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Schlagwort: politik Seite 6 von 12

Ins Netz gegangen (18.6.)

Ins Netz gegan­gen am 18.6.:

  • Ste­fan Nig­ge­mei­er | Der Ehr­geiz des Ste­fan Raab – ste­fan nig­ge­mei­er schreibt einen nach­ruf auf ste­fan raab (zumin­dest liest es sich über wei­te stre­cken so …)
  • Pro­fil, ver­scha­chert für 25 Cent – con­stan­ze kurz in ihrer faz-kolum­ne über die selt­sa­me digi­tal­po­li­tik der kanzlerin

    War­um soll­te sich aber dar­an in Zukunft nicht mehr nur ein klei­ner Kreis von Kon­zer­nen eine gol­de­ne Nase ver­die­nen, son­dern plötz­lich – falls end­lich die stö­ren­den Skep­ti­ker aus dem Weg gehen – Big Data zum Segen für die deut­sche Wirt­schaft wer­den? Glaubt die Bun­des­kanz­le­rin, die Big-Data-Köni­ge wer­den ihre Ser­ver-Hal­len, Cloud-Stand­or­te und Rechen­zen­tren nebst den For­schungs­zen­tren und den klügs­ten Data-Mining-Köp­fen, die sie inter­na­tio­nal ein­ge­kauft haben, den deut­schen Unter­neh­mern abtre­ten, wenn die­se nur ihre skep­ti­sche Hal­tung ablegen?

  • Rachel Dole­zal: Die Far­ben­fra­ge | ZEIT ONLINE – ein sehr klu­ger, aus­führ­li­cher und abwä­gen­der text von nils mark­wardt über rachel dole­zal, schwarz und weiß und die (aus deutscher/​meiner sicht reich­lich merk­wür­dig anmu­ten­de) dis­kus­si­on um „ras­se“ als identitätsmarker

    Doch was folgt nun aus dem Gan­zen? Sofern race eine sozia­le Kon­struk­ti­on ist, stellt sich die hypo­the­ti­sche Fra­ge, ob das Pas­sing von Rachel Dole­zal nicht zumin­dest dann legi­tim gewe­sen wäre, wenn sie mit offe­nen Kar­ten gespielt hät­te, wenn sie also von vorn­her­ein publik gemacht hät­te, dass sie als Wei­ße gebo­ren wur­de, sich aber als Schwar­ze fühlt.
    Doch selbst dann hät­te die­ser Fall ein ent­schei­den­des Pro­blem, das sich aus einer his­to­ri­schen Unter­drü­ckungs­ge­schich­te ablei­tet. Wenn man solch ein trans­ra­cial-Kon­zept radi­kal zu Ende denkt, hie­ße dies ja, dass letzt­lich jede Form eth­ni­scher Selbst­be­schrei­bung indi­vi­du­ell ver­han­del­bar wür­de. Und dies wür­de dann, zumin­dest bis zu einem gewis­sen Gra­de, eben­falls bedeu­ten, dass letzt­lich auch jene affir­ma­ti­ven schwar­zen Iden­ti­täts­kon­zep­te, etwa black­ness oder négri­tu­de, die nicht zuletzt auch als Reak­ti­on auf jahr­hun­der­te­lan­ge Repres­si­on durch Wei­ße ent­stan­den sind, obso­let wür­den oder sich zumin­dest soweit öff­nen müss­ten, dass auch Wei­ße „I’m proud to be black“ sagen könnten.
    Sprich: Man hät­te, wenn auch unge­wollt und mit den Mit­teln wei­ßer dekon­struk­ti­vis­ti­scher Essen­tia­lis­mus­kri­tik, aber­mals eine Situa­ti­on, in der Schwar­zen gesagt wird, wie sie ihre Kul­tur zu defi­nie­ren haben.

  • Wie ich Femi­nist wur­de | Log­buch Suhr­kamp – ein sehr per­sön­li­cher, auf­schluss­rei­cher und inter­es­san­ter text von tho­mas meine­cke (fast eine art bekennt­nis), im dem es um den weg zum selbst und zum schrei­ben (und auch: dem ver­ste­hen von welt und mensch) geht

    In die­sem ästhe­tisch-poli­ti­schen Spalt las­sen sich dis­kur­si­ve Roma­ne ver­fas­sen, die von ande­ren Din­gen erzäh­len als jene, die von den gro­ßen männ­li­chen, ver­meint­lich geschlos­se­nen, auf jeden Fall sich als auto­nom insze­nie­ren­den Autor-Sub­jek­ten (oft als Genies bezeich­net) ver­fasst wur­den (und wei­ter­hin mun­ter ver­fasst wer­den). Die gro­ße Bina­ri­tät, wie sie dem an der Kate­go­rie der Klas­se ori­en­tier­ten poli­ti­schen Den­ken und Schrei­ben anhaf­te­te, wur­de nun durch einen genau­en Blick auf die klei­nen Unter­schie­de, auf sub­ti­le Ver­schie­bun­gen und Modu­la­tio­nen abgelöst

  • Tre­asu­re In Hea­ven | Lapham’s Quar­ter­ly – peter brown über die „kam­pa­gne“ des frü­hen chris­ten­tums und beson­ders hie­ro­ny­mus’, euer­ge­tis­mus in christ­li­ches almo­sen­ge­ben zu verwandeln

    Altog­e­ther, to accept Chris­ti­an prea­ching was to make a major shift in one’s image of socie­ty. In terms of the social ima­gi­na­ti­on, it invol­ved not­hing less than moving from a clo­sed uni­ver­se to an open one. We begin, in the clas­si­cal world, with a honey­comb of litt­le cities, in each of which the rich thought of nur­tu­ring only their fel­low citi­zens, with litt­le regard to whe­ther any of them were poor. We end, in Chris­ti­an times, with an open uni­ver­se, whe­re socie­ty as a whole—in town and coun­try­si­de alike—was seen to be ruled, as if by a uni­ver­sal law of gra­vi­ty, by a sin­gle, bleak divi­si­on bet­ween rich and poor. The duty of the Chris­ti­an pre­a­cher was to urge the rich no lon­ger to spend their money on their bel­oved, well-known city, but to lose it, almost heed­less­ly, in the face­l­ess mass of the poor. Only that utter­ly coun­ter­fac­tu­al gesture—a ges­tu­re that owed not­hing to the claims of one’s home­town or of one’s fel­low citizens—would earn the rich “tre­asu­re in heaven.” 

  • Der Pia­nist Mau­ri­zio Pol­li­ni im Inter­view – ein sehr, sehr gutes, inter­es­san­tes und intel­li­gen­tes gespräch zwi­schen zwei beet­ho­ven-lieb­ha­bern, jan brach­mann und mau­ri­zio pol­li­ni, anläss­lich der voll­endung sei­ner auf­nah­me aller beethoven-sonate

    Es gibt in Beet­ho­vens Musik Momen­te, die in die Nähe reli­giö­ser Erfah­rung füh­ren kön­nen. Momen­te von gestei­ger­tem Enthu­si­as­mus. Ich will das gar nicht leug­nen. Ich per­sön­lich fin­de, dass man nicht not­wen­di­ger­wei­se an Reli­gi­on den­ken muss, um die­se Musik zu wür­di­gen. Es ist nur deren Grö­ße, wel­che die ästhe­ti­sche Begeis­te­rung schnell ins Reli­giö­se umschla­gen las­sen kann.[…] Das Pro­blem liegt dar­in, dass Beet­ho­vens Wer­ke so viel­ge­stal­tig sind. Er wech­selt Stil und Stim­mung von Stück zu Stück. Es wie­der­holt sich nichts. Des­halb sind die­se Sona­ten so schwer zu spie­len. Die Kennt­nis der einen Sona­te hilft Ihnen über­haupt nicht wei­ter bei der nächsten.

  • Dop­pel­te Unfall­ge­fahr: Helm­trä­ger in Müns­ter öfter im Kran­ken­haus | Rad­helm­fak­ten – eine etwas beun­ru­hi­gen­de samm­lung von daten der unfall­sta­tis­ti­ken: es scheint so, dass die ver­let­zungs­ra­te bei helm­trä­gern in unfäl­len deut­lich grö­ßer ist als bei nicht-helm­trä­gern. das wider­spricht schön jeder all­tags­lo­gik – und es ist über­haupt nicht klar, war­um das so ist … 
  • DER NERD: EINE MINI-PHÄNOMENOLOGIE | Das Schöns­te an Deutsch­land ist die Auto­bahn – sehr coo­le über­le­gun­gen von georg seeß­len zum nerd­tum, der pop-)kultur und ins­be­son­de­re dem deut­schen nerd:

    Jede Kul­tur hat die Nerds, die sie ver­dient. Den Geist einer Comic-Serie, eines TV-Events, eines Star-Ima­gos oder einer Buch­rei­he, einer Sport­art, einer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik, einer Pro­dukt­li­nie erkennt man an ihren Nerds.[…] Der deut­sche Nerd liebt nicht, was er sich erwählt hat, son­dern er hasst, was dem ent­ge­gen oder auch nur außer­halb steht. Der deut­sche Nerd denkt immer hier­ar­chisch. Er will unbe­dingt Ober-Nerd wer­den. Er will das Nerd-Tum orga­ni­sie­ren. Statt Exege­sen pro­du­ziert er Vor­schrif­ten, statt Got­tes­diens­ten sei­nes Kul­tes hält er Gerichte.

