vor allem ein Pro­blem für den Wis­sen­schafts­be­trieb. Wie ein ver­meint­li­cher Gender-​Studies-​Hoax zeigt, sind Fake-​Verlage aber auch eine poten­ti­el­le Grund­la­ge für Fake News.

  • Wirk­lich­keits­be­wäl­ti­gung als lite­ra­ri­sches Pro­gramm | Voll­text → schon wie­der ein text von felix phil­ipp ingold – eine allgmei­ne abrech­nung mit der lite­ra­tur­kri­tik, wie sie heu­te betrie­ben wird

    Bele­ge für die­ses ein­di­men­sio­na­le Rea­lis­mus­kon­zept wie auch für das unge­bro­che­ne Bedürf­nis nach dem bel­le­tris­ti­schen Human touch lie­fert die aktu­el­le Buch­kri­tik in belie­bi­ger Anzahl und mit zuneh­men­der Insistenz. 

  • Colour Wheels, Charts, and Tables Through Histo­ry | Public Domain Review → eine schö­ne über­sicht über diver­se ver­su­che der letz­ten jahr­hun­dert, das farb­spek­trum zu orga­ni­sie­ren und dar­stel­lungs­for­men dafür zu finden.
  • How Goog­le Book Search Got Lost | Back­chan­nel → schö­ner, lan­ger text über goog­le books, die ent­wick­lung des pro­jek­tes zum (schein­ba­ren?) still­stand – und die lek­ti­on dar­aus: „Engi­nee­ring is gre­at, but it’s not the ans­wer to all problems.“
netzgebilde (unsplash.com)

Ins Netz gegangen (13.4.)

Ins Netz gegan­gen am 13.4.:

  • Mär­chen­stun­de am Main | NZZ → jür­gen tietz spart nicht mit deut­li­chen Wor­ten über den Unsinn einer (schein­ba­ren) Rekon­struk­ti­on einer his­to­ri­schen Altstadt

    Dort, wo nach den Bom­ben­an­grif­fen des Zwei­ten Welt­kriegs nur noch rau­chen­de Trüm­mer lagen, mani­fes­tiert sich heu­te ein gebau­ter Auf­schrei nach ver­lo­re­ner Hei­me­lig­keit und eins­ti­ger städ­ti­scher Bedeu­tung. Dafür muss­te das zu Beginn der sieb­zi­ger Jah­re gebau­te Tech­ni­sche Rat­haus ver­schwin­den, nach nur 35 Jah­ren. So kurz­at­mig ist die hes­si­sche Geschich­te. Was aber ist der Sinn die­ser gebau­ten Frank­fur­ter Mär­chen­welt? Leis­tet sie einen Bei­trag, um die drän­gen­den Fra­gen der Zukunft der Städ­te zu lösen? Wohl kaum, denn auf dem his­to­ri­sie­ren­den neu­en Herz­stück Frank­furts ent­steht gera­de ein­mal die beschei­de­ne Zahl von sech­zig Woh­nun­gen – mit einer Flä­che von ins­ge­samt 7000 Qua­drat­me­tern. Sonst gibt sich das Quar­tier als archi­tek­to­nisch ver­dich­te­te See­len­mas­sa­ge, ein Gegen­mo­dell zu den Hoch­häu­sern der glo­ba­li­sier­ten Stadt.

    Der gros­se Irr­tum einer der­art fik­tio­na­len Stadt­ar­chi­tek­tur ist es, dass sie wie eine gebau­te Zeit­ma­schi­ne wirkt. Doch sie ist nur ein Abzieh­bild einer deut­schen See­len­land­schaft, in der die Ver­wun­dun­gen der Kriegs- und Nach­kriegs­zeit bis in die nach-​nachfolgende Gene­ra­ti­on andau­ern. So ent­steht eine wei­ner­li­che Mischung aus Ver­lust und Ver­drän­gung, aus roman­ti­scher Sehn­sucht und einer Unfä­hig­keit zu trauern. 

  • Wer­ben mit Goog­le: Ist die taz Schmud­del­kram? | taz-​hausblog → die taz nut goo­gles adsen­se und berich­tet hier von schwie­rig­kei­ten bei der „richtlinien“-einhaltung und kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem unternehmen
  • Wol­len alle Autoren sein? Alles schreibt, kei­ner liest | NZZ → jochen hörisch über das sich ver­än­dern­de ver­ständ­nis von schrei­ben und lesen, den zusam­men­hang von sein und schrei­ben, welt und text

