Lesen. Hören. Und ein bisschen schreiben.

Schlagwort: medien Seite 3 von 6

Ins Netz gegangen (23.4.)

Ins Netz gegan­gen am 23.4.:

  • Bis­lang unver­öf­fent­lich­te Wehr­machts­ak­ten jetzt online zugäng­lich – das dhi mos­kau und das zen­tral­ar­chiv des russ. ver­tei­di­gungs­min­s­te­ri­ums haben bis­her unver­öf­fent­lich­te wehr­machts­ak­ten digi­ta­li­siert und stel­len sie (in kür­ze) online zur verfügung

    Der Bestand der deut­schen Doku­men­te im Zen­tral­ar­chiv des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums umfasst ca. 28.000 Akten und ist ins­ge­samt in 50 Find­bü­cher geglie­dert. Nach dem Abschluss der ers­ten Pro­jekt­pha­se wer­den am 29. April 2015 die für die For­schung beson­ders wich­ti­gen Unter­la­gen des Ober­kom­man­dos der Wehr­macht (271 Akten) und des Hee­res (988 Akten) sowie der Hee­res­grup­pe Mit­te (852 Akten) weit­ge­hend online zugäng­lich gemacht. Aus­ge­nom­men sind bis­lang groß­for­ma­ti­ge Kar­ten, deren Digi­ta­li­sie­rung beson­ders auf­wän­di­ge Tech­no­lo­gien erfor­dert. In einer zwei­ten Pro­jekt­pha­se fol­gen in Kür­ze die Bestän­de der Hee­res­grup­pe „Weich­sel“ (54 Akten), des Amts Ausland/​Abwehr im OKW (52 Akten), der Waf­fen-SS und Poli­zei (120 Akten) sowie Beu­te­do­ku­men­te der Auf­klä­rungs­ver­wal­tung beim Gene­ral­stab der Roten Armee –GRU (332 Akten). 

  • Bun­des­nach­rich­ten­dienst: Neue NSA-Affä­re erschüt­tert BND – SPIEGEL ONLINE – Über­wa­chung: Neue Spio­na­ge­af­fä­re erschüt­tert BND (und mich auch …)
  • We Can’t Let John Dee­re Des­troy the Very Idea of Owner­ship | WIRED – wenn urhe­ber­schutz (und so etwas wie soft­ware-paten­te …) wild lau­fen, freu­en sich kon­zer­te – denn dann kommt so etwas heraus:

    John Dee­re and Gene­ral Motors want to evis­ce­ra­te the noti­on of owner­ship. Sure, we pay for their vehic­les. But we don’t own them. Not accor­ding to their cor­po­ra­te lawy­ers, anyway

  • 31 Theo­rie­an­sät­ze: Wor­an erkennt man ein Gedicht? – NZZ – der ver­le­ger jochen jung (von jung & jung) hat 31 „theo­rie­an­säat­ze“ (man könn­te sie auch the­sen nen­nen) über das wesen von gedich­ten notiert:

    Gedich­te strah­len in ihrer Herr­lich­keit, sie kön­nen blen­den (aber nicht blind machen). Bis­wei­len sind sie auch Blender.

  • Jour­na­lis­mus als Kata­stro­phe | Lesen was klü­ger macht – eine erklä­ren­de abrech­nung mit dem zustand des jour­na­lis­mus heu­te von georg seeßlen

    Einen Unter­schied zwi­schen „Qua­li­täts­jour­na­lis­mus“ und Bou­le­vard kann es dann nicht mehr geben, wenn alle Nach­rich­ten­me­di­en einer­seits aus den glei­chen Inter­es­sen und den glei­chen Quel­len ent­ste­hen, und wenn sie ande­rer­seits alle an die glei­chen Kun­den (Anzei­gen auf der einen, Leu­te die Kau­fen, ein­schal­ten, kli­cken usw. auf der ande­ren) wol­len, wenn sie Down­gra­den von Niveau und Respekt als Über­le­bens­stra­te­gie recht­fer­ti­gen. Dabei wer­den die Tricks der Nach­rich­ten­er­zeu­gung aus mehr oder weni­ger nichts immer selbst­zer­stö­re­ri­scher.[…] Kann denen mal viel­leicht jemand sagen, dass die Unter­schei­dung zwi­schen gutem und schlech­tem Jour­na­lis­mus nicht dar­in lie­gen kann, dass man letz­te Gren­zen der Nie­der­tracht über­schrei­tet oder nicht, son­dern dar­in, dass man sei­ne Arbeit und sei­nen Auf­trag grund­sätz­lich anders versteht?

  • Auf Kan­te gepresst – War­um der Vinyl-Hype die Schall­plat­te kaputt­macht | Das Fil­ter – inter­es­san­te ein­bli­cke in die schwie­rig­kei­ten, die es mit sich bringt, ein „ver­al­te­tes“ medi­um wie die schall­plat­te wei­ter zu pro­du­zie­ren – v.a. die pro­ble­me, die feh­len­der neu­bau von pro­duk­ti­ons­ma­schi­nen und ‑werk­zeug ver­ur­sa­chen (von der fra­ge nach mate­ri­al für zwi­schen­stu­fen ganz abgesehen) …

Ins Netz gegangen (26.3.)

Ins Netz gegan­gen am 26.3.:

  • Fahr­rad­boom und Fahr­rad­in­dus­trie – Vom Draht­esel zum „Bike“ – ein sehr schö­ner, lan­ger, viel­fäl­ti­ger, brei­ter und inten­si­ver text von gün­ter brey­er zur situa­ti­on des fahr­rads als pro­dukt in deutsch­land: her­stel­lung, ver­trieb, ver­kauf in deutsch­land, euro­pa und asi­en – mit allem, was (öko­no­misch) dazu gehört …
  • Gesetz­ge­bung: Unsinn im Straf­ge­setz­buch | ZEIT ONLINE – tho­mas fischer legt in sei­ner zeit-kolum­ne unter dem titel „Unsinn im Straf­ge­setz­buch“ sehr aus­führ­lich dar, war­um es im deut­schen recht ein­fach schlech­te, d.h. hand­werk­lich ver­pfusch­te, para­gra­phen gibt und for­dert, in die­ser hin­sicht auch mal aufzuräumen

    Ein Bei­spiel für miss­glück­te Gesetz­ge­bung und insti­tu­tio­na­li­sier­te Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit – und ein Auf­ruf zur Reparatur

  • Anti­se­mi­tis­mus: Was heißt „N.soz“? | ZEIT ONLINE – adam soboc­zyn­ski über den ver­dacht (der sich bis­lang nicht erhär­ten oder wider­le­gen lässt), dass die heid­eg­ger-aus­ga­be mög­li­cher­wei­se phi­lo­lo­gisch nicht sau­ber erstellt wur­de (was inso­fern pro­ble­ma­tisch ist, als der zugang zum nach­lass nur ein­ge­schränkt mög­lich ist und die heid­eg­ger-aus­ga­be eh’ schon kei­ne kri­ti­sche ist – was bei einem phi­lo­so­phen die­ses ran­ges & ein­flus­ses eigent­lich not­wen­dig wäre)

    Hät­te der mas­si­ve Anti­se­mi­tis­mus des Phi­lo­so­phen Mar­tin Heid­eg­ger frü­her belegt wer­den kön­nen? Das fragt sich mitt­ler­wei­le auch der Ver­lag der umstrit­te­nen Gesamt­aus­ga­be und ver­langt jetzt den Her­aus­ge­bern Rechen­schaft ab.

  • Musik – Der voll­kom­me­ne Musi­ker – Süddeutsche.de – rein­hard brem­beck wür­digt zum 90. geburts­tag pierre bou­lez und sei­ne eigent­lich irren leistungen:

    Bou­lez, der an die­sem Don­ners­tag sei­nen 90.Geburtstag fei­ert, ist der voll­kom­me­ne Musi­ker. Er ist Kom­po­nist, Diri­gent, For­scher, Intel­lek­tu­el­ler, Pro­vo­ka­teur, Päd­ago­ge, Ensem­ble- und Insti­tuts­grün­der in Per­so­nal­uni­on. Und das alles nicht nur im Neben‑, son­dern im Haupt­be­ruf. Damit steht er heu­te zwar allein da, er knüpft aber an ein bis in die Roman­tik durch­aus gän­gi­ges Berufs­bild an, das Musi­ker nur gel­ten lässt, wenn sie mög­lichst all die­se Tätig­kei­ten glei­cher­wei­se ausüben.
    Bou­lez ist von Anfang an ein Prak­ti­ker gewe­sen. Aber einer, der sich nie sei­ne Träu­me durch die Ein­schrän­kun­gen und fau­len Kom­pro­mis­se der Pra­xis kor­rum­pie­ren ließ.

