Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: pop Seite 5 von 7

Taglied 12.8.2012

… das Mar­ke­ting hat noch nicht begon­nen für die­sen Tag …
… Ich ist geis­tes­krank und kauf mir was …


Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

(Peter­Licht, Mar­ke­ting, aus: Melan­cho­lie und Gesellschaft)

Auch ein Chronist: Jörg Fauser

Jetzt habe ich ges­tern ganz ver­ges­sen, Jörg Fau­sers 25. Todes­tag zu geden­ken. Wie mir scheint, bin ich in guter Gesell­schaft, weil offen­bar auch die Medi­en (soweit ich das sehen) die­sen Grund, an Fau­ser als wich­ti­gen, guten und vor allem lesen­wer­ten Schrift­stel­ler zu erin­nern, nicht genutzt haben. Sehr aus­führ­lich aber Tie­mo Rink im Tages­spie­gel. Aber das miss­ach­ten­de Miss- oder Unver­ständ­nis der Lite­ra­tur­kri­tik war ja auch vor 28 Jah­ren beim Inge­borg-Bach­mann-Preis sehr deut­lich zu sehen und hören:

Jörg Fau­ser liest in Kla­gen­furt – Teil 1

Beim Kli­cken auf das und beim Abspie­len des von You­Tube ein­ge­bet­te­ten Vide­os wer­den (u. U. per­so­nen­be­zo­ge­ne) Daten wie die IP-Adres­se an You­Tube übertragen.

Jörg Fau­ser liest in Kla­gen­furt beim Bach­mann­preis – Teil 2

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Peter Apfl schrieb dazu in einem knap­pen bio­gra­phi­schen Abriss für DATUM:

1984 ist das gro­ße Jahr in Fau­sers Kar­rie­re: „Roh­stoff“ erscheint, kurz dar­auf die Essay­samm­lung „Blues für Blon­di­nen“, die Dreh­ar­bei­ten zum „Schnee­mann“ begin­nen – da sucht er mut­wil­lig die Demü­ti­gung: Er nimmt im Hawaii­hemd am Wett­le­sen beim Inge­borg-Bach­mann-Preis in Kla­gen­furt teil. Juro­ren sind unter ande­ren Reich-Rani­cki und Ger­trud Fus­se­n­eg­ger, Fau­ser wird nie­der­ge­macht, zudem wird er in der Süd­deut­schen und im Spie­gel nicht ein­mal erwähnt. Von der nach­drän­gen­den Gene­ra­ti­on ver­höhnt, von den Alt­vor­de­ren geprü­gelt: Der Dich­ter hat zwi­schen den Stüh­len Platz genom­men. Aber das ist ohne­hin des Rebel­len liebs­ter Ort.

Aber egal: Um sich hier zu posi­tio­nie­ren, soll­te, ja muss man Fau­ser erst ein­mal lesen. Und wenn man das auf­merk­sam und offen tut, wird man fest­stel­len, dass das ein gro­ßer Gewinn ist.

Taglied 8.7.2012

Irgend­wie, aus irgend einem Grund, woll­te ich das heu­te mor­gen mal wie­der hören. Und seit­dem bekom­me ich es nicht mehr aus dem Kopf. Aber es gibt schlimmeres …

Car­pet Craw­lers – Gene­sis In Con­cert – 1976 – HQ

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Serien-Wissen

Das (ame­ri­ka­ni­sche) TV-Seri­en gera­de der letz­te kul­tu­rel­le Schrei sind und so ziem­lich alle ander­ne Küns­te zumin­dest in Bezug auf die Auf­ga­be der Welt­deu­tung und ‑erklä­rung abge­löst haben/​ablösen, dürf­te ja inzwi­schen jeder mit­be­kom­men haben, spä­tes­tens seit auch die klas­si­schen deut­schen Feuil­le­tons dar­über schreiben.

Beson­ders viel ernst­haf­te Lite­ra­tur zu die­sen For­ma­ten gibt es in Deutsch­land bis­her aber nicht. Der dia­pha­nes-Ver­lag hat jetzt eine klei­ne Rei­he begon­nen, die dem abhel­fen will: die „book­lets“.

Zwei der jeweils um die hun­dert Sei­ten (bei groß­zü­gi­gem Satz) star­ken Büch­lein habe ich jetzt gele­sen: Simon Rot­höh­lers (der auch die Her­aus­ga­be der Rei­he ver­ant­wor­tet) Über­le­gun­gen zu „The West Wing“ und Died­rich Diede­rich­sens Aus­füh­run­gen zu „The Sopra­nos“ – das ers­te, weil mich „West Wing“ ziem­lich begeis­tert und das zwei­te, weil mich Diede­rich­sen ziem­lich begeistert …

Das sind auch ganz unter­schied­li­che Tex­te. Der Essay – viel mehr ist es ja nicht – von Rot­höh­ler zeigt vor allem, wie „West Wing“ als alter­na­ti­ve zeit­his­to­ri­sche (oder auch poli­ti­sche) Erzäh­lung in Kon­kur­renz zur Gegen­wart funk­tio­niert. Das war mir manch­mal etwas dünn und ande­rer­seits oft etwas pau­schal. Aber viel­leicht bin ich auch nicht der idea­le Leser, weil ich die Serie (zu) gut kenne.