    Alles schreibt, aber kaum einer liest mehr so gründ­lich, kon­zen­triert und hin­ge­bungs­voll wie der Leser in Ril­kes gleich­na­mi­gem Gedicht oder der Buch-​Enthusiast in Micha­el Endes «Unend­li­cher Geschich­te». … Es ist offen­bar, dass Gott nicht im Sin­ne logi­scher Evi­denz offen­bar ist, dass auch er ein schwä­cheln­der Autor ist, der die Kluft, die die Welt von den Wor­ten trennt, nicht ein für alle Mal über­win­den kann. … Das Wort wird Fleisch, Bits wer­den Ato­me, die Idee der Trans­sub­stan­tia­ti­on ist heu­te mehr als ein fas­zi­nie­ren­des reli­giö­ses Phan­tas­ma, näm­lich ein Schreib­pro­gramm für ambi­tio­nier­te Inge­nieu­re. Wer die­se Wand­lung von Lese- in Schreib­pro­gram­me im Blick hat, wird sowohl das Come­back mili­tan­ter Reli­gio­si­tät als auch die Infla­ti­on der Schreiblust heu­te mit ande­ren Augen sehen. … Man ver­gisst ger­ne, dass die ver­pflich­ten­de Alpha­be­ti­sie­rung ein kul­tu­rel­ler Son­der­weg einer selt­sa­men Welt­ecke in einer exzen­tri­schen Epo­che ist bzw. war. Heu­te kön­nen, wenn sie denn Zugriff auf Zau­ber­wer­ke der Ingenieurs- und Infor­ma­ti­ker­kunst haben, alle lesen und schrei­ben – para­do­xer­wei­se eben auch die­je­ni­gen, die nicht lesen und schrei­ben kön­nen. Gemein­sam ist ihnen der Wunsch, nicht nur ein Wort mit­zu­re­den, son­dern Autoren zu wer­den, die von der Pflicht dis­pen­siert sind, lesen zu müssen. 

  • NS-​Filme: Vor­be­halts­vor­be­hal­te| Frei­tag → dirk alt und frie­de­mann bey­er über die zuneh­mend unnö­ti­ge, aus der zeit gefal­le­ne „vorbehalts“-lösung, die ns-​propagandafilme (bzw. man­che davon) unter halb­ver­schluss hält

    Vor die­sem Hin­ter­grund mutet die hie­si­ge Kon­tro­ver­se um eine offi­zi­el­le Zugäng­lich­ma­chung der Vor­be­halts­fil­me kuri­os an, zumal sie nicht nur die längst unwi­der­ruf­li­che Ver­füg­bar­keit der Fil­me igno­riert, son­dern dar­über hin­aus von Dämo­ni­sie­rung und reflex­ar­ti­ger Betrof­fen­heit geprägt ist.

  • Index, A cele­bra­ti­on of the | TLS → ein lob der indi­ces und ihres klugheit/​ihres wis­sens, anläss­lich des sech­zig­jäh­ri­gen bestehens der „Socie­ty of Indexers“
  • a href=„http://blogs.faz.net/pop-anthologie/2017/03/18/alte-mythen-in-honig-351/“>Genesis: „The Musi­cal Box“ | Pop-​Anthologie → her­vor­ra­gen­de wür­di­gung des groß­ar­ti­gen „the musi­cal box“ (auf „nur­sery cryme“) von gene­sis in der pop-​anthologie der faz:

    Dass die Kar­rie­ren von Coll­ins und Ruther­ford in Hits wie „Dance Into the Light“ oder „All I Need is a Mira­cle“ gip­fel­ten, die von einer erschüt­tern­den Belang­lo­sig­keit sind, ist das trau­ri­ge Ende die­ser Ent­wick­lung. „The Musi­cal Box“ aber darf nicht im Kurio­si­tä­ten­ka­bi­nett der Musik­ge­schich­te abge­legt wer­den. Es gehört zum Kanon der bes­ten bri­ti­schen Popmusik.

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Ins Netz gegangen (9.12.)

Ins Netz gegan­gen am 9.12.:

  • The Late Medieval Christ­mas Feast | Doing Histo­ry in Public → Ele­a­n­or Rus­sell über das spät­mit­tel­al­ter­li­che weih­nachts­fest in england:

    Like today, the most spec­ta­cu­lar and anti­ci­pa­ted part of the medieval Christ­mas was not the Mass, then man­da­to­ry, but Christ­mas feast, an event which offe­red not only an oppor­tu­ni­ty to cele­bra­te the birth of Christ, recon­nect with fami­ly and fri­ends, and eat to burs­t­ing, but also the chan­ce to express social hier­ar­chies and identity.

    To under­stand the rami­fi­ca­ti­ons of the Christ­mas feast, we should view it as much of a per­for­mance as the enter­tain­ments which accom­pa­nied it. Guests who per­for­med admi­ra­b­ly might recei­ve a mark of favour, whilst social sole­cisms, such as start­ing to eat befo­re the host did, could mean disgrace.