  • Pierre Bou­lez: „Sprengt die Opern­häu­ser!“ | ZEIT ONLINE – eine geburts­tags­wür­di­gung für pierre bou­lez von felix schmidt, die sich stel­len­wei­se schon fast wie ein nach­ruf liest …

    Bou­lez hat dem Musik­be­trieb einen gewal­ti­gen Stoß ver­setzt und ihm viel von sei­ner Gedan­ken­lee­re aus­ge­trie­ben. Die Lang­zeit­fol­gen sind unüberhörbar.

  • Ille­ga­le Down­loads machen dem E‑Book-Markt Sor­gen – ein etwas selt­sa­mer arti­kel von cle­mens voigt zur pira­te­rie bei ebooks: eigent­lich will er ger­ne etwas panik ver­brei­ten (und pira­te­rie mit dem dieb­stahl phy­si­cher gegen­stän­de gleich­set­zen) und lässt des­halb aus­führ­lich die abmahn­an­wäl­te wal­dorf-from­mer zu wort kom­men und anbie­ter von pira­te­rie-bekämp­fungs-soft­ware. ande­rer­seits wol­len die ver­le­ger die­se panik­ma­che wohl nicht so ganz mit­ma­chen … – des­we­gen bleibt das etwas einseitig …
  • Selbst­bild einer Uni­ver­si­tät « erlebt – fran­çois bry über das pro­ble­ma­ti­sche ver­ständ­nis von wis­sen­schaft & uni­ver­si­tät, dass „kin­der­unis“ ver­mit­teln können:

    Die Fami­li­en­vor­le­sung war unter­halt­sam. Lehr­reich war sie inso­fern, dass sie ein paar Vor­stel­lun­gen auf den Punkt brachte:
    Ein Pro­fes­sor ist ein Star.
    Eine Vor­le­sung ist eine ein­drucks­vol­le Schau.
    Ver­ste­hen, wor­um es bei einer Vor­le­sung geht, tut man wenn über­haupt außer­halb des Hörsaals. 

  • Feh­len­de Netz­neu­tra­li­tät für Tele­kom-Kun­den spür­bar | dani​el​-weber​.eu – dani­el weber erklärt, wie die tele­kom den feh­len­den zwang zur netz­neu­tra­li­tät aus­nutzt und war­um das auch für ganz „nor­ma­le“ kun­den schlecht ist
  • Autoren nach der Buch­mes­se – Sibyl­le-Berg-Kolum­ne – SPIEGEL ONLINE – sibyl­le berg ist gemein – zu ihre kol­le­gen schrif­stel­lern und den ver­tre­tern des literarjournalismus:

    Auf allen Kanä­len wur­den Schrift­stel­ler wie­der über ihr Schrift­stel­ler­tum befragt, und sie gaben mit schief­ge­leg­tem Kopf Aus­kunft. War­um Leu­te, die schrei­ben, auch noch reden müs­sen, ist unklar. Aber sie tun es. Es wird erwar­tet. Da muss irgend­ein Anspruch befrie­digt wer­den, von wem auch immer. Da muss es wabern, tief und kapri­zi­ös sein. Das muss sein, denn das Schrei­ben ist so ein unge­mein tie­fer Beruf, dass jeder ger­ne ein wenig von der lei­den­den tie­fen Tie­fe spü­ren mag. 

    (das bes­te kann ich nicht zitie­ren, das muss man selbst lesen …)

  • Russ­land: Was Putin treibt | ZEIT ONLINE – gerd koe­nen als (zeit-)historiker über ukrai­ne, russ­land und was putin so umtreibt … (und die kom­men­ta­re explodieren …)
  • Woh­nungs­bau: Es ist zum Klot­zen | ZEIT ONLINE – han­no rau­ter­berg ran­tet über den ein­falls­lo­sen woh­nungs­bau in ham­burg – gilt aber so ähn­lich auch für ande­re städte …

    Häu­ser wer­den streng rasiert gelie­fert, oben alles ab. Das alte Spiel mit Tra­pez- und Trep­pen­gie­beln, mit Walm‑, Sat­tel- oder Man­sard­dä­chern, ein Spiel, das Häu­sern etwas Gemüt­vol­les ver­leiht, auch etwas Behü­ten­des, scheint die meis­ten Archi­tek­ten kaum zu inter­es­sie­ren. Es regiert die kal­te Logik des Funk­tio­na­lis­mus, sie macht aus dem Woh­nen eine Ware. Und da kann ma…

  • Ukrai­ne: Frei­heit gibt es nicht umsonst | ZEIT ONLINE – gei­ge­rin Lisa Bati­a­sh­vi­li zur situa­ti­on in der ukrai­ne und euro­pa sowie sei­ne werte
  • Son­nen­fins­ter­nis: Ein Main­stream der Angst­ma­che – Feuil­le­ton – FAZ – Main­stream der Angstmache
  • Ame­ri­ka­ni­scher Droh­nen­krieg – Was die Regie­rung unter Auf­klä­rung ver­steht – Süddeutsche.de – die süd­deut­sche über die unfä­hig­keit der bun­des­re­gie­rung, sich ans völ­ker­recht zu hal­ten (wol­len), hier beim droh­nen­krieg der usa:

    Jenen „Fra­ge­bo­gen“, auf des­sen Beant­wor­tung die Bun­des­re­gie­rung angeb­lich so gedrun­gen hat, erach­te­ten die Ame­ri­ka­ner jeden­falls „als beant­wor­tet“, teil­te das Aus­wär­ti­ge Amt jüngst auf Fra­gen der Links­par­tei-Abge­ord­ne­ten Andrej Hun­ko und Nie­ma Mov­as­sat mit. Man sehe die Ange­le­gen­heit damit als „geklärt“ an, schrieb eine Staats­se­kre­tä­rin. Die Fra­gen blei­ben also weit­ge­hend unbe­ant­wor­tet. Und die Bun­des­re­gie­rung nimmt das ein­fach so hin. „Das Aus­wär­ti­ge Amt will kei­ne Auf­klä­rung, inwie­fern US-Stand­or­te in Deutsch­land am töd­li­chen Droh­nen­krieg der US-Armee in Afri­ka und Asi­en betei­ligt sind“, kri­ti­sie­ren die Par­la­men­ta­ri­er Hun­ko und Mov­as­sat. „Das ist nicht nur unde­mo­kra­tisch, son­dern es erfüllt den Tat­be­stand der Strafvereitelung.“

  • Deutsch­land: Am Arsch der Welt | ZEIT ONLINE – david hugen­dick haut den deut­schen das abend­land um die ohren

    Das Abend­land ist ein deut­scher Son­der­weg von Kul­tur, Geist, Stolz, Volk und Wei­ner­lich­keit. War­um die­ses Geis­ter­reich der Gefüh­le nicht tot­zu­krie­gen ist. Eine Polemik

Ins Netz gegangen (17.2.)

Ins Netz gegan­gen am 17.2.:

  • Was man als klei­ner Ver­lag so alles mit dem Buch­han­del erlebt | Sei­ten­flü­gel – ein (sehr) klei­ner ver­lag über sei­ne erfah­run­gen mit dem hohen „kul­tur­gut“ des deut­schen buch­han­dels (und ama­zon zum vergleich):

    Vie­le klei­ne Buch­händ­ler haben kei­nes­wegs erkenn­bar mehr Ver­ständ­nis für klei­ne Ver­la­ge. Sie wet­tern zwar herz­lich gern gegen Kon­zer­ne und Mono­po­lis­ten, aber wenn man mit ihnen zu tun hat, ist ihr geschäft­li­cher Ego­is­mus oft kei­nen Deut gerin­ger als bei den Großunternehmen.

  • Theo­lo­ge Fried­rich Wil­helm Graf – „Wir haben Reli­gi­on noto­risch unter­schätzt“ – graf, wie meis­tens sehr ver­stän­dig und klug, in einem sehr lesen-/hö­rens­wer­ten inter­view mit deutsch­land­ra­dio über reli­gio­nen, moder­ne und ihre bedeutung:

    Ich weiß nicht, war­um Belie­big­keit so etwas Schlim­mes oder Schlech­tes sein soll. Wir müs­sen ein­fach mit der Tat­sa­che klar­kom­men und dies akzep­tie­ren ler­nen, dass in den ent­schei­den­den Fra­gen unse­res Lebens jeder für sich selbst oder jede für sich selbst ver­ant­wort­lich ist.

  • René Jacobs: „Ich bestehe auf mei­nem Recht, krea­tiv zu sein“ – Thea­ter an der Wien – der​Stan​dard​.at › Kul­tur – rené jacobs über sei­ne arbeit, den „bar­bie­re“ von gio­van­ni pai­si­el­lo heu­te auf­zu­füh­ren und dem kom­po­nis­ten gerecht zu werden:

    Es ist natür­lich gut, wenn man weiß, was ein Auto­graf ent­hält. Aber Oper war immer ein Work in Pro­gress. Und ich bestehe auf mei­nem Recht, auch krea­tiv sein zu dürfen.

