Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Kategorie: literatur Seite 28 von 38

„Doch mit steigender …

… Mobi­li­tät steigt auch die-Dumm­heit, weil Mobi­li­tät den Raum des Wis­sens expan­diert, was zugleich die Zahl der Berüh­rungs­flä­chen mit dem Unwis­sen poten­zie­ren heißt.“—Reinhard Jirgl, Die Stil­le, 145

„Jede Unvollständigkeit …

… läßt auch die Voll­stän­dig­keit zurück – für die Gedanken.—Reinhard Jirgl, Die Stil­le, 136

„Das Wohnen inmitten von Büchern …

… gleicht dem all­nächt­li­chen Schlaf zar auf stets der­sel­ben Lager­stätt, – doch ent­fernt man sich träu­mend in bizar­re, noch unge­se­he­ne Räu­me; Wüs­ten zu bös­ar­ti­gen u wun­der­vol­len Gefil­den tun sich auf – am Sel­ben­ort das immer Ander­e­le­ben, dar­in die Men­schen weit­aus weni­ger auto­ma­ten­haft erschei­nen, als in der Wachen-Welt Aldi-lebenden=Toten. Daher die tie­fe Sehn-Sucht nach Büchern, eine Sucht die alles Bloß=Bildfertige bei wei­tem über­dau­ert. Aller­dings fällt die Ent­täu­schung ange­sichts schlech­ter Bücher dan­na uch grö­ßer aus, als etwa bei schlech­ten FIl­men. Der-Film ist 1 Pro­dukt der Auto­ma­ten­welt, & jegt­li­cher Auto­mat, ob Maschi­ne od Mensch, zer­stört irgend­wann sich selbst od wird von Sei­nes­glei­chen zer­bro­chen. Des­halb sind schlech­te Bücher schlim­mer als schlech­te Bil­der u noch schlim­mer als heim­tü­cki­scher Mord. -“—Rein­hard Jirgl, Die Stil­le, 125

„quält der gedanke …

… dich, dann denk ihn weg.“—christoph schlin­gen­sief, so schön wie hier kanns im him­mel doch gar nicht sein!, 15

menschheitsfehler

aus dem heu­ti­gen news­let­ter von frau berg:

„Nicht zum ers­ten Mal, aber deut­lich in Neon­far­be begrei­fe ich: DIE WISSEN ALLE NICHT, WAS SIE TUN. Die Mensch­heit ist die Ras­se, die sich ver­mut­lich am meis­ten überschätzt.“ -

auch sonst (mal abge­se­hen von den invek­ti­ven gegen mara­thon­läu­fer ;-) ) ein schö­nes klei­nes text­lein mit den typi­schen berg-beob­ach­tun­gen … es ist ja immer wie­der nett, sich selbst und die eige­nen beob­ach­tun­gen und ein­schät­zun­gen mit die­sen spo­ra­disch her­ein­flat­tern­den text­stü­cken aus der schweiz bestä­tigt zu wis­sen. der erkennt­nis­wert ist zwar nicht immer sehr hoch, aber prä­gnan­te, oft ätzen­de und gar nicht so men­schen­freund­li­che (aber dazu besteht ja lei­der oft genug auch kein anlass) for­mu­lie­run­gen fin­den sich da drin immer wie­der schö­ne – sie­he oben.

„die sprache …

… bleibt ein rei­ner Himmelshauch,
Emp­fun­den nur von stil­len Erdensöhnen“—j. w. von goe­the, etymologie

„was machte ich …

… mit dem gel­de, wenn ich nicht bücher kaufte?“—gotthold eph­ra­mim les­sing an nico­lais frau

„ich sage dir:

… es ist nicht hei­li­ges, was nicht ent­hei­ligt, nicht zum ärm­li­chen behelf her­ab­ge­wür­digt ist bei die­sem volk, und was selbst unter wil­den gött­lich­rein sich meist erhält, das trei­ben die­se all­be­rech­nen­den bar­ba­ren, wie man so ein hand­werk treibt, und kön­nen es nicht anders, denn wo ein­mal ein mensch­lich wesen abge­rich­tet ist, da dient es sei­nem zwik, da sucht es sei­nen nuzen, es schwärmt nicht mehr, bewah­re gott! es bleibt gesezt, und wenn es fei­ert und wenn es liebt und wenn es betet und sel­ber, wenn des früh­lings hohes fest, wenn die ver­söh­nungs­zeit der welt die sor­gen alle löst, und unschuld zau­bert in ein schul­dig herz, wenn von der son­ne war­mem stra­le berauscht, der scla­ve sei­ne ket­ten froh ver­gisst und von der gott­be­seel­ten luft besänf­ti­get, die men­schen­fein­de fried­lich, wie die kin­der, sind—wenn selbst die rau­pe sich beflü­gelt und die bie­ne schwärmt, so bleibt der deut­sche doch in sei­nem fach’ und küm­mert sich nicht viel ums wetter!“—friedrich höl­der­lin, hype­ri­on oder der ere­mit in grie­chen­land (2. buch), 114

ich bringe mich …

… mit mühe zu wor­ten. man spricht wohl ger­ne, man plau­dert, wie die vögel, so lan­ge die welt, wie mai­luft, einen anweht; aber zwi­sch­ne mit­tag und abend kann es anders wer­den, und was ist ver­lo­ren am ende?“—friedrich höl­der­lin, hype­ri­on oder der ere­mit in grie­chen­land (2. buch), 47

„beim himmel!

… der weiss nicht, was er sün­digt, der den Staat zur Sit­ten­schu­le machen will. Immer­hin hat das dne Staat zur Höl­le gemacht, dass ihn der Mensch zu sei­nem Him­mel machen wollte.“—friedrich höl­der­lin, hype­ri­on oder der ere­mit in grie­chen­land, 53

Seite 28 von 38

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén