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Schlagwort: nationalsozialismus

Ins Netz gegangen (10.6.)

Ins Netz gegan­gen (7.6.–10.6.):

  • Tage­buch­sei­ten von Hit­lers Chef-Ideo­lo­gen Rosen­berg gefun­den – Süddeutsche.de – Offen­bar sind wei­te­re Tei­le des Tage­buchs von Alfred Rosen­berg auf­ge­taucht – aber nichts genau­es weiß man nicht:

    Nun, fast 67 Jah­re nach Rosen­bergs Hin­rich­tung, tau­chen wei­te­re Papie­re auf: Wie die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters berich­tet, lie­gen dem United Staa­tes Holo­caust Memo­ri­al Muse­um 400 Sei­ten vor. Mög­li­cher­wei­se stam­men die nun auf­ge­tauch­ten Papie­re von Kemp­ner oder aus dem Bestand von Kemp­ners Sekre­tär. Es soll sich um eine lose Samm­lung von Tage­buch­no­ti­zen han­deln, die Rosen­berg zwi­schen 1936 und 1944 abge­fasst hat.

  • Vene­dig – Venice, as ren­de­red by Otto­man admi­ral and car­to­grapher Piri Reis in his Kitab‑i Bah­ri­ye, a book of por­to­lan charts and sai­ling direc­tions pro­du­ced in the ear­ly 16th century
  • The Last Conundrum—Geek&Poke
  • Sibyl­le Berg zur Sprach­re­form an der Uni Leip­zig – SPIEGEL ONLINE -

    Das Abend­land geht in Deutsch­land immer sofort und irr­sin­nig schnell unter, wenn man eine Neue­rung wagt, etwas gegen das Gewohn­heits­recht unternimmt.

  • Ber­li­ner Stadt­schloss: Deut­sche Selbst­fei­er | ZEIT ONLINE – Armin Nas­sehi über den „Bau“ des „Ber­li­ner Schlosses“:

    Her­aus­ge­kom­men aber ist nun his­to­ri­sie­ren­der natio­na­ler Kleinmut

Netzfunde vom 7.5.

Mei­ne Netz­fun­de vom 7.5.:

Mainzer Stolpersteine

Seit letz­ter Woche gibt es in Mainz eini­ge Stol­per­stei­ne mehr. Unter ande­rem lie­gen jetzt auch drei von die­sen Minia­tur-Mahn­ma­len in der Fuß­gän­ger­zo­ne, fast direkt vor mei­ner Haus­tür (In der Lis­te der Main­zer Stol­per­stei­ne feh­len die neu ver­leg­ten – 16 sind es ins­ge­samt – noch). Und im Gegen­satz zu vie­len sons­ti­gen unauf­fäl­lig bis ver­steck­ten Instal­la­tio­nen der Stol­per­stei­ne, die ja immer zwi­schen Kunst­werk und Gedenk­ort schwan­ken, sind die­se drei wirk­lich auf­fäl­lig und laden tat­säch­lich zum „men­ta­len Stol­pern“ ein. Damit rela­ti­vie­ren sie mei­ne Beden­ken, die ich bis­her ange­sichts die­ses Pro­jekt heg­te, doch etwas …

Stolpersteine in der Lotharstraße

Stol­per­stei­ne in der Lotharstraße

erinnerung im dom

Wann fängt Krieg an? Und wann hört er eigent­lich auf? Das waren eini­ge der zen­tra­len Fra­gen der Ver­an­stal­tung im Dom zum Tag des Geden­kens an die Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus. Dom­or­ga­nist Albert Schön­ber­ger und Peter-Otto Ull­rich hat­ten dafür mit einer gro­ßen Zahl Mit­strei­ter Tex­te aus Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart zu einem breit gefä­cher­ten Pas­tic­cio zusammengestellt.
Bemüht um Gerech­tig­keit und Aus­ge­gli­chen­heit kom­men sowohl die Opfer- als auch Täter­sei­te immer wie­der zu Wort. Ein beson­de­rer Fokus liegt aber auf der Erin­ne­rung und Ver­ar­bei­tung der Ver­bre­chen der Über­le­ben­den und Nach­ge­bo­re­nen. Und immer wie­der geht es um Fra­gen, wann eigent­lich Krieg war. Bei dem Über­fall Polens, oder doch schon vor­her? Bei der Macht­er­grei­fung oder noch frü­her? Und vor allem: Wann ende­te der Krieg? Wenn alles ver­ge­ben und ver­ges­sen ist? Mit Ant­wor­ten haben die Text­su­cher sich aber sehr behut­sam zurück­ge­hal­ten. Die Ten­denz frei­lich wird klar: Krieg ist solan­ge wir ihn spü­ren. Und das ist heu­te immer noch. Dafür gibt es in der Lite­ra­tur und Geschich­te eine Men­ge Geschrie­be­nes. Zum Bei­spiel in den Gedich­ten von Wis­la­wa Szym­borska oder bei Chris­ta Wolff, bei Manès Sper­ber, bei Sebas­ti­an Haff­ner oder bei Saul Friedländer.
Albert Schön­ber­ger hat dazu ein wenig Musik bei­gesteu­ert, die er mit eini­gen Mit­glie­dern des Main­zer Kam­mer­or­ches­ter und Alex­an­der Nie­hues an der der Orgel zwi­schen und an eini­gen aus­ge­such­ten Stel­len auch wäh­rend der Text­re­zi­ta­tio­nen erklin­gen ließ. Das war sehr gefühl­voll, jedoch nicht sen­ti­men­tal, in hohem Gra­de ein­fühl­sam, aber nicht auf­dring­lich. Denn was Schön­ber­ger hier­für geschrie­ben hat, bleibt immer sehr schlich­te, zurück­ge­nom­me­ne Musik, die sich nie auf­drängt oder in den Vor­der­grund spielt, son­dern mit Chor­al­mo­ti­ven, Anspie­lun­gen und auch grö­ßer aus­ge­ar­bei­te­ten Choral­be­ar­bei­tun­gen die Tex­te ergän­zen und ver­tie­fen will und kann. Natür­lich nutzt das auch den Klang des Rau­mes in bewähr­ter Wei­se mit. Schließ­lich war das gan­ze Pro­jekt ja auch „Sta­tio­nen­gang mit Musik“ über­schrie­ben. Dazu zähl­ten auch die ergän­zen­den Pro­jek­tio­nen von Figu­ren­de­tails aus dem rei­chen Ange­bot des Domes.
Scha­de nur, dass kaum jemand sich die­sen Über­le­gun­gen aus­set­zen woll­te. Denn die weni­gen Zuhö­rer, die gekom­men waren, die­sen Tag als Anlass zum Nach­den­ken und Erin­nern zu neh­men, ver­lo­ren sich in den lee­ren Rei­hen des Domes sehr.

(geschrie­ben für die main­zer rhein-zeitung).

was nicht drin steht: die sehr selt­sa­me gewich­tung teil­wei­se. die ers­ten opfer, die – auch sehr aus­führ­lich – zu wort kamen, waren von rus­si­schen sol­da­ten ver­ge­wal­tig­te frau­en. und die ver­trie­be­nen, die – so unge­fähr sinn­ge­mäß – ihre hei­mat opfer­ten für deutsch­land, die in der brd ihr leid zurück­stell­tent (!) um der inte­gra­ti­on wil­len. nun ja. dann gab es natür­lich noch die juden. und den ein­druck einer men­ge deut­scher gene­rä­le, die den krieg nicht woll­ten und schon vor­her wuss­ten, dass sie ihn ver­lie­ren wür­den. dum­mer­wei­se haben sie halt wei­ter­ge­kämpft. und ein­ge­fal­len ist es ihnen erst in kriegs­ge­fan­gen­schaft. nun ja.

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