  • Equa­ti­on Group: Spio­na­ge­soft­ware der Super­la­ti­ve ent­deckt | ZEIT ONLINE – es ist kaum zu glau­ben: aber es geht immer noch etwas grau­si­ger, wenn nsa & co. im spiel sind

    Sie ver­steckt sich unlösch­bar auf Fest­plat­ten und spio­niert hoch­ran­gi­ge Zie­le aus: Anti­vi­ren­spe­zia­lis­ten ent­de­cken extrem aus­ge­feil­te Mal­wa­re mit Par­al­le­len zu Stuxnet.

  • SZ-Leaks: Schleich­wer­bung für Steu­er­hin­ter­zie­hung | klar und deut­lich -

    Off­shore-Leaks, Lux-Leaks und jetzt Swiss-Leaks: Die Süd­deut­sche Zei­tung ist das Sturm­ge­schütz des Finanz­amts. Die Redak­ti­on ver­öf­fent­licht regel­mä­ßig Infor­ma­tio­nen aus inter­nen Bank­un­ter­la­gen, an die sie durch Whist­le­b­lower kommt. Was die Zei­tung nie erwähnt: Dass sie selbst ihre Leser auf die Steu­er­hin­ter­zie­hung im Aus­land hin­ge­wie­sen hat und sich dafür von den Ban­ken bezah­len ließ. Ich war damals in der Redak­ti­on dafür zustän­dig. Es war das Jahr 2007, es war mein ers­ter Job nach d…

  • Sam Tay­lor-John­sons „50 Shades of Grey“ in der Kri­tik – ha! (diet­mar dath war im kino):

    Dass frei­lich das sexu­ell Anre­gends­te an einem Sado­ma­so-Film von 2015 die Kunst eines seit sieb­zehn Jah­ren toten Mafia-Unter­hal­ters ist, spricht Bän­de über die Tal­soh­le der ent­hemmt-ver­klemm­ten Dau­er­lust­si­mu­la­ti­on, in der sich die Mas­sen­kul­tur der­zeit täg­lich laut­stark ver­si­chert, dass heu­te ja zum Glück so gut wie nichts mehr ver­bo­ten ist.

  • Klaus The­we­leit: „2000 Light Years from Home“ (Vor­trag zur Pop­ge­schich­te) -

    Vor­trag von Klaus The­we­leit unter dem Titel „So tun als gäbe es kein Mor­gen oder: 2000 Light Years from Home“,gehalten am 3. Novem­ber 2011 

    – eine art popgeschichte

  • Die Ober­schen­kel der Nati­on | Blog Maga­zin – mic­hè­le bins­wan­ger über sport­re­por­ter, frau­en­sport und sexismus

    Man kann dem Sport­re­por­ter wohl kaum einen Vor­wurf machen. Schliess­lich besteht die Haupt­qua­li­fi­ka­ti­on für die­sen Beruf vor­nehm­lich dar­in, schwit­zen­de Men­schen danach zu fra­gen, wie sie sich jetzt fühlen.

  • Inter­view mit Opern-Gram­my-Gewin­ner Burk­hard Schmil­gun – das (eher klei­ne) osna­brü­cker label hat einen gram­my gewon­nen – für die ein­spie­lung einer weit­ge­hend ver­ges­se­nen charpentier-oper:

    Nie­mand hat uns Bescheid gesagt. Auch der Diri­gent und der Künst­ler nicht, die die Aus­zeich­nung offen­bar in klei­ner Grup­pe in Los Ange­les ent­ge­gen genom­men haben.

  • Die Inte­gra­ti­on läuft deut­lich bes­ser als ver­mu­tet – Süddeutsche.de – felix ste­phan in der sz:

    Inte­gra­ti­on wird immer noch dann als geschei­tert betrach­tet, wenn am Ende etwas ande­res als ein zwei­tes Müns­ter her­aus­kommt.[…] In den moder­nen Metro­po­len gebe es eigent­lich nur eine Grup­pe, die sich eine eth­ni­sche Segre­ga­ti­on leis­ten kön­ne, so El-Mafaala­ni: die Wohlhabenden.

  • Fast­nacht in Mainz: Frau­en sind auf den när­ri­schen Büh­nen Man­gel­wa­re – Ver­ei­ne wagen sich an Erklä­rungs­ver­su­che – All­ge­mei­ne Zei­tung – die main­zer az über die rol­le der frau­en in der main­zer fast­nacht – und die zähig­keit, mit der sie sich im schne­cken­tem­po ändert:

    Nach­dem der MCC sei­ne Komi­tee­te­rin prä­sen­tiert habe, sei­en die Frau­en eines ande­ren gro­ßen Ver­eins auf die Bar­ri­ka­den gegan­gen, da die­se dort auch im Komi­tee sit­zen woll­ten. „Wor­auf­hin uns die Män­ner die­ses Ver­eins ver­är­gert gefragt haben, wie wir damit nur anfan­gen konn­ten“, berich­tet er.

    (gibt noch mehr schö­ne bei­spie­le für sexis­mus im text .…

  • Open Access? Ver­öf­fent­li­chen unter Aus­schluss der Öffent­lich­keit – Taschwer forscht nach – der​Stan​dard​.at -

    So wird open access zum finan­cial excess: Um sich als Autor einer Buch­be­spre­chung für eine Fach­zeit­schrift das Recht zu erwir­ken, die Rezen­si­on online stel­len zu dür­fen, ver­langt Wiley-VCH schlan­ke 2500 Euro vom Rezensenten.

Ins Netz gegangen (26.1.)

Ins Netz gegan­gen am 26.1.:

  • Pegi­da: Wie spricht das „Volk“? | ZEIT ONLINE – the­re­sia enzens­ber­ger wirft einen blick auf spra­che und argu­men­ta­ti­ons­mus­ter der pegida-anhänger:

    Dis­kurs­ana­ly­se? Damit Pegi­da zu begeg­nen, wäre ver­geb­li­che Mühe. Man kann einen Pud­ding nicht an die Wand nageln. Die Spra­che der Wer­bung nimmt kei­ne Rück­sicht auf die Her­kunft ihrer Phra­sen. Ob ein Slo­gan aus der rech­ten oder lin­ken Ecke kommt, ob man sich bei Orwell oder bei Goeb­bels bedient, spielt kei­ne Rol­le. Haupt­sa­che, man stif­tet so viel Ver­wir­rung wie mög­lich, stei­gert die poten…

  • Phi­lo­soph Gebau­er über Sport-Spek­ta­kel: „Weit weg von der Erde“ – taz​.de – gun­ter gebau­er im taz-inter­view mit eini­gen rich­ti­gen und guten antworten:

    Ich glau­be, die gro­ßen Ver­bän­de tun gut dar­an, sich Län­der zu suchen, die sport­li­che Groß­ver­an­stal­tun­gen so orga­ni­sie­ren wol­len, dass sie nicht mehr gigan­tisch sind, son­dern dass sie für die Bür­ger eine Berei­che­rung dar­stel­len und für die Ent­wick­lung eines Lan­des posi­tiv sind. Geer­det wird der Sport hin­ge­gen nicht mehr – der Sport ist seit eini­ger Zeit weit weg von der Erde. Bestimm­te Din­ge wird man nicht mehr zurück­bau­en kön­nen, zum Bei­spiel die unglaub­li­che Medi­en­prä­senz. Damit lebt der Sport auch sehr gut, das macht sei­ne gewal­ti­ge Sym­bo­lik aus, und das muss man gar nicht nur bekla­gen. Sport ist bes­ser als Krieg und als Span­nun­gen zwi­schen den Län­dern, es gibt eine Art Welt­ge­spräch des Sports. Der Sport sel­ber ist in den Bereich von Show und Gla­mour gerutscht, vie­le schei­nen sich dort wohl zu füh­len. Der sport­li­che Wert selbst wird dadurch zurück­ge­drängt, aber nicht entwertet.