    Like today, the medieval Christ­mas feast was as much about con­sump­ti­on, com­men­sa­li­ty, and social mano­eu­vring as it was about religion.

  • Die­se Sum­me hat man nicht auf der hohen Kan­te“ | bör­sen­blatt → noch so ein ten­den­ziö­ser bericht über ver­la­ge und die vg wort. ich hab‘ immer noch nicht kapiert, war­um die ver­la­ge die vg-​wort-​einnahmen so drin­gend brau­chen. wenn sie so krea­tiv und schöp­fe­risch tätig sind und eige­ne rei­hen ent­wi­ckeln (!) – war­um pas­sen sie die autor­ho­no­ra­re bzw. autorin­nen­be­tei­li­gun­gen an den buch­um­sät­zen in ihren ver­trä­gen nicht ent­spre­chend an? war­um müs­sen sie das ille­gal über die vg wort finanzieren?
  • Intellektuellen-​Dämmerung |Tages-​Anzeiger → eine ziem­lich gute ver­tei­di­gung (und erklä­rung) des typus „intellektuelle/​r“ und sei­ner not­wen­dig­keit von mar­tin ebel:

    Prüf­stein intel­lek­tu­el­len Enga­ge­ments ist allein, ob es über das eige­ne Inter­es­se hin­aus­geht, ob es das Wohl des Gan­zen im Auge hat. Es geht nicht um eine Charakter- oder Mut­prü­fung des Intel­lek­tu­el­len, son­dern um sein Urteils­ver­mö­gen, sei­ne Fan­ta­sie, sei­ne Originalität.

    Intel­lek­tu­el­le sind auch kei­ne Welt­erklä­rer noch gar Pro­phe­ten, denen man blind fol­gen kann. Sie sind aber dazu da, in einer Welt, in der Grup­pen­ego­is­men sich immer stär­ker arti­ku­lie­ren, dar­an zu erin­nern, dass es Wer­te und Inter­es­sen gibt, die über den Eigen­nutz hin­aus­ge­hen – zum Nut­zen aller. Frau­en­rech­te und Mei­nungs­frei­heit, Min­der­hei­ten­schutz und Rechts­si­cher­heit sind sol­che zen­tra­len Werte. 

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Ins Netz gegangen (2.11.)

Ins Netz gegan­gen am 2.11.:

  • Jens Bal­zer zu Musik­vi­de­os: You­tube kills the Youtube-​Star Jus­tin Bie­ber | Ber­li­ner Zei­tung → jens bal­zer über den aktu­el­len zusam­men­hang von pop, stars, you­tube, kon­zer­ten und fans

    Der Ver­such, als real musi­zie­ren­der Mensch auf einer Büh­ne wenigs­tens kurz zu reinkar­nie­ren, schei­tert an der Indif­fe­renz eines Publi­kums, dem es reicht, in vir­tu­el­len Räu­men und bei sich sel­ber zu sein. Der ers­te Star der Youtube-​Epoche wird als deren tra­gi­scher Held von der Büh­ne gekreischt.

  • Was a ser­ver regis­tered to the Trump Orga­niza­ti­on com­mu­ni­ca­ting with Russia’s Alfa Bank? | sla­te → eine total ver­rück­te geschich­te: trump hat(te) einen ser­ver, der (fast) nur mit einem ser­ver der rus­si­schen alfa-​bank kom­mu­ni­zier­te. und kei­ner weiß, wie­so, was, war­um – bei­de sei­ten behaup­ten, das kön­ne nicht sein …

    What the sci­en­tists amas­sed wasn’t a smo­king gun. It’s a sug­ges­ti­ve body of evi­dence that doesn’t abso­lut­e­ly pre­clude alter­na­ti­ve expl­ana­ti­ons. But this evi­dence arri­ves in the broa­der con­text of the cam­paign and ever­y­thing else that has come to light: The efforts of Donald Trump’s for­mer cam­paign mana­ger to bring Ukrai­ne into Vla­di­mir Putin’s orbit; the other Trump advi­ser who­se com­mu­ni­ca­ti­ons with seni­or Rus­si­an offi­ci­als have worried intel­li­gence offi­ci­als; the Rus­si­an hack­ing of the DNC and John Podesta’s email.