Inter­es­san­ter sind Diede­rich­sens Über­le­gun­gen zu den „Sopra­nos“. Das kann wie­der­um dar­an lie­gen, dass ich die nicht so gut ken­ne, weil ich die Serie nur ein­mal vor eini­gen Jah­ren gese­hen habe. Ande­rer­seits merkt man aber durch­aus den typi­schen Diede­rich­sen-Denk- und Schreib­stil, auf höhe­rem refle­xi­ven und theo­re­ti­schem, auch theo­re­ti­sie­ren­dem Niveau. Und trotz der durch­aus nicht zu ver­ach­ten­den Abs­trak­ti­on schien es mir beim Lesen detail­rei­cher. Vor allem aber facet­ten­rei­cher, weil er die „Sopra­nos“ unter ver­schie­de­nen Gesichts­punk­ten ana­ly­siert und beschreibt: Qua­si (pop-)kulturgeschichtlich, den inter­tex­tu­el­len Hin­wei­sen (den direk­ten Zita­ten zum Bei­spiel oder den Songs, die im Hin­ter­grund und im Abspann sowie in der Titel­se­quenz lau­fen) nach­ge­hend; aber auch als Beschreibung/​Kritik der ame­ri­ka­ni­schen Gesell­schaft der Mit­tel­schicht; und dann aber auch wie­der auf eher indi­vi­du­el­ler Ebe­ne, etwa in Bezug auf Lie­bes­be­zie­hun­gen und Lebens­zie­le. Das – und das ist für mich (wie gesagt, es wird auch an mei­ner stark unter­schied­li­chen Kennt­nis der bei­den Seri­en lie­gen) ein deut­li­cher Unter­schied zu Roth­mül­ler – ist sehr berei­chernd und anre­gend, so dass die nächs­te Schau der Serie gleich mal wie­der auf die Todo-Lis­te gewan­dert ist.

Den Schluss dar­aus möch­te ich mal als Bei­spiel zitieren:

Die „Sopra­nos“ – und mehr noch die spä­te­re Serie „Brea­king Bad“ – haben immer auch den Umstand arti­ku­liert, dass Leu­te, die eigent­lich nichts ande­res wol­len als ein Häus­chen in der Sub­ur­bia, nicht anders über­le­ben kön­nen als durch Kapi­tal­ver­bre­chen. Und umge­kehrt, dass die­je­ni­gen, die gewohn­heits­mä­ßig Kapi­tal­ver­bre­chen bege­hen, nicht anders leben wol­len als der Rest der Mit­tel­klas­se. Dies ist bei Arbeits­lo­sig­keit, Lohn­ab­bau, Deindus­tria­li­sie­rung, Pre­ka­ri­sie­rung nicht mehr mög­lich – daher muss man so leben, wie die Mafia schon lan­ge lebt. Das all­täg­li­che Leben fühlt sich eh schon die gan­ze Zeit an wie ein Kampf gegen das Gesetz. Das ein­zi­ge, was die­ses Leben noch über­strahlt, gele­gent­lich über sei­ne hün­di­sche Imma­nenz hin­aus­weist, sind die Songs, die alle ken­nen, die ihnen fort­ge­setzt zuge­ord­net wer­den: gro­ße Songs, ver­trot­tel­te Songs, klas­si­sche Bal­la­den, Madri­ga­le, Rap, Rock’n’Roll. […] Die Gegen­kul­tur und ihre Über­res­te, aus der die Songs kom­men, die das Leben in einer Ver­bre­chen-um-zu-Über­le­ben-Mit­tel­klas­se mit Trans­pa­renz aus­stat­ten, müs­sen natür­lich unter ihrer Last zusam­men­bre­chen. Am trau­rigs­ten und zugleich beson­ders evi­dent wird das, wenn ein Song so direkt einer Per­son zuge­ord­net wird, dass das Lacan’sche Dik­tum, wonach das Sub­jekt immer im Futur II exis­tiert, sich nicht nur voll­endet, son­dern die­ses Futur II, der auf eine Zukunft, die Ver­gan­gen­heit gewor­den ist, gerich­te­te Ent­wurf, von dem Ent­wer­fen­den wie­der­erkannt wird.(98f.)

Als drit­tes ist übri­gens zum Start der book­let-Rei­he noch ein Text von Dani­el Esch­köt­ter zu „The Wire“ erschie­nen. Aber damit – also mit „The Wire“ – kann ich bis­her gar nichts anfangen.

Simon Rot­höh­ler: The West Wing. Zürich: dia­pha­nes 2012 (book­let). 96 Sei­ten. 10 Euro. ISBN 9783037342121.
Died­rich Diede­rich­sen: The Sopra­nos. Zürich: dia­pha­nes 2012 (book­let). 112 Sei­ten. 10 Euro. ISBN 9783037342114.