  • Jörg Sun­dermei­er: „Die Lite­ra­tur­kri­tik droht uns allein zurück zu las­sen“ – Das Sonn­tags­ge­spräch – News – Buch​Markt​.de – jörg sun­dermei­er, chef des famo­sen ver­bre­cher-ver­lags, ist mit dem zustand der lite­ra­tur­kri­tik in deutsch­land über­haupt nicht zufrieden:

    Alle mei­nen den gan­zen Tag irgend­was, Mei­nun­gen sind ja gera­de hoch im Kurs, in den Redak­tio­nen ist immer wie­der von der Mei­nungs­stär­ke von Tex­ten die Rede. Aber Hal­tung zei­gen weni­ge, denn das hie­ße ja die Ansich­ten von ges­tern auch jetzt noch zu ver­tre­ten. Oder aber sich selbst zu kri­ti­sie­ren, also sich infra­ge zu stel­len, sich angreif­bar zu machen…

  • Fre­quent­ly wrong @HistoryInPics com­pa­ny gets $2 mil­li­on from inves­tors – RT @keithcalder: Here’s some more info on that shit­pi­le cal­led @HistoryInPics
  • Netz­neu­tra­li­tät: Freie Fahrt für ein Phan­tom | ZEIT ONLINE – Fried­helm Greis ver­sucht, die deutsch-euro­päi­sche Debat­te um Netz­neu­tra­li­tät und „spe­zi­al­diens­te“ nach­zu­zeich­nen. So lan­ge man dabei auf Pro­ble­me wie deep packet inspec­tion ver­zich­tet, scheint mir das müßig
  • Archi­va­lia: Das Main­zer Evan­ge­li­ar der Hof­bi­blio­thek Aschaf­fen­burg (Ms. 13)
  • Pegi­da und das Abend­land – Per­ver­si­on mit Sys­tem – hein­rich august wink­ler ord­net den abend­land-bezug der „pegida“-truppe his­to­risch ein – und spart mit nicht mit ver­wei­sen auf die ver­wand­schaft mit natio­nal­so­zio­alis­ti­schen ideen und über­zeu­gun­gen und sprachgebrauch
  • Frau Mei­ke sagt: Kraut­re­por­ter und die Suche nach der Rele­vanz – noch jemand, der von den kraut­re­por­tern bis­her eher mäßig begeis­ter ist: „Von The­men­viel­falt war weit und breit kei­ne Spur“
  • Ver­bie­tet Han­dys an den Schu­len!- taz​.de – die taz hält es für sinn­voll, ein total­ver­bot von han­dys an schu­len zu for­dern. ich fin­de ja, das reicht nicht. wenn die böse jugend in den pau­sen immer nur in bücher, zei­tun­gen und – hor­ri­bi­le dic­tu – comics (d.i. gra­phic novels) schaut, kom­mu­ni­ziert sie nicht mehr mit­ein­an­der. und der stress, wenn man nicht fer­tig wird und bis zur nächs­ten pau­se vol­ler span­nung war­ten muss, wie es wei­ter­geht im text! also weg mit dem gan­zen gedruck­ten unsinn!
  • James Rho­des on Twit­ter: „A black Bond? Total­ly unrealistic.
    God bless Pri­va­te Eye… http://t.co/PWl2EnsaoG“
    – RT @bomani_jones: well play­ed, i must say.

Ins Netz gegangen (9.12.)

Ins Netz gegan­gen am 9.12.:

  • 30. Neo­hi­sto­flo­xi­kon oder Neue Flos­keln braucht das Land | Geschich­te wird gemacht – achim land­wehr wird grundsätzlich:

    Es ist eigent­lich immer an der Zeit, das eige­ne Den­ken über Ver­gan­gen­heit und Geschich­te mal etwas durch­zu­schüt­teln und auf den grund­sätz­li­chen Prüf­stand zu stellen. 

  • Who is afraid of jazz? | Jazz­Zei­tung – „Wer hät­te gedacht, dass ich sogar Bruck­ner ein­mal span­nen­der und fre­ne­ti­scher fin­den wür­de als neu­en Jazz!“
  • Essay: Schläf­rig gewor­den – DIE WELT – er ost­eu­ro­pa-his­to­ri­ker karl schlö­gel wider­spricht in der „welt“ den ver­fas­sern & unter­zeich­nern des auf­ru­fes „wie­der krieg in euro­pa?“ – mei­nes erach­tens mit wich­ti­gen argumenten:

    Denn in dem Auf­ruf ist neben vie­len All­ge­mein­plät­zen, die die Eigen­schaft haben, wahr zu sein, von erstaun­li­chen Din­gen die Rede. So lau­tet der ers­te Satz: „Nie­mand will Krieg“ – so als gäbe es noch gar kei­nen Krieg. Den gibt es aber. Rus­si­sche Trup­pen haben die Krim besetzt
    […] Aber­mals ist vom „Nach­barn Russ­land“ die Rede: Wie muss die Kar­te Euro­pas im Kopf derer aus­se­hen, die so etwas von sich geben oder mit ihrer Unter­schrift in Kauf neh­men! Pein­lich – und wahr­schein­lich in der Eile von den viel beschäf­tig­ten, ernst­haf­ten Unter­zeich­nern nicht zur Kennt­nis genom­men – die Behaup­tung, Russ­land sei seit dem Wie­ner Kon­gress Mit­ge­stal­ter der euro­päi­schen Staa­ten­welt. Das geht viel wei­ter zurück, wie auch Lai­en wis­sen, die schon von Peter dem Gro­ßen gehört haben. Und aus­ge­rech­net die Hei­li­ge Alli­anz zu zitie­ren, mit der die Tei­lung Polens zemen­tiert, die pol­ni­schen Auf­stän­de nie­der­ge­wor­fen und die 1848er-Revo­lu­ti­on bekämpft wor­den ist – das passt nicht gut zur Ernst­haf­tig­keit eines um den Dia­log bemüh­ten Unter­neh­mens. Vom Molo­tow-Rib­ben­trop-Pakt – eine zen­tra­le Erfah­rung aller Völ­ker „dazwi­schen“ und im 75. Jahr der Wie­der­kehr des Ver­tra­ges, der den Zwei­ten Welt­krieg mög­lich gemacht hat – ist im Text gar nicht die Rede, ein­fach zur Sei­te gescho­ben, „ver­drängt“.

  • Was bewegt Yvan Sagnet?: Hoff­nung der Skla­ven | ZEIT ONLINE -

    Arbei­ter aus dem Sudan, aus Bur­ki­na Faso, aus Mali, aus fast jedem Land Afri­kas. In dre­cki­gen Män­teln suchen sie vor den Müll­hau­fen nach Ver­wert­ba­rem. Es ist, als wür­de man durch einen düs­te­ren, apo­ka­lyp­ti­schen Roman von Cor­mac McCar­thy fah­ren. An den Feld­we­gen, die von den Land­stra­ßen abge­hen, ste­hen Pro­sti­tu­ier­te. Rumä­nin­nen und Bul­ga­rin­nen. So sieht es aus, das Herz der ita­lie­ni­schen Tomatenproduktion.

    – fritz schaap in der zeit über den ver­such des gewerk­schaf­ters yvan sagnet, die mise­ra­blen bedin­gun­gen der arbei­ter in ita­li­en, v.a. der ern­te­hel­fer, zu ver­bes­sern. der sagt u.a.

    „Der Käu­fer muss wis­sen: Wenn er in den Super­markt geht und ein Kilo­gramm ita­lie­ni­sche Toma­ten für acht­zig Cent kauft, dann wur­den die­se Toma­ten von mise­ra­bel ent­lohn­ten Arbei­tern geern­tet, die man ohne Wei­te­res als moder­ne Skla­ven bezeich­nen kann.“

  • Eine wich­ti­ge Infor­ma­ti­on der Ver­ei­nig­ten Geheim­diens­te – You­Tube – Bet­ter no Let­ter: Eine wich­ti­ge Infor­ma­ti­on der Ver­ei­nig­ten Geheim­diens­te (sie­he auch: The U.S.S.A. says: BETTER NO LETTER!)
  • Uni­on kri­ti­siert Rame­low-Wahl in Thü­rin­gen: Ver­lo­ge­ne Heul­su­sen | tages​schau​.de – wow, bei der ARD & der Tages­schau ist jemand genau­so ange­wi­dert vom Ver­hal­ten der CDU in Thü­rin­gen wie ich
  • For­schung: So will doch kei­ner arbei­ten! | ZEIT ONLINE – For­schung: So will doch kei­ner an Unis arbei­ten! – Die­ses Mal mit einer Historikerin
  • Zer­schla­gen, aber im Samm­lungs­kon­text erschließ­bar: In der Baye­ri­schen Staats­bi­blio­thek wur­de über den Ankauf des Schott-Archivs infor­miert | nmz – neue musik­zei­tung – Zer­schla­gen, aber im Samm­lungs­kon­text erschließ­bar: Die Bestän­de des Archivs des Schott-Ver­la­ges tei­len sich künf­tig auf die Staats­bi­blio­the­ken Mün­chen und Ber­lin sowie sechs For­schungs­ein­rich­tun­gen auf. Über den Kauf­preis wur­de Still­schwei­gen vereinbart.
  • So ent­stand der Mythos der „Trüm­mer­frau­en“ – Poli­tik – Süddeutsche.de – die sz lässt sich von der his­to­ri­ke­rin leo­nie tre­ber noch ein­mal erklä­ren, woher die „trüm­mer­frau­en“ kommen:

    Es wur­de ein äußerst posi­ti­ves Bild die­ser Frau­en ver­mit­telt: Dass sie sich frei­wil­lig und mit Freu­de in die har­te Arbeit stür­zen und den Schutt weg­räu­men, um den Wie­der­auf­bau vor­an­zu­trei­ben. Die PR war auch enorm wich­tig, weil die Trüm­mer­räu­mer – wie zuvor erwähnt – stig­ma­ti­siert waren und sol­che schwe­ren Jobs bis dahin eigent­lich nicht von Frau­en erle­digt wer­den soll­ten. Des­halb wur­de das Bild der „Trüm­mer­frau“ posi­tiv auf­ge­la­den mit den Ste­reo­ty­pen, die wir noch heu­te mit dem Begriff verbinden.

