Entschlage Dich des Bewußtseyns, Dir selbst zu gehören. Dann sey! Dann lebe! In aller Bedeutung! Fürchte nichts! Hoffe die Gegenwart! Erwarte nichts! Dann findest Du, daß Du Alles hast. Es zu erhalten, hast Du in dem Augenblick schon gelernt. Bist Du nun, was Du bist, so findet sich Dir was Du besitzen sollst. —Johann Wilhelm Ritter: Neun Briefe an Clemens Brentano aus dem Jahre 1802. Herausgegeben & mit einem Nachwort versehen von Rainer Niehoff. Berlin: blauwerke 2017 (splitter 13), 9 (18−3−1802)
Kategorie: kleinkram Seite 4 von 45
Der Inhalt allein kann nie einen Satz rechtfertigen. —Thomas Stangl
Und gleich noch einmal Postyr, dieses Mal mit dem schon etwas älteren „Ring Them Bells“ (von Bob Dylan):
Beim Klicken auf das und beim Abspielen des von YouTube eingebetteten Videos werden (u. U. personenbezogene) Daten wie die IP-Adresse an YouTube übertragen.
Wer’s in der Adventszeit mal so richtig kitschig mag, ist mit dem neuen Weihnachtssong von Postyr gut bedient: Share the Love … „Finally December, frosty and white …“ fängt der an – aber innen ist es schön heimelig – und so klingt es auch:
Beim Klicken auf das und beim Abspielen des von YouTube eingebetteten Videos werden (u. U. personenbezogene) Daten wie die IP-Adresse an YouTube übertragen.
Überhaupt nicht adventlich oder weihnachtlich, aber trotzdem sehr schön, diese Session von The Elks beim „NOD NOW“ Interpenetration Festival:
Beim Klicken auf das und beim Abspielen des von YouTube eingebetteten Videos werden (u. U. personenbezogene) Daten wie die IP-Adresse an YouTube übertragen.
Jetzt ist es ja (endlich) wieder so weit, der Adventskalender darf besungen werden – und zwar am besten mit dem immer noch großartigen „Adventskalender im September“ von Maybebop:
http://www.youtube.com/oembed?url=https://www.youtube.com/watch?v=J58rv0cqJoI&format=xml
„November always seemed to me the Norway of the year.“
— Emily Dickinson (@E_Dickinson) November 4, 2017
«Vom Nutzen einer Sache sprechen zu wollen, die notwendig ist, ist überflüssig, da alles Notwendige unbedingt nützlich ist.»
— Robert Walser (@robert__walser) November 7, 2017
Wir bei ARTE sind ja generell sehr aufgeschlossen gegenüber langen Formaten, die sich Zeit für das Publikum nehmen. Aber #280zeichen für einen Tweet? Das ist ja so, als würden wir nicht bloß drei, sondern sechs Stunden bulgarisches Tanztheater mit gelben Untertiteln senden.
— ARTE (@ARTEde) November 8, 2017
Our recommendations to the #UN on better protecting women and girls online include: supporting encryption and anonymity tools; ensuring manufacturers of commercial spyware are held accountable for abuse; and investing in education for frontline workers https://t.co/jSaVlz1WBT
— Citizen Lab (@citizenlab) November 9, 2017
In der Berliner Stabi, hat mal jemand getwittert, gebe es eine Ausgabe von Benjamins Trauerspiel-Buch, in der jede Zeile mit Bleistift unterstrichen sei.
— Bernhard Neuhoff (@BernhardNeuhoff) November 11, 2017
https://twitter.com/sasa_s/status/929950941708734465
https://twitter.com/guenterhack/status/931092550844338178
Haue auch du freundlich! pic.twitter.com/0jxsVf1OL7
— Cactus Chef (@cactus_chef) November 18, 2017
https://social.hoergen.org/notice/322457
In Stuttgart wurde gegen den Feinstaub eine 100m lange und 3m hohe Mooswand aufgestellt.
Ich bin zwar kein Experte, glaube aber der Effekt zur Luftreinhaltung wäre grösser gewesen, wenn man sie nicht längs, sondern quer zur Strasse aufgestellt hätte.— Andreas Weber (@Wortweber) November 19, 2017
https://twitter.com/guenterhack/status/932708411128520704
„Stunde Null“ ist übrigens ein Anagram von „Und Stullen.“
— Anatol Stefanowitsch (@astefanowitsch) November 22, 2017
Über Hölderlins Leidenschaft für Panflötenversionen von Nr. 1‑Hits schweigt die Germanistik bis heute sehr vornehm.
