via mursuppe
Ins Netz gegangen am 23.4.:
- Adresscomptoir: Plagiatsverdacht bei C.H. Beck – Der „Adresscomptoir“ weist auf den recht heftigen Plagiatsverdacht gegen Karsten & Roders „Große Seeschlachten“ hin.
- Wo wurde das Kloster Lorsch gegründet? | MinusEinsEbene – Deshalb ist Geschichtswissenschaft so eine spannende Sache: Es gibt einfach kein Ende .
„Wo wurde das Kloster Lorsch gegründet?“ ist eine Frage, die nur dann spannend ist, wenn man erstens weiß was dieses Kloster Lorsch eigentlich ist, zweitens dass es woanders gegründet wurde, also praktisch irgendwann umgezogen ist.
- Comments – RT @jluebeck: Das sieht nach krassem wiss. Fehlverhalten etablierten Personals der Geschichtswissenschaften aus. #wikipedia
- Drogenkonsum: „Alle Drogen sind schädlich, aber nicht alle sind gleich schädlich“ – Der britische Psychopharmakologe David Nutt über Inkonsistenzen und Widersinnigkeiten der westlichen Drogenpolitik:
Die Menschen bekommen oft den Eindruck, dass Alkohol und Tabak gar keine echten Drogen sind und dass sie auch nicht wirklich gefährlich sein können. Dabei sind sie in mancherlei Hinsicht gefährlicher als die meisten verbotenen Substanzen. Rauchen macht extrem süchtig und tötet jährlich fünf Millionen Menschen auf der Erde. Bei Alkohol sind es 2,5 Millionen. Bei illegalen Drogen 200.000. Selbst wenn man den Konsum hochrechnet, bleibt eine klare Diskrepanz, was den Schaden betrifft.
- Kaum zu glauben: Das ZDF „checkt Fakten“ zu Jesus Stefan Niggemeier hält wenig vom ZDF-„Faktencheck“ zu Ostern und legt das sehr witzig dar.
- „Enteignet Google!“ | Telepolis – „Rädelsführer Döpfner geißelte jüngst das imperialistische Verhalten Googles.“ >
- 23. Histofloxikon, Dritte Lieferung | Geschichte wird gemacht -
Vielleicht wäre es daher Zeit für eine neue Floskel: Vergangenheit kann sich nicht wiederholen – Geschichte muss man wiederholen.
- Discountbaukultur – Angriff auf den öffentlichen Raum – Kultur – Süddeutsche.de – Cool: Gerhard Matzig rantet über Discountbaukultur à la Hornbach und den Angriff auf den öffentlichen Raum
Zum heutigen „Welttag des Buches“ darf und muss Georg Christoph Lichtenberg, der große Leser und Schreiber, zu Wort kommen lassen:
Wie man alte Bücher studiert, in der Absicht Wahrheit zu suchen, so kann man wohl zuweilen eine Ausbeute erhalten, die andern entgangen ist, allein man riskiert auch zuweilen, die beste Zeit seines Lebens zu verkuxen. [H 56]
oder
Es ist sehr gut, die von andern hundertmal gelesenen Bücher immer noch einmal zu lesen, denn obgleich das Objekt einerlei bleibt, so ist doch das Subjekt verschieden. [H 54]
— Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher
Dicht am Boden
Die Frühe sprang auf die Beine wie ein Lamm
Und sah mich am Boden, auf allen vieren.
— Bernd Jentzsch
Ins Netz gegangen am 10.4.:
- Sargnagel für Tamiflu – Das in großen Mengen (und teuer) eingekaufte, bevorratete und für Notfälle eingelagerte Grippemittel Tamiflu nutzt noch weniger als gedacht – nämlich fast gar nicht, wie eine Reanalyse der von den Pharmaherstellern nicht veröffentlichten Daten zeigt
- Plagiatsvorwürfe: Schavan will nicht mehr vor Gericht um Doktortitel kämpfen | ZEIT ONLINE – na endlich! Schavan gibt auf
- Twitter /greenofrichmond: Porsche Macan stuck off roading … – Teuer ist nicht immer besser RT @greenofrichmond: Porsche Macan stuck off roading in Morocco. Dacia Duster to rescue
- [toread] Rad gegen Auto : So revolutionieren Fahrräder die Metropolen – Nachrichten Panorama – DIE WELT -
In immer mehr Städten stürmen Radfahrer die Straßen. Das kann funktionieren, wie in Kopenhagen. Oder zu Verkehrschaos führen. Gehört die Zukunft den zwei Rädern? Und wenn ja, wie kann das aussehen?