Ins Netz gegangen (7.5.)

Ins Netz gegan­gen am 7.5.:

  • Volks­ban­ken: Mei­ne Bank ist krank | ZEIT ONLINE – heinz-roger dohms hat eine (sehr) klei­ne und nicht sehr pro­fi­ta­ble genos­sesnchafts­bank besucht und berich­tet von deren stel­lung pro­ble­me wohl­tu­end unauf­ge­regt und ohne gro­ße lösungen …
  • His­to­ri­ker über Erin­ne­rungs­kul­tur: „Mar­tin Luther als Spiel­fi­gur“ – taz​.de – der his­to­ri­ker valen­tin groeb­ner im gespräch mit jan fed­der­sen über erin­ne­rung, geden­ken und den zusam­men­hang von ver­gan­gen­heit, geschich­te und gegenwart

    His­to­ri­sche Jubi­lä­en haben ziem­lich viel mit Heils­ge­schich­te zu tun, mit kol­lek­ti­ven Erlö­sungs­wün­schen plus Sinn­an­ge­bot.[…] Wie viel Platz für Über­ra­schen­des kann denn in den kol­lek­ti­ven Insze­nie­run­gen von Geden­ken sein? 2017 ist Luther-Jubi­lä­um – dann wird es ähn­lich sein. Ein biss­chen zuge­spitzt for­mu­liert: Das Ver­hält­nis zur Ver­gan­gen­heit wird über Gebets­ge­mein­schaf­ten organisiert. 

  • Der 8. Mai 1945 – Tag der Befrei­ung? | reso­nanz­bo­den – huber­tus kna­be fin­det die bezeich­nung „tag der befreiuung“ für den 8./9. mai 1945 unpas­send und schlägt eine zurück­hal­ten­de­re, bit­te­re­re les­art der erin­ne­rung an das kriegs­en­de vor

    Die Deut­schen tun gut dar­an, sich von sol­cher Mythen­bil­dung fern­zu­hal­ten. Für sie soll­te der 8. Mai vor allem ein Tag der Scham und der Trau­er sein. Über 50 Mil­lio­nen Men­schen kamen durch die Poli­tik der dama­li­gen deut­schen Regie­rung ums Leben – eine Last, die zu einer dif­fe­ren­zier­ten und rea­lis­ti­schen Sicht der Geschich­te verpflichtet.

  • Varou­fa­kis benimmt sich echt unmög­lich (behaup­ten anony­me Quel­len)… | misik​.at – robert misik legt sehr schön dar, wie unge­si­chert und gefähr­lich die angeb­li­chen infor­ma­tio­nen der medi­en aus der poli­tik, ins­be­son­de­re der brüs­se­ler, sein können:

    Wenn aber der immer glei­che Spin aus den offen­bar immer glei­chen “anony­men” Quel­len kommt, dann soll­te Ihnen als Leser klar sein, dass hier Jour­na­lis­ten vor­sätz­lich instru­men­ta­li­siert wer­den, um eine “Sto­ry­line” unter die Leu­te zu bringen.

  • Making the Right Choices: A John Cage Cen­ten­ni­al Cele­bra­ti­on – vide­os von john-cage-wer­ken – schön gemach­te sei­te von micha­el til­son tho­mas & new world symphony
  • Plat­ten aus dem Plat­ten­bau – taz​.de – andre­as hart­mann hat für die taz das klei­ne, aber sehr fei­ne (vor allem, wenn man auf abge­fah­re­ne musik so abfährt wie ich …) plat­ten­la­bel karl­re­cords entdeckt

    Karl ist eines die­ser vie­len klei­nen, aber fei­nen Labels, die es welt­weit gibt und die nach der Kri­se der Musik­in­dus­trie durch die Digi­ta­li­sie­rung in den nuller Jah­ren in einer Nische blü­hen und gedei­hen – wegen des über­ra­schen­den Vinyl-Revivals.

    (ich bin aber immer froh, dass die ihre sachen nicht nur auf vinyl, son­dern auch digi­tal – bei band­camp – anbieten)

  • Die Neu­zeit und die Kul­tur der Unru­he: Das Gesumm der mensch­li­chen Din­ge – NZZ​.ch – ralf kon­ers­mann über die „ent­de­ckung“ der unru­he und ihre beschrei­bung und ana­ly­se durch blai­se pascal

    Das Neue der Neu­zeit war die Beja­hung der Unru­he, nicht jedoch das Emp­fin­den der Unru­he selbst.

  • Digi­ta­le Agen­da der Bun­des­re­gie­rung – Böses Netz – Chris­ti­an Hei­se vom Cent­re for Digi­tal Cul­tures der Leu­pha­na Uni­ver­si­tät in Lüne­burg kom­men­tiert in der süd­deut­schen zei­tung das total­ver­sa­gen der bun­des­po­li­tik bei digi­ta­len und netz­po­lit. themen:

    Die Netz­po­li­tik der schwarz-roten Koali­ti­on ist ein Witz. Sie ist gekenn­zeich­net durch feh­len­den Sach­ver­stand und eine grund­le­gen­de Abwehr­hal­tung gegen­über der Digi­ta­li­sie­rung. Statt Prio­ri­tä­ten zu deren Aus­bau zu defi­nie­ren, kon­zen­triert sich die Bun­des­re­gie­rung dar­auf, die Poten­zia­le des Digi­ta­len zur Kon­trol­le und zur Über­wa­chung der Bür­ger zu nutzen.

    – auch der rest ist poin­tiert, tref­fend und sehr lesenswert!

  • Zum Ver­ständ­nis | Post­kul­tur – jan kuhlbrodt:

    Ich ver­steh nicht, was mit Ver­ste­hen gemeint sein soll. […] Ver­ste­hen im ästhe­ti­schen Sin­ne aber, wäre die Offen­heit der Kunst­wer­ke aus­zu­hal­ten, und ihre Ver­wei­ge­rung, sich in einem instru­men­tel­len Sinn über­set­zen zu las­sen, dass heißt, sich erset­zen zu las­sen durch Hand­lung oder Aussage.

    – ich glau­be, dass „wäre“ soll­te durch ein „ist“ ersetzt werden …

  • Spio­na­ge: Der BND, ein gefähr­li­cher Staat im Staat | ZEIT ONLINE – kai bier­mann sehr poin­tiert zur neu­es­ten wen­dung im spio­na­ge-skan­dal (kann man das eigent­lich noch so nennen?)

    Der Fall zeigt, wie krank das Geschäft der Geheim­diens­te ist. Er zeigt, wie ver­scho­ben deren mora­li­sche und recht­li­che Maß­stä­be sind. Sehen­den Auges nahm der BND hin, dass ihn die NSA dazu miss­braucht, Unter­neh­men, Behör­den und Poli­ti­ker in Euro­pa aus­zu­spä­hen. Ein Pakt mit dem Teu­fel, dem zuge­stimmt wur­de, weil man glaub­te, ihn kon­trol­lie­ren und vor allem davon pro­fi­tie­ren zu können.
    Aber wenn jeder jeden betrügt und aus­trickst, wo blei­ben dann Recht und Gesetz? Rich­tig, auf der Stre­cke. Kei­ner der Betei­lig­ten scher­te sich dar­um, nie­mand inter­es­sier­te sich für Grund­rech­te der Bür­ger, auch das wur­de in den Befra­gun­gen im Unter­su­chungs­aus­schuss klar. […] Wenn nicht ein­mal die Regie­rung ihre Spio­ne im Griff hat, dann hat nie­mand sie im Griff.

  • Ange­sichts der von #Lidl pro­kla­mier­ten… – Bäcke­rei Rich­ter, Kub­schütz – eine schö­ne reak­ti­on eines bäcker­meis­ters als reak­ti­on auf die ziem­lich bescheu­er­te (und die ein­kau­fen­den ver­ar­schen­de) wer­be­kam­pa­gne von lidl

Ins Netz gegangen (18.4.)

Ins Netz gegan­gen am 18.4.:

  • Was hin­ter­lässt Gün­ter Grass?: Olymp der Old Boys – taz​.de – mar­le­ne stre­eru­witz blickt kri­tisch aus Gün­ter Grass und sein poli­ti­sches Enga­ge­ment zurück:

    Wenn die sozia­le Gerech­tig­keit am Ende doch par­tei­isch gedacht war. Die Moral zer­bricht an so einem Wider­spruch. Das kam wohl auch daher, dass die­se Gene­ra­ti­on von kri­ti­schen Söh­nen sich auf einem Olymp der Mora­li­tät wähn­ten und dort blei­ben woll­ten. Aber unge­stört. Statt also den Olymp zu demo­kra­ti­sie­ren, wur­de die deut­sche Kul­tur zu einem der vie­len old boys clubs, wie sie die Welt immer schon beherrsch­ten. Sol­che Per­so­nen haben viel ver­än­dert und am Ende dann wie­der gar nicht so viel.