Taglied 13.6.2012

schön – Sigur Rós, Varúð:


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via Song des Tages.

Glauberei und anderes Hygieneporzellan

Gera­de eben höre ich zum ers­ten, zwei­ten und drit­ten Male das neu­es­te Album der Fehl­far­ben: Xeno­pho­nie. Da ist wie­der rich­tig schön viel Gutes drauf. So rich­tig viel Zustimm-Tex­te zum Bei­spiel. Auf das schö­ne „Platz da!!!“ habe ich ja schon hin­ge­wie­sen. Den bes­ten Text hat aber ein­deu­tig „Glau­be­rei“:

Von allen Far­ben, an die man glau­ben kann 
Kommt das Lau­bi­ge grad am bes­ten an 
[…]
Und jeder Far­be Jün­ger­schar glaubt 
Ihre Far­be sei allei­ne wahr 
Ab sofort wird zurück­ge­glaubt

Wer­den Glau­bens­brü­cken gebaut 
Wer lau­ter glaubt als erlaubt 
Dem wird auf das Haupt gehaut
[…] Denn dar­um geht’s doch bei der Glauberei
Das der eine lau­ter als der and­re sei
Und jede Lärmesjüngerschar
glaubt ihr Gelär­me sei allei­ne wahr
[…]

Auch sonst vie­les aufs Korn genom­men, ohne bil­li­ge Lösun­gen zu ver­spre­chen. Aber der Wider­spruch ist ja nicht nur der ers­te Schritt, son­dern manch­mal auch schon der ent­schei­den­de. Und mir scheint es im Moment nicht so, als ob es davon zu viel gäbe. „Der Wider­spruch tut jedem Leben gut /​Im Wider­spruch, da lebt es sich noch mal so gut“ heißt es in Rich­tig in falsch, einem groß­ar­ti­gen Lied über Arbeit, Kapi­ta­lis­mus und Men­schen (also gleich wie­der alles …)

Aber ande­rer­seits: Beson­ders viel Öffent­lich­keit wer­den Tex­te und Musik der Fehl­far­ben auch 2012 wie­der nicht errei­chen. Da sei­en die gate­kee­per schon vor. Dabei haben nicht nur die kla­ren Tex­te Peter Heins das ver­dient, auch die deut­li­che Musik – ob man’s nun rocki­gen Punk oder pun­ki­gen Rock nen­nen will, bleibt egal – hätte’s schon ver­dient. Und wenn dem einen oder ande­ren die Tex­te zu platt sind – so ganz unbe­rech­tigt ist der Ein­wand sicher nicht -: Wie viel Dif­fe­ren­zie­rung ver­trägt denn ein Lied? Denn das ist es ja, was wir hier haben: poli­ti­sche Lie­der. Immer kri­tisch, immer poli­tisch, immer auch ankla­gend und ger­ne etwas alt­klug, einen Tick bes­ser­wis­se­risch – ganz egal, ob es nun um Poli­tik im enge­ren Sinn geht, um Wirt­schafts­ord­nun­gen und ‑sys­tem (wie zum Bei­spiel in „Bun­des­agen­tur“), um Glau­bens­sys­te­me und ihre Aus­wir­kun­gen (eben im oben zitier­ten „Glau­be­rei“) oder um das eige­ne Altern – skep­tisch blei­ben die Fehl­far­ben immer noch, betrach­ten die Ver­hei­ßun­gen der Gegen­wart genau­so mit Abstand wie Pro­ble­me und Aus­wüch­se. Und „Herbst­wind“ gibt dem gan­zen einen fast ver­söhn­li­chen (aber nur fast!), melan­cho­lich über­hauch­ten, gran­di­os fas­zi­nie­ren­den Ausblick:

[…] Auf allen Plät­zen stinkt’s nach Weihnachtsmarkt
Im Stadt­bad übt man Dekompression
Wer kann, der fliegt in die Nachtsaison
[…] Aus Wol­ken von Chan­cen reg­net Gift auf den Weg
Neben­wir­kun­gen sind bis­her nicht belegt
[…] Woan­ders wird ein Régime weggefegt
Besinn­lich­keit versucht’s mit Fäus­ten aus Stahl
[…]

Fehl­far­ben: Xeno­pho­nie. Tape­te Records. 2012.

Taglied 20.5.2012

weil ich das vor­hin bei einem Tauf­got­tes­dienst spie­len durfte/​musste (und weil das Deutsch von Phil Coll­ins so wun­der­bar schau­rig ist): 

Phil Coll­ins – Dir gehört mein Herz

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Taglied 11.5.2012

Chum­ba­wam­ba: On the Day the Nazi Died

Chum­ba­wam­ba – The day the nazi died

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Taglied 25.4.2012

Pea­ches & …

Munk & Pea­ches – You Can’t Run From My Love

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The Phe­no­me­nal Hand­clap Band & Pea­ches – Walk The Night

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Taglied 24.3.2012

My Brigh­test Dia­mond, Insi­de a Boy – Vidoe von Rafa Toro:

My Brigh­test Dia­mond – Insi­de a Boy

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