- heute sogar ausgesprochen gute: ein sehr schönes, überraschend gutes konzert mit klaviertrios bei den essenheimer musiktagen des herrn moeller.
- Großartiger hätte der Schluss kaum sein können: Mit drei meisterlich interpretierten Trios gingen die Essenheimer Musiktage zu Ende. Das vorläufig letzte Konzert im Kunstforum bot dabei noch einmal Kammermusik vom Feinsten, vom Anfang bis zum Ende. Denn das Klaviertrio um die Cellistin Natalia Gutman mit dem Geiger Sviatoslav Moroz und Pianist Dimitri Vinnik war nicht nur beim abschließenden zweiten Klaviertrio von Dmitri Schostakowitsch erstklassig. Schon der Beginn, Joseph Haydns Klaviertrio in C‑Dur op. 86, war weit mehr als nur ein verheißungsvoller Auftakt. Schlicht und schnörkellos beschränkten die drei Musiker sich auf das, was sie am Besten können: mit Hingabe musizieren. So gelang ihnen eine spritzige, unbeschwerte Interpretation, die stets kontrolliert und ausgewogen blieb. Nur der Pianist war leider gehandicapt. Denn der Miniaturflügel bot Dimitri Vinnik einfach nur sehr wenig Möglichkeiten für eine differenzierte Gestaltung der Klangfarben. Umso erstaunlicher, wie präsent er dennoch in jedem Moment war.
- Bei Anton Arenskis erstem Klaviertrio musste er sich dann freilich geschlagen geben. Denn Arenski wartet mit starkem Kontrast zu klassischer Eleganz des Haydn auf: Seine Musik ist ein groß angelegtes, weit ausholende spätromantische Schwelgen in Emotionen. Und mit dieser wilden und ungezügelten Jagd durch eine phantastische Fülle an Einfällen traf das Trio den Geschmack des Publikums offenbar ganz besonders genau.
- Aber die Krone des Abends war das Finale, Schostakowitsch zweites Klaviertrio. Denn hier vereinten sich kompositorische Stringenz und interpretatorische Raffinesse aufs Beste. Gerade die Spannungen zwischen selbstvergessener Trauer und grotesker, fratzenhafter Fröhlichkeit machten die drei Interpreten besonders deutlich. Mit vollem Körpereinsatz stürzten sie sich immer wieder aufs Neue in diese faszinierende Musik der Gegensätze und eröffneten dem Publikum ein faszinierendes Panorama menschlicher Gefühle.
- Nicht nur dem Publikum hat das gefallen. Auch der Initiator und Veranstalter der Essenheimer Musiktage, Klaus-Ulrich Moeller, ist sehr zufrieden. Zwar muss er einen finanziellen Verlust verschmerzen: Ungefähr 65 Prozent Auslastung über die fünf Konzerte in den letzten Wochen reichten nicht aus, um alle Kosten zu decken. Aber trotzdem bereut der Essenheimer Kulturmanager, der die Konzerte in Eigenintiative innerhalb der letzten Monate organisiert und finanziert hat, dieses Wagnis nicht: „Die positive Resonanz bei der Bevölkerung zeigt, dass das eine gute Idee war.“ Ob er damit allerdings weitermachen wird, weiß er selbst auch noch nicht. Denn auf Dauer hätte er schon gerne etwas mehr Unterstützung durch die Gemeinde oder andere Sponsoren – nicht nur zur finanziellen Absicherung, sondern auch zur besseren Vermarktung der Musiktage.

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