- “Die Hysterie des Netzjournalismus”: Ein Besuch bei den “Deutschen Wirtschafts Nachrichten” – Astrodicticum Simplex – Vorschlag: “Wer in einer Diskussion im Internet mit einem Artikel von DWN argumentiert, hat automatisch verloren” >
- [toread] Krankenhausdaten: Der elektronische englische Patient | ZEIT ONLINE – Trotz der bescheuerten Überschrift ein guter Text von Pavel Lokshin, aus dem man lernen kann, wie man Big Data – gerade wenn es um Krankheitsdaten geht – besser nicht anpackt und umsetzt:
Das britische Gesundheitswesen wird zum Big-Data-Projekt – ohne Zustimmung der Patienten. Ein Lehrstück über die chaotische Umsetzung einer sinnvollen Idee
Manchmal sind Zeitungen sehr seltsam: Die „Zeit“ hat heute online diesen Text, in dem Thorsten Schröder berichtet, wie er an der Benutzung von Passwort-Managern scheitert. Seine Hauptargumente gegen KeePass: Das ist hässlich. Und vor allem: Ihm ist das (manuelle) Kopieren von Passwörtern von KeePass in den Browser zu aufwändig? Mal ganz abgesehen davon, dass die Autofill-Funktion nicht so schwer einzurichten ist – was ist das denn eigentlich für ein Argument? Lässt Schröder eigentlich auch alle Haus- und Autotüren offen, weil das Abschließen zu lange dauert und es zu umständlich ist, den Schlüssel aus der Tasche zu holen? Aber was soll man denn von einem Autor erwarten, der freimütig eingesteht, dass er bisher das gleiche Passwort (!) für über 80 Dienste nutzte? Und das schon seit 12 Jahren? Das ist doch sozusagen erste Bürgerpflicht, nicht überall das gleiche Passwort zu benutzen und das zumindest ab und an zu ändern. Die Zahl scheint ihm übrigens wichtig zu sein, ist aber überhaupt nicht beeindruckend – wenn ich meine Passwortliste bis 80 durchzähle, bin ich gerademal beim Buchstaben e angelangt … Dass die „Zeit“, die doch sonst ein einigermaßen vernünftiges Digital-Ressort hat, so etwas übernimmt, enttäuscht mich wirklich. Dazu passt dann allerdings auch der falsche und irreführende Titel: „Heilmittel gegen Heartbleed im Test“ heißt die Überschrift. Aber das Ändern von Passwörtern ist ja nun wirklich kein „Heilmittel“ gegen Heartbleed – sondern nur eine Möglichkeit, die Folgen des Bugs vielleicht noch etwas einzudämmen.
Ins Netz gegangen am 8.4.:
- [toread] Verkehr – Aufgesattelt und … ausgebremst – Schönes Feature von Carolin Nokel bei Deutschlandradio Kultur über Fahradfahren und Verkehr in der Stadt
Radfahren ist gesund, verursacht keine Abgase und keinen Lärm. Doch Autofahrer dominieren den Verkehr, die Autolobby die Verkehrs- und Steuerpolitik. Fahrradfreundlichkeit zieht in den meisten Kommunen und Großstädten nur im Schneckentempo ein.
- Lokal? Egal! | JakBlog – Christian Jakubetz überlegt, was die momentanen Veränderungen auf dem Lokaljournalismusmarkt für Gründe und Auswirkungen haben könnten:
Tatsächlich gibt es keine Mediengattung, bei der Anspruch, Wahrnehmung und Wirklichkeit so weit auseinander klaffen wie im Lokalen. Niemand käme theoretisch auf die Idee, Lokaljournalismus für überflüssig erklären zu wollen. […] Und was, wenn sich irgendwann herausstellt, dass eine junge Generation, die in einer global-digitalen Welt aufgewachsen i…
- (500) http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/zeitgenossen/swr2-zeitgenossen-steffen-popp-huchel-preistraeger-2014/-/id=660664/did=12929790/nid=660664/3r4u20/index.html – »Wenn man etwas erreichen will im Gedicht, nützt es nicht, es auszusprechen.« (Steffen Popp)
- Kriminologin über den „Islam-Rabatt“: „Ehrenmorde werden härter bestraft“ – taz.deKönnen muslimische Täter vor deutschen Gerichten mit Nachsicht rechnen? Eine Krimonologin im Interview
- Research Fragments: Visualizing the seventeenth century – Die deutsche Buchproduktion im 17. Jahrhundert (wie sie sich in den momentan vorhandenen VD17-Daten spiegelt): Mit schöner Delle im Dreißigjährigen Krieg
- [toread] My Night in Solitary – NYTimes.com -
If an inmate acts up, we slam a steel door on him. Ad Seg allows a prison to run more efficiently for a period of time, but by placing a difficult offender in isolation you have not solved the problem—only delayed or more likely exacerbated it, not only for the prison, but ultimately for the public. Our job in corrections is to protect the community, not to release people who are worse than they were when they came in.
