»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Erziehen

Jeman­den erzie­hen heißt, ihn mit der Fähig­keit zu bega­ben, sich gegen­über sei­ner Umwelt eigen­sin­nig zu ver­hal­ten, um Schwie­rig­kei­ten und Mög­lich­kei­ten zu sehen, die ande­ren nicht auf­fal­len.Jür­gen Kau­be, Im Reform­haus, 17

Ins Netz gegangen (18.11.)

Ins Netz gegan­gen am 18.11.:

  • SCHUBERT online – Die Öster­rei­chi­sche Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten hat mehr als 1000 hand­schrift­li­che und gedruck­te Quel­len Franz Schu­berts ins Inter­net gestellt:

    Die Online-Daten­bank www​.schu​bert​-online​.at ent­hält digi­ta­le Repro­duk­tio­nen von mehr als 500 Noten­au­to­gra­phen und mehr als 600 Erst- und Früh­dru­cken der Wer­ke Franz Schu­berts. Hin­zu kom­men Digi­ta­li­sa­te von Brief­au­to­gra­phen und Lebensdokumenten.

    dum­mer­wei­se haben die digi­ta­li­sa­te ziem­lich fet­te was­ser­zei­chen, die in den par­ti­tu­ren ganz schön stö­rend auffallen

  • Doping im Ama­teur­sport: Der fal­sche Tri­umph | ZEIT ONLINE – »Dass Ärz­te Doping­prä­pa­ra­te ver­ord­nen, ist ein wach­sen­des Phä­no­men.« Die „Zeit“ über Doping bei Amateursportlern
  • Ter­ror­an­schlä­ge: Mehr Über­wa­chung ist ver­ständ­lich – und trotz­dem falsch | ZEIT ONLINE – sehr guter & rich­ti­ger kom­men­tar von eike kühl – das kann man leider/​anscheinend gar nicht oft genug sagen
  • Bar­thes Stu­dies – punkt­ge­nau zum 100. geburts­tag eine neue open-acces-zeit­schrift zu/​über bar­thes: An open-access jour­nal for rese­arch in Eng­lish on the work of Roland Barthes
  • Der Codex Lau­re­s­ha­men­sis – der „codex lau­re­s­ha­men­sis“ (lor­scher codex) ist online – nicht nur als fak­si­mi­le, son­dern auch als digi­tal auf­be­rei­te­te edi­ti­on mit über­set­zung – sieht sehr gut aus

Achtung, Schild

Eines mei­ner abso­lu­ten Lieb­lings­schil­der steht im Oden­wald, am Hal­te­punkt Hetsch­bach der Oden­wald­bahn (hier lei­der nur in einer sehr schlech­ten Aufnahme):

schild

Ins Netz gegangen (10.11.)

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  • Fausts Erlö­sung – NZZ – hans bel­ting über eine mög­li­che quel­le für den schluss von goe­thens faust II: die six­ti­ni­sche madon­na raffaels

    Fausts Erlö­sung ereig­net sich allein in der Kunst, in die­sem Fall in der Poe­sie. Goe­the redet zwar von «Ret­tung» und «Erlö­sung», aber die Engel deu­ten in dem zitier­ten Dop­pel­zei­ler eine Selbst­er­lö­sung an. Auch die «Six­ti­ni­sche Madon­na» wur­de von den meis­ten nur im Muse­um und dort als Exemp­lum der Kunst auf­ge­fasst. Goe­the führt die roman­ti­sche Kunst­re­li­gi­on, gera­de in ihren reli­giö­sen Nei­gun­gen, auf ihren ästhe­ti­schen Sinn zurück.
    […] Die ver­deck­te Bild­be­trach­tung wird bei Goe­the zu einer Bil­der­fin­dung, die sich von der «Six­ti­ni­schen Madon­na» löst. Sie lebt von der Erkennt­nis, dass man nur noch in Bil­dern reden kann, wenn es um letz­te Din­ge geht.