  • Main­zer Schott-Musik­ver­lag: His­to­ri­sches Archiv wird öffent­lich zugäng­lich – Rhein­land-Pfalz | SWR​.de – „opti­ma­le Erschlie­ßung“ = Zer­stö­rung des Zusam­men­hangs. Schott-Musik­ver­lag: Archiv wird öffent­lich zugänglich
  • Hat die Jugend kei­nen Ehr­geiz mehr? | Blog Maga­zin – phil­ipp tin­gler über die gegen­wart, die kul­tur und den ehr­geiz zum glück:

    Gegen­wär­tig leben wir in einer Gesell­schaft, die Selbst­per­fek­tio­nie­rung, die Arbeit am Ich, als Selbst­ge­nuss pos­tu­liert; einer der letz­ten Leit­wer­te in der irre­du­zi­blen Viel­falt der uns allent­hal­ten umge­be­nen Kon­tin­genz­kul­tur ist: Authen­ti­zi­tät. Dafür steht auch Dia­ne von Fürs­ten­berg. Die Bio­gra­fie als Pro­jekt. Wenn jetzt also plötz­lich alle aus ihrem Leben ein Kunst­werk machen wol­len, dann ist das nicht nur ein ethi­scher, son­dern auch ein sehr ehr­gei­zi­ger Impe­ra­tiv: Lebens­wel­ten und ‑for­men wer­den ambi­tio­niert durch­äs­the­ti­siert, und das Pathos der Selbst­er­schaf­fung rich­tet sich auf die bei­den gros­sen Zie­le der Post­wachs­tums­ge­sell­schaft: Spass und Glück.
    […] Wir sehen also, dass Ehr­geiz durch­aus nicht ver­schwun­den ist, son­dern sich nur ver­irrt hat.

    sei­ne the­ra­pie ist übri­gens ziem­lich ein­fach (und wahr­schein­lich gar nicht so ver­kehrt): selbst­iro­nie als die „schöns­te Form der Eigenliebe“

  • Duden | Kon­rad-Duden-Preis 2014 geht an Dama­ris Nüb­ling | – Der Kon­rad-Duden-Preis 2014 geht an @DFDmainz-Projektleiterin Dama­ris Nübling
  • E‑Books: Wir sind die Fähr­ten­le­ser der neu­en Lite­ra­tur – Bücher – FAZ – elke hei­ne­mann über die viel­falt der neu­en (klei­ne) e‑book-ver­la­ge:

    Dich­tung ist längst auch digi­tal: Auf der Suche nach E‑Books abseits des Main­streams führt der Weg in Deutsch­land vor allem nach Ber­lin. Doch die enga­gier­ten Spe­zi­al­ver­la­ge haben auch spe­zi­el­le Probleme. 

  • Gen­der-Debat­te: Anschwel­len­der Ekel­fak­tor | ZEIT ONLINE – wun­der­bar: robin det­je rech­net gna­den­los mit den kolum­nen­het­zern #ulfha­rald­jan­mat­thi­as aber (scha­de nur, dass das bei der @Zeit wie­der nie­mand lesen wird und harald des­halb wei­ter die leser­schaft ver­gif­ten darf):

    Heu­te tobt die Schluss­strich­de­bat­te Femi­nis­mus. Ende: nicht abzu­se­hen. Altern­de Män­ner an vor­ders­ter Front. Hoher Unter­hal­tungs­wert, aber auch anschwel­len­der Ekel­fak­tor. Die Argu­men­ta­ti­on wie­der fas­zi­nie­rend: Femi­nis­mus gibt es inzwi­schen doch schon so lan­ge, das nervt, Frau­en ner­ven ja immer, und die Frau­en wol­len offen­bar tat­säch­lich, dass wir Män­ner unser Ver­hal­ten ändern, wes­halb jetzt wir die eigent­li­chen Opfer sind.
    […] Und des­halb husch, husch, ihr all­män­ner­mäch­ti­gen Dis­kurs­be­herr­scher, zurück in eure Eck­knei­pe. Die jetzt lei­der von einem Gen­der-Stu­dies-Les­ben‑, Tran­sen- und X‑trupp über­nom­men wird, und ihr schiebt für eine Wei­le in der Küche Abwaschdienst.

    Ent­schul­di­gung, aber das wird man sich als auf­ge­klär­ter, älte­rer deut­scher Mann doch noch wün­schen dürfen.

  • “Femi­nis­mus kann nie­mals Life­style sein” • Denk­werk­statt – gabrie­le mich­alit­sch im inter­view mit eini­gen sehr rich­ti­gen beobachtungen:

    Femi­nis­mus kann nie­mals Life­style sein, Femi­nis­mus ist immer poli­tisch. Wenn die Medi­en eine sol­che Dis­kus­si­on befeu­ern, ist das eine Form von Anti­fe­mi­nis­mus und der Ver­such, den Begriff Femi­nis­mus zu ver­ein­nah­men, ihm sei­ne poli­ti­sche Rele­vanz abzu­spre­chen. Femi­nis­mus war zudem nie män­ner­feind­lich, er wur­de immer auch von Män­nern mit­ge­tra­gen. Wenn, dann wen­det er sich gegen bestimm­te Kon­zep­tio­nen von Männ­lich­keit – wie auch Weib­lich­keit. Wäre die­ser angeb­lich neue Femi­nis­mus nicht Gegen­stand öffent­li­cher Debat­ten, müss­ten wir uns erst gar nicht damit aus­ein­an­der­set­zen – in mei­nen Augen ist das eine anti­fe­mi­nis­ti­sche Strategie.

    und spä­ter auf den punkt gebracht: 

    Wenn Femi­nis­mus auf Kar­rie­re mit Kin­dern redu­ziert wird, ist das das Ende des Feminismus.

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Ins Netz gegan­gen am 21.8.:

  • „Geburt der Gegen­wart“: Wenn der Mond den Fri­seur­ter­min bestimmt | Ber­li­ner Zei­tung – stef­fen mar­tus hat achim land­wehrs „geburt der gegen­wart“ gelesen:

    Der Düs­sel­dor­fer His­to­ri­ker Achim Land­wehr geht die­sen Fra­gen bis in jene Epo­che nach, als die Kalen­der die Welt erober­ten. Die Vor­ge­schich­te unse­rer zeit­li­chen Ver­stri­ckung in Ter­mi­ne und Daten ist dabei nur ein Bei­spiel für jene „Geburt der Gegen­wart“, von der er anschau­lich, anek­do­ten­reich und klug erzählt: In der Frü­hen Neu­zeit büß­te die Ver­gan­gen­heit in bestimm­ten Berei­chen ihre Auto­ri­tät ein, wäh­rend die Zukunft noch nicht als Objekt mensch­li­cher Ver­fü­gung wirk­te. In einer Art Zwi­schen­pha­se dehn­te sich die Gegen­wart als „Mög­lich­keits­raum“ aus und bahn­te damit jenes Zeit­re­gime an, dem wir heu­te unterstehen.

  • Lite­ra­tur­de­bat­te : Der Buch­preis ist kei­ne Geschlechts­um­wand­lung wert – Lite­ra­ri­sche Welt – DIE WELT – mar­le­ne stre­eru­witz über den buch­preis und sei­ne struk­tu­ren und funktionen:

    Aber. Der Deut­sche Buch­preis ist das fröh­lichs­te Bei­spiel, wie die qua­si­re­li­giö­se Ein­deu­tig­keit eines Mar­ke­ting­in­stru­ments her­ge­stellt wird. In einer kon­stru­ie­ren­den Vor­gangs­wei­se wird der Bör­sen­ver­ein selbst zum Autor der Ver­mark­tung der Autoren und Autorin­nen im Deut­schen Buchpreis.

    Das alles erfolgt im Archil­e­xem (der Ver­wen­dung der männ­li­chen Form der Bezeich­nung, unter der die weib­li­che Form mit­ge­meint ist): In den Aus­sen­dun­gen des Bör­sen­ver­eins gibt es nur Autoren und kei­ne Autorin­nen. Auch das gehört zur Stra­te­gie der Ein­deu­tig­keit. Es gibt kei­ne Geschlech­ter­dif­fe­renz, sagen sol­che For­mu­lie­run­gen. Stellt euch unter die männ­li­che Form und lasst dif­fe­ren­zie­ren­de Kin­ker­litz­chen wie die geschlech­ter­ge­rech­te Spra­che sein. Nur in ein­deu­ti­gen For­mu­lie­run­gen gelingt ein umfas­sen­des Spre­chen, in dem Bücher ver­kauft wer­den kön­nen. Popu­lis­mus wird nicht nur in Kauf genom­men. Popu­lis­mus ist erwünscht.

  • Ste­fan Nig­ge­mei­er | Neu­es von Wert­her: Sui­zid-Häu­fung nach brei­ter Sui­zid-Bericht­erstat­tung – nig­ge­mei­er berich­tet über eine ame­ri­ka­ni­sche stu­die, die indi­zi­en für den wert­her-effekt beob­ach­ten konnte:

    Selbst­mord ist anste­ckend. Bericht­erstat­tung über Sui­zi­de erhöht die Zahl der Sui­zi­de. Eine neue Stu­die aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten lie­fert wei­te­re Indi­zi­en dafür, dass die­ser soge­nann­te „Wert­her-Effekt“ tat­säch­lich existiert. 

