da waren es nur noch drei. das ers­te kon­zert der als „ensem­ble in resi­den­cy“ ver­pflich­te­ten musi­ca anti­qua köln beim rhein­gau-musik-fes­ti­val war vom pech ver­folgt. schon vor eini­ger zeit muss­te der zwei­te gei­ger nach einem unfall absa­gen, das pro­gramm wur­de ent­spre­chend geän­dert. doch am kon­zert­tag stell­te sich dann her­aus, dass auch rein­hard goe­bel, der lei­ter und ers­te gei­ger des ensem­bles, auf­grund einer hand­ver­let­zung nicht spie­len kann. übrig blie­ben also nur noch der cem­ba­list léon ber­ben, cel­list klaus-die­ter brandt und die flö­tis­tin vere­na fischer.

es wur­de dann aller­dings doch noch ein schö­ner abend in der pfarr­kir­che von oestrich. denn die mit­glie­der der musi­ca anti­qua köln sind natür­lich rou­ti­niers genug, um mit sol­chen wid­rig­kei­ten fer­tig­zu­wer­den. das pro­gramm bot nach der zwei­ten ände­rung nun eine blü­ten­le­se aus unter­halt­sa­men sona­ten und sui­ten des 18. jahr­hun­derts für alle noch ver­blie­be­nen mög­li­chen besetzungen.

die kom­bi­na­ti­on aus cel­lo und cem­ba­lo erwies sich als dabei beson­ders frucht­brin­gend. tele­mann sona­te in d‑dur für die­se bei­den instru­men­te gaben die zwei musi­ker nicht nur die ensem­ble-typi­sche auf­ge­weck­te fri­sche und ent­schlos­sen­heit mit, son­dern dar­über hin­aus auch noch eine präch­ti­ge klang­ent­fal­tung. das cel­lo zog im herr­lichs­ten lega­to wun­der­bar fül­li­ge lini­en in jeder ton­la­ge. die lang­sa­men sät­zen wur­den dadurch zu schmel­zen­den schön­hei­ten ganz beson­de­rer art. ähn­lich erfolg­reich spiel­ten ber­ben und brandt auch wil­lem de feschs d‑moll-sona­te. wie­der war es vor allem das cel­lo, das auf­fiel. die­ses mal vor allem durch die über­zeu­gen­de rhe­to­rik, die sich fast schon zur ver­füh­rung stei­ger­te. dabei arbei­te­te brandt mit sehr unauf­fäl­li­gen mit­teln – und dem bes­ten trick über­haupt: der eige­nen über­zeu­gung, dem unmit­tel­ba­ren intel­lek­tu­el­len und emo­tio­na­len ein­satz, der sich der tän­ze­ri­schen alle­man­de genau­so hin­gab wie dem grüb­le­ri­schen largo.

wenig anlass zum grü­beln bot die flö­ten­so­na­te a‑moll von carl phil­ipp ema­nu­el bach. hier war die galan­te­rie, die das gesam­te kon­zert durch­zog, am stärks­ten aus­ge­prägt – und das trio der musi­ca anti­qua auch sehr spiel­freu­dig. das aber bringt doch immer wie­der die bes­ten ergeb­nis­se: wenn die musi­ker ein­fach mit lust und über­zeu­gung spie­len – auch wenn die umstän­de ein­mal nicht opti­mal sind.