  • Zum Tod des His­to­ri­kers Hans Momm­sen: Die Ana­ly­se der deut­schen Kata­stro­phe – NZZ-Feuil­le­ton – nach­ruf von chris­toph jahr:

    Momm­sen reprä­sen­tier­te jene west­deut­sche His­to­ri­ker­ge­nera­ti­on, die in der sozi­al­li­be­ra­len Ära nicht nur die Geschichts­wis­sen­schaft für neue Fra­gen und Metho­den öff­ne­te, son­dern auch die aka­de­mi­schen Bil­dungs­we­ge für brei­te­re Gesellschaftsschichten.

  • Lite­ra­tur als Kas­per­le­thea­ter: Das belei­dig­te Quar­tett – lite​ra​tur​ca​fe​.de – wolf­gang tischer war auch mit der zwei­ten aus­ga­be des neu­en lite­ra­ri­schen quar­tetts nicht zufrie­den (das ist noch posi­tiv gesagt …) und ver­miss­te vor allem die literaturkritik:

    Selbst auf Love­ly­books wird ein kit­schi­ger Lie­bes­ro­man ernst­haf­ter dis­ku­tiert, als es die Schmoll­lip­pi­gen über ihre Bücher im Quar­tett vorführen.

  • Johan­nes Tuchel zum The­ma Stol­per­stei­ne: „Erin­ne­rung mit Zwang funk­tio­niert nicht“ -

    Geden­ken kann immer nur dezen­tral funk­tio­nie­ren. Es kann nur funk­tio­nie­ren, wenn wir uns wirk­lich erin­nern wol­len. Und es kann nie nur über ein Medi­um funk­tio­nie­ren. Es muss künst­le­ri­sche For­men der Erin­ne­rung eben­so geben wie his­to­ri­sche Gedenktafeln. 

  • Unde­li­ver­ed let­ters shed light on 17th-cen­tu­ry socie­ty | World news | The Guar­di­an – sehr cool: eine samm­lung teil­wei­ser unge­öff­ne­ter brie­fe aus dem 17. jahr­hun­dert aus den nie­der­lan­den wird unter­sucht und aus­ge­wer­tet – eine wah­re fund­gru­be für his­to­ri­ker etc.
  • Ulrich Her­bert wür­digt Hans Momm­sen: Licht ins Halb­dun­kel der poli­ti­schen Wil­lens­bil­dung – Feuil­le­ton – FAZ -

    Hans Momm­sen war fast fünf­zig Jah­re lang einer der ein­fluss­reichs­ten Zeit­his­to­ri­ker in Deutsch­land und einer der weni­gen, des­sen Arbei­ten welt­wei­te Ver­brei­tung fan­den. Fast die gesam­te For­schung zur Wei­ma­rer Repu­blik und zur Geschich­te des Natio­nal­so­zia­lis­mus fußt in der einen oder ande­ren Wei­se auf sei­nen Arbeiten. 

  • Lou­is Alt­hus­ser ǀ Der gro­ße Abwesende—der Frei­tag – schö­ne erin­ne­rung an den großen/​vergessenen phi­lo­so­phen lou­is althusser

Vigiles et studeas atque legas

Vigi­les et stu­de­as atque legas, ut ex hoc buio tibi rema­nen­te, exci­te­ris ad stu­den­dum et legen­dum, cum vive­re sine lit­teris mors sit et vilis homi­nis sepul­tu­ra—Wache und stu­die­re und lies, damit du, wenn dir dabei ein Zwei­fel bleibt, dadurch (erst recht) ange­spornt wirst zum Stu­die­ren und Lesen, da ohne Wis­sen­schaft zu leben der Tod ist und ein elen­des Grab für den Men­schen.Siger von Bra­bant, Ques­tio­nes de ani­ma intellectiva

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  • The tra­ge­dy of James Bond – lau­rie pen­ny hat sich alte james-bond-fil­me angeschaut:

    The expe­ri­ence was like having your fore­brain slow­ly and labo­rious­ly bea­ten to death by a wil­ting erec­tion wrap­ped in a copy of the Patri­ot Act: sava­ge and sil­ly and just a litt­le bit pathetic.

    sie bleibt aber nicht bei der per­sön­li­chen abscheu, son­dern zeigt mei­nes erach­tens (aber ich bin ja auch kein bond-ken­ner) sehr gut, war­um die bond-figur (heu­te) pro­ble­ma­tisch ist:

    The pro­blem with Bond is that he is sup­po­sed to be the good guy. He is a bor­der­line rapist who is employ­ed by the govern­ment to mur­der peo­p­le – and yet he is not an anti-hero. He is just a hero. … Bond is a hero for no other reason than that he is on our side, which is how most wes­tern nati­ons and par­ti­cu­lar­ly the Bri­tish come to terms with their par­ti­cu­lar lega­cy of hor­ror – with a quiet embar­rass­ment that none­thel­ess knows how to defend its­elf by force.
    […] James Bond, more than any­thing, is a tra­gic figu­re and his tra­ge­dy is the tra­ge­dy of white, impe­ria­list mas­cu­li­ni­ty in the 21st cen­tu­ry. It is a tra­ge­dy of irrele­van­ce that beco­mes all the more poignant and pain­ful in the retelling.

  • Lau­da­tio auf Rai­nald Goetz von Jür­gen Kau­be – FAZ – der voll­stän­dig­keit hal­ber noch die recht gute lau­da­tio von jür­gen kau­be auf rai­nald goetz für den büchnerpreis
  • My Top 30 Fonts with the Sexiest Amper­sands – sehr schö­ne samm­lung sehr schö­ner ampersand-umsetzungen
  • Poli­ti­sche Lite­ra­tur: Gegen die herr­schen­de Klas­se | ZEIT ONLINE – ein durch­aus inter­es­san­tes gespräch hat ijo­ma man­gold mit ulrich pelt­zer, ili­ja tro­ja­now & jen­ny erpen­beck über lite­ra­tur und poli­tik, ver­gan­gen­heit, gegen­wart und zukunft geführt:

    Es gibt das Bedürf­nis der Lite­ra­tur­kri­tik und der Öffent­lich­keit nach Welt­erklä­rung bezie­hungs­wei­se nach Auf­fä­che­rung von Erfah­run­gen, die man sonst nur aus den Medi­en kennt. An die Lite­ra­tur wird eine Auf­ga­be dele­giert, die mög­li­cher­wei­se nicht unbe­dingt eine genu­in lite­ra­ri­sche Funk­ti­on ist.
    […] Das Moment von Uto­pie ist mit einem phi­lo­so­phi­schen Begriff von Geschich­te ver­bun­den, und der ist uns ver­lo­ren gegan­gen. Wir sehen uns nur noch mit der Empi­rie der Pro­ble­me kon­fron­tiert und ver­su­chen, sie prak­tisch zu lösen, aber wir haben kei­nen Ent­wurf von Zukunft mehr, der die Erfah­run­gen der Ver­gan­gen­heit auf­neh­men und ver­wan­deln wür­de, um zu einem ande­ren Begriff der Zukunft zu kom­men als dem, dass die Häu­ser gedämmt werden. 

    sehr schön deut­lich wer­den auch die ver­schie­de­nen arten, „poli­tisch“ zu den­ken als lite­ra­tin – bei pelt­zer z.b. immer ins phi­lo­so­phisch-his­to­ri­sche gehend oder bei erpen­beck vom per­sön­lich-indi­vi­du­el­len erleb­nis aus

  • Max Wal­len­horst: Das Darm­städ­ter Neben­ein­an­der-Sit­zen – Mer­kur – sehr schö­ner text im mer­ku-blog von max wal­len­horst über rai­nald goetz & die büch­nerpreis­ver­lei­hung in darmstadt
  • Deut­sche Bank: Sie nen­nen es Ster­be­haus | ZEIT ONLINE -

    Es war ein Bank­raub von innen. sehr schö­ne repor­ta­ge von marc brost & andre­as vei­el über macht und ver­ant­wor­tung, ethik, gier und kon­kur­renz auf den höchs­ten ebe­nen der wirt­schaft – hier am bei­spiel der deut­schen bank (sehr schön auch, dass sie zei­gen, dass das alles selbst auf betriebs­wirt­schaft­li­cher ebe­ne (von der volks­wirt­schaft­li­chen ganz zu schwei­gen) unsin­nig war/​ist)

  • Hin­lan­gen – Schön an Rai­nald Goetz’ Tex­ten ist, was Vol­ker Wei­der­mann ent­setzt : lite​ra​tur​kri​tik​.de – mar­kus joch über vol­ker wei­der­manns selt­sa­me vol­te, plötz­lich rai­nald goetz abso­lut gut zu fin­den – und das pro­blem dabei, vor allem bei der rela­ti­vie­rung in bezug auf „Johann Hol­trop“, die wohl auf einem miss­ver­ständ­nis der goetz­schen poe­tik beruht

    Ges­tern wet­tern, heu­te beju­beln ‒ einer immer­hin, Micha­el Ange­le vom „Frei­tag“, hat den pünkt­li­chen Kurs­wech­sel ver­merkt, auf Face­book. Soll man es damit bewen­den las­sen? Ungern. Das Pro­blem ist, wie Wei­der­mann die Kur­ve krie­gen will. Gebets­müh­len­ar­tig von Inten­si­tät und Kraft schwär­men, aber den Aggres­si­ons­pe­gel von „Johann Hol­trop“ ein biss­chen bekrit­teln, als sei er ein Aus­rei­ßer ‒ das ist wie Wil­ly Brandt her­vor­ra­gend fin­den, bis auf Emi­gra­ti­on und Ost­po­li­tik. Absurd, weil Inten­si­tät und Pole­mik bei Goetz natür­lich stets zusammengehören.

  • Der Rei­hungs­künst­ler – kon­kret – joseph wälz­holz zeigt die rhe­to­ri­schen knif­fe vol­ker wei­der­manns (bei ein paar begrif­fen muss­te ich wirk­lich überlegen …)

    Ein genia­ler Rhe­to­ri­ker: Nie­mand setzt hoch­kom­pli­zier­te Stil­mit­tel so vir­tu­os ein wie der Feuil­le­to­nist Vol­ker Wei­der­mann. Eine Col­la­ge in 19 Moti­ven und 79 Fußnoten.

  • Vom Feh­len des Wider­stän­di­gen. Wei­te­re Gedan­ken über Fer­ney­hough. – moritz eggert über fer­ney­houghs musik und den unter­schie­de zwi­schen par­ti­tur (auf­re­gend, kom­plex) und klang (nicht immer über­wäl­ti­gend …) – zu den par­ti­tu­ren hat er kürz­lich schon etwas gebloggt: http://​blogs​.nmz​.de/​b​a​d​b​l​o​g​/​2​0​1​5​/​1​0​/​1​9​/​d​i​e​-​q​u​a​d​r​a​t​u​r​-​d​e​r​-​l​i​n​i​e​-​e​i​n​-​n​e​u​e​r​-​b​l​i​c​k​-​a​u​f​-​d​a​s​-​w​e​r​k​-​v​o​n​-​b​r​i​a​n​-​f​e​r​n​e​y​h​o​u​gh/
  • Neo­na­zis: Hei­di und die Brand­stif­ter | ZEIT ONLINE – inter­es­san­te, gute, packen­de repor­ta­ge von dani­el mül­ler & chris­ti­an fuchs über eine im neo­na­zi-fami­li­en-milieu sozia­li­sier­te jun­ge frau, die sich von die­ser ideo­lo­gie inzwi­schen abge­wandt hat

    Sie stammt aus einer Fami­lie von treu­en Nazis, als Kind wur­de sie in gehei­men Lagern gedrillt. Ihre frü­he­ren Kame­ra­den zün­deln heu­te bei NPD und Pegi­da. Hei­di Ben­ne­cken­stein hat sich anders entschieden. 

  • Stadt Wien ver­öf­fent­licht posi­ti­ve Shar­row-Stu­die | It star­ted with a fight… – die stadt wien hat an drei wich­ti­gen, ver­kehrs­star­ken stra­ßen unter­sucht, wie auf­ge­mal­te fahr­rad­pik­to­gram­me (mit pfeil), die soge­nann­ten „shar­rows“, sich auch ohne wei­te­re ver­än­de­run­gen des ver­kehrs­raums aus­ge­spro­chen güns­tig für rad­fah­re­rin­nen auswirken:

    Die­se Stu­die „Wir­kung von Fahr­rad-Pik­to­gram­men im Stra­ßen­ver­kehr“ […] zeigt sehr posi­ti­ve Ergeb­nis­se: Gestei­ger­te Sicher­heit des Rad- und Auto­ver­kehrs durch ver­bes­ser­te Inter­ak­ti­on, Abnah­me der Über­hol­vor­gän­ge und grö­ße­ren Sicher­heits­ab­stand der Autos beim Überholen.