  • Algo­rith­men: Fer­gu­son zer­split­tert in den sozia­len Netz­wer­ken | ZEIT ONLINE – gün­ter hack:

    Der der­zei­ti­ge Umgang mit der algo­rith­mi­schen Per­so­na­li­sie­rung ist die Voll­endung des Neo­li­be­ra­lis­mus auf Ebe­ne der öffent­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on. Wenn du etwas nicht gese­hen hast, dann bist du selbst Schuld, weil du den Algo­rith­mus von Face­book ent­spre­chend trai­niert hast oder dir die Pro­fi-Ver­si­on mit dem bes­se­ren Zugang zu den Daten nicht leis­ten kannst.

  • Inter­view mit Hei­ner Goeb­bels, dem Inten­dan­ten der Ruhr­tri­en­na­le | Lesen was klü­ger macht – hol­ger pau­ler befragt hei­ner goeb­bels zu sei­nen erfah­run­gen in und mit der ruhr­tri­en­na­le und vor allem der „frei­en sze­ne“ (und am schluss auch zu „cas­si­ber“). hei­ner goebbels:

    In Deutsch­land gibt es für eine bestimm­te Liga von frei­en Künst­le­rin­nen und Künst­lern kaum Pro­duk­ti­ons­spiel­räu­me. Es gibt zwar ein welt­weit ein­zig­ar­ti­ges Thea­ter­sys­tem, das ist aller­dings einer gewis­sen Mono­kul­tur ver­pflich­tet, die sich auf das Opern‑, Schauspiel‑, oder Orches­ter­re­per­toire bezieht – dar­über hin­aus blei­ben weni­ge Mög­lich­kei­ten für freie Kunst. Die­se Lücke woll­te ich mit der Ruhr­tri­en­na­le zu schlie­ßen versuchen.

  • [AMA] Ich bin Ste­fan Nig­ge­mei­er. Fragt mich alles! : de_​IAmA
  • Intro­du­cing TapP­ath for Android – You­TubeIntro­du­cing TapP­ath for Android! – eine schö­ne klei­ne app, die das leben (und sur­fen) auf einem andro­iden ein­fa­cher und ange­neh­mer macht

Ins Netz gegangen (30.6.)

Ins Netz gegan­gen am 30.6.:

  • Leis­tungs­schutz­recht: Eine Far­ce nähert sich ihrem Höhe­punkt | ZEIT ONLINE – Till Kreuz­ter auf „Zeit Online“ zu den neu­es­ten Machen­schaf­ten rund um das „Leis­tungs­schutz­recht“:

    Poli­tisch betrach­tet wird das Gan­ze immer absur­der. Schon die Ein­füh­rung des LSR ent­behr­te jeg­li­cher Begrün­dung und Recht­fer­ti­gung. Der Ver­such, zu des­sen Durch­set­zung auch noch das Kar­tell­recht ad absur­dum zu füh­ren, ist infam. Umso erstaun­li­cher und bedenk­li­cher sind ers­te Anzei­chen, dass sich die Poli­tik erneut hin­ters Licht füh­ren lässt.

  • Das Platz­spitz-Trau­ma | Das Platz­spitz-Trau­ma – Gro­ße, gut auf­be­rei­te­te Geschich­te im „Tages­an­zei­ger“ über die Züri­cher Dro­gen­sze­ne in den Neun­zi­gern – und die ent­spre­chen­den Pro­ble­me bis zur „Lösung“:

    Die rie­si­ge offe­ne Dro­gen­sze­ne in den Acht­zi­ger- und Neun­zi­ger­jah­ren zählt zu den gröss­ten sozia­len Kata­stro­phen Zürichs und der Schweiz überhaupt.

  • Wikipedia’s bureau­cra­cy pro­blem and how to fix it. – Dari­us Jemiel­ni­ak, selbst „Büro­krat“ der Wiki­pe­dia, über das Büro­kra­tie- (d.h. Regel-)Problem der Wikipedia:

    Curr­ent­ly, the Eng­lish Wiki­pe­dia has more than 50 offi­ci­al poli­ci­es with a word count clo­se to 150,000 (enough for a thick book). But that’s just the tip of the admi­nis­tra­ti­ve ice­berg. In addi­ti­on to the poli­ci­es, the­re are gui­de­lines and essays—more than 450 devo­ted sole­ly to pro­per con­duct. You will also find more than 1,200 essays con­tai­ning comm­ents on the poli­ci­es and gui­de­lines, advi­so­ry notes, and ana­ly­ses of the com­mu­ni­ty. The total word count for all gui­de­lines and essays can easi­ly be in the magni­tu­de of mil­li­ons. It is safe to assu­me that no one in the world knows them all, and that Wiki­pe­di­ans real­ly wal­low in crea­ting norms and regu­la­ti­ons. I should know—I am one. But this is madness!

    Sein Lösungs­vor­schlag:

    A bureau­cra­cy-bus­ting squad of Wiki­pe­di­ans, who actively use and edu­ca­te about the “igno­re all rules” rule, should be reco­gni­zed and com­men­ded within the community.

  • Mani­pu­lier­te Face­book-Nut­zer und unethi­sche For­schung | Tage­bü­cher der Wis­sen­schaft – Lars Fischer über die mas­si­ven ethi­schen Pro­ble­me der „For­schung“, die Face­book-Streams von Nut­zern ohne deren Wis­sen und Ein­ver­ständ­nis manipuliert
  • „Alle hat­ten das Gefühl, ange­grif­fen zu wer­den“ – Gedenk­jahr 1914 – der​Stan​dard​.at › Wis­sen­schaft

Ins Netz gegangen (27.6.)

Ins Netz gegan­gen am 27.6.:

  • Hoch­mut gro­ßer Söh­ne – Sprach­log – Ana­tol Ste­fa­no­witsch über einen Vor­schlag, im Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hym­ne die Frau­en wie­der zu streichen:

    Am Text der öster­rei­chi­schen Natio­nal­hym­ne fin­det sich, wie es bei Tex­ten von Natio­nal­hym­nen nun ein­mal so ist, wenig Erhal­tens­wer­tes. Sie fei­ert die Land­schaft (gut, das ist gera­de noch erträg­lich), das „für das Schö­ne begna­de­te“ und mit „hoher Sen­dung“ aus­ge­stat­te­te Volk (das ist dann eben, natio­nal­hym­nen­ty­pisch, nicht mehr erträg­lich), die krie­ge­ri­sche Ver­gan­gen­heit, und eine „arbeits­fro­he“ Zukunft. Und natür­lich wird dem „Vater­land“ auch ordent­lich Treue geschworen.

  • Neu­es ARD-Nach­rich­ten­stu­dio: Tho­mas Roth trifft jetzt immer auf King Kong – Medi­en – FAZ – Oli­ver Jun­gen hält vom neu­en ARD-Stu­dio nicht so viel:

    Ein Ope­ra­ti­ons­feh­ler, das ist eigent­lich eine gute Meta­pher für das, was mit den ARD-Nach­rich­ten pas­siert ist: Man hat eine Wagen­la­dung Adre­na­lin in ihrem Bauch ver­ges­sen und ein­fach zugenäht.

    – dazu noch ein biss­chen Bau­dril­lard (Simu­la­crum!) und nost­al­gi­sche Rück­be­sin­nung auf die guten alten Zei­ten, als die Nach­rich­ten ohne Bil­der aus­ka­men (übri­gens auch in der FAZ!) …

  • Deutsch­land, verknautscht—BILDblog
  • Rech­ter Über­fall in Dort­mund: Poli­zei nimmt Nazis in Schutz – taz​.de – total cra­zy: „Rechts­extre­me woll­ten Rat­haus stür­men. Das Innen­mi­nis­te­ri­um: Die Poli­ti­ker selbst hät­ten randaliert.“
  • „Ich brau­che das Geld nicht“ – taz​.de – Tho­mas Piket­ty im „taz-„Interview:

    Ich ver­traue der Quan­ti­fi­zie­rung des Reich­tums für das Jahr 1913 stär­ker als der von 2013. Das Natio­nal­ein­kom­men wird rela­tiv gut erfasst. Aber die Ver­tei­lung des Ein­kom­mens bis in die obers­ten Schich­ten ist eine ande­re Frage.

    Schön auch eine ande­re Stelle: 

    Aber es ist schon inter­es­sant, wie viel Geld da ist, zum Bei­spiel in gro­ßen Fir­men. Die glei­chen Leu­te, die hart um jeden Euro mit ihrem Rei­ni­gungs­per­so­nal oder ihren Nied­rig­lohn­ar­bei­tern ver­han­deln, bie­ten mir 100.000 Euro für einen ein­stün­di­gen Vor­trag. Wenn ich ableh­ne, ver­dop­peln sie das Angebot.