  • Die Geschich­te offen­hal­ten (jun­ge Welt) – ingar sol­ty & enno stahl dia­gnos­ti­zie­ren die gesell­schaft­li­che Bedeu­tungs­lo­sig­keit der Lite­ra­tur und machen Vor­schlä­ge, wie sich das ändern ließe

    Die­se sozia­len und öko­no­mi­schen Dis­so­nan­zen müs­sen sich in der Lite­ra­tur nie­der­schla­gen, die mons­trö­se Asym­me­trie des Lebens, Momen­te der Schön­heit neben Aus­brü­chen ata­vis­ti­scher Grau­sam­keit, die Ver­stri­ckun­gen des ein­zel­nen im gro­ßen Gan­zen, gera­de wenn er oder sie sich her­aus­zu­hal­ten sucht. Die Lite­ra­tur muss sagen, was Sache ist, muss doku­men­tie­ren, nach­hal­tig auf­be­wah­ren und damit ankla­gen, wel­che Ver­hee­run­gen sich ereig­net haben und wer die Ver­ur­sa­cher sind

  • Mara Gen­schel: Die Erha­ben­heit des Tesa­films | ZEIT ONLINE – Micha­el braun über die wun­der­ba­re und span­nen­de Lyri­ke­rin mara genschel
  • Mau­er­fall: Schab­ow­ski-Zet­tel soll gestoh­len wor­den sein – Poli­tik – Süddeutsche.de – Mehr als 20 Jah­re lang galt der Notiz­zet­tel von Gün­ter Schab­ow­ski für die Pres­se­kon­fe­renz, die den Mau­er­fall aus­lös­te, als ver­schol­len. Dann tauch­te er bei der Stif­tung „Haus der Geschich­te“ auf. Schab­ow­skis Ehe­frau erhebt schwe­re Vor­wür­fe gegen Bekannte.
  • Don’t make bicy­clists more visi­ble. Make dri­vers stop hit­ting them. – The Washing­ton Post – eben weiss hat zwar die usa im blick, sei­ne argu­men­te (etwa in bezug auf die helm­pflicht für rad­fah­rer) las­sen sich aber pro­blem­los auf euro­pa & deutsch­land übertragen:

    Effec­tively, we’ve lost equal access to the public road­ways unless we’re wil­ling and able to foot the hef­ty bill for a car. Ins­tead, what we have is an infra­struc­tu­re opti­mi­zed for pri­va­te vehic­les and a nati­on of sub­si­di­zed dri­vers who balk at the idea of sub­si­di­zing any other form of tran­sit, and who react to a par­king ticket as though they’ve been crucified.

  • Blitz­ma­ra­thon: Rasen und wit­zeln – Welt – Tages­spie­gel – inter­es­san­ter vergleich:

    Die Römer hiel­ten Gla­dia­to­ren­kämp­fe, also das, was wir heu­te Bar­ba­rei nen­nen, für Spie­le. In einer spä­te­ren Zivi­li­sa­ti­on wird man womög­lich auf uns zurück­bli­cken und sich fra­gen, war­um wir die Bar­ba­rei auf unse­ren Stra­ßen für Sport gehal­ten haben.

  • Der Wort­van­da­le – taz​.de – jens uthoff wür­digt rolf die­ter brink­mann zu sei­nem 75. geburtstag:

    Brink­mann woll­te die unge­fil­ter­te Wirk­lich­keit dar­stel­len, einen unver­mit­tel­ten, ers­ten Ein­druck der Din­ge wie­der­erlan­gen und sprach­lich for­mu­lie­ren.[…] Brink­mann ist als Poet, des­sen gro­ßes The­ma Ent­frem­dungs­er­fah­run­gen, die Wahr­neh­mung und das Bewusst­sein waren, noch immer aktu­ell: Die Media­ti­sie­rung ist vor­an­ge­schrit­ten; die Erfah­run­gen sind noch weni­ger als zu Brink­manns Zei­ten unmit­tel­ba­re. Mehr noch: Die media­le Ver­wer­tung des Augen­blicks muss heu­te stets mit­ge­dacht wer­den, erst das Sel­fie dient dazu, uns unse­rer selbst zu ver­si­chern. Und auch sein Stram­peln und Schla­gen „gegen die Sub­jekt­ver­drän­gung“ (Hand­ke), gegen die Ver­ding­li­chung und den Ver­lust natür­li­cher Lebens­wel­ten spie­gelt stets aktu­el­le mensch­li­che Grund­kon­flik­te oder fort­lau­fen­de Prozesse. 

  • Die Grün­de, bit­te | law blog – udo vetter

    Hier sind nach wie vor die Befür­wor­ter der Spei­che­rung in der Pflicht nach­zu­wei­sen, dass eine Ein­schrän­kung der Bür­ger- und Frei­heits­rech­te über­haupt einen Nut­zen bringt, der den wei­te­ren Aus­ver­kauf des Grund­ge­set­zes und euro­päi­scher Wer­te­stan­dards ver­schmerz­bar erschei­nen lässt.
    Wenn ich schon Ver­zicht üben und künf­tig in einem ande­ren Staat leben soll, der mich als poten­zi­ell Ver­däch­ti­gen beha­nelt, dann möge man mir bit­te plau­si­bel erklä­ren, warum. 

Ins Netz gegangen (15.4.)

Ins Netz gegan­gen am 15.4.:

  • Vor­rats­da­ten­spei­che­rung: Du bist ver­däch­tig | ZEIT ONLINE – ach, das ist doch alles so blöd, unsin­nig, ohne ver­stand und gemein – manch­mal möch­te man wirk­lich aus­flip­pen. erst insze­niert sich jus­tiz­mi­nis­ter maas als stand­haf­ter geg­ner der anlass­lo­sen über­wa­chung namens vor­rats­da­ten­spei­che­rung – jetzt knickt er doch wie­der ein und lässt sich halt einen neu­en namen ein­fal­len. zum kot­zen, das alles, die­se ver­ach­tung der grund­recht an höchs­ten stel­len … kai bier­mann hat dazu einen – ich weiß nicht, sei­nen wie viel­ten – klu­gen kom­men­tar geschrieben

    Und dann bleibt da noch die Hal­tung, die sich in dem Vor­ha­ben zeigt. Das Grund­ge­setz wur­de in dem Wis­sen geschaf­fen, dass die Exe­ku­ti­ve prin­zi­pi­ell über­grif­fig ist, dass sie immer ver­su­chen wird, ihre Bür­ger stär­ker zu über­wa­chen. Das Grund­ge­setz soll die Bür­ger davor schüt­zen, soll den Staat im Zaum hal­ten. Diver­se Gerich­te haben das ange­sichts der vie­len, vie­len Über­wa­chungs­in­stru­men­te, die es längst gibt, immer wie­der betont, bekräf­tigt, dar­an erin­nert. Über­wa­chung trotz­dem aus­deh­nen zu wol­len, ist geschichts­ver­ges­sen und igno­rant gegen­über der Verfassung.

  • Er war kein Urva­ter des Pop – Rolf Die­ter Brink­mann zum 75. Geburts­tag : lite​ra​tur​kri​tik​.de – mar­kus fau­ser erin­nert an rolf die­ter brink­mann und sei­ne lite­ra­ri­sche prä­gung, die kei­nes­wegs – wie immer noch oft ange­nom­men und behaup­tet wird – vor allem der pop war:

    Ihm war nicht zu hel­fen. In sei­nem kur­zen Leben schuf er unter enor­mem Druck eini­ge grö­ße­re Wer­ke. […] Sei­ne gesam­te Pro­sa hat­te ohne­hin mit Pop nichts zu tun und nur ein klei­ner Teil sei­ner Gedich­te war davon ange­regt. Gera­de auch die jün­ge­ren Stu­di­en aus der For­schung legen dar­auf Wert. Pop steht nicht nur in der Lite­ra­tur bis heu­te für ein posi­ti­ves Welt­ver­hält­nis, für einen spie­le­ri­schen Umgang mit der Rea­li­tät und – viel­leicht am wich­tigs­ten – für das Hin­neh­men von Kon­sum und Kom­merz. Nichts davon passt auf Brink­mann. […] Sein Werk steht viel­mehr im Zei­chen der nach­ho­len­den Moderne.

  • Kon­kur­renz zu Ama­zon: Net­te Buch­händ­le­rin­nen allein rei­chen nicht – Bücher – FAZ – ulf erd­mann zieg­ler über­legt, ob nicht ver­la­ge, gros­sis­ten etc. in deutsch­land ein kon­kur­renz-unter­neh­men zu ama­zon im bereich des buchverkaufs/​buchversands auf­zie­hen könn­ten und/​oder sollten
  • Gün­ter Grass: Oskar Mat­zer­ath ist eine gan­ze Epo­che – nora bossong denkt anläss­lich des todes von gün­ter grass wohl­tu­end unauf­ge­regt über die rol­le und die mög­lich­kei­ten einer schrift­stel­le­rin damals und heu­te nach

    Auch hat sich der Dis­kurs frag­men­tiert und in ver­schie­de­ne Zustän­dig­keits­be­rei­che auf­ge­teilt. Hier die Poli­tik, da die Kunst, spre­chen Sie, wenn Sie auf­ge­for­dert wer­den und für den Rest gilt: Ruhe, set­zen. Ein Wei­sungs­mo­no­pol, wie es Grass inne­hat­te, kann heu­te kein Intel­lek­tu­el­ler mehr für sich bean­spru­chen und es scheint auch nicht mehr erwünscht. Die Fra­ge ist, ob zu viel Stil­le irgend­wann taub macht.

  • „House of Cards“: Die teu­ers­te Sei­fen­oper der Welt | ZEIT ONLINE – nick­las baschek zeigt die pro­ble­me von „house of cards“ sehr schön auf. mich stört ja dar­an vor allem: die­ses ver­ständ­nis von poli­tik wird größ­ten­teils als rea­lis­tisch wahr­ge­nom­men – und das hat, befürch­te ich, doch mas­si­ve aus­wir­kun­gen auf unser/​das poli­ti­sche han­deln in der wirk­lich­keit, die ich nicht gut fin­den kann. man muss sich zum ver­gleich nur mal die dar­stel­lung des poli­ti­schen han­delns in „the west wing“ anschau­en, um zu sehen, wie zer­stö­re­risch das net­flix-bild ist (und wie sehr sich das „durch­schnitt­li­che“ bild von poli­tik offen­bar in den letz­ten jah­ren gewan­delt hat) …
  • Medi­en Inter­net: Die Okku­pa­ti­on der Pri­vat­sphä­re | Kul­tur – Frank­fur­ter Rund­schau -

    Wir gefähr­den die Demo­kra­tie, wenn wir die Gren­zen zwi­schen öffent­lich und pri­vat auf­he­ben, sei es mut­wil­lig oder nachlässig.

    sehr schö­nes gespräch mit harald wel­zer über pri­vat­heit, den nut­zen und die gefah­ren von inno­va­tio­nen, auch digi­ta­len tech­ni­ken, und die mög­lich­kei­ten, sich dem ent­ge­gen­zu­stel­len, das zu ändern …

  • Die­se mie­se Kri­se – Nach­rich­ten Print – DIE WELT – Kein Geld, kei­ne Wür­de. Eine grie­chi­sche Fort­set­zungs­ge­schich­te – mar­le­ne stre­eru­witz als nelia fehn schreibt die geschich­te von „Die Rei­se einer jun­gen Anar­chis­tin nach Grie­chen­land“ in einem recht selt­sa­men text fort
  • Wolf Wond­rat­schek: Best­sel­ler, Auf­la­ge: 1 – Bücher – FAZ – sehr selt­sa­mer text von vol­ker wei­der­mann über den mei­nes erach­tens ten­den­zi­ell über­be­wer­te­ten wolf wond­rat­schek. und das war mal ein lite­ra­tur­kri­ti­ker! hier ist alles nur eine ein­zi­ge jube­lei. irgend ein his­to­ri­scher kon­text fehlt völ­lig: dass kunst mäze­ne hat, die unter umstän­den die ein­zi­gen sind, die das werk ken­nen dürfen/​können, ist ja nun wirk­lich nicht neu. inter­es­sant auch, wie kri­tik­los er den „mäzen“ wond­rat­scheks por­trä­tiert, der aus­drück­lich nicht kunst, son­dern „den men­schen“ kauft – alles sehr selt­sam. aber was soll man von einem lite­ra­tur­kri­ti­ker hal­ten, der sol­che sät­ze schreibt: „Was für ein herr­li­cher Moment für einen Kri­ti­ker: Ein Buch, das er nicht lesen kann, wird ihm vom Dich­ter selbst erzählt.“ – das ist ja mal wie­der typisch: da bleibt doch nur der inhalt – aber die form, die das erst zur kunst macht, ist doch da nicht mehr vorhanden!

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  • christian2 | Pro­jekt­be­schrei­bung – an der hab wol­fen­büt­tel wird ein fürst­li­ches tage­buch aus dem 17. jahr­hun­dert ediert:

    Die digi­ta­le Edi­ti­on der Tage­bü­cher des refor­mier­ten Fürs­ten Chris­ti­an II. von Anhalt-Bern­burg (1599–1656) aus dem Zeit­raum von 1621 bis 1656 erschließt einen quan­ti­ta­tiv wie qua­li­ta­tiv ganz ein­zig­ar­ti­gen Brenn­spie­gel der deut­schen und euro­päi­schen Geschich­te sowie der viel­fäl­tigs­ten Dis­kur­se wäh­rend der ers­ten Hälf­te des 17. Jahr­hun­derts. Dar­über hin­aus weist die Quel­le einen außer­ge­wöhn­lich hohen Anteil an ver­ba­li­sier­ter zeit­ge­nös­si­scher Sub­jek­ti­vi­tät auf, der dem Text stel­len­wei­se sogar lite­ra­ri­sche Qua­li­tät ver­leiht. Die trans­dis­zi­pli­nä­re Bedeu­tung des Wer­kes bet­tet sich in eine Viel­zahl von For­schungs­in­ter­es­sen und ‑kon­tex­ten ein. Dazu zäh­len nicht nur die jüngs­ten Unter­su­chun­gen zur klas­si­schen Poli­tik- und Mili­tär­ge­schich­te, zu früh­neu­zeit­li­chen Selbst­zeug­nis­sen, zur Sozial‑, All­tags- und Geschlech­ter­ge­schich­te, zur Kon­fes­sio­na­li­sie­rung, zu ver­schie­de­nen Aspek­ten des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges, zur Hof- und Adels­for­schung oder zur Sprach‑, Lite­ra­tur- und all­ge­mei­nen Kul­tur­ge­schich­te, son­dern auch zu The­men wie der Geschich­te der Emo­tio­nen und des Trau­mes in jener Epo­che. Als eine den gegen­wär­ti­gen wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards ent­spre­chen­de digi­ta­le Edi­ti­on wird sie den ver­schie­dens­ten For­schungs­per­spek­ti­ven eine Viel­zahl von Anknüp­fungs­punk­ten bie­ten können.
    Das in quan­ti­ta­ti­ver wie qua­li­ta­ti­ver Hin­sicht unüber­trof­fe­ne, im Lan­des­haupt­ar­chiv Des­sau-Roß­lau auf­be­wahr­te Dia­ri­um besteht aus 23 Bän­den mit unge­fähr 17.400 größ­ten­teils eigen­hän­dig in deut­scher (ca. 87%), fran­zö­si­scher (ca. 11%), ita­lie­ni­scher (ca. 1%), latei­ni­scher, spa­ni­scher und nie­der­län­di­scher Spra­che beschrie­be­nen Seiten.

    das ist ein ziem­lich auf­wen­di­ges, gro­ßes und lan­ges projekt: 

    Das auf 12 Jah­re ange­leg­te DFG-Pro­jekt beginnt mit einer drei­jäh­ri­gen Pilot­pha­se, inner­halb wel­cher zunächst die knapp 1.500 Sei­ten umfas­sen­de Peri­ode vom Janu­ar 1635 bis August 1637 tran­skri­biert und ver­öf­fent­licht wird. Deren beson­ders dich­te und viel­sei­ti­ge Nie­der­schrif­ten stel­len ein geeig­ne­tes Feld zur Bewäh­rung und Jus­tie­rung der edi­to­ri­schen Grund­satz­ent­schei­dun­gen hin­sicht­lich der Wie­der­ga­be und Kom­men­tie­rungs­tie­fe der Tex­te in den Gren­zen des zeit­lich Mög­li­chen dar. Außer­dem ver­spre­chen sie einen Ertrag, der para­dig­ma­tisch die wis­sen­schaft­li­che Bedeu­tung des gesam­ten Fürs­ten­ta­ge­bu­ches zeigt.

  • Ver­schol­le­ne Bücher zum Ers­ten Welt­krieg ent­deckt – georg giers­berg erzählt in der faz (etwas wirr) die geschich­te der offi­ziö­sen wirt­schafts­ge­schich­te des ers­ten welt­krie­ges aus den zwi­schen­kriegs­jah­ren nach, die offen­bar so bri­sant war, dass die ver­öf­fent­li­chung damals nach dem druck unter­sagt wur­de und die ent­spre­chen­den stu­di­en (fast) ver­schwun­den sind
  • Bruck­ner Online – das bruck­ner-archiv hat was online gestellt:

    bruck​ner​-online​.at ist ein umfang­reich ange­leg­tes Anton Bruck­ner-Inter­net­por­tal (Web­ar­chiv), in dem neben der elek­tro­ni­schen Doku­men­ta­ti­on hand­schriftlicher Quel­len auch Kom­po­si­tio­nen, rele­van­te Per­so­nen und Orte ent­hal­ten sind. Zudem wer­den von allen Hand­schrif­ten, Erst­dru­cken und der Alten Gesamt­aus­ga­be voll­stän­di­ge Digi­ta­li­sa­te zur Ver­fü­gung gestellt. 

  • David Gar­rett: Habt mich bit­te lieb! | ZEIT ONLINE – julia spi­no­la hat sich david gar­ret mit den brahms­so­na­ten ange­hört und war nicht begeis­tert. des­halb schreibt sie einen erst­klas­si­gen verriss:

    David Gar­rett will end­lich wie­der als seriö­ser Musi­ker ver­stan­den wer­den und geht mit den Vio­lin­so­na­ten von Johan­nes Brahms auf Tournee

    sehr amü­sant auch die lese­rin­nen­stim­men – unter den fan­boys und ‑girls fin­den sich so ziem­lich alle pseu­do­ar­gu­men­te gegen kri­tik, die seit jahr­hun­der­ten wider­legt sind … (und viel hass auf jeman­den, der ihr idol nicht ver­göt­tert) – sehr amüsant …

  • Vom Mythos der tech­ni­schen Insti­tu­ti­on « Mich­a­lis Pan­te­lou­ris – mich­a­lis pan­te­lou­ris lie­fert ein paar hin­ter­grün­de zu legi­ti­ma­ti­on, zie­len und pro­ble­men (u.a. demo­kra­tie­theo­re­ti­sche, von den öko­no­mi­schen ganz abge­se­hen) der teil­neh­mer der „troi­ka“:

    Poli­ti­sche Insti­tu­tio­nen sind nie­mals ein­fach tech­nisch, aber die hier­zu­lan­de weit­ge­hend unkri­ti­sche Dar­stel­lung der Troi­ka-Insti­tu­tio­nen als sol­che, die ein­fach nur die Ein­hal­tung von bereits aus­ge­han­del­ten Ver­trä­gen über­wa­chen sorgt dafür, dass jeder ihr Wider­spre­chen­de auto­ma­tisch als Ver­trags­bre­cher wahr­ge­nom­men wer­den muss. Das ist es, was vie­le Medi­en mit der neu­en grie­chi­schen Regie­rung machen: Um eine Dis­kus­si­on um ihre Poli­tik zu ver­mei­den, zie­hen sie die Dis­kus­si­on ins Unpo­li­ti­sche, ins Tech­ni­sche: Ver­trä­ge sind ein­zu­hal­ten; Die Regie­rung ist inkom­pe­tent (was man poli­tisch ja kaum sein kann); Sie wol­len “Refor­men zurückdrehen”.
    Die Wahr­heit ist eine ande­re: Die Troi­ka hat eine Poli­tik ver­tre­ten, eine Ideo­lo­gie, die in Wahr­heit nir­gends in Euro­pa eine Mehr­heit hat. Es gibt auch in Deutsch­land kei­ne neo­li­be­ra­le Mehr­heit. Es sind zwei unter­schied­li­che Din­ge, ob man auf die Ein­hal­tung von Ver­trä­gen pocht, oder ob man einem ande­ren Land eine Poli­tik auf­zwingt, und dann eine, die ganz expli­zit von der Mehr­heit der Bevöl­ke­rung abge­lehnt wird. Mit dem Mythos der rein tech­ni­schen Ein­grif­fe wird die Abschaf­fung der Demo­kra­tie verschleiert. 

  • Gra­bun­gen in der St. Johan­nis­kir­che in Mainz – mar­kus schug über die spek­ta­ku­lä­ren aus­gra­bun­gen unter der johan­nis­kir­che in mainz, wo schon zu mero­wi­ni­gi­scher zeit eine gro­ße kir­che stand …
  • Peti­tio­nen: Peti­ti­on 58168 – eine wun­der­ba­re peti­ti­on (die sicher erfolg­los blei­ben wird, aber trotz­dem – im sin­ne der bewusst­seins­bil­dung – not­wen­dig ist): Der Deut­sche Bun­des­tag möge beschlie­ßen, dass homöo­pa­thi­sche Behand­lungs­me­tho­den nicht mehr als Sat­zungs­leis­tung von gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen gezahlt wer­den dür­fen. – das ist übri­gens schon der gesam­te text der petition.
  • Kla­ge gegen Kru­zi­fix-Pflicht in Bay­ern: Karls­ru­he ver­trö­delt heik­les Urteil – taz​.de – hört sich sehr pein­lich & fei­ge an, wie das bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt unter voß­kuh­le & mül­ler mit die­ser kla­ge umgeht
  • Ein­füh­rung in den Fefis­mus. | H I E R – mspr0 erklärt fefe (und den „fefis­mus“) und rech­net gleicht mit ihm ab – und ver­ba­li­siert damit ziem­lich genau mein eige­nes unbe­ha­gen mit fefe …

    Fefe ist mehr als der Mensch, es ist mehr als das Blog. Zusam­men mit sei­nem Leser­mob ist es eine Hass­ma­schi­ne. Die­se Shit­s­torm­kul­tur gegen alles, was ihnen Fremd ist, ist kaum noch ohne God­win­ge­pul­le zu beschrei­ben.[…] Die Nerd­sze­ne lei­det extrem unter dem Fefis­mus. Es wird Zeit, dass es in ihr zu einer Form der Selbst­auf­klä­rung kommt. Ne…

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  • Über­set­zungs­vor­schlä­ge für „Boy­hood“ | Laut & Lui­se -

    Oh boy – manch­mal ist es von Vor­teil, nicht mit­ge­meint zu sein, Mädels.

  • War­um die Bron­zen in Cam­bridge nicht von Michel­an­ge­lo sind – DIE WELT – der michel­an­ge­lo-exper­te frank zöllner:

    Es ist nicht ein­fach, das Gesche­hen in Cam­bridge ange­mes­sen zu cha­rak­te­ri­sie­ren, ohne dabei inner­lich mit dem Kopf zu schüt­teln und an der Legi­ti­mi­tät des eige­nen Berufs­stan­des zu zwei­feln.[…] Aller­dings pro­fi­tie­ren davon [von den spek­ta­ku­lä­ren Zuschrei­bun­gen] weni­ger die Muse­en als die oft pri­va­ten Besit­zer der Wer­ke. Selbst eine Aus­stel­lung strit­ti­ger Zuschrei­bung erzielt lei­der die­se Wert­stei­ge­rung. Es wird Zeit, dass sich an die­sem Mecha­nis­mus etwas ändert.

  • Nüch­tern statt ero­tisch – Neue Zür­cher Zei­tung – Eine (ein­fa­che) Lösung für ein Pro­blem und Rät­sel der Shake­speare­for­schung – lei­der aller­dings nicht verifizierbar …
  • Syri­za-Bas­hing: Ein Ver­such, den deut­schen Irr­sinn zu ver­ste­hen | misik​.at – robert misik ana­ly­siert grün­de für den „deut­schen irr­sinn“ der euro­päi­schen wirt­schafts­la­ge und ‑poli­tik:
    [die deut­schen poli­ti­ker] wis­sen, wenn sie eine Posi­ti­on öko­no­mi­scher Ver­nunft zu laut und ver­nehm­bar ein­neh­men wür­den, wür­den sie sich in ihrem Land iso­lie­ren. Oder bes­ser: Sie glau­ben das. Mit dem Ergeb­nis, dass im Spek­trum der “ernst­zu­neh­men­den Poli­tik” eine Posi­ti­on öko­no­mi­scher Ver­nunft nicht mehr geäu­ßert wird, was sei­ner­seits zur Sta­bi­li­sie­rung des Mei­nungs­kli­mas bei­trägt. Da die wirt­schaft­li­che Ver­nunft, die über­all in der Welt Main­stream wäre, in Deutsch­land im poli­ti­schen Feld nicht mehr reprä­sen­tiert ist (außer am lin­ken Rand der Grü­nen und am Rea­lo-Rand der Links­par­tei), hat das wie­der­um Aus­wir­kun­gen auf das ver­öf­fent­lich­te Mei­nungs­bild. Kurz­um: Die Schlan­ge beißt sich in den Schwanz.
  • Stand der Lite­ra­tur­kri­tik: Ewi­ge Kri­se klingt gut – Kul­tur – Tages­spie­gel – ger­rit bartels hat lei­der nichts ver­stan­den. jör sun­dermei­er ging es doch gar nicht so sehr dar­um, den lite­ra­tur­jour­na­lis­mus zu ver­teu­feln. was er aber – und da stim­me ich ihm zu – für pro­ble­ma­tisch hält, ist, wenn die­ser die lite­ra­tur­kri­tik ersetzt. bartels hat offen­bar auch nicht rich­tig gese­hen, dass sun­dermei­er dar­auf hin­weist, dass die kri­tik schon län­ger in der kri­se steckt.
  • Schweiz: Die Rück­erobe­rung | ZEIT ONLINE -

    Über die Schweiz kön­ne man kei­ne guten Bücher schrei­ben, heißt es. Das ist falsch. Die Lite­ra­tur des 21. Jahr­hun­derts ver­misst das Land völ­lig neu.

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  • Krach um Cas­torfs „Baal“: Opi­um ist Reli­gi­on fürs Volk – Tages­spie­gel – peter lau­den­bach macht sich über den ver­such, die cas­torf-insze­nie­rung des brecht’schen „baal“ zu ver­bie­ten, lustig:

    Viel­leicht soll­te sich die Rechts­ab­tei­lung bei Gele­gen­heit auf den Stand des eige­nen Ver­lags­pro­gramms brin­gen – von Fou­caults Kri­tik am Begriff des Autors über Kris­t­e­vas Wis­sen, dass in einem Text vie­le Stim­men spre­chen, bis zu Hei­ner Mül­lers Hin­weis: „Brecht gebrau­chen ohne ihn zu kri­ti­sie­ren, ist Ver­rat.“ Man kann Cas­torf vie­les vor­wer­fen – nicht aber , dass er Brech…

  • War­um klas­si­sche Musik schon immer poli­tisch war – Süddeutsche.de – rein­hard j. brem­beck beschreibt, war­um musik – und musi­ker – immer poli­tisch ist (mit eini­gen sei­ten­hie­ben auf aktu­ell musizierende …)

    Und nicht nur die Musi­ker sind, ja, müs­sen poli­tisch sein. Auch die Kom­po­si­tio­nen sind unauf­lös­lich ver­bun­den mit dem sie bedin­gen­den poli­ti­schen System.