— David Hugendick (@davidhug) November 22, 2017
https://twitter.com/SenorFuck/status/933789504711921664
„Du ich hab jahrelang in der Ontologie gearbeitet für mich gibts echt nix mehr was es nicht gibt“
— Gabriel Yoran (@GabrielBerlin) November 24, 2017
„Ich verschreibe Ihnen ein homöopathisches Heilmittel.“
„Oh, ich muss leider schnell weg. Mein Einhorn steht im Halteverbot und glitzert schon.“
— Littlewisehen (@littlewisehen) November 25, 2017
Wo ich den deutschen Körper zu suchen habe, das weiß ich,
aber den deutschen Geist, sagt mir, wo findet man den?— GOETHE (@goethe_jw) November 26, 2017
https://twitter.com/guenterhack/status/935212415729496064
Ins Netz gegangen am 28.11.:
- The mystery of the phantom reference | harzing.com → eine schöne geschichte: ein wissenschaftsverlag erfindet für seine formatvorlage einen fachartikel – und der taucht immer wieder in wissenschaftlichen publikationen auf …
- Frau am Steuer: Pionierinnen in Männerdomänen | Standard → bettina balaka über „frauen am steuer“ (und in anderen berufen) in österreich – eine schöne erinnerung, wie kurz die zeit der emanzipation doch eigentlich ist …
Man kann sich nie sicher sein, was verrückt ist oder vielleicht doch eine gute Idee, was normal und was irrational, weil einen Geschichte und Gewöhnung nicht selten eines Besseren belehren. Manchmal geht gesellschaftliche Veränderung so schnell, dass eine Generation der nächsten davon erzählt wie aus grauer Vorzeit. Was heute vollkommen vernünftig erscheint, löst Jahrzehnte später ungläubiges Kopfschütteln aus. Wir dürfen davon ausgehen, dass auch einiges von dem, was wir im Augenblick für gut und richtig, da vertraut halten, von diesem Schicksal ereilt werden wird.
- Klimawandel – ich habe darüber geredet | Klimafakten → ein wissenschaftler berichtet über die schwierigkeiten, mit menschen über den klimawandel ins gespräch zu kommen und an strategien oder lösungen zu arbeiten
- The Horizon of Desire | Longreads → laurie penny über consent, rape und moralität und kultur – wie (fast) immer bei ihr, ein großer lesegewinn
The problem is that technically isn’t good enough. “At least I didn’t actively assault anyone” is not a gold standard for sexual morality, and it never was. Of course, we have to start somewhere, and “try not to rape anyone” is as good a place as any, but it can’t end there. Our standards for decent sexual and social behavior should not be defined purely by what is likely to get us publicly shamed or put in prison, because we are not toddlers, and we can do better. […] This is what consent culture means. It means expecting more—demanding more. It means treating one another as complex human beings with agency and desire, not just once, but continually.
- The secret tricks hidden inside restaurant menus | BBC → über die optimierung von speisekarten – also optimierung im sinne von mehr geld für’s restaurant …
- Compulsory helmet laws won’t make cycling safer | British Cycling → wieder/noch einmal der hinweis, dass helmpflichten für radfahrer_innen die kopfverletzungen nicht unbedingt reduziert, von anderen (gesundheitlichen) auswirkungen ganz zu schweigen
Unser größter und längster Irrtum ist, daß wir das Leben, d.h. seinen Genuß, wie die Materialisten das Ich, in seiner Zusammensetzung suchen, als könnte das Ganze oder das Verhältnis der Bestandteile uns etwas geben, das nicht jeder einzelne Teil schon hätte. Besteht denn der Himmel unsers Daseins, wie der blaue über uns, aus öder matter Luft, die in der Nähe und im Kleinen nur ein durchsichtiges Nichts ist und die erst in der Ferne und im Großen blauer Äther wird? Das Jahrhundert wirft den Blumensamen deiner Freude nur aus der porösen Säemaschine von Minuten; oder vielmehr an der seligen Ewigkeit selber ist keine andere Handhabe als der Augenblick. Das Leben besteht nicht aus 70 Jahren, sondern die 70 Jahre bestehen aus einem fortwehenden Leben, und man hat allemal gelebt und genug gelebt, man sterbe, wenn man will. —Jean Paul, Titan, Erster Band, Erste Jobelperiode, 2. Zykel