  • 1001 Din­ge | Schma​len​stroer​.net – eine lis­te von lis­ten, die man leben­dig abar­bei­ten „muss“, von einem listenhasser …
  • War­um Akif Pirin­c­çi aus fal­schen Grün­den das Rich­ti­ge pas­sier­te und war­um das nicht gut ist | Tho­mas Trap­pe – klu­ge beob­ach­tun­gen von tho­mas trap­pe zur wahr­neh­mung von und dem umgang mit rechtsextremen/​rassisten etc., bei „pegi­da“ und anderswo

    Ers­tens: Die Grün­de, war­um sol­che Per­so­nen kurz­zei­tig oder für immer von der Büh­ne ver­schwin­den, sind meist tri­via­les NS-Wor­ding. Zwei­tens: Es trifft in aller Regel die Rich­ti­gen. Drit­tens: Indem man es sich aber so ein­fach macht, gibt man ihnen und ihren Unter­stüt­zern die Rol­le, die sie so ger­ne ein­neh­men, näm­lich die des unter­drück­ten Quer­den­kers. Was sie, vier­tens, nie­mals sind.

Taglied 3.11.2015

So las­se ich mir James Bond (für des­sen Erschei­nun­gen ich sonst nicht so zu begeis­tern bin …) gefallen: 

Bond Song Evo­lu­ti­on – MAYBEBOP (2015)

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Twitterlieblinge Oktober 2015

http://​twit​ter​.com/​g​u​e​n​t​e​r​h​a​c​k​/​s​t​a​t​u​s​/​6​5​0​0​1​2​8​4​2​6​3​3​1​1​7​696


http://​twit​ter​.com/​m​_​r​i​n​c​k​/​s​t​a​t​u​s​/​6​5​1​7​0​3​2​1​6​5​1​8​8​7​7​184


http://​twit​ter​.com/​C​y​n​x​/​s​t​a​t​u​s​/​6​5​2​8​1​7​2​7​2​7​0​1​0​6​3​169


http://​twit​ter​.com/​g​u​e​n​t​e​r​h​a​c​k​/​s​t​a​t​u​s​/​6​5​3​6​6​6​7​3​9​8​0​1​2​2​7​264
http://​twit​ter​.com/​V​e​l​o​S​p​i​n​n​e​r​/​s​t​a​t​u​s​/​6​5​4​2​4​9​1​1​9​9​0​1​4​5​8​432
http://​twit​ter​.com/​v​a​s​u​d​e​v​a​n​_​k​/​s​t​a​t​u​s​/​6​5​3​2​4​6​6​5​5​6​6​8​4​2​4​704
http://​twit​ter​.com/​g​u​e​n​t​e​r​h​a​c​k​/​s​t​a​t​u​s​/​6​5​5​0​1​1​5​6​1​1​6​6​2​4​9​984


http://​twit​ter​.com/​f​a​b​i​s​u​e​d​/​s​t​a​t​u​s​/​6​6​0​5​0​6​1​9​3​5​5​5​7​9​1​872
http://​twit​ter​.com/​s​t​r​o​m​_​m​/​s​t​a​t​u​s​/​6​6​0​4​0​6​6​2​3​3​0​3​6​5​5​425

Flashdance, Easy Lover & Fix You: Moderne Pop-Chor-Arrangements von Martin Seiler

„I am music now!“ heißt es im Refrain von „What a fee­ling“. Und tref­fen­der lässt sich das Arran­ge­ment aus der Feder von Mar­tin Sei­ler kaum beschrei­ben: Hier kann man als Sänger/​Sängerin – und auch als Zuhö­rer – voll­kom­men in die Musik ein­tau­chen. Dabei ist das nur eines von drei Arrag­ne­ments, die Sei­ler im Helb­ling-Ver­lag vor­legt: neben „What a fee­ling“, bekannt vor allem als Film­mu­sik aus „Flash­dance“, noch Phil Coll­ins’ „Easy Lover“ und „Fix You“ von Cold­play. Drei eher gefüh­li­ge Songs also – eigent­lich alles Moder­ne Ever­greens – für die Pop.Voxx-Reihe im Helb­ling-Ver­lag.

Sei­ler weiß, was er macht, wenn er so bekann­te Vor­la­gen arran­giert. Denn sei­ne Sät­ze beru­hen auf sei­ner Arbeit für und mit „Greg is back“, sei­nem eige­nen A‑Cap­pel­la-Pop­chor. Das zeigt sich sofort, wenn man die Par­ti­tu­ren auf­schlägt: Die sind näm­lich für SMATB mit zusätz­li­cher Solo­stim­me (für die Melo­die) bzw. im Fal­le von Phil Coll­ins „Easy Lover“ sogar für SSMATB gesetzt, wozu immer noch eine (optio­na­le), aber emp­feh­lens­wer­te Beat­box kommt. Das heißt aber nicht, dass die alle durch­ge­hend sechs- bis sie­ben­stim­mig klin­gen. Aber ande­rer­seits wer­den ein­zel­ne Stim­men auch ab und an noch bis zu drei­fach auf­ge­teilt. Also: Für Anfän­ger oder popun­ge­üb­te Chö­re ist das nicht die ers­te Wahl, die ein­zel­nen Stim­men müs­sen in sich sta­bil und rhyth­misch ver­siert sein, sind aber – man merkt die Pra­xis­er­fah­rung – immer gut singbar. 

Bei Sei­ler heißt das aber auch: Alle Stim­men wer­den wirk­lich gefor­dert, auch die Begleit­stim­men haben’s näm­lich nicht immer ein­fach. Dabei, das gilt für alle Sät­ze drei glei­cher­ma­ßen, bekom­men sie sehr ein­falls- und ideen­rei­che Kost: Lee­re Flos­keln fin­det man hier nicht. Das hängt viel­leicht auch damit zusam­men, dass Sei­ler sei­ne Arran­ge­ments dra­ma­tur­gisch sehr geschickt auf­baut. Gera­de „What a fee­ling“ und „Fix You“ pro­fi­tie­ren sehr von der gro­ßen Brei­te an Aus­drucks­mit­teln, die er ein­setzt. Ener­gie und Empa­thie wer­den den Chö­ren nicht über­las­sen, son­dern sind in den Noten­text ein­ge­baut. Der ist dann auch ent­spre­chend detail­liert aus­ge­ar­bei­tet und bis in Klei­nig­kei­ten aus­ge­feilt – für „Easy Lover“ braucht Sei­ler des­halb gan­ze 20 Sei­ten, weil er sel­ten ein­fach etwas wie­der­holt, son­dern immer wie­der vari­iert und neue Begleit­mus­ter einführt.

Obwohl alle Songs sofort als Cover­ver­sio­nen gro­ßer Hits erkenn­bar sind, begnügt sich Sei­ler nicht mit einer rei­nen voka­len Kopie. Klar, wesent­li­che Momen­te – wie etwa das instru­men­ta­le Zwi­schen­spiel bei „Fix You“ – tau­chen natür­lich hier auch auf, sehr geschickt und mit viel Gespür für effekt­vol­le Klän­ge für „sei­ne“ Beset­zung adap­tiert. Aber sie haben, vor allem durch die viel­schich­ti­ge Beglei­tung, auch einen eige­nen Klang. Und damit bekom­men die­se Arran­ge­ments sozu­sa­gen ein dop­pel­tes Hitpotenzial.

Mar­tin Sei­ler (Arran­ge­ment): Flashdance…What a Fee­ling (SMATB), ISBN 978−3−99035−374−5 – Easy Lover (SSMATB), ISBN 978−3−99035−373−8 – Fix You (SMATB), ISBN 978−3−99035−372−1. Alle im Helb­ling-Ver­lag, Rei­he Pop.Voxx, 2015.

(Zuerst erschie­nen in „Chor­zeit – Das Vokal­ma­ga­zin“)

Ins Netz gegangen (19.10.)

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