  • Pen­nä­ler­haf­te Fach­pro­sa – Die neue „Kul­tur­ge­schich­te der frü­hen Neu­zeit“ ist nicht nur pein­lich, son­dern unver­schämt : lite​ra​tur​kri​tik​.de – »Zu hof­fen bleibt, dass der ange­sichts der feh­len­den Qua­li­tät über­aus dreis­te Preis die Käu­fer abzu­schre­cken vermag«
  • Welt­meis­ter­schaft und Doping – Gro­ßes India­ner-Ehren­wort! – Süddeutsche.de – wun­der­bar: Tho­mas Kist­ner in der „Süd­deut­schen“ zur WM etc.:

    Wer glaubt, der Fuß­ball sei sau­ber, der darf das­sel­be von der Fifa glauben.

    Eine Fra­ge bleibt am Ende: War­um tei­len die Fuß­ball­ärz­te ihr tie­fes Wis­sen nicht mit der All­ge­mein­heit? Sieht man, wie man­cher 30-Jäh­ri­ge durch die WM-Are­nen bret­tert, obwohl er als 20- bis 25-Jäh­ri­ger kein Spiel zu Ende brach­te, ohne dass der Mus­kel zwick­te oder dicht­mach­te – dann stellt sich die Fra­ge, war­um mit die­ser doch auch für die brei­te Mensch­heit segens­rei­chen Heil- und Auf­bau­kunst so ver­dammt dis­kret umge­gan­gen wird.

    Mit der Logik kommt man der medi­zi­ni­schen, sprich: ent­schei­den­den Sei­te die­ser Mil­li­ar­den­in­dus­trie so wenig bei wie mit Doping­tests. Dem gläu­bi­gen Fan ist es sowie­so einer­lei: Augen zu, und ein­fach fes­te dar­an glauben.

  • Twit­ter /​Calvinn_​Hobbes: The enti­re edu­ca­ti­on sys­tem … – RT @hnnngkttr: Time for chan­ge? “@Calvinn_Hobbes: The enti­re edu­ca­ti­on sys­tem sum­med up in a three panel comic strip. ” #edchat­de
  • An die weib­li­chen und männ­li­chen Waf­fen­scheu­en

    Die Waf­fen hoch! Das… | Apho​ris​men​.de

    – RT @giesbert: Der Felix Dahn war mit sei­ner Ant­wort an Ber­tha von Sutt­ner auch so ein Knalldepp.
  • Er kann es ein­fach nicht | Begleit­schrei­ben – Gre­gor Keu­sch­nig hat sich Chris­ti­an Wulffs „Ganz oben, ganz unten“ auf den Unter­su­chungs­tisch gelegt:

    Ich habe inzwi­schen kei­nen Zwei­fel dar­an, dass Wulff in einer Mischung aus selbst­verschuldetem Unglück und nar­ziss­ti­schem Jagd­trieb eini­ger wild­ge­wor­de­ner Ego­ma­nen einem eben auch qua­li­täts­me­dia­len Blut­rausch erlag, in dem sich zu Beginn meh­re­re Jäger gleich­zei­tig auf das glei­che Objekt konzentrierten.
    […] bie­tet er mit teil­wei­se unge­nau­en und unge­len­ken For­mu­lie­run­gen wie­der neue Angriffs­flä­chen. So lang­sam ver­fes­tigt sich der Ein­druck: Er kann es ein­fach nicht.

  • Siri Hust­vedt trifft Carl Djer­as­si – Wie­der so eine toll kon­zi­pier­te Ver­an­stal­tung, die mehr ver­heißt als sie einlöst:

    Es sei so eine Sache mit dem Dia­log, mur­melt Siri Hust­vedt vor sich hin.

  • Neue siche­re Her­kunfts­staa­ten: Ein Pro­blem wird zur Lösung -

    Bereits die­se kur­zen Aus­füh­run­gen zei­gen, dass die Ein­stu­fun­gen von Maze­do­ni­en, Ser­bi­en und Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na als siche­re Her­kunfts­staa­ten wenig Anlass zur Freu­de bie­ten – sie wer­fen in ers­ter Linie euro­pa­recht­li­che Beden­ken auf. Dane­ben ist die­se Geset­zes­än­de­rung ein Bei­spiel, wie im Ver­lauf von nur 20 Jah­ren der Grund für ein Pro­blem zu des­sen Ant­wort (gemacht) wird.

  • Frän­ki­sches Reich : Das ewi­ge Leben einer dienst­ba­ren Lei­che – Nach­rich­ten Kul­tur – DIE WELT – Eck­hard Fuhr ist von den Aus­stel­lun­gen zum 1200. Todes­tag von Karl dem Gro­ßen in Aachen sehr angetan:

    Es ist ein­fach so: Auch wer von tie­fer Skep­sis gegen jeden Ver­such erfüllt ist, mit Karl dem Gro­ßen Geschichts­po­li­tik betrei­ben, soll­te jetzt doch nach Aachen fah­ren. Denn um das zu sehen, was er dort zu sehen bekommt, muss er sonst um die gan­ze Welt reisen.

    Sehr recht hat er übri­gens auch mit sei­ner Einleitung: 

    Ohne Karl ver­ste­hen wir gar nichts.

  • Kom­men­tar zum deut­schen Ran­schmeiß-Jour­na­lis­mus | 11 Freun­de – Die 11 Freun­de sind mit der öffent­lich-recht­li­chen „Bericht­erstat­tung“ zur WM zu Recht nicht zufrieden:

    Alle zwei Jah­re, bei den gro­ßen Tur­nie­ren, wird Deutsch­land zu Schland, einer Nati­on der Nar­ren. Den Fans sei die­ser Aus­nah­me­zu­stand ver­gönnt und ver­zie­hen. Die Sen­der und ihre Jour­na­lis­ten aller­dings dür­fen sich davon nicht mit­rei­ßen las­sen. Denn was geschieht etwa, wenn die Natio­nal­mann­schaft doch noch früh­zei­tig aus­schei­det – ein Sze­na­rio, das nach nur einem Spiel und der beglei­ten­den Schwär­me­rei noch unwahr­schein­li­cher erscheint, als dass Joa­chim Löw mal schlecht ange­zo­gen ist? Für die­sen Fall braucht es kri­ti­sche Ana­ly­sen und har­te Fra­gen. Und kei­ne wei­nen­den Jour­na­lis­ten am Pool.

  • Why ‚Game of Thro­nes’ Isn’t Medieval—and Why That Mat­ters – Paci­fic Stan­dard: The Sci­ence of Socie­ty
  • The­sen­an­schlag: Schwang Luther 1517 tat­säch­lich den Ham­mer? – FAZ – Mar­tin Luthers The­sen­an­schlag von Wit­ten­berg ist sicher der berühm­tes­te, aber längst nicht der ein­zi­ge: Eine Geschich­te des Anschla­gens von Zet­teln an Kirchen.
  • Die Ver­öf­fent­li­chungs­form der Zukunft? Mein Lösungs­vor­schlag: Ein Auf­satz in Baum- und Ebe­nen­struk­tur. | Mit­tel­al­ter – eine schö­ne idee, die chris­ti­an schwa­de­rer da ent­wi­ckelt hat …

Ins Netz gegangen (15.6.)

Ins Netz gegan­gen am 15.6.:

  • WM ver­sus Thea­ter: Sibyl­le Berg über deut­sche Kul­tur – SPIEGEL ONLINE – wie eigent­lich immer ist sibyl­le bergs kolum­ne die­se woche sehr gut:

    Wenn Deutsch­lands Mann­schaft nicht gewin­nen soll­te, was für eine wun­der­ba­re Vor­stel­lung! Tau­sen­de wei­nen­der Fuß­ball­fans lie­gen sich heu­lend in den Armen. Und trös­ten ein­an­der schul­ter­klop­fend mit den Wor­ten: Ach komm, Schwamm drü­ber. Denk nur an unse­re iden­ti­täts­stif­ten­de Kul­tur. Ja, du hast recht, Rudi, lass uns gleich mal wie­der in ein gutes Berg-Stück gehen. 

  • Der Brief­wech­sel zwi­schen Schil­ler und Goe­the – „Es ist unbe­greif­lich, wie eine Unklug­heit auf die ande­re folgt und wie incor­ri­gi­bel er in sei­nen Schief­hei­ten ist.“
  • For­schungs­platz Orgel­bank: Gerd Zacher (1929−2014) | nmz – neue musik­zei­tung – Ein schö­ner Nach­ruf von Georg Beck:

    Dass er sich sei­ne Orgel­bank mit Vor­lie­be als For­schungs­platz ein­ge­rich­tet hat, war Wir­kung fes­ter Über­zeu­gung: „Kom­po­si­ti­ons-Anwalt“ woll­te er sein. Auf allen Fel­dern, dem des his­to­ri­schen Erbes wie dem der Zeit­ge­nos­sen­schaft, muss­te sich für ihn die Inter­pre­ta­ti­on vor der Kom­po­si­ti­on ver­ant­wor­ten. Ego­tripps ver­ach­te­te er. Ande­rer­seits: Die „Köni­gin“ unter den Instru­men­ten, dies war ihm wich­tig, soll­te Staat machen, soll­te neue Klei­der haben und sie auch stolz aus­füh­ren. Dafür hat sich Gerd Zacher eben­so ein­ge­setzt wie für neue For­men kir­chen­mu­si­ka­li­scher Pra­xis, was für ihn mit der Fort- und Wei­ter­bil­dung sei­ner Hörer not­wen­dig zusammenfiel.