    (und neben­bei ganz inter­es­sant: dass es spe­zia­lis­ten gibt, die zugriff auf sol­che logs haben …)

  • The Digi­tal Tran­si­ti­on: How the Pre­si­den­ti­al Tran­si­ti­on Works in the Social Media Age | whitehouse.gov → die plä­ne der über­ga­be der digi­ta­len mas­sen­kom­mu­ni­ka­ti­on (und accounts) des us-​präsidenten. inter­es­sant: dass die inhal­te zwar erhal­ten blei­ben, aber als archiv unter neu­en account-​namen. und die „offi­zi­el­len“ accounts geleert über­ge­ben werden.
  • Refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um: Lasst uns froh und Luther sein | FAZ → sehr selt­sa­mer text von jür­gen kau­be. am refor­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um gäbe es eini­ges zu kri­ti­se­ren. aber das ist der fal­sche weg – zum einen ist die evan­ge­li­sche kir­che deutsch­lands kei­ne luther-​kirche (und käß­mann sicher nicht ihre wesent­lichs­te theo­lo­gin). zum ande­ren scheint mir kau­bes kri­tik­punkt vor allem zu sein, dass evan­ge­li­sche theo­lo­gie sich in den 500 jah­ren gewan­delt hat und nicht glei­cher­ma­ßen konservativ-​fundamentalistisch-​autoritär ist wie bei luther selbst. was soll das aber?
  • Siri Hust­vedt und Paul Aus­ter | Das Maga­zin → lan­ges gespräch mit hust­vedt und aus­ter, dass sich aber nahe­zu aus­schließ­lich um die poli­ti­sche lage dreht – immer­hin eine hal­be fra­ge gilt auch dem, was sie tun – näm­lich schreiben
  • Das Para­dox der Demo­kra­tie: Judith But­ler über Hil­la­ry Clin­ton | FAZ → lan­ges, gutes inter­view mit judith but­ler über demo­kra­tie, ver­samm­lun­gen, frei­hei­ten, kör­per und identitäten
  • Aids in Ame­ri­ka: HIV kam um 1970 in New York an | Tages­spie­gel → for­scher haben mit gene­ti­schen ana­ly­sen von blut­kon­ser­ven die geschich­te von aids in den usa neu geschrie­ben – nicht pati­ent O war der ers­te, der virus kam schon jah­re vor­her nach new york. span­nend, was heu­te so alles geht …
  • Frank­fur­ter Buch­mes­se „Schwie­ri­ge Lyrik zu einem sehr hohen Preis“ | Ber­li­ner Zei­tung → mal wie­der ein inter­view mit ulf stol­ter­foht zum funk­tio­nie­ren von brue­te­rich press. dem ver­lag wür­de es wahr­schein­lich mehr hel­fen, wenn sei­ne bücher bespro­chen wür­den und nicht nur der verlag ;-) …

    Ich ver­die­ne nicht nur mit dem Schrei­ben kein Geld, ich ver­die­ne auch mit dem Über­set­zen kein Geld. Da möch­te man dann mit dem Ver­le­gen natür­lich auch nichts ver­die­nen. Das berühm­te drit­te unren­ta­ble Stand­bein. Das Para­do­xe an der Sache ist nun aber, dass ich trotz­dem irgend­wie davon leben kann, und das schon ziem­lich lan­ge. Die­se gan­zen nicht oder schlecht bezahl­ten Tätig­kei­ten haben, zumin­dest in mei­nem Fall, dazu geführt, dass eine indi­rek­te Form der Ver­gü­tung statt­fin­det, also etwa in Form von Prei­sen, Sti­pen­di­en, Lehr­tä­tig­kei­ten, Lesun­gen und Mode­ra­tio­nen. Und ich glau­be, dass durch die Ver­le­ge­rei das Spiel­feld noch ein biss­chen grö­ßer gewor­den ist. Das hat jedoch bei der Grün­dung des Ver­lags kei­ne Rol­le gespielt. Den Ver­lag gibt es, weil ich das schon sehr lan­ge machen woll­te. Schrei­ben tue ich ja auch, weil ich das schon immer woll­te. Das reicht mir völ­lig aus als Begrün­dung. Mehr braucht es nicht.

  • Die Öko­no­mi­sie­rung der Natur ist ein Feh­ler“ | der Frei­tag → bar­ba­ra unmü­ßig, im vor­stand der heinrich-​böll-​stiftung, über „grü­ne öko­no­mie“, not­wen­di­ge umdenk­pro­zes­se und war­um kom­pen­sa­ti­on nicht reicht

    Wir bräuch­ten viel­mehr Mit­tel für den öko­lo­gi­schen Land­bau oder um her­aus­zu­fin­den, wie eine wachs­tums­be­frie­de­te Gesell­schaft und Wirt­schaft aus­se­hen kann. Es liegt ein­deu­tig zu viel Gewicht auf tech­no­lo­gi­schen denn auf sozia­len und kul­tu­rel­len Veränderungen.

    Das ist der wohl größ­te Feh­ler der Grü­nen Öko­no­mie: Din­ge, die nie öko­no­mi­siert waren, zu mes­sen, zu berech­nen, zu öko­no­mi­sie­ren. Die Mone­ta­ri­sie­rung der Natur.

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