»Nächstens mehr.«

Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Musik

So muss Musik sein. Ein Geschenk des Him­mels, das die Trep­pe rauf­kriecht. —Ali­s­sa Wal­ser, Immer ich, 42

china oolong da hong pao 2008 „big red robe“

fan­tas­tisch. so lang­sam gehen mir die super­la­ti­ve aus.

sehr wür­zig. und jeder auf­guss hat sei­nen eige­nen cha­rak­ter – am anfang noch eher herb, wird der tee zuneh­mend mil­der und ausgewogener.

zube­rei­tung: ~4 gramm tee in mei­ner klei­nen sei­ten­griff­kann, mit 95 °C hei­ßem was­ser für 15 bis maxi­mal 20 sekun­den (!) zie­hen lassen.

rock gegen orgel oder wie ein englischer organist im dom gegen die mainzer nachwuchsrocker ankämpft

Die Kon­kur­renz war stark. Und vor allem sehr laut. Der eng­li­sche Orga­nist John Scott muss­te im Dom wirk­lich alle sprich­wört­li­chen Regis­ter zie­hen, um gegen die Bands auf dem Lieb­frau­en­platz anzu­kom­men. Die meis­te Zeit gelang ihm das auch recht gut, aber so man­che zar­te und lei­se Stel­le ging dann doch im her­ein­schwap­pen­den Rock unter. Dafür war hier das Publi­kum exklu­si­ver – nur wenig Orgel­en­thu­si­as­ten fan­den am Mitt­woch Abends in den Dom.

Gelohnt hat sich der Weg aber durch­aus. Denn der in New York täti­ge Scott, den eine Koope­ra­ti­on der Dom­kon­zer­te mit dem Kul­tur­som­mer Rhein­land-Pfalz nach Mainz brach­te, prä­sen­tier­te ein klas­si­sches Orgel­kon­zert­pro­gramm. Zumin­dest auf den ers­ten Blick. Das begann ganz typisch mit deut­scher Orgel­mu­sik des 17. Jahr­hun­derts, um sich dann bis in die Gegen­wart und nach Eng­land vor­zu­ar­bei­ten. Und da wur­de es dann rich­tig span­nend. Sicher, Scott kann als ver­sier­ter Orga­nist auch die vor­bach­schen Meis­ter sou­ve­rän dar­bie­ten. Sein sehr behut­sa­mer Umgang mit dem Noten­text, sei­ne fast zer­brech­lich auf­schei­nen­den klang­li­chen Ideen, die abwechs­lungs­rei­chen Regis­trie­run­gen, sein defen­si­ves und wei­ches Spiel – all das steht Georg Muf­fat genau­so zugu­te wie Pachel­bels Choral­par­ti­ta über „Was Gott tut, das ist wohlgetan“.

Aber erst mit dem Über­gang zum eng­li­schen Teil des Pro­gramms ent­fal­te­te sich Scotts gan­ze Fas­zi­na­ti­on und Spann­kraft. Schon Samu­el Sebas­ti­an Wes­leys Lar­ghet­to zeig­te die Rich­tung – aller­dings vor­erst nur in Andeu­tun­gen. Sehr sach­te brei­te­te Scott das aus, fast schon ein wenig ver­huscht for­mier­te er Klang­schwa­den in sanft anrol­len­den Wel­len – so konn­ten die medi­ta­ti­ven Varia­tio­nen sich wun­der­bar ent­fal­ten. Und dann ging es mit einem har­tem Schnitt rein in die vir­tuo­se, majes­tä­ti­sche Pracht. Begin­nend mit der Fan­ta­sia & Toc­ca­ta des Iren Charles Vil­liers Stan­ford, ließ der Eng­län­der sei­nen Hän­den und Füßen nun wirk­lich frei­en Lauf. Aber auch hier, in den deut­lich auf Vir­tuo­si­tät kon­zi­pier­ten Wer­ken, zau­ber­te Scott immer wie­der wun­der­bar sanft glei­ten­de Über­gän­ge. Dumm nur, dass aus­ge­rech­net jetzt, in die fein­sin­nig zurück­ge­zo­ge­nen Gespins­te, die Außen­welt in Gestalt der Rock­mu­sik immer wie­der ein­brach. Dafür konn­te Scott, voll­kom­men sou­ve­rä­ner Herr­scher über den Spiel­tisch der Main­zer Dom­or­gel, mit den „Wild Bells“ von Micha­el Ber­ke­ley das Ter­rain dann wie­der mehr als behaup­ten. Die­ses phan­tas­ti­sche Werk vol­ler vir­tuo­ser Ein­fäl­le und Tricks ist genau das, was der Titel ver­heißt: Eine impres­sio­nis­tisch ange­hauch­te Klang­stu­die über wild gewor­de­ne, fast irr­sin­nig tönen­de Glo­cken. Und das gab Scott zum Schluss noch ein­mal Gele­gen­heit, aus dem Vol­len zu schöp­fen, einen Wett­kampf der Zun­gen zu insze­nie­ren und im vir­tuo­sen Rausch beein­dru­cken­de Klang­be­we­gun­gen vorzuführen.

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung.)

„Die Welt der Mehrheit …

… der Men­schen wird nur gerecht geord­net wer­den, wenn die­se Mehr­heit lernt, was sie jetzt noch nicht weiß, denn wüß­te sie’s schon, wür­de sie die unge­rech­te Unord­nung abschaf­fen, die sie der­zeit noch erträgt.“ (Diet­mar Datz, Heu­te kei­ne Kon­fe­renz, 309)

Markt

Das ein­zi­ge, was das freie Zusam­men­spiel von Ange­bot und Nach­fra­ge im Geis­ti­gen der­zeit behin­dert, ist der doo­fe Markt. Hof­fent­lich bricht er bald zusam­men, damit man wie­der zum Schrei­ben und Lesen kommt. Die­ter Dath, Heu­te kei­ne Kon­f­er­zen, 25

Akademische Wikipedia?

»Wiki­pe­dia ist als Ein­stieg in einen Recher­che­pro­zess sehr geeig­net. Unklar ist, wann man aus­stei­gen soll.«

Peter Haber, viaWik­lin: Aka­de­mi­sche Wiki­pe­dia?.

„Der Lauf der Dinge …

… ist ein hoff­nungs­lo­ser Roman­ti­ker und eng befreun­det mit der Bit­ter­keit.“ (Ben­ja­min Maack, Die Welt ist ein Park­platz und endet vor Dis­ney­land, 37)

„Das Gedächtnis ..

… ist ein hoff­nungs­lo­ser Roman­ti­ker und eng befreun­det mit dem Kli­schee.“ (Ben­ja­min Maack, Die Welt ist ein Park­platz und endet vor Dis­ney­land, 32)

„Der Mund …

… ist auch zum Schwei­gen da. Denn Das­wort ist der höchs­ten Güter nicht. Doch aller Ehr=Geiz, alles Stre­ber­tum ist im-Wort. So schla­gen die-Jah­re ihren Weg durch immer unbe­kann­te Wild­nis­se der-Leben­den, deren Fuß­spu­ren unbe­kannt blei­ben als sei­en sie durch Was­ser gelau­fen, u alles Schwei­gen wird unter­schätz. (Rein­hard Jirgl, Die Stil­le, 528)

„Wo Geschichte nach Atem ringt, …

… holt Natur !erstaun­lich schnell sich zurück, was lan­ge Menschen=Geschichte zuvor ihr geraubt.“ (Rein­hard Jirgl, Die Stil­le, 423)

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