  • Last Week Tonight with John Oli­ver (HBO): FIFA and the World Cup – You­Tube – Die FIFA als die Kir­che des Fuß­balls: Ein wun­der­ba­rer Über­blick von John Oli­ver (Last Week Tonight with John Oliver)
  • Wie das Inter­net die Wahr­neh­mung von Men­schen ver­än­dert | schnee­schmel­ze | tex­te – Der (bis­her) bes­te – und viel­leicht ehr­lichs­te – Nach­ruf auf Frank Schirrmacher:

    Das ein­zi­ge, das sein Tod mar­kiert, ist das Ende des Feuil­le­tons. Ein letz­tes Auf­bäu­men der Pres­se­kon­zer­ne, um „Debat­ten“ zu insze­nie­ren, cross­me­di­al. Das konn­te er. 

  • „heu­te-show“ im ZDF – Da lacht der Och­sen­frosch – Medi­en – Süddeutsche.de – Det­lef Ess­lin­ger bringt mein Unbe­han­ge an/​mit der „heu­te-show“ gut auf den Punkt:

    Die „heu­te-show“ gilt als Ret­ter der deut­schen Fern­seh­sa­ti­re. Dabei scheu­en die Poin­ten der ZDF-Sen­dung nie­mals ein Kli­schee. Eine Hal­tung erkennt man bei den Machern nicht. 

  • Emser Depe­sche: Der Über­lie­fe­rungs­zu­sam­men­hang | Akten­kun­de – Hol­ger Ber­win­kel setzt sei­nen detail­lier­ten Bericht der akten­kund­li­chen Unter­su­chung der berühm­ten „Emser Depe­sche“ fort. Da fin­det sich auch die schö­ne Anmerkung:

    Aus der Lite­ra­tur ken­nen wir die moder­ne Archiv­si­gna­tur, R 11674, und auch Blatt­zah­len: 209–214. Also könn­ten wir uns sofort auf Abe­kens Bericht aus Ems stür­zen. Vie­le For­scher tun das auch und ver­zich­ten dar­auf, “ihre” Fun­de im Akten­zu­sam­men­hang zu kon­tex­tua­li­sie­ren. Sie tun das auf eige­ne Gefahr.

Ins Netz gegangen (4.6.)

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  • Snow­den-Ent­hül­lun­gen: Staats­ver­sa­gen beim Schutz der Bür­ger – SPIEGEL ONLINE – Sascha Lobo hat lei­der sehr recht:

    Digi­ta­les Staats­ver­sa­gen, ist das nicht über­trie­ben? Kei­nes­wegs. Der deut­sche Staat ist offen­sicht­lich nicht in der Lage, einem mil­lio­nen­fa­chen Grund­rechts­bruch im Inter­net ent­ge­gen­zu­tre­ten. Eigent­lich schafft er es nicht ein­mal, sich eine Fra­ge­lis­te von der NSA beant­wor­ten zu las­sen. Aber der ent­schei­den­de Punkt ist, dass in die­sem Moment die Grund­rech­te bekann­ter­wei­se seit einem Jahr ver­letzt wer­den undk­ei­ne Abhil­fe geschaf­fen wird. Wer je im Ver­lauf der letz­ten zwölf Mona­te ver­stört oder gar erzürnt war über die flä­chen­de­cken­de Total­über­wa­chung – hat nicht den gerings­ten Grund, inzwi­schen ent­spannt zu sein. Es hat sich dies­be­züg­lich exakt nichts geän­dert. Nichts. 

  • jungle​-world​.com – 22/​2014 – The­ma – Die deut­sche Debat­te über den Ers­ten Welt­krieg – Richard Geb­hardt zur aktu­el­len Dis­kus­si­on um Schuld und Ver­ant­wor­tung in Europa

    Über­mäch­tig aber scheint bei einem Teil der deut­schen Öffent­lich­keit zugleich der Wunsch nach einem Geschich­ten­er­zäh­ler, der 100 Jah­re danach end­lich die Bele­ge für den Frei­spruch Deutsch­lands bie­ten soll.
    […] Was vor­geb­lich als Debat­te über die Ursa­chen des Ers­ten Welt­kriegs begann, mün­det in die apo­lo­ge­ti­sche Aus­ru­fung Deutsch­lands zum wil­li­gen Hege­mon. Die Trup­pen für die künf­ti­ge mora­li­sche Auf­rüs­tung ste­hen schon bereit. Vor­erst aber arbei­ten deut­sche Intel­lek­tu­el­le dar­an, die Geschich­te des Ers­ten Welt­kriegs in der belieb­ten Serie »Als der Welt­krieg Deutsch­land über­fal­len hat« (Her­mann L. Grem­li­za) zur all­ge­mei­nen deut­schen Zufrie­den­heit umzudeuten.

  • Der Name der Wind­ro­se – Sprach­log – Sexis­mus tötet: „Orka­ne mit Män­ner­na­men wer­den im Schnitt als stär­ker und gefähr­li­cher eingestuft“ >
  • Von Erin­ne­rungs­kul­tur und Ver­gess­lich­keit | Kul­tur | DW​.DE | 24.05.2014 – Alei­da Ass­mann: Erin­ne­rungs­kul­tur lebe, sei nicht sta­bil. Und sie müs­se sich auch ver­än­dern dür­fen.

    (Und neben­bei: Walsers Augen­brau­en sind ja ein Kunst­werk für sich …)

  • War­um ich die Kraut­re­por­ter unter­stüt­ze – Im Enten­teich 02.06.2014 – Per­len­tau­cher – Thier­ry Cher­vel begrün­det, war­um er die „Kraut­re­por­ter“ unter­stützt und für eine gute Sache hält:

    Vier Ein­sich­ten der letz­ten 15 Jah­re bewe­gen mich, die Kraut­re­por­ter zu abonnieren:

    1. Das Inter­net ist die Öffentlichkeit
    2. Es gibt kei­ne Öko­no­mie der Information
    3. Es geht um die Zukunft der Öffent­lich­keit, nicht des Journalismus
    4. Wir müs­sen über die Öffent­lich-Recht­li­chen reden

  • Unsäg­li­che TV-Dokus: Geschich­te für Trot­tel – FAZ – Jörg Bab­e­row­ski macht sei­nem Unmut über die neu­es­te (far­bi­ge!) Sta­lin-Doku­men­ta­ti­on Luft:

    Bis­her hat­te ich geglaubt, mit Gui­do Knopps his­to­ri­schen Doku­men­ta­tio­nen sei der Tief­punkt im deut­schen Fern­se­hen schon erreicht wor­den. Die­ser Film bewies das Gegenteil.
    […] Fast alles, was über Ereig­nis­se und Per­so­nen in die­ser Doku­men­ta­ti­on gesagt wird, ist falsch.
    […] Aber wer inter­es­siert sich noch für Fak­ten, wenn es doch nur dar­um geht, den Zuschau­er mit bun­ten Bil­dern zu unter­hal­ten! Nun könn­te man ein­wen­den, sol­che Infor­ma­tio­nen sei­en Neben­sa­che, weil sie zur Erklä­rung nichts bei­tra­gen. Mag sein. Aber die­ser lieb­los zusam­men­ge­schnit­te­ne Film erklärt nichts, er erhellt nichts. Er ist stüm­per­haf­te Desinformation.

    Und er nutzt das – weil es für ihn kei­ne Aus­nah­me, son­dern Sym­ptom ist – zu einer neu­en Gene­ral­ab­rech­nung mit dem Geschichts­fern­se­hen ganz im allgemeinen:

    Die Infan­ti­li­sie­rung des Zuschau­ers kennt kei­ne Gren­zen. Er wird nicht nur für dumm ver­kauft, er wird auch für dumm gehal­ten. Des­halb erzählt man ihm nur, was man ihm zumu­ten zu kön­nen glaubt. „Histo­ry-TV“ gibt es nur, weil jene, die Doku­men­tar­fil­me pro­du­zie­ren, glau­ben, dass intel­li­gen­te Men­schen nicht fernsehen.

  • Anar­chist Michail Baku­nin: „Der Räu­ber ist der wah­re Held“ | ZEIT ONLINE – Vor 200 Jah­ren kam der gro­ße Anar­chist Michail Baku­nin zur Welt. Zeit­le­bens war er immer dort, wo es nach Revol­te roch. – Gero von Ran­dow por­trä­tiert Bakunin

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