  • Lite­ra­tur­kri­tik ver­sus Lite­ra­tur­jour­na­lis­mus – lothar struck ergänzt die bemer­kun­gen von jörg sun­dermei­er um eini­ge mei­nes erach­tens sehr rich­ti­ge, wich­ti­ge und zustim­mungs­fä­hi­ge beob­ach­tun­gen und einschätzungen:

    Ich plä­die­re für die ein­deu­ti­ge Unter­schei­dung zwi­schen »Lite­ra­tur­kri­tik« und »Lite­ra­tur­jour­na­lis­mus«. Dem­nach ist Lite­ra­tur­kri­tik der meist etwas umfang­rei­che Ver­such, nicht nur den Inhalt eines Buches wie­der­zu­ge­ben, son­dern dar­über hin­aus for­ma­le und ästhe­ti­sche Kom­po­nen­ten zu einer lite­ra­ri­schen Bewer­tung her­an­zu­zie­hen. […] Die Lite­ra­tur­kri­tik soll­te am Text »kle­ben«, ohne ihn gram­ma­ti­ka­lisch zu sezie­ren. Neben der Kri­tik am Plot, an einer Hand­lung, soll­te auch auf die Spra­che und die Form geach­tet wer­den. Außer­li­te­ra­ri­sche Bezü­ge soll­ten ver­nach­läs­sigt werden.
    Lite­ra­tur­jour­na­lis­mus hin­ge­gen redu­ziert die Kom­ple­xi­tät, bilan­ziert vor­ei­lig in Schub­la­den, druckt leicht zitier­ba­re Eti­ket­ten. Lite­ra­tur­kri­tik ihrer­seits öff­net den Text, fin­det Alle­go­rien, engt jedoch den poten­ti­el­len Leser nicht ein, son­dern erzeugt Neu­gier. Lite­ra­tur­jour­na­lis­mus ist pater­na­lis­tisch und pos­tu­liert Urtei­le, Lite­ra­tur­kri­tik begrün­det sie. Lite­ra­tur­jour­na­lis­mus ist getrie­ben und unter­liegt den kom­mer­zi­el­len Geset­zen von Ver­lags­pro­gram­men und deren Zyklen. Lite­ra­tur­kri­tik hat Zeit und ver­langt Zeit. Lite­ra­tur­jour­na­lis­ten haben Freun­de, Lite­ra­tur­kri­ti­ker Kollegen. 

  • Fire­fox und Chro­me ver­ra­ten IP-Adres­sen trotz VPN | hei­se Net­ze – stän­dig muss man irgend­wo nachbessern …

    Vie­le Nut­zer ver­schlei­ern ihre eigent­li­che IP-Adres­se und damit ihren Stand­ort, indem Sie über einen VPN-Ser­ver ins Inter­net gehen. Die Web­RTC-Imple­men­tie­run­gen von Mozil­la Fire­fox und Goog­le Chro­me plau­dern aber die Adres­se aus.

    – immer­hin lässt sich das auch verhindern.

  • Spa­nish Civil War pho­tos by Agus­ti Cen­tel­les and Robert Capa.
  • Ener­gie­wen­de: „Auto­fah­ren ist viel zu bil­lig“ | ZEIT ONLINE – andre­as knie:

    Wir haben in Deutsch­land so vie­le Autos, dass alle Ein­woh­ner auf den vor­de­ren Sit­zen Platz neh­men könn­ten, auch die Babys und Rent­ner. Und Fort­schrit­te, bei­spiels­wei­se durch spar­sa­me­re Moto­ren, wer­den durch die Leis­tungs­stei­ge­rung der Fahr­zeu­ge ein­fach zunich­te­ge­macht. Eine muti­ge Bun­des­re­gie­rung müss­te das ändern.

  • Tal der Ahnungs­lo­sen | misik​.at – »Die blan­ken Sta­tis­ti­ken des IWF zu refe­rie­ren ist heu­te schon linkspopulistisch.«
  • Inter­view ǀ „Immer noch so cool“—der Frei­tag – carl hege­mann über die volksbühne:

    Die­ses Thea­ter hat den Thea­ter­be­griff ver­än­dert. Auch durch die Dreis­tig­keit, mit der sich Schau­spie­ler als sie sel­ber auf die Büh­ne stell­ten und nicht nur als Figu­ren. Hen­ry Hüb­chen war da der Vor­rei­ter, der in den Räu­bern sag­te: „Mei­nen Sie, ich mach das hier ger­ne: jeden Abend Franz Moor – seit 200 Jah­ren?“ – und dann das Publi­kum als „Kadett­fah­rer“ beschimpf­te. Die­se Per­spek­ti­ve hat das Thea­ter stark ver­än­dert. Und die Theaterwissenschaft.</bloc…

  • Furi­os in den Unter­gang – Jörg Sun­dermei­er – jörg sun­dermei­er noch ein­mal poin­tiert zu sei­ner sicht des stan­des der lite­ra­tur­kri­tik in den medi­en heute:

    Das erklärt die Mise­re der Lite­ra­tur­kri­tik aber nicht hin­rei­chend. Die­ser feh­len vor allem die Kri­te­ri­en. Sti­lis­ti­sches Kön­nen eines Autors wird oft nur behaup­tet, nicht belegt, offen­kun­di­ge Stil­blü­ten wer­den nicht ange­pran­gert, die Figu­ren­kon­stel­la­tio­nen wer­den nicht unter­sucht, der Plot nicht ana­ly­siert – im Gegen­teil. Ein Buch wird von einer Rezen­sen­tin für eine Besonderheit …

  • Neue Stu­die über Fahr­rad­fah­ren unter Alko­hol­ein­fluss – der rechts­me­di­zi­nier tho­mas dal­drup hat den ein­fluss von alko­hol­kon­sum auf’s fah­r­ad­fah­ren unter­sucht – mit über­ra­schen­den ergenissen:

    Nach unse­ren Ergeb­nis­sen müss­te die Recht­spre­chung eigent­lich in dem Sin­ne revi­diert wer­den, dass es für Fahr­rad­fah­rer kei­ne Ober­gren­ze mehr gibt. Auch mit 1,6 Pro­mil­le oder mehr – man­che Teil­neh­mer hat­ten sogar zwei Pro­mil­le – kön­nen eini­ge ohne gro­ße Aus­fall­erschei­nun­gen Rad fah­ren. Ein pau­schal mög­li­ches Straf­ver­fah­ren bei 1,6 Pro­mil­le erscheint nach…

  • Jan Böh­mer­mann: Der Allein­un­ter­hal­ter | ZEIT­ma­ga­zin – mat­thi­as kal­le erklärt im „zeit­ma­ga­zin“ jan böh­mer­mann und des­sen neue sen­dung „neo maga­zin roya­le“, die im „rich­ti­gen“ zdf zu sehen sein wird
  • Unge & die You­Tuber Sze­ne: Jan Böh­mer­mann im Inter­view bei Visa Vie (zqn­ce) – You­Tube – „Goo­glet mal „dif­fe­ren­ziert““: Jan Böh­mer­mann zur You­Tuber-Sze­ne, media­len Ver­ant­wor­tung & Auf­ga­ben der Kulturkritik

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  • 30. Neo­hi­sto­flo­xi­kon oder Neue Flos­keln braucht das Land | Geschich­te wird gemacht – achim land­wehr wird grundsätzlich:

    Es ist eigent­lich immer an der Zeit, das eige­ne Den­ken über Ver­gan­gen­heit und Geschich­te mal etwas durch­zu­schüt­teln und auf den grund­sätz­li­chen Prüf­stand zu stellen. 

  • Who is afraid of jazz? | Jazz­Zei­tung – „Wer hät­te gedacht, dass ich sogar Bruck­ner ein­mal span­nen­der und fre­ne­ti­scher fin­den wür­de als neu­en Jazz!“
  • Essay: Schläf­rig gewor­den – DIE WELT – er ost­eu­ro­pa-his­to­ri­ker karl schlö­gel wider­spricht in der „welt“ den ver­fas­sern & unter­zeich­nern des auf­ru­fes „wie­der krieg in euro­pa?“ – mei­nes erach­tens mit wich­ti­gen argumenten:

    Denn in dem Auf­ruf ist neben vie­len All­ge­mein­plät­zen, die die Eigen­schaft haben, wahr zu sein, von erstaun­li­chen Din­gen die Rede. So lau­tet der ers­te Satz: „Nie­mand will Krieg“ – so als gäbe es noch gar kei­nen Krieg. Den gibt es aber. Rus­si­sche Trup­pen haben die Krim besetzt
    […] Aber­mals ist vom „Nach­barn Russ­land“ die Rede: Wie muss die Kar­te Euro­pas im Kopf derer aus­se­hen, die so etwas von sich geben oder mit ihrer Unter­schrift in Kauf neh­men! Pein­lich – und wahr­schein­lich in der Eile von den viel beschäf­tig­ten, ernst­haf­ten Unter­zeich­nern nicht zur Kennt­nis genom­men – die Behaup­tung, Russ­land sei seit dem Wie­ner Kon­gress Mit­ge­stal­ter der euro­päi­schen Staa­ten­welt. Das geht viel wei­ter zurück, wie auch Lai­en wis­sen, die schon von Peter dem Gro­ßen gehört haben. Und aus­ge­rech­net die Hei­li­ge Alli­anz zu zitie­ren, mit der die Tei­lung Polens zemen­tiert, die pol­ni­schen Auf­stän­de nie­der­ge­wor­fen und die 1848er-Revo­lu­ti­on bekämpft wor­den ist – das passt nicht gut zur Ernst­haf­tig­keit eines um den Dia­log bemüh­ten Unter­neh­mens. Vom Molo­tow-Rib­ben­trop-Pakt – eine zen­tra­le Erfah­rung aller Völ­ker „dazwi­schen“ und im 75. Jahr der Wie­der­kehr des Ver­tra­ges, der den Zwei­ten Welt­krieg mög­lich gemacht hat – ist im Text gar nicht die Rede, ein­fach zur Sei­te gescho­ben, „ver­drängt“.

  • Was bewegt Yvan Sagnet?: Hoff­nung der Skla­ven | ZEIT ONLINE -

    Arbei­ter aus dem Sudan, aus Bur­ki­na Faso, aus Mali, aus fast jedem Land Afri­kas. In dre­cki­gen Män­teln suchen sie vor den Müll­hau­fen nach Ver­wert­ba­rem. Es ist, als wür­de man durch einen düs­te­ren, apo­ka­lyp­ti­schen Roman von Cor­mac McCar­thy fah­ren. An den Feld­we­gen, die von den Land­stra­ßen abge­hen, ste­hen Pro­sti­tu­ier­te. Rumä­nin­nen und Bul­ga­rin­nen. So sieht es aus, das Herz der ita­lie­ni­schen Tomatenproduktion.

    – fritz schaap in der zeit über den ver­such des gewerk­schaf­ters yvan sagnet, die mise­ra­blen bedin­gun­gen der arbei­ter in ita­li­en, v.a. der ern­te­hel­fer, zu ver­bes­sern. der sagt u.a.

    „Der Käu­fer muss wis­sen: Wenn er in den Super­markt geht und ein Kilo­gramm ita­lie­ni­sche Toma­ten für acht­zig Cent kauft, dann wur­den die­se Toma­ten von mise­ra­bel ent­lohn­ten Arbei­tern geern­tet, die man ohne Wei­te­res als moder­ne Skla­ven bezeich­nen kann.“

  • Eine wich­ti­ge Infor­ma­ti­on der Ver­ei­nig­ten Geheim­diens­te – You­Tube – Bet­ter no Let­ter: Eine wich­ti­ge Infor­ma­ti­on der Ver­ei­nig­ten Geheim­diens­te (sie­he auch: The U.S.S.A. says: BETTER NO LETTER!)
  • Uni­on kri­ti­siert Rame­low-Wahl in Thü­rin­gen: Ver­lo­ge­ne Heul­su­sen | tages​schau​.de – wow, bei der ARD & der Tages­schau ist jemand genau­so ange­wi­dert vom Ver­hal­ten der CDU in Thü­rin­gen wie ich
  • For­schung: So will doch kei­ner arbei­ten! | ZEIT ONLINE – For­schung: So will doch kei­ner an Unis arbei­ten! – Die­ses Mal mit einer Historikerin
  • Zer­schla­gen, aber im Samm­lungs­kon­text erschließ­bar: In der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek wur­de über den Ankauf des Schott-Archivs infor­miert | nmz – neue musik­zei­tung – Zer­schla­gen, aber im Samm­lungs­kon­text erschließ­bar: Die Bestän­de des Archivs des Schott-Ver­la­ges tei­len sich künf­tig auf die Staats­bi­blio­the­ken Mün­chen und Ber­lin sowie sechs For­schungs­ein­rich­tun­gen auf. Über den Kauf­preis wur­de Still­schwei­gen vereinbart.
  • So ent­stand der Mythos der „Trüm­mer­frau­en“ – Poli­tik – Süddeutsche.de – die sz lässt sich von der his­to­ri­ke­rin leo­nie tre­ber noch ein­mal erklä­ren, woher die „trüm­mer­frau­en“ kommen:

    Es wur­de ein äußerst posi­ti­ves Bild die­ser Frau­en ver­mit­telt: Dass sie sich frei­wil­lig und mit Freu­de in die har­te Arbeit stür­zen und den Schutt weg­räu­men, um den Wie­der­auf­bau vor­an­zu­trei­ben. Die PR war auch enorm wich­tig, weil die Trüm­mer­räu­mer – wie zuvor erwähnt – stig­ma­ti­siert waren und sol­che schwe­ren Jobs bis dahin eigent­lich nicht von Frau­en erle­digt wer­den soll­ten. Des­halb wur­de das Bild der „Trüm­mer­frau“ posi­tiv auf­ge­la­den mit den Ste­reo­ty­pen, die wir noch heu­te mit dem Begriff verbinden.

  • Main­zer Schott-Musik­ver­lag: His­to­ri­sches Archiv wird öffent­lich zugäng­lich – Rhein­land-Pfalz | SWR​.de – „opti­ma­le Erschlie­ßung“ = Zer­stö­rung des Zusam­men­hangs. Schott-Musik­ver­lag: Archiv wird öffent­lich zugänglich
  • Hat die Jugend kei­nen Ehr­geiz mehr? | Blog Maga­zin – phil­ipp tin­gler über die gegen­wart, die kul­tur und den ehr­geiz zum glück:

    Gegen­wär­tig leben wir in einer Gesell­schaft, die Selbst­per­fek­tio­nie­rung, die Arbeit am Ich, als Selbst­ge­nuss pos­tu­liert; einer der letz­ten Leit­wer­te in der irre­du­zi­blen Viel­falt der uns allent­hal­ten umge­be­nen Kon­tin­genz­kul­tur ist: Authen­ti­zi­tät. Dafür steht auch Dia­ne von Fürs­ten­berg. Die Bio­gra­fie als Pro­jekt. Wenn jetzt also plötz­lich alle aus ihrem Leben ein Kunst­werk machen wol­len, dann ist das nicht nur ein ethi­scher, son­dern auch ein sehr ehr­gei­zi­ger Impe­ra­tiv: Lebens­wel­ten und ‑for­men wer­den ambi­tio­niert durch­äs­the­ti­siert, und das Pathos der Selbst­er­schaf­fung rich­tet sich auf die bei­den gros­sen Zie­le der Post­wachs­tums­ge­sell­schaft: Spass und Glück.
    […] Wir sehen also, dass Ehr­geiz durch­aus nicht ver­schwun­den ist, son­dern sich nur ver­irrt hat.

    sei­ne the­ra­pie ist übri­gens ziem­lich ein­fach (und wahr­schein­lich gar nicht so ver­kehrt): selbst­iro­nie als die „schöns­te Form der Eigenliebe“

  • Duden | Kon­rad-Duden-Preis 2014 geht an Dama­ris Nüb­ling | – Der Kon­rad-Duden-Preis 2014 geht an @DFDmainz-Projektleiterin Dama­ris Nübling
  • E‑Books: Wir sind die Fähr­ten­le­ser der neu­en Lite­ra­tur – Bücher – FAZ – elke hei­ne­mann über die viel­falt der neu­en (klei­ne) e‑book-ver­la­ge:

    Dich­tung ist längst auch digi­tal: Auf der Suche nach E‑Books abseits des Main­streams führt der Weg in Deutsch­land vor allem nach Ber­lin. Doch die enga­gier­ten Spe­zi­al­ver­la­ge haben auch spe­zi­el­le Probleme. 

  • Gen­der-Debat­te: Anschwel­len­der Ekel­fak­tor | ZEIT ONLINE – wun­der­bar: robin det­je rech­net gna­den­los mit den kolum­nen­het­zern #ulfha­rald­jan­mat­thi­as aber (scha­de nur, dass das bei der @Zeit wie­der nie­mand lesen wird und harald des­halb wei­ter die leser­schaft ver­gif­ten darf):

    Heu­te tobt die Schluss­strich­de­bat­te Femi­nis­mus. Ende: nicht abzu­se­hen. Altern­de Män­ner an vor­ders­ter Front. Hoher Unter­hal­tungs­wert, aber auch anschwel­len­der Ekel­fak­tor. Die Argu­men­ta­ti­on wie­der fas­zi­nie­rend: Femi­nis­mus gibt es inzwi­schen doch schon so lan­ge, das nervt, Frau­en ner­ven ja immer, und die Frau­en wol­len offen­bar tat­säch­lich, dass wir Män­ner unser Ver­hal­ten ändern, wes­halb jetzt wir die eigent­li­chen Opfer sind.
    […] Und des­halb husch, husch, ihr all­män­ner­mäch­ti­gen Dis­kurs­be­herr­scher, zurück in eure Eck­knei­pe. Die jetzt lei­der von einem Gen­der-Stu­dies-Les­ben‑, Tran­sen- und X‑trupp über­nom­men wird, und ihr schiebt für eine Wei­le in der Küche Abwaschdienst.

    Ent­schul­di­gung, aber das wird man sich als auf­ge­klär­ter, älte­rer deut­scher Mann doch noch wün­schen dürfen.

  • “Femi­nis­mus kann nie­mals Life­style sein” • Denk­werk­statt – gabrie­le mich­alit­sch im inter­view mit eini­gen sehr rich­ti­gen beobachtungen:

    Femi­nis­mus kann nie­mals Life­style sein, Femi­nis­mus ist immer poli­tisch. Wenn die Medi­en eine sol­che Dis­kus­si­on befeu­ern, ist das eine Form von Anti­fe­mi­nis­mus und der Ver­such, den Begriff Femi­nis­mus zu ver­ein­nah­men, ihm sei­ne poli­ti­sche Rele­vanz abzu­spre­chen. Femi­nis­mus war zudem nie män­ner­feind­lich, er wur­de immer auch von Män­nern mit­ge­tra­gen. Wenn, dann wen­det er sich gegen bestimm­te Kon­zep­tio­nen von Männ­lich­keit – wie auch Weib­lich­keit. Wäre die­ser angeb­lich neue Femi­nis­mus nicht Gegen­stand öffent­li­cher Debat­ten, müss­ten wir uns erst gar nicht damit aus­ein­an­der­set­zen – in mei­nen Augen ist das eine anti­fe­mi­nis­ti­sche Strategie.

    und spä­ter auf den punkt gebracht: 

    Wenn Femi­nis­mus auf Kar­rie­re mit Kin­dern redu­ziert wird, ist das das Ende des Feminismus.