- Überlegungen zur gesellschaftlichen Relevanz vasallitischer Beziehungen in der Karolingerzeit | Mittelalter –
- 22. Flache Geschichte | Geschichte wird gemacht -
Was solcherart produziert wird, ist eine flache Geschichte, die keine Winkel und Kanten hat, keinen Widerstand bietet, sondern problemlos unseren Erwartungen unterworfen wird. Geschichte wird zweidimensional. Das ist in etwa so, als würden wir die Vielfalt einer Landschaft mit der Landkarte verwechseln, die wir von ihr angefertigt haben. Flache Geschichte ist die bequeme Möglichkeit, sich von all den Kompliziertheiten und Komplexitäten zu verabschieden, die eine intensive (und damit …
- Hamburger Hedonisten enttarnen sich: „Ein reines Schauspiel“ – taz.de – Der „Privatdozent des Hedonistischen Intituts für angewandte Populismusforschung“ in Hamburg über Populismus und die Leichtigkeit, Medien zu manipulieren:
Natürlich ist es kein Grund zu triumphieren, zu sehen, wie weit sich der Journalismus von ursprünglichen Idealen entfernt hat. Aber genau das wollten wir ja auch erreichen, mit einer hanebüchenen Geschichte und abstrusen Falschbehauptungen in die Medien zu kommen. Es ist natürlich auch ein Spiel, das Spaß macht, wenn man sich mit e…
- Bayreuther Manifest zu Recht und Moral – Die Beyreuther Juristen (?) schreiben ein Manifest zum Zusammenhang von Recht und Moral und den notwendigen und gewünschten Verhaltensweisen einiger gesellschaftlicher Akteure
Wenn man aber weder verrechtlichen noch moralisieren will, muss man die Orientierung der Moral am Recht und die moralische Verbindlichkeit des Rechts stärken. Recht und Moral betreffen unterschiedliche Geltungssphären, die nicht fusioniert werden dürfen, nämlich die demokratische und die autonome Gesetzgebung. …
Gestern abend bin ich bei meiner ersten Critical Mass dabeigewesen. Dabei hatte ich wieder nur ganz zufällig davon erfahren, dass schon seit letztem Herbst an jedem ersten Freitag im Monat auch in Mainz eine Critical Mass stattfindet. Und gestern war ich sogar noch in Mainz und der Doc hatte gerade das OK gegeben, dass ich wieder Fahrrad fahren darf – also war ich dabei.
Es war eine rundum tolle Erfahrung: Mit gut hundert anderen Radfahrern einfach entspannt durch die Stadt rollen und den Autofahreren und Fußgängern zeigen, dass auch Fahrräder ganz normale Verkehrsmittel sind, die auf die Straße gehören. Das hat im großen und ganzen wunderbar geklappt – weil einerseits einige eifrige junge Herren an Kreuzungen vorsorglich blockiert haben („korken“ heißt das im Critical-Mass-Jargon), sich alle an die Verkehrsregeln gehalten haben und die Polizei zurückhaltend mit zwei Streifenwagen unterstützt hat. Das war ganz nett, aber wahrscheinlich gar nicht unbedingt nötig. Die meisten Leute auf der Route waren auch sehr verständnisvoll und haben sich mitgefreut – ein paar wenige haben natürlich gemotzt, dass sie aufgehalten wurden, aber das gehört halt dazu. Nur am Kasteler Brückenkreisel gab es einen Autofahrer, der erst nicht einsehen wollte, dass er warten muss. Das ist allerdings auch eine der blödesten Situationen: Weil er im Kreisel war, hätte er eigentlich Vorfahrt. Die Spitze der Radmasse war aber schon vor ihm bei freier Fahr in den Kreisel eingefahren, so dass der Rest natürlich – nach den Regeln des geschlossenen Verbandes – auch noch einfahren durfte, obwohl er inzwischen angekommen war. Bei „normalen“ Kreuzungen ist das übersichtlicher … Und natürlich gab es auch den obligatorischen Hinweis eines Fußgängers: „Hier gibt es extra Fahrradwege für euch!“ – allerdings ausgerechnet in der Großen Bleiche, deren Radwegbenutzungspflich nach den Mainzer Kriterien wohl (analog zur Boppstraße) aufgehoben werden muss (was hoffentlich bald mal geschieht …).
Ernsthafte Zwischenfälle gab es aber – so weit ich mitbekommen habe – keine. Nur eine Menge Spaß im Verkehr in einer leicht anarchischen Variante und eine große Vielfalt von Fahrrädern und Menschen. Genau so, wie es sein soll. Wir sind dabei vom Gutenbergplatz über die Holzhofstraße am Südbahnhof vorbei auf die Rheinstraße, dann ein Stück die Kaiserstraße hoch und durch die Boppstraße in die Neustadt, mit ein/zwei/drei Runden um den Gartenfeldplatz. Dann führte uns die Spitze wieder zurück auf die Rheinstraße, über die Theodor-Heuss-Brücke nach Kastel und zurück, dann – der einzige Regelverstoß – in die Große Bleiche (da darf man eigentlich nur als Linienbus abbiegen …) und über Umbach und Ludwigsstraße zurück zum Gutenbergplatz.
Die „Allgemeine Zeitung“ hat schon darüber berichtet (und hatte auch im Vorfeld auf die Critical Mass hingewiesen), weitere Infos gibt es auch in der Facebook-Gruppe (oder bei Twitter), aus der ich auch diese beiden Fotos geklaut habe:
Die nächste Mainzer Critical Mass startet am 2. Mai um 18 Uhr auf dem Gutenbergplatz vor dem Großen Haus des Staatstheaters.