Ins Netz gegangen (21.10.)

Ins Netz gegan­gen am 21.10.:

  • Mathe­ma­tik: Aus­wen­dig ler­nen und wie­der ver­ges­sen | ZEIT ONLINE – ein fh-mathe­ma­tik-pro­fes­sor ver­zwei­felt an sei­nen ingenieurstudenten …
  • Über Spra­che stol­pern – taz​.de -

    Die Gedenk­stei­ne von Gun­ter Dem­nig erin­nern an NS-Opfer – teil­wei­se in Nazi-Jar­gon. Ange­hö­ri­ge sind empört, doch der Künst­ler zeigt sich uneinsichtig

  • Neu in der Wiki­pe­dia: 48 Arti­kel zu „1848/​49“ in Deutsch­land | Acht­und­vier­zig – ziko van dijk hat in die­sem jahr als eine art pro­jekt 48 wiki­pe­dia-arti­kel zur 1848er-revo­lu­ti­on geschrieben.

    Der Autor die­ses Bei­trags, Ziko van Dijk, hat von April bis Okto­ber 2014 acht­und­vier­zig Wiki­pe­dia-Arti­kel zur Revo­lu­ti­on von 1848/​1849 geschrie­ben. Im Fol­gen­den beschreibt er die Her­aus­for­de­run­gen für einen Wiki­pe­dia-Autor und eini­ge Grund­ge­dan­ken sei­nes Projekts.

  • Kom­men­tar Cri­ti­cal Mass: Der Ätsch-Fak­tor – Die Poli­zei macht die Rad­fah­rer zu Robin Hoods!
  • Attac ver­liert Sta­tus der Gemein­nüt­zig­keit | Poli­tik – Frank­fur­ter Rund­schau – das ist irgend­wie typisch deutsch: wenn ver­ei­ne sich zu sehr um das gemein­we­sen bemü­hen und nicht nur um ihre kli­en­tel, sind sie nicht mehr gemein­nüt­zig, son­dern poli­tisch – als ob das ein wider­spruch wäre:

    Das Finanz­amt Frank­furts, wo der Bun­des­vor­stand des Ver­eins sitzt, hat beschlos­sen, dass die Zie­le von Attac nicht gemein­nüt­zig genug sei­en. Viel­mehr sei­en sie all­ge­mein­po­li­tisch und damit kei­ner öffent­li­chen För­de­rung würdig.

  • Wir leben von der Ver­drän­gung – Frei­text – ingo schul­ze über sei­ne per­spek­ti­ve auf oktober/​november 1989 und die fol­gen­den entwicklungen:

    Für mich war der Mau­er­fall eine Sen­sa­ti­on unter ande­ren. Und er hat­te nichts, abso­lut nichts mit natio­na­len Erwä­gun­gen zu tun. Ein Zusam­men­ge­hen, gar eine Ver­ei­ni­gung von DDR und BRD? Wie soll­te denn das gehen? Lachhaft!

  • CIA-Bericht: Waf­fen für Rebel­len sind laut Stu­die wir­kungs­los | ZEIT ONLINE – Was für eine Über­ra­schung! Das hät­te ja nie­mand geahnt!: CIA-Bericht: Waf­fen für Rebel­len sind wirkungslos
  • Pi-Top: Open-Source-Note­book zum Sel­ber­bau­en | ZEIT ONLINE – coo­le Idee: Pi-Top – aus einem Raspber­ry Pi einen Lap­top basteln
  • Zehn Jah­re nach Jac­ques Der­ri­das Tod: Rigo­ro­se, artis­ti­sche Gedan­ken­gän­ge – taz​.de – klaus eng­lert zum 10. todes­tag jac­ques der­ri­das über des­sen bedeu­tung, das neue den­ken und die der­ri­da-rezep­ti­on heute:

    Heu­te, zehn Jah­re nach dem Tod Der­ri­das, der ein­mal der welt­weit meist­zi­tier­te Phi­lo­soph war, ist es in aka­de­mi­schen Gefil­den etwas still um ihn gewor­den. Das liegt vor­nehm­lich dar­an, dass sich heil­los ver­schul­te Stu­di­en­gän­ge unse­res Uni­ver­si­täts­sys­tems nur schlecht mit sei­nen rigo­ro­sen und artis­ti­schen Gedan­ken­gän­gen ver­tra­gen. Die Beschäf­ti­gung mit Jac­ques Der­ri­da fin­det nun eher außer­halb der uni­ver­si­tä­ren Ritua­le statt. 

    ich fin­de das ja eher scha­de, dass die dekon­struk­ti­on in den „prüf­fä­chern“ – wie er es nennt – nicht mehr vor­kommt. dar­an kann man näm­lich vor­züg­lich den­ken lernen.

  • Start | Mapi­re – His­to­ri­sche Kar­ten der Habs­bur­ger Mon­ar­chie – schön gemacht, die­se koope­ra­ti­on: Mapi­re ermög­licht das Navi­gie­ren durch his­to­ri­sches Kar­ten­ma­te­ri­al die aus der Habs­bur­ger Mon­ar­chie stam­men. Die Kar­ten wur­den voll­stän­dig digi­ta­li­siert und geo­re­fe­ren­ziert űund kön­nen so mit Hil­fe aktu­el­ler Tech­no­lo­gien wie Goog­le Maps, Goog­le Earth und Open­Street­Map im Inter­net dar­ge­stellt wer­den. Mapi­re hat zum Ziel das teil­wei­se sehr unter­schied­li­che Kar­ten­ma­te­ri­al über eine gemein­sa­me Schnitt­stel­le im Inter­net zur Ver­fü­gung zu stellen.

Ins Netz gegangen (28.7.)

Ins Netz gegan­gen am 28.7.:

  • Hele­ne Fischer, eine Erkun­dung: Atem­los durch Tag und Nacht – FAZ – johan­na ador­ján über schlech­ten geschmack, fuß­bal­ler, schla­ger bzw. des­sen gegen­wär­ti­ge schund­stu­fe in per­son hele­ne fischer:

    Sie hat eine gute Kör­per­span­nung und wirkt voll­kom­men klar, als ertra­ge sie das alles bei vol­lem Bewusstsein.

    (sehr amü­sant auch die eifern­den kom­men­ta­re der fischer-verehrer …)

  • Som­mer­in­ter­views bei ARD und ZDF: „Ich mer­ke, Sie sind schon ganz auf Inhalt“ – FAZ – ste­fan nig­ge­mei­er über die jour­na­lis­ti­sche nicht­re­le­vanz der tra­di­ti­on der „som­mer­in­ter­views“ in der ard und beim zdf:

    Wobei es nicht so ist, dass Mer­kel kon­kre­te Ant­wor­ten grund­sätz­lich schul­dig bleibt. Das ZDF zeig­te auch, wie Schaus­ten sie vor dem Gespräch emp­fing […] und, weil es der Tag vor dem WM-Fina­le war, als Ers­tes sag­te: „Ich habe mich gefragt, wie lan­ge man nach Bra­si­li­en fliegt.“ – „Zwölf Stun­den.“ Geht doch.

  • Emser Depe­sche: Bis­marcks Redak­ti­on | Akten­kun­de – wie­der sehr instruk­ti­ve, hol­ger ber­win­kels akten­kund­li­che erläu­te­rung der emser depesche
  • Richard Strauss Quel­len­ver­zeich­nis – Das Richard-Strauss-Quel­len­ver­zeich­nis (RSQV) ist ein musik­wis­sen­schaft­li­ches Online-Pro­jekt. Unser Ziel ist es, sämt­li­che welt­weit erreich­ba­ren Quel­len zum Werk des Kom­po­nis­ten Richard Strauss nach neu­es­ten tech­ni­schen und wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards zu ver­zeich­nen. Die Quel­len wer­den anhand ver­schie­dens­ter Kri­te­ri­en erschlos­sen: ent­hal­te­ne Wer­ke, Schrei­ber, Wid­mungs­trä­ger, Besit­zer, Stand­ort, Signa­tur, Umfang, For­mat, Datie­rung u.a. Die RSQV Daten­bank ist ein moder­nes, effi­zi­en­tes Werk­zeug, das eine fle­xi­ble und schnel­le Quel­len­re­cher­che erlaubt.
  • Wer haupt­ver­ant­wort­lich für Ers­ten Welt­krieg ist – Poli­tik – Süddeutsche.de – auch anni­ka mom­bau­er setzt die akzen­te etwas anders als chris­to­pher clark

    Die Ver­ant­wor­tung Deutsch­lands und Öster­reich-Ungarns am Krieg ist sehr groß. 

  • Das lebens­lan­ge Nach­den­ken über Pop – WDR 5 – cool: der total eupho­ri­sche und auf­ge­kratz­te rai­nald goetz spricht mit died­rich diede­rich­sen über „über pop-musik“ – »Künst­ler ver­dum­men durch die Leh­re, Theo­re­ti­ker ver­klu­gen durch sie.« – Rai­nald Goetz,

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